Berleburg, 26. Sulf. Fürst Richard zu SSyn-MrrgrnMn-BerleburD zu Berleburg ist zum Ehrenritter des Iohanniterordens ernannt. „ j tt Neustadt, 27. Juli. Die hiesige israelitische Gemeinde feiert wahrend drei Tagen das 25jährige Bestehen ihrer Synagoge. Gingeleitet wurde die Feier gestern nachmittag um 5 Uhr durch einen Festgottesdienst in der neurestaurierten und festlich dekorierten Synagoge. Der Festredner Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk aus Marburg sprach in vollendeter Weise über die Bedeutung des Gotteshauses als eine Stätte des Segens, und des Friedens für alle die ein- und ausgehen. Herr Lehrer Marcus gedachte der verstorbene nEründer der Synagoge und aller die zur Verherrlichung dieses Hauses beigetragen haben. Der Vortrag von Chor- gesängen in hebräischer und deutscher Sprache trug zur Feier des Gottes- dienstes wesentlich bei. Nach Schluß der erhebenden Feier fand unter den Klängen der Stadtkapelle ehi Festzug durch die geschmückten Straßen der Stadt nach dem Feftsaale des Deutschen Hauses statt. Hier brachte Herr Dr. Munk das Kaiserhoch aus, während die Geschwister Levi sinnige Gedichte vortrugen unter lebhaftem Beifall der Anwesenden, Die Feier findet bis Sonntag abend ihren Fortgang.
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gen Kombinationen. .
Mainz, 26. Juli. Für die Schiffahrt ist es wichtig zu erfahren, daß der Rhein zwischen der Petersaue und der Mainz-Kasteler Seite bedeut lend tiefer gebaggert werden soll, um ein gutes Fahrwasser herzuftellen- Auch die großen Wandschwellen am Kopf der Petersaue, die dort dar Fahrwasser einengen, sollen weggebaggert werden. Auf diese Weise soll . einem lang gehegten Wunsch der rheinischen Reedereien entgegengekom« men werden. Auch die Ausladeplätze in Mainz-Kastel sollen bedeutend vergrößert werden und mit besseren Einrichtungen versehen werden.
Aus dem Werratal, 26. Juli. Das gestern nachmittag niedergegan- aene Eewiter hat auf den Fluren großen Schaden angerichtet. Dre Hagel- schloßen haben die Frucht niedergeschlagen und die Felder bieten rings- herum einen traurigen Anblick. Stellenweise wurden durch den Regen auch die Gärten verschlammt.
Rudolstadt, 26. Juli. Während eines schweren Gewitters schlug der Blitz in das Haus eines Stellmachers ein und äscherte dasselbe vollst«« big ein. Ein Kind wurde durch die einstürzende Decke erschlagen.
Uuna, 24. Juli. Unter heftigen Vergiftungserscheinungen erkrankt« I hier eine aus 6 Köpfen bestehende Familie. Anscheinend ist die Ursach« der Vergiftung in dem Genuß verdorbenen Kartoffelsalats zu suchen. ES dürfte gelingen, alle erkrankten Familienmitglieder zu retten.
Solingen, 26. Juli. Die hohen Schweinepreise, die hier eine aber- malige Steigerung der Schweinefleischpreise brachten, hatten einen ®e» sentlichen Rückgang In den Schweineschlachtungen zur Folge. Der Ge- schäftsgang in den Metzgereien ist sehr still - mit Ausnahme der Pferd« Metzgereien,' weniger kapitalkräftige Metzger können dabei nicht bestehen. Hier haben in den letzten Tagen drei Metzger die Läden geschlossen und ihr Geschäft aufgegeben. .
