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deren Raum 15 oet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 für 47 ReNamen die Zeile 60 <S- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. <*l«
3eber Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ber-
1912.
(Nachdruck verboten.)
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gar so tatenbi vorgehen, die
sonnte sie ja inzwischen immer gegen diejenigen foi im Preußischen Abgeordnetenhause die Ber
schen Kreisen hält man die Krisis in Konstantinopel für überwunden und glaubt, daß es den neuen Machthabern gelingen wird, mit dem jungtürkischen Komitee eine Verständigung zu erzielen.
Ler Anzeigenpreis betrügt |ur Oie /gespaltene ^jeiie ober deren Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 L, für
Politische Umschau.
Preßstlmmen zu den englischen Flottenreden.
Die englischen Mehrforderungen, die ja schon im März d. I. angekündigt worden waren, haben an sich keine besondere Ueberraschung geboten. Nur die Begründung, die Winston Churchill der Vorlage gab, und in der er die deutsche Flottennovelle als bedrohlich für England und damit als Grund für die Weiterrüstung Englands bezeichnete, ist als bemerkenswert anzusehen, ebenso daß er verschweigt, daß die deutsche Novelle dieses Jahres erst durch die Flottenkonzentration Englands in der Nordsee hervorgerufen wurde. Die „Franks. Ztg." findet in der deutschen Marinevorlage keinen ausreichenden Grund für den englischen Ergänzungsflottenetat, indem sie schreibt: „Wenn nun aber wirklich, wie Churchill behauptete, diese Steigerung der Aktivität der deutschen Flotte ohne Beispiel in der bisherigen Praxis der Seemächte ist, so erreicht sie doch selbst in ihrer vollen Durchführung noch lange nicht den jetzigen Stand der sofort verfügbaren englischen Schlachtflotte, wobei noch in Betracht kommt, daß die volle Stärke der aktiven Schlachtflotte erst in mehreren Jahren erreicht und der Bau aller vorgesehenen Dreadnoughts noch wesentlich später vollendet sein wird. Zu einer weitausschauenden englischen Flottenvermehrung liegt also nach dieser Richtung ein ausreichender Grund gewiß nicht vor, am wenigsten vom Gesichtspunkt einer Bedrohung durch Deutschland aus, für deren Annahme kein ernsthaftes Motiv angegeben werden kann."
Die „Post" weist in einem „Englands Antwort" überschriebenen Artikel dem Marineminister einige tatsächliche Fehler in der Beweisführung der angeblichen deutschen Gefahr nach und führt dann den Nachweis, daß die gegenwärtig ins Auge gefaßte Verhältniszahl der englischen und deutschen Flotte von 16 : 10, besonders wenn, wie erwartet, Kanada noch zwei Schlachtschiffe stellt, zu unfern Ungnnsten abgeändert wird. Das Blatt fordert für diesen Fall das in unserer Flottennovelle angenommene dritte Schlachtschiff, desien Kielstreckung bisher nicht festgelegt ist, ebenfalls in das Vauprogramm 1912—17 einzubeziehen. Irgend welche Schwierigkeiten könnten einer solchen Maßnahme nicht im Wege stehen, da das Schiff bereits bewilligt worden sei. So die „Post". Daß der „Vorwärts" die Gelegenheit der englischen Flottenreden benutzt, um grobes Geschütz gegen den „Rüstungstaumel" aufzufahren sei nur nebenbei erwähnt.
Die Presie Frankreichs beschäftigt sich naturgemäß besonders mit den Stellen in den englischen Reden, die sich mit den englisch- französischen Beziehungen befallen. So schreibt der „Ecclair" .über die Rede des Ministers Winston Churchills: Zum ersten Male erkennt England amtlich die Art und Weise eines bestimmten Militärdienstes an, den Frankreich ihm leisten könnte. Der Umstand, daß die Londoner Regierung auf uns rechnet, ist nur damit zu erklären, daß zwischen den Eeneralstäben bet beiden Länder Abmachungen getroffen, die Rollen verteilt und die verschiedenen Kombinationen geprüft und geregelt worden find. Es wäre doch zum mindesten der Mühe wert, daß all das sorgfältig vom französischen Volk erwogen und von seinen Vertretern überwacht würde. Wenn die Londoner Regierung so sympathisch gesinnt ist, warum erreicht sie es nicht, daß die Spanier uns gegenüber ihre grenzenlose Hartnäckigkeit ausgeben? Wir wifien, daß der Widerstand Spaniens nur durch den Rückhalt zu
.iie „CberbefjiKDe Zeitung" erscheint täglich um Ausnahme Der ^onn= und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch ~ - --- * ' ' unseren Zeitungsstellen
erklären ist, den es an England findet. Wie kann England tm Mittelmeer von uns den Beistand verlangen, den es uns in Marokko verweigert?
