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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage."

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DieCbcil)cfiifd)c Zeitung" erscheint lnglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 .< lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <M. frei in? Hau». (Für unver­langt zngesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. G. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 21. Juli

r.ei Änzeigenprers benagt jur die 7geipaltene geile oder deren Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 -j, für Reklamen di« Zeile 60 A. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ber- Kindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausge- schloffen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

47. Jahrg.

1912.

Erms Blatt

versucht haben, die Verantwortung für den Schaden, der den neutralem.. -

Mächten aus der Sperrung erwächst, auf Italien zu wälzen. Wie weit

Das

Reichsanzeiger" gibt bekannt: deutschen Eisenbahnen für Juni Reichseisenbahnamt aufgestellten verkehr 80 231 807 (gegen das

für den Güterverkehr 154 614 439

Der der vom

Die Verkehrseinnahmen 1912 betrugen nach der

Hebersicht für den Personen- Dorjahr weniger 5 162112 J(),

Prinz Waldemar In Petersburg. Petersburg, 19. Juli.

Prinz Waldemar von Preußen traf heute vormittag aus Moskau

stadt bei Geestemünde und der Heizer Pfeiffer aus Jena. Boot wird nach Kiel geschleppt.

Die Einnahmen der Eisenbahnen. Berlin, 18. Juli.

Teuerungszulage«. Rudolstadt, 19. Juli. Die fürstliche Staatsregierung verfügte die Heberweisung einer Teuerungs­zulage in Höhe von 8 Prozent des Gehaltes an sämtliche Staats- bean.te und Volksschullehrer des Landes üfr das laufende Jahr. Dies erfordert eine Ausgabe von rund 130 000 di, wofür die nach­trägliche Genehmigung des Landtags erforderlich ist.

Ein «rwüchfiger Abgeordneter. Im bayrischen Landtage sitzt auch der Hutzenauerbauer von Ruhpolding, wie der alt- bayrische Bauernbündlerführer und Landtageabgeordnete Eisen­berger von seinen Landsleuten genannt wird. Er liebt es, in der heimatlichen oberbayrischen Eebirgstracht zu den Sitzungen zu er- scheinen. Am letzten Mittwoch aber, gelegentlich der Beratung über den Forstetat erschien er sogar wie ein Holzknecht, ohne Weste und ohne Krage«, mit offenem Hemd, und der Tabakspfeife Im

aufzuweisen. Während im Jahre 1906 noch durchschnittlich auf ein« Schulstelle 61 Schüler entfielen, kamen im Jahr« 1911 nur noch 57 Kinder auf eine Schulstelle. Der Rückgang in der Ueberfüllung der Volksschulen, der durch eine Vermehrung der Volksschulklassen bewirtt wurde, zeigt sich auch darin, daß die Anzahl der Schüler in einer Klasse durchschnittlich geringer geworden ist. Im Jahre 1908 entfielen auf eine Schulklasse im Durchschnitt 53 Kinder, im Jahre 1911 dagegen nur noch 51 Kinder. Die Verbesserung ist eine ständig fortschreitende, was daraus zu erkennen ist, daß tm Jahre 1901 54 Kinder auf eine Schulklasse kamen. Der Besuch der Volksschulklassen ging also in den Jahren von 1901 bis 1908 int Durchschnitt um eilten Schüler und in den Jahren 1908 bis 1911 sogar um 2 Schüler zurück. Diese erfreuliche Erscheinung wurde hauptsächlich durch die Vermehrung der Schulen, insbesondere derjenigen mit 6 und mehr aussteigenden Klassen gezeitigt. Im Jahre 1907 bestanden 4100 derartige Schulen. Im Jahre 1911 wurden 4976 solche Schulen gezählt. Die Vermehrung in den 5 Jahren betrug also nicht meeniget als 866 Schulen. Da« Gesamtergebnis, da« in sämt­lichen Schulen Preußens erreicht wurde, ist darum auch sehr günsttg zu nennen. Während vor 5 Jahren 9590 überfüllte Schulen vorhanden waren, wurden im Jahre 1911 nur noch 7395 derartige Schulen gezählt. Es ist asso ein Rückgang von rund 220f> Schulen zu verzeichnen. Auch in diesem Jahr werden die Maßnahmen zur Bekämpfung der Ueberfüllung der Volksschulen fortgesetzt, so daß ein weiterer Rückgang der über­füllten Volksschulklassen in diesem Jahre als sicher angenommen werden kann. Diese hervorragenden Fortschritte unseres Volksschulwefens haben es mit sich gebracht, daß die Zahl der Analphabeten fast verschwindend klein ist. Auf 10 000 Einwohner kommen 2 Analphabeten, in Frank­reich dagegen kommen fast ebensoviel auf 100.

