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JK8 202 und der Expl langt zugesc

1912

(Nachdruck verboten.)

51

mit

Es den

Diener erzählt, seiest du gerufen, und wie eine Lähmung legte es sich auf den frohen Kreis. Zm Umsehen waren alle Gäste fort. Wie ge­jagt verließen alle das Haus, als ob die Pest bei uns ausgebrochen wäre. Das ganze Fest, das Tausende gekostet, ruiniert durch dein un­verantwortliches Benehmen! Schämen müssen wir uns vor den Leuten!" Das glaube ich gern, aber ich hoffe in erster Linie, daß du dich vor dir selber schämst I" .

Was sollen die dummen Redensarten?"

Die Diener haben ganz recht berichtet. Ich wurde zu einer Ster­benden gerufen. Ich brachte Zrmele zu ihrer sterbenden Mutter."

Du bist verrückt!" schrie Sibo seine Frau an, während plötzlich ein Krampf ihm die Kehle zuschnürte.Na, da find wir ja die Göre hoffentlich los!" fuhr er fort, fich mühsam zurechtfindend und sich wieder in den Sefiel werfend, während sein Auge scheu zu Heinrike herüber­flackerte, die so hoch aufgerichtet und so seltsam entschloßen tn dem grauen Morgenlicht vor ihm stand, daß ihm fast vor ihr graute.

»Ich habe der Sterbenden gelobt, Zrmele wie mein eigenes Kind zu halten", sprach Heinrike langsam,und ich erwarte von dir, daß du dem Kinde seinen rechtmäßigen Namen, Zrmele von Eschendach, gibst!" Bist du von Sinnen, Weib! ?" schrie Sibo zornig, obwohl es wie heimliche Angst in seiner Stimme bebte.

Er hatte plötzlich die Gewißheit, daß die Frau da vor ihm alles wußte, daß es nichts mehr zu verbergen gab.

Heinrike lächelte verächtlich.

Es gibt glücklicherweise noch Mittel, dich zu zwingen, deine ehrlose Handlungsweise, soweit es noch möglich ist, gutzumaiyen. Wenn es auch vielleicht für Zrmele keine besondere Ehre ist, den Namen des Manner zu tragen, der ihre Mutter ins frühe Grab brachte, so soll dem Kinde doch wenigstens sein Recht geschehen."

Sibo lachte höhnisch auf.

Mach dich doch nicht lächerlich mit deinen phantastlschen Planen! Du bist ja gar nicht zurechnungsfähig!"

Mehr, als du denkst! Aber ich bin nicht gekommen, darüber zu streiten, sondern dir zu sagen, daß Rolf Bandener ein Dokument besitzt, aus de» klipp und klar hervorgeht, daß du nicht nur der Verführer

Jahres 1911 auf die Viehhaltung zu beseiiigen. Die starke und rasche Vermehrungsfähigkeit der Schweineproduktion gestattet angesichts der diesjährigen guten Ernte die Hoffnung auf eine nicht allzu lang hinaus­geschobene Rückkehr zu niedrigeren Preisen.

ausgezeichneten Freunde in Berlin sehr lieb ist, angenommen haben. Wäre es nicht besser, wenn man irgend ein Mittel finden könnte, Marokko seine alte Physiognomie zu laßen? Ein Sultan in Fez, ein anderer in Marrakesch und große Vasallen hie und da wür­den vielleicht ein Ganzes bilden, das leichter zu beherrschen wäre, wenn es auch für unser Auge, das die Einheit liebt, ein wenig harmonisches Bild gibt.

Das Tor des Lebens.

Roman von AnnyWothe.

(Copyright 1910 by Boll & Pickardt, Berlin.)

(Fortsetzung.»

Als Heinrike durch die verödeten Räume ihres Hauses schritt, die. In wüster Unordnung von den Gästen verlasien, ihr wie ein Todesrachen entgegengähnten, lief doch einen Augenblick ein Zittern durch ihre Gestalt.

Alles deutete auf einen schleunigen Aufbruch der Gaste. Die Diener hatten es nicht einmal für notwendig gehalten, nur etwas Ordnung in das wüste Chaos zu bringen.

Jetzt liefen sie, hier und da Hand anlegend, scheu bei ihr vorüber.

Heinrike trat über abgerisiene Blumengirlanden und hingeworfene Servietten, als sie festen Schrittes dem Arbeitszimmer ihres Mannes zuging, das man dem Mummenschanz des Festes nicht preisgegeben hatte.

