mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Marburg
Freitag, 2. August
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Ausland
Nun hatte der Herbst seines falbes Lsub verstreut
Die letzten Blätter sanken müde zur Erde, und blasse Astern blühten noch hier und da am Wege.
I besucht, der überall die Amtsverrichtungen selbst auszuüben liebte. Auch die Schafung von kirchlichen Vereinen und Kongregationen in einzelnen Gemeinden betrieb er eifrig. Den sozialen Bestrebungen wandte sich der Erzbischof in den letzten Jahren besonders zu. Seine Tat war die Zentralisation aller charitativen und sozialen Bestrebungen unter der Leitung Oberdörffers zu Köln.
— Dr. Solf. Johannesburg, 30. Juli. Staatssekreträ Dr. Solf sagte heute abend bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett im Deutschen Klub, er kehre mit der Gewißheit nach Deutschland zurück, daß DeutschSüdwestafrika eine große Zukunft habe. In Britisch-Südafrika habe er gesehen, wie die Zukunft Deutsch-Südwestafrikas sein werde. Dr. Solf betonte den Wert harmonischer Beziehungen zwischen der deutschen Kolonie und der südafrikanischen Union.
X — Zur Ermordung de« Deutschen Opitz. Die „Braunschweig. Landesztg." hat sich aus Berlin melden lasten, daß im Falle des Deutschen Wolfgang Opitz non amtlicher deutscher Seite Forderungen an Marokko und an Frankreich gestellt worden seien. Diese Nachricht ist, wie die „N. p. C." schreibt, irrtümlich. Die deutschen Konsularbehörden in MaroKo sind auf Weisung aus Berlin tätig, und mit den marokkanischen und den französischen Behörden die näheren Umstände des Verschwindens des Deutschen Opitz festzustellen. Von dem Ergebnis dieser Feststellung hängt es ab, welche weiteren Schritte zu unternehmen sind.
— Die RuhrerkraUkungen. Berlin, 31. Juli. Die Ruhr in Döberitz ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, auf das dortige Arbeitskommando, wo die ersten Fälle vorgekommen sind, beschränkt geblieben. Auf das eigentliche Lager griff die Krankheit bisher nicht über. Im ganzen sind bis jetzt 11 Fälle festgestellt worden, die sämtlich leicht verlaufen sind.
— Die Streikunruh«» in Ragnitz. Tilsit, 31. Juli. Aus Rag- nitz wird gemeldet, daß gestern abend neue Unruhen ausgebrochen find. Auch die 1. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 41 ist hier eingetroffen, so daß jetzt zwei-Nompagnien für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen. Der Bürgermeister schätzt die Zahl der Ausständigen auf 100—120. An den Tumulten ist viel Janhagel beteiligt.
— Lehrwerytätten als Ergänzung der Meisteelehre an Fortbildungsschule«. Die Frage der Lehrwerkstätte an Fortbildungsschulen hat die beteiligten Kreise in der letzten Zeit lebhaft beschäftigt. Durch die neuen Bestimmungen vom 1. Juli 1911 sind bekanntlich die Grundsätze festgelegt worden, die für die Errichtung von Werkstattunterricht an Fortbildungsschulen maßgebend sein sollen. Eine vom Handwerks- und Eewerbekammertage veranstaltete Umfrage hat erwiesen, daß die berufenen Vertretungen des Handwerks die Lehrwerkstätte als Ersatz für die Meisterlehrer ablehne und sie nur als Ergänzung der Meisterlehrer gelten lasten wollen. Auch die Vertreter der Industrie haben im allgemeinen einen ähnlichen Standpunkt. Sie wollen die Lehrwerkstätten nur dann als Lehrlingsfachschule anerkennen, wenn die Industrie wegen besonderer örtlicher Verhältniste nicht imstande ist, den gewerblichen Nachwuchs selbst auszubilden. Das Ziel der Bestrebungen muß sein, daß die praktische Ausbildung in der Weister- oder Fabriklehre so gut und zweckmäßig gestaltet wird wie möglich. Die Gesellenprüfungen haben eine Besserung der Lehrlingsausbildung herbeigeführt, und auch die Industrie trägt immer mehr für die Ausbildung eines tüchtigen Facharbeiterstandes bet.
