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Erstes Blatt.

Die Rückkehr des Kaisers.

Beim Verlaßen des Schweizer Bodens richtete der Kaiser an den Bundespräsidenten ein Telegramm, durch das er seinen herz­lichsten Dank für die warme Aufnahme, die ihm in der Schweiz zuteil wurde, aussprach. Weiter heißt es:Besonders dankbar ge­denke ich der beiden Manövertage, an denen es mir vergönnt war, die Leistungen Ihrer braven Truppen unter der Leitung tüchtig-^,, schneidiger Offiziere zu beobachten und zu bewundern und mit der Landbevölkerung in Berührung zu treten. Ich verlasse den Boden dieses gastfreien Landes mit aufrichtigen Wünschen für dessen fer­neres Gedeihen und für Ihr persönliches Wohlergehen. Wil­helm I. R. Das Antworttelegramm des Bundesrats enthielt u. a. folgenden Passus:Es gereicht uns zu einer besonderen Ge­nugtuung, daß die Leistungen unserer Offiziere und Truppen sei­tens Eurer Majestät so wohlwollende Anerkennung finden. Unser Milizheer darf auf ein günstiges Urteil von so hoher kompetenter Seite stolz sein. In uns klingt mächtig die Freude über Ew. Ma­jestät Besuch nach und er wird uns und dem ganzen Schweizervolk unvergeßlich sein."

Konstanz und die Bodenseegemeinden bereiteten am Sonn­abend abend dem Kaiser eine großartige Huldigung. Hunderte von festlich beleuchteten Booten belebten die Bucht, auf deren an­grenzenden Höhen Feuer loderten. Verschiedene Musik- und Ge­sangvereine brachten eine Serenade dar. Der Kaiser sah vom Balkon des Schlosses aus zu. Am Sonntag um 5 Uhr verließ er die Insel Mainau. Auf dem Wege vom Schloß nach dem Hafen bilden Vürgerwachen von Reichenau und Sipplingen in ihren historischen Uniformen Spalier. Die Großherzogin Luise begleitete den Kaiser zum Dampfer. Hunderte von Motorbooten, Segel­booten sowie Salondampfer gaben dem Kaiserschiff bis gegen Immenstadt das Geleiie. Der Kaiser folgte einer Einladung des Königs und der Königin von Würitemberg nach Friedrichshafen. In Begleitung von fünf Dampfern der verschiedenen Bodenseeufer­staaten lief das Kaiserschiff um 6.25 Uhr im Schloßhafen von Friedrichshafen ein, woselbst sich zum Empfang der König von Württemberg nebst Gefolge eingefunden hatte. Im Gefolge des Kaisers befand sich auch Fürst Fürstenberg. Nachdem sich der Kaiser und der König herzlich begrüßt hatten, begaben sie sich unter stür­mischen Hochrufen des zahlreich versammelten Publikums nach dem königlichen Schloß, wo der Kaiser im Eartenpavillon von der Kö­nigin begrüßt wurde. Nach IsMllndigem Aufenthalt im Schlosse begab sich der Kaiser im offenen Automobil zum Bahnhof, wohin ihm das Königspaar das Geleit gab. Auf dem Wege zum Bahn­hof bildete ein zahlreiches.Publikum sowie Feuerwehren und mili­tärische Vereine Spalier. Um 7.25 Uhr setzte sich nach herzlicher Verabschiedung der Monarchen der Sonderzug in Bewegung. Heute, Montag, trifft der Kaiser im sächsischen Manövergelände ein, wo die Kavallerie- und Ausklärungs-Uebungen zu den Kaiser- manövern beginnen. Das Hauptguartier des Kaisers besteht aus dem Kommandanten Generaloberst v. Pfeßen, den diensttuenden Generalen ä. la Suite v. Eontard und v. Chelius, den Flügeladju- tanten Oberst v. Kleist und Oberstleutnant v. Mutius, den Ma­joren v. Dommes, Frhr. v. Holzing-Berstett und v. Caprivi und außerdem aus dem russischen General ä la Suite Tatischtschesf, attachiert zur Person des Kaisers. Die fürstli^en Manövergäste und die Eeneralfeldmarschälle, die fremden Gäste (amerikanische und schweizer Offiziere), ebenso die Militärbevollmächtigten der Bundesstaaten und die fremden Militär-Attachees wohnen in Dresden.

