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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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a.'ieCbeiljeijifdje tfcnung" ctjdjetnt raglich nut Ausnahme Dii eoiui- j und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 JK, lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen

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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

47. Jahrg.

1912.

Die Krisis in der Türkei.

Konstantinopel, 23. Juli. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts, die sich im letzten Augenblick verändert hat, da 'Äiamit Pascha das Ministerium des Aeuhern nicht annahm, ist folgende: Eroßwestr ist der bisherige Senatspräsident Ahmed Mukhtar, Präsident des Staatsrats Kiamil Pascha, die Justiz übernimmt Hilmi Pascha, Inneres der frühere Erotzwestr Ferid Pascha, Krieg das Mitglied des höheren Kriegsrats Nasim Pascha, Finanzen der frühere Minister Zia Pascha, Marine der frühere Minister Mahmud Mukhtar Pascha, Aeutzeres Senator Nora- dunghian, Unterricht der bisherige Unterstaatssekretär Said Bet Evkaf, Vizepräsident der Kammer ist Mehmed Fevzi Pascha. Der Eroßwesir übernimmt interimistisch das Ministerium des Innern bis zur Rückkehr Ferid Paschas von seiner Reise. Die Dekrete über die Ernennung der Minister sind heute veröffentlicht worden. Die Ministerien für öffentliche Arbeiten, für Handel und Ackerbau, für Post und Telegraphen bleiben noch unbesetzt.

K o n st a n t i n o p e l, 23. Juli. Ueber die bereits angedeu­teten anarchistischen Zustände und Kämpfe in den letzten Tagen In Nordalbanien wird weiter gemeldet: Die Kämpfe zwischen den Truppen und den Aufständischen im Hatzgebiete endeten mit dem Rückzug der Truppen auf Djakova. Die Verluste der Truppen sollen 300 Tote und Verwundete betragen. Die Garnison von Djakova erkannte die Forderungen der Aufständischen an, worauf die Feindseligkeiten eingestellt wurden. Der Kaimakan ist von Djakova geflüchtet und der Albanesenchef Biza Bey zog am 17. Juli in die Stadt ein. Alle Offiziere fraternisierten mit den Auf­ständischen; mehrere schloffen sich den Arnautenscharen an, die von allen Seiten nach der Ebene von Koffowo eilen, wo heute eine große Versammlung stattfinden soll. Die Strahe nach Veriffowitz wurde von den Albanesen besetzt. Am 20. Juli fand bei Cernol- jeva ein heftiger Kampf statt. Die ganze Earnison von Priz-Rend meuterte bis auf ein Bataillon. Der Muteffarif mutzte demissio- «Nieren. Die Albanesen von Ltumä marschieren gegen Priz-Rend. Am 19. Juli fand ein sechsstündiger Kampf zwischen Truppen vnd Aufständischen bei Bardovca am Drin statt. Der Kamps endete mit der Entwaffnung von 520 Soldaten und 80 Gendarmen. Die Gendarmen der Ortschaften Gora und Suhareka wurden ent« »aff n et und mißhandelt und mußten flüchten.

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Politische Umschau.

Der englische Ergänzungsflottenetat.

Rach der schon mitgetetlten Red« Balfours ergriff Premier­minister Asquith das Wort. Er erklärte, er fei gänzlich der Ansicht Balfours, daß. die internationale Gruppierung von Mächten auf den Frieden hinarbeite. Er wünsche in der nachdrücklichsten Weise zu betonen, daß Großbritannien ein höchst widerwilliger Wett­bewerber im Flottenwettrennen sei. ®s ist aber nicht, wie wir denken, fuhr Asquith fort, von uns provoziert. Wir find mit enormen Kosten Teilnehmer geworden, nicht aus freiem Willen, sondern unter dem Zwang der Umstände. Die Ausgaben, so sehr wir ste auch bedauern, sind gerechtfertigt, weil es notwendig ist, die Sicherheit unserer Küsten, unserer Dominions und unseres Handels sowie den Frieden der Welt zu erhalten. Dies find die beiden leitenden Momente unserer Politik, die wir stets beob­achten, welche Partei sich im Amt befindet und welche Gruppierung

20 (Nachdruck verboten.)

