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Kreise Marburg und Kirchhain

KreisbLatt für die

Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage-.

1912.

Marburg

Sonntag, 22 September

mit oem

und den

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Erstes Blatt.

Italiens Stellung zum Dreibund.

In bett türkisch-italienischen Friedensverhandlungen treten, wie es scheint, immer wieder verzögernde Momente aus, und es gibt auch immer noch Pessimisten, die an einen Erfolg nicht glauben wollen. Aber es ist schon ein bemerkenswerter Fortschritt, daß bte Tatsache der Verhandlungen jetzt von beiden Seiten offiziell zu­gegeben wird und die Einzelheiten, die über die türkischen Vor­schläge bekannt werden, machen außerdem den Eindruck, als ob man sich wirklich auf dem Wege befände, auf dem eine Verständigung erzielt werden kann. Zieht man dann noch das außerordentlich parke Interesse in Rechnung, das man auf beiden Seiten an einer baldigen Beendigung des Krieges hat, so wird man zu dem Er­gebnis gelangen, daß der Krieg den Jahrestag seines Ausbruchs (29. September) jedenfalls nicht lange überleben wird. Laßt sich nun weiter mit ziemlicher Sicherheit voraussagen, daß von einer formellen Abtretung der beiden nordafrikanischen Provinzen keine Rede sein kann, sondern daß die Türkei nur ihre Hand von Nord­afrika abziehen und es im übrigen den Italienern überlasten roub, mit der eingeborenen Bevölkerung zurecht zu kommen, so kann doch darüber kein Zweifel bestehen,, daß die afrikanische Nordküste zwi­schen Tunis und Aegypten italienisch sein und bleiben wird. Man hat es seinerzeit in Deutschland nicht sofort und nicht so recht ein­sehen wollen, daß diese Lösung nicht nur eine natürliche, sondern auch die den deutschen Interessen am meisten entsprechende war von dem Augenblicke an, wo es sich entschieden hatte, daß die Türkei selbst ihre Herrschaft in Nordafrika auf die Dauer nicht werde auf­rechterhalten können: heute hat diese Wahrheit erheblich mehr Anspruch und Aussicht auf allgemeine Anerkennung.

Man braucht sich, um sich darüber klar zu werden, nur zu ver­gegenwärtigen, was es aller Voraussicht nach mit der Verständi­gung Frankreichs, Englands und Rußlands über eine gemeinsame Flottenpolitik, d. h. über eine gemeinsame Verteidigung der Meere und Küsten auf sich hat. Das neueste ist, daß durch den Beitritt Spaniens aus der Triple-Entente eine Quadruple-Entente werden soll, sobald die Auseinandersetzung über die spanische Zone in Marokko vollends zu Ende geführt ist. In der Beurteilung dieser Neuigkeit ist allerdings wohl noch einige Vorsicht am Platze. Aber daß es in die Pläne der Triple-Entente pasten würde, auch noch Spanien in diese Abmachungen einzubeziehen die portugiesischen Häfen sind ja ohnedies der Entente so gut wie sicher, das kann keinem Zweifel unterliegen; und gelingt es, so genügt ein Blick auf die europäische Karte, um vollständig klar zu machen, daß das Ergebnis dieser maritimen Einkreisungspolitik zunächst wenigstens ün der Idee eine ernsthafte Bedrohung sowohl derauf dem Master liegenden" Zukunft Deutschlands als auch der italienischen Mittel­meerstellung sein könnte. Und das ist ja offenbar auch der eigent­liche Zweck der Uebung. Daß man Deutschland nicht einzuschüchtern vermag und daß die beiden mitteleuropäischen Kaisermächte in schlechthin unerschütterlicher Solidarität und Treue zueinander stehen, darüber gibt man sich allerdings weder in Paris noch in London irgendeiner Täuschung hin; aber was man allenfalls noch für aussichtsvoll hält, das ist der Versuch, Italien das Gruseln zu. lehrcn und es dadurch vom Dreibund loszusprengen. Aber freilich, der Zeitpunkt für ein solches Unterfangen ist im Grunde recht schlecht gewählt, denn gerade im gegenwärtigen Augenblick ver­kennt niemand in Italien, daß nur der Rückhalt am Dreibund die Durchführung des afrikanischen Unternehmens ermöglich hat, datz Italien es nur seinem Bündnis mit den beiden Kaisermächten ver­dankt, wenn Tripolis und die Cyrenaika nicht den Weg von Tunis gegangen sind. Außerdem aber war es niemals klarer als im gegenwärtigen Augenblick, daß das Königreich Italien seinen vollen Rang als Großmacht eben nur als Glied des Dreibundes be­haupten kann, während es in der Gefolgschaft der Entente-Mächte einfach zu einem Anhängsel werden würde. Das hat schon in

Berliner Briet.

