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47. Jahrg,
1912.
Marburg
Dienstag, 27. August
Lie „CVcrlitfiihDe Rettung" eilttjtuu laglich mit muJtuujuie vct euiui-- unb Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 * (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <H frei ins Haus. (Für unter» langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Znh 1 Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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für den Monat September 1912
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Die Lage in Marokko
ist für die Franzosen nichts weniger als angenehm, das gibt man jetzt selbst zu. So veröffentlicht das „Echo de Paris" eine Würdigung der gegenwärtigen Verhältnisse im Süden Marokkos und führt darin aus: Der französische Konsul und die anderen Franzosen können so gut wie sicher als Geiseln des Thronforderers El Hiba betrachtet werden, der in Marrakesch mit etwa 6000 Mann eingezogen ist. Der größte Teil seiner Anhänger ist wohlbewaffnet. Man müßte, um Marrakesch zu befreien und den Süden zu beruhigen, mindestens 20 000 Mann und große Mengen Munition entsenden. Man dürfe aber nicht aus den Augen verlieren, daß nach dem Urteil von Genereal Lyautey und nach allen anderen Erklärungen von Sachkennern etwa zehn Jahre erforderlich sind, um Marokko ganz zu beruhigen. Die Regierung sei aber entschlossen, dem General alle Verstärkungen zu schicken, die er verlangen wird, welches auch immer die Opfer seien, die die Ereignisse Frankreich auferlegen. Wenn das Blutbad der Franzosen in Marrakesch bekannt würde, könnte die französische Regierung nicht zögern, sofort die nötigen Truppen nach Marokko aögehen zu lassen. Bis jetzt sei aber diese Expedition noch nicht als nötig erachtet worden. Man glaubt im Gegenteil, daß der Konsul und die andern Franzosen sich in der Hauptstadt des Südens in Sicherheit befinden.
Unter diesen Umständen ist es dem „Temps" ein Bedürfnis, die marokkanischen Verlegenheiten auf — (wie könnte es anders fein!) deutsche Umtriebe zurückzuführen, er veröffentlicht ein dementsprechendes Telegramm aus Mogador. Der Korrespondent will aus sicherer Quelle erfahren habey, daß die Brüder Mannesmann und ihre Agenten in dauernder Verbindung mit dem aufrührerischen Prätendenten Mohammed et Hiba ständen. Der Gewährsmann des Korrespondenten will eine ganze Nacht mit einem Boten der Mannesmann zusammen verbracht haben, welcher Briefe dieser Firma an El Hiba bei sich führte. Das Verbot des Prätendenten, keinen französischen Zucker zu kaufen, sei auf d-e Beziehungen zu den Mannesmann zurückzuführen, da die Mannesmann ein Zuckermonopol im ganzen Susgebiet hätten.
Ueber die Lage liegen folgende weitere Meldungen vor:
T an g e r, 24. Aug. Durch eine Proklamation an die Bewohner des Susgebiets schafft der in Marrakesch zum Sultan aus- gerufene El Hiba alle Steuern ab. — Der französische Konsul Mai- gret und seine Begleiter versuchten aus Marrakesch zu entkommen, wurden aber einige Kilometer von der Stadt entfernt angehalten und gezwungen, in die Stadt zurückzukehren. Sie fanden dann im Hause El Elauis, das in einiger Entfernung von der Stadt liegt, ein Unterkommen und werden sich dort ein paar Tage verteidigen können. Die französische Regierung beabsichtigt, wegen ihrer Freilassung mit El Hiba in Verhandlungen einzutreten. Wenn die Vor-
(Nachdruck verboten.)
Das Tor des Lebens.
Roman von A n n y W o t h e.
(Copyright 1910 by Boll & Pickardt, Berlin.)
*9 ! Fortsetzung.)
„Wie steht es mit der Kranken?" fragte Rolf, hastig seinen Mantel tm Vorzimmer ablegend, Schwester Renate, während Jrmele sich scheu an Heinrike schmiegte.
