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mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus« undLandwirtschaftliche Beilage«.

MarSnrg

cxrx » die Post bezogen 2.25 'M lohne Bestellgeld), M 204- und der Expedition (Marli 21) 2.00M sr< vj. [(nigt zugesandte Manuskripte übernimmt

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v_______ x________, ____ ... ,:rei ins Haus. (Für unver«

langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Der Anzeigenpreis beträgt für ßte i gespaltene yciie ober deren Raum 15 H, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 Bei Wiederholungen entsprechender Rabati. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ver-

Sonnabend, 31. August

unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

47. Jahrs«

1912.

Erstes Blatt.

_ Bestellungen

für den Monat September 1912

aus die »Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen »erden von unserer Expedition (Markt 21), unseren Ausgabe­stellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, Ebsdorf, Hachborn, Heskem-Mölln, Leidenhofen, Drei­hausen, Wittelsberg, Elnhausen, Niedermel- mar, Niederwalgern, Damm, Lohra und Eissel« berg sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgnrn «ntgegengenommen.

Ein interessanter Streit'.

Als dieTimes" noch etwas anderes war als das unaufhalt­sam zurückgehende deutschfeindliche Cityblatt, das sie heute ist, hat man gesagt, der Engländer nehme dadurch an der Negierung des britischen Weltreiches teil, daß er dieTimes" lese. Diese stolze Zeit ist lange vorüber. Aber hin und wieder macht dieTimes" noch den Versuch, selbständig und unabhängig von den wechselnden Strömungen in Doaningstreet nationale Politik zu treiben. So versucht sie es auch jetzt in Sachen des Panamakanals. Das Deutsche Reich und Volk hat an und für sich keinen Anlaß, sich über diese Angelegenheit sonderlich aufzuregen: die übers Jahr zu erwar­tende Eröffnung des Panamakanals wird allerdings auf unsere Schiffahrt einen sehr empfindlichen Einfluß ausüben, aber die Kanalgebühren werden dabei nicht das entscheidende Moment bil­den. Die Chance, die der amerikanischen Küstenschiffahrt, und eine andere hat ja Amerika zurzeit kaum, aus dem Kanal erwächst, ist so groß, daß sie auch den Ausschlag geben würde, wenn die Kanal­gebühren für alle Schiffe, die den Kanal benutze«, gleichmäßig be­rechnet würden. Aber theoretisch und völkerrechtlich ist der Versuch des Präsidenten Taft, die für England wichtigste Bestimmung des sogenannten Hay - Pauncefote - Vertrages wegzukommentieren, außerordentlich interessant. Wenn der genannte Vertrag das Recht Amerikas, den Kanal guf eigeneKosten zu bauen, statuiert, dabei aber ausdrücklich erklärt, daß eine Differenzierung der den Kanal benützenden Schiffe nicht eintreten dürfe, so ist ja sonnenklar, daß England seinen Schiffen die gleiche Behandlung sichern wollte, wie sie den amerikanischen eingeräumt wird. Trotzdem bemüht sich Präsident Taft mit der frischen und fröhlichen Naivität, die der amerikanischen Diplomatie eigentümlich ist und mit deren Hilfe sie schon allerhand stattliche Erfolge erzielt hat, diesen selbstverständ­lichen Sinn des Vertrages alsabsurd" zu bezeichnen und die Be­günstigung der amerikanischen Schiffe gegenüber ihren Konkur­renten als einenatürliche" Folge der Opfer hinzustellen, die Amerika für den Bau, die Erhaltung und Verteidigung des Kanals gebracht habe und noch bringen werde. Wie wenig natürlich das ist, zeigt der flüchtigste Blick auf die sonstige Kanalpraxis in aller Welt: den Kaiser-Wilhelms-Kanal z. B. benützen zwar die deut­schen Kriegsschiffe unentgeltlich, deutsche Handelsfahrzeuge aber zahlen dieselben Gebühren wie ausländische.