Von besonderem Jnteresie ist die Stellungnahme der kanadischen Presie zu den Mehrforderungen des englischen Marineministers. Die liberale „Ottava Free" nimmt ohne weiteres an, daß das kanadische Parlament in einer außerordentlichen Session im Herbst 10—15 Millionen Dollars für Flottenzwecke bewilligen werde. Das Blatt schreibt: „Nach der historischen Debatte im Unterhause kann niemand leugnen, daß nicht nur die Bedrohung durch Deutschland tatsächlicher Natur i st, sondern daß das britische Reich auch einer möglichen K 0 m - - binati 0 n Deutschlands, Oesterreichs und Italiens km Mittelmeer gegenübersteht. Der liberale Montrealer „Herold" sagt: Wenn die gegenwärtige Krise vorübergegangen sei, müsie der Grund für eine Verteidigungspolitik gelegt werden, an der das ganze Reich verantwortlich beteiligt werde. Churchills Rede habe eine neue Epoche eröffnet. Die wachsende Bedeutung des Dominions über See sei anerkannt und wer Estgland herausfordere, müsie auch die Kolonien herausfordern.
6 ' \ ' Der Fall Borchardt.
Dem. ,chlo!wärts" ging kürzlich von dem Abgeordneten Borchardt aus einem Bade folgendes Schreiben zu: Rach mehrwöch'entlicher Abwesenheit ins deutsche Vaterland zurückgekehrt, erfahre ich erst jetzt, daß in der Presie die Nachricht verbreitet worden ist, der gegen den Genossen Leinert und mich ruf den 8 Juli anberaumt gewesene Termin sei wegen meiner .Erkrankung" vertagt worden, und die Gegner haben daran allerhand hämische Bemerkungen über diese angeblich so plötzliche Erkrankung geknüpft Ich bin aber keineswegs krank, habe auch nichts dergleichen vor Gericht angegeben, sondern ich habe auf Grund ärztlicher Atteste die Vertagung beantragt, um nicht erst krank zu werden. Rach meiner unmaßgeblichen Meinung kommt der Termin auch nach den Gerichtsferien noch zeitig genug, wenn wir alle auch die Herren Staatsanwälte, frische Kräfte gesammelt haben. War die Staatsanwaltschaft
Wie albern, daß die etwas fade Schmeichelei des fremden Mannes ihr das Blut in die Wangen trieb. Sie atmete wie befreit auf, daß sie jetzt Rüdesheim und die Landungsbrücke erreicht hatten, wo ein schlanker Rheindampfer gerade zur Abfahrt bereit lag.
Roch ein Händedruck mit Sibo, von ihrer Seite flüchtig in dem Bestreben, fortzukommen, von seiner Seite warm, fast stürmisch.
Eine kurze, knappe Verbeugung des Amerikaners, und wieder ein dunkler Elutblick, der Mirjam abermals errötend machte.
Dann stand sie auf dem Deck des Schiffes und winkte noch einmal mit der Hand zurück, aber ihre Augen sahen über die beiden Männer hinweg, die, am Ufer stehend, dem Schiffe nachblickten, das so stolz di« grünen Wogen teilte.
„Ein Zauberwetb", murmelte Derham. „Hätte nicht geglaubt, daß Ihr so was hier in eurem langweiligen Deutschland habt. Die hat Glut und Rasie für drei."
. »„Hände weg, mein Lieber. Hast Du verstanden?" fragte Sibo grob.
„Was willst Du damit sagen?"
„Daß ich nicht dulden werde, daß Du Dich Mirjam näherst. Sie steht unter meinem Schutz."
Der Amerikaner lächelte überlegen.
„Schütze, soviel Du willst, alter Freund; aber erlaube, daß ich bau. Über lächle Du wärst mir der letzte, der e» könnte."
