«— Som Kampfplatz« bet Fleifchteuerung. Berlin, 2. Sept. We die „Magdeb. Ztg." erfährt, planen viele Landwirte der Provinz Sachsen sich zusammenzuschließen, um Riesenschweinemästereien ins Leben zu rufen. Speziell in der Altmark sollen solche großen Schweinemästereien gegründet werden. In Kallehne wird bereits eine solche eingerichtet. Die Reichstagsabgeordneten der Altmark Jordan v. Kröcher und der Vertreter von Stendal-Osterburg, der Oekonomierat Hösch in Neunkirchen, sind anerkannte Verfechter großer genossenschaftlicher Viehproduktion.
— Dee deutschsoziale Parteitag findet vom 5—7. Oktober in Erfurt statt. Die Reichstagsabgeordneten Herzog und Rupp werden über die politische Lage sprechen, der frühere Abgeordnete Raab spricht über Schutzzoll und Freihandel. Abgeordneter Dr. Werner (Gießen) wird die Frage behandeln: „Warum sind wir Antisemiten?"
Auslcmd-
* * Türkei. Konstantinopel, 2. Sept. Nach anscheinend zuverlässigen Informationen sind die Gerüchte über nahe bevorstehende Aenderungen im Kabinett unrichtig. Infolge der Einwirkung der Militärliga gab Kiamil Pascha vorläufig seine Absicht, zu demissionieren, auf. Er bleibt voraussichtlich bis zum Peiramfest (Mitte September) im Amt. Inzwischen werden Benützungen entfaltet, die zwischen Kiamil Pascha und dem Marine- .ninister bestehenden Differenzen auszugleichen. — Der frühere Mali des Archipels Ekrom Bey ist anstelle des von den Italienern freigelassenen Subhi Bey wieder zum Walt des Archipels ernannt worden.
* * Frankreich und Spanien. San Sebastian, 1. Sept. Der Minister des Veußern erklärte einigen Journalisten: „Ich hatte mit dem französischen Botschafter eine Besprechung, in der wir unsere Ansichten austauschten und nach einer Formel suchten, die es uns erlaubte, die Schwierigkeiten zu beheben, die uns von Deutschland und England in der marokkanischen Zollfrage gemacht werden. Ich hoffe, daß die Streitfrage eine leichte Lösung finden wird. Der Zeitpunkt der Unterzeichnung des spanisch-französischen Vertrages hängt davon ab, wann die Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt sein werden.
* * Marokko. Casablanca, 1. Sept. Oberst Mangin ist gestern ibend mit seinen Truppen in das Lager von Suk el Arba zurück- zekehrt. Gestern mittag zeigten sich feindliche Abteilungen beim Lager Marchands, die jedoch durch den Vorstoß (Sumos zersprengt wurden. Auf französischer Seite wurden bei dem Kampfe vier getötet und zwei verwundet. In der Gegend von Tablas fanden wieder große Ansammlungen von feindlichen Eingeborenen statt. — Paris, 1. Sept. Ein Telegramm des Eeneralrefidenten Liautey meldet aus Mogador vom 30. August: Eine Landungsabteilung wurde ohne Störung ausgeschifft, um die Ruhe in der Stadt zu sichern und die Kolonien der Ausländer zu schützen. — Paris, 2. Sept. Die „Aaence Fournier" dementiert durch ein Telegramm aus Casablanca die aus Eingeborenenkreisen stammenden Gerüchte, wonach die neun Franzosen, welche El Hiba in Marrakesch gefangen hält, El Glami übergeben worden seien. General Liautey erklärte einem französischen Journalisten: Was unsere in Marrakesch eingeschlossenen Landsleute betrifft, so ist die Situation sicherlich kritisch, aber ich halte sie nicht für verfehlt'. Einflußreiche eingeborene Persönlichkeiten beschäftigen sich mit großem Opfermut mit dem Schicksal der Einaeschlossenen. Wir wollen hoffen, daß ihre Anstrengungen von Erfolg gekrönt sein werden. — General Liautey erklärte in einem Gespräch mit einem französischen Journalisten die Situation in Marokko für ernst und sprach die Vermutung aus, sie werde in einigen Tagen noch ernster werden. Er rrwarte jedoch die ihm von der Regierung zugesagten Verstärkungen. Es würde ihm, sagte er, sehr nützlich sein, noch zwei Bataillone Alpenjäger zu erhalten, da die Truppen zwischen Fez und Mekinez einen sehr anstrengenden Dienst zu machen hätten und es ihm erwünscht wäre, Streitkräfte zur Ablösung zu haben.