Das Tor des Lebens.

Roman von An n y Wo the.

(Fortsetzung.)

Mit Hallo kamen sie schon dort herangefahren. Boran ein festlich geschmückter, mit vier Pferden bespannter Wagen, in welchem er Platz nehmen sollte zwischen den Chargierten in vollem Wichs. Die goldge­stickten Zerevise leuchteten von der Straße heraus, und das bunte Band schimmerte im Sonnengold.

Zum letztenmal grühte er die Eiebel und roten Dächer der alten Stadt.

Und draußen, am allerletzten Haus," da blickte ihm lein Mägde­lein, wie es im Liede heiht, verstohlen und heimlich nach, keine sang:

O wehe, es ziehet der Knabe, _

Den ich stille geliebet habe."

Fremd ging er von ihr, fremd, wie er kam.

Doch nein, da hinter den Geranienstöcken winkte grüßend eine weiße Hand.

Die Mützen grüßten zu Heinrike Gehrmann hinauf, und leiser wurde cher Gesang der Burschen, als sie sangen:

Was wollt ihr Kneipen all von mir?

Mein Bleiben ist nicht länger hier. Winkt nicht mit eurem langen Arm, Macht mir mein durstig Herz nicht warm.' Lauter erscholl aber wieder chas alte Burschenlied: Da komm' ich, an Liebchens Haus, O Kind, schau noch einmal heraus." Und dann war auch das vorbei.

Noch einmal blickte er vom Coupee aus die Reihen der Burschen entlang. Blau weiß gold leuchtete das Band, dos heilige Zeichen, auf ihrer Brust, und jubelnd schwenkten die Freunde die weißen Mützen zum Abschied.

Ueberall streckten sich ihm treue Freundeshände entgegen. Rur der eine fehlte, den er so liebgehabt, um den Heinrike weint, und der ihr doch ewig verloren ist.

Auf Wiedersehen! Hurra, hoch!" riefen die Fridunen.

,. privat Fridunia in aeUrnuml" kommt es bewegt von Rolf» Kippen,

| der Mächte auch bestehen mag. Ich mißbillige alles, was nach Panik oder Schrecken aussieht, denn ich denke nicht, daß der kleinste Anlaß dafür vorhanden ist, aber e» ist von äußerster Wichtigkeit, daß wir uns darüber klar werden, was sich wahrscheinlich ereignen wird, und bei Zeiten für die Erfüllung unserer Verantwortung sorgen. Wir muffen unsere Stellung behaupten und wir müffen ste in unserer ganzen Ausdehnung behaupten (Beifall). Es hat keine Aenderung in unserer Politik im Mittelmeer stattgefunden, aber es hat sich seit Jahren allmählich eine Veränderung vollzogen, in dem, was man das strategische Gleichgewicht nennen könnte. Der Schwerpunkt zur See hat sich für uns vom Mittelmeer nach den heimischen Eewäffern verschoben. Das bedeutet jedoch nicht, daß es im Mittelmeer keine britischen Interessen zu sichern gibt. Ich gehe nicht von der absurden Voraussetzung aus, daß wir im Mittelmeer den vereinten Streitkräften von Oesterreich und Italien gegenüberzutreten haben, aber wir müffen im Mittelmeer in der Lage sein, unsere Interessen zu behaupten und gegen alle Zufälle zu sichern, die man vernünftigerweise erwarten kann. Asquith wiederholte dann die Einzelheiten der von Churchill mit­geteilten Aenderungen und sagte: Nach Ansicht unserer see­männischen Ratgeber und nach sorgfältiger Erwägung aller Tat­sachen für die Zeit, für welche wir pflichtgemäß sorgen müssen und im Vorausblick auf die nächsten drei Jahre wird diese Streitkraft reich! ich genügend seist, die britischen Inter­essen im Mittelmeer gegen alle möglichen Fälle zu sichern. Die auf dem Papier stehenden Programme werden nicht immer aus­geführt, sie werden ständig modifiziert. Es ist ein großer Miß­griff, zu weit voraus in einer so wechselnden Kunst wie im Schiffs­bau Vorkehrungen zu treffen. Das Haus mag sich versichert halten, wenn wir im nächsten Jahr mit verbesserter Kenntnis über die voraussichtlichen Erforderniffe der Sachlage unseren Etat vorlegen, so werden wir nicht zuriickbleiben hinter irgendeiner Forderung, welche unsere Ratgeber für erforderlich erachten, um die britischen Interessen sowohl im Mittelmeer wie in jedem anderen Teile her

