—X.
Waldeck handelt.
im Hafen geborgen sein.
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dieses Kind von ihm früher mit Erfolg geimpft gewesen, nach Angabe der Mutter soll dieser Erfolg sehr gering gewesen sein; jedenfalls waren Impfnarben Lei diesem Kinde nicht nachzuweisen. Dagegen wiesen die Ehefrau, drei ältere Kinder und das Hausmädchen deutliche Impf- narben auf;' sie alle find trotz der gleichen Jnfektionsmöglichkeiten von der Pockenerkrankung verschont geblieben. Im Anschluß an diese Falle erkrankten noch fünf Personen an Pocken. Von ihnen, die nach ihrer Erinerung mit Erfolg geimpft sein sollen, zeigte nur eine deutliche Im^- narben, während sie bei den anderen trotz genauer Untersuchung nicht gefunden werden konnten.
Die Erfahrungen aus dieser Pockenepidemre sprechen eine beredte Sprache über den Wert des Impfschutzes. Nicht erkrankt sind die Tochter und das Hausmädchen der Familie, bei der sich die russische Dame aufgehalten, beide waren drei. resp. vier Jahre vorher geimpft; nicht erkrankten die unter Impfschutz stehenden Familienmitglieder des Dr. Spohr, nicht die Angehörigen der übrigen Erkrankten, die Aerzte, das Pflegepersonal, die Sektionswärter, der Leichendiener, die Desinfektoren usw., die sämtlich geimpft waren, bezw. frisch geimpft wurden. Nicht erkrankte der Kreisarzt Dr. Fromm, der die erste Diagnose bei den Erkrankten gestellt, sie mehrfach eingehend untersucht und alle Ermittelungen geleitet hatte.
Der Verlauf der Erkrankungen hat den längst erkannten Wert der Pockenschuhimpfung aufs Neue bewiesen. Der Aerztliche Verein hat sich zur Veröffentlichung entschlossen, in der Annahme, daß auch Laienkreise sich durch die Tatsachen dieser Epidemie von der Gefahr der impfgegnerischen Bestrebungen überzeugen werden.
Die Pockenerkrankunqen in Frankfurt a. Main.
Der Aerztliche Verein zu Frankfurt a. M. schreibt:
Der „Aerztliche Verein zu Frankfurt a. M." nimmt Veranlasiung, feoet die von Ende April bis Anfang Juli dieses Jahres in Frankfurt e. M. beobachteten Pockenfälle nachstehende maßgebenden Aufklärungen zu geben, da vielfach veröffentlichte Berichte nicht den Tatsachen entsprechen und irreführend wirken können.
Den Ausgangspunkt der Erkrankungen bildete eine im April aus Rußland zugereiste Dame, die die Pockenerkrankung auf drei Mitglieder der Familie übertrug, bei der sie zu Besuch weilte. Der Krankheitsverlauf waren bei diesen vier Personen, die sich im dritten und vierten Lebensjahrzehnt befanden, leicht; sie waren sämtlich in ihrer Kindheit geimpft und wiedergeimpft. Die 16 jährige Tochter des Hauses, nachweislich vier Jahre vorher mit Erfolg geimpft, blieb trotz des vielfachen innigsten Kontaktes mit den Erkrankten verschont, ebenso das 17 jährige Hausmädchen, bei dem die letzte erfolgreiche Impfung fünf Jahre ,u- rücklag.
Dagegen erkrankte der niemals geimpfte Arzt Dr. Spohr, der die leicht erkrankten Personen behandelte, schwer an echten Pocken. Dr. Spohr (Nichtmitglied des Aerztlichen Vereins), ein bekannter Jmpfgegner, «ar durch den schweren Verlauf der Erkrankung bis Ende Mai an das Krankenbett gefesselt. Sowohl von der eigenen schweren Erkrankung als auch von den erwähnten Fällen seiner Klientel hat Dr. Spohr den Behörden keine Anzeige gemacht. Dr. Spohr schickte nach Ausbruch seiner Krankheit, die er als echte Pocken erkannt hatte, seine Kinder nach Gießen, empfing die Besuche von Vater und Bruder und die des ebenfalls impfgegnerischen Arztes Dr. Bachem, der auch keine Beran- lafsung genommen hat, den Behörden von seinen Beobachtungen Mitteilung z« machen.
Die schwere echte Blatternerkrankung de» Dr. Spohr bildete nun den Ausgangspunkt für eine Heine Epidemie. Gs erkrankte zunächst im Hanfe des Dr. Spohr eine verheiratete Kusine, die Ihn in Gemeinschaft Mit feiner Fra« pflegte, und nach dieser sein jüngstes, vierjähriges Rind. Laut Ausweis des vom Vater ausgestellten Impfscheines, war
Aviatik.