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Marburg und Umgegend.
Rachdruck aller Orgtnalartikel ist gemäß 8 is des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhess. Stg.“ gestattet.!
Marburg, 3. Sept.
* Som Jägerbataillon. Am nächsten Sonnabend, morgens 9% Uhr, begibt sich unser Jägerbataillon mittels Extrazugs in das in Thüringen befindliche Manövergelände.
* Nordschule. Der nächste Unterhaltungsabend findet am Mittwoch, den 4. d. M., 8% Uhr statt.
* Das Sedanfest wurde auch in den Ortschaften unserer näheren und ferneren Umgebung mit Begeisterung gefeiert. Gestern abend konnte man auf den Höhen Sedanfeuer beobachten.
* Kriegsgemäge Ballonverfolgung durch Kraftfahrzeuge. Dichter, undurchdringlicher Nebel lagerte über dem Lahntal, als Sonntag vormittag kurz vor 8% Uhr das Geknatter und Tuten der zum Start erscheinenden Kraftfahrzeuge den Beginn der sportlichen Veranstaltung des Kurhesfischen Vereins für Luftfahrt und des Marburger Autoklubs anzeigte. Doch schien das Wetter- dem Unternehmen nicht hold zu fein; denn aus dem Nebel tagten weder die Türme der Elisabethkirche heraus, noch sah man die umliegenden Lahnberge. Bei dieser Wetterlage war natürlich zunächst an keine Ballonverfolgung zu denken; man mußte abwarten, ob es der Sonne gelingen würde, die Rebelmassen zu zerteilen. Gegen 10 Uhr endlich war der Nebel so weit verschwunden, daß die Startzeit auf 10y2 Uhr festgesetzt werden konnte. Herr Oberleutnant Ferno, der mit weiteren 8 Herren des Marburger Jäger-Offizierkorps der Einladung zur Beteiligung gefolgt war, gab mit kurzen, klaren Worten die gedachte Kriegslage aus. Marburg (blau) ist belagerte Festung, rings vom Feinde (rot) eingeschlossen. Die 30 Kilometer breite Einschließungslinie läuft von Cölbe über die Lahnberge, Spiegelslust, Bismarckturm, Dreyersquelle, Dreilinden, I Ockershausen, Marbach, Weißerstein über Wehrda zurück bis Cölbe. Die Verbindung der Festung Marburg mit der Entsatzarmee, die in der Entfernung von etwa 100 Kilometern aus der Richtung Cassel heranrückt, ist unterbrochen. Aufgabe des Ballonführers ist, auf dem Luftweg Nachrichten zu überbringen betreffs Stärke und Stellungen des Feindes, Vorrat an Lebensmitteln und Munition In der Festung, Gesundheitszustand und Entsatzmöglichkeiten. Aufgabe der Kraftfahrzeuge (rot) ist es nun, diese Absichten zu vereiteln und den Ballon abzufangen. Aus Friedensrücksichten und ..mit Rücksicht auf den erstmaligen Versuch einer solchen Verfolgung von Marburg aus, ist den Kraftfahrern erlaubt, vom Startplätze direkt abzufahren und nicht erst von dem Lager der roten Partei aus. Außerdem dürfen sie bei Aenderung der Windrichtung Marburg auf ihrem Wege berühren. Dem Ballon ist als Vergiinsti- gung eingeräumt, auch innerhalb der feindlichen Einschließungstruppen landen zu dürfen; nur darf er bei der Höchstfahrtdauer von 3 Stunden nicht mehr als 100 Kilometer durchfliegen. Pünktlich um 10y2 Uhr erhob sich der Ballon mit vier Mitfahrern in di« Lüfte und flog mit geringer Geschwindigkeit in der Richtung nach Cölbe dahin. Gleichzeitig nahmen die vier Kraftwagen und 6 Motorräder die Verfolgung auf, begleitet von den Rufen und Ratschlägen der schaulustigen Menge. — Vom Ballon aus boten di« auf der Landstraße nach Cölbe dahineilenden Kraftfahrzeuge
