Marburg
M 210
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(Nachdruck verboten.)
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Markt zogen die Studenten. Ueberall bunte« Mützen,
die Stadt, an
nicht sinden.
Heber den
47. Jahrg.
1192.
Sie hatte das Gefühl als könnte sie Gerhard Bendheim nie wieder unter die Augen treten, und als würde ihre Kraft nicht ausreichen, Klaus Wolfert 31t begegnen.
Warum kam ihr der Professor auch nicht ein klein wenig zu Hilfe? Wußte er, der dochHewiß heute die Zeitung gelesen, denn nicht, wie sehr sie litt, und wie schwer ihr der Weg zu ihm wurde, der schwerste den man bisher ihrem Stolz zugemutet?
Ja, aber wer zwang sie denn? Brauchte sie denn den Wunsch des Profesiors zu erfüllen? Was ging sie der Kranke an?
Mirjam war noch nie in einem Krankenhause gewesen. Ihr graute davor. Jetzt wurde sie glühend rot, so schämte sie sich vor ihren eigenen selbstsüchtigen Gedanken.
Warum hatte Bendheim sie nicht wenigstens abgeholt? Sie fühlte ganz deutlich, er wollte ihr nichts schenken. Gestern noch, da hatte sie so still und friedevoll dieses Wiedersehens gedacht. Gute, liebe, freunv- liche Worte wollte sie zu dem Kranken sprechen und ihn bitten, ihr zu verzeihen. Sie fühlte sich so stolz, daß sie an dem Festabend Mister Derham zurückgewiesen, so glücklich über den Sieg, mit dem sie Eitelkeit und Lust in ihrer Seele bezwungen, und nun stand sie so zaghaft wie ein Bettelkind am Wege und konnte den Mut zum Weiterschreiten
fung konnte der evangelische Oberkirchenrat nur auf Amtsenthebung oder Dienstentlassung entscheiden. Die erstere bewirkt den Verlust des Kirchenamtes, jedoch bleibt der Verurteilte noch anstellungsfähig und behält die Rechte des geistlichen Standes. Bei der Dienstentlassung geht der Verurteilte aller Rechte des geistlichen Standes und des Anspruches auf Ruhegehalt unmittelbar auf Grund der Bestimmung des Disziplinargesetzes verlustig. In vorliegendem Falle ist Pfarrer Lic Traub zur Dienstentlassung verurteilt worden. Die Begründung der Entscheidung des evangelischen Oberkirchenrates in dem Disziplinarverfahren Traub wird in der in den allernächsten Tagen erscheinenden Nummer des „Kirchlichen Gesetz- und Verordnungsblattes" in seinem vollen Wortlaut veröffentlicht werden. Das „Kirchliche Gesetz- und Verordnungsblatt" ist, wie üblich, durch das Büro des Evangelischen Oberkirchenrats, Charlottenburg, Hardenbergstraße 30a, zu beziehen.
Wie die „Tägl. Rdsch." weiter berichtet, hat Pfarrer Traub an das Presbyterium der Reinoldigemeinde in Dortmund die Bitte gerichtet, ihn einstweilen in seiner Pfarrwohnung zu belassen, da er so schnell nicht wisse, wohin er ziehen solle. Das Presbyterium wird diesem Wunsch nachkommen. Es wird angeblich sogar in den Kreisen des Presbyteriums erwogen, sich über das Urteil des Oberkirchenrats hinwegzusetzen und Pfarrer Traub weiter amtieren zu lassen. Natürljch würde die Reinoldigemeinde sich damit von der Landeskirche lossagen. Wie ferner verlautet, hat das Presbyterium in Dortmund beschlosien, sich in Sachen des Pfarrers Traub zu besten Gunsten mit einer Eingabe an den König von Preußen zu wenden.
