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1912.

Erstes Blatt

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Sonntag, 25. August

hätten. Sehr richtig bemerkt diePost": Heber 3000 deutsch« Staatsbürger dürfen also mit Genehmigung einer deutschen Re­gierung für dieTrauer und Hoffnung" Frankreichs tätig sein! Wie lange noch?!

»Dänische" Versammlungshäuser. Apenrade, 22. Aug. Der Bau von dänischen Versammlungshäusern hat im letzten Jahrzehnt gewaltige Fortschritte gemacht. Ueberall, wo sie nur irgend kön- nen, tun die Dänen sich zum Bau eines solchen Versammlungs- Hauses zusammen, das dann bald der Brennpunkt für ihre politisch« Arbeit wird. Das älteste Versammlungshaus ist 1870 erbaut wor­den. Im Jahre 1900 gab es in Nordschleswig im ganzen nur 10, jetzt aber schon 48. Davon entfallen allein 27 auf den Kreis Hadersleben, 8 auf Tondern, 7 auf Sonderburg und 6 am Apen­rade. Weitere Versammlungshäuser befjnden sich im Bau, und die Dänen hoffen, bald die Feier der Einweihung des 50. Hauses begehen zu können. Die Mittel sind größtenteils von den Land» leuten aufgebracht worden. Der Wert dieser 50 Versammlungs­häuser beläuft sich auf 900 000 -K.

Arm in Arm. Dresden, 22. Aug. In der Landesversamm­lung der sozialdemokratischen Partei Sachsens erzählte der Abg. Sindermann, daß die Fortschrittliche Volkspartei des 23. sächsischen Kreises zwar das Ansinnen an den sozialdemokratischen Partei­vorstand gestellt habe, ein Wahlabkommen zu treffen, daß dieses Ansinnen aber allgemein zurückgewiesen worden sei.

Das neue Schraulenfluozeufl schon gefunden!

So weiß wenigstens dieTägl. Rundschau" zu berichten. Die Erfindung soll schon patentiert sein, und man will sofort an die Erprobung gehen. Das Blatt schreib^Unser Berliner Erfinder beiläufig bemerkt, ein alter Offizier, wie Zeppelin wendet an seinem in dreijähriger Arbeit nach unzähligen Versuchen her­gestellten Apparat ganz neue Grundsätze an. Es ist ein Segelrad­flieger, der rotierende Schwingen für den Auftrieb und einen Pro­peller für den Vortrieb besitzt; unddes Pudels Kern" besteht darin, daß die Schwingen, ohne daß komplizierte Schlagflächen- Mcchanismen mit hin- und hergehenden Bewegungen nötig sind, »on selbst sich ausbreiten, wenn die Bewegung aufwärts geht. Der

-ieObrrdcsIische Leitung" erschaut tagüch nut Ausnahme Der eonn» I und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch Die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 M frei ins HauS. (Für unver- langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch

(Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Veteranenfi'rrjorge.