„Die Kräfte nehmen zusehends ab. Herr Doktor, die Kranke jammert nach dem Kind."
„Sie ist bei Bewußtsein?"
• „Vollkommen, Herr Doktor!" t
„Wollen Sie sich mit Jrmele bereit halten, gnädige Frau," wandte sich Bandener an Heinrike. „Ich möchte die Kranke erst etwas vorberer- ten. Halten Sie sich, bitte, in der Nähe der Tür, oder bester, treten Sie gleich mit ein und bleiben Sie etwas im Hintergründe." w
Mit klopfendem Herzen, das Kind an der Hand, betrat Heinrike hinter dem Doktor das Krankenzimmer. Sie und Jrmele standen ganz Im Dunkel, das Lager der Kranken aber war hell umstrahlt von brennenden Kerzen, die man angezündet hatte, um der armen Fränze die heilige Wegzehrung zu reichen.
Ein blasses, eingesunkenes Gesicht hob sich wie ein Schatten von den weißen Kisten ab. Das war also aus dem einst so blühenden Geschöpf geworden, durch Sibos Schuld.
Ein Jammer ohnegleichen erfaßte Heinrikes Seele. Fest hielt sie des Kindes Hand, das staunend auf die brennenden Lichter sah.
„Fühlen Sie sich etwas bester, Fränze?" fragte der Arzt, sich besorgt kiber die Kranke beugend.
Die Leidende hob die Augen.
„Es geht mir jetzt sehr gut, Herr Doktor, die Brust tut nicht mehr so weh, so schrecklich weh. Haben Sie Jrmele gesehen? Darf sie kommen?"
»Ja, Fränze, wenn Sie mir versprechen wollen, sich nicht aufzuregen. recht ruhig und brav zu sein."
„Und man hat Ihnen das Kind gegeben — et — Sibo, der es mir doch nehmen wollte?"
Verhandlungen keinen Erfolg zeitigen, soll eine fliegende Kolonne ihnen von Mesra len Abu, wohin Verstärkungen entsandt worden sind, zur Hilfe geschickt werden. — Der vor Mogador ankernde Kreuzer wird als ausreichend angesehen, der örtlichen unruhigen Stimmung die Spitze zu bieten.
Ein schwacher Trost ist es dennoch für die Franzosen, daß der Sultan Mulay Justef ihre Kreatur sich ihnen ganz zur Verfügung stellt.
Paris, 24. Aug. General Lyautey ließ dem Ministerpräsidenten Poincarö folgendes Telegramm des Wesirs Muley Juffefs übermitteln: In dem Augenblick, in dem das marokkanische Volk in spontaner Weise die Proklamation des Sultans vorgenommen und die Delegierten dem Sultan den Traditionen gemäß ihre Ehrerbietung erweisen, hielt es der Sultan für feine Pflicht, dem Präsidenten der Republik mitzuteilen, daß er entschlossen sei, die Entente zu vervollständigen und das freundschaftliche Zusammenarbeiten mit Frankreich im Werke des Friedens und des Fortschritts des scherifischen Reiches zu vollenden, das die beiden befreundeten Regierungen in Angriff genommen haben. Poincar^ erwiderte: Er habe nicht verfehlt, dem Präsidenten der Republik das Telegramm zu unterbreiten, das der Wesir an Sie gerichtet hat. Der Präsident bittet Sie, dem Sultan mitzuteilen, er hätte mit lebhaftester Genugtuung die ihm gegebene Versicherung feiner festen Absicht erhalten, die Entente der beiden Länder zu vervollständigen und in freundschaftlicher Weise mit Frankreich zusam- menzuarbeiten zur friedlichen Entwicklung des scherifischen Reiches. Wollen Sie dem Sultan mitteilen, et könne aus die vollständige Mithilfe der republikanischen Regierung rechnen, die den Glauben und die Tradition der muselmanischen Bevölkerung achten will und glücklich sein wird, dem Sultan die Vorteile der Zivilisation erringen zu helfen.
