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1912.
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Marburg
Sonnabend, 20. Juli
Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ..Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Die „Obrrhessischr Rettung" erscheint läßlich mir Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch
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und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwittschastliche Beilage.'
Erstes Blatt.
Ein russisch-japanisches Bündnis?
Aus Japan kommt die Meldung, daß der Fürst Katsura sich .Mnschicke, eine Reise nach Europa zu unternehmen. An diese Tatsache knüpfte sich in der Presse die Vermutung, daß es sich bei dieser Meise hauptsächlich um den Abschluß eines russisch-japanischen Bündnisses handeln soll, dem auch England wohlwollend gegen- tiberstehe. Den Franzosen muß dies allerdings sehr überraschend gekommen sein, denn das „Echo de Part-i" schreibt: „Die Meldung über die bevorstehende Unterzeichnung eines ruMch-japanischen Bündnisvertrages erscheint unrichtig. Im hiesigen Ministerium des Aeußern erklärt man, daß die rufst sche Regierung Frankreich von einem derartigen Vorhaben niemals die gering st e Kenntnis gegeben habe. Wie könnte man annehmen, daß Rußland vor der Petersburger Reise Poincaräs das verbündete Frankreich in vollständiger Unkenntnis über ein so wichtiges Ereignis gelassen hätte." Daß Rußland das anscheinend doch getan hat, gebt aus einer Meldung des Reuterbüros vom 18. d. M. hervor. Das genannte Büro drahtet nämlich aus Tokio: „Petersburger Nachrichten von dem demnächst zu erwartenden Abschluß der Bündnisse zwischen Rußland und Japan sind ungenau. Von autoritativer Leite wird erklärt, daß keinerlei Verhandlungen nach dieser Richtung stattgefunden haben und nichts derartiges geplant sei. D i e Europareise des Für st en Katsura st ehe mit keinem spezifisch politischen Auftrage in Verbindung. Es sei jedoch richtig, daß sehr wichtige Kommuniques zwischen den Regierungen von Rußland und Japan gewechselt worden seien, die die Abmachungen von 1907 und 1910 ergänzen. Es handele sich dabei um die Abgrenzung der gegenseitigen Interessensphären und zwar der russischen in der äußeren Mongolei und -der nördlichen Mandschurei, und der japanischen in der inneren Mongolei und der südlichen Mandschurei. Unter innerer Mongolei ist derjenige Teil der Mongolei zu verstehen, der früher so bezeichnet worden ist. Die (Kommuniques, die durch die Revolution in China und durch die späteren Anleiheverhandlungen notwendig geworden sind, hätten eine klareVerstandigung der beiden Mächte über die chinesische Frage ergeben und eine Entente von größter Wichtigkeit für die Erhaltung des Friedens im fernen Osten gezeitigt. Für das englisch-japanische Bündnis sei sie nur in zweiter Linie von Bedeutung." Den hier angedeuteten Ab- - machungen zwischen den beiden Staaten Rußland und Japan wird von sapanischen Blättern, die sonst als gut unterrichtet gelten, der Charakter eines Bündnisses zugeschrieben, und man muß abwarten, ob der — scheinbar offiziösen — Richtigstellung des Reuterbüros mehr Glauben zu schenken ist als jenen. Doch ab- gcseho, davon ist an dieser ganzen Meldung die Tatsache interessant, daß — wenn man dem „Echo de Paris" trauen darf — die russisch; Regierung ihre^Abmachung mit Japan durchgesührt hat, ohne das mit ihm verbündete Frankreich davon zu unterrichten, ja, daß selbst jetzt noch vor der Reise Poincar^s nach Petersburg amtliche französische Kreise darüber in Unkenntnis gehalten wurden.
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• Italienische Torpedoboote vor den Dardanellen.
Die innere Krisis und die Albanerwirren, die die Türkei zur Zeit in ihrem Gefüge stark zu erschüttern scheinen, haben die Italiener veranlaßt, aufs neue ihre Angriffe nach dem Herzen ihres Feindes, nach den Dardanellen zu richten, wie aus der folgenden Meldung hervorgeht:
W. Konstantinopel, 19. Juli. Heute früh Uhr erschienen 8 italienische Torpedoboot« vor den Dardanellen und griffen die Befestigungen an. Diese erwiderten das Feuer. Zwei Torpedoboote sollen gesunken, die übrigen 6 beschädigt sein.
