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t.... Z/mÄ* die Post bezogen 2.25 <X (ohne Bestellgeld), bei' unseren Zeitungsstellen UjjB “jf und der Expedition (Markt 21) 2.00 <A frei ins Haus. (Für untrer«
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und der Expedtiion (Markt 21) 2.00 <* frei mS Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei
1912.
Marburg
Mittwoch, 31. Juli
Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kttchhain
______und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Sei« btndltchkett für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieierung ausge- sää L äSSÄWÄ*1 -
Lie „CbcrOeijifdtc Bettung" erfchenit tußlirt) nut Ytu unqiite ber i^otiii. ) und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt bieiteljährlich durch
Der drohende Kampf im Baugewerbe.
Es liegt System in der Art und Weife, rote die Sozialdemokratie ein Eewerbe nach dem andern in den Kampf gegen das verhaßte Unternehmertum schickt, um ihre Truppen zu schulen und bei den Arbeitern auch nicht eine Ahnung von den Wohltaten eines "‘•ftogtalen Friedens aufkommen zu lassen. Im laufenden Jahre ist der von den „Genossen" geplante „große Bergarbeiterstreik", der zugleich eine Probe auf die Solidarität der internationalen Bergarbeiterproletariats werden sollte, dank des festen Auftretens der Behörden und des Widerstandes der christlich-nationalen Bergarbeiter gründlich mißglückt: um so eifriger wird jetzt von sozialdemokratischer Seite an der Vorbereitung des Kampfes gearbeitet, der im nächsten Jahre im Baugewerbe entbrennen soll. Am 81. März 1913 laufen die zwischen den Arbeitgebern und Arbeit- stehmern im Baugewerbe bestehenden Tarifverträge nach dreijähriger Dauer im ganzen Reiche ab, und nach der jetzt offen zu- gestandenen Absicht der Leiter der in Betracht kommenden sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen wird diese Gelegenheit vonseiten der Sozialdemokratie benutzt werden, um eine neue Kraftprobe anzustellen. Eine Zeitlang hat man auf dieser Seite versucht, eine solche Absicht in Abrede zu stellen und die Arbeitgeber mit dem Hinweis auf die bei Differenzen über die neuen Verträge In Kraft tretende Eigenschaft der Tariskommission als Einigungsamt einzulullen. Nachdem man damit kein Glück gehabt hat, läßt man mehr und mehr die Maske fallen und arbeitet offen auf eine kräftige Rüstung der Arbeitnchmerorganisationen hin. Dabei stellt sich heraus, daß der Kernpunkt des Kampfes die Organisationsfrage bilden wird. Zweifellos werden die sozialdemokratischen Drahtzieher auch diesmal Lohnfragen, Arbeitszeitverkürzung u. dergl. in den Vordergrund schieben, um ihren Einfluß auf die Nichtorganisierten Arbeiter möglichst weit auszudehnen: aber diese materiellen Fragen werden nur Mittel zu dem Zweck darfbellen, die Organisation der Arbeitnehmer im Baugewerbe zu straffen und zu stärken. Der Grund dafür liegt in dem Umstande, daß diese Organisation durch den letzten Streik wesentlich an Mitgliederzahl und Einfluß eingebüßt hat. Der „Vorwärts" hat diese Sachlage unumwunden mit dem Diktum zugegeben: „Der Organisation der Bauarbeiter gilt der Kampf im nächsten Jahre!" Er ermahnt denn auch die Bauarbeiter, schon jetzt „den letzten Mann heranzuholen", nm die eigene Organisation zu einer unüberwindlichen Kampfkolonne zusammenzuschweißen". Man kann sich also darauf gefaßt machen, daß im nächsten Jahre sich wieder einer jener Kämpfe im deutschen Gewerbe abspielen wird, die von der Sozialdemokratie in frivoler Weise unter Mißachtung aller wirklichen Interessen der Arbeiter lediglich aus politischem „Machthunger" inszeniert werden
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Politische Umschau.
Zu den englischen Ministerreden
betont die „Nordd. Stög. Ztg.", daß die Ausführungen Churchills von der deutschen Presse ruhig ausgenommen seien, wie es der Sachlage durchaus entspreche.