Fast unmittelbar, nachdem er das Amt niedergelegt, welches er elf Jahre lang verwaltet hatte, ist der ehemalige Oberbürgermeister von Berkin Martin Kirichner, auf feiner Besitzung in Tirol, am Sonnabend einem alten Herzleiden erlegen. Mit dem Tode des im Leben so ost Angefeindeten ist auch die Mißbilligung, die sein Tun und noch häufiger sein Lasten erfahren haben, ins Grab gesunken. Die Berliner Preste widmet dem Verstorbenen sympathische Nachrufe und von allen Seiten wird aufrichtige Teilnahme bekundet. >

DerVorwärts" übertreibt ja bekanntlich immer und weil man dies weiß, können auch seine grauenhaften Schilderungen von dersteigenden Not" in Berliner Arbeiterkreisen nur wenig Teilnahme erwecken. Wären die sozialdemokratischen Blätter ehrlich, und würden sie die herrschende Teuerung nicht im innersten Herzen als vorzügliches Hetzmaterial gegen Regierung und alle nicht sozialdemokratischen Kreise freudig begrüßen, so müßten sie auch registrieren, daß gerade in den letzten Tagen nicht nur die Stadtparlamente Berlins, sondern auch die Regierung sich mit gro­ßem Ernste der Frage widmen, durch welche Maßnahmen dem weiteren Steigen der Lebensmittelpreise vorgebeugt und diese wieder auf eine normale Höhe zurückgeführt werden können. Ob nun die Stadtverwal­tung von Berlin-Schöneberg dabei gerade das Richtige getroffen hat, in­dem sie die Kaninchenzucht durch eine Subvention von 3000 Mark an Kaninchenzüchter zu heben sucht und den Ankauf von zehn Zuchtsauen zur »Hebung der Schweinezucht" angeordnet hat, muß wohl erst ein Weilchen Abgewartet werden; aber immerhin, es ist doch etwas! Wenig, aber herzlich!

i Trotz der angeblich steigenden Not in Berlin vermehren sich die gro-

früheren Zeiten gegolten, war aber niemals so sonnenklar wie heute. Und so wird sich Italien sicherlich auch durch den Sturm­wind von Drohungen den Mantel nicht zerreißen lasten, den ihm der warme Sonnenschein des Botschafters Barröre nicht abzulisten vermocht hat. . :

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Deutsches Reich-

Bom Kaiser. Wilhelmshaven, 20. Sept. Heute vormittag 10 Uhr hielt der Kaiser an Bord derHohenzollern" eine Bespre­chung des Manövers ab und nahm anschließend daran militärische Meldungen entgegen. Um 1% Uhr begann in der Offizierspeise­anstalt die Paradetafel für die Flotte, wozu über 300 Einladungen ergangen waren. Die Musik stellte die 2. Matrosendivision. Der Kaiser trank im Verlaufe des Mahles auf die bei dem Manöver versammelten Streitkräfte. Um 3 Uhr begab er sich im Automobil vom Kasino nach dem Bahnhof, vom Publikum überall mit Hoch­rufen begrüßt. Er reiste um 3.10 Uhr im Sonderzug nach Wild­park ab. Zur Verabschiedung war der Stationschef Admiral Graf Baudissin am Bahnhof erschienen.

Der Unfall des japanischen Parsevals. Bitterfeld, 20. Sept. Zu dem Unfall des japanischen Parsevalluftschisfes in Yokohama wird der Parseval-Luftverkehrsgesellschast in Bitterfeld von ihrem in Japan weilenden Vertreter mitgeteilt, daß in der Tat ein Un­fall stattgefunden hat, der aber nicht auf einen Taifun, sondern lediglich aus die Unvorsichtigkeit ein- 'Nischen Offiziers zurück­zuführen ist. Die Eashülle hat ei' ' Leck erhalten, worauf der Ballon entleert wurde. Er wird dem jetzt beginnenden

Taifunmonat neugefüllt werden, um ; nicht zu gefährden. Von einer Zerstörung des Luftschiffes kann keine Rede fein, ebenso ist die Luftschiffballe völlig unversehrt geblieben.