. Welt in voller und angemessener Weise zu sichern. Nach weiterer Debatte wurde der Eraänzungskredit für die Erhöhung des Mann­schaftsbestandes um 1500 Mann mit 291 gegen 42 Stimmen an­genommen. Gegen den Kredit stimmten die Mitglieder der Arbeiterpartei und einige Radikale.

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Deutsches Reich.

Verstorbener Reichstagsabgeordneter. Stratzburo, 23. Juli. In Hönheim ist Pfarrer Dr. Will, Reichstagsabqeordneter für Schlettstadt und der Gruppe des elsaß-lothringischen Zentrums angehörig, nach längerem Leiden gestorben. Dr. Will hatte be­reits 19071912 dem Reichstag angehört als Vertreter des Wahl­kreises Straßburg-Land.

Ueber den Zeitpunkt der nächsten Landtagswahlen in Preußen sind in der Presse verschiedene Meldungen in letzter Zeit aufgetaucht. Von unterrichteter Seite wird hierzu mitgeteilt: Irgendwelche Absichten geschweige denn Beschlüsse über die An­beraumung der nächsten Landtaqswahlen liegen zurzeit nicht vor und können auch noch gar nicht vorliegen. Die Legislatur­periode lauft am 16. Juni 1913 ab. Soweit bisher bekannt, ist eine Auflösung des Landtags vor diesem Termin nicht beabsichtigt, schon mit Rücksicht auf das Regierungsjubiläum des Kaisers. Die Neuwahlen werden demgemäß, da die Reisemonate dafür nicht günstig sind, kaum vor Oktober 1913 zu erwarten sein.

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Zum letztenmal schwenkte er die Mütze den Burschen entgegen, und dann raste der Zug mit ihm dahin, unaufhörlich vorwärts.

Die ganze, goldene, fröhliche Jugendlust läßt et da zurück bei ben frohen Gesellen, und den Schmerz, den nimmt er mit hinaus in das neue Leben.

Goldener Herbstsonnenschein liegt über dem grünen Rhein.

Purpur glüht der Wein an den Geländen, und weißbewimpelte, Schifflein gleiten im goldenen Licht über die glitzernden Wogen. j

Dort, wo sich das Niederwalddenkmal auf stolzer Höhe emporhebt, wo die Germania weit hinausschaut in die Lande, zu Trutz und Wehr der deutschen Gaue, rastet auf der vorstehenden Terraffe unmittelbar unter dem Denkmal eine schlanke Frauengestalt und blickt sinnend über den Rheingau hinweg, wie in weite Fernen.

Auf den grünen Wellen des Rheines flammten Purpurrosen. Die Berge liegen im blauen Dunst. Bingen und Bingerbrück glühen im Rosenlicht, und der Mäuseturm, über dem eine dunkle Wolke steht, hebt sich grotesk aus dem Waffer empor.

Die einsame Frau hort auf der Höhe trinkt mit durstigem Auge die Schönheit um sie her.

Jbr rotgoldenes, üppiges Haar unter der lichtgrauen Reifemütze mit dem grauen Gazeschleier, der unter dem Kinn ju einer großen Schleife gebunden ist, brennt im Sonnenlicht.

