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(Nachdruck verboten.)

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Ihr« gedenken.

47. Jahrg.

1912.

fen. Nach der Begrüßung durch die Ehrenwache, die von der | sibirischen Flottenmannschaft gestellt war, und der zum Empfang erschienenen Vertreter der Behörden unternahm Prinz Heinrich eine Automobilfahrt durch die Stadt, wobei er dem Festungs- komntandanten, dem Gouverneur und dem deutschen Konsul Be­suche abstattete. Darauf begab sich der Prinz an Bord des deutschen PanzerkreuzersScharnhorst", mit dem er seine Reise fortsetzte.

Automobilunfall des Prinzen August Wilhelm. Berlin, 1. Sept. Heute gegen Mittag stieß das Automobil des Prinzen August Wilhelm in Steglitz mit einem Straßenbahnwagen zu­sammen. Das Auto war infolge des starken Bremsens ins Schleu­dern geraten, wobei auch ein Straßenbrunnen beschädigt wurde. Das Auto erlitt gleichfalls Beschädigungen. Der Prinz blieb unverletzt. Er nahm einen anderen Wagen.

Eeneralfeldmarschall von Bock und Polach. Hannover, 1. Sept. Seine Exzellenz Eeneralfeldmarschall v. Bock und Polach, der Eeneralinspekteur der 3. Armeeinspektion in Hannover, vol­lendet am 5. September sein 70. Lebensjahr und wird nach Schluß der Kaisermanöver von seiner jetzigen Dienststellung zurücktreten.

Feldgottesdienst. Berlin, 1. Sept. Im Verfolg der Fest­lichkeiten anläßlich der Kaisermanöver, an denen das dritte Armee­korps beteiligt war, fand heute mittag 12 Uhr auf dem Tempel­hofer Feld feierlicher Gottesdienst statt. Die evangelische und katholische Militärgeistlichkeit des Standortes Berlin des dritten Armeekorps hatte sich beim Feldaltar aufgestellt. Rechtwinkelig nach beiden Seiten bauten sich Abordnungen evangelischer und katholischer Mannschaften gemischt aus, die beiden andern Seiten des Vierecks wurden von Kriegervereinen und Sanitätskolonnen gebildet. Um 11% Uhr erschienen die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise im geschloßenen Automobil, kurz vor 12 Uhr der Kaiser im offenen Automobil. Der Sängerchor der 2. Earde- Jnfanterie-Brigade trug das niederländische Dankgebet vor. Dann predigte der evangelische Feldpropst der Armee Wölfing. Ein Ge­bet nach dem Zapfenstreich schloß die Feier. Es folgte der Vorbei­marsch der Truppen. Hierauf nahm der Kaiser die Rapporte der Kriegervereine und Sanitätskolonnen entgegen und ritt die Fronten der Vereine ab, wobei er viele alte Krieger durch An­sprachen auszeichnete. Nach iy2 Uhr kehrte der Kaiser ins Schloß zurück. Das Wetter ist schön.

Der Sedantag als Schulfeiertag. Berlin, 31. Aug. Der Kultusminister hat angeordnet, daß der Sedantag in Zukunft ein Schulfeiertag für ganz Preußen zu gelten habe. Einer besonderen Verfügung bedarf es sonach in Zukunft nicht mehr.

Die österreichische Grenze und die deutschen Manöver. Teschen, 31. Aug. Die Bezirkshauptmannschaft in Eelitsch wurde davon verständigt, daß bei den diesjährigen deutschen Manövern deutsche Truppenteile die österreichische Grenze überschreiten wer­den. Die Bezirkshauptmannschaft benachrichtigte die in Frage kommenden Städte Schlesiens mit dem Bemerken, den durchziehen­den deutschen Truppen in keiner Weise Schwierigkeiten zu bereiten.

Rückgang der Maul« und Klauenseuche. Berlin, 30. Aug. Der letzte amtliche Seuchenstandsbericht stellt das Vorkommen der Maul- und Klauenseuche in insgesamt 598 Gehöften des Deutschen Reiches fest, die in 188 Gemeinden und 127 Kreisen liegen. Ganz seuchenfrei sind die Provinzen Ostpreußen, Westpreutzen und Schleswig-Holstein, sowie die Regierungsbezirke Stralsund, Aurich, Köln und Trier, außerdem die Stadt Berlin. Im Königreiche Sachsen wurden nur zwei verseuchte Gehöfte gemeldet.