_ Die Ueberfüflung der akademischen Berufe. München, 15. Sept. Das bayrische Kultusministerium hat soeben an die Vor­stände der Gymnasien, Progymnasien und Lateinschulen eine Ver­fügung ergehen lasten, in der auf die Ueberfüüung der meisten akademischen Berufe hingewiesen wird. Die Anstaltsvorstände werden angehalten, dem übergroßen Besuche ihrer Anstalten durch zweckmäßige Sichtung der zu den Ausnahmeprüfungdn sich mel- dm den Schüles, namentlich aber auch durch angemessene Strenge bei der Beurteilung der Reife der Schüler zum Aufrücken in die höheren Klasten wirksam entgegenzutreten.

Sozialdemokratischer Parteitag. Chemnitz, 20. Sept. Zu Be­ginn der heutigen Sitzung erhielt der Reichstagsabgeordnete Stadthagen das Schlußwort zu dem ThemaReichstagswahlen". Er nimmt Stel­lung zu den Anträgen und Resolutionen und fragt, warum denn immer dieselben Sachen vorgebracht würden. Wer vom Parteivorstand fort­während Broschüren verlangt, soll sich gefälligst auf die Hosen setzen und die Broschüren selber schreiben. Wir tönen nicht vom Vorstand einen sozialistischen Trichter Herstellen lasten, durch den alle Gegner bekehrt werden. Ein völliges Verbot der Konferenzen ist unmöglich. Auch im Reichstag werden ja Konferenzen abgehalten, wobei sich 60 Mitglieder der revisionistischen Richtung und 30 der radikalen angeschlosten hätten. Schließlich wird gegen 5 Stimmen die Resolution Sindermann angenom­men, wonach Sonderkonferenzen nach Möglichkeit verhütet werden sollen. Der Vorsitzende Haase ergreift nunmehr das Wort zu dem ThemaIm­perialismus". Dr. Lenz (Leipzigs meint, daß ein internationales Ab­kommen aller Staaten eine Utopie sei. Es sei fraglich, ob es der eng­lischen Regierung mit ihren Abrüstungsvorschlägen ernst sei. England hätte natürlich von der Abrüstung den meisten Vorteil, denn die Eng­länder seien Rentner geworden und denken:Ach wenn es doch immer so bliebe, hier unter dem wechselnden Mond!" Ed. Bernstein (Berlin): Die Ausführungen von Lenz über England werden manchen Leuten Wasser auf die Mühle liefern. Der Abrüstungsvorschlag ist meines Er­achtens von England durchaus ernst gemeint gewesen. Abg. Dr. Lieb­knecht: Zweifellos ist bei uns ein gewisser Gegensatz in dieser Frage vor­handen, aber es liegt kein so tragischer Konflikt vor, daß man nötig hätte, sich deshalb die Haare auszuraufen. Dr. Lenz ist in einer etwas mechanistischen Auffassung unserer Gesellschaft befangen. Die wichtigste oller Tendenzen gegn den Imperialismus ist die proletarische Tendenz der internationalen Solidarität aller Völker. Wir werden das Menschen­mögliche an Macht zu entfalten im Stande fein, um den Imperialismus zu hindern, in der bisherigen leichtfertigen Meise mit den Rüstungen

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fjcn Luxus- und Vergnügungsetablissements in einer Meise, die zum min­destens auf ein unbegrenztes Vertrauen der Unternehmer in die Porte­monnaies der Berliner und der durchreisenden Fremden schließen läßt. Der Besitzer des bekannten Riesencafes Piccadilly am Potsdamer Platz, Herr Braun, scheint gute Geschäfte gemacht zu haben, die ihm erlauben, zwei ähnliche Prachtbauten gleicher Art aufzuführen, beziehungsweise zu mieten. Der eineKaffee-Palast" ist auf der Nordseite der Straße Unter den Linden" bereits seit längerer Zeit im Bau. Zum Herbst des nächsten Jahres nun hat Herr Braun noch zwei Etagen des Monumen­talbaues an der Ecke der Tauentzien- und Nürnberger Straße für die Kleinigkeit" von 220 000 Mark Iahreszins auf 30 Jahre gemietet, um dort ein drittes Riesencafe, selbstredend mit dem unvermeidlichenLicht­spieltheater" einzurichten. Jedes dieser Cafes muß pro Tag 6000 Mark einbringen, um alle Kosten und die Verzinsung des Kapitals zu decken. Das macht zusammen pro Tag 18 000 Mark, pro Monat 540 000 Mark, pro Jahr 6 480 000 Mark! Für drei Kaffeehäuser mit Kinos ein Zahres- budget von rund 6% Millionen! Das läßt sich hören. Und wie viele derartige Etablisiements wollen daneben noch in Berlin bestehen, ganz abgesehen von Dutzenden von Theatern, Konzerthäusern usw. usw.! Ber­lin ist reich an sich, und Millionen und Abermillionen bringen alljährlich die Fremden und Durchreisenden hierher, denen unsere Stadt für ihr Geld auch etwas zu bieten vermag.

