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mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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SieQberyesiische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <K lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 frei in» HauS. (Für rinder- langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei Z. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Vrftes Blatt.

Marburg

Donnerstag, 8 Oktober

Ter Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 H, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 i, für Reklamen die Zeile 60 j. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ver­bindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieserung ausge­schlossen. Zahlungen im Postscheckoerkehr ohne Portökosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

41. Jahrg

1912.

Die Kriegsgefahr auf dem Balkan

Stan hat auch, wie wir gestern besonders meldeten, das ränke- lüfkW Montenegro mobil gemacht. Diese Tatsache bestätigt nur, daß unter den Valkanstaaten eine Vereinbarung besteht, gemein­schaftlich dem morschen Türkenreiche an den Leib zu gehen. Der unter König Karols Regierung militärisch am besten organisierte Staat, Rumänien, steht vorläufig noch abseits, doch wie lang wird es dauern und auch er wird, durch die Verhältnisse gezwungen, ein- greifen und natürlich die Partei der Türkengegner nehmen. Dann würde 6en Osmanen allerdings eine ganz gefährliche Streitmacht gegenüberstehen, sollen doch die Bulgaren, Serben und Griechen, die kriegslustigen Montenegriner noch gar nicht mitgerechnet, allein über etwa 1 Million Soldaten verfügen. Das will etwas heißen, wen man bedenkt, daß türkische Truppen in Tripolis und, was noch verhängnisvoller ist, in den unsicheren asiatischen Pro­vinzen festgehalten sind und den beutelustigen Feinden nicht ent­gegengeworfen werden können. Ein sofortiger Friedensschluß zwischen Italien und der Türkei würde für die Pforte eine wesent­liche Erleichterung sein, und man kann den Gedanken nicht von der Hand weisen, daß Italien bei der ganzen Angelegenheit die Hand mit im Spiele hat. Ist doch eigentlich Montenegro, desien Gernegroß von König bekanntlich der Schwiegervater des italieni­schen Königs ist, das erste Land gewesen, von dem die Provo­kationen der Türkei gegenüber ausgingen. Run liegt zwar, wie sich Graf Verchthold ausdrückte, zwischen Mobilmachung und Kriegserklärung ein schwerer verantwortlicher Entschluß, trotzdem aber sehen die weitesten Kreise die Lage recht pessimistisch an. Das zeigte sich gestern besonders an der Börse, die doch der beste Baro- ' metcr für politische Spannungen ist. Um nicht weniger als 25 Prozent, vielerorts sogar noch mehr, erfuhren die industriellen Papier: Einbuße. Aus all diesem erhellt, daß die Lage recht ernst ist und man mit dem baldigen Ausbruch eines Valkankrieges zu rechnen hat. Zu hoffen aber ist, daß dieser auf seinen Herd be­schränkt bleibt und nicht größere internationale Verwicklungen nach sich zieht.

Die Nachrichten, die vom Balkan vorliegen, lauten vor wie nut seh: ernst:

Eetinse 1. Oft. Der König hat die allgemeine Mobili­sierung der Armee angeordnet.

Konstantinopel, 1. Okt. Der Ministerrat beschloß, die Forderung der Durchfuhr des serbischen Kriegsmaterials zurück- zuneisen. Ein Jrade sanktioniert den Ministerratsbeschluß, der die Mobilisierung der ganzen türkischen Armee anordnet. Der serb'-sche Gesandte Renadowitsch lenkte während einer gestern ge­pflogenen Rücksprache mit dem Minister des Aeußern Roradun- ghian die Aufmerksamkeit der Pforte auf die Erregung, die in Serbien durch die Mobilmachung der Divisionen von Uesküb und Mitrowitza hervorgerufen worden sei, was als das Anzeichen eines Umschwunges in der freundschaftlichen Haltung der Türkei Serbien gegenüber ausgelegt werde. Die Angelegenheit der Zurückhaltung serbischen Kriegsmaterials in Saloniki versprach der Minister des Aeußern dem Ministerrat zu unterbreiten. Griechenland ordnete an, sämtliche griechische Schiffe sollen das Schwarze Meer, Konstantinopel und das Marmarameer verlasien.