Sie öffnete schnell die Tür. Da sah sie Sibo, lang hingestreckt, in einem hohen Ledersesiel friedlich schlafen. Eine geleerte Sektflasche stand neben ihm auf dem Teppich.

Mit fester Hand drückte Heinrike die Tür ins Schloß.

Die Lage in Marokko

Paris, 27. Aug. Die Agence Havas meldet aus Mazagan vom 25. August: Ein Kaufmann erhielt einen aus Marrakesch vom 19. August datierten Brief von dem Arzt Guichard, in dem dieser bestätigt, daß er mit seinen Gefährten am 15. August in die Stadt zurückkehren mußte. Sie seien unversehrt und hätten sich zuerst zu Mtugi. dann zu El Glaui geflüchtet; sie würden gut behandelt. Der Brief bestätigt, daß die europäischen Läden nach dem Einzug El Hibas geplündert wurden. Schließlich bestätigen Europäer, die in ^Safsi angekommen sind, daß die Franzosen Gefangene El Hibas seien. Aus Casablanca wird gemeldet: Mehrere Trupps feind­licher Reiter näherten sich dem Lager Mangins von Süden bis auf zwei Kilometer. Sie wurden durch Artilleriefeuer mühelos zu- rückget rieben.

P a ri s , 27. Aug. Die meisten Blätter enthalten sich jedes Urteils über die Ereignisse in Marokko und begnügen sich die von dort eingehenden Nachrichten zu registrieren. DerFigaro" mel­det: Die Lage sei nicht gut. man müße sich aber hüten sie schlimmer zu sehen als sie sei. DerMatin" erblickt ein schlimmes Zeichen in dem Abfall des Kaid Anflous von der französischen Sache. Das Blatt schreibt: Wenn unsere Landsleute gefangen sind und wenn die letzten Depeschen uns einen unmittelbar bevorstehenden Kampf Vorhersagen, so wirkt das gegenwärtig eingetretene Schweigen be­ängstigend. DieFrance Militaire" schreibt folgendes: Wir ver­beißen uns darauf, aus Marokko ein unter einer einzigen Autorität des Sultans in Fez zentralisiertes Reich zu machen. Es war im Prinzip eine Torheit von uns, daß wir diese Idee, welche unsrem

Marburg

Donnerstag, 29. August

Schnee geschleift.

So schmutzig war auch ihr ganzes Dasein durch ihn geworden.

Warum antwortest du nicht?" schimpfte Sibo, die Sektflasche dem Fuße fortstotzend.Ist das eine Art, heimlich in der Nacht, wenn »an das ganze Hau» voll Gaste hat, fortzulaufen und Anlaß zu allerlei abenteuerlichen Gerüchten gn geben? Zu einer Sterbenden, haben die

' ieL'vci ijcfjiliijc Zeitung" ergryeint taglut, nut Äu-uayuie m -sonio und Feiertage. Dec Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zettungsstellen unö vrr Expedition (Markt 21) 2.00 JK frei ins Haus. (Für unver. lanat zugesandte Manuskripte übernimmt bte Redaktton fetnerte Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh ' Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Verstört fuhr Sibo aus dem Schlaf.

Zum Donnerwetter! Was soll dann das?" brauste er auf.Wo kommst du denn her, und wie stehst du aus? Schämst du dich nicht, hier des Rachts heimlich davonzulaufen wie eine Dirne?"

Heinrike sah flüchtig an ihrem weißen Königskleide hinab, hatte einen breiten, schmutzigen Saum, weil sie es achtlos durch

Das Wetterleuchten im Osten.

Wien, 27. Aug. Aus Serajewo wird derNeuen Freien Presie" gemeldet: Zn hiesigen politischen Kreisen verlautet, daß im Ministerium des Aeußeren mit einem türkisch-bulgarischen Kriegs-Zustand gerechnet wird. Da in dem Falle, daß Bulgarien der Türkei den Krieg erklärt, auch Oesterreich in Mitleidenschaft gezogen würde, wurden die bos­nischen Parlamente davon in Kenntnis gesetzt, daß dann nicht nur der bosnische Landtag auf unbestimmte Zeit vertagt, sondern auch die bos­nische Verfassung während eines türkisch-bulgarischen Konfliktes suspen­diert werden dürfte. t ± , ...

Sofia, 27. Aug. DieAgence Bulgare" dementiert kategorisch die Blättermeldung, daß bet dem gestern in Tschamkoria unter dem Vor­sitze des Königs abgehaltenen Ministerrat die Mobilisierung der Trup­pen in Süd-Bulgarien beschloßen worden sei. Schon die Tatsache, daß die meisten Minister gestern in Sofia weilten, widerspreche der Meldung.