Jmm« in Treue Ihre Heftrrike,

hundert Tote und Verwundete, die Italiener einen Toten und zehn Verwundete. Odessen, 31. Aug. Die Verwaltung der Leuchttürme de» Schwarzen Meeres metoet, daß in den Dardanellen durch den Stur» losgerissene Kontaktminen schwimmen und nach Süden treiben.

* Vom Balkan. Konstantinopel, 31. Aug. Authentischen Meldun­gen zufolge wurde die Frage der Bewaffnung der Albanesen so geregelt, daß die Regierung die Verpflichtung übernahm, in den exponierten Städten Albaniens Waffendepots zu errichten, wo Waffen aufbewahrt werden sollen, um nötigenfalls unter die Albanesen verteilt zu werden. Das Waffentragen ist nur denjenigen erlaubt, die die Waffen zur Ver­teidigung der Reichsgrenze oder zur Ausübung ihres Berufes brauchen. Belgrad, 31. Aug. In der Stadt sind an allen Ecken und Enden Plakate angebracht, die mit roten Lettern bedruckt finb und die Auf­schrift tragen:Wir wollen den Krieg!" Polizisten sind damit beschäftigt, die Plakate zu entfernen. Bis zur Stunde weiß man noch nicht, welche Partei oder welche Person die Plakate angeheftet hat. Berlin, 31. Aug. Die türkische Botschaft teilt mit: Die Nachrichten über blutige Reibereien in Nooibazar, Sienitza und anderen Orten zwischen Ehrlsien und Mohammedanern sind vollständig unbegründet. Zwischen Christen und Mohammedanern herrscht vollkommene Ruhe. Anlaß zu diesen Nachrichten hat wahrscheinlich di'e Tatsache gegeben, daß in Sienitza einige christliche Mitglieder des dortigen Gerichtshofes vor der Alba­nesenbewegung flüchten wollten, von den Albanesen aber daran ver­hindert und erst nach einigen Tagen wieder freigelassen wurden. Ueb- rigens sind zwei Bataillone in Sicnitzt angekommen, wodurch die ängstlichen Gemüter beruhigt worden sind. Die Ermordung des Kaina- kam von Berani ist nicht auf religiöse Beweggründe zurückzuführen, sondern auf einen persönlichen Racheakt, der noch von der Wahlbeweg­ung herdatiert. Konstantinopel, 1. Sept. In dem halbamtlichen (Kommunique über das Ergebnis der Untersuchung der Ereignisse in Kot- schana wird zugegeben, daß einige nicht festgestellte Soldaten mehrer« Bulgaren geschlagen haben, dagegen wird die Beteiligung von Polizisten an den Angriffen in Abrede gestellt. Eine Plünderung fand tatsächlich statt, die Urheber sind aber unmöglich sestzustellen. Infolge der Bomben­explosionen sind 2 Personen umgekommen, darunter 19 Bulgaren. 21 Personen wurden während der Tumulte getötet, 30 Mohammedaner und 15 Bulgaren verwundet. 16 Personen sind als mutmaßliche Urheber der Anschläge der Morde verhaftet worden. Athen, 1. Sept. Nach einer gestern in Samos abgehaltenen lärmenden Versammlung wurde den Konsuln der Schutzmächte ein Antrag zugestellt, der den Abzug der türkischen Truppen und die Revision der Verfassung verlangt. Genvar- men, die einschritten, wurden entwaffnet. Zwei sind verwundet worden. Der russische Konsul stellte in Aussicht, daß die türkischen Truppen dk« Insel verlassen würden, sobald die einheimische Gendarmerie in Samos organisiert sein werde. Unter den Einwohnern von Samos herrscht größte Erregung. Konstantinopel, 1. Sept. Die griechische Gesandt­schaft überreichte der Pfort« eine Verbalnote, in der die Aufmerksamkeit der Pforte auf die jüngsten Erenzzwifchcnfälle gelenkt und eine Unter­suchung verlangt wird. Salonik, 1. Sept. Das Infanterie-Regiment Nr. 69 erhielt Befehl, sofort von Janina nach Prevexa adzugehen.