Westheim (Wests.), 25. Juli. Ein furchtbares Unwetter ging hier und in der näheren Umgebung nieder. Mehrere Gewitter stießen hier zusammen, denen anhaltende, wolkenbruchartige Regengüsse verbunden mit Hagel folgten. Die niedrig gelegenen Häuser waren hier und im nähen Oesdorf größtenteils unter Wasser gesetzt; in Feld und Flur ist
I vieles verdarb-n uni z-rschl»«»». Q«*>» 1»M*» »"«-"--«uchein
Opfer gefordert. Die 31 Jahre alte Therese Bonruden wollte das Vieh
I von der Weide holen. Kurz vor dem Verlassen des Weideplatzes traf ein I Blitzstrahl die Spitze ihres aufgespannten Regenschirmes. Sm seldm | Augenblick standen Mädchen und Vieh, wie ein Augenzeuge erzählt, wi« I in einem Flammenmeer. Während sich die betäubten Tiere bald wieder I erholten, blieb das Mädchen tot auf der Stelle liegen. -4 •
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Unpolitische Tagesnachrichten.
I Aus Eifersucht. Petersburg, 26. Juli. Gestern Rächt wurde 1 der Holzhändler und mehrfache Millionär Beljajew von seiner Geliebten I durch Revoloerschüsse getötet. Die Tat geschah aus Eifersucht.
I Verschüttet. Philippsthal, 26. Juli. Auf der Kaligeweck I schäft Alexanderhall wurde eine Anzahl Arbeiter verschüttet. Sinti I wurde getötet, die anderen gerettet.
I Das alte Sieb. Berlin, 26. Juli. In der Grafenstraße erlitte« I zwei Mädchen durch unvorfichttges Umgehen mit Spirituskochern tödlich« I Brandwunden. Sie starben im Krankenhaus.
I Blitzschlag. Emmerich, 26. Juli. Gestern nachmittag wurde d» I hiesige Gegend durch ein Unwetter schwer heimgesucht. An der Grenz« I gegen Babberich (Holland) erschlug des Blitz den Postenführer der Hollon- . I bischen Grenzwache. Der neben ihm stehenbe Erenzwärter würbe ge- I lähmt. In Beez (Belgien) schlug der Blitz in ein großes Bauernhaus.
I bas vollkommen eingeäschert ward«. Auf freiem Feldewurden zwei I Frauen vom Blitz erschlagen. ,
I Ertrunken. Baabe (Rügen), 26. Juli. Bei hohem Wellengang I sind auf der Selliner Gemarkung gestern zwei Damen und zwei Herren I verunglückt. Frau Baronin v. Stuckrad-Regensburg und Frau Direkt« Bousset-Rikolassee bei Berlin find ertrunken. Durch den am Orte wei-
I lenden Kornerzienrat Bader-Berlin wurden der Kammersänger Rüdiger I und Baron Stuckrad in bewußlosem Zustande gerettet.
I Kleine Nachrichten. Köln. Beim Baden ist ein Bäckergeselle er- | trunken. — Ein Automobil bei Niederau wollte einem anderen Gefährt I ausweichen. Es schlug um und wurde vollständig zertrümmert. Ein I Insasse wurde getötet, ein anderer leicht verletzt. — München. Di« I Leutnants Funkler und Domaier von dem 10. Artillerie-Regiment Er- I langen find von einem Ausflug in die hohen Tauern nicht zurückgekehrt. I Man hat bisher keine Spur von ihnen. — lieber Bayern ist ein furcht- I bares Unwetter niedergegangen. In Berchtesgaden, Rosenheim und I Tölz zündete der Blitz. — Brandenburg (Havel). Der Chauffeur I einer Automobilfabrik in Reichstein fuhr aus der Föhrder Chaussee ü» I eine Gruppe von drei Knaben. Einer war sofort tot. — Budapest. I In Miiidestent (Komitat Osongrae) ist ein Wjähriger Tagelöhner an I Cholera gestorben. Ein neuer Choleraverdacht wurde gemeldet. .
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Letzte Nachrichten.
Berlin, 27. Juli. Während Berlin von Gewittern verschont I blieb brach in der sächsischen Schweiz bei Schandau ein Unwetter I aus, das bei den Gästen des Hotels und unter der Bevölkerung eine I wahre Panik hervorrief. Bon den Höhen stürzten Wassermassen I ins Tal und rissen alles mit sich, was sich ihnen entgegenstellte.