Von Zeit zu Zeit machen Meldungen über Veteranenelend die Runde durch die Zeitungen, die den gerechten Zorn des Publi­kums Hervorrufen. Ein solcherFall" wurde kürzlich reichlich spät von offiziöser Seite richtig gestellt, nachdem er viel Staub aufgewirbelt hatte. Der Fall Drux. Es wurde auf Grund amt­licher Erhebungen nachgemesen, daß Drux ein Trinker, Bettler und Landstreicher war, daß er Söhne gehabt, die sich immer wieder er­boten hätten, für ihn vollständig zu sorgen, daß Drux aber das Landstreichertum vorgezogen hätte und daß sein Tod schließlich gar nicht auf Entkräftung, sondern auf Herzschlag zurückzuführen ge­wesen ist. Demnach war es nötig, sein Urteil in diesem Falle zu revidieren, wie wir bereits schrieben. Das ist aber von einem gro­ßen Teil der Presie nicht geschehen. Dagegen wendet sich eine offiziöse Nachrichtenstelle nun ihrerseits. Wenn man der Regie­rung den Vorwurf mache, daß die Aufklärung zu spät komme, so sei es bester es vergehen einige Wochen, wenn damit die völlige Richtigkeit verbürgt werde. Außerdem:Bei dem Verhalten eines großen Teiles der Preste gegenüber sensationell aussehenden Er­eignissen würde jede Feststellung eines Tatbestandes später kom­men, als seine Ausbeutung zu Angriffen auf die autoritären Stellen." Gegenüber der Behauptung, die Richtigstellung in diesem einzelnen Falle beweise garnichts, heißt es: Dieser Satz ist sehr richtig, hätte aber auch von den betreffenden Blättern beachtet wor­den sein sollen, als sie den Fall Drux früher ohne jedwede Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse zu Ängrissen aus die Reichsver- forgung der Kriegsveteranen benutzten. Diese Bebelsche Methode der Verallgemeinerung hat im Reichstage glücklicherweise Jahre hindurch ein derartiges Fiasko erlebt, daß es im deutschen Parla­mente niemanden gelüstet, sie wieder aufzunehmen. Ein großer Teil der Preste wendet stie aber immer noch an und wundert sich dann noch, daß in ernst zu nehmenden Kreisen alle ihre Mit­teilungen mit recht großer Vorsicht ausgenommen werden. Schließ­lich heißt es: Drux ist nicht verhungert. Er hätte weiter auch ohne Reichsunterstützung wohlversorgt leben können. Also ist auch nicht der Vorwurf zu erheben, daß in diesem Falle ein unterstützungsbe­dürftiger Veteran ohne Unterstützung geblieben sei.

In dem Punkte wird man den Ausführungen Recht geben. Die­ser Fälle bemächtigten sich mit besonderer Gründlichkeit und Wonne gerade Blätter und Vertreter von solchen Parteien, die darin eine Gelegenheit erblicken, der Regierung etwas am Zeuge zu flicken, während sie andrerseits für alles was sonst mit demMili­tarismus" zusammenhängt, nur Spott übrig haben.

Und dennoch, die Fürsorge für unsere Veteranen steht nun ein­mal nicht auf der Höhe, auf der wir sie wünschen, wenn wir uns er­innern, daß es die Männer sind, die uns das deutsche Reich schaffen halsen. Wir denken dabei sticht an gelegentliche schwerwiegende Unterlassungssv:...... einzelner Organe, für die freilich die Regie­

rung nicht jedcsmai nach der bewußten Verallgemeinerungstaktik verantwortlich gemacht werden kann, wie wenn in Harmuthsachsen bet Cassel einem Veteranen bei seinem Tode die letzten Ehren ver­weigert werden und sein Leichnam in die Anatomie wandert, da­mit die Gemeinde die Besiattungskasten spart. Aber noch immer leiden Veteranen Not. Und wenn das Reich auch nicht die Ver­pflichtung hat die patriotische Pflichterfüllung allgemein mit klingender Miinze^u lohnen: mir haben die Ehrenpflicht, keinen von denen, die einst ihr Leben in die Schanze schlugen, an ihrem Lebensa bend schwerer Sorge um das tägliche Brot und der Verlitierung anheimfallen zu lasten, zumal doch gerade die Teil­nahme am Kriege nicht selten mit der Gesundheit hi-- ^rwerbskraft jener Männer geschwächt hat. Es genügt hier.durchaus nicht der an sich richtige Hinweis darauf, daß das was in Deutschland auf t-em Gebiet der Veteranenfürsorge geschieht, kein Gegenstück in Frankreich, Oesterreich und Dänemark findet, von dem nur das letz Z.-re Land unseren 30 Millionen jährlich 3 Millionen Ausgabe für seine Veteranen aus 1864 entgegensetzen kann. Es muß aber bann noch mehr geschehen, damit Fälle vermieden werden, wo auch nur mit einem Schein von Recht dem Reich der Vorwurf gemacht werden könnte, daß es trotz wachsender Wohlhabenheit dieser Ehrenpflicht nicht genügt habe. Eine Art Mindesteinkommen sollte hier »jedem garantiert werden, der sich in bedürftiger Lage befindet. Wie lange noch und die letzten von ihnen gehen ab zur großen Armee! Dann aber erst hat das Reich feine Pflicht erfüllt, wenn es von sich sagen kann, daß keiner jener Mitkämpfer aus gro­ßer Zeit »ergebens bei ihm angepocht hat, um einen menschenwür­digen gesicherten Lebensabend zu »erbringen, gestützt auf den Ehrensold des deutschen Volkes.