Deutsches Reich.

/ Born Kaiser. Balestrand, 19. Juli. Die zunehmende warme Witterung erlaubt dem Kaiser, sehr schöne Spaziergang« zu machen. Zur Frühstückstafel waren heute außer dem Staats­sekretär des Reichsschatzamts Kuhn die Familie der Professoren Dahl und Unger geladen. An Bord ist alles wohl.

M. (gegen das Vorjahr mehr 13 726145 <40. Die Mindereinnahmen dieses Monats im Per­sonenverkehr erklären sich daraus, daß das Pfingstfest 1911 in den Juni, 1912 in den Mai fiel.

hier ein. Er wurde am Bahnhof von den Mitgliedern der Deut­schen Botschaft sowie sowie dem ihm zugeteilten Flügeladjutanten Grafen Grabbe empfangen. Der Prinz begab sich in das Winter­palais. Nachdem er dies besichtigt hatte, begab et sich in Beglei­tung des Grafen Grabbe zum englischen Kai auf das Torpedoboot Woiskowoi, mit dem sich der Prinz nach der JachtStandart" begibt zur Begrüßung de» Kaiserpaares von Rußland. Gegen' 1 Uhr lichtete das Torpedoboot die Anker.

Die deutsch-französische Kommission. Berlin, 19. Juli. Die deutsch-französische Kommission, welche seit Mitte Juni hier tagte, um die Ausführung des deutsch-französischen Kongoabkommens vom 4. November 1911 in die Wege zu leiten, hat heute ihre Arbeit beendet. Die Arbeiten haben für beide Teile einen durchaus be­friedigenden Verlauf genommen. Der nächste Zweck hat darin be­standen, die technische Tätigkeit der an Ort und Stelle zu ent­sendenden Abgrenzungskommission vorzubereiten. Sodann sollte eine Vereinbarung über die Modulation und Daten für eine Uebernahme der Gebiete, die abzutreten sind, getroffen werden. Die Kommission hat diese Aufgaben in der Weise gelöst, daß sie über jede der beiden Fragen den Text für eine Vereinbarung fest­legte, die den Regierungen zur Ratifizierung unterbreitet werden sollen. Darüber hinaus ist es der Kommission gelungen, die im November-Abkommen in Aussicht genommene spezielle Verein­barung über Konzessionsgesellschaften durch einen Entwurf vorzu­bereiten, welche in 50 Artikeln diese umfangreiche schwierige Ma­terie zu regeln bestimmt ist. Gestern veranstaltete der Bundes­rat für die Delegierten ein Festmahl.

UnglüSsfall beim Manövrieren. Berlin, 19. Juli. Das TorpedobootE. 110 kam gestern abend beim Nachtangriff vor den Bug S. M. Schiff Hessen und wurde in der Höhe des hinteren Turmes gerammt. Leider find bet diesem Unglücksfall drei Mann der Bootsbesatzung ums Leben gekommen. Es sind dies der verheiratete Maschinist Schachtschneider, dessen Frau in Rüst­ringen bei Wilhelmshaven wohnt, der Matrose Böschen aus Ueber-

Kein Angriff auf dis Dardanellen?!