Das hellgraue, elegante Reisekleid umschließt die weich«, biegsame Gestalt knapp und schick.

Grünliche, leuchtende, von goldenen Wimpern umsäumt« Augen ver­folgen jetzt den Weg, der steil nach Rüdesheim htnabführt.

Studenten sind es, die da singend den grünen Lauben entgegeneilen, wo in grüngoldenen Kelchen der Rheinwein funkelt. Mit Laub um­kränzt die Hüte, die Mützen mit Eichenzweigen geschmückt, ziehen sie vom Niederwald hinab ins Tal.

Lieb Baterland, kannst ruhig sein, Fest steht und treu die Wacht am Rhein!"

schallt es durch den sinkenden Abend zu der Sinnenden empor.

Sie hat nicht acht, daß zwei Männer schon mehrmals bei ihr vor­übergingen und daß besonder» der eine, jünger« von beiden sie scharf beobachtete.

Jetzt trat er, artig den Hut ziehend, etwa» näher, während sein Begleiter einig« Schritte zurückblieb, und fügte lebhaft;

Wahlbündnisse in Württemberg. Stuttgart, 22. Juli. Für die Neuwahlen zum württembergischen Landtag, di« im HerHtz d. I. stattfinden werden, haben, wie gemeldet, die Nationallibe­ralen und die fortschrittliche Volkspartei ein Wahlabkommen ge­troffen. Nunmehr haben auch Zentrum und Konservative ein Wahlbündnis geschloffen. Das Zentrum wird in einer großen Zahl von Wahlkreisen Konservative und Bauernbündler schon tiR ersten Wahlgang unter Verzicht auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten unterstützen. Von 25 Landtagsmandaten, die das Zentrum als stärkste Partei des württembergischen Landtags biss her innehatte, gelten 21 Mandate für ganz sicheren Besitz.

Pakete mit Waffen und sonstiger Kriegskonterband« für die deutschen Postanstalten in Smyrna, Beirut, Jaffa, Jerusalem dürfen bis auf weiteres zur Verwendung auf dem Wege über Kon­stantinopel nicht mehr angenommen und auch nicht von fremden Verwaltungen Übernommen werden, da die Weiterbeförderung der Sendungen Über die Dardanellen hinaus sowie die Aushändi­gung der Pakete an die Empfänger nicht sichergestellt werden kann.

Die Betriebseinnahmen der Preußisch-Hessischen Staats­eisenbahnen haben im Monat Juni gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 3,3 Millionen Mark gleich 5,05 Prozent weniger, im Güterverkehr 11,6 Mill. Mark gleich 10,40 Prozent mehr, insgesamt mit Einschluß der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 9,2 Mill. Mark gleich 4,92 Prozent betragen. Die Zahl der Werktage in beiden Jahren ist gleich. In Betracht zu ziehen ist jedoch, daß das Pfingfest 1911 in den Juni, 1912 aber in den Monat Mai fiel.

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Ausland-

* * Der Krieg nm Tripolis. Rom, 23. Juli. Nach einer Mel­dung derAgenzia Stefani" sind die fünf Torpedoboote, die an der Dardanellenfahrt teilnahmen, bei ihrer Rückkehr nach Jmek und Astrepalia von den dortigen italienischen Schiffen mit mili­tärischen Ehren und großer Begeisterung empfangen worden.

* * Der Prinz von Wales und Falliöres. Paris, 23. Juli. Präsident Falliäres gab dem Prinzen non Wales ein Frühstück und überreichte ihm das Großkreuz der Ehrenlegion.

* * Wüste Auftritte. Paris, 23. Juli. Gestern abend drangen an 20 Revolutionäre und Anarchisten in ein Restaurant auf dem Montmartre, wo ein bonapartistischer Verein eine Versammlung abhielt. Es kam zu einer argen Schlägerei, der erst durch das Eingreifen der Polizei ein Ende gemacht werden konnte. Drei Schutzleute erlitten erhebliche Verletzungen.