DieTimes" be lästigt sich nun zunächst mit einem früheren Stadium der Angelegcnheir nämlich mit dem Vorschlag Taft«, den Kongreß ausdrücklich erklären zu lasten, daß die Panamabill keine Verletzung internationaler Vertragsrechte bedeute, protestiert da­gegen, daß Amerika sich so zum Richter in eigener Sache mache und fordert Verweisung der Streitfrage vor das Haager Schiedsgericht unter besonderer Berufung darauf, daß Amerika die Schieds- g'erichtsidee doch immer am lautesten predige, so daß es geradezu

<3 (Nachdruck verboten.)

Das Tor des Lebens.

Roman von A n n y-W o t h e.

(Copyright 1910 by Boll & Ptckardt, Berlin.)

(Fortsetzung.)

Da du nun ganz ohne Mittel bist", nahm Sibo gleichmütig das Gespräch wieder auf,sowirst du dich wohl noch etwas besinnen, das warme Nest hier aufzugeben."

Hinaus!" rief Heinrike außer sich, die Tür aufreißend.Oder ich vergesse, daß du der Vater meines Sohnes bist! Ich rufe die Diener herbei, damit sie mich von dir befreien! Hinaus!«

Sibo brach plötzlich unter dem flammenden Blick Heinrikes zu­sammen. Was war es nur, was ihm da so plötzlich aus ihren Augen drohte? Die Frau, die er geknechtet, die in demütiger, alles verzeihen­der Liebe sonst ein willenloses Werkzeug in seiner Hand gewesen, die stand jetzt wie eine Richterin vor ihm.

Stumm deutete ihre ausgestreckte Hand auf die Tür, und plötzlich »ar es Sibo, als sinke der Boden unter ihm zusammen.

Beide Hände schlug er vor sein Antlitz.

Heinrike, vergib mir!" stöhnte er auf.Hilf mir!"

Nie mehr!" gab ihr Blick zurück, und, von ihr§n Augen, ihren sonst so sanften Augen bezwungen, schlich er wie geschlagen aus dem Zimmer, in dem er bis jetzt unumschränkt geherrscht.

Heinrike konnte nur mit Aufbietung ihrer letzten Kraft den Riegel vor die Tür schieben, dann schlug sie lang hin auf den Boden.

Sie weinte nicht. Nur ein Aechzen kam ab und zu von ihren Lippen, ein qualvolles, todwundes Aechzen.

Das war nun das Ende dieser heißen, glückseligen Jugendliebe, von der ihr Vater ihr einst gesagt:Du gehst ins Verderben. Wer nicht reinen Herzens ist, dem schließen sich die Tore des Lebens.«

Alles, alles vergebens, alle Sorge, alle Pein, alle Treue, alle Hilfe! Ehrlos wat der Jüngling, und ehrlos war der Mann, der Vater Hres unglücklichen Rindes.

zynisch wäre, wenn es sich jetzt weigern sollte, diesen Ausweg zu betreten. Man darf gespannt darauf sein, ob die britische Negie­rung sich diese energische Tonart zu eigen machen wird. Bisher hat sie sich bekanntlich auf einen formellen Einspruch beschränkt, der in Washington offenbar keinen sonderlichen Eindruck gemacht hat, vielleicht in Erinerung daran, daß Großbritannien in allen Streitfragen mit den Vereinigten Staaten, namentlich aber in der ganzen Geschichte des Panamakanals regelmäßig klein beigegeben hat, vielleicht in Erinnerung daran, daß Großbritannien in allen Zurückhaltung herauszutreten. Der Hayn-Pauncefote-Vertrag ist lediglich zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien abgeschloffen, und es ist ausschließlich Sache des letzteren, die darauf sich gründenden Ansprüche zu vertreten und nötigenfalls zu ver­teidigen. Verzichtet die britische Regierung darauf, so hat niemand das Recht, ihr daraus einen Vorwurf zu machen. Aber lehrreich wird der Verlauf der Sache jedenfalls fein. Hin und wieder wird ja auch schon den Gedanke eines Konkurrenzkanals gestreift, und die rapide Verschlimmerung der Nachrichten aus Nicarugua, die an­geblich ein sofortiges Einschreiten der Vereinigten Staaten not­wendig machten, wird von boshaften Leuten mit dieser allerdings sehr entfernten Möglichkeit in Verbindung gebracht.