I Der sonst ruhige Sirnitzschbach wurde in wenigen Minuten zu; I einem reißenden Strom und wälzte auf seinem Rucken entwurzelte I Bäume, aus den Gärten und Häusern entführte er Tische und I Stühle und andere Gegenstände. In den Straßen des enge«
Tales stand nach 5 Minuten das Wasser IV2 Meter hoch, so daß die Menschen ans den niedrig gelegenen Wohnungen unter Lebensgefahr flüchten mußten. Der allgemeine Schrecken wurde durch den Eintritt vollständiger Finsternis noch erhöht. Nach etw« einer Stunde hörte das Unwetter auf. Man sah ein von totem* geröll und anderen Gegenständen übersät« Trümmerfeld. 1
Berlin. 26. Juli. Mehrere Studenten hatten gestern einen Ausfl« nach dem Weddingsee unternommen, u« zu Baden. Einer der Karner««| überschätzte seine Kraft, wagte sich zu wett in den See hinaus und Ej
cher Richtung er wrrst. I
• Ein Festsonntag. Morgen finden, wie aus den verschiedenen Ankündigungen ersichttich ist, in Marburg und Umgegend zahlreiche festliche I Veranstaltungen statt. Die Musikkapellen haben letzt, bevor die großen I Serien kommen soviel zu tun, daß sie nicht allen Aufträgen gerecht werden I lönne«.Lichtspiele in der Bahnhofstraße erfreuen sich immer I größerer Beliebtheit. Das abwechslungsreiche Programm, das für I jeden Geschmack etwas bringt, bi,tet für ein bis zwei Stunden angenehme Unterhaltung. Durch das zu dem Unternehmen gehörende I Automaten-Restaurant können die Besucher mit Getränken und | Speisen bedient werden, was den Aufenthalt in dem Theater nur I noch angenehmer macht. Eine gut funktionierende Ventilcftion I sorgt dafür, daß eine Erscheinung, die man sonst in den geschlossenen Kinos antrifft, nämlich Dunst und schlechte Lust, überhaupt I nicht bemerkbar ist. Bon heute, Sonnabend, ab wird übrigens ein I neues Programm geboten, bas durch die Vorführung des Histon- I schon Teiles des Festzuges vom 17. deutschen Bundesschießen in Frankfurt besonderes Interesse verdient. Von den weiteren Pro- I grammnummern werden, wie man uns versichert, das großartige I Tierdrama „In der Nacht des Urwald«" sowie der Film »Fetzchen auf seinem Zuge nach Tripolis" besonders ansprechen. Der übrige Teil des Programms steht ebenfalls auf der Hohe und bietet I eine Fülle d« Interessanten und Schönen. Näheres ist aus dem I Inseratenteil der heutigen Zeitung ersichtlich.
* Das Werfen mit Steinen. Am Grün wurde heute früh ein Kind von einem anderen durch einen Steinwurf am Kopfe verletzt. I
* Beseitigt das Fallobst. Jetzt sollte kein Obstbaumbesitzer es Unterlasten, das Fallobst auflesen zu lasten, damit die in demselben sich aufhaltenden Maden nicht ausschlüpfen, wieder auf die Baume kriechen und dort ihre verderbliche Tätigkeit fortsetzen. All« Fallobst soll aufgelesen werden und wenn es noch so Nein ist. Pflaumen werden vernichtet, auch die ganz kleinen Aepfel, aber die schon ein wenig an Umfang zeigen, können natürlich zu Kompott resp. zur Essigbereitung verwertet werden. Wer unter seinen Baumen jetzt i Fallobst liegen läßt, schädigt sich selbst.
I * Preußisch-Süddeutsch« (227. Königlich-Preußische Klassenlotterie.) Die Lose zur 2. Klaste sind bis spätestens 5. August ein» zulösen. Am 9. August beginnt die Ziehung der 2. Klaste, in der 9000 Gewinne im Betrage von 1525 192 «M, darunter 2 Hauptgewinne zu je 60 000 J*. gezogen werden. ’
Versammlungen. Konzerte. Theater. Vergnügungsnachrichten usw.
• D,r Krieger- ttnb Landwehr-Verein begeht morgen nachmittag im Turnergarten fern diesjähriges Sommerfest.
• Dee Postmtterbemnten-Berein begeht morgen Sonntag in den 1.0- kalitäten des Schloßgartens das Fest feines 15jährigen Bestehens.