Belgrad, 27. Aug. Die Regierung beauftragte den serbischen Gesandten in Konstantinopel, bei der Pforte wegen des Serbenmasiakres in Sienitza energische Schritte zu unternehmen und gleichzeitig bett Schutz der Serben im ganzen Sandschak gegen jedweden Angriff^zu verlangen. Die Regierung entsandte einen Grenzkommisfar nach oie« nitza zur ausführlichen Berichterstattung über das Gemetzel.

Paris, 27. Aug. DieAgence Havas" meldet aus London: Die englische Regierung stellte in Paris und Petersburg das Ansuchen, mit ihr gemeinsam die Aufmerksamkeit Griechenlands auf die Gefahren einer Landung in Samos und des Hervorrufens einer Bewegung zu Gunsten der Annexion durch Griechenland, wie sie gegenwärtig von Griechen­land und Kreta vorbereitet wird, zu lenken. Ein englisches und ein französisches Kriegsschiff erhielten Befehl, nach Samos zu gehen, um eine Landung nötigenfalls gewaltsam zu verhindern.

Malta. 27. Äug. Die Lage in Kreta veranlaßt Beunruhigung. Es wird geglaubt, daß die Abreise des englischen KreuzersDiama" infolgedessen zwei Tage vordatiert wurde.

K o n st a n t i n o p e l, 27. Aug. Die Komiteeanhänger hielten eine vorbereitende Sitzung zur Festsetzung der Arbeiten des jungtürkischen Kongresies ab. Die Delegiertenzahl zum Kongreß ist auf 25 festgesetzt. Wenn nötig, wohnen alle Deputierten und Senatoren dem Kongreß bei.

mit oern Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Bellagen:Nach Feierabend«,Fürs Haus« undLandwirtschaftliche Beilage«.

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Politische Umschau.

Di« hohen Fleischpreise.

Berlin, 27. Aug. DieNordeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in einem weiteren, mit reichlichem statistischen Material ausgestatteten Artikel zur Frage der Fleischversorgung folgendes: Die Viehteuerung ist unbestreitbar, diese aber auf ungenügende Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft zurückzuführen und Abhilfe nur in erweiterter Grenzöffnung und Erleichterung der Fleischeinfuhr zu erblicken, Jet unberechtigt. Die Zahlen über die Schlachtungen in Deutschland be­weisen vielmehr, daß die Landwirtschaft trotz allerschwerster Schädigung der Viehzucht durch die Mißernte des Jahres 1911 in allen, als Vteh- futter in Betracht kommenden Früchten uns trotz ungeheurer Verluste durch die Mul- und Klauenseuche doch mehr Schlachtvieh auf den Markt brachte, als im Vorjahr. Nach Feststellung des kaiserlichen Gesundheits­amts ist der zum Verbrauch verfügbar gewesene Fleischvorrat noch um 22 Mill. Kilogramm größer gewesen, als 1910, und die gleiche Berech­nung für 1912 zeigt weitere Zunahme. Die Linienbewegungen der Vieh- und Fleischpreise sind keine einheitlichen. Die Fleischpreise sind seit Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts fast ununter­brochen hinaufgegangen, bei fallenden Viehpreisen aber nur zögernd und niemals in vollem Umfange zurückgegangen. Die Ursachen hierfür sind mannigfach. Die Unkosten des Fleischergewerbes sind verhalt,ns- mäßig in erheblich größerem Maße gestiegen, als die Niehpretfe. Cs sei nur erinnert an die erhöhten Ladenntieten, an die otctgcrung der Eesellenlöhne, an die Ansprüche der Sanitätspolizei und des Publi­kums Dazu kommt die vielfach beobachtete Borgwirtschaft der Konsu­menten beim Fleischer, häufig auch eigene finanzielle Abhängigkeit vom Eroßschlächter, Kommissionär oder Händler, Die Vieherzeugung t|t immer kostspieliger geworden. Die sozialen Lasten, Lohnsteigerungen, Leutemangel und vieles andere zwingen den Landwirt, sein Schlachi- vieh höher zu verwerten. Daß die Behauptungen der Fleischer über Fleischnot und Viehmangel von der politischen Presie für Parteizwecke aufgenommen und ausgebeutet wurden, trug sicher auch dazu bei, daß die Viehpreise immer mehr angezogen, denn erst dadurch wurde dem Landwirt klar gemacht, daß sein Vieh begehrte Ware sei und er dabet mehr als bisher auf den Preis halten könne. Eine wettere Folge der höheren Preise war die Vermehrung insbesondere der Schweinehaltung, die zeitweise eine Ueberfüllung der Märkte mit Schweinen verursachte. Die Preise erreichten im Frühjahr und Sommer 1911 einen Tiefstand, der die Schweinehaltung zeitweise unrentabel machte Ferkel waren in manchen Gegenden überhaupt unverkäuflich. Von billigen Schwe-ne- fleischpreisen merkte aber trotzdem in den Großstädten niemand etwas. Die landwirtschaftliche Erzeugung aber ist abhängig von einer Reihe von unbeeinflußbareu Umständen, so von beut Ausfall der Futterernte. Eewisie Schwankungen in der Viehhaltung sind daher unvermeidlich. Die starke Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche und die Mißernte von 1911 verteuerten die eigentliche Viehmast so gewaltig, daß sie ent­weder eingeschränkt werden mußte, oder nur bei gesteigerten Viehpreisen noch möglich war. Rn gesteigertem Viehangebot fehlte es dennoch nicht, die Vermehrung der Viehhaltung fand noch weiter statt, neben der Ver­mehrung der Schweinehaltung vergrößerte sich auch der Rinderbestand noch. Die Steigerung der Schlachrviehpreise s^j darauf zurückzuführen, daß die ungewöhnlich günstige, sich noch aufwärts bewegende allgemeine wirtschaftliche Konjunktur die Kaufkraft bet Bevölkerung und damit die Nachfrage nach Fleisch höher als früher gehalten hat. Dies ist ein sehr erfreuliches Ergebnis bet Wirtschaftspolitik, gleichzeitig auch bas sicherste Mittel für die Rückkehr zu normalen Viehpreisen. Die günstige diesjährige Rauhfutterernte und die Aussichten auf gute Hackfruchternte bieten, so schließt die ösfiziöse Auslastung, die Gewähr, baß die Land­wirtschaft alle Kräfte anspannen wird, die ungünstige Einwirkung des