Wie weitere Nachrichten besagen, hat infolge dieses italienischen Angriffs noch nachts ein Ministerrat in Konstanttnopel statt- gefunden, der bis zum Morgen dauerte. Wie verlautet, soll der j Ministerrat Tewfik Pascha das Eroßwezirat angeboten haben, das ! dieser auch annahm. Im übrigen wurde sofort die strenge Cper- I rung der Dardanellen verfügt. -
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| Deutsches Reich.
— Das Regierungsjubiläum des Kaisers. Berlin, 17. Juli, lieber die Vorbereitungen zum Regierungsjubiläum des Kaisers dm 15. Juni nächsten Jahres verlautet: Der Kaiser hat die Prä- tzung einer am Bande zu tragenden Denkmünze für Staatsbeamte, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Heeres und der Flotte, sowie für Personen, di« zum preußischen Königshaus« in besonderen Beziehungen stehen, verfügt. Die Künstlerschast will »ine allgemeine Huldigungs-Kunstausstellung veranstalten, die »Inen Ueberblick über das bildnerische Schaffen während der Re- tzierungszeit des Kaiser» gewährt; der Berliner Magistrat sieht Hine städtische Feier vor; der Deutsch« Kriegerbund beabsichtigt, , Hine patriotische Spende und philateltstische Kreis« regen die -Herausgabe einer Jubiläumsfreimarke <nr.
h — Zur Schwel,erreise de, Kaisers- »erlitt, 17..Julk. Die Meise de« Kaiser» nach her Schweiz wirfst für dl« dortigen Sozia
listen und Anarchisten bereits ihre Schatten voraus. So hat die Züricher Staatsanwaltschaft den Präsidenten der Arbeiterunion, Lehrer Böschenstein, sowie drei Eewerschaftssekretäre verhaften lassen; sie stehen unter der Anklage der Anstiftung zum Aufruhr. Ferner steht eine umfangreiche Ausweisung von Ausländern bevor; man spricht von über,200, die ausgewiesen werden sollen.
— Deutschlands Handel. Berlin, 18. Juli. Der Wert des deutschen Spezialhandels im reinen Warenverkehr belief sich im Monat Juni auf 800,7 Millionen Mark in der Einfuhr und 688,4 Mill. Mark in der Ausfuhr, im abgelaufenen Jahresteil auf 5093,6 Mill. Mark in der Einfuhr gegen 4683,0 Mill. Mark, in der Ausfuhr auf 4212,3 Mill. Mark gegen 3843,7 Mill. Mark im Vorjahre. Außerdem erreichte die Einfuhr an Gold -und Silber im Juni einen Wert von 48,6 Mill. Mark, int abgelaufenen Jahresteil 159,2 Mill. Mark gegen 143,4 Mill. Mark im Vorjahre. Die gleichzeitige Ausfuhr an Gold und Silber erreichte den Wert von 3,6 Mill. Mark und 66,7 Mill. Mark gegen 38,0 Mill. Mark im Vorjahre.
— Keine Deutschen in Marokko ermordet. Köln, 18. Juni. Das Marokko-Minen-Syndikat Remscheid telegraphiert der „Köln. Zeitung": Die Gebrüder Mannesmann drahten aus Tanger: Die Meldungen in französischen und englischen Zeitungen über die Ermordung unserer Angestellten in Tetuan sind irrig. Sämtliche Mitglieder der Mannesmann-Expedition sind wohlauf.
— Ablehnung des preußisch-bayrischen LotterieSertrag». München, 18. Juli. Die Kammer der Abgeordneten lehnte, nachdem der Finanzminister von Breunig den Lotterieentwurf nochmals vertreten hatte, mit großer Mehrheit den Gesetzentwurf betr. den Beitritt Bayerns zur Lotteriegemeinschaft mit Preußen und den dazu gehörigen Staatsvertrag ab. Dagegen stimmten geschlossen das Zentrum und die Sozialdemokraten und außerdem ein Teil der Liberalen und Bauernbündler. Mit großer Mehrbeit stimmte dagegen das Haus dem Ausschuß-Antrag zu, daß die Staatsregierung dem gegenwärtig versammelten Landtag tunlichst bald eine Vorlage über die Einführung einer bayrischen Landesklassenlotterie mache.
