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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage."

M 171

TieCbtrhcfjifdje Leitung" erscheuu tüglich mit Äusnnhrne 6er Sonn- unb Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jl frei in« Haus. (Für unver­langt zngesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. 91. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroih), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Mittwoch, 24. Juli

Lee Anzeigenpreis beirngt |ur die Jgcipultene Zene oder deren Raum 15 <$, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20£, für Reklamen die Zeile 60 L. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Brr- Kindlichkeit für Platz-, Daten Vorschrift und Beleglieferung ausge­schlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

17. Jahrg.

1912.

EMss Blatt.

Die Krisis in der Türkei.

Konstantinopel, 22. Juli.Jkdam" zufolge stellte Tewsik Pascha fjit die llebernahme des Erohwesirats folgende Ve- dingungenr Annulierung der ungesetzlichen Wahlen und Neu­wahlen in den betreffenden Wahlbezirken, die Aufhebung des Be­lagerungszustandes, Amnestie, Aufhebung gewisser provisorischer Gesetze. Es verlautet, daß das Kabinett die drei letzten Maß­nahmen durchführen wird. Die Komiteeführer Dfchawid und Talaat werden unauffällig bewacht. Die Regierung beruft aus der Provinz verläßliche Gendarmen. Am 23. Juli werden wich­tige Ereignisse erwartet. In Vruffa wurde das Klubgebäude des Komitees von der aufgeregten Volksmenge zerstört.

Saloniki, 22. Juli. Obwohl die Proklamation des Sul­tans, in der die Neubildung eines von unabhängigen Männern zusammengesetzten Kabinetts versprochen wird, in allen Städten Albaniens bekanntgemacht wurde, hat sich die Lage bisher in keiner Weise geändert. Allerseits, namentlich in Pristina, werden bedenkliche Ansammlungen gemeldet. Die Straßen sind von Ar- nauten besetzt, die Märkte sind geschloffen. Die Arnautenführer bestehen auf die Kammerauflösung.' Es verlautet, daß, falls der Forderung nicht entsprochen wird, am Jahrestage der Verfaffung ernste Ereignisse erwartet werden. In Tikvesch explodierte eine Bombe, mehrere Häuser, darunter das Rathaus, sind beschädigt worden.

Wien, 22. Juli. DieNeue Freie Presse" meldet aus Sa­loniki: Die Situation ist fortgesetzt bedrohlich. Die größte Auf­regung herrscht in Pristina, wo 1000 Arnauten versammelt sind. # Auch in Prizrend ist die Lage bedrohlich. Die Behörden mußten den dortigen Mutessarif in Sicherheit bringen, weil ihn die Ar­nauten töten wollten. Die Straßen sind von Arnauten gesperrt.

Konstantinopel, 22. Juli. Die Deserteure von Monastir unter Hauptmann Tahiar Bey sollen sich nordwestlich von Fra- fcheri befinden. Ihre Zahl soll durch Zuzug von Räuberbanden vnd oppositionellen Albanen auf 350 gestiegen sein. Mit der Ver­folgung ist Oberst Kiazim vom 2. Armeekorps betraut, der bereits In Eoritza eingetroffen ist. Die Offiziere der Militärliga begin­nen bereits, auch die Preff« zu beeinfluffen. Gestern erschienen acht Offiziere unter Führung des Obersten Avni Bey in den Redak­tionen der türkischen Blätter und verlangten die Nichtveröffent- kichung der von der Negierung mitgeteilten Informationen über die Verlesung der Proklamation an die Armee. Alle Redaktionen bis aufTanin" kamen der Forderung nach. Die Offiziere er­klärten auf den Redaktionen, daß sie unbekümmert um das Kriegs­gericht, alles schreiben könnten.