Die „Hansa«. Hamburg, 26. Aug. Die „Hansa" unternimmt am 1. September eine Zielfahrt nach Lübeck, die auf etwa zwei Stunden Dauer berechnet ist und an die sich eine längere Rundfahrt über Lübeck anschlietzen wird. Die Abfahrt von Hamburg erfolgt gegen 7y> Uhr morgens, die Rückkunft gegen 2l/> Uhr nachmittags. Am "4. September wird eine Landungsfahrt nach Itzehoe und zurück unternommen, die um 7 Uhr früh angetreten wird und innerhalb von fünf Stunden beendet sein soll. Am 8. September geht dann die seit längerem geplante große Landungsfahrt nach Kopenhagen von statten. Um 4 Uhr nachmittags soll sich das Luftschiff erheben und man erwartet die Ankunft in Kopenhagen bereits gegn 9 Uhr morgens. Rach einstündigem Aufenthalt soll das Luftschiff nach Hamburg zurückkehren und gegen 3 Uhr nachmittags
Vergniigunas-Ameiger
Epielplan der Königlichen Schauspiele zu Casiel vom 1. bis 9, September 1912.
Sonntag, 1. Sept., 7 Uhr: „Die Hugenotten", Oper in .5 Aufz. von Meyerbeer. ,
Montag, 2. Sept., 7% Uhr: „Medea", Trauerspiel in 4 Akten von Grillparzer. „ u
Dienstag, 3. Sept., 7% Uhr: „Das Nachtlager in Granada, Oper in 2 Akten. ,,
Mittwoch, 4. Sept., 6 Uhr: „Faust", Tragödie in 5 Akten von v. Goethe. Donnerstag, 5. Sept., 7% Uhr: „Martha", Oper in 4 Akten von Flotow. Freitag, 6. Sept., 7% Uhr: „Die Geschwister", Schauspiel in 1 Aufz. von ». Goethe; „Elavigo", Trauerspiel in 5 Aufz. von v. Goethe.
Sonnabend, 7. Sept., 7% Uhr: „Der Kompagnon“, Lustspiel in 3 Akten
Sonntag, ^.^Srpt^ö Uhr: „Die Walküre", Musikdrama in 3 Aufz. van Wagner. . '
Montag, 9. Sept. 7!4 Uhr: „Das Nachtlager in Granada, Oper in 2 Akten.
V v 30. Aug. Dem Ober-Briefträger Meß von hier wurde Hei seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen ver- „Mülheim 2« Aua Die hiesige Gemeinde ist gezwungen einen vornehmen da die beiden alten Schulhäuser nicht aenüaen um die stetig wachsende Kinderzahl aufzunehmen und den BeM^ttn'isien^ der Neuzeit nicht mehr entsprechen. Es ist geplant den Neubau gleich für 3 Klassen einzurichten, da doch in einigen fahren die ■ s*»fftefle notwendig wird. Zwei Baupläne waren in Vorschlag LM alt« om Ort«
norf) Kleinseelheim, der andere auf einem Grundstück, das an der sogenannten Langgaß liegt. Bor kurzem waren nun Herrn von der Regier- ungs-Schul- und Bauabteilung aus Easiel hie,: zur ^ffmttven Ent- fcheidung der Platzfrage, wobei man sich für das Grundstuck an der Langgaß dem Vernehmen nach entschieden hat. Im nächsten Jahre soll schon der Rohbau zur Ausführung kommen - . x
je, Kirchhain, 30. Aug. Dem am nächsten Sonntag (1. Septmber) Mer stattfindenden Verbandspreisschießen des Kreiskriegerverbandes Kirchhain wird von allen Seiten das regste Interesie entgegengebracht und scheint sich die Veranstaltung, mit der der Kriegerverein Kirchhain feine Sedanfeier verbindet, zu einem rechten Volkfest gestalten zu wollen. Neben dem Preisschießen der Ktteger wird das Wetturnen der Schulen, zu dem eine stattliche Anzahl von Anmeldungen vorliegen, eine große Anziehungskraft ausüben. Geturnt werden als Wettubungen: Freiweitsprung, 50 Meter Lauf und Ballweitwurf. Für die besten Leistungen sind Anerkennungen vorgesehen. Später findet noch ein Eilboten- lauf über 300 Meter statt, wobei ein Wanderpreis für die beste Leistung gestiftet ist. Da der Kriegerverein für die mannigfachen Veranstaltungen keinerlei Eintrittsgeld erhebt, wird wohl das Ziel mancher Wanderfahrt für nächsten Sonntag das Kriegerfest in Kirchhain fein.
Geschäftliche Mitteilung.