Das rosarote Bündnis
hat im „Berliner Tageblatt" einen eifrigen Verfechter. In einem Aufsatze über den Chemnitzer Parteitag der Eenosten fordert es „klare Bestimmungen" für die „künftigen" Stichwahlabkommen zwischen Volkspartei und Sozialdemokratie. Das genannte Blatt schreibt: „Es ist keine Frage sozialdemokratischer Grundsätze mehr, wenn in Stichwahlen verärgerte Konservative, Antisemiten oder Klerikale der Sozialdemokratie gegen die Liberalen Sitze zuschanzen, und es ist nicht unbilliges Verlangen der Liberalen gewesen, sie gegen solche Folgen der politischen Ranküne zu sichern. Obdie „Dämpfung" dafürdiege- eignete Form war, ist schon um deswillen zweifelhaft geworden, weil sie von den Sozialdemokdaten in verschiedenen Fällen nicht inngehalten worden ist. Die Dämpfung war eineHalbheit, und wenn man bei künftigen Wahlabkommen klarere Bestimmungen auf beiden Seiten trifft, so wäre das zweifellos richtiger und vernünftiger." Das „B. T." befürchtet, daß der Parteitag einem solchen Abkommen ablehnend gegenübersteht und die „Bündnisfähigkeit" der Eenosten dadurch schwächt, daß er dem Vorstande die Hände zu sehr bindet und ihm zu wenig Spielraum beim Abschluß der Abkommen ließe.
Hause zu.
Einen Strauß Veilchen trug sie in der Hand. Der leise, schmeichelnde Duft, der trotz Papierhülle zu ihr emporstieg, weckte ein süßes Kinder- märchengefühl in ihr.
Wie ein Gruß aus sorglos glücklichen Tagen pochte es bei ihr an, als sie noch schuldlos, glückselig jauchzend mit den Studenten in mondhellen Nächten über den Rhein sang.
Nun hatte Mirjam ihr Ziel erreicht.
Vor dem hohen Portale staute sich die Menge der Besucher.
„Zur Besuchszeit!" hatte der Profestor bestimmt, und sie wäre doch so gern allein gekommen.
Aber er wußte wohl, warum er das von ihr verlangte. Strafen, demütigen wollte er sie, und sie — sie mußte sich fügen.
Wer ihr das vor wenigen Wochen gesagt hätte, daß man sie hier
Rundschau.
Die Verurteilung des Pfarrers Traub findet ein lautes Echo in der Oeffentlichkeit, besonders in der Presse. Blätter vom Schlage der „Franks. Ztg.", die sich mit Vorliebe des extremen kirchlichen Liberalismus annehmen, suchen den „Fall Traub" zu einem Vorstoß gegen jede kirchliche Autorität auszunutzen. Volle Anerkennung findet das Urteil aber eigentlich nirgends, und nicht ohne Grund.
Die Anklage des Oberkirchenrats gegen Pfarrer Traub, bte schließlich mit der scharfen Verurteilung in Amtsentsetzung und Pensionsentziehung endete, ist, wie gemeldet wird, erhoben worden wegen der schriftstellerischen Betätigung Traubs nach dem Verfahren gegen Iatho. Er soll das Verfahren als objektive Heuchelei und religiöses Verbrechen bezeichnet haben. Ferner soll er den guten Glauben des Spruchkollegiums und die Reinlichkeit der Akten in Zweifel gezogen haben, und zwar alles in einer Weife, die den Zweck der Beleidigung klar erkennen ließ. Hat Pfarrer Traub das alles getan, so ist einerseits durchaus klar, daß der Oberkirchenrat nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet war, einen solchen Diener der christlichen Kirche vor sein Forum zu laden. Ein Mann, der so mit persönlichen Verdächtigungen und leidenschaftlichem Haß operiert, mag wohl ein kluger Mensch und ein geschickter Agitator sein, ein Diener der christlichen Gemeinde ist er nicht. Und dennoch wird man bei aller Anerkennung der Schwierigkeiten, die die Beurteilung derartiger Vergehen für die Behörde mit sich bringen mag, sich nicht verhehlen können, daß das Urteil gegen Herrn Traub reichlich scharf ausgefallen ist; hat man doch selbst Iatho die Pension wenigstens gelassen-und ihn nicht