* * Unruhen in Barcelona. Cerbere, 22. Juli. In der letzten Nacht sind in Barcelona Unruhen ausgebrochen. Ein Trupp von Radikalen zog durch die Straßen und rief:Es lebe die Republik Portugal'" Die Polizei zog die Säbel und die Radikalen feuerten mit Revolvern auf die Polizeimannschaften. Zwanzig Zivilisten wurden durch Säbelhiebe verwundet: auch ein Polizeibeamter ist verletzt worden. 26 Personen wurden verhaftet.

* * Keine Rückkehr Fürst Katsuras. Tokio, 23. Juli. Die Meldung daß Fürst Katsura wegen der Erkrankung des Kaisers seine europäische Reise aufgibt, ist verfrüht.

* * Kein russisch-japanisches Bündnis? Tokio, 23. Juli. Das Auswärtige Amt erklärt mit Bezug auf die von Petersburg aus­gehenden Berichte über den baldigen Abschluß eines russisch-japa­nischen Bündnisses, es habe seiner Erklärung vom 18. Juli nichts

Das nenne ich Glück haben, schönste Cousine! Kaum wieder im Heimatland, grüßt mich hier zu Füßen der Germania eine andere holde Frau, deren Bild unvergeffen in meinem Herzen lebte."

Sibo! Herr von Eschenbach!" rief Mirjam Hellwig nicht ohne einiges Erschrecken.Sie sind es wirklich? Ich glaubte Eie weit in den Urwäldern Amerikas!"

Zurück, meine Gnädigste, längst wieder zurück. Aber darf ich Ihnen, verehrte Cousine, meinen Freund und Kompagnon Mister Milliam Der- ham vorstellen?"

Der große, sehnige Mann mit dem braunen, glattrasierten Gesicht, in dem ein paar dunkle Augen lebhaft glühten, verneigt« sich mit etwas nachläffiger Eleganz.

Mirjam fiel es dabei auf, daß fein kurzgeschnittenes Haar ganz weiß war, was seltsam von seinem noch jugendlichen Gesicht et mochte vier- bis fünfunddreißig Jahre zählen abstach.

Sie haben jetzt Ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland genom­men?" fragte Mirjam ihren Vetter.

Ein zorniges Aufleuchten in Sibos Augen verriet, daß er begrifft», wie peinlich ihr eigentlich dieses Zusammentteffen hier sein mußte.

Sie haben ein schlechtes Gedächtnis und wenig Jntereffe für alte Freunde, verehrte Cousine", bemertte er leichthin: aber Mirjam empfand doch die tiefe Gereiztheit, die sich hinter seiner äußeren Gleichgültigkeit verbarg.Wir haben hier, mein Freund Derham und ich, wenn es Sie interessiert, seit Jahresfrist eine chemische Fabrik in der Nähe von Äöln errichtet. Ich wäre ja gern in Amerika geblieben, aber Heinrike hatte immer Heimweh nach Deutschland."

Wie geht es Heinrike?" fragte Mirjam lebhaft.Rach der Gebutt Ihres kleinen Jungen haben wir leider nicht» wieder von Ihrer Fra» gehött."

Ja, ste ist immer sehr schreibfaul gewesen", lachte Sibo auf.Dan»' kam die Ueberfiedlung nach Deutschland und das Einleben in all' db» neuen Verhältnisse. Wir hatten uns aber fest vorgenommen, demnächst bei Ihnen in Bonn Antrittsvisite zu machen Im übrigen muß ich ge­stehen. daß Sie, verehrte Cousine, sich in fünf Jahren, da wir uns nicht gesehen so wenig veränderten, daß man glauben könnte, nur ein Tag liege zwischen damals und heute, al» wir in Mondenschein zusammen fangen:

Ich mußt auch heute wand««." 1*1

(Fortsetzung folgt) ft