Konstantinopel. 22. Juli. Hier trafen Nachrichten ein, daß in Nordalbanien anarchische Zustände herrschen. Im ganzen Sandschack, in Prizrend sowie in Kaza und Djakowa fra­ternisieren die Truppen mit den Aufständischen. 9tn der Grenze des Wilafets Koffowa und Skutari sind drei Bataillone durch die aufständischen Stämme der Oraschi und Earnigi unter Jakob Jeronick umzingelt worden. Die Truppen mußten sich mit 400 Mausergewehren, drei Kanonen und vier Maschinengewehren er­geben. Ein Major ist von den Aufständischen ausgehängt worden.

Politische Umschau.

Cine Rede Churchills zum ErgSnzungsslottenetat.

London, 22. Juli. (Unterhaus.) Churchill hielt eine Rede zur Begründung des Ergänzungsflottenetats. Er sagte ein­leitend, der unmittelbare Anlaß zu den Nachforderungen wäre im neuen deutschen Flottengesetz zu finden, deffen Haupt­merkmal die Vermehrung der Streitmacht der sofort verfügbaren Schiffe aller Klassen sei. Ungefähr vier Fünftel der gesamten deut­schen Seemacht würden ständig im Dienst in voller Kriegsbereit­schaft gehalten. Solche Vorbereitung wäre bemerkenswert; es be­stehe, soweit er dies feststellen könne, kein ähnliches Beispiel in dem bisherigen Verhalten moderner Seemächte. Eine kühl überlegende, stetige und methodische Vorbereitung, die sich über mehrere aufein­ander folgende Jahre erstrecke, könne allein den Sicherheitsüber- sck; einer Seemacht an Streitkräften heben. Die Anspannung, die Großbritannien zu tragen haben, würde eine lange und lang­same sein, keine £itfe könne von einer impulsiven, ziellosen Hand­lungsweise gewonnen werden. Großbritannien muffe von seinen deutschen Nachbarn lernen, bei denen die Flottenpolitik unerschüt­terlich auf ihr Ziel losgehe.Wir müffen einen großen Ueber- schuß an Stärke haben, der sofort in Bereitschaft ist!" Der Flot- tennachtragsctat sehe keine übermäßig große Zahl von Neubauten vor, aber die Anzahl der Schiffe, welche in den nächsten Jahren zu bauen seien, müsse die Zahl übersteigen, auf der die Admiralität fie zu halten gehofft habe. Da sei vorgesehen, weitere Untersee­boote zu bauen. Der Bau von leichten Kreuzern sei zu beschleuni­gen. Die Vermehrung der Streitkraft der deutschen Flotte, wie sie durch das Deutsche Flottengesetz festgesetzt worden sei, ziehe die Re­organisierung der britischen Streitkräfte nach sich, um den notwen­digen Sicherheitsüberschuß zu erhalten. Er schlage vor, die Anzahl der voll in Dienst gestellten Schlachtschiffe von 28 aus 33 zu er­höhen. Die zweite Flotte würde aus acht Schiffen bestehen. Von 1914 an würde Großbritannien fünf Geschwader von im ganzen 41 Schlachtschiffen haben. Vier von den fünf Geschwadern würden voll in Dienst stehen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden

nach Ansicht der Admiralität den Bedürfnissen von 1914 bis 1915 angemessen sein. Die Regierung beschloß, sechs ältere Schlacht­schiffe aus dem Mittelmeer zurückzuziehen und sie durch 4 Schlacht­schiffkreuzer vom Jnvincible-Typ zu ersetzen.

Kiderlen-Wächter und Mogador..

