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mit -em Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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1912
Marburg
Sonnabend, 3, August
Verantwortung.) Druck und Verlag der Untv..Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
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v. Holtzendorff das Eroßkreuz des Ordens der württembergifchen Krone und dem Konteradmiral Schütz das Kommandeurkreuz des Ordens verliehen.
— o. Bodmann. Karlsruhe, 1. Aug. Der Minister des Innern, Dr. Frhr. v. Bodmann, hat heute einen mehrwöchigen Urlaub angetreten.
— Zn Dienst gestellt. Kiel, 1. Aug. Das erste mit Turbinen ausgerüstete Linienschiff der deutschen Marine, „Kaiser", wurde heute vormittag auf der kaiserlichen Werft mit einer Flotten» ■' parade in Dienst gestellt. ' '
— Zur Ermordung des Deutschen Opitz. Casablanca, 1. Aug.
I Die Firma Mannesmann erklärt, die Leiche von Opitz sei noch I nicht gefunden, aber sein Maultier sei in Marrakesch ausgefunden I worden. Man wisse nicht, ob Opitz gefangen gehalten werde oder I ermordet sei. — Aus Marrakesch wird weiter berichtet, daß das I Maultier des vermißten Opitz bei einem Neger gefunden wurde. I Dieser gab an, es fei ihm von Leuten des Stammes Rhamna an- I vertraut worden. Einer der Rhamna-Leute wurde verhaftet und I erhielt die Bastonade, legte jedoch kein Geständnis ab. Die Lokak- I behörde von Marrakesch glaubt jedoch, auf der Spur des Mörders I zu sein.
I — Die neuen Rechte der Arbeitgeber in den Ortskrankenkasse«. I Die neue Reichsversicherungsordnung sichert, wie bekannt, den Ar- I beitgebern in den Ortskrankenkassen größere Rechte bei der Wahl I des Vorsitzenden wie bet der Anstellung der Kassenbeamten als bis« I her. Zur Zeit wird in der Arbeitgeberschaft darauf hingewirkt, I daß sich nunmehr wiederum die Arbeitgeber in größtem Umfange I an den Wahlen zu den Organen der Kassen beteiligen, um diese I neuen Rechte auch in der Praxis in Wirksamkeit zu setzen. Es wird' I hervorgehoben, daß die Beiteiligung an den Wahlen für die I Arbeitgeber umso bedeutsamer sei, weil diese maßgebend sind für I die Bestellung der Versicherungsvertreter bei den Versicherungs- I behörden. Weiter wird zur Zeit dafür Stimung gemacht, daß bei I den Wahlen zu dem Versicherungsbehörden die Arbeitgeber und die I auf nationalem Boden stehenden Versicherten zusammengehen sol- I len. Es soll auch erwogen werden, einen Verband von Ortstranken- I lassen zu bilden, deren Leitung und Verwaltung im nationale«
Sinne geschieht.
— Erlaß des Handelsministers über Gasanlage«. Der preußische Handelsminister hat neue Bestimmungen über die Anlage, Einrichtung und den Betrieb von Massergas-, Halbwassergas-, so« wie Sauggasanlagen erlassen. Danach ist dafür Sorge zu trägen, daß die Nachbarschaft solcher Anlagen gegen Nuß-, Staub-, Asche« und Funkenauswurf geschützt ist. Ferner müssen alle störenden Geräusche oder Erschütterungen durch den Betrieb der Maschinen und Apparate ausgeschlossen werden. Die Sohlen der Vetriebsräume dürfen nicht tiefer als 1,5 Meter unter der Erdoberfläche liegen. Die Räume dürfen ferner in keiner Weise mit Wohnräumen in Verbindung stehen, sich auch nicht unterhalb von Räumen befinden, die dem dauernden Aufenthalt von Menschen dk?nen. Die Heizung der Räume, in denen sich Gasbehälter befinden, darf auf keine andere Weise als durch Dampf- oder Wasserheizung bewirkt werden. In allen größeren Anlagen ist ein Sauerstoffrettungsapparat zur sofortigen Benutzung bereitzuhalten. Kraftmaschinen, die durch Gas gespeist werden, dürfen nur in gut gelüfteten und solchen Räumen aufgestellt werden, in denen außer dem bedienenden Personal sich niemand regelmäßig aufhält. Von der Baupolizei werde« Easanlagen als Feuerstellen angesehen und zu ihrer Einrichtung ist die baupolizeiliche Genehmigung oder eine rechtzeitige Anzeige bek der Ortsbehörde notwendig . Die Pläne zu Easanlagen müssen durch die Gewerbeaufstchtsbeamten so frühzeitig eingesehen mierden können, daß es ihnen möglich ist, an der der Anlage zugrunde lie«
Hier könnt Ihr keinen Schlussel zur Pforte finden." Ist das recht? Ist das eines Vaters Liebe?" w
..Du darfst nicht vergessen, wie du ihn gekränkt hast, Sibo. Wenn wir nicht nachlassen zu bitten und um seine Verzeihung und Liebe zu werben, wird es uns doch noch gelingen, ihn zu versöhnen."