** Marokko. Paris, 31. Aug. Eeneralgouverneur Liautey tele­graphierte unter dem 29. August aus Rabat: Die Kolonne Pein hat neue Unterwerfungen entgegengenommen. Eine Anzahl unzufriedener Hyaina soll sich bei Sefrata mit dem Roghi vereinigt haben. Am 25. August trieb eine französische Truppenabteilung bei Azurai einen Reiterangriff der Beni Enguild zurück, wobei ein Spabi getötet wurde. Auch am 26. August wurden die Angriffe der Beni Engckild zurnckge- schlagen. In Tadln machen sich die Anfänge einer Eährung bemerkbar. Casablanca. 1. Sept. Oberst Mangin wies am 29. August bei Bergern einen Angriff des Bruders des Prätendenten El Hibas zurück. Mangin brach am 30. August in nordwestlicher Richtung nach Huarn auf und kehrt heute voraussichtlich in das Lager bei Suk el Arba zurück. Die Stämme Ul ed Bubeker und Rehamna unterwarfen sich Mangin. Paris, 1. Sept. Ein Telegramm aus El Kfar vom 30. August meldet: Nach noch nicht bestätigten Meldungen von Eingeborenen haben spanisch, Truppen mit dem Polizeitabor und dem Gum bei Ahl Serif die Ma- hallo Raisulis aufgerieben. San Sebastian, 1. Sept. Der spanisch, Minister des Aeußern und der französische Botschafter in Madrid sind gestern abend hier eingetroffen. Sie setzten heute ihre Besprechungen fort mit dem Endziel, den Widerstand Deutschlands gegen die Erhebung von Zöllen innerhalb Marokkos zu beseitigen.

Marvmg

Dienstag, 3. September

Tas Tor des Lebens.

Roman von A n n y W o t h e.

(Copyright 1910 by Boll & Pickardt, Berlin.)

(Fortsetzung.)

Heinrike", bat Mirjam erschüttert, beide Hände der jungen Frau erfassend,bei Gott, dir weh tun, das wollte ich nicht. , Ich gebe zu, oft leichtsinnig Sibo gereizt zu haben, weil es meiner Eitelkeit schmei­chelte, ihn zu meinen Füßen zu sehen .aber dir wollte ich nichts nehmen, gewiß nicht."

Heinrike winkte müde mit der Hand.

Wie es auch gewesen ist, Mirjam, es wird meinen Entschluß nicht aufhalten."

So komm mit unst" rief Ditia ungestüm.Die Eltern werven sich freuen, dich und die Kinder aufzunehmen, bis du dich wieder mit Sibo vertragen hast. Komm mit uns!

Ich werde mich nie wieder mit Sibo versöhnen ich gehe für Immer!"

Ditta sah ganz verstört in das Antlitz der jungen Frau.

Mirjam schwieg. Mit glanzlosen Augen sah sie in das von Schmerz verzerrte Antlitz Heinrikes. Voll Schaudern dachte sie der Huldigungen, zu denen sie Sibo ermutigt hatte, und etwas wie Schuld regte sich mU schwerem Schlage in ihrer Seele.

Sie wußte plötzlich, daß Heinrike nicht bleiben konnte, daß Sibo Ihrer Liebe nicht wert war.

Mit beiden Händen umschloß sie Heinrikes Haupt und es lieb- tofenb gegen ihre Brust.

:Du Arme, Liebe!" flüsterte sie, und dann greife, wo du geborgen bist, wenn du nicht h M kommen willst, bei Taufe Babett!" t ,.

Jetzt, wo der Brief fort war und sie sich immer wieder jedes ein­zelne Wort wiederholte, war sie doch voll Unruhe, ob sie auch nicht zu schroff gewesen. Wie gern hätte sie den Freund noch einmal gesprochen, zum Abschied seine Hand gedrückt, ihm noch einmal ins Auge gesehen, aber es war wohl besser so, daß sie ihn niemals wiedersah.

Immer wieder hatte sie den verschneiten Gartenweg entlang geblickt, ob Jrmele noch nicht heimkehrte, ihr einen letzten Gruß von ihm gw bringen.

Da sah sie plötzlich das Kind an Rolf Bandeners Hand den Weg, der dicht am Rhein hinführte, einhcrtrippeln.

Die Kleine sah rosig und blühend aus und schien eifrig mit dem Doktor zu plaudern.