einen äußerst interessanten Anbliik. Schon beim Chausseehaus hinter Cölbe schieden sich die Kraftwagen in zwei Gruppen; die einen folgten dem Ballon in der Richtung Schönstadt—Bracht, während die anderen in der Richtung nach Kirchhain dem Ballon näher zu kommen glaubten. Es war unschwer zu erkennen, wie die einzelnen Kraftwagenführer mit den Dorfbewohnern, die ein außerordentliches Interesse für die Veranstaltung kundtaten, an den Wegekreuzungen eifrigst Kriegsrat hielten. Große Heiterkeit löste es natürlich jedesmal im Korbe aus, wenn dann das eine oder andere Fahrzeug im 75 Kilometer-Tempo mit den besten Gas, gemischen auf falscher Fährte davoneilte, um nach längerer Zeit auf den schwierigsten Feldwegen mit äußerster Vorsicht dem Ballon wieder näher zu kommen zu suchen. Mit bloßem Auge schon war einer der eifrigsten verfolgenden Motorradfahrer immer zu erkennen, der in weißem Sportkostüm sich stets wirkungsvoll von dem schmutzigen Grau der Landstraßen abhob. Ein anderer entschwand sehr schnell den Blicken der Balloninsassen in gerader Richtung auf Alsfeld zu. Es mag dahingestellt bleiben, ob er einem der vor dem Aufstieg aufgelassenen Pilotballone nacheilte, oder ob er dem Ballone nur auf Umwegen beikommen zu können glaubte, da er auf geradem Wege bei dem kollossalen Tempo über das Ziel hinaus zu schießen fürchten mußte. Leider verflog die kurze, dem Ballon gesetzte Zeit den Korbinsassen viel schneller als erwünscht, waren doch schon mittlerweile 2y> Stunden verflossen und immer noch befanden sich 3 Kraftwagen dicht auf seinen Fersen. Nur eine halbe Stunde blieb bis zur Landung und kein verborgenes Landungsplätzchen bot sich in der Nähe. Kurz vor Homberg an der Efze wurde der letzte Versuch gemacht, den Kraftfahrern ein Schnippchen zu schlagen, bas Schlepptau als Zeichen bet beabsichtigten Landung wurde heruntergelassen und der Ballon durch kräftigen Ventilzug zum rapiden Fall gebracht. Die Wagen sausten heran und glaubten schon das Schlepptau fassen zu können, jedoch eine Sandwolke hüllte plötzlich den Ballon ein, und durch die starke Ballastabgabe erhob sich die „Marburg" noch einmal und entflog direkt über Homberg und feine Ruine den nacheilenden Verfolgern, die nun erst Hombergs steile Straßen durchfahren mußten. Doch zu gering war die Windgeschwindigkeit und die noch verfügbare Zeit zu beschränkt, als daß dieses Manöver den Ballon vor der Gefangennahme hätte retten können. Wohl war es gelungen, die beiden gefährlichsten Gegner für einige Zeit auf Umwege zu leiten, aber im Augenblick, wo der Korb aufsetzte, tauchte auf bet anderen Seite plötzlich ein dritter Kraftwagen in geringer Entfernung auf, dessen Insassen nun mit langen Schritten über die Stoppelfelder liefen, um als erste den sehr glatt gelandeten Korb zu berühren. Einige