Deutsches Reich-

Die Königin von England in Berlin. Neustrelitz, 23. Aug. Heute nachmittag 3.30 Uhr erfolgte im Sonderzuge die Ab­reise der Königin von England und der Prinzessin Mary. . Die englischen Herrschaften wurden von dem Großherzog, der Großher­zogin, dem Erbgroßherzag und die Großherzogin-Witwe zum Bahn- Has geleitet, wo im Fürstensalon die Verabschiedung stattfand. Berlin, 23. Aug. Die Königin von England ist heute nachmittag um 5.10 Uhr von Neustrelitz kommend, auf dem Stettiner Bahnhof aiigetcmmen. Sie begab sich zunächst nach dem Hohenzollern- Museum und besuchte dann die englische Botschaft.

Ein Unfall des Eroßherzogs von Baden? Karlsruhe. 23. Aug. Von einigen Blättern wird gemeldet werden, daß der Groß- Herzog bei einem Ausflug nach Schloß Bürgeln auf der Höh in Ge­fahr geraten sei, von einem von der Höhe herabsausenden Felsstück getroffen zu werden. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist dem Vorfall, der dieser Meldung zu Grunde liegt, keine Vedeu- tung beizumesten. Es handelt sich nicht um einen Felsblock, son­dern um ein Stück Holz, das sämtliche Mitglieder der Hofgesellschaft bemerkt hatten. Lion einer Gefahr, in der sich der Großherzog be­funden haben soll, ist gar keine Rede.

Ans der bayrischen Kammer. München, 23. Aug. In der heutigen weiteren Spezialberatung des Etats des Kriegsministe­riums führte Abgeordneter Freiherr v. Franckenstein aus, der Kriegsminijter warf ihm gestern Verdächtigung des Offizierkorps vor, als habe er mit der Warnung vor der Simplizifsimuskultur feine Königstreue und Loyalität in Zweifel gezogen. Er habe nur die Kriegsoerwaltung vor der Gefahr des Eindringens jenes Sim- plizissimusgeistes in das Offizierkorps warnen wollen. Diese zer­setzende Gesinnung sei in zunehmender Verbreitung begriffen, so­daß die Gefahr, daß auch das Offizierkorps beeinflußt werde, keineswegs ausgeschlosien sei. Nicht er, sondern der Abgeordnete Casielmann habe behauptet, es sei Disziplinlosigkeit im Heere vor­handen. Er habe dieser Behauptung gegenüber lediglich die abso­lute Notwendigkeit der militärischen Disziplin hervorgehoben. Er habe dem Kriegsminister keine unzureichende Vertretung der Ver- fasiungsbestimmungen vorgeworfen. Kriegsminister Frhr. v. Kreß erklärte, nach Einsichtnahme in das Stenogramm müsse et zugeben, daß der Abgeordnete v. Franckenstein die Disziplin der Armee nicht angezweifelt habe. Aus seinen Ausführungen über die Simpli- zissimuskultur trss Offizierkorps habe er, der Kriegsminister, ent­nehmen muffen, daß sich v. Frankenstein die Anschauung angeeignet habe, daß darüber mancherorts und zwar mit Recht geklagt werde. Diese Anschauung mutzte ich", fuhr der Kriegsminister fort,da sie für das Offizierkorps kränkend war, zurückweisen, und zwar mit aller Schärfe, an der es v. Franckenstein mir gegenüber auch nicht fehlen ließ."