lieber die gemeldete Torpedobootsaktion der Italiener vor den Dar­danellen laufen die widersprechendsten Gerüchte um. Bei der italienischen Regierung ist angeblich, wie die Agenzia Stefani berichtet, nichts davon bekannt. Der Flottenkommandant wäre allerdings darüber informiert gewesen, daß türkische Torpedoboote die Dardanellen verlassen wollten, um einzelne italienische Flotteneinheiten anzugreifen. Es sei daher möglich, daß italienische Torpedoboote ihnen entgegengefahren seien. Es wäre aber unsinnig, anzunehmen, fünf Torpedoboote wollten die Darda­nellen forcieren. So wäre das Bombardement von Seiten des Forts entweder mit der jetzt herrschenden Panik zu erklären oder es wäre mit wohl überlegter Absicht gehandelt worden, um einen Vorwand für die erneute Schließung der Dardanellen zu schassen, wie dies bereits durch Depeschen als Beschluß des zurückgetretenen Kabinetts gemeldet wurde. Aehnlich läßt sich dieTribuna" aus über die von den Dardanellenforts abgegebenen Schüsse. Sie hält es für möglich, daß infolge des Erscheinens einiger italienischer Torpedoboote eine Revolte oder Panik in der tür­kischen Flotte stattfand. Des längeren hält sich das Blatt bei der Ver­mutung auf, daß die Türkei einen Vorwand für die Schließung der Dar­danellen habe schaffen wollen, die die letzte Drohung des jungtürkischen Kabinetts im Augenblick der Demission gegen die Mächte sein würde. Eiornale d'Jtalia" schreibt: Wenn das Komitee für Einheit und Fort­schritt die Dardanellen schließt, um nachträglich sein« Rache an Europa auszulassen, so handelt es sich um eine ernste Maßnahme. Aber es bleibt abzuwarten, ob die Wirkungen der neuen Drohung gegen Europa die sein wird, die das Komitee erwartet.Giornale d'Jtalia" hatte eine Unterredung mit einer kompetenten Persönlichkeit, die erklärt hat, die italienischen Kriegsschiffe hätten unmöglich versucht, die Dardanellen zu forcieren. Mit vier Torpedobooten würden die Italiener einen der­artigen Versuch nicht unternehmen. Wenn die Torpedoboot« vor den Dardanellen erschienen seien, um die türkische Flotte zu überwachen und sie von den Dardanellenforts bombardiert worden wären, um die Schlie­ßung der Meerenge zu rechtfertigen, so beweise dies, daß die Jungtürken

diesen Ausführungen der italienischen Presse Glauben zu schenken ist, läßt sich zur Zeit nicht übersehen. Man muß aber mit der Möglichkeit rechnen, daß versucht wird aus leicht begreiflichen Gründen die so kläglich geschei­terte Aktion überhaupt abzuleugnen oder ihr jetzt eine andere Bedeutung Leizulegen. So ohne weiteres ist jedenfalls nicht anzunehmen, daß die Nachricht von dem Angriffe der übrigens acht Torpedoboote, die von türkischer Seite verbreitet wurde, aus der Lust gegriffen worden ist. Eins allerdings soll sich als unrichtig herausgestellt haben, und zwar die Schließung der Dardanellen. Wie verlautet, soll in dieser Angelegenheit die Pforte noch zu keinem definitiven Beschlüsse gekommen sein.

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Politische Umschau.

Baden.

In Baden, dem Jdeallande der Großblockenthusiasten, hat es nun doch für diese eine kleine Ernüchterung gegeben. Die Sozial­demokraten, die man schon für so schön fügsam hielt, haben das Budget abgelehnt und damit ihre Eroßblockgenossen, sonderlich die Nationalliberalen, in eine heikle Situation gebracht. Dies kommt natürlich auch in der zugehörigen Presse zum Ausdruck, die die Ablehnung des Budgets eine leere Demonstration nennt, welche Angst vor dem Parteitage zeige. Wie weit diese Unstim­migkeiten zu einer Sprengung oder Lockerung des Eroßblocks führen können, ist noch nicht zu sagen, jedenfalls aber mehren sich jetzt die Anzeichen, daß sich imMusterländle ein Kurswechsel der Regierungspolitik vorbereitet, und zwar eine Abwendung von der Eroßblocktaktik zur Politik der bürgerlichen Sammlung. Der be< kannte Herr Kolb vermutet nun am Hofe den Einfluß einer Ka­marilla, der die Regierung zu einer anderen Politik drängte. Dies wird von der Presse bestritten und die Hofkamarilla besteht, wie derSchwöb. Merkur anerkennt, nur in der erregten Phantasie des Herrn Kolb und seiner roten und rötlichen Trabanten. Es bedarf aber auch, so schreibt dieKöln. Volksztg.", wahrlich keiner Kamarilla, um an höchster Stelle die Ueberzeugung hervorzurufen oder zu befestigen, daß der weiteren Radikalisierung des Landes endlich einmal ein fester Riegel vorgeschoben werden muß, wenn wir nicht mit I>-Zugsgeschwindigkelt den Zuständen von 1319 wieder zugeführt werden sollen. Dazu brauchte man nur mit einiger Aufmerksamkeit den Verlaus dieses Rotblocklandtages zu verfolgen, in dem die Sozialdemokratie die ganze Linke leitete, in welcher die absolute Abhängigkeit der Nationalliberalen von der Sozialdemokratie bei allen Fragen von einiger politischer Be­deutung in der jämmerlichsten Meise zutage trat, ^enn endlich Herr Geheimer Hofrat Rebmann sich überlegt, wie es wirken mußte, daß er bei der 50jährigen Jubelfeier des Arbeiterbildungs­oereins in Karlsruhe bei seiner Ansprache-in der Anrede den an­wesenden Landesherrn völlig ignorierte, so wird er sich doch sagen müssen, daß es da keiner Kamarilla bedurfte, um auf die gröbliche, nur aus der ganzen Roiblocksttuation zu erklärenden Verletzung der dem Landesherrn schuldigen Rücksicht und Ehrerbietung auf­merksam zu machen. Den vermeintlichenKamarilladienst ver­sieht die derzeitige Leitung der nationalliberalen Partei so aus­giebig und gründlich, daß sich sonst wirklich niemand zu bemühen braucht. *