„Wer sagt dir denn, daß ich das will? Ich pfeife auf seine Bet« zeihung! Ein Vater, der seinen Sohn in der Patsche sitzen läßt, wie er mich, der hat kein Anrecht auf seine Liebe. Im übrigen aber ist e» grundfalsch, was du da sagst von Vergeben und Vergessen. Meinst du denn, ich fühle es nicht, wie zum Beispiel oft der Kerl, der Bandener, auch an die Vergangenheit dentt und unwillkürlich von mir fortrückt?"
Zürnend flogen Heinrikes Augen zu ihrem Manne hinüber.
„Ist dir denn nichts heilig?" fragte sie empört. Richt mal die große, unwandelbare Treue und Freundschaft des einzigen Menschen, der außer mir in Rot und Tod zu dir steht? Hat Rolf Bandener es nicht tausendfach bewiesen, wie treu er es mit dir meint? War er es nicht, der meinen Vater bestürmte, mir den Weg, den ich durchaus, wie ich meinte, zu deinem Heile gehen wollte und mußte, freizumachen? War, er ee nicht, der all die Hemmnisse beseitigte, die sich unserer Verbindung entgegenstellten? Und war er es nicht, der mir treu zur Seite stand, als ich alles hier zurückließ, um dem Manne zu folgen, den ich glaubt«' vor Verzweiflung und Tod retten zu müssen? Und auch jetzt noch! Ist Rolf Bandener nicht immer da, wenn dich irgend etwas bedrückt? Hat seine Freundschaft sich nicht stets bewährt, wenn die aller anderen versagte? Mar er es nicht, der im vorigen Jahre unser» Heinen Jungen nont sicheren Tode errettete? Hat er nicht Tag und Rächt mit un» am Krankenbett gewacht? Ihn willst du schmähen, deinen einzigen Freund?"
Heinrike hatte mit immer steigender Erregung gesprochen. Skt Augen flammten und ihre Wangen glühten. ।
„Sieh mal an", lachte Sibo maliziös. „Da hat ja Rolf eine«' frtnen Anwalt. Du kamst ja ordentlich in Rage. Beruhige dich «wd
»in ja deinem Schützling gar nichts tun. Ich gönne jedem fett' Spteljeng. Es ist ja vielleicht ein Glück, daß Rolf Bandener hier hl bet Rahe sein Sanatorium eröffnet hat; da habe« wir ja diesen «a»6**V wn Tugend und opferwilliger Freundschaft stets zur Hand." , J
11 wünschenswert, daß dies gelänge, denn die Unruhen in Albanien bergen i ZvOLycil l'Uull. 11 den Keim zu schweren Verwicklungen auf der Balkanhalbtnsel in sich.