Paris, 25. Aug. Am 22. August wurden ziemlich beträchtliche Truppenabteilungen El Hibas gemeldet, die auf Mesra-ben- Abu marschierten. Der Kalif El Hibas ist 30 Kilometer nördlich von Marrakesch angekommen. Die Kolonne des Obersten Mangin trat alle Vorbereitungen, um mit dem Feind in Fühlung zu kommen und eine Vereinigung mit den Polizeiabteilungen, die von Suk-el-Tleta und Sidi-ben-Nur unterwegs sind, herbeizuführen. — In der Nähe von Suk-el-Arba wurden am 21. August Ansammlungen gemeldet. Um ihnen zu begegnen,wurde von der Kolonne Papy vier Kompagnien, eine Schwadron und eine Artillerieabteilung entsandt, die 8 Kilometer vom Lager auf den Feind stießen. Es entspann sich ein h e f t i g e r K a m p f, der von 7 Uhr morgens bis mittags dauerte. Die Franzosen hatten drei Tote und 7 Verwundete. Die Verluste der Eingeborenen sind beträchtlich. In der Umgebung des Lagers sind weiter große feindliche Ansammlungen zu bemerken. Nach Nachrichten von Eingeborenen verließ El Hiba Marrakesch und wandte sich nach Norden. Zu den Dukhalastäm- men schickte er Sendboten.
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Aus der Türkei.
Konstantinopel, 24. Aug. Die Regierung zieht Truppen kn dem Engpässe von Katscharik, um einer möglichen Rückkehr der Albanesen vorzubeugen, zusammen. Einer der Gründer der liberalen Entente, der zum Minister des Innern ausersehen war, ist zum Mali von Smyrna ernannt worden.
Saloniki, 24. Ang. Auf der Bahnstrecke Saloniki—Uesküb zwischen den Stationenn Köprülü und Eraesko sind zwei Bomben gefunden worden, die von Pasiagieren des Zuges entfernt werden kannten.
Mit großen, weit geöffneten Augen starrte die Kranke dem Arzt ins (Besicht.
„Nein, Fränze. Er weiß nichts von Ihnen, wie Sie es ja gewünscht haben. Aber eine andere ist hier, diejenige, die Ihr armes Kind mütterlich an ihr Herz nahm, die es hegen und pflegen will, als wäre es ihr eigenes, die kommt selbst, um Ihnen Jrmele zu bringen."
Ein Schluchzen kam aus der Kranken Brust, und dann starrte sie wie entgeistert auf die holde Frauenerscheinung in dem schillernden Gewände, die, mit dem Kinde an der Hand, jetzt in den Lichtkreis trat.
Wie die heilige Mutter Gottes selbst erschien sie der leidvollen Fxau, die mit einem zitternden Laut dem Kinde die Hände entgegenstreckte.
„Jrmele, mein Jrmele!" brach es von ihren Lippen, und dann hielt sie des Kindes Köpfchen mit bebenden Händen umfangen.
„Mein Kind, mein einziges, geliebtes Kind, kennst Du mich denn noch? Hast Du mich lieb?"
Einen Augenblick irrten des Kindes Augen fast ängstlich über das abgezehrte Gesicht, dann aber kam langsam ein Erinnern. Dje blauen Kinderaugen füllten sich mit Tränen, und dann jauchzte sie 'auf, und mit den kleinen, dicken Händen zärtlich über das blaffe Gesicht der Kranken streichend, sagte sie voll heimlicher Seligkeit:
„Traute, ach, Traute, du bist wieder da, wieder bei Jrmele! Jrmele ist so froh, so froh!"
Und des Kindes Mündchen neigte sich auf die trockenen, bleichen Lippen der Kranken und küßte sie in überquellender, tief aus dem Herzen kommender Liebe.
„So nimmt mein Kind all s Leid von mir", murmelte die Kranke, und dann bat sie, des Kindes Köpfchen an ihre Brust ziehend:
„Sage einmal Mutter, Jrmele, sage Mutter!"