Mehr als 3000 französische Kriegsdenkmünzen an deutsche Staatsbürger! In einem Pariser Hetzblatt war Beschwerde er­hoben, daß die in Elsaß-Lothringen wohnenden Veteranen von 1870/71 noch keine von den neu geschaffenen französischen Kriegs- denkmiinAm erhalten hätten. Das Kriegsministerium erklärte daraufhin, daß aus Elsaß-Lothringen 3400 Gesuche eingelaufen seien und daß davon 8156 bereits ihre Erledigung gefunden

I Ruderflug der Vögel das Schwingenschlagen ist also ohne Exzenter-Schubstangen und dergleichen auf eine einfache rotierende Bewegung, wie sie für maschinellen Betrieb die natürliche ist, zu- rückgeführt. Die Einzelheiten, die nur den Ingenieur fesseln, ent­hält die Patentschrift. Für das große Publikum aber wird es von Interesse sein, zu erfahren, daß das neue Flugzeug drei Motoren zu je 150 Pferdestärken und einen bootsförmigen Unterbau mit Rädern hat, über dem wie japanische Schirme sich die vier Segel­räder befinden. Im Boote haben außer dem Führer "drei Personen Platz. Die Räder, die das Bogt auf dem Lande fahrbar machen, sind, anstatt mit Speichen, mit Scheiben versehen, sind also Hohl­körper und wirken aus dem Wasser, wo das Flugzeug der Flotte dienen soll, als Schwimmer, oder, wenn man so will, die beiden seitlichen als Ausleger und das Hintere Rad als Steuer. Das sind lauter eigenartige Dinge. Zum ersten Mal sehen wir hier ein Flugzeug vor uns, das völlig unabhängig von französischen Vor­bildern ist und auf rein deutschem Denken beruht. Hält es, wie es zu erwarten ist, alle Versprechungen, so wird es eine horizontal GescknvindigkeU von mindestens 60 Kilometern in der Stunde haben und'zu einer Höhe vvn 500 Metern in etwas über drei Minuten anfsteigen können. Wir bekämen damit auch im Flug­wesen, wie in der Luftschifsahrt schon längt, den Vorrang."

Das Blatt weist bann darauf hin, daß durch die Erfindung die Luftschiffe nicht in ihrem Wert beeinträchtigt würden. Auch die Italiener hätten auf sie zurückgreifen müssen.Selbst der neue Segelradslieger wird vor der Ueberlegenheit großer Luftkreuzer sich beugen: aber in feinem Bereich, gegenüber anderen Flugzeugen, wird er König sein."

Die Erfindung, über deren Probleme unsere Leser im zweiten Blatte Eingehenderes finden, ist natürlich geeignet, bas größte Aufsehen zu erregen. Jebenfalls wirb man aber ber Erprobung im ber Praxis mit Interesse entgegensehen, bie eine völlige Um- 'wälzung im Flugwesen zur Folge haben wirb. Wie aus Berlin mitgeteilt wirb, bringen unsere militärischen Behörben, benen bie Entwicklung unserer Flugkunst warm am Herzen liegt, bem Wirken bes mutigen Erfinbers und seinem jahrlangen Studium aller­größte Beachtung entgegen und werden alles tun, um ein Gelingen zu fördern.

Preußischer Gemeindebeamtentag.