' Die Rordlandfahrt des Kaisers nähert sich ihrem Ende, bald wird I Besonders in Bulgarien scheinen allerlei Umtriebe auf einen Krieg die „Hohenzollern" von dem durch herrliche Lage ausgezeichneten Vale- I mrt der Türkei hinzudrängen. Hoffentlich gelingt es dem Einfluß der prand, wo sie mit den Begleitschiffen in der verflossenen Woche vor I Großmächte, solche Strömungen beizeiten einzudämmen. Rußland . „Hnker lag, den Kiel wieder den heimischen Gestaden zuwenden. Von I hat noch bei den jüngsten Besprechungen in Baltischport seinen Friedens- Bord der Kaiseryacht, die beim Anlaufen eines Hafens sofort Anschluß I "Zungen, besonders auch in bezug auf den Balkan, Ausdurck gegeben ' Wt die norwegische Telegraphenlinien zu direkter Verbindung mit I , und dürste auch in Sofia hierüber keinen Zweifel lassen. Große Be- ibeutschland erhält, hatte der elekttische Funke während der letzten Zett I «chtung hat man in Petersburg dem Besuche des japanischen Staats- wleder zahlreiches Depeschenmaterial nach dem Süden zu übermitteln. I Cannes Fürsten Katsura geschenkt, der mehrere Male Ministerresident Rach der alten Musenstadt Weimar war ein Glückwunschtelegramm des I Üfwesen ist und dessen politische Laufbahn keineswegs für abgeschlossen Kaisers an der Eroßherzog von Sachsen gerichtet zur Geburt des Thron- I 6 . ■ ®e'ne Verhandlungen mit Kokowzew und Ssasonow betrafen, erben, di« den fürstlichen Vater zum Erlaß einer Amnestie anregte. I uue man mit Sicherheit annehmen kann, die Regelung einer Reihe ver- Kaiserliche Beileidskundgebungen wurden aus Anlaß des Ablebens ves I Zureiter Fragen, die das Interesse beider Staaten im fernen Osten be- fächsischen Staatsministers v. Otto und des Kardinal-Erzbischofs Fischer I Graf Katsura mußte seine Rückreise nach Japan beschleunigen,
in Köln abgesandt. Einen Drahtgruß ließ der Kaiser an die zum I b.° Nachricht von der schweren Erkrankung des Kaisers Mutsuhito Bundesfest in Nürnberg versammelten deutschen Sänger richten, deren I elngelaufen war. Der Monarch ist Inzwischen unter tiefer Trauer glänzend« Festveranstaltungen von warmem patriotischen Geiste durch- I Volkes, das seiner 14jährigen Regierung die Entwicklung des weht waren. Auch dem in Berlin tagenden Kongreß englischer Hygie« I astatischen Jnselreiches zu einer modernen Weltmacht zu verdanken niker, der neben seinen wissenschaftlichen Zielen der freundschaftlichen I aus be,n "den geschieden.
Annäherung beider Völker die Wege ebnen will, ging eine huldvoll« I ------♦ .>Ww-
Antwort auf ihre Begrüßungsdrahtung zu. Mit Hohenfinow fand gleich- I Partikularismus tzrMilikultim
falls ein reger Depeschenwechsel statt. Der Reichskanzler hatte sich vor« I n - _ .. „ , . r * ’ w „
wiegend mit Angelegenheiten der auswärtigen Politik zu beschäftigen I WÄet ote wt$anblungen in der bayrischen ersten Kammer
und empfing auf seinem märkischen Schlosse mehrfach den Besuch fremd- I anläßlich des Jesuitenerlasses haben wir gestern berichtet. Beson- ländischer Diplomaten zur Besprechung wichtiger Angelegenheiten. So I deres Interesse beanspruchen sie aber, weil sie Gelegenheit geben, erschien der französische Botschafter Eainbon, um vor seiner Abreise I wieder einmal den Pgrtikularismus in Reinkultur zu zeigen. Nach «ach Paris mit dem Leiter der deutschen Politik noch über die Ermord- I unserer Neichsverfassung ist es selbstverständlich daß das Neichs-
Marrakesch, für die das Deutsche gesetz vor dem Landesgesetz Geltung hat. Der neue bayrische Mi-
krache ^u mbmen berechtigt ist Rück- »ister Frhr. v. Hertling aber hält es für angebracht, sich seine bay-
Periode an. Die parlamentarische Mühle klappert eigentlich nur "noch I ^6X0^01^« Mf T”1 authentische
in Bayern, wo der Minister des Innern Frhr v. Soden den Sozi di« Interpretation der Ordenstatigkeit der Jesuiten gegeben hat, so