Offiziöse Stimmen.

Bern, 7. Sept. Die Schweizerische Depeschen-Agentur ver­öffentlicht folgende Mitteilung: Wie der Vertreter der Depeschen­agentur vernimmt, sind die Mitglieder des Bundesrats sowie alle schweizerischen Persönlichkeiten, die die Ehre hatten, mit dem deut­schen Kaiser in persönlichen Verkehr zu treten, von der Liebens­würdigkeit des hohen Gastes und der Herren seines Gefolges ent« zückt. Die erstaunliche Vielseitigkeit des Monarchen, fein um­fassendes Wißen auf allen Gebieten, fein lebhaftes Interesse für unser Land und sein gewandtes, leutseliges Konversationstalent flößten allen die größte Hochachtung vor seiner Persönlichkeit ein. Die gelegentlich geäußerten Urteile des Kaisers und seiner Gene­rale über unser Militär, die, wie verlautet, darin gipfelten, daß die eidgenössische Armee vollständig befähigt sei, die Grenzen der Schweiz zu schützen, erfüllten die Schweizer Behörden und die Offi­ziere mit großer Freude. Fragen der aktuellen Politik sind, wie verlautet, nicht besprochen worden, die Resultate des Besuches lie­gen vielmehr in der Kräftigung der freundschaftlichen Beziehungen beider Staaten

Berlin, 8. Sept. Ueber die Schweizerreise des Kaisers schreibt dieNordd. Allg. Ztg.": Der Zweck und die Bedeutung des Besuches ist von den beiden Staatsoberhäuptern bei dem Fest­mahl in Bern in klaren Worten ausgesprochen worden. Ein beson­deres politisches Ziel war bei dieser Reise von keiner Seite ver­folgt und wir sprechen es abermals gern aus, daß es uns auch po­litisch wertvoll erscheint, wenn der Wunsch unserer Regierung und unseres Volkes, die Beziehungen zur Schweiz in ungetrübter Freundschaft zu erhalten, Bei dieser Gelegenheit ebenso deutlich zur Anschauung gebracht wie aufrichtig erwidert wurde. Der Bundespräsident hat in Bern die Entschlossenheit der Schweiz be- , tont, ihre Neutralität gegen jeden Angriff zu wahren. Die Inter­

essen des Deutschen Reiches stimmen auch in diesem Punkte völlig mit denen der Schweiz überein, und wir begrüßen es daher mit Genugtuung, daß die Wehrhaftigkeit des Schweizer Volkes, in der die Bürgschaft für die Unantastbarkeit seiner internationalen Ver­tragsrechte liegt, unserem Kaiser in so glänzender Weise vor­geführt worden ist. Vor allem aber sind die Kaisertage für beide Völker ein Anlaß gewesen, die innige geistige und kulturelle Ge­meinschaft zu betonen, die sie von altersher verbindet. Der Kaiser hat dieser Beziehungen in besonders warmen Worten gedacht und damit Deutschen und Schweizern gleichmäßig aus der Seele ge­sprochen.

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Bern, 7. Sept. Der Kaiser ließ hochgestellten Schweizer Persönlichkeiten zur Erinnerung Andenken überreichen. Bundes­präsident Dr. Forrer, Bundesrat Hoffmann, Chef des Militär­departements, erhielten Bronzebüsten des Kaisers, die übrigen Bundesräte sowie Dr. Vourgart, Sekretär der politischen Abtei­lung und Gesandter de Claparöre ein photographisches Porträt in vergoldetem Nahmen mit Unterschrift. Auch die Schweizer Offi­ziere des Ehrendienstes wurden mit solchen Andenken beschenkt.

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Politische Umschau.

Die Fürsorge für Kriegsoffiziere.