Zeit später sah man fern am Horizonte hastigen Laufes mehrere eilende Gestalten sich nähern, die bei der Hitze des Endspurts Mantel und Kopfbedeckung in die Kartoffelfelder warfen, auch den Kampf mit Stacheldrahtzäunen nicht scheuten, deren lleberwindung sichtbare Zeichen an ihren Kleidern hinterließ, um sich gleichfalls noch einen Preis zu erringen. Während der Verpackung der Hülle traf auch noch der letzte Wagen an dem Landungsplatz ein. Durch die aufgeweichten Wege war das Fortkommen der Krafttäder stark behindert; immerhin gelang es auch von ihnen noch zweien, innerhalb 45 Minuten in die Nähe des Landungsplatzes zu kommen. In Homberg, im hessischen Hof", vereinigte ein Frühstück Freund und Feind nach geschlossenem Frieden. Gern folgten die Luftschiffer der freundlichen Einladung der Kraftfahrer zu gemeinsamer Rückfahrt, und so trafen die Teilnehmer gegen 5y2 Uhr hochbefriedigt wieder in Marburg ein. Ein gemütliches Zusammensein vereinte bann am Abenb bie Teilnehmer und Mitglieder beider veranstaltenden Vereine im Hotel Ritter, wo immer neue Einzelheiten und Eindrücke des spannenden Kampfes ausgetaufcht wurden. Voll befriedigt von dem Verlaufe der Veranstaltung schieden bie Anwesenden mit dem Wunsche nach einer baldigen Wiederholung dieses spannenden und lehrreichen Unternehmens.
* Fremdes Schlachtvieh. Ein großer Transport Husumer Schlachtvieh, für die hiesige Metzgerinnung bestimmt, traf heute hier ein.
* Die Marburger Wach- und Schließgesellschaft schreibt uns: In den Monaten Juli-August wurden 5670 Türen und Tore laufend zu- und aufgeschlossen; zu ungewöhnlichen Nachtstunden standen 333 Haustüren, 274 Hintertüren, Läden, Kontore, Lagerräume, Balkonzimmer, Keller, Waschküchen, Fabriken, Hotels, Restaurants, Werkstätten und Kohlenställe und 135 Fenster offen, die geschlossen wurden. In 66 Fällen wurde Licht festgestellt und gelöscht, 97 stecken gebliebene Schlüssel abgeliefert, 9 hängen gebliebene Schaukasten in Sicherheit gebracht, 12 in Ställen los- gerissene Pferde festgebunden und 753 mal zu bestimmten Zeiten geweckt. Ferner wurden gefundene Gegenstände der verschiedensten Art zurückgegeben, 17 Fahrräder in Sicherheit gebracht und in 11 Fällen defekt gewordene Wasserleitungen gemeldet. Feuer wurde einmal rechtzeitig bemerkt. Aus Gehöften wurden Leute gewiesen und bekannten Personen auf Wunsch die Haustüren ausgeschlossen. Ebenso wurden wieder Postsachen mit in den Kasten genommen.
* Fundsachen. Als gefunden wurden im August gemeldet: 1 Armband, 1 goldene Brille, 1 Ncrstecknadel, 1 Medaillon, 1 Halskette, 1 Portemonnaie mit Inhalt, mehrere Geldstücke, 1 Füllfederhalter, 1 Handtäschchcn, 1 Schirm, 1 Stock, 1 Zigarrenetui, 1 Damenschuh mit Spannung, 1 Badetuch, 1 Bruchband, 1 Kapuze, 1 Taschentuch und 1 Hundeführkette; außerdem in den Wagen der Straßenbahn: 2 Schirme, 1 lleberzug für Musikinstrumente, 1 Hut, 3 Paar Handschuhe, 1 Schirmüberzug, 1 Münze, 1 Schürze und 1 Gürtel. Die rechtmäßigen Eigentümer wollen sich innerhalb 6 Wochen im Polizeisekretariat melden.