Deutsches Reich.

Das Befinden des Kaisers. Cassel, 27. Aug. (Sonderbericht.) Heute hat der Kaiser mehrere Stunden außerhalb des Bettes ver­bringen können. Er nahm an der gemeinschaftlichen Familieniasel teil und arbeitete darauf mit dem Chef des Zivilkabinetts und später mit dem Chef des Militärkabinetts, wo dringende Regie­rungsgeschäfte erledigt wurden. Gegen y26 Uhr begab sich der Kaiser wieder zur Ruhe, da er sich infolge der Nachwirkungen der Krankheit noch angegriffen fühlte. Die Untersuchung durch die. beiden Kaiserlichen Leibärzte, Generalarzt Dr. Zunker und Ober­stabsarzt Dr. Riedner, ergab, daß die Vesierung im Allgemeinbe­finden fortschreite; eine kleine Temperaturzunahme am Abend wurde für bedeutungslos gehalten. Die Reisedispositionen des Kaisers sind jedoch geändert worden, und zwar nach der Richtung, daß die Abfahrt des Kaiserlichen Hoflagers nach den heute abend getroffenen Bestimmungen erst am 30. August vormittags I->11 Uhr erfolgen werde. Die sonstigen Reisedispositionen sind unverändert geblieben, dahingegen steht bereits ziemlich fest, daß die Reise des Kaisers nach der Schweiz zur Teilnahme an den Manövern nicht erfolgen wird, wenn nicht ganz wesentlich besieres Wetter ein- treten sollte. Die Leibärzte des Kaisers halten eine Reise bei den jetzigen Witterungsverhältnissen für sehr gewagt, da sich zu leicht eine Wiederholung der jetzigen Krankheit ergeben könnte. Die Reise in die Schweiz sollte am 3. September erfolgen: da aber der Kaiser am 2. September die Parade über das Gardekorps und das 3. Armeekorps auf dem Tempelhofer Felde abnehmen will, so kön­nen sich die Aerzte dazu nicht entschließen, dem Kaiser die Reis« nach der Schweiz zu empfehlen. Sie halten vielmehr nach der Parade eine mehrtägige Ruhe für unbedingt erforderlich. De, Kaiser hat dem Wunsche Ausdruck gegeben, an den Schlusigefechten des Kaisermanöoers teilzunehmen, die in den Tagen vom 11., 12, und 13. September vor sich gehen werden: da er hier längere Zeit im Sattel sitzen muß, so dürfte eine vorherige Ruhe geboten er­scheinen. Die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise be­suchten heute abend das Kgl. Hoftheater und wohnten hier einer - auf Allerhöchsten Befehl angesetzten Wiederholung des Lustspiels Husarenfieber" bei; die Prinzessin Viktoria Luise war bereits zu Beginn des Hoftheaters in der Kaiserlichen Loge erschienen, wäh­rend die Kaiserin erst eine Stunde später im Theater erschien. Dir Tatsache, daß die Kaiserin und die Prinzessin das Kgl. Hoftheater besuchten, ist weiterhin ein Beweis dafür, daß die Besserung im Befinden des Kaisers gute Fortschritte gemacht hat und zu irgend­welchen Besorgnissen jetzt nicht mehr berechtigten Anlaß bietet. Wilhelmshöhe, 27. Aug. Die Abreise des Kaiserpaares nach Pots­dam ist auf Freitag vormittag 10i/> Uhr festgesetzt.