„Die an Deutschland gerichteten freundlichen Worte des englischen Premierministers Asquith werden", so schreibt das offiziöse Blatt weiter, „bei uns gern gehört. Sie bilden eine willkommene Ergänzung zu den Ausführungen der britischen Regierungsvertreter in der Flottenfrage. Sie weisen darauf hin, daß durch Er- Brterungen, wie sie bei Beratung des Marineetats vorkommen können, das allgemeine politische Verhältnis zwi- ———1 IUI WW
(Nachdruck verboten.)
r Das Tor des Lebens.
Roman von A n n y W o t h e.
(Fortsetzung.)
Die Oberin nickte. Es war, als ringe sich ein Seufzer aus ihrer Brust: dann aber lächelte sie gütig und sagte milde.
„Jrmeles Glück kommt natürlich hier in erster Linie in Frage, liebe, verehrte Frau. Uns allen wird ja die Kleine an allen Ecken fehlen, in jedes Herz bringt sie die Sonne. Wir haben gedacht, daß wir sie immer im Kloster behalten würden. Von den ersten Wochen ihres Lebens an haben wir sie gehegt und gepflegt. Eines Morgens lag sie j vor der Klosterpforte, und die Schwester» drängten sich um das kleine Wesen, das leise weinte. Da nahm ich es auf und an mein Herz und das ! kleine Kindchen lachte, daß allen Schwestern die Tränen kamen. Und I nun sollen wir Jrmele hergeben? Verzeihen Sie," fuhr sie fort, „nicht unsere Wünsche kommen hier in Betracht, sondern einzig und allein Jrmeles Glück. Ich wage allerdings nicht, die Sache allein zu ent- I scheiden. Wenn Sie mich ins Refektorium begleiten wollen, dort sinden I wir wohl noch die ehrwürdige Aebtissin von Würzburg. Sie wird meine I Zweifel vielleicht bannen können, und auch mit dem Herrn Kaplan möchte I ich reden."
„Sie leiden", entgegnete Heinrike warm, der Nonne die Hand I reichend. „Sie brauchen ja Jrmele aber nicht zu verlieren. Sie kann ja noch immer in Ihr stilles Kloster zum Unterricht kommen, wenn sie I alt genug ist, und sie kann weiter von den frommen Frauen lernen." I
Die Oberin schüttelte ihr Haupt und schob leise den weißen Schleier I von ihrer breiten Stirn. I
„Unser Herz hängt nicht am Irdischen, liebe Frau. Doch jetzt I kommen Sie. Ich werde Sie führen." I
Sie schritten durch kühle, halbdunkle Gänge nach dem Refektorium. I Bin hoher, dunkelgetäselter Raum mit hohen Spitzbogenfenstern. Auf I ernsten, geradlehnigen Stühlen um den Tisch herum sechzehn Nonnen, | junge und alte. Am oberen Ende der Tafel präsidierte eine kleine alte | Frau mit scharfen, schwarzen Augen in dem gelben Gesicht und dem i hmkelnden Aebtissinenkranr aus der mageren Brust. . I
schen Deutschland und England und die auch von uns gewünschten freundlicheren Bezehungen nicht beeinträchtigt werden sollen, und daß in gegebenen Einzelfällen die beiden Regierungen eine Verständigung suchen und finden können, unbeschadet des Rechts, daß sie sich wechselseitig nicht bestreiten, ihren Flottenbau nach den Sicherheits- und Schutzbedürfnissen des eigenen Landes zu regeln.“ Schließlich hebt die „R. A. Z." aus der Antwort, die der britische Staatssekretär des Aeußern auf Ausführungen des Abgeordneten Ponsonby erteilt hat, folgenden Satz hervor: „Man darf den einen sehr einleuchtenden möglichen Grund für die Erbauung der deutschen Flotte nicht übersehen, nämlich den, daß eine wachsende Ration wünscht, mächtig zu sein, ohne daß sie doch notwendigerweise Angriffsabsichten verfolgt, noch auch eine bestimmte Gefahre abwenden will." Dazu bemerkt die „91. A. Z.": „In diesen Worten sind unsere Seerüstungen vorurteilsfrei gewürdigt."