Wien, 1. Okt. DieReue Freie Presie" meldet aus Kon­stantinopel: Die hiesige nickttürkische Welt setzt noch schwache Friedenshoffnungen auf den Einfluß der Großmächte, dagegen ist die türkische Bevölkerung auf die nahe bevorstehende Kriegs- erkläruirg gefaßt und hat auf die Schlagfertigkeit der Armee un­bedingtes Vertrauen. Die Ruhe unter der Bevölkerung der Hauptstadt ist-trotz voller Kenntnis der kritischen Lage musterhaft.

Wien, 1. Okt. Rach einer Meldung aus Kon­stantinopel ist der bulgarische Gesandte bei der Pforte von seiner Regierung bereits abberufen worden und der Ausbruch der Feindseligkeiten steht stündlich bevor.

Belgrad, 1. Okt. Heute vormittag ist in der Stadt eine ersichtliche Beruhigung eingetreten. Die Mobilisierungsmaß­nahmen wickeln sich in voller Ruhe und Ordnung ab. Der Ge­schäftsverkehr ist gänzlich zum Stillstand gekommen. Die Prokla­mierung eines Moratoriums soll bevorstehen. Für die journali­stische Berichterstattung nach dem Ausland ist die Zensur ein­geführt worden. Die Einrückung der Wehrpflichtigen geht glatt vor sich. Zn den Straßen wurden von der Jugend Kundgebungen gegen die Türkei veranstaltet. Gestern wurden vor dem Palais des Königs, der russischen, der englischen und der bulgarischen Ge­sandtschaft und vor dem Kriegsministerium Ovationen darge­bracht. Wie verlautet, wird der Kriegsminister General Tatnik »um Eeneralstabschef und der pensionierte General Atanzkonic »um Kriegsminister ernannt werden. Man erwartet die Reakti­vierung von zahlreichen pensionierten Offizieren und die Begna- bigung wegen militärischer und politischer Delikte verurteilter Personen.

DerBerl. Lok.-Anz." meldet aus Wien: Der bulgarische Gesandte in Wien, Salabaschew, erklärte einem V/rtreter der »Neuen Freien Presie": Soeben erhalte ich von meiner Regie­rung die Nachricht, daß Bulgarien mobilisiert hat. Die Mobili­sierung ist noch keineswegs eine Kriegserklärung und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Türkei in später Stunde ein Einsehen hat und die angesammelten Truppen von Adrianopel zurückzieht, «ulgarien wird dann sicher keine Feindseligkeiten herbeiführen.

Die Mobilisierung Bulgariens ist nur die Antwort auf die pro­vokatorische Drohung der Türkei, die in der Zusammenziehung der Truppen an der bulgarischen Grenze besteht. Bulgarien fühlt sich durch diese Truppen ernsthaft bedroht und ist nicht gewillt, abzu­warten, bis türkische Truppen bulgarisches Gebiet betreten. Bul­garien hat um so mehr Grund, sich bedroht zu fühlen, als in der Türkei geradezu der Heilige Krieg gegen Bulgarien und alle christlichen Balkanvölker gepredigt wird, Tatsache ist, daß auch Serbien mobilisiert, und das ist keineswegs überraschend. Serbien muß ebenso wie Bulgarien zur Abwehr schreiten, da die Türkei in ihren europäischen Provinzen die vollkommene Mobilisierung durchführt. Der serbische Gesandte Simic bemerkte zu der Mo­bilisierung: Sollte sich die Nachricht von der Mobilisierung be­stätigen, so glaube ich, daß sie zunächst nichts weiter bedeutet, als eine Antwort auf die Mobilisierung von zehn türkischen Divi­sionen. Die großen Manöver bei Adrianopel wurden allerdings abgesagt, aber die Mobilisierung von zehn Divisionen stellt eine ernsthafte Maßregel dar und es ist natürlich, daß Serbien und Bulgarien Eegenmaßregeln treffen.