Bedeutsamer Rückgang der Ueberfüllung der Bolksschulklassen.

Hebet eine sehr erfreuliche Erscheinung in unserem Staatswesen, nämlich Über einen bedeutenden Rückgang der Heberfüllung der Volks- schulklassen, werden einer Berliner Korrespondenz aus Grund von Er­hebungen der Regierungsstellen folgende Mitteilungen gemacht: Im letzten Berichtsjahre 1911, Über das jetzt die näheren Angaben vorliegen, _ hat das preußische Bolksschulwesen ungewöhnlich erfreulich« Fortschritt«

Munde. Seine Kollegen sollen allerdings über die finnige A« passung an das zu behandelnde Thema nicht sonderlich erbaut g« wesen sein.

Die günstige Lag« bet Reichsfinanzen. Nach den Feststel­lungen des Reichsschatzamtes ergibt sich für das erste Vierteljahr des diesjährigen Haushalts wieder ein ansehnlicher Ueberschutz gegenüber den Haushaltsansätzen, und zwar um durchschnittlich 15 Prozent.

Ein Geschenk für den scheidenden Frankfurter Oberbürger« meister. Eine Anzahl Verehrer des Oberbürgermeisters Dr- Adickes hat diesem anläßlich seines Scheidens von seinem Posten eine Villa, die in der Oberlindau gelegen ist, zum Geschenk gemacht.

Die Uebernahme eines Beamten aus der mittler« Be­amtenlaufbahn in ein» höhere Berwaltungsstellung ist jetzt erfolgt durch die Ernennung des Geheimen expedierenden Sekretärs und Kalkulators im Reichsamt des Innern Kloock zum Regierungsrat bei der Reichsverstcherungsanstalt für Angestellte.

Di« Luisenpaar«. Po tsdam, 19. Juli. Wie alljährlich am Todes­tage und zur Sterbestunde der Königin Luise von Preußen fand am kö­niglichen Hof in der Earnisonkirche die Trauung von sechs Luisenbraut- paaren statt, di« aus der Stiftung Luisendenkrnal eine Beihilfe von Je 450 X zur Aussteuer erhielten, sodann fand die Einsegnung eines Luisen- silberbrautpaares statt.