• Sommertheater Marbach. Am Sonntag, den 28. Juli, nachmittags 5 Uhr findet auf bet Freilichtbühne beim Kurhaus Marbach eine Aufführung der Hans Sachs-Spiele statt. Eegeeben wird 1. bet Kramers I Korb 2. das Kälberbrüten, 3. bet gestohlene Schinken und 4. das böse W«ib mit Steinen, Kräutern und Worten gut zu machen. Vorverkauf: Neufeldtsche Mustikalienhandlung. Bei ungünstiger Witterung findet I bie Vorstellung im Sommertheater patt. Abends 8 llhr wird „Der Ring I bes Gauklers, Komödie in 4 Akten von Max Halbe zum letzten Male ge- I ® * Volksvorstellung in den Stadtsälen. Am Montag, den 29. Juli,, wird auf vielfachen Wunsch Hermann Sudermanns fünfaktiges Schauspiel I Der Bettler von Syrakus" nochmals aufgeführt und zwar als Volksvor- I stellung zu kleinen Preisen. Vorverkauf in der Elwertschen Buchhandlung. I Elnhausen, 27. Juli. Gestern stürzte hier beim Aufftellen einet I Treppe der Zimmermann Ernst aus Marbach so unglücklich, daß et so- r fort ärztliche Hilfe In Anspruch nehmen mußte.
I n Roth, 26. Juli. Von dem hiesigen Turnverein errangen folgende | Mitglieder auf dem 7. Bundesturnfest am 21. d. M. in Wieseck folgende Preise: Hormel den 21. Preis mit 597., Bergenstein den 50. Preis mit 487. und Riederhöfer den 58. Preis mit 457. Punkten. Ferner erhielten von der Zöglingsriege Hormel 27 Punkte, Bergenstein 25 Wenz 1.24, I Hormel H. 24, Wenz II. 20% und Wenz III. 20 Punkte (6 Preise). I Außerdem errang der Turner Willershausen aus Wenkbach den 27. Preis.
= Bauerbach, 25. Juli. Bei dem heutigen Gewitter schlug der Blitz in einen Kornhügel im Arzbachfelde, der infolge des starken Regens nicht brannte. Ganz in der Nähe befanden sich Leute mit Pferden und Maschinen mit Kornmähen beschäftigt, die mit dem Schrecken davonkamen. I Endlich ist auch hier von der Darlehnskasie eine Viehwage aufgestellt I worden wie solche die Nachbargemeinden schon längst haben. Einem dringenden Bedürfnis ist damtt abgeholfen, kann doch der Landwirt fern I Verkauf kommendes Fettvieh gegen geringe Gebühren hier wiegen I und braucht nicht bie weiten Wege nach außerhalb zu machen. Die Wage I liebt auf dem sog. Biel. .
I Frankenberg, 26. Juli. Der Abendzug 497 Bestwig—Winterberg I fuhr am Mittwoch infolge falscher Weichenstellung im Bahnhof CiMing- hausen auf den Prellbock. 6 Personen wurden leicht verletzt, der Matcrml- I schaden ist unbedeutend. Die Schuld an dem Unfall wird die eingelettete I Untersuchung ergeben.
I Louisendorf, 26. Juli. Bei dem gestrigen schweren Gewitter, das I fiber die Gemarkung Louisendorf niederging, schlug der Blitz, laut I Frankenb Ztg." in das Wohnhaus des Landwirts Stephan Lange ein, ohne zum Glück zu zünden. Der Blitzstrahl zerschlug einige Ziegeln am I Dache und nahm überall seine Spuren hinterlasiend, seinen Weg an der I Giebelseite des Hauses entlang durch die Küche, in der das lljabnge I Mädchen des Hauses saß. Das Kind trug man für tot aus dem Raume I durch bie eingeatmeten Schwefeldämpfe und durch den Sturz vom I Stuhle infolge des Luftdruckes war das Kind bewußtlos geworden — I es erholte sich aber gar bald. , , .