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Deutsches Reich-
— Vom Kaiser. Valestrand, 29. Juli. Am Sonntag vormittag hielt der Kaiser auf der „Hohenzollern" Gottesdienst ab und unternahm am Nachmittag einen Spaziergang an Land, wobei er Professor Dahl besuchte. Heute früh begab sich der Kaiser zu der angesagten Partie nach Eudvangen, wo die Ankunft um 11 Uhr erfolgte. Er unternahm einen Spaziergang, der infolge des heftigen Regens unterbrochen wurde, so daß der Kaiser bereits um 2 Uhr auf der „Hohenzollern" eintraf. Zur Zeit herrscht heftiger Regen. An Bord ist alles wohl.
— Cambon beim Reichskanzler. Berlin, 29. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler empfing am Sonnabend den Besuch des französischen Botschafters Cambon, der vor seiner Abreise nach Paris einer Einladung des Reichskanzler- paarcs noch Hohenfinow folgte.
— Der Papst und die Gewerkschaften. Köln, 29. Juli. Die „Köln. Volkszeitung" meldet aus Rom: Der Papst empfing den ! Auditor der römischen Rota Prälat Heiner irr Privataudienz und I versicherte ihm neuerdings, daß der apostolische Stuhl die christ- I lichen Gewerkschaften weiterhin, wie bisher, ungestört in ihrer I Wirksamkeit bestehen lasse. Gleichzeitig erklärte der Papst, er I setze alles Vertrauen in die katholischen Arbeitervereine.
- - Kardinal Fischer schwer erkrankt. Der Kölner Erzbischof Kardinal Fischer, der seit einer Woche im Maria Hilfshospital in Neuenahr zur Erholung weilt, ist plötzlich erkrankt, so daß er am Montag früh mit den Sterbesakramenten versehen wurde. Es ist hohes Fieber vorhanden und sein Zustand ist sehr ernst. Die preußische Bischofskonferenz ist wegen der Erkrankung bis in den Spätherbst verschoben worden.
— Konservativ-liberales Wahlabkommen. Königsberg, 29. | Juli. Wie der „Königsb. Allg. Ztg." aus Dirschau mitgeteUt wird, einigten sich gestern die liberalen und konservativen Parteien, den nationalliberalen Rechtsanwalt Menzer (Dirschau) als Kandidaten für die durch den Tod des Abgeordneten Hobrecht notwendig gewordene Landtagsersatzwahl im Wahlkreis Danzig 4 aufzustellen.
— Zur Reichstagsersahwahl in Pfarrkirchen. München, 27. Juli. In dem durch den Tod des bauernbündlerischen Abgeordneten Bachmeier erledigten Reichstagswahlkreise Pfarrkirchen haben die Sozialdemokraten beschlossen, sich überhaupt nicht an der Nachwahl zu beteiligen. Es wird sich um einen Kampf zwischen dem Zentrum und dem bayrischen Bauernbund handeln.
— Ermordung eines Deutschen in Marokko. Der „Motin" meldet aus Marakesch, daß ein bei den Gebrüdern Mannesmann
Reste einer frugalen Vesper — Milch und Brot — standen noch auf der Tafel.
„Die Oberin stellte ihren East vor und lud ihn zwischen sich und die Aebtissin an den Tisch.
Heinrike nahm dankend die frische, köstliche Milch und das grobe, trockene Brot. Noch nie hatte es ihr so herrlich gemundet. Verwundert schaute sie auf die Schwestern. Sie hatte es sich immer so schrecklich gedacht, weltabgeschieden in einem Kloster zu leben, und nun sah sie hier in der Schwestern Kreise eine tiefinnerlich gehaltene Fröhlichkeit von einer zur andern fliegen. Sie sah das stille Genügen, und sie kam sich plötzlich so arm vor, ganz bettelarm.
Dann hatte eine der Schwestern nach der andern das Refektorium verlassen, und sie war mit der Oberin und dem Gaste des Klosters allein.
Die'Oberin übermittelte Heinrikes Anliegen der ehrwürdigen Mutter, und die alte Klosterfrau nickte dazu mit dem Kopfe.
