mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Marburg
Sonntag, 28. Juli
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47. Jahrg.
1912.
Erstes Blatt.
Rundschau.
Englische Stimmen zu den Ministerreden.
London, 26. Juli. Zu den Parlamentsverhandlungen führt der „Daily Chronicle" aus, daß die Aenderung der auswärtigen Politik Englands auf seine Wehrpolitik zurückgewirkt habe. „Die allmähliche Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Deutschland etwa seit dem Jahre 1900 führte zu der deutschen Flottenpolitik. Die Verstärkung der deutschen Flotte war die Antwort auf unsere Diplomatie." Das Blatt will nicht untersuchen, ob die englische Diplomatie wirklich zu einer Zeit so ausgesprochen antideutsche Absichten verfolgt habe, wie man auf dem Kontinent annehme; die Hauptsache sei, daß sie jetzt weder antideutsch sein noch scheinen dü^jfe . Die Freundschaft Englands mit Frankreich und Rußland müsse eine Freundschaft mit Deutschland nicht notwendig verhindern, obwohl es noch bis vor kurzem den Anschein gehabt habe. Die Erklärungen des Ministers seien vortrefflich, aber es bestehe auch der Wunsch, die Freundschaft mit Deutschland auf dieselbe Basis wie die mit Frankreich und Rußland zu stellen. Solange die internationalen Fragen nicht endgültig in dem Sinne beantwortet' sind, daß Deutschland in unsere Freundschaften auf der Basis der meistbegünstigten Nationen ausgenommen wird, darf das Ende des ruinösen Wettrüstens nicht erwartet werden. — Die „Times" schreibt: Die Summen, die wir auf die Flotte verwenden, sind Versicherungsprämien und nichts weiter. Ein Angriff unsererseits ist für jeden unbegreiflich, der sich ruhig überlegt, daß wir völlig auß:r Stande wären, dem entscheidenden Seekrieg eine Kampagne auf feindlichem Gebiet folgen zu lasten. Wir hegen keine Feindschaft gegen irgendeine Macht und gewiß nicht gegen Deutschland. Mir verstehen seine Haltung und nehmen sie nicht übel, aber wir sehen uns zu Vorsichtsmaßregeln gegen die möglichen Folgen veranlaßt. Zu diesen Vorsichtsmaßregeln gehören unsere internationalen Freundschaften. Wir pflegen diese Freundschaften, aber es find in keinem Sinne exklusive Freundschaften und sie haben keine Spitze gegen irgend eine Macht oder Nation.
Ein Sozialdemokrat gegen die „Hetzreden!"
Es geschehen noch Wunder und Zeichen! Man sollte es kaum für möglich ballen und doch ist es geschehen, daß ein „Eenoste" in öffentlicher Versammlung vor den bekannten Hetzreden seiner Parteifreunde warnt. In einer Konferenz der Metallarbeiter Nordbayerns hat sich der sozialdemokratische Arbeitersekretär Segitz wie folgt ausgelassen: „Mag ein Agitator von Norden oder Süden kommen, man hört immer dieselbe Rede. — Die Rede besteht in einer wüsten Schimpferei über den Unternehmer, berechnet auf den Machtkitzel der Arbeiter, wodurch bei diesen falsche Ideen hervorgerufen werden. Anstatt die Arbeiter zu erziehen, werden ihnen häufig Versprechungen gemacht, durch die sie sich später getäuscht sehen." Ob der Mann wohl auf den letzten, großen, vollständig mißlungenen Streik im Ruhrgebiet hat anspielen wollen!? Allerdings wird dieser „weiße Rabe" kaum Schule machen' oder gar den Anstoß zum Beginn einer neuen, gemäßigten Richtung in der sozialdemokratischen Agitation geben. Viel wahrscheinlicher ist es, daß ihm seine offenherzige, ehrliche Rede böse Stunden unter seinen Eenosten bereiten wird, die ihn möglicherweise als allzu „bürgerlich" Gesinnten aus der Partei ausschließen werden.
24 ..... (Nachdruck verboten.)