I £ Rosenthal, 27. Juli. Morgen findet hier tm Rathaussaal eine I Versammlung wegen der Kraftwagen-Verbindung Marburg-Rosenthal
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orgsnalartikel ist fiemtoS l8desLrhebm«ht,nur mit der deutlichen QuellenangaU gehest. -^^""zuli.
* «egierungsptäfibewt Graf v. ««rnfkrff aus Casicl weilte heute in dienstlichen Angelegenheiten in unserer Stabt Er stattete u a bem Lanbratsamt und dem Rathaus Besuche ab.
* Gutsbesitzer Hoffmann -st. Ein in weiten Kreisen bekannter Mann, Herr Gutsbesitzer Ebuard Hoffmann hier, hat gestern bas Zeitliche gesegnet. Der Verblichene gehörte frii^r bew Kreistag unb bem Stadtverordnetenkollegium an.
« Brückensperre. Die Brücke am Marbacherwsg nach dem Köhlersgrund wird von Montag den 29. d. M. ab wegen Erneuerung derselben auf 3 Wochen für «Sen Fuhrverkehr gesperrt.
♦ Jubiläum des Füsilier-Regiments v. Eersdorff (Kurhess.) Nr. 80. Bei der letzten tm Hotel Berg in Wiesbaden abgehaltenen Sitzung der Vereinigung ehemaliger 80er fand in Gegenwart der Jubiläurnskommissiou d« Regiments eine Besprechung über die voraussichtlich am 7., 8. und 9. Juli 1913 in Wiesbaden und am 10. in Homburg 0. d. H. stattfindende Jubelfeier statt Es hat sich auf Wunsch des Regiments eine Geschäftsstelle gegründet, die alle Anfragen einzelner und von. Vereinigungen beantworten wird. Durch die Festlichkeit werden Unkosten für die einzelnen Teilnehmer voraussichtlich nur in geringem Maße entstehen, da die Teilnehmer Gäste d« Regiments sind und dies« «uch sur die unentgeltliche Unterbringung sorgen wird. Die tm Kreise Marburg wohnenden ehemaligen 80er, welche der Vereinigung n Marburg noch nicht angehören, werden gebeten, sich möglichst b a l d bei Herrn Dietrich Sälzer in Marburg, Barfußerstr. 55, zu melden. Derselbe ist auch zu jeder weiteren Auskunft gern bereit.
* Jugendpflege. Die Kreisverbindung der evang. Junglings- unb Männervereine Marburg-Treysa feiert nächsten Sonntag tn Verbindung mit dem 29. Jahresfest des christlichen »«eins junger Männer hier ihr Kreisfest durch Festgottesdienst In der Elisabeth- kirche, vormittags 9(4 Uhr, Nachfeier im großen Saale des Phi- lippshauses nachmittags 3y2 Uhr und Familieitabend in den neuen Bereinsräurnen des genannten Vereins daselbst abends 8 Uhr. Als Festredner werden die Herren Pfarrer Eckhardt-Mendorf und Kirchenrat Reich hier Mitwirken.
* Jacobsthal-Epende. Man schreibt uns: Zu Ehren unseres scheidenden Archäologen, des Herrn Privatdozenten Dr. Paul Zacobsthal, der das Ordinariat, dis Geh. Rat v. Sybel innehalte, twei Semester lang kommissarisch vertreten hat, haben sich Schüler »nd Verehrer zu einer Spende für wissenschaftliche Zwecke vereinigt, um dadurch ihrer Liebe und Hochschätzung für ihren Lehrer Ausdruck zu geben. Der Gefeierte wird das Geld zu einer Neuanschaffung für unsere noch so ergänzungsbedürftige Sammlung der Gipsabgüsse verwenden. Er wird sich damit nicht nur den Dank der Fachgenoffen erwerben, sondern auch aller derer in unserer Stadt, die für die alte Kunst Interesse haben. Es wäre zu wünschen, daß Dr. Jacobsthals Vorbild die Kunstmäzene unserer Stadt zu bildiger Nacheiferung anregen würde. Vivat fequentes!