Belgrad, 1. Okt. In Negierungskreisen erklärt man, daß Serbien von der Türkei die Autonomie für Altserbien mit Ein­schluß des Sandschaks Norvibazar und Skutari bis an die Adria fordere, da nur hierdurch dauernd friedliche Zustände in der Türkei geschaffen werden.

Sonstantinopel, 1. Okt. Die Pforte richtete an die deutsche Botschaft eine Note, in welcher sie mitteilt,, daß der Kom­mandant der türkischen Armee in Tripolis die Mitglieder der italienischen mineralogischen Mission nach Dehibat zurückschicken werde; sie würden dort dem italienischen Vertreter übergeben. Gleichzeitig richtete die Pforte an die deutsche Botschaft das Er­suchen. die nötigen Mitteilungen zu machen, damit auch die tür­kischen Zivilgefangenen in Freiheit gesetzt werden.

B u k a r e st, 1. Okt. Von einer Mobilisierung der rumäni­schen Truppen verlautete nichts. Rumänien dürfte im Kriegsfälle eine abwartende Haltung einnehmen und nur aktiv eingreifen, wenn die eigenen Interessen sowie die internationalen Verpflich­tungen es dazu zwingen sollten.

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Zur Mischteuerung.

Eine zweite Aeußerung derNorddeutschen Allgem. Zeitung".

Berlin, 1. Okt. Gegenüber den Angriffen von rechts und links schreibt dieNordd. Allgem. Ztg." zur Fleischteuerung und über die Aufgaben der Kommunen: Die Regierung hat ihre guten Gründe dafür, daß die gewährten Vergünstigungen nur solchen Städten zugute kommen, die als Märkte für Vieh- und Fleisch­preise ganzer Landesteile maßgebend sind. Für diese Beschränkung sprach die Erfahrung, daß die allgemeine Erleichterung des Im­ports nur selten den Konsumenten zugute kommt. Sodann bieten auch allein die großen Städte mit ihren Schlachthäusern, den Bahnanschlüssen und sonstigen Einrichtungen volle Garantie für die sanitäts- und veterinärpolizeiliche Ueberwachung der Einfuhr. Ausschlaggebend aber ist die Erwägung, daß eine baldige nachhal­tige Einwirkung auf die Preisbildung der Vieh- und Fleisch­märkte ohne die tatkräftige Mitwirkung der größeren Kommunen nicht erreichbar ist. Bei den Opfern, die diese Mitwirkung von den Kommunalverwaltungen erfordert, erscheinen auch die in Aus­sicht genommenen Tarifermäßigungen und Zollvergütungen durch­aus gerechtfertigt. Den freisinnigen Blättern gegenüber, die eine wirkliche Bauernpolitik", statt der bisherigenGroßgrundbesitzer- Politik" verlangen, betont dieNordd. Allgem. Ztg.", daß der bäuerliche und der Kleingrundbesitz in erster Linie an der Auf­rechterhaltung der heimischen Viehzucht und des gewährten Grenz­schutzes interessiert ist. DieNordd. Allgem. Ztg." gibt dafür einige" Zahlen und bemerkt, daß der überwiegende Anteil der Kleinwirtschaft an der Viehversorgung sich dadurch verdeutlichte. Zur Hebung der Viehproduktion erklärt dieNordd. Allg. Ztg.": Die in den letzten Jahren in erfreulicher Zunahme befindlichen Viehverwertungsgenosienschaften werden zweifellos die städtischen Verwaltungen bei einem preiswürdigen Bezug von inländischem Vieh unterstützen. Unter Mitwirkung der Landwirtschastskam- mern wird die landwirtschaftliche Verwaltung in verstärktem Maße unter Aufwendung größerer Mittel die Hebung der Vieh­produktion zu fördern suchen. Als dieserhalb zu ergreifende Maß­nahmen kommen vornehmlich in Betracht, neben energischer Fort­setzung der inneren Kolonisation und der Kultur der Moor- und Oedlandflächen, die Errichtung besonderer Schweinezucht- und Mastgenosienschaften, vermehrte Aufstellung männlicher Zucht­tiere, Erleichterung in der Beschaffung weiblichen Zuchtmaterials aller der für die Fleischversorgung in Betracht kommenden Vieh­arten (Rinder, Schafe, Schweine, Qiegen, Kaninchen und Nutzge­flügel) und die Hebung des Futteranbaues. Die Errichtung von Jungvieh-, Schaf-, Schweine- und Ziegenweiden muß die Ver­mehrung der Viehbestände unterstützen. Wenn alle Beteiligten, besonders die Landwirte selbst und die landwirtschaftliche Ver­waltung dieses Bestreben unterstützen, dann wird das einzige dauernd wirksame Mittel zur Beseitigung drückender Fleischteue- rung und die Hebung der inländischen Fleischerzeugung sicherge­stellt und das große Ziel, die Fleischversorgung Deutschlands un­abhängig vom Auslände zu erhalten, auch gewiß erreicht.