E-n Normalanstellungsvertrag für die Privatbeamten der chemischen Industrie Deutschlands. Der Soziale Ausschuß des Vereins deutscher Chemiker hat einen Normalanstellungsvettrag für die Prioaibe- amten der chemischen Industrie Deutschlands ausgearbeitet, der eine Sammlung von Bestimmungen für die verschiedenen Anstellungsverhält- niste darstellt. Der Vertrag ist unter Mitwirkung von Vertretern der Angestellten Jnteresten zustande gekommen.
langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der llniv.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
in mächtigen Vasen große, weiße Chrysanthemen. Duftlos standen sie dort, feierlich, wie Totenfackeln.
Köstliche Felle und Waffen schmückten die Halle, und weiche, dunkle Polster lockten zur Ruhe.
Heinrike aber schritt unruhig in der Halle auf und nieder. Ihr weiches, weißes Wollkleid schleppte lang auf dem schiefergrauen Fuß- bodenbelag, und ihre Hände, die ein Briefblatt hielten, zitterten nervös.
„Es ist nicht möglich", murmelte sie. „So kann er mich nicht getäuscht haben, so nicht."
Jetzt wurden Schritte auf dem Gange laut.
Erschreckt barg die junge Frau den Brief in der Tasche ihres Kleides, dann trat sie hastig an den kleinen Teetisch, der vor dem Kamin angettchtet war.
Der Teekessel summte leise. Fast mechanisch bereiteten die bebenden Hände den würzigen Trank.
„Wie gut, daß ich'dich daheim treffe, Heinrike!" rief Sibo ihr schon von der Tür her, schnell einttetend, entgegen. „Ich fürchtete schon du seiest der Besorgungen wegen nach Köln gefahren."
„Ich hatte Kopfschmerzen," gab Heinrike zurück, „und deshalb gab ich die Fahrt auf."
„Kopfschmerzen! Ich möchte wissen, wann du keine Kopfschmerzen hast! Es ist wirklich ein Kreuz mit euch Weibern. Ewig fehlt euch was, und wenn man in besonders guter Laune nach Hause kommt, so recht herzensfroh, und euch was Nettes erzählen will, dann sitzt ihr da wie neun Tage Regenwetter und guckt einen so vorwurfsvoll an, als wäre man mindestens ein Mörder. Wo sitzt es denn wieder? Heraus mit der Sprache!"
Er hatte sich in einen großen, weichen Ledersessel geworfen, der unter seiner Last bedenklich krachte. Mechanisch nahm er die gefüllte Teetasse, die Heinttke ihm reichte und sah erwartungsvoll in ihr blasses, verschlossenes Gesicht. Die hellen, goldbraunen Augen der jungen Frar- hatten einen dunklen Schein, das war ein bedenkliches Zeichen.-
„Na, muckst du schon wieder? Kannst du denn nicht mal ant- werten?, poltette Sibo, „Sei doch vernünftig, Rikes Du wirst «s
j.ie „r.t>e>pengche Rettung" erjd)euu ragucy mit Ausnahme Oer «onn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch
i Rundschau.
i’r > Eine Jesuitendebatte im bayrischen Reichsrat.
In der bayrischen Reichsratskammer kam es am Mittwoch zu einer erregten Debatte über den Jefuitenerlatz der bayrischen Staatsregierung. Zunächst bestritt Graf Moy, daß die letzten Aus- fchußverhandlungen der Kammer ein Mißtrauensvotum gegen das Ministerium gewesen seien, das doch das Vertrauen der Krone habe. Schon deshalb würde man gegen das Ministerium kein Mißtrauen hegen. Demgegenüber bezeichnete Graf Törring die ganze Haltung und das Vorgehen der Negierung als den größten Vock, der jemals in den bayrischen Jagdgefilden von der Regierung geschossen worden sei. Der Jefuitenerlatz sei eine schwere Blamage für Bayern geworden. Die Ausrede, man habe eine Erbschaft von der früheren Regierung übernehmen müssen, sei nicht ritterlich. Die große Mehrheit des bayrischen Volkes wolle jedenfalls nichts von der Rückkehr der Jesuiten wissen, nicht einmal der katholische Klerus. Die Hilfe, die die bayrische Regierung gegen die Jesuiten versagt habe, müsse jetzt vom Reiche gefordert und erwartet werden. Hoffentlich überhöre man diesen Ruf nicht.