Das Tor des Lebens.
.T." Roman von AnnyWothe.
(Fortsetzung.)
„Ich habe wirklich gar nicht an Sie gedacht, mein gnädiges Fräulein, verzeihen Sie. Man vergißt so manches, was so weit zurückliegt; aber da Sie die Vergangenheit berühren, die wir doch beide vergessen wollen, so ist es mir lieb, daß wir uns heute hier, bevor wir uns in Bonn in der Gesellschaft gegenüberstehen, sagen können, daß wir versuchen wollen, so zu verkehren — wenn es sein muß — als hätten wir uns nie gekannt. Es war mir, wie Sie sich denken können, höchst peinlich, Ihr Haus ju betreten. Da ich aber, wie ich hörte, eigentlich auf Wunsch und Empfehlung Ihres Herrn Vaters nach Bonn berufen wurde, ließ sich der Besuch nicht gut umgehen. Ich hoffe, die offizielle Einladung, die Sie mir übermitteln werden, unter.irgend einem schicklichen Vorwand ablehnen zu können."
Mirjam wandte jäh bth Kopf zur Seite. In ihren Augen glühte es seltsam aus.
„Sie werden die Gründe für Ihre Ablehnung, mein Herr, bei rnei- Mem Vater vertreten."
„Wenn Sie es wünschen, mein gnädiges Fräulein! Ich glaube nur, tn Ihrem Interesse zu handeln, denn soviel ich weiß, ist damals glücklicherweise nichts durchgesickert, wer es war, der dem armen Wolfert den Denkzettel fürs Leben gab."
Mirjam blieb stehen. In ihrer Stimme zitterte ein dunkler Ton, als sie mit Ueberwindung sagte:
„Sie haben mir soeben noch klar gemacht, daß wir die Vergangenheit vergessen wollten. Sie find ein schlechter Schachspieler, mein Herr Profestor."
„Das muß ich wohl erst noch beweisen. Aber Sie haben recht; es Ist wenig ritterlich von mir, Ihnen immer das zu sagen, was Sie nicht hören wollen, und ich gelobe feierltchst, mich zu bestem."
Tin befreiender Atemzug hob Mirjams Stuft. Das war der leise, scherzende Ton von einst, den sie zwar tn seinem Sartusmus etwas fürchtete; aber er gab ihr doch die Gewähr, daß er nicht als ihr Feind nach Bonn gekommen war. . >
Zungdeutschland auf der Wanderschaft.
Es weht ein gesunder Geist durch die Bewegung, welche nationalgesinnte Männer, unter deren Führern wir mit freudigem Stolz auch unsere Eeneralfeldmarschälle Freiherr v. d. Goltz und Graf v. Häseler sehen, in die Jugenderziehung hineingetragen haben. Die Erkenntnis, daß die Schule allein nicht mehr genügt, um tüchtige, an Geist und Körper ge- stählte Männer zu erziehen, die geeignet sind, das Vaterland gegen alle inneren und äußeren Feinde wirksam zu verteidigen, zu erhalten und immer weiter auszubauen, hat die Fortbildungsschntlen und nationalen Jugendvereinigungen erstehen lasten, die für eine praktische Ausbildung der schulentlassenen Jünglinge für das Erwerbsleben sorgen und durch Vorträge, gesellige Zusammenkünfte und durch gemeinsame Spiele und Wanderungen in Gottes freier Natur, einen köstlichen Schah an unvergänglicher Vaterlandsliebe in den Herzen der junge« Leute auffpeichem. Besonders mit den gemeinsamen Spielen und Wanderungen ist eine Einrichtung ganz nach dem Herzen unserer deutschen Jünglinge geschaffen worden, wie der enorme Zudrang zu diesen Wanderungen durch Feld und Wald beweist ,die mindestens an jedem Sonntag von verschiedenen Orten des Reiches unter der Führung älterer deutscher Patrioten unternommen werden. Da diese Wanderungen sehr häufig eine größere Ausdehnung nehmen und dadurch auch bisweilen ein Uebernachten unterwegs nötig machen, will die Militärverwaltung das Jugendwandern in dankenswerter Weise dadurch fördern, daß sie die Einquartierung und Verpflegung von Ingendwanderer-Abteilungen in den Kasernen genehmigt hat. Die Eisenbahnverwaltung ist diesem guten Beispiel gefolgt und hat als Unterkunftsräume alte, ausrangierte Eisenbahnwagen zur Verfügung gestellt. In diesem Sommer dienen bereits etwa 80 derartige „Sommerwohnungen" während der Ferienzeit der wandernden Jugend unentgeltlich zum vorübergehenden Aufenthalt.
