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mit Dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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iitCUcriicfhldje Rettung" erichcinl tugiittj nm «usnayine Oei --onu- unb Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeitungZstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 10. August

zec Anzeigenpreis verragr für Die 7gc|paltcne yciie oder beien Raum 15 JL bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Keflomen bte 3«« 60 L. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Aeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt, «er. ^)^^chEeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausge­schlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

17. Jahrg. \ 1912.

Erstes Blatt.

Der Kaiser bei Krupp.

- Den Höhepunkt der Essener Festlichkeiten bildete der Besuch Kaisern im Hause Krupp. Er traf, wie bereits gemeldet, mor- Hen» 8L5 llhr auf der Station Hügel ein. Vormittags liy2 Uhr vegab er sich im Automobil nach dem Gebäude des Bergbaulichen Vereins, wo die Begrüßung durch die Stadtvertretung erfolgte.

Der Festakt.

Hierauf fuhr der Kaiser nach dem Hauptverwaltungsgebäude der Firma Krupp, wo im Lichthofe der Festakt begann, zu dem auch Prinz Henrich, der.Reichskanzler, die anwesenden Staatssekretäre und Minister, sowie Beamte und Vertreter der Arbeiterschaft er­schienen waren. Der Festakt wurde eröffnet durch das Vorspiel zur OperRienzi". Hierauf hielt Herr Krupp von Bohlen und Halbach eilte längere Begrüßungsansprache, in der er besonders die Gemeinschaft der Arbeit auf dem Jubiläumswerke hervorhob, worin er die beste Gewähr für ein dauerndes Bestehen der Firma erblickte. Er schloß: Wenn wir uns heute über das große im Laufs des vergangenen Jahrhunderts ausgebaute Werk freuen, wenn die Angehörigen des Werkes heute Eurer Majestät feierlichst geloben, das fernere Gedeihen treu zu fördern, so tun wir dieses in dem Bewußtsein, daß den Kruppschen Werken auch eine große Bedeu­tung in der wirtschaftlichen wie militärisch-politischen Machtstel­lung des Vaterlandes zukommt und daß auch insofern unsere Ar­beit dem Gemeinwohl diene. Hier auf dem Werke hat sich auch die Vaterlandsliebe entwickelt und vermehrt. Wenn das Kruppsche Unternehmen im großen Deutschland auch nur ein Stein unter t . vielen ist, so ist es doch ein Punkt, auf den der Bau des Reiches sich stützt. Diesgeloben wir, indem wir rufen: Seine Majestät Hurra! Hurra! Hurra!

Nach der Begrüßungsansprache bestieg der Kaiser das Redner­pult, um auf die Ansprache zu erwidern.

Die Rede des Kaisers

hatte folgenden Wortlaut:

Die Geschichte des Werkes, desien hundertjähriges Bestehen wir heute feiern, ist ein Stück preußischer und deutscher Geschichte. Seine Gründung fällt in das Jahr, mit desien Schluß für Preußen vnd Deutschland die Morgenröte der Befreiung von Fremdherr­schaft anbrach und die Epoche begann, die von Leipzig bis Ver­sailles zur Einigung Deutschlands unter preußischer Hegemonie führte. Die ersten Jahrzehnte mühseligen Ringens, durch die das Werk hindurch mußte, fallen in eine Zeit, da in Preußen unter einer freien Gesetzgebung, lebhaft gefördert und unterstützt durch meine Vorfahren, in stiller emsiger Arbeit eine Industrie entstand, die inzwischen in hundertjähriger Entwicklung den heimischen Markt erobert hat und auf dem Weltmarkt zum erfolgreichen Kon­kurrenten aller Kulturstaaten erwachsen ist. Die Annalen dieser politischen und wirtschaftlichen Entwicklung werden den Namen Krupp stets mit Ehren nennen. Kruppsche Geschütze haben in den preußischen Linien auf dem Schlachtfelde gedonnert, auf denen Deutschlands Einheit vorbereitet und erkämpft wurde. Kruppsche Geschütze werden auch heute noch vom deutschen Heere und der deut­schen Marine geführt, auf Kruppscher Werft erbaute Schiffe führen die deutsche Kriegsflagge, Kruppscher Stahl bewehrt Schiffe und Forts. Zahlreiche Armeen des Auslandes bedienen sich Kruppschen Kriegsmaterials. Aber die besten technischen Leistungen des Werkes werden fast noch übertroffen durch Leistungen auf Ge­bieten, die der friedlichen Entwicklung der Völker dienen. Die ge­samte Technik des modernen Verkehrs, die Eisenbahnräder, -Achsen, -Schienen, die Wellen des Schiffes wie des Kraftwagens, beruhen heute noch auf dem Eußstahl und den genialen Konstruk­tionen Alfred Krupps. So ist denn auch nicht ein kriegerisches, sondern ein kulturelles Fabrikat, der Radreifen, in der Fabrik­marke und im Familienwappen versinnbildlicht. Das Kruppsche Werk war nicht nur der erste Grchbetrieb Deutschlands, sein aroßer Leiter war auch der erste, der in Deutschland die sozialpolitischen Probleme erkannte und zu lösen versuchte, die aus der neuen Be­triebsweise erwuchsen. Die Kranken-, Invaliden- und Hinter- bliebenen-Fürsorge der Firma, ihre Konsumanstalten und Fort­bildungsschulen haben in der deutschen Großindustrie bahnbrechend gewirkt und die sozialpolitische Gesetzgebung des Deutschen Reichs vorbereiten helfen. Was Alfred Krupp in seinem langen arbeits­reichen Leben genial ersonnen und mit eisernem Willen in die Tat umgesetzt hat, ist inzwischen Gemeingut aller und die Grund­lage einer bedeutenden vaterländischen Industrie geworden, deren Entwicklung dem deutschen Können und dem deutschen Schaffens­drang zur hohen Ehre gereicht. Aber sein Werk ist noch immer führend, nicht nur auf technischem Gebiet die Konkurrenz hat « nur zu neuer Kraftentfaltung beflügelt, sondern auch in der hohen Auffassung von den Pflichten des Großunternehmers gegen­über den Angehörigen des Werkes wie gegenüber der Allgemein- heit. So haben die in Krieg und Frieden dem Vaterland ge­leiteten Dienste für dieses Werk eine besondere Stellung in meinem Staate geschaffen und durch nunmehr drei Generationen seine Inhaber und ihre Familie zu meinen Vorfahren und mir In ein Verhältnis freundschaftlichen Vertrauens gesetzt. Es ge­reicht mir zur freudigen Genugtuung, das Werk, feinen Inhaber, feine Angehörigen zu dem freudigen Ehrentage persönlich be­glückwünschen zu können, und ich kann das Bekenntnis der Treue zu Kaiser und Reich, das ich soeben vernommen habe, nur mit dem ! Wunsche beantworten, daß er den jetzigen Leitern des Hauses ge-

| lingen möge, es weiter zu führen, treu den Traditionen des Hauses, zur Ehre des Namens Krupp und zum Wohle des deutschen Vaterlandes.

Der Kaiser forderte sodann die Anwesenden zu einem Hurra auf das Haus Krupp und fein Werk auf. Nach der Ansprache des Kaisers intonierte die Musik Wagners Kaisermarsch. Darauf hielt der Vorsitzende des Direktoriums, Hugenberg, die Festrede. Der Huldigungsmarsch beschloß die Feier. Nach dem Festakt be­sichtigte der Kaiser die anläßlich des Jubiläums errichtete Ehren­halle und nahm dann an dem Frühstück int Hauptverwaltungs­gebäude teil.

Essen, 8. Aug. Der Kaiser drückte dem Oberbürgermeister Holle seine Freude über den Empfang in Essen aus. Er sagte, er sei ganz besonders erfreut über die ihm von den Schulkindern dar­gebrachte Begrüßung und habe sich über das frische Aussehen der Kinder sehr gefreut und danke den Bürgern Esiens für die dar­gebrachten Huldigungen und große Freude, die ihm die schöne Aus­schmückung des Festplatzes bereitet habe. Der Kaiser hob hervor, die Entwicklung Esiens erwecke sein besonderes Jnteresie.