Süddeutschland als einen besonders günstigen Boden für die Verwirk« I Ionn es *e,ner Bundesregierung verwehrt werden, dieses Gesetz so kichung ihrer Zukunftshoffnungen einzuschätzen pflegen, bitteren Schmerz I auszulegen, wie sie es für richtig hält." Bayrisches Gesetz über durch die in der Kommission des Reichsrats abgegebene Erklärung | Reichsgesetz! Mit Freude kann man es begrüßen, daß der Graf daß die bayerische Regierung mit der grundsätzlichen Richt- I Törring demgegenüber an He Reichsregierung selbst appellierte. r^Migung sozialdemokratischer Bürgermeister sich in erfreulicher Ueber- I Nun kommt es aber noch schlimmer. Es ist höchst bezeichnend, daß einsttnrmung rnrt der preußische Regierung befinde. ein bayrischer Prinz diesen Schritt des 'Erafen Törring für be-
bte jüngste deutsche Flottennovelle angekündigte Erhöhung des briti- I-r !b'Skett Bayerns gefährdet sieht. Der Fürst zu Löwenstein pro- fchen Marineetats wurde dem Parlament mit eindrucksvollen Reden testiert dagegen, daß man den Schutz einer „fremden" Regierung der leitenden Staatsmänner, die Ihre Begründung der gesteigerten Aus- I anruft und der Freiherr von Eramer-Elett spricht die Hoffnung gaben mit Versicherungen aufrichtiger Friedensliebe und ehrlicher I aus, daß „der Anruf einer Hilfe von auswärts hoffentlich der erste Freundschaftsgefühle für Deutschland würzten, unterbreitet und von I und letzte in diesem Hause gewesen sei"? Also das Reich ist für konservativer wie liberaler Seite zustimmend ausgenommen. Der Pre- I die edlen Bayern Ausland, Rücksichten auf das Reich kennt man miernnnister Asquith erwähnte beiläufig rühmend die wertvolle Unter- I nicht. Das sieht nicht aus, als ob der Partikularismus das Gtt>- be“n K Beziehungen beider Länder durch übel der Deutschen, am Sterben liege. Daß die bayrische Inter-
schwierige Tätigkeit, ohne daß die OefseMlichkrt" viel davon^erfährfi I ein Stoß gegen den
mit der ihm eigenen rüstigen Schaffensfreudigkeit ausgenommen. In- I ^ge^anken war und sich, kühn über die Bedeutung der Reichs- zwischen hat auch sein Nachfolger am Goldenen Horn, Frhr. v. Wangen- I 0e'e$c hinwegsetzte, wird von den regierenden Herren in München heim die Botschaftergeschäste übernommen in einer Zeit, wo die Tür- I hoffentlich nicht verkannt. Doch sei dem wie ihm Usplle, die Bele i sich in einer überaus kritischer Lage befindet. Fast gefahrdrohender I tonung des partikularistifchen Hochmuts, der ja iwxBayern wie noch als dl« Folgen, die sich aus dem Kriege mit Italien ergeben können, I nirgendwo blüht, durch eine st^he hervorragender Männer erscheint der innere Parteihader und die aufltändische Bewegung lii einem I in der Reichsratskammer ist ein bemerkenswertes Zeichen der Zeit.
?r°^-"'r-4^Endie jung- Sie spricht von einer gründlichen Verkennung der staatsrechtlichen eine^fti^^Oovoiitio^oebi^-t"ui-^?,!^n^>»^-r"us M u ^zierkorp- Grundlagen des Reiches; denn nicht um Preußen handelt es sich ein Kabinettswechsel vollzogen und das neue Ministerium steht nun I J?061 "5? Demagogie, wie früher, reden
vor der schweren Aufgabe, zwischen den feindlichen Gruppen zu ver- I ,n- -Hoffentlich findet sie tm Reiche selbst die notige Zurück- I Mitteln und die Wogen der Zwietracht wieder zu glätten. Am Diens- I Weisung. I
tag stellte es sich der Deputiertenkammer, die im jungtürkischen Fahr- I -------*------- 1
nasser segelt und deren Auflösung die Militärliga erstrebt, mit einer I
programmatischen Erklärung vor, und verlangte nach heftigen Debatten I „ , ein Verttauensvotum. Die Dämpfung der albanischen Revolte soll auf I — Verleihung. Stuttgart, 1. Aug. Der König hat dem I bem Wege friedlicher Verhandlungen versucht werden. Es wäre sehr I ..Staatsanzeiger" zufolge dem Admiral und Chef der Hochseeflotte I
2® (Nachdruck verboten.) I du hast es ja nicht anders gewollt. Deinetwegen mußte ich meine ganze I
Das Tor des Lebens. I Karriere an den Nagel hängen, und deinetwegen saßen damals die I