* Strafkammer. Wegen gegenseitiger Körperverletzung hatten sich heute zunächst die Einwohner S. und H. aus Weidenhausen bei Gladenbach zu verantworten. H. kam beim Jauchefahren mit der Frau des Mitangeklagten S. in Streit. Als der Mann zu Hilfe eilte, wehrte et sich mit der Mistgabel, und nun holte S. ein Gewehr und bedrohte feinen Gegner mit Totschießen. Das Schöffengericht in Gladenbach hatte gegen H. auf Freisprechung und gegen S. auf 10 M Geldstrafe erkannt. Nach Vernehmung einer ganzen Anzahl Zeugen erkannte das Gericht heute auf Verwerfung der Berufung.
Ginseldorf, 2. Sept. Hier ist eine Telegraphenanstalt mit Unfallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirksamkeit getreten.
Bürgeln, 2. Sept. Den Abonnenten und neu zugehenden Lesern der „Oberhessischen Zeitung" diene zur Nachricht, daß bie hiesige Agentur Herrn Chr. Block übertragen wurde und dieser Bestellungen zum Preise von 2 pro Quartal entgegennimmt.
+ Kirchhain, 2. Sept. Zu einem rechten Volksfeste gestaltete sich das gestrige Verbandspreisschiehen des Kreiskriegerverbandes Kirchhain, mit welchem ein Wetturnen für die Schulen des Kreises und die Sedanfeier verbunden war. Auf dem Festplatze begrüßte zunächst Herr Landrat von Eilsa die Erschienenen, führte kurz die Ereignisse von 1870/71 vor Augen und brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Hierauf ergriff der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes, Herr von Goldammer-Plausdorf das Wort, dankte allen, welche durch Stiften von Preisen ihr Interesse für den schönen Schießsport bekundeten und wünschte dem beginnenden Preisschießen und dem Wettkampf der Schüler besten Erfolg. Aus etwa 30 Schulen des Kreises traten 233 Schüler zu allgemeinen Freiübungen an, bie von dem Turnlehrer Herrn
Fischer aus Marburg geleitet wurden, gut klappten unb bet der dichten ' Menge der Zuschauer ungeteilten Beifall fanden. Während nun bte Schüler sich in einzelnen Riegen zum turnerischen Wettkampfe rüsteten,1 begann für die Mitglieder des Kreiskriegerverbandes das Preißschießen. Aus sämtlichen 35 Vereinen waren je 2 der besten Schützen erschienen, die mit je 3 Schuß auf eine 12 Ringscheibe auf 150 Meter Entfernung um die Meisterschaft warben. Wie beim Turnen der Schüler verfolgte auch hier eine dichtgedrängte Menschenmenge die Ergebnisse. Da die Klein und Ohm Hochwasser führten, stand auch die Scheibe und die Deckung unter Wasser und bet Verkehr zwischen Festplatz und dem „Scheibenkommando" mußte mittelst eines Floßes aufrecht erhalten werden. Hierdurch gab es einige interessante „Zwischenfälle", worüber sich aber bie Betroffenen mit Humor hinwegsetzten. Die Schießleistungen waten recht gute, 3 Vereine erreichten gleichmäßig bie höchste Ringzahl und mußten deshalb um den ersten Preis stechen. Zugunsten der National- flugspende und für den Veietanenfonds des Kreiskriegerverbandes vertrieben anmutige Verkäuferinnen Denkmünzen, Postkarten und Blumen. Abends gegen 7 Uhr war bet offizielle Teil des Festes beendet und der Verbandsvorsitzende konnte die Preisverteilung für die Schützen vornehmen. Den 1. Preis (silberner Becher, gestiftet vom Vorsitzenden) erhielt bet Kriegerverein Ernsthausen mit 60 Ringen, den 2. Preis (silberner Becher, gestiftet von der Brauerei Bopp-Marburg) erhielt der Kriegerverein Kleinseelheim mit 60 Ringen, den 3. Preis (1. Geldpreis