Vor einigen Tagen veröffentlichte derCri de Paris" einige Mitteilungen darüber, daß Deutschland im Jahre 1911 ursprüng­lich unzweideutig Landbesitz in Marokko, und zwar in Mogador, angestrebt und erst auf den französisch-englischen Widerstand hin von seinen Forderungen zurückgewichen sei. Diese Behauptung, die man auch in Deutschland der Regierung im vorigen Jahre zum Vorwurf gemacht hat, ist bekanntlich im Reichstage sowohl von Herrn v. Kiderlen als vom Reichskanzler bestritten worden. Jetzt wird in denAlldeutschen Blättern" im Hinblick auf das der Ver­öffentlichung entgegenstchende Eelbbuch der französischen Regier­ung von einem Freunde in Paris das folgende geschrieben:Wie ich sehe, haben die Mitteilungen desCri de Paris" über Kider- lens angebliche ursprüngliche Forderungen Cambon gegenüber großes Aufsehen erregt, obwohl derartiges von französischer Seite doch schon wiederholt ausgesprochen worden ist. Es ist also wirklich nichts Neues, wenn das genannte Blatt jetzt schreibt, Deutschland habe die Absicht zu erkennen gegeben, sich in Mogador festzusetzen und seinen überwiegenden Einfluß im Susgebiete ausrechtzuer­halten. Die öffentliche Meinung in Deutschland scheint noch immer über die Haltung der deutschen Diplomatie viel weniger unterrich­tet zu sein als die französische. Ich erkläre mir das so, daß sie offenbar mehr Grund hat, die bekanntestrengste Diskretion" zu wahren als die Pariser Staatsmänner. Hier ist es z. B. allgemein bekannt, daß Cambon den Beweis, den schriftlichen Beweis, dafür in Händen hat, daß Kiderlen Mo­gador wollte, und wer zu diplomatischen Kreisen Bezieh­ungen hat, kann es in allen Tonarten hören, wie vorteilhaft die Lage ist, die sich für die französische Diplomatie daraus ergibt, daß Kiderlen vor dem deutschen Reichstage jede Absicht auf eine Fest­setzung in Westmarokko abgeleugnet hat, während sein Gegner jederzeit den Gegenbeweis führen kann." Nach diesen Veröffent­lichungen derA. B." wäre es allerdings angebracht, daß die Re­gierung zu der Angelegenheit klipp und klar Stellung nimmt; denn bis jetzt hat dieNordd. Allg. Ztg." sich noch nicht zu den Auslassungen desCri de Paris" erklärt.

Der Krieg und da»Berliner Tageblatt".

ImBerliner Tageblatt" befaßt sich ein Geh. Regierungsrat Prof. Dietrich mit der Verwendung von Flugzeugen als Angrisfs- waffe im Kriege. Er fordert, daß die Haager Friedenskonferenz diese Art der Kriegführung als unmenschlich verbanne. Die Leistung des Flugzeuges als Angriffswaffe fei eine teuflische Ver­richtung, und der Fliegeroffizier, der eine Bombe auf feindliche Truppen herabwerfe, sei dem Meuchelmörder gleichzustellcn. Weiter führt er aus:Zwischen dem Werfen von Geschaffen hori­zontaler und vertikaler Richtung besteht doch wohl der große Un­terschied, daß man das Herannahen feindlicher Truppen durch ge­regelten Kundschafterdienst erkennen und verhindern kann, wäh­rend das Arbeiten solcher Flugapparate, welche sich zuerst in un­erreichbaren Höhen bergen und sich dann für ihre teuflische Ver­richtung dem gesuchten Ziele sinkend nähern, um sich nachher wieder in höhere Schichten zu begeben, oder in Wolken Deckung zu suchen, dem Meuchelmorde verzweifelt ähnlich sieht." Sehr drastisch be­merken dazu dieL. N. N.":Welche seltsame Verrenkung der Ge­danken! Als ob der Tod sich leichter erträgt, wenn er uns horizon­tal, als wenn er uns vertikal aufsucht! Als ob nicht gerade das Luftschiff ein sichtbarer Kundschafter wäre, während doch jeder Trupp, der sich horizontal, auf dem ehrlichen Boden der Mutter Erde nähert, wenn er kundschaften will, sich nach Kräften ver­birgt!" Ein anderer Satz in dem Aufsatze des Geheimrats weist darauf hin, daßsolche feindlichen Meuchelmörder (bomben­werfende Flieger) auch diejenigen Stellen leicht erreichen und nicht verschonen würden, wo die kaiserliche Standarte weht oder der Generalstab lagert!"Ja, es ist schon richtig, schreibt dazu spöttisch dieT. R.", der Krieg ist mit einigen Gefahren für Leib und Leben verknüpft. Aber die Hohenzollern fürchten sich gottlob nicht, und der deutsche Eeneralstab wird über dieFliegergefahr" nicht den Kops verlieren, auch nicht das unter demlagernden Eeneralstab" vermutlich zu verstehendeGroße Hauptquartier". Hierüber brauchte man sich keine Sorgen zu machen. Wohl aber darüber, daß geistig und wiffenschastlich hochstehende Männer eine Gedan­kenrichtung vertreten, die geeignet ist, den kriegerischen Geist unse­res Volkes zu schädigen. Wen dieser Geist einmal verloren geht, ist's auch mit dem Deutschen Reich zu Ende. Denn die Fremden werden niemals so empfindlich und rücksichtsvoll sein wie wir Deut- .schen. Sie würden uns mit scharfen Schwerthieben die Arme glatt vom Rumpfe hauen, die wir beschwörend zum Himmel erheben, statt uns mit allen Kräften zu wehren! Für das Vaterland kämp­fen, gleichgültig mit welchen Waffen, ist weder Mord noch Meuchel­mord. Dieinnere Schlagfertigkeit" preisgeben, bedeutet für uns jedenfalls Selbstmord!"