In letzter Zeit mehren sich die Stimmen, die eine bessere Für­sorge für die Kriegsoffiziere verlangen. Diese Besierung wäre nur durch eine Abänderung des Offiziers-Pensionsgesetzes vom Jahre 1906 zu erzielen, eine Aenderung, zu der, nach den Erfah­rungen der letzten Jahre, weder der Reichstag, noch die verbündete Regierung Neigung haben dürften. Objektiv betrachtet hat sich die Gesetzgebung dauernd mit der Lage der Kriegsoffiziere beschäf­tigt, und das Resultat war eine fortschreitende Besierung. Zuletzt hat das Offiziers-Penstonsgesetz von 1906 die durch das Gesetz von 1871 auf fünf Jahre festgesetzte, durch das Gesetz von 1983 auf sechs Jahre erhöhte Frist zur Geltendmachung der Ansprüche auf Pen­sionserhöhung bei.denjenigen Offizieren, bei denen die Art der Invalidität einen Anspruch auf Pensionserhöhung gab, auf zehn Jahre verlängert und die Frist für Kriegsverwundete ganz auf­gehoben, so daß die im Kriege 1870/71 verwundeten und ohne Be­anspruchung einer Pension aus dem Dienst geschiedenen Offiziere, ganz gleich, ob sie zum Friedens- oder Veurlaubtenstande gehörten, noch nach dem Jahre 1906 berechtigt wurden, 'Pensionsanspruch zu erheben, vorausgesetzt, daß sie ihre Invalidität auf den Krieg nach­weislich zurückzuführen vermochten. Damit war eine fühlbare Ver­besserung der Pensionsverhältnisie der Kriegsoffiziere zur Tatsache geworden'. Natürlich wäre eine Aenderung der Bestimmungen, die den nicht pensionierten Offizieren des Beurlaubtenstandes, die einen ursächlichen Zusammenhang ihrer Invalidität mit dem Kriege von 1871 nachzuweisen vermögen, im Jnteresie der alten Offiziere sehr wünschenswert, aber es scheint kaum eine Aussicht aus Erfolg zu bestehen, zumal dazu eine Summe gehören würde, die aufzubringcn immerhin nicht leicht wäre. Im folgenden sei die Reihe der gesetzgeberischen Maßnahmen, Vie nach dem Kriege zugunsten der Kriegsoffiziere getroffen mürben, xusammeufasiend aufgeführt. Es geht aus ihnen hervor, wie bei der Regierung so­wie beim Reichstag immer die Neigung vorhanden gewesen ist, den Wünschen der um das Vaterland hochverdienten alten Offiziere nach Kräften nachzukommen. Nach dem Gesetz von 1871 konnten die Offiziere nur innerhalb von 5 Jahren nach dem Friedensschluß ihre Ansprüche auf Kriegszulage geltend machen. 1893 wurde diese Frist auf gesetzgeberischem Wege auf sechs Jahre verlängert. Im Jahre 1901 wurde die Frist sogar ganz aufgehoben und allen, die nachweislich infolge des Krieges Invalide geworden w«en, der Anspruch auf Kriegszulage ohne jede zeitliche Einschränkung zu- gestanden, so daß viele nach 1876 pensionierte Offiziere die Kriegs­zulage noch nachträglich erhielten. Und zwar nicht nur solche, die als Kriegsinvalide pensioniert worden waren, sondern auch die­jenigen, welche den Beweis ihrer Kriegsinvalidität noch nachträg­lich beizubringen vermochten. Die Militärpension erhalten in der Regel nur Offiziere, die bei der Pensionierung Anspruch daraus machten. Das Gesetz von 1871 setzte für die Geltendmachung non Pensionsansprüchen nach dem Dienstaustritt eine fünfjährige Frist, die 1893 auf 6 und 190OKuf 10 Jahre verlängert wurde. Gleich­zeitig erfolgte, wie oben ausgeführt wurde, die gänzliche Auf­hebung der Frist für Kriegsverwundete. Aus diesen Maßnahmen geht so deutlich der Wunsch hervor, den Kriegsoffizieren nach Mög­lichkeit zu helfen, daß an der guten Absicht, auch weiterhin Ver- besierungen zu ermöglichen, kein Zweifel bestehen kann. Fraglich ist nur, ob die Erfüllung der Wünsche innerhalb der augenblicklich gegebenen Grenze liegt. Leider muß daran bei den jetzt vielfach geäußerten Wünschen gezweifelt werden.

Deutsches Reich.