des Verbandes) erhielt der Kriegerverein Mardorf mit 60 Ringen, den 4. Preis (2. Geldpreis des Verbandes) erhielt der Kriegerverein Holz- Haufen, den 5. Preis (gestiftet vom Kriegerverein Kirchhain) erhielt der Kriegerverein Holzhausen. Den Preis für den besten Schützen des Tages (gestiftet von der Stadt Kirchhain) erhielt I. Grau vom Kriegerverein Niederklein mit 35 Ringen, den Preis für den zweitbesten Schlitzen des Tages (gestiftet von Bierverleger Diehl, Kirchhain) erhielt I. Schunk vom Kriegerverein Ernsthausen. Die Preisverteilung wurde mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland geschlossen. Mittlerweile waren auch die Ergebnisse Des Wetturnens bet Schüler zusammengestellt und konnte Herr Landrat von Gilsa die Preisverteilung vornehmen. An 80 Schüler aus Stadt- und Landschulen konnten Preise, bestehend aus Denkmünzen unv Schleife, aus- gegeben werden. Leidet konnte der Eilbotenlauf nm Den Wanderpreis wegen des gegen Abend einsetzenden Regens nicht ausgeführt werde«. Dieser Lauf soll an einem noch später zu bestimmenden Tage in diesem Herbste erfolgen. Abends sand dann in der Festhalle noch Tanz statt.
tt Schweinsbetg, 2. Sept Unsere Abonnenten, sowie die neu zn- gehenden Leser der „Oberhessischen Zeitung" werden gebeten, di« Bestellungen für das nächste Quartal bei der Agentur Witwe Kath. Hei^ mann, Poststraße, zu bewirken. Durch die Agentur wird die „Oberhess. Ztg." für 2 M pro Quartal ins Hans geliefert.
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Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Lollar, 1. Sept. Ein entsetzlicher Unglücksfall mit tödlichem Ausgange hat sich in bem benachbarten Krofdorf bei Glabenbach zugetragen. Beim Putzen einer Maschine, währenb bieselbe in Dollem Gange war, geriet ber Sohn des Zimmermeisters Heyer in bas Getriebe bei Räber ber Maschine, wurde im Moment empor- gezogen unb bei lebenbigem Leibe zu Tobe geräbert, bevor bte in ber Nähe befinblichen Arbeiter nur bie Situation begriffen und das Maschinengetriebe abgestellt hatten, benn bas Ganze war bas Werk weniger schauerlicher Sekunben.
Dillenburg, 2. Sept. Eine Schlägerei, die am vergangenen Sonntag in Dillenburg ftattgefunben, hat die traurige Folge gehabt, daß ein dabei schwerverletzter Werkstättenarbeiter aus Alsdorf im städtischen Krankenhause in Dillenburg seinen Verletzungen erlegen ist.
Wiesbaden, 1. Sept. In Wiesbaden stimmt, wie die „Franks. Ztg." meldet, die Fleischerinnung dem vom Magistrat vorgelegten Vertrag zu, wonach der Magistrat und die Innung durch eine aus je vier Mitgliedern unter Vorsitz eines Magistratsmitgliedes ohne Stimmrecht zu bildende Kommission allmonatlich die Preise für die Fleischwaren festsetzt unter Zugrundelegung der auf demMarkt gezahlten Viehpreift unter Hinzurechnung der den Metzgern entstehenden Spesen und eines Verdienstes von etwa 14 Prozent. Die Innung verpflichtet sich, jede» Mitglied wegen Nichteinhaltung der festgesetzten Preise in 20 M Kon», ventivnalsttafe zu nehmen, während die Innung selbst dem Magistrat bei Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen 50 <M Konventionalstrafe zahlen muß. Der Magistrat verpflichtet sich auf die Dauer de» Vertrages, der vorläufig auf ein Jahr festgesetzt ist, von der Errichtung einer Gemeindeschlächterei und Einrichtung eines städtischen Fleifchver» kauses Abstand zu nehmen.