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Deutsches Reich.

y Äriegsminifter von Steringen. Berlin, 8. Aug. DieAll­gemeine Armee-Korrespondenz" will aus militärischen Kreisen ge­hört haben, daß der Kriegsminister General von Seeringen sich mit Rücktrittsgedanken trage, die nach den Herbstübungen zur Tat werden sollen. Als Nachfolger wird der genannten Korrespondenz der älteste Departementsdirektor im Kriegsministerium General­leutnant von Wachs, genannt. Dazu erfährt dieD. Tgsztg." von unterrichteter Seite, daß, wenn der Kriegsminister wirklich Rücktrittsgedanken hegen sollte, diese Gedanken sich bisher nicht zu Entschließungen verdichtet haben. Es gab eine Zeit, wo die Ge­rüchte über den bevorstehenden Rücktritt des Kriegsministers eini­germaßen begründet zu fein schienen; diese Zeit liegt aber hinter uns.

Die deutsch-englischen Verständigungsbestrebungen. Hom­burg, 8. Aug. Am 2. August hat hier unter dem Vorsitze des frühe­ren englischen Botschafters am deutschen Kaiserhofe, Sir Frank Lascelles, und in Anwesenheit mehrerer um die deutsch-englische Verständigung verdienter Männer aus beiden Ländern eine Vor­beratung der für den Herbst d. Js. in Aussicht genommenen deutsch- englischen Verständigungskonferenz stattgefunden.

Deutschland und die Panislamiten. Earachi, 8. Aug. Die letzte Nummer derSind Gazette", eines fanatischen panislamiti- schen Monatsblattes, das in Tokio in englischer Sprache erscheint und im geheimen unter die Mohammedaner der Provinz Sind und wahrscheinlich in ganz Indien und allen mohammedanischen Ländern verteilt wird, enthält einen Artikel, in dem sich folgende Stelle befindet: Die britische Politik hat den Untergang der isla­mitischen Nation in Europa, Afrika und Asten erreicht, anderer- seits ist Deutschland unterstützt durch Oesterreich dazwischengetre- ten, um sie vor völliger Vernichtung zu bewahren. Daher sollte sich der gesamte Islam um die Kriegsstandarte Deutschlands scharen.

Keine Deutschen in Agadir getötet. Zn Madrid waren seinerzeit Gerüchte aufgetaucht, wonach bei Beschießung eines Punktes der marokkanischen Küste in der Nähe von Agadir auch vier Deutsche getötet worden seien. Nunmehr haben, wie ein west­deutsches Blatt meldet, besondere Nachforschungen die Unrichtigkeit dieser Gerüchte ergeben.

Eine seltsame Kaisergeburtstagspredigt. Berlin, 8. Aug. DieD. Tagesztg." schreibt: In einer Predigt zum Geburtstage des Kaisers soll nach Blättermeldungen der Pfarrer zu Tingleff bei der Auslegung des Psalmwortes:Im Reiche dieses Königs hat man das Recht lieb", die Bemerkung gemacht haben, daß dieser König allerdings nicht der König von Preußen, sondern der grö­ßere König aus dem Hause Davids fei. Es liegt auf der Hand, daß diese Bemerkung nicht harmos gemeint sein konnte. Der Krie­gerverein, der dem Gottesdienste beiwohnte, beschwerte sich über die Aeußerung bei dem Kieler Konsistorium; das Konsistorium lehnte aber ein Verfahren gegen den Geistlichen ab und begnügte sich damit, ihm eine entsprechendeAnweisung" zu geben. Damit hat sich der Kriegerverein natürlich nicht beruhigt, sondern er wird die Sache weiter verfolgen. Die Erzählung scheint uns zunächst nicht recht glaublich, und wir möchten vorläufig die Bestätigung abwarten, eh? wir dazu Stellung nehmen.