„Ganz gut, meine Tochter," sagte sie, „ganz gut. Ich glaube, daß unser Klosterkind bei Euch gedeihen wird. N.cht vielen ist es so gut beschieden. Deine Bedenken, liebe Schwester," wandte sie sich an die Oberin, „wurzeln in den eigenen Wünschen, in Wünschen, die wir nicht haben dürfen. Wenn es denn Euer Wille ist, so könnt Ihr mit dem Herrn Kaplan und der Schwester Oberin alles festmachen, was die Zukunft der Kleinen sichert," bemerkte sie zu Heinrike, und leise fügte sie hinzu: „In unseres Vaters Himmelsgarten sind viele Wohnungen. Ihr junge Frau, sichert Euch durch eine gute Tat einen Platz im Himmel."
„Es ist so viel Eigennutz dabei, ehrwürdige Frau", wehrte Heinrike mit schmerzlichem Lächeln.
Eine junge Schwester kam, die Aebtissin in die Eastzelle zu geleiten. Schwer den Stock mit dem silbernen Knops aufstoßend, ging die alte Klosterfrau hinaus. Ihre durchdringenden, schwarzen Augen forschten im Abschiedsgruß noch nachdenklich in Heinrikes Zügen.
Aber das Leid, das diese Frauenseele barg, blieb ihren Blicken verborgen.
„So ist es denn entschieden", sagte die Oberin mit sanfter Heiterkeit.' „Die heilige Jungfrau geleite Jrmele in das neue Leben. «Sollen rott jetzt gehen, liebwerte Frau? Dars ich Ihnen nun noch unfete Anstalt
। angefteöter Deutscher namens Opitz, der am 26. Juli außerhalb der Stadt einen Spazierritt unternommen habe, seither verschollen sei. Man befürchtet, daß er von Wegelagerern nmgebracht worden sei. — Nach in Berlin eingetroffenen Meldungen bestätigt sich di, Nachricht von der Ermordung des Deutschen Wolfgang Opitz in Südmarokko. Obgleich nach den bisherigen Mitteilungen fein Zweifel darüber zu bestehen scheint, daß Opitz ungeachtet ter ihm von maßgebender Seite erteilten Warnungen sich leichtsinnig tot I Gefahr ausgesetzt hat, sind von Seiten der Reichsregierung Mt In solchen Fällen erforderlichen Schritte getan, um zunächst nach Mcg« I lichkeif den Tatbestand festzustellen.
— Türkische Bestellungen bei deutschen SBaffenfabtikn. Hakle, 29. Juli. Die türkische Regierung gab an drei Waffenfabriken in Suhl die Lieferung von 120 000 Seitengewehren und Säbel in I Auftrag.
— Wirtschaftliche Spionage? Suhl, 29. Juli. Die japanische I Regierung gab kürzlich einer Anzahl hiesiger Waffenfabriken Auf- I träge auf Waffen. Da sie aber nur gering waren und die Haupt- bcdingung auf die Lieferung der sogenannten Reparaturmaschinen lautete, so vermutete man, daß die eigentliche Absicht der japanischen Regierung bei der Erteilung der Aufträge auf wirtschaftliche Spionage abziele. Ein Teil der Fabriken hat deshalb die Auf- I träge abgelehnt. (Fr. Ztg.)
— Etreikexzesse. Tilsit, 29. Juli. Die „Tilsiter Ztg." meldet I aus Ragnit: Am Sonnabend kam es anläßlich des Streiks bei der I Firma Brüning u. Sohn zu großen Ausschreitungen. Bei einem I Angriff von Streikenden auf Polizeibeamte wurde Polizei- I kommissar Löper von einem Arbeiter gewürgt. Zwei Gendar- I merie-Wachtmeister kamen dem Kommissar zu Hilfe; einer von I ihnen erschoß dabei in der Notwehr den Arbeiter Girrulat. Po« I lizeikommissar Löper erlitt durch Steinwürfe und Hiebe schwer, Verletzungen.