Das Kind sah sie groß an, dann aber glitt ein süßes Lächeln über das kleine Gesichtchen, und die dürre Hand der Kranken streichelnd, flüsterte es kaum hörbar:
„Mutterle, mein Mutterle!"
Da rann ein Strom von Tränen über die abgehärmten Züge, und wir zum Segen legten sich die zitternden Hände auf das lockige Köpfchen.
„Deinetwegen, Jrmele", sagte sie feierlich, „deinetwegen will ich deinem Vater vergeben. Sage ihm, wenn die Stunde kommt, wo er nicht sterben kann, wo Reue und Selbstqual ihn martert, daß alle Schuld aus-
Konstantinopel, 24. Aug. Wie informierte türkische Kreist besagen, hat Montenegro an der Grenze 34 000 Mann konzentrier. Der Mali von Erzerum hat telegraphiert, daß Rußland in Sarykamysch 60 000 Mann zusammengezogen habe.
Saloniki, 24. Aug. Abdullah Esfendi, der Leiter des Steueramtes in Metsoven ist von einer fünfzehnköpfigen griechischen Bande entführt, sein Begleiter, ein Beamter des Telegraphenamtes, tödlich verwundet worden.
Salonik, 25. Aug. Nach einer Meldung aus Durazzo wurveu die Militärabteilungen, welche die Straße nach Durazzo besetzt hielten, von Arnauten aus Malisiia, Mattia und Gorra angegriffen. Ein besonders heftiger Zusammenstoß erfolgte bei Raspol. Vierzig Arnauten sollen verwundet worden {ein. Die Verluste des Militärs find unbekannt.
Wien, 25. Aug. Aus eine Anfrage, die die „Neue Freie Presse" an den montenegrinischen Minister des Aeußeren über den Stand de« Verhältnisses zwischen der Türkei und Montenegro gerichtet hat, antwortete der Minister folgendes: Der Friede wird wegen der letzten, an der türkisch-montenegrinischen Grenze vorgekommenen Zwischenfälle keineswegs gestört werden, aber alles ist zu befürchten, wenn die Türkei dabei beharrt, das montenegrinische Gebiet willkürlich zu okkupieren.
Konstantinopel, 25. Aug. Der montenegrinische Geschäftsträger Plamenatz hatte gestern nachmittag eine neuerliche Unterredung mit dem Minister des Aeußeren, nach der die Pforte die Mitteilung veröffentlichte, daß der türkisch-montenegrinische Konflikt beigelegk würde. — Das Ministerium ist nunmehr vollständig. Die Minister der Evkafs, des Innern, der Marine, der Justiz und der Post sind ehemalige Anhänger oder Freunde des Komitees und vertreten die Richtung Hilmis. Die Gruppe Kiamils umfaßt den Scheich ül Islam, bt< Minister des Aeußern, der Finanzen, des Handels und des Unterrichts.
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Deutsches Reich.
— Absage der Merseburger und Dresdener Manöverfestlich« keilen durch den Kaiser. C a s s e l, 24. Aug. Der Kaiser ist durch eine Erkältung gezwungen, den Manöverfestlichkeiten in der Provinz Sachsen und dem sächsischen Hofe in Dresden fernzubleiben. Der Kronprinz ist mit der Vertretung des Kaisers in der Provinz Sachsen beauftragt worden. Die Majestäten verbleiben noch einigt Tage in Wlhelmshöhe. Eine offiziöse Erklärung besagt: Berlin, 24. Aug. Der Kaiser ist in Wilhelmshöhe an einer Erkältung ev krankt, welche mit leichtern aber sehr schmerzhaftem Muskelrheuma- tismus verbunden ist. Allerhöchstderselbe mußte infolgedessen au[ ärztlichen Rat seine Reise nach Merseburg und Dresden aufgeben Die Parade des 4. Armeekorps bei Merseburg wurde abgesagt. -- Dresden, 25. Aug. Wie das Oberhofmarschallamt bekanntgibt, verlieh der Kaiser in einem an den König gerichteten Telegramm seinem schmerzlichen Bedauern Ausdruck, den Festlichkeiten Sachsens und der schönen Hauptstadt wegen Erkrankung fernzubleiben und auf das Wiedersehen der braven sächsischen Truppen verzichten zu müssen und den Erfolg der großartigen Vorbereitungen, die zu seinem Empfange getroffen, nicht selbst sehen zu können. Eleichzeittg bat der Kaiser den König, die Parade in Zeithain selbst abzuhalten. Der Kronprinz und die übrigen Fürstlichkeiten wohnen ast Gäste des Königs den Festlichkeiten und der Parade bei.