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Deutsches Reich.
— Verliehen. Berlin, 26. Juli. Vizeadmiral Dick, Direktor des Werftdepartements im Reichsmarineamt wurde der Stern zum roten Adlerorden zweiter Klasie mit Eichenlaub ufid dem Geh. Admiralitätsrat von Co^lln, Vortragender Rat im Reichsyiarine- amt und dem Geh. Baurat Köhler in Pyrmont-Oesdorf, bisher Esten a. d. Ruhr, der Rote Adlcrorden zweiter Klaste mit Eichenlaub verliehen. — Darmstadt, 26. Juli. Der Eroßherzog hat dem Generalmajor a la suite der Kavallerie, Frhrn. v. Heyl zu Darmstadt das Komthurkreuz 1. Klaste mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
— Die Nichtbestätigung sozialdemokratischer Bürgermeister. München, 26. Juli. In der gestern tagenden Kommission des bayrischen Reichsrats erklärte der Minister des Innern Freiherr von Soden, daß mit einer grundsätzlichen Nichtbestätigung sozialdemokratischer Bürgermeister die bayrische Regierung tn erfreulicher , Uebereinstimmung mit der preußischen Regierung stehe.
— Zu den kommenden preußischen Landtagswahlen wird der „Neuen politischen Correspondenz" aus Abgeordnetenfreisen geschrieben: Es liegt zunächst kein Grund zu der Annahme vor, daß die Landtagswahlen zu einem anderen Zeitpunkte als dem Frühjahr 1913 stattfinden werden. Eine Verschiebung der Wahlen bis zum Herbst 1913 müßte aus verschiedenen Gründen ganz erheblichen Bedenken unterliegen. Das Abgeordnetenhaus wird auch, sofern in den Kommissionen die Parteien bereits ihre Stellung zu den wichtigeren Gesetzentwürfen geklärt haben, die Arbeiten so fördern können, daß der Etat noch rechtzeitig zur Erledigung gelangen kann. Für die Beratungen im Herrenhause bliebe ebenfalls noch hinreichend Zeit, so daß bei der Tagung von Ende Oktober d. I. bis Anfang oder Mitte April k. I. und fleißiger Arbeit die wichtigsten Vorlagen aufgearbeitet sein könnten. Zweifelhaft bleibt nur das Schicksal des Einkommensteuergesetzes, das in der Kommistionsbe-
In Oberwesel flammten jetzt traulich die Lichter auf. Sie spiegelten sich in dem breiten Strom, und die rote, gotische Stiftskirche hob sich malerisch von dem blaugrünen Abendhimmel ab.
Aus dem Rhein tauchte plötzlich eine dunkle Klippengruppe empor.
„Die sieben Jungfrauen" hieß man die Felsen, die einst der Flußgott, wie die Sage ging, ihrer Sprödigkeit wegen in Felsen verwandelt hatte. Der Schiffskapitän erklärte es einem Reisenden, den die dunklen Klippen erschreckt hatten.
Mirjams und Gerhard Veudheims Blicke begegneten sich. Hier hatten sie sich schon einmal tief in die Augen geschaut.
Zu beiden Seiten des Stromes stiegen jetzt steile.Felsgebirge empor.
Vom Hinterdeck des Schiffes, von dem schon lange Becherklang und Gesang herüberschallten, löste sich jetzt wehmutsvoll das alte, bekannte Zauberlied:
„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin."