Wie Heinrikes Herz klopfte. In wilden Schlägen zuckte es, als wollte es zerspringen. Das durfte nicht fein. Sie mußte sich bezwingen.

Aeußerlich gefaßt, trat sie dem Doktor entgegen. Sie vermochte es sogar, ein müdes Lächeln auf ihr Lippen zu zwingen.

Sie bringen mir Jrmele selbst, Herr Doktor?" bemerkte sie, Rolf Bandener die Hand reichend.Wie danke ich Ihnen."

Ich konnte doch nicht ohne Abschied von Ihnen gehen! Heinrike, ist es denn möglich, daß Sie das wollten? Ein Abschied für immer, wie selber sagen, und dann so?"

Heinrike strich über Irmeles Köpfchen, die sich zärtlich an st« schmiegte und mit ängstlich forschenden Augen zu ihr auffah.

Geh, lauf zu Jobst, er wartet auf dich, Jrmele!" gebot sie dem Kinde, das dem Doktor eine Kußhand zuwerfend, eiligst aus dem Zimm« stürmte.

Ich wollte es uns beiden nicht unnütz schwer machen, Herr Doktor."

Muß das fein?" fragte «, mit fliegender Röte in dem Antlitz. »Heißt das nicht, die Selbstkasteiung zu weit falben? Ist es recht, de» einen alles und dem anderen nichts opfern?"

Jetzt stieg auch ein leises Rot in Heinrikes Gesicht. ,

3 1 Fortsetzung folgt.) !

mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwittschafiliche Beilage".

Politische Umschau.

Vom Kaiserhofe.

Berlin, 31. Aug. Um 7 Uhr begann im Weißen Saal des Königlichen Schlosses die Festtafel für die Provinz Brandenburg Hei den Majestäten. Der Kaiser führte die Kaiserin, der Kron­prinz die Kronprinzessin von Griechenland, Prinz Eitel Friedrich die Kronprinzessin, Prinz August Wilhelm die Prinzessin Eitel Friedrich, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Prinz Oskar die Prinzessin Viktoria Luise. Außerdem nahmen an der Tafel teil Prinz Georg von Griechenland, die Prinzen Friedrich Sigismund und Friedrich Karl, der Erbprinz von Hohenzollern, Prinz Heinrich XXII. von Reuß und andere hohe Herrschaften. Die Tafelmusik führte die Kapelle des Infanterieregiments Eeneralfeldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen (6. brandenburgisches) Nr. 64 aus. Im Laufe des Mahles erhob sich der Kaiser zu einem Trinkspruch auf die Provi znVrandenburg, in dem es u. a. heißt:

Ich meine, wir können mit den jetzigen Verhältnissen . trotz der Unvollkommenheiten, die nun einmal allem Ir­dischen anhaften, zufrieden sein. Vor feindlichem Uebermut und kriegerischen Ueberjüllen durch ein schlagfertiges Heer und eine wachsende Flotte geschützt, kann in unserem geordneten Staats­wesen der Landmann seinen Acker bestellen, der Kaufmann, Fa­brikant und Handwerker seinem Geschäft nachgehen und der Ar­beiter seines wohlverdienten Lohnes gewiß sein. Sie alle können sich der Früchte ihrer Arbeit und der Gaben unserer Kultur er­freuen. Wer aber glaubt, Grund zu Klagen zu haben ober wer neue Kraft und Freudigkeit zu weiterer Arbeit sei es für den eigenen Herd, sei es für das Gesamtwohl sucht, der mache mit mir hin und wieder auf seinem Wege Halt und schaue zurück auf die Zeit, wo es nicht wie heute in unserem Vaterlande aussah Zu solchen Rückblicken bietet das Jahr 1912 mit seinen Gedenktagen gute Gelegenheit..... Auch in Zukunft werden des bin ich

gewiß die brandenburgischen Mannen, wenn König und Vater­land rufen, als erste sich stellen mit weithin schallendemHie guet Brandenburg allewege!"