Augenblicklich sind es die Ausstellungen, die das öffentliche Interesse in Anspruch nehmen, bevor die eigentliche Wintersaison mit ihren Bällen, Konzerten, Diners, Theater usw. die zahlungsfähigen Großstädter gänz­lich mit Beschlag belegt. In derAusstellung für Wohnungskunst" in den Räumen der Philharmonie konnte man den gewaltigen Fortschritt in der praktischen Ausgestaltung und künstlerischen Zusammenstellung de«

fortzusahren. Hieraus referierte Pfannkuch über die Maifettr. Hierzu liegt ein Antrag vor, den Nürnberger Beschluß aufzuheben, wonach der Arbeitsverdienst am 1. Mai an die Parteikasse abzuliefern ist. Der Re­ferent meinte, man habe bei der Ausführung des Nürnberger Beschlusses üble Erfahrungen gemacht. Hentze (Hamburg) meint, die strikte Durch­führung des Nürnberger Beschlusses wäre das Ende der Maifeier. Man habe mit der Feier nicht das erreicht, was man wollte. Für die Auf­hebung des Nürnberger Beschlusses stimmten 271, dagegen 221 Delegierte.

Kontrolle ausländischer Saisonarbeiter. Nach den bestehenden Bestimmungen über Jnlandslegitirnierung ausländischer Saisonarbeiter an der Arbeitsstätte liegt die Kontrolle über die Herbeiführung einer ordnungsmäßigen Legitimierung sowie darüber, daß Auslandsarbeitei nicht in für sich nicht zugelassenen Betrieben beschäftigt werden, den Ortspolizeibehörden der betreffenden Arbeitsstätte ob. Soweit Arbeit», ftätte und Wohnort (Aufenthaltsort) des betreffenden Arbeiters sich decken oder wenigstens in ein und demselben Polizeibezirk liegen, gelangt die Polizeibehörde schon durch die vorgeschriebene Anmeldung des Arbei- ters zur Kenntnis von der Anwesenheit und Beschäftigung des letzteren, auf Grund derer sie die erforderlichen Maßnahmen betreffs Legitimier­ung zu treffen in der Lage ist. Fallen jedoch Arbeitsstätte und Wohnott auseinander und liegen sie in verschiedenen Polizeibezirken, so erlangt die Polizeibehörde der Arbeitsstätte häufig keine Kenntnis von dem Zu­zug des Arbeiters, so daß die rechtzeitige Legitimierung oft unterbleibt Zur Behebung dieses Mißstandes hat, wie dieNeue politische Gorte» spondenz" schreibt, der Minister des Innern angeordnet, daß in den zu­letzt gedachten Fällen die Polizeibehörden des Wohnsitzes (Aufenthalts­ortes) die Polizeibehörden der Arbeitsstätte von dem Zuzug ausländischer Arbeiter alsbald zu benachrichtigen haben und zwar unter Angabe des Betriebes, in welchem letztere beschäftigt werden und das National« derselben, soweit dies im Einzelfall feststellbar ist.

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Koloniales.