Der Kaiser und der französische General. Paris, 7. Sept. An der Frühstückstafel in Wil unterhielt sich Kaiser Wilhelm mit dem französischen Marinegast General Pau sehr freundschaftlich. Nach demTemps" ersuchte der Kaiser den General um Uebermitt- lung seiner Grüße an den Präsidenten Falliöres. Die Unter­redung erfolgte, als der zwischen dem Kaiser und dem General sitzende Präsident Forrer, um die Konversation zu erleichtern, auf­gestanden war. Schon vorher hatte der Kaiser einige Worte mit General Pau gewechselt. Bei der Vorstellung hatte der Kaiser den General mit den Worten begrüßt:Ich werde fehr glücklich fein,

Herr General, mit Ihnen noch länger sprechen zu können." Der Kaiser erwähnte in dem Tafelgespräch den ihm persönlich be­kannten General Lacroix und zeigte sich über die militärische Lauf­bahn Paus seit 1870 völlig orientiert. Zum Schluß kam die Rede auf die Persönlichkeit Fallitzres.

Eine überschwengliche Kundgebung für Traub. Berlin. 7. Sept. An Pfarrer Traub sandten die Kirchlich-Liberalen der Berliner Passionsgemeinde nachfolgende Drahtung:Dem gott- getreuen Seelenhirten, dem vom echten Luthergeiste erfüllten deut­schen Manne senden die Kirchlich-Liberalen der Berliner Passions­gemeinde Glückwunsch zur Märtyrerkrone. Jathvsündigte" nur gegen Gott und den Glauben, Sie aber gegen das irdische Regi­ment. So traf Sie das schärfere Urteil. Sie vermeinten tun zu dürfen, wie Luther tat, und glaubten, weil Christus gegen Gesetz und Priester stritt, gleichen zu können. Edler Schwärmer! Betet an Gesetz und Priester, und das Himmelreich ist (Euer; das ist die Losung des heutigen katholischen Protestantismus. Gott schütze uns vor ihm." Wenn man so etwas liest, möchte man fast zur Ueberzeugung kommen, daß das Urteil gegen Traub die gerügte Schärfe mit Recht enthält.

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Ausland.

* * Ministerbegegnung. Wien, 7. Sept. Das offiziöse Fremdenblatt widmet an leitender Stelle der heute im Schlöße Vuchlau stattsindenden Zusammenkunft des deutschen Reichskanzlers mit dem Grafen Berchtold eine längere Besprechung und konstatiert, daß zwar kein spezieller poli- tischerAnlaß die Zusammenkunft veranlaßt habe, das; aber trotzdem die internationale Situation und die jüngsten politischen Ereignisse, insbe­sondere diejenigen in der Türkei einer eingehenden Erörterung unter­zogen werden durften.

* * Türkei. Konstantinopel, 7. Sept. Wie verlautet, hat der poli­tische Ausschuß des jungtürkischen Kongresses beschlossen, das Kabinett Mukhtar Pascha zu unterstützen. Der französische PanzerkreuzerBruix" und das englische KriegsschiffMedea" kreuzen abwechselnd in den Ge< wässern von Samos, um eine etwaige Landung kretischer Banden zu ver- hindern. Die Beziehungen des Fürsten von Samos zum Senate sind ge- spannt. Die Nachricht über Morde an Armeniern in Briilis tief untei Den hiesigen Armeniern große Aufregung hervor. In mehreren armeni­schen Prctestversammlungen wird gefordert, daß die Schuldigen bestrast und die Familien der Opfer schadlos gehalten werden. Bei der gestri­gen Zusammenkunft mit dem Eroßwesir beklagte sich der armenische Pa­triarch wegen der jüngsten Ermordung dreier Armenier in Tiflis. Der Mali von Wan ist infolge der Schritte des Patriarchen abgesetzt worden. Der dortige Militärkommandant wurde beauftragt, die Mörder bei Armenier zu verhaften. Der Patriarch unternahm auch Schritte beim Justiz- und beim Kriegsminister. Der Scheich ul Islam erhielt aller­seits die Zusicherung, daß genügende Maßnahmen zur Wahrung bet Ruhe getroffen sind. Die kürzlich gegründeteNationale Versasiungs- partei veröffentlicht ein Programm, in dem sie sich als Anhängerin oet konstitutionellen und monarchischen Negierung sowie einer wahrhaft liberalen, den Nicht-Muselmannen gegenüber konzilianten Politik be­kennt. Die Partei sei einer Politik bet Assimilation abhold, dagegen der politischen Zentralisation und der administrativen Dezentralisation ge­neigt. Ein erster Punkt des Parteiprogramms sei die Entwickelung Mazedoniens. Die Regierung ist amtlich von der Bildung derNatio­nalen Verfasiungspartei" verständigt worden, welche von den früheren Deputierten Fetid und Dschami gegründet worden ist.