♦ Marburger Rnderverein. Man schreibt uns: Ein eigen» tttig schönes, in Marburg noch nicht gesehenes Fest spielte sich am Donnerstag abend an und auf der Lahn am Bootshaus des Marburger Rudervereins ab. Herrlich war der schöne Platz mit hohen Masten geschmückt, die mit Girlanden und vielen Lampions bekränzt bezw. behangen waren, und der Blick nach dem gegenuber- kegenden, mit Erlen und Gesträuchen bewachsenen Ufer und darüber hinweg nach den Lahnbergen und dem Kaiser Wilhelms- turm war entzückend. Roch vor bem heranziehenden Gewitter würben die schlanken Ruderboote von den schneidigen Ruder- brüdern in ihren kleidsame« Kostümen zu Wasser gebracht und die Einer-, Zweier- und Viererboote in flotter Fahrt, die «ine« schönen Erfolg der gemeinsamen Hebung bes gesunden Rudersports zeigte, den bewundernden Gästen vorgeführt. Hieran reihte sich «in Fischerstechen und Böttenwettfahren, welche durch die äußerst belustigenden Szenen die größte Heiterkeit hervorriefen. Kühn und siegessicher standen die Fischer und Fischerinnen in ihren von Ruderern geführten Booten und tm nächsten Moment waren sie schon von den entgegenkommenden Gegnern aus dem Sattel resp. ' aus bem Boot gehoben unb wie zappelnde Frösche ins Wasser geworfen. Vor dem nun herniederströmenden Regen flüchtete alles in das geräumige, elektrisch beleuchtete Bootshaus und gruppierte sich um das reichhaltig ausgestattete kalte Büffet, das bei einem Glase Bayrisch würdige Beachtung fand. Als « nach einiger Zeit wieder aufhörte zu regnen, eilte alles wieder hinaus an das Ufer bet Lahn. Hier entwickelte sich nun ein überaus prächtiges Bild. Hebet ein Dutzend zu Gondeln hergerichteter, mit Girlanden, Blumen und Lampions geschmückter Kähne, auch ein echtes amerikanisches Kanoe, Eigentum eines Mitgliedes d« Rudervereins, d--ch- furchten die ruhig fließende Lahn — eine witMch effektvolle italienische Nacht, ein Bild, wie « sich ungefähr auf den Lagunen Venedigs abspiett. An bett Ufern unb auf bem Wasser selbst wurden Buntfeuer und herrliche Feuetwerkskörper abgebrannt. Jeder suchte ein Boot zu erreichen und sich hin und her fahren und schaukeln zu lasten, bis gar bald bie Abschiedsstunbe herankam. Dem Kruberverein sei an dieser Stelle für ben unvergeßlich schönen
Hetzen, wo eine Panik herrschen soll. Aus allen Richtungen ziehen Petersburg, 26.3««. Der Mimst« des Aeußern gab zu Ehren des Fürsten
«nwoP9IuauB dies« Jahres «folgende Abdankung Mulay Haftds
1MW? «it der Rachfolgefrage. Mulay Hafid möchte seinen Thron einem seiner noch im Knabenalter stehenden Söbne übertragen. Diese Wahl wäre für das französische Protektorat nicht ungünstig, da man die Regentschaft zum $eiifptel be kbr ergebenen Manne, übertragen konnte. Aber vielletcht ist es I besser eine Persönlichkeit von größerem Ansehen zum Nachfolger 1 Mulay Hafids zu ernennen, zürn Beispiel Mulay^stef. oder soga ben früheren Sultan Abdul Asis. Bezüglich -des WohnortesMulay fiafibs für den Fall feiner Abdankung muß sich biefranzostsche Re- kiES von der Erwägung leiten lasten daß die übelwollende Innung des Sultans, Frankreich nunmehr außer dürfte weder im eigentlichen Protektoratsgebiet noch tn Sanger mahnen denn in der letzteren Stadt würde er sehr bald zum Mittel- ' punkte aller gegen das französische Protektorat gerichteten Ran e | werden. Dies sei die Ueberzeugung aller derjenigen, bre in der . letzten Zeit Gelegenheit hatten, dem Sultan nah« zu treten.
einzelnen Orten verdoppelt. Es ist dies ein erfreulich« Zeichen, daß die Notwendigkeit d« christlichen Malerverbandes immer mehr erkannt wirb. Eine weitere Stärkung des christlichen Maler- verbandes ist notwendig bei b« bevorstehenden Erneuerung des Reichstarifvertrags, da die Bekämpfung der Schmutzkonkurrenz tm Vordergründe stehen dürfte, wodurch das Malergewerbe auf solide Grundlage gestellt und erhalten wird.