X/ y vcv T,cvcns. I Philister über mich zu Gericht. So. das habe ich dir schon lange ein- I
Roman von A n n y Woth e. I mal sagen wollen!" I
(Fortfehung) I Heinrike sah ihren Mann ganz entgeistert an. Es war, als ob ihre |
Heinrike aber ließ sich nicht täuschen. Sie sah zwischen den dicht SerlVtS wÄn '"auch G« Stimme°Lbt^ """
zusammengewachsenen Brauen der leidenschaftlichen blauen Augen die I 8 * i < «
dunkle, verborgene Falte, und sie sah auch, wie nervös die schlanke weiße I . „Du glaubst ja selber nicht bte Albernheiten, die du da sprichst. I Männerhand, die hastig in der Teetasse rührte, zitterte I 3°) mochte auch schon um unseres Kindes willen nicht auf die Ver- I
„Sind wir wirklich so reich, Sibo?" fragte Heinrike, jedes Wort S°ngenheit zurückkommen, die, wie wir ausgemacht haben, vergessen schwer betonend, „daß wir solche Zauberfeste, wie du dich ausdrückst, I ,etn v I
geben können?" I „Vergessen lachte St6o auf. „Läßt sich denn so etwas überhaupt I
Klirrend fiel der Löffel in die Tasse zurück. | vergessen? Meinst du, ich hätte es nicht neulich in Bonn in jedem I
..Was soll das heißen? Was willst du damit andeuten? Habe ich , ^nantlttz gelesen, was der Mund dieser dummen Bengels nicht dir nicht gesagt, daß wir glänzend abgeschnitten haben?" I ,®eIeJe": b“6 si« mich über die Achsel anseyen, I
Heinrike zuckte die zarten Schultern. I EetI e n't n^t wehr würdig befunden wurde, das bunte Band zu I
»Ich stehe, wie du weißt, der ganzen Sache skepttsch gegenüber. Ich I O0e”‘ I
klaube dir natürlich, daß die Fabrik vorzüglich prosperiert, aber ich kenne I redest dir da etwas ein, Sibo", begütigte Heinrike ihren I
auch die ungeheuren Summen, die wir ausgeben, und welche Forderun- I Mann, mit wachsender Sorge in seinem erregten Antlitz forschend. I gen heute an den Geschäftsmann gestellt werden. Hätte ich nicht dein I »Niemand hat dich von deinen ehemaligen Verbindungsbrüdern kränken I , Ehrenwort, daß mein Vermögen außerhalb deiner geschäftlichen Maß- I sollen, ntemanb hat dich verletzt. Die in Bonn studierenden Fridunen, I
""hmen angelegt ist, ich hätte nie gewagt, Jrmele in unser Haus zu I bte wir bei Onkel Hellwig trafen, wissen nichts über den Grund deines I
«ernten, denn die Existenz eines Kaufmanns, noch dazu eines Spekula». Austritts, unb Onkel Hellwig, bas weißt du ja, hat dir rote bte anderen I len, ist nur zu leicht auf Sand gebaut!" I 0U(k langst verziehen. Ein Dummerjungenftretch war's, den du eben I
Sibo sprang erregt auf. Zornesröte flog über feine Wangen, und I bur^ beine 8an3e Lebensführung nun wettmachen mußt!" j
die Enden feines dunkelblonden Schnurrbarts zitterten. I Heinrike hatte seltsam eindringlich, als wollte ste sich selber trösten. I
„Natürlich", drängte es sich voll unterdrückter Wut auf seine I gesprochen. I
Bippen. „Cin akademisch Gebildeter, bet seine regelrechte Karriere I „Ein Dummerjungenftretch!" lachte Sibo auf. „Ja du hast recht. I hinter sich hat, der ist ganz was anderes, der hat was Sicheres, willst I das war es; aber andere sahen es nicht so an Mein Vater rum Bei- I ?Üte % dUke! » ^e es satt, mir bet jeder Ge- spiel. Hat es mit bei ihm etwas geU°d° ß ich ?ag u^ Nacht rott
legenhett vorwerfen zu lassen, daß ich nut ein Kaufmann bin! Ich bin I ein Wahnsinniger gearbeitet habe, um etwas zu werden? Hat er jemals I
Aufmann! .^ie °st soll ich dir denn das noch sagen!? auf alle Briefe ein einziges Wort geantwortet?^^Rich!^^einmal den Tod Wenn du dich damals nicht so maßlos albern benommen und die ganze I meiner Mutter hat er mit angezeigt, und als bet Junae kam und du I
^schicht« mit der Brosche so dumm eingefäbett hättest, da könnte ich | ihm so lieb schriebst, da hat er an dich so graufam rote8 et stets aeaen I
.»iellercht «ich Professor sein und den hochgelehrten Herrn spielen; aber | mich war geschrieben: „Ihr habt Euch selber Euer'Leben-tor »erbtmL «