Maßnahmen Bayerns.

München, 1. Okt. DieKorrespondenz Hoffmann" meldet: Das bayerische Staatsministerium wird die Einfuhr von frischem Schweinefleisch au» Serbien, Bulgarien und Rumänien über die

| bayerischen Einlüßstellen für ausländisches Fleisch für die Städte München, Landshut, Ludwigshafen, Regensburg, Bamberg, Nürnberg, Würzburg und Augsburg auf Ansuchen gestatten. Fer­ner wird die Einfuhr von Schlachtrindern aus den Niederlanden in die öffentlichen Schlachthäuser der Städte München, Pasta«, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Regensburg, Bamberg, Hof, Nürn­berg, Würzburg und Augsburg auf Ansuchen unter den gleichen veterinärpolizeilichen Vorsichtsmaßregeln und Bedingungen zuge» lasten, unter denen die Einfuhr von Schlachtvieh aus Oesterreich- Ungarn in diese Schlachthäuser gestattet ist. Die Einfuhr von frischem Rindfleisch aus Belgien nach Bayern kann ohne besondere Genehmigung erfolgen, sobald die an Belgien angrenzenden deut­schen Bundesstaaten das Verbot der Einfuhr von solchem Fleisch aufgehoben haben. Wenn der Bundesrat die Einfuhr von frischem Rindfleisch aus Serbien, Bulgarien und Rumänien zuläßt, wird auch über die Einfuhr solchen Fleisches nach Bayern sofort Bestim­mung getroffen werden.

Der Abgeordnete Basiermann zur Fleischteuerung.

Zn einer nationalliberalen Parteiversammlung, die am Sonntag in Bremen stattfand, sprach Bastermann u. a. auch über die Fleischteuerung. Er führte aus:Die Volkskraft müste auf voller Höhe erhalten bleiben. Ob die von der Regierung vorge­schlagenen Abhilfemittel ausreichten, sei eine große Frage. Dreier­lei müste man bedenken: einmal müsse nach wie vor die deutsche Viehzucht geschützt werden, der Zolltarif von 1902 sei durchaus be­rechtigt und notwendig gewesen. Zweitens dürften wir als konti­nentaler Staat unsere Volksernährung nicht vom Auslande ab­hängig machen, schon im Hinblick auf die Kriegsgefahr. Schließ­lich werde sich, wenn man sich allzu sehr auf die Einfuhr von aus­ländischem Vieh einlaste, das Angebot an DeutschHmd vermin­dern, und der amerikanische Großhandel werde in die Lage kom­men, uns die Preise zu diktieren. Mit der Einfuhr von auslän­dischem Vieh müste man also sehr vorsichtig sein. Bastermann emp­fahl als bestes Abhilfemittel die Schaffung einer Reichszentrak- stelle, die ständig Angebot und Nachfrage auf dem Fleischmarkt be­obachten und im-Rotfalle sofort eingreifen solle. Ferner müßte« die Kommunen eingreifen und die Fleischversorgung selbst in die Hand nehmen. Drittens müsse die Produktion als solche gehoben werden. Das beste Mittel dazu sei eine energische innere Koloni­sation; die Schaffung von immer neuen Bauerngütern. Schließlich sei noch zu erwägen die Aufhebung oder wenigstens Herabsetzung der Futtermittelzölle, für die im Reichstag eine Mehrheit vorhan­den sei, und die Herabsetzung der Tarife für Futtermittel und Fleisch."