S. & H. Frankfurt a .M 23. August 1912.

Der Zentralverband der Eemeindebeamten Preußens trat hier unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus der ganzen Monarchie z» seiner 17. ordentlichen Hauptversammlung zusammen. Der Vörsitzend« Bureaudirektor Stephani (Trier) leitete die Verhandlungen mit der Vorlage des Geschäftsberichts ein. Nach diesem zählte der Zentralver­band am 1. April d. Js. 33 253 Mitglieder, das sind 1006 mehr als im Vorjahre. Nach verschiedenen Begrüßungsansprachen wurden an den Kaiser und den Minister des Innern Huldigungs- bezw. Ergebenheits­telegramme gesandt. Universitätsprofeffor Dr. Keller (Bonn) sprach dann überDie Gleichstellung der preußischen Eemeindebeamten mit den übrigen Staatsbürgern in Beziehung auf das passive kommunale Wahlrecht". Der offizielle Grund dafür, daß die Beamten nicht das passive Wahlrecht besäßen sei der, daß es nicht angängig erscheine, in eine Körperschaft, die vor allein die Beamten in ihrer Beamtenwirk­samkeit zu kontrollieren habe, auch Beamte zu wählen: der Grund fei aber in Wirklichkeit hinfällig. Es sei die höchste Zeit, die unzeitgemäße Verkürzung der Beamten und ihrer Rechte, die dem letzten Staats­bürger zugebilligt werden, aufzuheben und auch in der Frage des passi­ven Wahlrechts die Gleichheit aller vor dem Gesetz herzustellen. Die Versammlung beschloß hierzu folgende Resolution. Der Vorstand soll auf­gefordert werden, die preußische Regierung zu ersuchen, nach dem Vor­bilde anderer Bundesstaaten den Kommunalbeamten aller Kategorien uneingeschränkt das passive kommunale Wahlrecht zu verleihen. Stadtsekretär Wolfs (Cassel) erstattete sodann den Bericht des Aus­schusses für das Lehrlings- und Anwärterwesen im Eemeindebeamten- benife. Der Ausschuß hatte hierzu eine umfangreiche Denkschrift aus­gearbeitet. Am zweiten Verhandlungslage stand zunächst ein Antrag der Vereinigung städtischer Beamten in Cassel zur Beratung betreffend die Förderung der Interessen der Eemeindebeamten, die weder den Zivil­versorgungsschein noch den Berechtigungsschein zum einjährtg-sreiwilligen Dienst besitzen. Rach längerer Aussprache einigte man sich aus folgender Erundlage: Die Hauptversammlung beschließt, auf die Unterverbände dahin einzuwirken, gegebenenfalls bei den Städten und Gemeinden zu fordern, daß für die im Dienste angestellten Vureaugehilfen und Hilfsarbeiter llebergansbestimmungen geschaffen werden, und daß diese Beamten nicht nur ausnahmsweise, sondern in der Regel zu den vor­geschriebenen Prüfungen zugelassen werden, und daß bereiits angestellte Beamte bei der Beförderung die gleichen Rechte wie die übrigen Be­amten erhalten. Ein weiterer Antrag befürwortete die Bestrebungen der Vollziehungsbeamten auf Hebung ihrer Kategorie in die mittlere Beamtenklasse. Ein Antrag Cassel forderte die Aenderung des Kom- mnnalabgabengesetzes in dem Sinne, daß auch denjenigen Beamten, die bereits vor dem 1. April 1909 in den Kommunaldienst eingetreten sind, noch das alte Kommunalsteuerprivileg gewahrt wird. Auch dieser An­trag gelangte zur Annahme. Nach einem Referat von Sanne (Frank­furt a. M.) wurde der Vorstand ermächtigt, bei der Staatsregierung wegen einer Reform des Disziplinargesetzes und in Verbindung damit des gesamten Kommunalbeamtenrechtes vorstellig zu werden. Als Ort für die im nächsten Jahr stattfindende Hauptversammlungn wurde Magdeburg bestimmt und für 1914 Königsberg i. Pr. in Aussicht ge­nommen. Der bisherige Vorsitzende Vureaudirektor Stephani (Trier) wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. An seine Stelle wurde Cannt (Frankfurt a. M.) zum Vorsitzenden gewählt.

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'Ausland.

** Fried« in Sicht? Paris, 23. Aug. DerFigaro" bespricht heute bie Möglichkeit bes Friedensschlusses zwischen Italien und ber Türkei unb erklärt babei, baß Italien heute nicht mehr auf der Anerkennung der Annexion von Tripolitanien und Benghasi sei­tens der Türkei bestehe, wenigstens verlange Italien nicht mehr eine solche Anerkennung de jure, sondern würde sich mit der An­erkennung der vollzogenen Tatsache begnügen. Auch in Bezug auf die Entschädigung scheint nach Andeutung desFigaro" Italien bei Türkei nicht mehr prinzipiellen Widerstanb entgegenzusetzen, macht aber allerdings auf die Höhe ber Entschäbigung geltenb, daß es durch den Krieg enorme Ausgaben gehabt habe. Auch die Frage der Inseln scheint sich, wie derFigaro" meint, dadurch regulieren zu lassen, baß Italien von der Türkei Garantien für eine bessere Behandlung bet Bevölkerung bet Inseln verlangen würbe.

** Die Lage in der Türkei. Saloniki, 23. Aug. Nach einer Meldung der Regierung des Wilajets Janina kehrten alle Arnautenführer von Argykastron, Valona, Berat, Tirana nnd Elbasan mit ihren Anhängern

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