Aus den deutschen Schutzgebieten. Für die zum Schutzgebiet Neu-Guinea gehörenden Eingeborenengemeinden Warai, Mobat und Sorten in Kaiser-Wilhelmsland ist eine Jahreskopfsteuer von 5 Jl, für die Eingeborenengemeinde llndawalewale eine solche von 10 Jl eingeführt worden. Die Vorbereitungen zum Bau eines Landesmuseums für das Schutzgebiet Togo sind soweit vorgeschrit­ten, daß bereits Pläne für das zunächst in bescheidenen Grenzen zu haltende Museumsgebäude in Lome aufgestellt werden konnten. Nachdem der Eouverneuer Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg sein Amt angetreten hat, wird die Entscheidung über die Bau­entwürfe und die Platzfrage getroffen werden. Im Monat Juli d. I. betrugen i mSchuhgebiet Togo die Einnahmen aus den Zöllen 107 395 Jl, wovon auf die Einfuhr 163 666 Jt und auf die Aus­fuhr 3187 Jl entfielen. In der Zeit vom 1. April bis 31. Juli bezifferte sich die Zolleinnahme auf 653 906 Jl, d. i. gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres ein Mehr von 45 599 Jl.

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Ausland.

** Spanien und Frankreich. Der französische Ministerpräsident Poincar6 teilt mit, der spanische Minister Earcia Prieio habe dem französischen Botschafter Geofstoy in San Sebastian erklärt, daß die spanischen Konsuln in Marokko Anweisung erhalten hätten, sich politischer Einmischung in der französischen Zone zu enthalten und im Einklang mit der zwischen den beiden Negierungen be­stehenden loyalen Freundschaft zu handeln. Spanien behalte sich die Möglichkeit vor, die ihm zur Last gelegten Tatsachen nach einer eingehenden Untersuchung richtigzustellen, aber willige als Zeichen der Freundschaft ein, die beiden Konsuln in Mogador und Ma- zagan endgültig abzuberufen. Aus Madrid wird berichtet, Ea. nalejas habe mitgeteilt, daß bei König von Spanien mit dem Präsidenten FaM-res im Laufe des Monats Oktober in Camp­france anläßlich der Eröffnung der internationalen Tunnels der transpyrenäischen Bahn eine Begegnung haben würde. DieCor- reipondenzia b'Espana" erklärt, daß die Pariser Reise des Königs Alfons mit den Schlußbesprechungen über den Eintritt Spa­niens in die englisch-französische Entente zusam- menfallen werde. Paris, 20. Sept. DemEcho de Paris" wird aus Tange gemeldet: Der spanische Konsul in Sassi ließ fünf

für dieWobnungskunst" in Betracht kommenden Matreials bewundern, der sich in dem Zeiträume von sechs Jahren, seit der letzten derartigen Ausstellung in Berlin, Dahn gebrochen hat. Mehr Anziehungskraft aber für das großstädtische Publikum übt die erst in voriger Woche er­öffneteModeausstellung" am Zoo aus. Die Mode hat immer Zugkraft, und wenn auch die unvergleichlich schönen Ausstattungen der Schaufenster großer Modegeschäfte in Berlin kaum von einerModeausstellung" übertroffen werden können, so ist dieser doch von vornberein ein Erfolg gesichert. Die Erzeugnisie Berliner Eleganz und Berliner Chicks, die, wie es im Katalog heißt, dem Produzenten Gelegenheit geben sollen, seine eigenen Fabrikate mit denen der Konkurrenz vergleichen zu können, sind hier von über 300 Ausstellern zusammengetragen worden, und die Fülle des Dargebotenen macht einen geradezu faszinierenden Eindruck auf die Besucher und noch mehr auf die Besucherinnen.

Daneben erfreute sich in diesen Tagen die Hundeausstellung in »em Konzertsaale desClou" eines ungeheuren Massenbesuches. Die Aus- stellung, die mit fast Taufend, vielfach recht schönen und edlen Tieren be» schickt war. währte nur zwei Tage, weil die verwöhnten Lieblinge threr Herren und Herrinnen durch ohrenbetäubendes Bellen unv Heulen leb­haften Widerspruch dagegen kundgaben, noch länger die Rolle eines kühl behandelten Ausstellungsobjektes zu spielen. Ein entzückendes Bild bietet die am letzten Sontage im Berliner (Semerbemujeum eröffnete, von der Erppe Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst veranstaltete Eartenkunstausstellung.Diese Ausstellung", so führte der Festtedner, Obergärtner Weiß, in seiner Begrüßung der Gäste u. a. aus, soll dem Bürgertum, welches sich jetzt allgemein dem edlen Kunstzwetg« der ©artenpfleg« Mwendet, vorbildlich sein und ihm di« richtigen We>», dabei weisen".