Das Gefrierfleisch.

Stockholm, 1. Okt. Das Eesundheitsdepartement von Schweden hat die Einfuhr von Gefrierfleisch aus Argentinien un­tersagt, weil sich bei der Untersuchung ergeben hat, daß die Be­handlung des Fleisches in Argentinien keine absolute Sicherheit gegen Fleischvergiftungen bietet.

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Deutsches Reich.

Ein erfundenes Kaiserwort. Berlin, 1. Okt. Der Bericht­erstatter des PariserTemps" hatte seinem Blatte mitgeteilt, de» Kaiser habe dem Schweizer Bundespräsidenten Forrer gegenüber folgende Aeußerung getan:Sehen Sie, Herr Bundespräsident, die Geistlichen, Pastoren und Predigtmacher sind mir zuwider." Nunmehr erklärt dasBerner Tageblatt" auf Grund einer bei dem Bundespräsidenten selbst eingeholten Information, daß Kaiser Wilhelm weder eine derartige noch eine ähnliche Aeuße­rung getan habe. Man weiß ja, daß man derartigen Steuerungen, die irgend ein findiger um nicht zu sagen windiger Journalist in die Welt posaunt, immer mit ziemlicher Vorsicht aufzunehmen sind.

Berlin, 1. Ott. Gegenüber anderslautenden Meldungen berichtet das Armee- und Verordnungsblatt, der Kaiser bestimmte, daß 1913 bte Kaisermanöver im Bereiche des 5. und 6. Armeekorps stattfinden sollen und daß die Bataillone der Fußtruppen dieser Armeekorps durch die Einziehung von Reserven aus Ausrückstärke von 760 Unteroffizieren und Gemeinen gebracht werden sollen.

L»n der Frankfurter Universität. Ein Telegramm meldet: Der Bericht der vereinigten Finanz- und Rechtsausschüsse über die Kapitalien für die zu gründende Stiftungsuniversität liegt nunmehr in ausführlicher Form vsr. Darnach sind 4120 000 M in Wertpapieren und Hypotheken­urkunden bei der Stadt eingezahlt.

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Koloniales.

Wieder eingefunden. Berlin, 1. Ott. Einer hiesigen Korrespondenz zufolge hat sich der Gefreite Strauch von der Schutztruppe, der seit dem 27. Sept, vermißt wurde wieder eingefunden. Einzelheiten über den Zu­sammenstoß mit den Eingeborenen fehlen.

Ausland.

** Die französische Flotte. Paris, 1. Okt. Wie offiziös ge­meldet wird, hat der Marineminister eine neue Einteilung der Topedoboots- und Unterseebootsflottillen genehmigt. Danach wird die Mittelmeerflotte zwei Unterseebootsflottillen für bte hohe See besitzen, von denen die eine mit acht Einheiten, Toulon, die andere mit neun Einheiten als Stützpunkt haben werde. Da» Nordgeschwader werde drei llnterseebootsflottillen besitzen, deren Stützpunkt Cherbourg und Calais sein werden. Die Unterseeboots« flottillen würden ein starkes Cadre von Torpedobootszerstörern er­halten, dagegen würden die Torpedodootszerstörer den Torpedo» bootsflottillen entzogen werden, da der Stationskreis der letzteren I ein beschränkter sei.