Erweiterung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Esien, 8. Aug. Die Königlich Preußischen Staatseisenbahnen haben im Jnteresie der nationalen Eeldwirtschast und mit Rücksicht auf den außerordentlichen Umfang des Eeldumfatzes im Eisenbahngüter­verkehr außer der einmonatigen Frachtstundung, bei welcher Si­cherheit zu hinterlegen ist, auch die eintägige Frachtstundung mit Bankausgleich ohne Hinterlegung von Sicherheit eingeführt. Bei Benutzung letzterer muffen die Zahlungen von denjenigen Stun­dungsnehmern, die ein Bankkonto besitzen, täglich durch Ucber- weifung auf Reichsbankgirokonto erfolgen. Neuerdings ist auch die Zahlung an die Eüterkasien durch Postscheckkonto zugelasien worden.

Einberufung des sozialdemokratischen Parteitages. Chem- nitz, 8. Aug. Auf Grund des Organifationsstatuts beruft der Parteivorstand, wie der .Vorwärts" mitteilt, den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 15. September nach Chemnitz ein.

Religion ist Privatsache." Kiel, 5. Aug. Der sozialdemo- ! ratische Verein Kiel hat beschlosien, dem Parteitage folgenden An­trag- zu unterbreiten:Der Parteitag ersucht die Organisationen,

neben den allgemeinen Protesten gegen die wirtschaftliche und' politische Unterdrückung auch Protest dagegen zu erheben, daß die Religion zur Unterdrückung und Ausbeutung benutzt wird. In 1 der Presse und in den Versammlungen ist auf den Austritt aus der Landeskirche hinzuweisen, weil die Kirche heute eine Herrschafts­organisation der staatlichen Machthaber darstellt und derjenige, der die Machthaber bekämpft, auch deren Mittel in diesem Falle die Staatskirche mit bekämpfen muß. Der beste Protest gegen die Kirche ist der Austritt aus derselben.'"

Eine Förderung der Beschaffung geeigneter Wohnungen für minderbemittelte Kreise liegt auch in einer neuerdings vom Mi­nister des Innern an die Nachgeordneten Behörden gerichteten Ver­fügung. Danach ersucht der Minister die letzteren, sämtliche Bau» genosienschaften ihres Bezirkes, gleichgültig ob sie Reichs- oder Staatsdarlehen erhalten haben-oder nicht, besonders auf die von ihm in Gemeinschaft mit dem Finanzminister aufgestellten Grund­sätze bei der Behandlung und Vorlegung von Gesuchen um Gewäh­rung der Zuwachssteuerfreiheit aufmerksam zu machen. Der Mini­ster empfiehlt dabei, daß die Baugenosienschaften in die Satzungen besonders aufgeführte Bestimmungen wortgetreu aufnehmen, wo­nach sie lediglich den Zweck verfolgen, minderbemittelten Personen gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen zu billigen Prei­sen zu verschaffen, die Dividende sich auf höchstens 4 v. H. der Ee- schäftsguthaben beschränkt, den Genosien, Geschäftsführern oder sonstigen Beteiligten nicht in anderer Form besondere Vorteile ge­währt werden u. a. Der Minister ersucht die nachgeordneten Be­hörden, den sämtlichen Baugenosienschaften ihrer Bezirke die so­fortige ober doch möglichst beschleunigte Abänderung ihrer Satz­ungen nach diesen Ratschlägen nahezulegen.

Citi amtlicher Wegweiser zur Berufswahl. Das Kultusministe­rium beabsichtigt die Herausgabe eines amtlichen Wegweisers zur Ein­führung in einen Beruf, der den Schulbehörden, Erziehungs- und Waisenhäusern zur Orientierung dienen soll. Dieser Wegweiser soll in Form einer Broschüre zweimal jährlich erscheinen und den aus der Schule in das Erwerbsleben tretenden Knaben, sowie den Eltern eine Wegleitung bei der schweren Wahl des Berufes bieten. In der Bro­schüre sollen Bedingungen für die Ablegung der einzelnen Berufsprüf­ungen, ferner ein Verzeichnis geeigneter Lehrstellen aus dem ganzen Reiche enthalten sein. Auch vor überfüllten Berufsarten soll, was nötig ist, gewarnt werden.