Ilauswirtschaktliches. Auf mehrere Millionen Mark könnte man die Verluste beziffern, welche die deutsche Volkswirtschaft alljährlich erleidet durch Verwendung scharfer und die Wäsche schnell zerstörender Was^ mittel. Die Hausfrauen wißen auch aus eigener Erfahrung, rote hoch die Kosten find für Neuanschaffung von Wäsche infolge zu schnellen Ver- schleißens. Deshalb sollte jede Hausftau bei der Auswahl von Wasch- mitteln vorsichtig und besonders mißtrauisch fein gegen neuauftauchende Fabrikate. Dr. Thompson'» Seifenpulver, Marke Schwan, hingegen hat sich seit länger als 30 Jahren überall bewährt well es garantiert unschädlich ist und die Wäsche nicht angreift. Ebenso unschädlich ist das von den Fabriken von Dr. Thompson's Seifenpulver, G m. b. H„ in Düsseldorf in den Handel gebrachte Bleichmittel Sr,f,x, das einen voll- ständigen Ersatz für Rasenbleiche bietet.
auf den Hinterteil eines Zuges auf, der von Adlershof gekommen war. Sechs Wagen wurden vollständig zertrümmert, eine Person soll getötet, dreißig bis vierzig verletzt sein.
Gruvennnfälle. Essen, 29. Aug. Auf der Zeche Teutoburgia bei Solingen stürzten zwei Bergleute in einen Pfeilerbau. Beide waren tot. — Auf der im Bau befindlichen Zeche Sachsen stürzte ein mit Stei- neu beladener Korb in die Tiefe. Elf Arbeiter wurden zum Teil schwer verletzt.
Mitteilungen aus dem Leserkrüse.
Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Redaktion Stimmen aus ihrem Leserkreis. Für die hierin ausgesprochenen Ansichten und Tendenzen übernimmt die Redaktion (außer der preßgesetzlichen) keine Veraut. wortung, diese bleibt vielmehr dem Einsender überlasten.
Der neu gegründete Verkehrs-Verband für Hesien und Waldeck hat in der Zeitschrift „Deutschland" eine Sonder-Nummer „Hessen und Waldeck" herausgegeben. Zu dem Verband leistet die Stadt einen Beitrag, zu der Nummer „Deutschland" der Verkehrs-Verein. Gleich auf der 2. Umschlagseite befindet sich eine Ueberfichtskarte der Zugverbindungen nach Eassel, entworfen von der Kgl. Eisenbahn-Direktion in Casiel. Darauf fehlen ausgerechnet die Städte, die dem Verkehrs« verband die Mittel gewähren. Es scheint doch sehr angebracht zu fein, darauf zu achten, daß Casiel nicht seine Interessen allein zu sehr in den Vordergrund stellt! Hersfeld, Fulda, Marburg, Wildungen, Pyrmont sind auch auf der Karte nicht zu finden! Außer Casiel existiert bis Gießen, Bebra, Elm, Paderborn nichts! Den Käufer eine, solchen Heftes würde doch gerade die Lage der übrigen in dem Heft beschriebenen Orte ebenso interesiieren, besonders wenn die bevorzugt» Stelle, an der sich die Karte befindet, den Anschein erweckt, daß es sich um eine Ueberstchtskarte zu dem Gebiet des Verbandes Hesien-
Unpolitifche Tagesnachrichten.
Mit dem Revolver. Berlin, 29. Aug. Im Garten der Patzenhofer Brauerei in der Turmstraße kam es in vergangener Nacht zwischen mehreren jungen Leuten zum Stteit, wobei der Schlostergeselle Nos- kiewicz durch einen Revolverschuß schwer verletzt wurde. Der Täter ist nicht ermittelt. .
Familiendrama. Berlin, 29. Aug. Der Maurer Roack suchte heute morgen seine Frau, die von ihm nichts mehr wißen wollte, in ihrer Wohnung auf und verletzte sie, als sie flüchten wollte, mit einem Beil lebensgefährlich. Der Töter ist verhaftet.
Paris-Berlin i« Flugzeug. Villa Coublah, 29. Aug. Der Flieger Brindejonc de Moulinais stieg heute früh 3 Ahr 26 Min. zu einem Fluge nach Berlin auf und landete am 7 Uhr in Mezieres. Um 7 Uhr 20 Min. stieg er zurn Weiterflug auf.
Ueberfahren. Seefen, 29. Aug. Der 60jährige Mechaniker Eack- mann, der sich besuchsweise Lei seinem Bruder aufhielt, wurde von einem Zuge überfahren und getötet. Der »erunglückt« war fast taub und übe,- hötte die Warnungsfignale. .....