Ministerpräsident Freiherr v. Hertling bestritt, daß die Regierung taktisch falsch vorgegangen sei. Die Erbschaft sei in der Situation gegeben gewesen und mußte liquidiert werden. Nach dem Reich zu rufen, sei gar nicht nötig; das habe die Regierung selbst schon getan. Von einer Blamage könne nicht die Rede sein.
In der weiteren Debatte bekannte sich Prinz Georg von Bayern, der älteste Sohn des Eeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold, als Gegner des Jesuitengesetzes, wandte sich dann aber gegen Sen Grafen Törring und sagte: „Ich halte das Vorgehen, die Reichsregierung um Schutz anzurufen, für tief bedauerlich und geradezu für bedenklich. Meines Wissens ist es in der Geschichte dieses Hauses unerhört. Ich denke über Bayerns Selbständigkeit viel zu hoch, als daß ich es für nötig hielte, die Reichsregierung in derartigen Angelegenheiten um Schutz gegen die eigene Regierung anzurufen, ja anzuflehen, die vom Prinzregenten eingesetzt worden Ist." Fürst Löwenstein, der Präsident des Straßburger Katholikentages, polemisierte gegen den Grafen Törring und nahm die Jesuiten gegen den Vorwurf in Schutz, sie seien Friedensstörer. Die Katholiken wollten das schmähliche Jesuitengesetz nicht länger. Erzbischof Vettinger von München widersprach der Behauptung, als ob der Klerus gegen die Aufhebung des Jesuitengesetzes sei und -verlangte die Aufhebung dieses Gesetzes namens der deutschen Katholiken, von denen sich aber schon einige im bayrischen Reichsrat gegen die Jesuiten ausgesprochen haben. Der" evangelische Ober- konsistorialpräsident v. Bezzel verwies auf die absprechenden Urteile von Kardinälen und anderen hervorragenden Katholiken über die Jesuiten und auf das Wort von der Gegenreformation, das schon gefallen sei. Ferner gab er den schweren Sorgen der Protestanten Ausdruck. Die Minister v. Hertling und v. Soden suchten noch beruhigend zu wirken, und besonders der Ministerpräsident mit dem Versprechen, daß nichts zugelassen werde, was gegen den konfessionellen Frieden verstoße oder nach Gegenreformation aussehe. <
r- Zur Regelung des Zigeunerwesens. Wie verlautet, ist di« früher erwogene Regelung des Zigeunerwesens durch Reichsgesetzgebung endgültig aufgegeben, weil sich zu erhebliche Schwierigkeiten engegengestellt haben. Dagegen haben die Bundesstaaten auf Grund erneuter Beratungen, die auf Anregung der bayerischen Regierung stattfanden, «in gemeinschaftliche» Vorgehen in der Behandlung der Zigeunerfrage vereinbart, von dem man mehr Erfolg erwarten kann als von den gesetz- geberischen Maßnahmen des Reichs. Grundlagen für gleichmäßige Anordnungen der Verwaltungsbehörden find inzwischen aufgestellt. In erster Ltnie wird es fich dabet um übereinstimmende Anordnungen über di« Behandlung der Zigeuner an der Reichsgrenze handeln, ferner um die Einrichtung eines gemeinsamen Nachrichtendienstes für die Polizeibe- Hörden und die Staatsanwaltschaften. Weiterhin sollen die gesundhetts- polizeilichen Maßnahmen, die Kontrolle der Ausweispapiere, die Etteil- ung von Wandergewerbescheinen nach gleichen Grundsätzen in allen Bundesstaaten geregelt werden. Da sich in Preußen eine ständige polizeiliche Begleitung der herumziehenden Horden als besonders wirksam gezeigt hat, dürfte diese Maßnahme auch in anderen Bundesstaaten durchgeführt werden. In einer Reihe von Bundesstaaten ist das hordenweise Umherziehen der Zigeuner im Wege der Polizeiordnung verboten, Da dieses Verbot von Erfolg begleitet gewesen ist, kann man annehme«,, daß auch in den anderen Bundesstaaten gleiche Polizeiverordnunge« ergehen werden. ....... " ,
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(Nachdruck verboten.)