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Die sächsischen Paradefesllichkeilen.

Der König von Sachsen, der deutsche Kronprinz und die sächsi­schen Prinzessinnen sind im Sonderzug nach Zeithain abgereist, wo die Ankunft Donnerstag um 10.40 Uhr vormittags erfolgte: Die fürstlichen Gäste des Königs, nämlich die Großherzöge von Vaden und Sachsen, die Herzöge von Sachsen-Coburg-Eotha und Alten­burg, die Prinzen Ludwig von Bayern, Eitel Friedrich, der Erb­prinz von Sachsen-Meiningen, Prinz Sizzo von Schwarzburg und Fürst Hohenlohe-Bartenstein sind bereits 9.21 Uhr nach'Zeithain abgefahren, eebnso die sächsischen Prinzen und die zur Parade ge­ladenen militärischen Gäste, darunter die Eeneralfeldmarschälle v. Vock und Polach und von der Goltz, Kriegsmknister v. Heeringen und der Chef des Generalstabes der Armee v. Moltke, sowie die fremdländischen Militärattaches usw. Das'Wetter ist sehr schön. In Extrazügen, Wagen und Automobilen und zu Fuß strömten ge­waltige Menschenmengen auf das Paradefeld, wo vor dem Ba­rackenlager große Tribünen errichtet sind.

Vormittags 10.40 Uhr bestiegen, nach der Ankunft des Königs und des Deutschen Kronprinzen am Lagerbahnhofe, sämtliche Fürst­lichkeiten die Pferde und begaben sich auf den Truppenübungsplatz. Als der König und feine Gäste um 11 Uhr auf dem Paradefelde er­schienen, wurde im ganzen präsentiert und drei Hurras ausge­bracht. Hierauf wurden die Fronten abgeritten, was ungefähr eine Stunde dauerte. Danach nahm der König die Rapporte der Krie­gervereine und Sanitätskolonne entgegen. Beim Abreiten der Fronten der Kriegervereine und Sanitätskolonnen wurden der König und feine hohen Gäste vom Publikum auf den Tribünen mit lautem Jubelrufen begrüßt, insbesondere auch Kronprinz Wilhelm und Prinz Ludwig von Payern durch Zurufe bewillkommnet. Die Prinzessinnen des sächsischen Königshauses fuhren im offenen Gala­wagen. Ein glänzende Suite schloß sich den Fürstlichkeiten an, aus der die mannigfachen Uniformen der fremdherrlichen Militär­attaches herausstachen. Es fand ein Vorbeimarsch statt. Die In­fanterie-Regimenter marschierten in Regimentskolonne vorüber, die Kavallerie in Eskadronfront, die Artillerie in Abteilungsfront, die berittenen Truppen des 12. Armeekorps im Schritt, die des 19. Armeekorps im Trabe. Der König, der die Uniform feines Ersten Leibgrenadierregiments Nr. 100 trug, führte dieses und ferner das Garde-Reiterregiment, das 1. Husarenregiment (König Albert Nr. 18), das 1. Feldartillerieregiment Nr. 12 und das 3. Feld-

Und dann kam ein Schluchzen von ihren Lippen, so heiß und wild, so verzweifelt, daß es von den Wänden widerhallte.

Heinrike lag stundenlang am Boden und rang mit ihrem Geschick, bis sie endlich ruhiger wurde.

Die Lippen fest verschloffen, ein Bild versteinerten Schmerzes, er­hob sie sich endlich und wankte in das Zimmer ihres Kindes, das ihr lächelnd entgegenblinzelte, während die Wintersonne golden durch die Scheiben brach.

Hnb wie des Kindes kleine Händchen zättlich über ihr Gesicht strichen, wie sich der weiche Kindermund liebkosend auf den ihren drückte, als wollte er mit diesem Kuß alles Leid von ihr nehmen, da fühlte Heinrike, daß sie in allem Elend doch noch reich war, reich in dem Kinde, deffen Vater sie betrogen, der ihre Liebe mit Füßen getreten, der ihr aber doch diesen Schatz gegeben, der allein nur ihr Leben reich machen sollte, den sie behüten und bewahren mußte, damit er einst ein ganzer Mann würde, voll fleckenloser Ehre.