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Deutsches Reich.

Beim Ausbooten ertrunken. Königsberg, 22. Juli. Das LinienschiffThüringen" legte gestern Abend am Außenhafen von Nidden an der kurischen Nehrung an. Bald darauf wurde die Mannschaft ausgebootet. Bei dem starken Wellengang kippte ein Boot um und die Besatzung fiel in» Waffer. Es waren 14 Per­

sonen, meist Offiziere. Einige von ihnen krochen auf den Kiel de» Bootes; zwei Personen wurden durch Schiffer ausgenommen, alle übrigen stürzten in die See und wurden teils von Offizieren teil» von Manschaften, die sich an Land befanden, herausgeholt, teils er­reichten fie mit eigener Kraft das Ufer. An vier Verunglückten, darunter Kapitänleutnant Schulz, mußten Wiederbelebungsver­suche gemacht werden. Jntendantursekretär Melke und Zahlmeister Thunen wurden später ertrunken aus der See gefischt.

Zur Mischehenfrage. Der Eouvernementsrat von Deutsch- Ostafrika nahm auf seiner/diesjährigen Tagung in der Mischehen- frage einstimmig folgende Entschließung an:Mit Rücksicht auf die Entschließung des Reichstags, betreffend die Schließung von Misch­ehen, hält es der Eouvernementsrat für erwünscht, daß Maßnah­men getroffen werden, die geeignet sind, den Abschluß von Ehen zwischen Weißen und Farbigen zu verhindern, da nicht nur gegen Raffenmischung in illegitimer Form, sondern auch in legitimer Weise starke Bedenken bestehen."

Der kleine KreuzerMagdeburg" hat am Sonntag seine erste Probefahrt in See unternommen. DieMagdeburg" ist der erste Turbinenkreuzer,'den die A.-E. Weser für die Kaiserliche Ma­rine fertiggestellt hat. Das Schiff ist mit Weser-Bergmann-Tur-, Dinen ausgestattet. Die Erprobung dieser neuartigen Maschinen­anlagen verlief bei der gestrigen Fahrt so befriedigend, daß die Probefahrt für die Uebergabe bereits gegen Ende dieses Monats stattfinden kann.

Erhebungen über Arbeitsruhe an Feiertagen. Die Reichs­regierung veranstaltet gegenwärtig Erhebungen, durch bte das Bedürfnis nach vollständiger Arbeitsruhe an den Weihnachts-, Oster- und Pfingstfeiertagen in den Metall-, Hütten- und Walz­werken festgestellt werden soll. Diese Erhebungen stehen im Zu­sammenhang mit einer dahingehenden Resolution der Zentrums­fraktion des Reichstages. Zur Feststellung des Vedürfniffes wer­den sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gehört. Die Erhebungen dürften bis zum Beginn der parlamentarischen Arbeiten soweit gefördert werden, daß sie bis dahin abgeschlossen vorliegen werden.