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Ausland.

vom Balkan. Saloniki, 19. Juli. Der Mali von Uesküv, Mahmar Bei, ist von der Regierung beauftragt worden, die Be­völkerung zu beruhigen. Die in Aussicht gestellte Kommission werde unverzüglich nach Albanien abgehen. Verschiedene Truppen­kommandanten erhielten die Weisung, bis auf weiteres fich jede« Angriffs auf die Arnauten zu enthalten. Tahier Bei weigerte sich, freiwillig nach Monastir zurückzukehren. Er soll sich nunmehr mit 5 Bataillonen nach Valona gewendet haben. Konstantinopel, 17. Juli. Die leitenden Kreise der fungtürkischen Partei erklären, sie seien entschlossen, mit aller Entschiedenheit sich der Auflösung der Kammer zu widersetzen, welche Maßnahme dann nötig werde« könnte, wenn das neue Kabinett aus Persönlichkeiten gebildet tfliirbe, die außerhalb der jungtürkischen Partei stehen.Tanin" führt die gleich drohende Sprache und erklärt: Da Herrscher und Nation einig find, dürfte die Kammer das leere Geschrei nicht be­achte«.Tanin" schließt: Die Auflösung der Kammer wäre eine schwer« Verletzung der Verfassung. Wir brauchen Deputierte, die entschlossen find, anonyme Drohungen mit Verachtung zurückzu­weisen. Die namens der Armee vorgebrachren Drohungen werde« niemals die wahre Stimmung der Armee ausdrücken. Die Kam­mer wird gegenüber allen Stürmen wie ein Block fest zusammen­halten müssen.

* * Marokko. Fez. 19. Juli. Die aus drei Bataillonen be­stehende Abteilung Mazillier ist gestern aufgebrochen, um die Aitjussi, Aitsegruschen und Sidiraho, die 15 Kilometer südwestlich von Sefru sich wiederoereinigten, zu zerstreuen. Rogi setzt seine Agitation bei den Stämmen fort. Paris, 19. Juli. Marquis de Segonzac, der kürzlich von einer im Auftrag des Marokkanischen Komitees unternommene« Forschungsreise aus Fez zurückgekehrt ist, erklärte einem Mitarbeiter desTemps, daß die Entsendung von weiteren Verstärkungen nach Marokko in Hohe von etwa 25 000 Mann seiner Ansicht nach unerläßlich sei. Hiervon müssen 10 000 Mann für die Durchführung der erforderlichen Maß­nahmen in der Gegend von Marrakesch und 10 000 Mann für die Besetzung von Taza verwendet werden. Er halte es für seine Pflicht, die öffentliche Meinung Frankreichs an den Gedanken zu gewöhnen, daß eine neue Kraftanstrengung notwendig sei, wenn der unsicheren Stellung Frankreichs in Marokko ein Ende gemacht werden solle. Jeder Franzose wünsche, daß die Durchführung des marokkanischen Protektorats eine möglichst geringe Belastung der Streitkräfte des Mutterlandes bilde, aber die Lags Frankreich» in Europa würde nur besser werden, wenn es mittels eines sofor­tigen Opfers in Marokko den Beginn einer Periode der Sicherheit beschleunigen wollte.

* * MHlionendesizlt bei bet französische« Nationalflugspende. Paris, 19. Juli.Eclair veröffentlicht einen aufsehenerregend«« Artikel, in welchem es heißt, daß Senator Reymond, der damit be­auftragt war, die durch die öffentlichen Sammlungen für die fron» zösische Militäraviatik gezeichneten und eingegangenen Summen nachzuprüfen, bei der vomMatin veranstalteten Sammlung einen Fehlbetrag von 1 000 000 Franks entdeckt hat. Die beim Matin eingelaufenen Gelder betragen 2 670 881 Franks, wäh­rend das Blatt nach wie vor behauptet, daß 3 669 276 Franks ge­zeichnet worden seien. Diese Tatsache wirkt um so niederschmet­ternder, als derMatin" zu Beginn seiner Sammlung seiner festen Ueberzeugung Ausdruck gegeben hatte, daß sie sicherlich 30 Millionen Franks ergeben würde. DerEclair" fordert de« Matin" auf, den Fehlbetrag aus seinen eigenen Mitteln zu decken.

* * Ei« falsches Gerücht. Paris, 19. Juli. Das Gerücht, der TorpedobootszerstörerEavalier sei gesunken, wird für völlig unbegründet gehalten. Der Marineminister und die MarineprL« fektur in Toulon erhielten bis heute mittag keinerlei Nachricht.

* * Explosion auf einem Totpedobooiszetstöret. Madrid, 19. Juli. An Bord des TorpedobootszerstörersTerrer, der die kö­nigliche JachtGiralda" begleitet«, wurden durch E- lo"en eine« Kesselrohres 6 Matrosen schwer verletzt.

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