wie Herrn Traub so plötzlich seines Amtes enthoben. Das Urteil erscheint um so härter, als die Oeffentlichkeit von den Artikeln Traubs wenig erfuhr, während das harte Urteil das allgemein menschliche Mitleid Hervorrufen muß und wird. Es würde von der christlichen Kirche noch eher verstanden, wenn es gefällt wäre aus den Gründen, aus denen man einst über Iatho urteilte. Es unterliegt doch keinem Zweifel, daß in der christlichen Kirche die Anschauung lebendig ist, wer sich von ihren Grundwahrheiten entfernt, der stellt sich außerhalb ihrer Gemeinschaft und hat kein Recht, als Diener dieser Kirche zu ihren Gliedern zu reden. Diese Anschauung ist und bleibt Allgemeingut der Kirche, und die Agitation für Iatho hat darum auch nur in Kreisen Erfolg haben können, die der Kirche schon sowieso entfremdet sind und für die auch der weite Spielraum, den die evangelische Kirche ihren Gläubigen gewährt, ja ein auch noch weiter gesteckter kein Grund zum Festhalten an dieser Kirche ist. Diese Verhältnisse scheinen aber nicht vorzuliegen im Falle Traub. Jedenfalls istdasUrteil nicht auf sie gegründet, und darum dürfte es auch in den weitesten Kreisen der evangelischen Kirche in seiner Schärfe nicht verstanden werden.
Der „Evangelische Preßverband für Deutschland" teilt über die Angelegenheit noch folgendes mit: Rach Angabe der „Dortmunder Zeitung", die durch das Wölfische Büro weiter verbreitet wurde, lautet das Urteil des Evangel. Oberkirchenrats in dem Disziplinarverfahren gegen Pfarrer Lic. Traub auf „Entlastung aus dem Amt ohne Pension". So kann das Urteil nicht lauten. Das kirchliche Difziplinargesetz vom 16. Juli 1886 kennt zwei Kategorien von Strafen, nämlich Ordnungsstrafen (Warnung, Verweis, Geldstrafe) und Entfernung aus dem Amt (Versetzung, Amtsenthebung, Dienstentlastung). Auf Strafversetzung lautet die Entscheidung des Breslauer Konsistoriums. Bei einer Verschär-
Deulsckss Reich-
— Die Schweizerreife des Kaisers. Zürich, 5. Sept. Die Manöver sind beendet. Der Kaiser ist nach Zürich zurückgefahren. Die vorgesehene Manöverkritik wurde vom Oberstkorpskommandanten Fille in letzter Stunde abgesagt. Morgen vormittag findet bei Asdorf der Schlußvorbeimarsch statt. Das Wetter ist andauernd unfreundlich. — Um 12 Uhr mittags traf der Sonderzug mit dem Kaiser auf dem Hauptbahnhof in Zürich ein. Der Monarch begab
Das Tor des Lebens.
Roman von A n n y W 0 t h e.
(Copyright 1910 by Boll & Pickardt, Berlin.)
(Fortsetzung )
Auf der anderen Seite ober ließ man auch durchblicken, daß Eschenbach insofern wohl auch nicht ganz schuldlos an der ganzen Geschichte war, als er sich unbedenklich mit einem augenscheinlichen Abenteurer geschäftlich verbunden hatte. Man munkelte von einem rapiden Fallen der Aktien und von einer Zahlungseinstellung der Firma, daß man kaum die Möglichkeit erwägen konnte, sie zu halten.
Mirjam hatte das alles gar nicht fasten können, als Ditta heute morgen die Zeitungsnotizen beim Frühstück vorgelesen. Die Mutter jammerte händeringend um die arme Heinrike, und Dittas rosiges Antlitz war ganz blaß vor Mitgefühl und Trauer über das Unglück, das die Eschenbachs heimgesucht. Daß der Vater dort war, schien allen ein besonderer Trost.
Mirjam aber war es, als wälze sich eine neue, schwere und schreckliche Last auf ihre Seele.
Wenn sie daran dachte, wie nahe sie daran gewesen, dem Amerikaner ein Recht auf sich zu geben, wenn sie sich vorstellte, rote es geworden, wenn sie, geblendet von dem Glanz und Schimmer, den Mister Derham ihr vorgespiegelt, eingewilligt hätte, die Seine zu werden, so war es ihr, als müsse sie vor Scham vergehen.