„Lurlei!" drängte es sich wider Willen von Bendheims Lippe:- „Lurlei!"
Mirjams Herz klopfte plötzlich zum Zerspringen.
Sie wollte ihm antworten, abwehren, sie vermochte es nicht.
Aus zerrissenen, mächtigen Steinblöcken hat jetzt die gewaltige Felsenmasie, die „üurlei", tn den Strom vor, weithin über das rauschende Wasser ragend.
Der Mond umschmeichelte mit mattem Silberglanz den Zauberfelsen, und die Studenten am unteren Ende des Schiffes fangen weithin über den Rhein:
Dort oben wunderbar, Ihr goldenes Geschmeide blitzet. Sie kämmt ihr goldenes Haar, Sie kämmt es mit goldenem Kamme Und singt ein Lied dabei, Und das hat eine wundersame, gewaltige Melodei." „Es ist das alte, uralte Lied," murmelte Gerhard Bendheim, „das Lied, das die Fee dort oben auf hohen Felsen seit Jahrhunderten singt, das Lied von der Sehnsucht nach Liebe."
Mirjam lachte hell auf. Sie hatte plötzlich ihre Sicherheit wiedergefunden.
»Sie vergessen, Herr Profestor, daß die schöne Hexe da oben mit
| ratung noch weit zurück ist und bei dem noch erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden find. Es ist von größter Bedeutung, die Landtagsarbeiten so zu beschleunigen, daß die Wahlen im Frühjahr, so zeitig wie möglich, stattfinden können.
— Griechische Aufträge für eine deutsche Werft. Hamburg, 26. Juli. Die Bulkanwerke in Hamburg und Stettin erhielten vor etwa 8 Tagen von der griechischen Marine einen Auftrag auf acht Hochseetorpedoboote. Gestern beschloß der Ministerrat in Athen, der gleichen deutschen Werft einen Auftrag auf einen Panzerkreuzer zu erteilen. Anläßlich dieses im internationalen Wettbewerb errungenen Erfolges wurde die Werft durch eine altÄhöchste Kundgebung ausgezeichnet: „Vulkan sage ich herzltck)fi*n und aufrichtigen Glückwunsch zu dem wohlverdienten schönen Erfolge, auf den die gesamte deutsche Industrie mit Freude und Stolz blicken darf. Wilhelm I. B.“
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Koloniales.
Reu-Guinea. Der Gouverneur des Schutzgebietes Neu-Guinea beabsichtigt die Anwerbung von unverheirateten Weibern in ganz Neu-Mecklenburg und den vorgelagerten Inseln zu verbieten.
Kamerun. Berlin, 26. Juli. Der Gouverneur von Kamerun trat vor einigen Tagen eine längere Dienstreise nach dem Süden des Schutzgebietes an. Im November gedenkt Gouverneur Eber- maier die deutschen Tschadseeländer zu besuchen. Während dieser Reise, die etwa 6 Monate dauern soll, übernimmt der Referent für Kamerun und Togo im Reichskolonialamt, Geh. Regierungsrat Dr. Meyer, die Leitung der Geschäfte des Gouvernements in Buea. Dr. Meyer tritt am 9. Oktober die Ausreise an.
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Ausland.