Nichts nahm sie aus diesem Hause mit als ihr Kind und das Kind der anderen, die er auch betrogen.

Einer Bettlerin gleich mußte sie von dannen ziehen,^

Aber kein hemmendes Tor sollte sie aufhalten, festen Fußes wollte sie hinaustreten in das neue Leben.

Sibo war, nachdem ihn Heinrike aus feinem eigenen Zimmer ver­wiesen, in sein Schlafzimmer gewankt. Da hing über seinem Bett der geladene Revolver an der Wand.

Er schauderte davor, und doch murmelte er mit blassem Angesicht: Es wäre das einzig Anständige!"

Dann sank er ganz gebrochen auf seinen Bettrand nieder.

Was nun?

Heinrike war ganz rabiat. So viel hatte et wenigstens wegbe­kommen, daß die Ftänze, die schwatze Kanaille, tot wat, und daß sie Rolf noch zuguterletzt veranlaßt hatte, hübsch den Mund zu halten.

Pah, man sollte ihm mal was beweisen. Weibergeschwätz! Wer würde denn darauf etwas geben? Heinrike wer ja einfach komplett verrückt mit fchren Gefühlsduseleien gegenüber dem Kind. Wer weiß,

artillerieregiment Nr. 32. Der Kronprinz von Sachsen ging mit dem Regiment Kronprinz Nr. 104 vorüber, Kronprinz Wilhelm mit dem 2. Erenadierregiment Nr. 101 (Kaiser Wilhelm, König von Preußen). Der Vorbeimarsch war nach iy2 Uhr beendet. Nack der Kritik ritten die Fürstlichkeiten nach dem Lagerbahnhof zurück und kehrten von dort mittels Sonderzuges nach Dresden zurück. Im Zuge wurde das Frühstück eingenommen. Während der Parade kreiste eine Fliegertaube wiederholt über dem Platze.

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Deutsches Reich.

Bom Kaiser. Wilhelmshöhe, 29. Aug. Gestern nachmittag unternahmen die Majestäten eine Automobilfahrt in den Rein« hardswald. Heute vormittag ritt das Kaiserpaar aus. Der Kaiser trifft morgen nachmittag in Berlin ein und nimmt im Schloß Woh­nung.

Der deutsche Kaiser als Empfänger des Nobelpreises vorg«^ schlagen. Viktoria (Brit. Columbia), 29. Aug. Präsident Wheeler von der Universität California hielt eine Ansprache, in der er an- regte, daß der Nobelpreis dem deutschen Kaiser verliehen werde, der die deutsche Armee als machtvollen Faktor des Friedens 2? Jahre ausbaute, ohne sich ihrer zum Kriege zu bedienen.

Die Kronprinzessin traf, aus Merseburg kommend, am Dvu- nerstag abend 6.42 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein Sie nahm im kronprinzlichen Palais Wohnung.

' Der Zwischenfall aus der Reise des Prinzen Heinrich.

Tschita, 29. Aug. Gestern mittag gegen 1 Uhr entgleiste, wie kurz gemeldet, der sibirische Expreß etwa 80 Werst westlich von Tschita. Prinz Heinrich und sein Gefolge, sowie sämtliche Passagiers blieben unverletzt, obgleich alle Wagen bis auf einen aus den Schienen ge­laufen und die Schienen teilweise erheblich beschädigt waren. Die Unfallstelle liegt bei einer scharsen Kurve, die bergab führt und schnell mit'dem verhältnismäßig langen uge passiert wurde. Von beiden Seiten waren Hilsszüge mit Arbeitern und Material ball zur Stelle. Es wurde mit großer Umsicht und äußerster Anstreng- ung gearbeitet, sodaß nach ungefähr 12 Stunden der Zug nach xTschita geführt und hier sorgfältig untersucht werden konnte. Dei Prinz, welcher sich selbst tätig an den Anordnungen beteiligte, ließ den braven Arbeitern und seinen Mitpaffagieren seinen Dank aus­sprechen. Die Arbeiter antworteten mit einem lebhaften Hurra. Die Reife nach Wladiwostok ist heute frsih um 8 Uhr fortgesetzt worden. *

Der Reichskanzler. Berchtesgaden, 29. Aug. Der Reichs­kanzler v. Bethmann-Hollweg wird am 1. September hier zur Nach­kur eintreffen und im Erandhotel Wohnung nehmen. In Beglei- tung des Reichskanzlers befinden sich außer seiner Gemahlin der Gesandte v. Bülow und Geheimrat Pinkow.