Fulda, 2. Sept. Aus dem letzten Schweinemartte waren 290 Ferkel und 30 Läufer aufgetrieben. Bezahlt wurden für Ferkel je nach dem Alter 17, 19 unb 24 <M, für Läufer 42 M pro Stück. Bei den hohe« Preisen unb bem herrschenden Regenwetter war der Handel schwach. Es verblieb viel Ueberstand.
Fulda, 2. Sept. Von einem Transport Vieh, ber vom hiesigen Vieh markt kam, mußten in Schlüchtern 34 Stück sofort abgeschlachtet werben, weil Maul- unb Klauenseuche festgestellt würbe.
Eisern, 1. Sept. Hier ereignete sich auf ber Grube Eisenharbter Tiefbau ein bebauerlicher Ungliicksfall mit löblichem Ausgang. Der Hauer Robert Fenner aus Eisern stürzte beim Oesfnen einer Förberrolle in biese, währenb Eesteinsmassen hinterher rutschten. Der Verunglückte konnte zwar schnell aus seiner Lage befreit werben, aber nicht zeitig genug, um ihn bem Leben zu erhalten; et starb balb, ohne bas Bewußtsein wiebererlangt zu haben. Fenner war 23 Jahre alt unb unverheiratet.
Loshausen, 2. Sept. Am Freitag entfernte sich aus seiner Wohnung in Loshausen der 50jährige Johs. Gimpel, ohne baß seine Angehörigen, welche eifrig Nachforschungen nach ihm an» stellten, bis jetzt etwas über seinen Verbleib ermitteln konnten. Da ber Verschwundene öfters an Krampfanfällen litt, so ist nicht ausgeschlossen, baß ihm ein Unfall zugestoßen ist. Die Angehörigen bitten etwaige Angaben, welche zu seiner Auffinbung bienen könnten, nach Loshausen gelangen zu lassen.
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Unpolitische Tagesnachrichten.
Einbrecher. Lonbon, 2. Sept. Maskierte Diebe drangen heute nacht in das hiesige Variete-Theater Hypodrom ein, betäubten den Nachtwächter und die Feuerwache mit Chloroform und sprengten sodann mit Dynamit den großen Eeldschrank, - aus dem sie ungefähr tausend Pfund Sterling raubten. Die Diebe find entkommen.
llnwetter. Pittsburg, 2. Sept. Eine Reihe von Unwettern brach heute morgen über das westliche Pennsylvanien und das nördliche West-Virginien herein. Dreizehn Personen find ertrunken, verschiedene werden vermißt. Auch wurde großer Sachschaden angerichtet.
Entgleist. Leipzig, 1. Sept. Das „Leipz. Tagebl." meldet aus Bodenbach: Heute nachmittag entgleiste ein Personenzug der Eisenbahnlinie Dresden-Prag bei Schönbriesen bei Aussig. Fünf Personen wurden schwer, eine Anzahl leicht verletzt. In dem Zuge befanden sich viel» sächsische Touristen.
Erschossen. E m s, 2. Sept. Als der Gendarm Bechstein gegen eine Anzahl, die Ruhe störender Burschen vorging, bedrohten ihn diese mit Messern. In Notwehr erschoß Bechstein den Bergmann KÜhchen aus Cadenbach, Vater von acht Kindern. Mehrere Angreifer wurden leicht verletzt.
Zusammenstoß. Lucca, 1. Sept. Bei Pontevico fand abend» ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen unb einem Auto»1 mobilornnibus statt, wobei von den Fahrgästen des letzteren einer g«: tötet unb fünf verletzt würben. Wie es heißt, soll es sich um Auslände» i handeln.
UngIML Werden, 1. Sept. Auf der Werdener Kirmes löste sich beim Rangieren von elektrischen Wagen der Volbert-Werdener-SraßeiÄ bahn an der Haltstelle in bet Nähe des Kirmesplatzes ein Anhängch wagen unb sauste bie ziemlich steile Straße hinab birett in den KirmM hübet hinein. Durch einen starken Mast, bet von bem Wagen ttmgäl