** Die Krisis in der Türkei. Konstantinopel, 26. Juli. Eingeweihte Kreise erklären, man dürfe die wirkliche Militärliga, dis den Sturz des KabiM4s Said Pascha herbeiführte und den Namen „Muhafa Zaifaton" führt, das heißt Verteidigung des Vaterlandes, nicht verwechseln'mit der Offiziersgruppe „Halaskiaran" (Erretter), welche gestern die Proklamation in den Blättern veröffentt lichte und die Absendung des Briefes, in dem die Auslösung bet Kamer binnen 48 Stunden verlangt wird, an den Präsidenten der Kammer veranlaßte. — Der Sultan sanktionierte die für die Mis. sion, die nach Albanien abgereist ist, ausgearbeiteten Instruktionen. Die Mission wird die Beschwerden gegen die Beamten anhören und eine Untersuchung anstellen. Sie wird ferner die Beamten, die Unzufriedenheit veranlaßten .sofort absetzen und neue Beamte ernennen, die der albanischen Sprache mächtig sind und wird den Eigentümern der im Laufe der militärischen Operationen zerstörten Häuser Entschädigungen gewähren. Der Großwesier, Kiamil Pascha und Husiein Hilmi Pascha erhielten Elückwunschdeveschen von Albanern von Prischtina und der Umgegend, in welchen diese der Regierung ihre Treue versichern. — Die „Pent Eazetta" veröffentlich einen Brief aus Prischtina, welcher besagt, nur die Kommerauflösung würde die Albaner vollständig beruhigen. — Saloniki, 26. Juli. Die Lage in Prischtina und Djakowa ist andauernd ernst. Die Führer der Aufständischen erhalten täglich Verstärkungen. Ganz Nard-Kossowo beteiligt sich an der Bewegung. — Konstantinopel, 26. Juli. Beim Einmarsch in Prisiina waren die Aufständischen etwa 10 000 Mann stark. Der Gendarmeriekommandant schloß sich den Aufständischen an. Sie bemächtigten sich der Waffendepots, bewaffneten die Bevölkerung und brocken in der Richtung auf Vorisowitsch in der Absicht auf, den Marsch nach Uesküb fort«
diesem Lied, das so süß klingt, nur die Schiffer betören wollte; sie selbst lachte dazu, da sie selbst die Liebe nicht kannte."
„Er glaubte eben noch an die alte Sage, daß int ßurleibetge bet Nibelungenhort verzaubert läge. Wer ihn nicht besaß, den zehrte bet Neid."
„Und wer ihn hatte, den zehrte die Sorge", ergänzte Mirjam bittet. „In dein ßurleibetge ist das Feuer des Nibelungenhorts längst verloht. Niemand hütet mehr das heilige Feuer, nachdem der Fluch des grausigen Alberich sich erfüllte. Sehen Sie nur, wie der Strom dahinrast über die verborgenen Klippen, die da unten tückisch emporragen. In diesem Gewirr, in diesem Erbrause erstirbt selbst das Sehnsuchtslied der goldhaarigen Fee. Vergeßen wir das Zauberlied, Herr Profestor, Da schimmern schon die Lichter von St. Goar, und dort über St. Goarshausen ragt auch die Feste Katzenettenbogen auf. Hier bin ich am Ziel."
„Wie, Sie fahren nicht bis nach Bonn?" jj
Mirjam lächelte wieder. "ft!
Klopfte es nicht wie Angst in seiner Stimme?
„Nein, das würde mit doch zu spät werden. Ich raste in St. Goar bei einer Freundin, denn vor Mitternacht würden wir kaum Bonn erreichen. Es war heule einer von den selten schönen Herbsttagen, die ich gern zu kleinen Rheinfahrten ausersehe, an deren Erinnerung ich zehre, wenn der Winter kommt. Leben Sie wohl, Herr Profestor."
Sie neigte flüchtig den blonden Kopf. Ihr lichter Schleier weht« tm Winde.
Gerhard stand mit abgezogenem Hut.
Die Schifsstreppe sank hernieder.
Die Kehle war ihm plötzlich wie zugeschnürt. Er wollte Mirjam noch ein Abschiedswort sagen, aber et brachte es nicht übet die Lippen,
Noch eine stumme Verbeugung und Mirjam schritt übet die Schiff« treppe ohne den Blick zu wenden.
Was hatte er ihr eigentlich noch sagen wollen?
Nichts I Was ging Um überhaupt dieses seelenlose, kalte Geschöpf an, das mit bezauberndem Lachen und flimmernden Augen die Hetze«? betörte?
®r batte die Sache abgetan, ehe er nach Bonn kam, vollständig, denn st hatte längst einsehen gelernt, daß In dem Felsenhetze dieser Lutlej kein verborgener Schatz zu heben war, ... 3
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