* güt Sporttreibende. Auf dem von der Stadt zur Verfügung aestellten Platz vor Weidenhausen wird täglich, besonders (nut) abends, dem Sport gehuldigt. Es ist das sehr erfreulich Em Vorfall der sich gestern abend «eignete, zeigt jedoch, daß hierbei auch die nötige Vorsicht beobachtet werden muß. Ein junger Mann schleuderte beim Diskusspiel unabsichtlich die schwere Platte auf ein bei dem Erabengelände stehendes Kind zu, die diesem haarscharf am Gesicht vorbeiflog. Wie leicht hätte hier em gräßliches Unglück geschehen können. In Zukunft empfiehlt es sich, bei solchen Spielen die Plätze möglichst zu sperren und vor allen Dingen die
Kinder, die sich zwischen die Spieler drangen, beseitigen. Belm I Kesseil-NassaU U1ld Nachbargebiete. Diskuswerfen z. B. muß der Spieler auch genau wisten, nach wel | w 3uIL 3um siebenunbzwanzigsten Male feierte gestern die Gießener Jugend das herkömmliche Jugendfest im Philosophenwald, Gtwa 4500 Kinder aus allen Schulen und Ständen nahmen an dem Fest- zug teil, besten Vorbeimarsch über 20 Minuten dauerte.
Wiesbaden, 26. Juli. Wegen Lohndifferenzen find hier die Arbelier der Firma Roste!, Schwarz & Co., Fabrik mediko-mechamscher Apparat« heute morgen sämtlich in den Ausstand getreten.
Darmstadt, 26. Juli. Die „Darmstädter Zeitung veröffentlicht in Anknüpfung an die Mitteilungen mehrerer Zeitungen über Vethand- lungen betreffend die definitive Besoldungsvorlage folgende Erklärung der großherzoglichen Regierung: Daß sich bie großherzogliche ^egttrung unb ihre Mitglieber mit ber befinitioen Besoldungsvorlage ernstlich und fortgesetzt beschäftigen und daß darüber auch münbliche Besprechungen und Sitzungen stattfinden, ist schon mit Rücksicht auf die Wichtigkeit und die Eilbedürftigkeit der Sache selbstverständlich. Was un übrigen in jenen Zeitungsnottzen in Einzelheiten mitgeteilt wird, beruht auf mußt*
Sachsenberg, 26. Juli. Bekanntlich wurde ber südliche Teil ber städtischen Feldgemarkung während eines schweren Hagelwetters im Lause des Monats Juni hart betroffen und geschädigt. Die Roggen- und Weizenernte wurde total vernichtet. Die Taxatoren schätzen den Schaden auf über 50 000 M. für unsere Stadt. Leider haben nur etwa 10 Besitzer gegen Hagelschaden versichert, ba es seit 50 bis 60 Jahren hier nicht gehagelt hat. Für die Schwerbettoffenen ist nun eine erfolgreiche Hilfs- attion eingeleitet. Herr Baron von Krauskopff, ber schon so oft unserer , v v t . stabt half, hat bie Summe von 6000 <M gespenbet, die Herren Bier- . * Gewerbliche». Vom hiesigen Malerverbanb wirb geschrieben. I hrauereibesttzer Ad. Bohle, (Stef von Dunden (v. Dalwigk-Camp) und
V« Zentralverband christlich« Maler und verwandter Berufe 1 «oblifont Richter-Wetzlar haben ebenfalls je 1000 Beftügung ge- Deutschlands hat tn feinem Ausbreitungsgebiet Hefsen-Nassau auch I Hellt, um bie schlimmsten Wunden heilen zu können. Man hofft^ß noch km 2. Quartal n«ch seinem Abschluß gute Fortschritte zu ver- weitereGaben Sufamr^mmen^amitEigst«w
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