* * Kein Frieden. Rom, 8. Sept. Gegenüber den von einzelnen Blättern immer wieder gebrachten Ankündigungen von einer angeblichen Verständigung über den Friedensschluß ist dieAgenzia Stefani" zu der Erklärung ermächtigt, daß alle Meldungen jeder Unterlage entbehren und als bedauerliche Machenschaften angesehen werden müßen.

* * Tripolis. Zuara, 8. Sept. Als heute morgen ein halbes (Regi­ment Kavallerie und das sechste Bataillon die Gegend jenseits bet Oast Regdaline auskundfchaften wollten, trafen sie auf starke feindliche Trup- penmaßen, griffen sie an und zerstreuten sie, brachten ihnen empfindlich« Verluste bei und machten sechs Gefangene.

* * Frankreich. Paris, 7. Sept. Der Sekretär des Lehrersyndikates des Seine-Departements erklärt in der revolutionärenBataille Syndi- caliste", daß die Lehrersyndikate mit Ausnabme eines einzigen bisher nicht gewillt feien, sich der Aufforderung des Unterrichtsministers zu unterwerfen. Die Lehrerfundikote fühlten, daß sie auf die Unterstützung der gesamten organisierten Arbeiterschaft rechnen könnten. Der ehe­malige Sekretär des Gesamtverbandes der Lehrersyndikate teilte einem Berichterstatter mit, daß die Lehrersyndikate im Falle der Auflösung als Vereinigungen auf Grund des Gesetzes von 1901 von neuem entstehen würden. Die Regierung möge wißen, daß sie gegen sie nichts werde aus­richten können.

* * Amerikanisches. Newyork, 7. Sept. Die in bet Affäre Gibson angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß auch der Nesse der er­mordeten Frau Kinnon nach der Ermordung der Frau spurlos ver­schwunden ist. Auch der Mann einer Dienerin wurde erschoßen in einem Sumpf aufgefunben. Gibson ist noch nicht verhaftet, wird aber überwacht.

* * Die Lage in Mexiko. Douglas (Arizona), 7. Sept. Aufständische überschritten 50 Meilen östlich von Douglas die Grenze. Amerikanische Soldaten warfen sie zurück. Von den Aufständischen sollen fünf getötet und einer verwundet sein. Washington, 7. Sept. Präsident Taft ge­nehmigte die Absendung von weiteren zwei Regimentern Kavallerie an die mexikanische Grenze. Wie versichert wird, erörtert die Regierung die Frage, ob die Erlaubnis einzuholen sei, daß amerikanische Truppen die merikanischen Räuber über die Grenze hinaus verfolgen konnten. Es herrscht die Ansicht, daß ein gemeinsames Vorgehen der amerikani­schen Truppen notwendig sei, um die Ordnung im nördlichen Mexiko wiederherzustellen. Das Schatzamt ordnete an, fünfhundert Gewehre und Munition nach Cananea für die in dem dortigen Erubengebiet be­schäftigten Amerikaner zu senden. Newyork, 8. Sept. Dem Gesandten ber Vereinigten Staaten in Mexiko ging ein Schreiben von dem Sekre­tär des Generals Zapata zu, in dem mitgeteilt wird, daß die Jnsuigen- ten den Vormarsch gegen Mexiko begonnen hätten. Dem Schreiben tag eine Proklamation bei, in der es heißt, die Anhänger Zapatas beabsich- tigten, sämtliche an der Regierung befindliche Staatsmänner abzusetzen außer Madera und dessen Angehörige. Die Unterzeichner ver Prokla-