— Saatenstand. Berlin, 26. Juli. Nach der „Statistischen Korrespondenz" beträgt die Anbaufläche in rund 52 600 selbstän- I feigen Gemeinfeen unfe Gutsbezirken in Hektar im Jahre 1912 für Winterweizen 1009 374 gegen 1035 732 im Vorjahre, für Som- merweizen 48822 (52 315), für Sommergerste 345 716 (329 979), für Hafer 2 868 715 (2818 092), für Kartoffeln 2 258 881 (2 246 382), für Klee 1098 016 (1267 065), für Luzerne 88 887 (88 624), für Rieselwiesen 63 055 (88 872), für andere Wiesen 3 163 422 (3157564), für Dauerweiden 416 579 (337 757), für Ackerweiden 328884 (264 692). Von dem im Herbst 1911 bestellten Winterweizen war ein Teil schlecht durch den Winter gekommen, sodaß er umgepflügt werden mußte, hauptsächlich wurden hiervon feie englischen Weizensaaten betroffen, während Landweizen und Roggensaaten dem Kahlfrost besser widerstanden. Vielfach würfe« feer Schaden bei Weizen und Oelfrüchten (Winterraps und Winter- riibsen) erst infolge des Nachwinters verursacht. Bei den Futterpflanzen (Klee und Luzerne) sind die Umpflügungen fast ausschließlich der vorjährigen Trockenheit sowie der Mäuseplage zu- zuschreiben. Die Umpflügungen berechnen sich bei Winterweizen auf 44 390, bei Winterroggen auf 5670 Hektar des Anbaus, bei Winterraps und Winterrübsen auf 2292, bei Klee und Luzerne auf 136 674 bezw. 2346 Hektar. Die beträchtliche Abnahme der Klee- und Wiesenflächen wird, wie ans Rückfrage bestätigt wurde, damit begründet, daß diese Ziffern früher vielfach Dauerweiden enthielten, die seit 1911 besonders ermittelt worden sind.
— Die jüngste Behörde. Seit langem bemühen sich dir Handwerkskammern, die bisher die Bedeutung einer Sachverständigen-Vereinkgung hatten, um das Vorrecht, als Behörde gelten zu dürfen. Dieses Vorrecht ist ihnen nunmehr erteilt worden. Eine^ninisterielle Verfügung hat so-
Heinrike stimmte lebhaft zu. Eine Last war ihr vom Herzen genommen, und doch war noch etwas Banges und Zages in ihrer Seele.
Würde sie der Aufgabe gewachsen sein? War es nicht Bermessenheit. das Kind an sich zu reißen?
An der Seite der Oberin wanderte sie dann durch das Kloster.
Als sie an der Küche vorüberkamen, lief ihnen ein reizendes, kleines, etwa vierjähriges Ding in den Weg, eine große Menge Holz in ihrem toten Röckchen tragend, und rief ihnen lachend zu:
„Du, Frau Oberin, ich kann schon Holz tragen! Ich kann auch schm, kochen, Du, Frau Oberin, sieh mal Jrmele an. Ich will Dir auch Blumen pflücken. Willst Du welche?"
Das Holz fiel aus dem roten Röckchen jetzt polternd auf die (Erbe, und Jrmele steckte den Finger in den Mund und starrte die fremde Erscheinung neben der Oberin groß an.
«Gib der Dame die Hand, Jrmele. Erkennst Du fie nicht? Wir haben fie ost drüben im Walde getroffen."
Jrmele nickte. :
„Sie hat mir immer was mitgebracht, gelt?"
„Möchtest Du mit bet Dame gehen, Jrmele, in ein schönes Haus, zu einem lieben, kleinen Jungen, der mit Dir spielt?"
Einen Augenblick sahen die großen, strahlenden, blauen Kinderaugen die es Heinrike angetan hatten, wie in maßlosem Erschrecken und doch prüfend in die ihren; dann entschied sich die Kleine, ihre dicke, kleine Hand selbstbewußt in die Hand der Oberin schmiegend:
„Jrmele will im Kloster, bei den frommen Frauen bleiben. Jrmele will nicht zu dem kleinen Jungen gehen."
Ein schluchzen kam da plötzlich vom Herd der Küche her und ehe die, Oberin nach der Ursache forschen konnte, stürzte sich eine ärmlich ge- uelbete Frau, feie am Herd hantiert hatte, mit wilder Gebärde aus da» Kind und preßte es unter Schluchzen fest an ihre Brust.
»Du darfst nicht zu ihr gehen, zu ihr nicht", flüsterte sie Jrmele «. „Nlel schrie fie dann auf, mit glühenden Augen Heinrike ansehend und drohend die braune, knochige Faust erhebend, während fie tos Kind noch immer in ihrem Arm hielt. . ,
(Fortsetzung folgt.) ,
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