Der Saatenftand in Deutschland. Berlin, 8. Aug. Der Saaten­stand in Deutschland Anfang August, weist nachstehende Zahlen auf, wenn 2 gut, 3 mittel und 4 gering bedeuten: Winterweizen 2,4, Sommer­weizen 2,4, Spelz 2,0, Winterroggen 2,4, Sommerroggen 2,4, Gerste 2,2, Hafer 2,7, Kartoffeln 2,8, Klee 3,2, Luzerne 2,6, Bewässerungswiesen 2,0, andere Wiesen 2,6. In den Bemerkungen zum deutschen Saatenstands- bericht heißt es: Das heiße, trockene Wetter brachte die Halmfrüchte fast durchgängig sehr schnell zur Reife, vielfach aber auch zur Notreife und be­einträchtigte in trocken gebliebenen Gegenden das Wachstum der Futter­pflanzen und Kartoffeln. In Württemberg und Baden richteten Hagel­schläge mehrfach beträchtlichen Schaden an. Wintergetreide lagerte fast überall und litt dadurch mehr oder weniger. Inwieweit die schnelle Reife den Körnerertrag schmälern wird, läßt sich zurzeit noch nicht über­sehen. Winterroggen ist größtenteils gehauen, auch mit der Weizen­ernte ist man schon ziemlich weit vorgeschritten. Die Sommerhalmfrüchte werden zum Teil schon geerntet, auch sie haben durch Lagerung und teilweise Notreife gelitten, vielfach wird über dünnen Stand, Ver­unkrautung und Schädigung durch tierische und pflanzliche Schädlinge berichtet, lieber die Ernteaussichten lauten die Berichte sehr verschieden. In Bayern, Württemberg und einigen anderen Bundesstaaten wird bet Stand als recht günstig beurteilt, aus anderen Gebieten dagegen kom­men Klagen über den dünnen Stand, Schwarzbeinigkeit, Kräusel- und Blattrollkrankheit. In Klee und Luzerne ist der erste Futterschnitt be­endet und zumeist gut geborgen. Die Hoffnung, daß die Wiesen einen reichlichen zweiten Schnitt geben werden, wird in hohen Lagen kaum in Erfüllung gehen.

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Marburg und Umgegend. i

Rachdmck aller Orginalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit ' der deutlichen Quellenangabe ^Oberhesi. Ztg/ gestattet.)

Marburg, 9. Aug.

* Universität. Herrn Landgerichtsrat Wenzel hier wurde die Stelle des Univerfitätsrichters nebenamtlich übertragen.

* Semcsterschluß. Das Sommersemester geht erst nächste Woche, a<n 15. August, offiziell zu Ende. Die meisten Studierenden- find jedoch schon in ihre Heimat abgereist. Das merkt man beson­ders an dem veränderten Stratzenbilde und in den hauptsächlich von Studenten frequentierten Lokalen. Das Wintersemester be­ginnt am 15. Oktober, die Immatrikulationen muffen bis zum 5. November erfolgt fein. Es steht jetzt wieder für Marburg dis stillste Zeit des ganzen Jahres bevor, besonders im nächsten Monats wenn das Jägerbataillon auf 14 Tage unsere Stadt verläßt. Einen kleinen Ausgleich schaffen gegenwärtig die Ferienkursisten, die in stattlicher Anzahl hier weilen. Ebenso wird unsere Stadt täglich von zahlreichen Ausflüglern und Touristen besucht.

* Som Roserdcnkmal. Aus der Abrechnung Über die Ein- Einnahmen und Ausgaben zur Errichtung des Roserdenkmals er­gibt sich, daß die Kosten sich insgesamt auf 6744,74 <M belaufen. Da die fteiwilligen Sammlungen und Stiftungen nahezu dies» Summe erreichen, so ist seitens bet Stabt nur ein kleiner Beitrag zur Deckung bes Defizits notwendig. ,

* Fleifchanfschlag. Wie die Metzger-Innung im Inseratenteil liekanntgibt, ist eine Erhöhung der Fleischpreise eingetreten. Auch in anderen Städten sind die Fleischpreise erhöht worden.

* Turnerisches. Außer den schon gestern genannten Turnern erhielt auch der Turner Otto Textor vom T.-V. Marburg auf denk Kreisturnsest in Aschaffenburg mit 66 Punkten im Neunkampf den 14. Preis. J