Am Sonntag unternahm der Kaiser einen Spaziergang im Tiergarten. Um 10 Uhr beging man das 200jährige Bestehen der Sophienkirche. Die Häuser der Umgebung hatten geflaggt. Der Kaiser, der sich morgens entschloß, der Feier beizuwohnen, er­schien unter dem Jubel einer zahlreichen Menge. Vorher war das Kronprinzenpaar eingetroffen. Der Kaiser und der Kronprinz schritten die Front der Ehrenkompagnie ab, die am Kirchhof stand. An deren rechten Flügel hatten die direkten Vorgesetzten Aufstel­lung genommen. Der Kaiser wurde am Kircheneingang von dem Gencralsuperintendenten Lahusen begrüßt und ins Innere geleitet. Die Festpredigt hielt der erste Geistliche der Gemeinde, Superinten­dent Wuitke. Das Gotteshaus war dicht gefüllt mit Mitgliedern der Gemeinde. Nach der Feier nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie ab. Um 6^ Uhr empfing der Kaiser in Gegenwart Herrn v. Kiderlen-Wächters den neuernannten rus­sischen Botschaft Swerbejew zur Ueberreichung seines Beglaubi­gungsschreibens, später die dänische Mission zur Ueberreichung der Notifikation der Thronbestreigung sowie die luxemburgische Mis­sion aus dem gleichen Anlaß. Kaiser Wilhelm wird die Reise nach der Schweiz am nächsten Montag abend von Berlin aus antreten. Am Freitag abend gedenkt der Kaiser von Bern abzureisen und sich zum Besuch bet Frau Großherzogin-Mutter Luise von Baben nach Konstanz zu begeben.

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Deutsches Reich,

Die Reise des Prinzen Heinrich. Wladiwostok, 31. Aug. Prinz Heinrich von Preußen ist heute nachmittag hier eingetrof«

.i( < uci;,efmrt)t Leitung" eilet;-tut wgucy mit «uenayme ßit somx- und Feiertage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 dH (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Erpeditivn (Markt 21) 2.00 M frei ins Haus. (Für unver- langt zuaesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion ketnerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Unio.-Vuchdruckerei I. A. Koch (3nfe ' Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Xci A» zeige u Piels benagt für Cie /gehaltene ycue oder treten Raum 15 L, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 H, für Reklamen die Zeile 60 «5. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ber- öindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausge- schlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Ausland.

** Der Krieg um Tripolis. Rom, 31. Aug. DieAgenzia Stefani" meldet aus Misratah vom 30. August: Heute morgen versuchte der Feind, während er die Befestigungswerke der Italiener angriff, die Karawanen, welche von der italienifchen Operationsbasis und zurück zogen, aufzuheben. Die italienischen Truppen, welche die Karawanen eskortierten, schlugen nach einem heftigen Kampfe die Feinde zurück und brachten ihnen erhebliche Verluste bei. Die Feinde hatten übet

Da flog es wie ein glückliches Lächeln um Heinrikes Lippen, und sie flüsterte:

Zu Tante Babett, ja, zu ihr, zu ihr!"

Wir wollen gleich von der Bahn aus telegraphieren, wenn es dir recht ist. Wenn du den Mittagszug benützest, kannst du gegen sieben Uhr dort fein. Ist es dir recht?" fragte Mirjam.

Heinrike neigte leise den Kopf, der ihr so schwer war, so unendlich schwer.

Ich danke euch für eure Fürsorge!"

Einen Augenblick drückte sie die Mädchen'aufweinend an ihr Herz, bann schob sie beide wie ein paar Kinder zur Tür hinaus. Sie mußte allein sein. Sie konnte nicht mehr. Dabei aber zog es immer wieder wie stille Sehnsucht durch ihr Herz.

Zu Tante Babett, zu der lieben, guten Tante Babett, da würde sie, da würden die armen Kinder fürs erste geborgen fein.

Heinrike hatte ihr Mädchen zu Rolf Bandener geschickt, um Jrmele heimzuholen. Einen Abschiedsbrief hatte sie ihm gesandt, den sie müh­selig und zögernd geschrieben.

Er lautete:

Lieber Freund!

Roch heute gehe ich mit den Kindern für immer. Nicht einmal das letzte Geleit kann ich der armen Franze geben. Morgen werden viele Meilen zwischen uns liegen und mich für immer trennen von dem Hause, wo ich so viel Leid erfahren.

Ich gehe an einen stillen Ort, wo mich niemand kennt, wo ich meine Schande und mein Leid verbergen kann.

Suchen Sie mich nicht, lieber Freund, es würde nutzlos sein. Ich will Sie nicht wiedersehen. Nie mehr! Wie eines teuren Toten will ich