Es lag eine unglaubliche Nichtachtung in dem anscheinend gleichgültigen Ton, der Sibo das Blut wild durch die Adern jagte.
Aber et unterdrückte die heftigen Worte, die sich ihm auf die Lippen drängten.
Noch einmal grüßte er Mirjam mit leuchtenden Augen, dann wandt« et sich mit seinem Begleiter den Rebenlauben zu, aus denen Gesang und Becherklang erfchallt-'n.
Beinahe wate ei auf dem Wege dahin fibet eine ärmlich gekleidettz Frau gestolpert, die, vor einem Heiligenbilde betend, am Wege lag.
Wie erschreckt sie war, und wie wahnstnnig sie ausichriel
Die großen, dunklen Augen glühten ihn an, als wollten sie ihn bil auf denGrund der Seele erforschen.
Was wollte das Weib von ihm? /
St kannte sie nicht. Eine Fremde war es, die et erschreckt, and zvohl einen andern in ihm zu sehen glaubte. . (FortjetzunO folgtZj a
Marburg
Freitag, 26. Juli
Aus der Türkei.
Konstantinopel, 24. Juli. Ein Manifest, welches an die Offiziere der Militärliga erlassen worben ist, hebt die Sünden des alten Regimes hervor, welche die Revolution von 1908 veranlaßt haben, verherrlicht die konstitutionelle Verfasiung und untersucht die Ursachen der gegenwärtigen Krisis, indem es die Gründe auffLhrt»die dazu geführt haben. Darauf wird in dem Manifest gesagt: „Wir stützen uns auf den Patriotismus aller ottomanifchen Offiziere und richten an sie folgendes Programm einer Organisation, die die oben erwähnten Mißstände beseitigen soll. 1. Der gesamten Armee wird untersagt, sich mit Politik zu befasien; 2. Die Organisation beruht auf der Organisation der Armee; 8. Das Statut der Organisation sind die militärischen Gesetze und Verfügungen; 4. Wer nicht zur Armee gehört, wird nicht zugelasien; 5. Die Zentralstelle soll dafür sorgen, daß in allen Maßnahmen Einheitlichkeit herrscht. Sie soll ferner prüfen, was zum Wohl des Vaterlandes notwendig ist und dies verwirklichen; 6. Die gemeinsam zu entfaltende Tätigkeit wird durch die Zentralstelle bestimmt; 7. Mitglieder der Landarmee und der Marine sollen allen ihren Kameraden, die davon noch keine Kenntnis haben, folgende Punkte mitteilen: a) Unter Wahrung des Ranges und der dienstlichen Funktionen hat jeder einen Offizier, der sich mit Politik befaßt, aus der Nähe zu beobachten, um desien Unternehmen entgegenarbeiten zu können; b) Nachdem man auf diese Weise in jedem Armeekorps diejenigen ausfindig gemacht hat, die sich mit Politik befasien, wird man sie dahin zu bringen versuchen, diesen ungesetzlichen Weg zu verlasien; c) Diejenigen unter den Offizieren, die von ihrer politischen Betätigung nicht ablasien, werden auf eine Liste gesetzt werden, ^ie einem Offizier höheren Ranges übergeben wird; d) Offiziere, die fortfahren werden, den Namen der Armee dadurch zu beschmutzen, daß sie sich mit Politik abgehen, werden von einer Abordnung von drei Offizieren aufgefordert werden, zur Ordnung zurückzukehren; e) Wenn der Offizier auf den zweiten Schritt der Abordnung hin nicht die Politik aufgibt, wird man ihn zur Anzeige bringen und seine Entfernung aus dem Heer fordern; f) Wenn diese Maßregel keinen Erfolg hat, wird der gegen ihn aufgesetzte Bericht an die Zentralstelle gesandt, die darüber zu entscheiden hat; g) Wenn die Klage eine willkürliche Lösung erfährt, sollen der beleidigte Offizier und seine Familie von der Zentralstelle unterstützt werden und man wird die schwerste Strafe gegen den Schuldigen in Anwendung bringen; h) Unter keinem Vorwande dürfen einfache Soldaten in dem obigen Verbände zugelas- fen werden. — Der unsichere Zustand bet Armee und infolgedessen auch des Vaterlandes macht dem Patrioten das Herz bluten, sodaß jeder bestrebt sein wird, sich an obiges Programm sofort und ohne Zögern buchstäblich zu halten." — Ein Rundschreiben des Eroß- wesiers teilt den Provinzialbehörden die Ernennung des Kabinetts mit und betont die Notwendigkeit, die Einigkeit der Rasien zu befestigen, der Bevölkerung den Genuß von Gleichheit und Gerechtigkeit zu gewährleisten und die Privilegien der Ausländer gemäß den Kapitulationen zu sichern. — Der Nationaltag ist ohne Störung verlaufen. Das jungtürkische Komitee sandte an seine Klubs ein Rundschreiben, in welchem erklärt wird, die Partei werde dem neuen Kabinett das Vertrauen aussprechen, wenn das Programm des Kabinetts den Grundsätzen der Partei, besonders bei Frage der Zentralisation entspräche.