— Der Aufenthalt des Prinzen Heinrich in Kiautschou wird, wie die „Rh.-Westf. Ztg." hört, einige Wochen dauern. In seiner Eigenschaft als Eeneralinspekteur der Marine wird er eine Besichtigung der Vesatzungsiruppen, sowie des Kreuzergeschwadert vornehmen,' ferner wird er die wichtigsten Anlagen in Tsingtau, wie Hafen, Werft mit Dock, Elektrizitätswerk, Observatorium. Deutsch-Chinesische Hochschule usw. besuchen. Außerdem sind mehr fach Ausflüge in das Innere geplant, um die von der Verwaltunt
gelöscht sein soll, sage ihm, daß deine Mutter ihm verziehen, weil ei dich mir gab, meines Lebens größtes Glück und Leid."
Heinrike war, überwältigt von den letzten Worten, an dem Lager der Kranken auf die Knie gesunken.
„Sie sind groß. Sie sind edel, Fränze!" sprach sie, mit ihren schlanke« Händen das Kind und die Kranke umfassend. „Ich danke Ihnen aus de« tiefsten Grund meiner Seele."
Fränze lächelte auf die Frau in dem lichten Königskleid hernieder, die gekommen war, ihr das Kind zu bringen, ihre Jrmele, ihr einziges höchstes Gut, die Frau, die, wie sie wohl sah, selbst schwere Bürde trug
Ihre Gedanke begannen sich zu verwirre».
„Kommst du", sagte sie zu Heinrike mit stillen, fragenden Augen „mich durch das dunkle Tor zu führen, das die Pforte zum Himmels garten schließt? Willst du mich freundlich geleiten? Mein, du wirs Jrmele führen. Du wirst wachen, daß sie nicht schlecht wird, wie ihi Vater, und so grenzenlos elend wie ihre Mutter. Du wirst ihr leichte« Blut zu zügeln suchen und'sie fernhalten von allem Bösen. Versptttj es mir, du Engel des Lichtes, und du sollst gesegnet sein von einer sterbenden Mutter."
„Ich verspreche es!" gelobte Heinrike, während Jrmele zärtlich ihr Köpfchen dicht an das Gesicht der Kranken gebettet hatte und immer wieder, als wollte sie sich die Worte recht einprägen, flüsterte:
„Mein Mutterle!"
„So dank ich dir, du Liebe", hauchte die Kranke, und nach einer Meile fetzte sie hinzu, sich leise emporrichtend: „und auch Ihnen Herr Doktor, für alles, was Sie an mir, der armen Fränze, in selbstloser Güte getan."
„Sprechen Sie doch nicht so, Fränze, ich tat ja nur meine Pflicht!"
„Nein, nicht Pflicht! Aber noch eine Bitte, Herr Doktor, eine einzige Bitte!"
»Wenn es in meiner Macht steht, sie zu erfüllen, so ist sie gewährt." „Bernichten Sie das Protokoll, das Sie aufnahmen an dem Tage, als ich zu Ihnen kam, ich bitte Sie, vernichten Sie es, um die Frar dort, die seinetwegen leidet, die seine Schande als die ihre empfindet. Vernichten Sie es um Jrmele, damit fie sich dereinst ihres Vaters nicht zu schämen braucht."
(Fortsetzung sollst )
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