Das Tor des Lebens.
Roman von A n n y W o 1 h e.
(Fortsetzung.)
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „
Der Herbststurm zog über die Perge und peitschte die brausenden Wellen des Vater Rhein.
Dunkel ragte der Drachenfels in die neblige Novemberluft.
Heinrike sah von ihrem Fenster nicht mehr die Sonne dort oben die Ruinen der alten Burg umlohen. Auch die Zinnen des stolzen Schlosses Drachenburg glühten nicht mehr im Rosenlicht zu ihr hernieder. Grau in grau lag die Landschaft, müde und tränenschwer.
In der großen Halle der Eschenbach'schen Villa prasselte ein tüchtiges Feuer. Von der grauen Marmorverkleidung de» Kamins hoben sich
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** Zur Dardanelle«aktio« der Italiener. Rom, 31. Juli. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht folgenden ausführlichen Bechcht des Kapitäns Millo über die Dardanellenfahrt der fünf Torpedoboote, in dem es u. a. heißt: Am 18. Juli um 11 % Uhr nachts waren die Torpedoboote bei den Dardanellen und fuhren mit einer Geschwindigkeit von 12 Seemeilen in die Meerenge, während auf den beiden Eingangsforts „Elles Burun,, wie „Kumkale" Scheinwerfer in Tätigkeit waren. Infolge der starken Meeresströmung wurde die Geschwindigkeit auf 15 Seemeilen erhöht. Der Schein- werfer von „Kumkale" sah die italienische Flotte nicht, auch waren fie dem Bereiche der Scheinwerfer von Kry Elles beinahe entkommen, als plötzlich das Torpedoboot „AKiW" von einem Lichtkegel mehrere Minuten verfolgt wurde. Um~%l Uhr nachts gab „Kap Elles" durch einen Kanonenschuß und eine Rakete ein Alarm- Zeichen, das die Meerenge entlang durch Leuchtsignale weitergegeben wurde. Dem Alarmzeichen folgten mehrere Kanonenschüsse. Gleichwohl setzte Millo die Erkundigungsfahrt mit einer Geschwindigkeit von 20 Seemeilen fort, immer dicht an der europäischen Küste, um die ausgelegten Minen zu vermeiden. Da» Feuer der Türken hatte aufgehört, aber die Leuchtsignale liefcen vermuten, daß es sofort wieder ausgenommen würde, sobald Torpedoboote in den Schußbereich der anderen Batterien gekommen sein würden. Kapitän Millo stellte zahlreiche Scheinwerfer sch und sah sogar einen Mann einen Scheinwerfer bedienen und hörtt das in der KLstenbatterie gegebene Kommando, deren Schüsse de« Schornstein der Torpedoboote an mehreren Stellen durchlöcherte« Die „Spica" war sodann, wahrend sie jetzt mit 23 Meilen de« - voranfahrenden Geschwader folgte, das Ziel anderer Batterie« Das Geschwader war auf der Höhe von Kilidbahr, als die „Spica-. an deren Bord sich Millo befand, die Fahrt auf einmal verlang famte und nach wenigen Metern ganz zum Halten gebracht wurde Durch ein kühnes Manovr gelang es der „Spica", loszukommen; Während der drei Minuten, die das Torpedoboot festsaß, ^rttt Millo die Wasserfläche nördlich der Linie Kilidbahr-Tschanak beobachten können. Er bemerkte, daß die Batterien des Forts Kilidbahr ein regelmäßiges Schnellfeuer aufnahmen, das jedes Fahrzeug, das, um der Minensperre auszuweichen, dicht an jenem Punkte vorüberfahren mußte, treffen würde. Unter diesen Ver- hältnissen und da das Ziel der Erkundungsfahrt Erreicht war und' man keine Möglichkeit sah, den Feind mit Torpedos anzugreifen,
mir doch nicht etwa nachtragen, daß ich gestern in Bonn deiner schöne« Cousine Mirjam ein wenig die Cour geschnitten habe? Es war doch ein herrliches Fest, das der Onkel gab, freilich etwas viel Akademiker, Aoer der Sett war großartig! Die Frau Tante scheint es zu verstehen, und die Mädels nicht minder."