Entgegen anderen Meldungen verlautet, daß Kiamil Pascha noch nicht das Eroßwesirat übernommen hat, sondern als Präsident des Staatsrates dem Ministerrate angehört, in dem er allerdings als die ausschlaggebende Persönlichkeit gilt. In Berliner politi-
brechen gegen §§ 105 unb 106 des Srqigesetzbuches begangen haben." — Wenn man bedenkt, wie die Sozialdemokraten angeblich darauf brannten, daß die strittige Angelegenheit vor Gericht ausgerollt würde, nimmt sich der jetzige Rückzug des. Hin. Borchardt recht spaßhaft aus. Sehr treffend bemerkt dazu die „Köln. Ztg.: „Der Held jener widerlichen Szene im Preußijchen Abgeordnetenhaus, in der der Schutzmann die parlamentarisch- Crönung wieder Herstellen mußte, der sozialdemokratische Abgeordnete Julian Borchardt, ist nunmehr aus der redseligen Bewunderung seiner Großtat in einen ebenso redseligen Katzenjammer verfallen. Et schreibt dem „Vorwärts" aus Bad Oeynhausen einen Brief, um in dem bei ihm gewohnten zynischen Tone mitzuteilen, daß er vor dem Staatsanwalt und dem Gericht gekniffen hat. Man braucht dem Bries keinen Kommentar mitzugeben; er spricht genug für sich und gegen seinen Verfasser. Die Sozialdemokratie darf stolz auf den Ausgang fein, den ihre parlamentarische Kewaltaktlon nimmt."
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Deutsches Reich.
— v»m Kaiser. Balestranb, 24. Juli. Der Kaiser hörte heute vormittag einen längeren Vortrag des Generals v. Moltke. Gegen Abend setzte General Dickhuth die Vorträge über bie Zeit nach bet Schlacht bei Leipzig fort. Das Wettet ist seht watm, an $orb ist alles wohl.
— Besuch des englischen Könl««paares iu Deutschland. Berlin, 24. Juli. Wie verlautet, kann es nunmehr als sicher gelten, daß bas englische Königspaar im nächsten Frühjahr dem deutschen Kaiserhofe in Berlin seinen offiziellen Antrittsbesuch abstatten
artige, zwingende Persönlichkeit des Amerikaners auf sie ausübte, und doch warnte sie etwas, vor ihm auf der Hut zu fein.
War es vielleicht bas Unbehagen, bas sie über Sibos Gegenwart empfand? Wie kleinlich sie doch war! Die Dummenjungenstreiche von einst durfte man doch dem Manne nicht anrechnen. In Sibos leichtfertigem, noch immer hübschem Antlitz stand so manche Sorgenfalte, die das Leben wohl nicht ohne Ursache hineingegraben hatte. Wer wollte ihm zürnen, daß et einst bas Dasein so leicht nahm?
„Sie muffen balb einmal mit Heinrike zu uns kommen; die Eltern und Ditta werden sich gewiß darüber freuen", nahm Mirjam in dem Gedanken, Sibo etwas Freundliches zu sagen, wieder das Wort.
Sibo sah sie aufmerksam an, bann nickte er. Die Enben feines dichten, dunkelblonden Schnurrbarts zitterten leise.
„Sie fahren noch heute zurück nach Bonn?" fragte er dann leichthin.
„Ja, hoffentlich erreiche ich noch das Schiff. Bleiben Sie die Nacht kn Rüdesheim?"
„Nein, wir wollen noch weiter bis Mainz, wo wir Geschäfte haben. Wenn Sie gestatten, begleiten wir Sie noch hinab. Das Schiff geht erst in einer halben Stunde, Sie kommen ganz bequem zurecht."