«isenbahnAnfall. London, 29. Aug. Kus d«r vtatwn Pauxhall ereignete sich heute morgen ein EisenLahnunfa^ Ein« Maschine stieß
wie Lindt, Cailler, Galapeter; Berger usw.
Geschwister Berdux » Bahnhofstrassel
MMekehrt i Zahnarzt Corel).
■ (Hetzlohbrrg) mit Gottesdienst, um 10 Uhr und 2 Uhr, wozu : herzlich einladen 7988
Konntag, den 1. September, MifflffiM il MMdM
I $65 hrtitr. n. reform. PreMkkiW.
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tiiniMaii.
Dienstag, den 3. Septbr. ..fr. Ja,, vormittags 10 Uhr, soll das Grnmmetgra* von den . Domanialwiesen in den Ge« Jiarkungen Wohra und (8t- Miindeir zur Größe von rd. g2 ha, abteilungsmeise an Ort ?#. Stelle öffentlich, meistbietend, Htrkaust werden.
v) ■ Zusammenkunft auf der Lange- 'Wiese. - 7999
/ Marburg, d. 89. August 1912 uauu Damäuvw-Ueutamt.
Dn das Genossenschaftsregistrr I zu Nr. 6, Kornhausgenossen-1 schaff Kirchhain ist eingetragen: | Das Geschäftsjahr läuft vom i. Juli bis 30. Juni.
Kirchhain (Bez. Cassel) beit 27. August 1912 80001 Königl. Amtsaericktt.
WMMI Heute Freitag, 4llhrab, Schlesien auf d. Schützen-Vereins-Ständen. Attr Rekmten- Abscknedskeier Samstag b. 31., abends 8>/r Uhr, int Cafe Quentin ladet ein
Der finuMwr* Mei«. Tw»
Wzeslchn
in hiesiger Feldgemarkung ist bei
Ztrsfe itrWti
Marbach, b. 30. August 1912
Ser BiiWrmisin:
8003 Seibert.
Gest tzts- lnksjchra-t, 4072 Pickel, Mitesser, Flechten ver- schwidden meist sehr schnell, wenn man den Schaum von Zuürrr's Nate»t-Wrdi,inal-tzeife,äSt. 50 Pf. (150/oig) u. 1.50 M. (35°/oig, stärkste Form) abends eintrocknen läßt. Schaum erst morgens ab- I waschen u. mitZuckaoh-Ereme (ä 50 Pf., 75 Pf. rc.) nachstreichen.
I Großartige Wirkung, von Tausen- I den bestätigt. Bet P. Tromm.
Tagesordnung
für dft öffentliche S'tzung der Stadtvrrordneten- Velsammlung
am Montag, den 9. tzeptenrber 1913, nachmittags 5 Uhr im Eitzuiigssaale des Rathauses.
1. Mitteilungen zur Kenntnisnahme.
2. Einspruch eines Anliegers gegen den Plan über die Neu- herstellmig des östlichen Bürgersteigs am Steinweg längs der Hauser Nr 42 und 45.
3. Genehmigung des außerordentlichen Etats für das Rechnungsjahr 1912.
4. 'Aufnahme eines Darlehens zur Bestreitung des Kaufgeldes der Grundstücke an der Gisselbergerstraße für den Bau der Wagenhalle der elektrischen Straßenbahn.
5. Ausnahme eines Darlehens zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben des Rechnungsjahres 1911.
6. Desgleichen 1912.
7. Nachbewilligung von Kosten für beit Erweiterungsbau bet Oberrealschule.
8. Nachbewilligung von 300 Mark zu den Kulturgelbern bes Stadtwalbes für bas Wirtschaftsjahr 1912.
9 Bewilligung eines Beitrags zum Kreiskriegerdenkmal.
10. Verkauf ftäbt. Grundeigentums an den Bauunternehmer Robert Becker an dec neuen Casselerstraße.
11. Austausch von Grundeigentum mit Kaufmann Karl Schneider am Weinberg.
12, Aenderung des Fluchtlinienplans der ilüerberftraße.
13. Festsetzung der Wohmuigsgeldzuschusses für den Stadtbau- meister und die Leiter der gewerblichen Werke.
14. Abrechnung über den Bau des Feuerlöschgeräteschuppens an der Roserstraße.
15. Abschluß eines Vertrages mit Erben Hoffmann über Grund- erwerb zur Anlage des Schülerparks.
16. Anlage eines Schülerparks.
17. Wahl eines Stadtbaumeisters.
18. Abschluß eines Vergleichs mit der Lolat-Eisenbeton-Aktien- gesellschaft in Düsseldorf.
19. Vertrauliches.
Marburg, den 29. August i912. 8(T4
Der Stadtverordneten-Borsteher.
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