„Ich finde, daß du die Verwandtschaft, die dir durch unsere Heirak
allerdings etwas näher gerückt ist, doch allzusehr betonst, Sibo", bemerkte Heinttke mit leisem Spott.
„Nanu?" rief Sibo lebhaft. „Bin ich nicht der rechte Vetter der Mädchen, genau, so wieder deine?"
„Ja, im sechsten Grade", lächelte Heinrike. „Genau so entfernt rote unsere Verwandtschaft ist auch die deine mit den Hellwig». Ich glaube, deine Mutter war eine Großcoufine meiner Mutter."
„Was soll denn das eigentlich heißen?" brauste er auf.
„Daß du auf die Verwandtschaft hin gar keine Rechte an Mirjam beanspruchen kannst, und daß ich es lächerlich von dir finde, wenn d« dich, wie gestern auf dem Fest, wie ein Schatten an Mirjam kettest."
„Eifersüchtig?" lachte Sibo auf. „Ei, sieh mal hin, Kleine! Da«
hätte ich gar nicht von dir gedacht! Doch Scherz beifeite! Lassen wir den dummen Streit, der doch zu nichts führt. Ich wollte dir nur sagen, daß wir demnächst ein großes Fest geben werden, ein Zauberfest soll e« sein- Derham will dir helfen, alles zu arrangieren. Ich muß irgend etwas tun, mich bei der Gesellschaft hier einzuführen. Die Besuche, di« wir jp sehr ausreichend gemacht haben, haben uns ja viele Einladungen gebracht, aber es ist noch nicht das Rechte. Mit einem Schlage muh unser Haus al- eines der glänzendsten und reichsten dastehen. «erstehst du? Es ist auch etwas Eeschäftsreklame dabei. Na, ich rechne dabet auf dich und deinen bewährten Eefchmaa, Rike. Aber nun mach' auch wieder ein freundliches Gesicht und fei vergnügt!" ;
Er wollte sie liebevoll auf feine Kni« ziehen. • "■ >•..* l * * * * * * *. Heinrike aber wich ein paar Schritte vor ihm zurück. ' «• Ihre klaren Augen richteten sich forschend auf sein so sotglo» scheinende» Gesicht, da» ihr freudig entgegenlächelte. I
... (Fortsetzung folgt.) ;
Deutsches Reich,
•— Zu dem Tode des Kardinals Dr. Fischer schreibt die „Nordd. KCg. Zig.": Mit dem Hinscheiden des hohen Würdenträgers, dessen Wirken in so vielfacher Hinsicht vorbildlich zu heißen verdient, beklagt die katholische Kirche Deutschlands einen schmerzlichen Verlust. Dankbar erinnern sich die Diözesanen Kölns der hingebenden Tätigkeit des betrauerten Oberhirten. Von»dem zahlreiche Pfarreien umfassenden Gebiet blieb keine von Kardinal Fischer un-
In dem Kloster zur heiligen Anna aber starrte die Klostermagd Traute verzweifelt auf die hohe Mauer, hinter der die kleine Jrmele mtt der ftemden Frau verschwunden war.
„Alles umsonst!" schrie sie dann auf, wild die Arme um fich schlagend. „Alles umsonst!"
Wie gebrochen lag sie am Boden.
Die mildherzigen Klosterftauen hoben fie liebevoll auf und sprachen thr gütig zu.
Sie sah irr um fich; dann aber lachte fie gellend auf, fo daß di« frommen Frauen entsetzt zurückwichen, und unheimlich glühten ihre dunklen Augen auf.
Am andern Morgen, als es zur Frühmesse rief, war Traute, die Magd, die man aus Mitleid im Kloster ausgenommen und verpflegt hatte, verschwunden.
Ohne Dank und Gruß war fie gegangen.