Stundenlang hatte sie heute in tiefster Zerknirschung im Münster vor dem Bilde des Gekreuzigten auf den Knien, gelegen und gebetet Sie hatte das Beten so lange verlernt, aber heute, wo sie erkannte, welchem Abgrund sie entronnen war, wo sie sah, in welche Derzweisiung die arme Heinrike ohne eigenes Verschulden geriet, und wie Sibo, mit dem sie immer ein tändelndes Spiel getrieben, durch seinen gewissenlosen Leichtsinn zerschlagen am Boden lag, da faßte sie etwas rote "ein Grausen vor dem Leben und vor der Schuld in der eigenen Brust.
Und heute gerade, wo sie Profestor Bendheim versprochen, ins Krankenhaus zuTömmek »m Klaus Wolfert wiederzusehen.
Mirjam blieb im Hofierten, den sie augenblicklich durchschritt, eine «eine Weile Atem schöpfend, stehen.
sich direkt in die Villa Rietberg, der Bundespräsident Forrer unh die Bundesräte fuhren ins Hotel Baur du Lac.
— Die schwedischen Journalisten in Dresden. Dresden, 5. Sept. Heute mittag um 12 Uhr 4 Min. trafen 15 Vertreter der schwedischen Preste in Begleitung des Chefredakteurs Schweitzer-Berlin und Wynecken-KLnigsberg und anderer Herren ein. Sie wurden von den Herren des Dresdener Ernpfangsausschustes und dem schwedischen Konsul Mittasch sowie dem Vizekonsul Lindig begrüßt und in den Kaiser Franz-Josef-Saal des Hauptbahnhofes geleitet Hier überreichten junge Schwedinnen in Nationalkostümei. bet Gästen Festzeichen und Blumensträuße in den sächsischen und schwedischen Farben. Die Herren begaben sich hierauf in das Hotel „Europäischer Hof". Um iy2 Uhr fand auf dem Königlichen Belvedere ein Frühstück statt, das ungemein stimmungsvoll verlief. Daran schloß sich eine Rundfahrt durch Dresden und Umgebung. Abends lud das schwedische Konsulat zu einem Fest im Hotel Bellevue ein.
— Der frühere König Manuel von Portugal ist, wie aut München berichtet wird, zu mehrtägigem Aufenthalt dort eingetroffen. Er kam von Nürnberg, wo er mit seiner Mutter, der Königin-Witwe, und deren Bruder, dem Herzog von Orleans, zusammengewesen ist.
— Keine Aenderung in der Abschätzung von Flurschäden. Der Reichstag hatte sich im vergangenen Jahre eingehend mit bet Frage ber Feststellung von Flurschäden bei militärischen llebungen beschäftigt. Er ersuchte schließlich die Negierung, die Befugnisse der Vorkommissioncn in dem Sinne zu erweitern, daß sie keine Schäden selbst endgültig berechnen könne, oder die Mitgliederzahl der Abschätzungskommission herabzusetzen und dafür eine größere Zahl von Kommissionen einzurichten. Ferner wurde um die Einrichtung einer Instanz ersucht, bei der es möglich wäre, gegen die Festsetzung von Schäden Rekurs anzumelden. Diese Anträge sind jedoch ohne Erfolg gewesen. Die Reichsregierung hat sich auf den Standpunkt gestellt daß eine Aenderung des bei der Abschätzung von Flurschäden jetzt zur Anwendung kommenden Verfahrens nicht geboten und auch undurchführbar ist. Die Ausstattung der Vor- kommisfion mit der Berechtigung zn endgiltiger Entscheidung würde zu Unzuträglichkeiten führen da in diesem Falle im gleichen Bezirk zwei Kommissionen tätig wären. Die Vermehrung der Kommissionen ist unnötig, weil schon die heutigen Kommissionen in der Regel in der Lage sind, ihre Arbeiten im festgesetzten Zeitraum von 3 Wochen nach Beendigung der Truppenübungen zum Abschluß zu bringen. Die Verminderung der Zahl der Mitglieder der Abschätzungskommissionen hätte Bedenken, da die Kommissionen eine erhebliche Machtbefugnis besitzen, die ihnen durch das Gesetz eingeräumt ist, eine Befugnis, bei der der Rechtsweg ausgeschlosien ist Eine geringere Mitgliederzahl entspräche der Verantwortlichkeit der Kommissionen nicht. Für die Bildung einer Rekursinstanz ist die Zahl der zur Enstchcidung kommenden Fälle und der zn er- wartenden Beschwerden zu groß. Außerdem verbietet sich diese Einrichtung schon deshalb, weil diese Instanz sich nie durch den Augenschein überzeugen, sondern immer erst längere Zeit nach der Entstehung des Schadens urteilen könnte.