„Erzählen Sie mir doch von Ihrem Jungen. Wie heißt et? Gleicht et Ihnen ober Heinrike?"
„Das sinb viel Fragen auf einmal. Er ist natürlich ein Ausbund von Schönheit unb Tugend. Zwei Jahre ist er alt. Er heißt Jobst wie mein Vater. Heinrike verzieht ihn, und ich bin ein barbarischer Vater, bet es nicht leiben will. Doch Sie werben es ja selbst sehen, wenn Sie zu uns kommen, uns zu besuchen. Ich hoffe, daß es balb geschieht, denn ich brenne förmlich batauf, Ihnen alle bie Neueinrichtungen unserer Fabrik zu zeigen, bie wir ganz nach amerikanischem Muster eingerichtet haben und bie, wie ich mir schmeichle, eine Sehenswürdigkeit für Sie fein dürfte."
„Es ist sehr kühn von btt, lieber Eschenbach, anzunehmen, baß gnädiges Fräulein für unser Arbeitsselb Jnteresie haben bürste", mahnte Derham nachdrücklich. „Wesen die Immer* tm Aethet schweben oder vielleicht gar dem grünen Rhein als eine seiner schönsten Töchter entstiegen find, haben wohl wenig Jnteresie für di« Prosa des Lebens, die uns tn ihr Joch zwingt."
Er sah mit halb zu gekniffenen Auge, in Mirjams errötendes Gesicht.
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bindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift unb Beleglieferung ausgeschlossen. — Zahlungen im Postscheckverkehr — ohne Portokosten — unter Nr. 5016 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
Das Tor des Lebens.
Roman von AnnyWothe.
(Fortsetzung.)
Mirjam stieg das Blut langsam tn bas zarte Gesicht. Es war doch mehr als kühn von diesem Eschenbach, sie an jene Zett zu erinnern, die so viel Dunkles für ihn barg.
Was er eigentlich damals begangen, wußte sie nicht recht; das aber wußte sie: Ihre Eltern waren ganz verzweifelt, als Heinrike nach dem Tode ihres alten Vaters sich nicht halten ließ unb Sibo übers Meer folgte, um seine Gattin zu werben.
Mritet derham, der dis jetzt geschwiegen, sah voll Jnteresie das wechselnde Mienenspiel tn dem beweglichen Gesicht des Mädchens. Ein sarkastisches Lächeln trat auf feine schmalen Lippen, als et mit einet Verbeugung sagte:
„Mein Freund Sibo wird immer ganz sentimental, wenn er der alten Zeiten gedenkt. Wir da drüben halten uns weniger mit der Vergangenheit auf, die wir meist als unnützen Ballast über Bord werfen. Wir packen bas Leben herzhafter an als bte Deutschen mit ihrer oft krankhaften Empfindsamkeit."
„Von diesem Ballast habe ich aber bei Herrn von Eschenbach nie etwas bemerkt", lächelte Mirjam liebenswürdig zu Mister Derham hinüber.
Sibo fand heimlich, daß feine schöne Cousine sich noch berückender entwickelt hatte. Donnerwetter, diese herrliche Erscheinung, diese durchsichtige, klare Haut, die schimmernden, den grünen Meereswellen gleichenden Augen, bas Eoldhaar in seiner Pracht machte sein leicht empsting- liches Herz selig erschauern. Unb dabei war es ihm, als ob der Derham, dieser Eismensch, auch schon Feuer gefangen hätte.
Wie heiß glühten denn die dunklen Augen, und wie seltsam weich war seine von leichtem Spott etwas verschleierte Stimme, als er jetzt, lut Seite Mirjams den Weg nach Rüdesheim auf Weinberpfaden hinabschreitend, leise zu ihr sprach von dem fernen Westen, dem er vielleicht «*f immer den Rücken gekehrt.
Miriam fühlte sich seltsam gefesselt von dem Zauber, den die eigen-
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
unb den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
mbie Post bezogen 2.25 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen unb ber Expedition (Markt 21) 2.00 frei ins Haus. (Für unter» langt zugesanbte Manuskripte übernimmt bie Rebaktlon keinerlei Verantwortung.) Druck unb Verlag ber Unlv.-Buchbruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.