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Ausland.

* * Italien und die Türkei. Röm, 22. Juli. DieAgenzia Stefani" meldet aus Mesurata vom 20. Juli: Die Informationen der letzten Tage bestätigten, daß feindliche Gruppen aus der Ge­gend von Cheran sieben Kilometer westlich von Mesurata bis in die Oase von Mesurata vorgedrungen sind, das Vieh weggetrieben haben uftb Gewalttaten jeher Art gegen bie Einwohner verübten Das italienische Kommando beschloß, eine energische Aktion, die vorgestern früh unter General Fara ausge'ührt wurde. Die Trup­pen verließen Mesurata um 4 Uhr früh. Nach einem halbstündigen Marsche auf der Straße von Sitten stießen die Truppen auf di« ersten feindlichen Gruppen. Weitere Gruppen zeigten sich bald in einer gedeckten Zone nördlich der Straße. Der Feind wurde aus der Oase hinausgeworfen und flüchtete eiligst nach Cheran, zahl­reiche Tote zurücklaffend. Zwischen der Oase von Mesurata und der Oase von Cheran befindet sich eine öde fast drei Kilometer breite Zone. Die italienischen Truppen durchliefen trotz der Hitze den Weg und griffen den fast 1500 Mann starken Feind in seiner Hauptstellung an, wobei sie ihm sehr nahe kamen. Nach eifern vierstündigen erbitterten Kampfe wurde der Feind geschlagen und genötigt, die Stellungen zu verlaffen. Die italienischen Truppen kehrten nach Mesurata in vollkommener Ordnung zurück. Die feindlichen Verluste find enorm; die Italiener hatten 19 Tote, da­runter 9 Askaris und 87 Verwundete, darunter 12 Askaris.< General Briccola telegraphiert aus Benghafi vom 20. Juli: Zwei Feldbatterien und eine Batterie des 149. Regiments verließen ihre Verschanzungen und bombardierten ein feindliches Lager von 50 Zelten, das seit einigen Tagen 15 Kilometer von der Stadt entstanden war. Das Lager wurde überrascht und schwer beschäm digt. Die italienischen Geschütze trafen zahlreiche Gruppen von Beduinen, die sich zerstreuten und in die Gebirge flüchteten. Mesurata, 22. Juli. (Agenzia Stefani.) Nach den ersten Berichten verloren die Türken in der Schlacht bei Mesurata über 300 Tote. Sie wurden genötigt, alle Streitkräfte, auch die bei den Lebens­rnitteln aufgestellten Wachen zur Hilfe heranzuziehen. 24 Ge­fangene, welche den Jatlien befreundeten Kabylenstämmen ange­hören, benutzten die Gelegenheit, um zu entfliehen.

* * Die Verlobung im russischen Kaiserhause. Petersburg, 20. Juli. Die Verlobung der Großfürstin Olga, der ältesten Toch­ter des Zarenpaares, mit dem Großfürsten Dimitri, einem Neffen des Zaren, Sohn des Großfürsten Paul Alexandrowitfch aus seiner ersten Ehe mit bet am 12. September 1891 gestorbenen Prin-effin Alexandra Eeorgiewna von Griechenland, wird nach der Zusam-. menkunft des Zaren mit dem schwedischen Königspaare offiziell be­kannt gegeben werden. Die Großfürstin Olga ist am 3. November 1895 geboren und steht somit im 17. Lebensjahre, Großfürst Dimi­tri wurde am 6. September 1891 geboren und wird im September 21 Iahte alt.

* * Portugal. Lissabon, 22. Juli. Die Nachrichten aus allen Teilen des Landes melden vollständige Ruhe. Truppen und Frei-, willige aus der Bürgerschaft durchstreifen die Gegenden, in denen sich die royalistischen Umtriebe ereigneten. Die Landbevölkerung steht auf Seiten der republikanischen Beamten.