— Zur Einfuhr ausländischen Gefrierfleisches. Berlin, 5. Sept. Der Versuch der deutschen Industrie, Ende Oktober mit der Zufuhr bedeutender Mengen ausländischen Gefrierfleisches zu beginnen, wird von der bayrischen und der Reichsregierung unterstützt. Da nach dem Fleischbeschaugesetz die Einfuhr von Gefrierfleisch nur in halben oder ganzen Tierkörpern gestattet und damit auch die Ein« 1 fuhr Mst erschwert ist, hat sich die bayrische Regierung mit der ! in der wartenden Menge sinden würde, zahlreiche Menschen um sieher, harrend, daß sich die Pforte für sie auftat, die für die Angehörigen hinter dem hohen, dunklen Tor Leben und Sterben barg!
Hier und da grüßte man Mirjam. Sie sah es nicht.
Wen wollte wohl die schöne Tochter des Profesiors im Krankenhaus« besuchen? Was wollte die stolze, lachende Schöne an der Stätte ver Barmherzigkeit und des Leides?
Endlich schlugen die dunklen Torflügel weit zuruck.
Mit der Schar der anderen schritt Mirjam durch die Pforte.
Ein Diener wies sie zurecht, als sie bangend fragte: „Pavillon 8!
Sie wiederholte die Auskunft in Gedanken, dann schritt sie in den verschneiten Garten hinein, wo sich eine Krankenabteilung an die ander« teilte.
Ein Schauer durchrieselte Mirjam, als sie so durch das winterliche Schweigen desGartens wanderte. Die Besucher hatten sich verteilt, es war plötzlich ganz einsam um sie her. Ein niedriges, langgestrecktes, graues Gebäude mit breiten Fenstern lag vor ihr.
„Pavillon 8!" las sie, mit mutlosem Zagen übet die Schwell« trCte<Da aber fühlte sie plötzlich an dem schnellen Schlag ihres Hetzens- Gerhard Bendheim stand an ihrer Seite.
Sie sah ihn nicht, so flimmerten ihre Augen, aber sie fühlte feine Jiäbc
Wie danke ich Ihnen, daß Sie doch gekommen!" sagte er warm, aber" ohne ihr die Hand zu reichen. „Ist es Ihnen sehr schwer geworden?"
„Ja, unendlich schwer, Herr Prosesior", gab sie freimütig zurück, „so schwer, daß ich schon nahe wat, umzukehren!"
„Ich freue mich, daß Sie es nicht getan! Doch nun kommen Eie, gnädiges Fräulein, die Zeit eilt hier im Fluge."
Er fühtte sie durch einen breiten Gang, in dem einige fromm« Schwestern freundlich lächelnd, in lautloser Geschäftigkeit vorüberglitten. Wie lieb sie aussahen in ihren Hellen Kleidern und weißen Hauben, und so jugendfroh, erbarmende Liebe in Hellen Blicken. i
In Mirjams Augen stiegen Tränen. :
Wie weit standen sie über ihr, die sie stets nur an sich gedacht, an r, I Vergnügen, an ihren Schmuck, an äußeren Tand.
(gotHätong folgt 1
die sie grüßten. Mirjam dankte nicht. Wie gejagt eilte sie weiter durch ber Universitäts-Klinik vorüber, dem großen Kranken
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