Begnadigungen seitens des Prinzregenten von Bayern. München, 29. Aug. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Der Prinzregent äußerte sofort nach der Verkündigung des Gesetzes vom 18. 6. 1912, eine Aenderung des. Strafgesetzbuches betreffend, den Wunsch, durch Gnadenbeweis die Milderungen des Gesetzes auck denjenigen Personen zuteil werden zu kaffen, die vor dem Jnkraft treten des Gesetzes verurteilt worden sind, ihr Strafe aber noch nicht verbüßt haben. Auf den jetzt erstatteten Bericht des Justizministe­riums hin begnadigte der Prinzregent eine große Anzahl von Ver­urteilten. Manchen Verurteilten hat er die Strafe völlig erlaffen, darunter Strafen bis zu drei Monaten Gefängnis. Bei vielen Ver­urteilten hat er die Freiheitsstrafe erheblich gemindert, bei vielen die Gefängnisstrafe in eine mäßige Geldstrafe umgeandelt. Der Prinzregent tat durch diesen umfangreichen Enadenakt dem Volke aufs neue seine landesväterliche Milde und Güte kund.

wem das gehörte. Es kamen ja so viele Studenten damals in den Letzten Hellet«.

Run stieg doch eine leise Schamröte in fein Antlitz.

Pfui Deibel!" rief et, sich schüttelnd.Es ist weit gekommen mit dir, alter Junge, sehr weit!"

Sein Blick flog wieder zu dem Revolver empor.

Und plötzlich sah er das strenge Antlitz seines Vaters vor sich, bet ihn aus den großen, ehrlichen Blauaugen so fest ansah, und ganz deut­lich meinte er die Worte zu hören:

Nut Mut, mein Junge! Es ist nichts so schlimm, als ehrlos durchs Leben zu gehen!"

Vater!" schluchzte da Sibo auf.Vater, erbarme dich mein!« Wie gebrochen stand er eine Weile, sich an dem Bettpfosten haltend. Blitzschnell zog noch einmal sein ganzes Leben an ihm vorüber.

Er sah sich als Kind, umgeben von treuer Eltern Hut. Er sah sich, von der Mutter verwöhnt und vom Vater ermahnt, heranwachsen zum Jüngling, das Herz voller Wünsche und Träume. Et dachte daran wie aus den bunten Wünschen heißes Begehren wurde, wie er alles sich ihm in den Weg Stellende achtlos zerttat, um sich, wenn auch nur einen noch so kargen, kurzen Genuß zu schaffen. Er sah den bunten Kreis der Mädchen, die er lachend betrogen, und er sah die Ftänze, die arme Ftänze, mit ihrer Liebesglut, die ihn einst so berauscht. Er empfand Heinrikes reiche und innige Liebe, die ihn ausrichten sollte und frei- wachen von allem Unreien und Schlechten, und ihn schauderte, wenn et daran dachte, wie et auch sie betrogen.

Und dann war es ihm, als sähe et einen großen, weiten Saal und darin, um eine Tafel geschart, Männer, alte und junge. Weiße Mühen schmückten ihre Stirn, und das blauweißgoldene Band zierte ihre Brust. Und sie hielten Gericht über ihn und eine Hebe, alte Stimme, die von Heinrikes Vater, sagte feierlich:

Nun ist ihm ewig das Tor verschloffen, das ihn aufwärts führt. Wer an des Lebens Scheide es sich selbst verbaut, der kann nut noch durch des Lebens dunkelste Pforte schreiten, wo ihn ein Freund empfängt, bet letzte und einzige, der ihm geblieben, bet Tob!«

(Fortsetzung |MgM