Die Festlichkeiten in Merseburg. Merseburg, 27. Aug. Das Kronprinzenpaar traf heute vormittag wieder in Merseburg ein und besichtigte den Dom. Die Kronprinzessin besuchte das Ver­einshaus des Vaterländischen Frauenvereins. Die Abreise des Kronprinzen zu den Festlichkeiten in Dresden erfolgt morgen vor­mittag 11 Uhr 31 Minuten von Merseburg aus, die Ankunst in Dresden um 3 Uhr nachmittags. Die Kronprinzessin verbleibt noch einen Tag auf dem Rittergut Schkopau.

Prinz Heinrich von Preußen passierte auf seiner Reise nach Japan gestern Irkutsk. ,

Staatsbeihilsen für Prioatmiidchenschulen. Rach einem Er­laß des preußischen Unterrichtsministers stehen Mittel zu Eewäh- ber Fränze Carsten und Vater ihres Kindes bist, sonvern daß du ti auch warst, der sie damals zwang, ihrem Vater bas Gew zu stehlen, da­mit du es verbrauchen konntest. Es steht aber noch weirer tn dem Doku­ment die an Eibesstatt gegebene Aussage der Fränze Carsten, daß d, es warst, der das atme Weib, um bi* ihrer -u entledigen, in ben Rhett stieß. Der Schiffer Bartens ist, wie du ja selber weißt, Zeuge, daß et so gewesen ist. Er wirb sich gewiß, wenn er dir gegenübergestellt wird, erinnern, daß der fortlaufende Bube, nachdem er sich der Fränze erledigt, deine Gestalt hatte und den Weg von diesem Hause aus genommen Hai."

Schweige, du Satansweib! Willst du mich denn verrückt machen?" Rein! Ich will Mt nur sagen, daß ich dich jetzt kenne, und daß ich mich schäme, in tiefster Seele schäme, irgendwelche Gemeinschaft mit dir zu haben! Du hast, wie immer, Glück, indem die Sterbende in letzter Stunde Rolf Bandener noch bat, dich, ihren Verderber, zu schonen. Er wird auch meinet- und der Kinder wegen davon absehen, als Ankläger gegen den einstigen Freund vorzugehen, aber deine Tat wird dadurch, daß dich keine öffentliche Strafe trifft, nicht geringer. Sie scheidet uns für immer! Von heute ab trennen sich unsere Wege!

Oho, mein stolzes Schätzlein", höhnte Sibo, befreit aufatmend, daß nach Heinrikes Eröffnungen ihm ja gar keine Gefahr drohte sie waren doch zu dumm, die beiden, Rolf und Heinrikedu weißt doch, daß unsere Kirche das Wort Scheidung nicht kennt?"

Aber sie kann mich nicht zwingen, noch irgend eine Verbindung mit einem ehrlosen, einem gemeinen Verbrecher aufrecht zu erhalten. Als du damals in deinen Zugendtagen das erste Mal vom Wege der Pflicht und Ehre abirrtest, da meinte ich, es sei meine Pflicht, dich z« retten, dich zu halten, dich zu besiern! Mit Hintansetzung meines eige­nen Selbst, meines ganzen Menschen wurde ich dein Weib. Rur dir wollte ich helfen, dich vom Abgrund zurückhalten, dich auf den rechten Weg führen! Und ich Törin glaubte, es (et mir gelungen, bis ich er­kennen mußte, daß du so gemein wie die arme Fränze'auch mich betrogst, immer und zu jeder Zettl Das Maß ober ist jetzt voll! Vom heutigen Tage an sage ich mich los von dir! Die Kinder nehme ich mit mir, nie wirst und sollst du sie Wiedersehen, denn bu verdienst nicht, daß sie dein stndl" (Formung folgt.)

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