— Zum Fall« Kostewitsch. Berlin, 18. Juli. Die Gattin des russischen Hauptmanns Kostewitsch hat sich beschweideführend an die Petersburger Negierung gewandt, da sie der Ansicht ist, daß die hiesige russische Botschaft sich nicht genügend um den Verhafteten kümmere. Darauf ist die Botschaft angewiesen worden, dem Verhafteten eine Verteidigung zu stellen, und gleichzeitig sind dafür 5000 Rubel angewiesen worden, lieber die Vorgeschichte der Verhaftung erfährt der „Lok.-Anz." folgende Einzelheiten: Kostewitsch war der Behörde als mutmaßlicher Spion bereits vor seinem Eintreffen in Berlin bekannt geworden. Von dem Augenblick seiner Ankunft an bis zu seiner Verhaftung wurde er ständig überwacht, ohne daß er selbst eine Ahnung davon batte. Er wohnte zuerst drei Wochen in einem Gasthof in der Mittelstraße, dann kam auch seine Frau nach Berlin, angeblich, um sich in der Zahnheilkunde weiter auszubilden. Man wäre noch nicht zu seiner Verhaftung geschritten, wenn man nicht befürchten mußte, daß sein Komplize, Nikolski, der in der Erhardtschen Fabrik in Düsseldorf angestellt war, nach Petersburg kommen wollte. Nikolski wurde im letzten Augenblick vor seiner Abreise verhaftet. Beide haben Hand in Hand gearbeitet und beide können durch zahlreiche Beweise als überführt gelten. Die Verhandlung vor dem Reichsgericht ist kaum vor Anfang November zu erwarten, da natürlich mach weitere Mittäter der beiden Spione zu verhaften sind.
— Reue» au» Elfoß-Lothringen. Straßburg, 18. Juli. Wir lesen in der Post: An der Grenze ist es Sonntag hoch hergegangen. Zur Teilnahme am französischen Nationalfest hatte die Verwaltung der Reichseisenbahnen in „entgegenkommendster" Weise Extrazüge bereitge- stellt. Rach der Schliuht, nach Nancy, Luneville, Belfort geschah ein« wahre Massenauswanderung, besonders aus Straßburg, das am Sonntag wie verödet dalag. In den Erenzotten auf ftanzösischem Boden herrscht« der tollste Betrieb. Der quatorze juillet war ein „grand jonr" für die Gasthöfe. Beim Gesang der Marseillaise, unter der flatternden Trikolore, fand eine allgemeine Verbrüderung statt: „Vive l'Alsace! Dive la France! A bas les Pruscots! Begetsterungstrunken kehrten die Französlinge am Abend auf den deutschen Boden zurück. An die Polizei war der Eeneralbefehl ergangen, beide Augen zu schließen, nm keine neuen „Fälle" zu schaffen. Ihre Organe vernahmen deshalb keine „al» sLditieux" und keine blauweißroten Bändel! Dafür wird der deutschen Polizei denn auch ht der einheimischen Presse da» Lob bereitet, daß sie sich diesmal sehr verständig" benommen habe.
Ausland.
** Die Krisis in der Türkei. Konstantinopel, 18. Juli. In einem geschichtlichen Rückblick über die Krise schreibt der Tanin", der Marineminister habe demissioniert, weil er fühlte, daß er sich mit Mukthar nicht werde vertragen können. Er sei übrigens auch mit seinen übrigen Ministerkollegen nicht einig gewesen. Die anderen Minister hätten darauf bestanden, daß der Großwesir Said Pascha nicht zurücktrete, weil einen Tag zuvor die Kammer der Regierung da» Vertrauen ausgesprochen hatte. Die Demission würde al» ein Zugeständnis an die Rebellen angesehen werden. E» verlautet, ein weiteres Motiv für den Rücktritt seien Meinungsverschiedenheiten zwischen Said Pascha und dem Minister des Innern, der kürzlich von seiner Inspektionsreise nach Albanien surückkehrt« und sich der Entsendung einer neuen Mission wider- fetzte. Der Rücktritt des Marineministers soll auch mit der albanischen Frage zusammenhängen. — Die Blätter heben hervor, daß der Sturz des Kabinetts am Tage nach der Annahme des Der« irauensvotums beweise, daß die Kammer allein ein Ministerium »icht -u decken vermöge. Di« jungtürkische Presse verlangt di«
Neubildung de» Kabinett» Said in der alten Zusammensetzung« Ein anderes Kabinett fei unmöglich. „Jktihan" dagegen sieht die einzig mögliche Lösung der Krisis in der Bildung eines Kabinetts, das vollständig außerhalb der jungtürkischen Partei stehe, in der Auflösung der Kammer und in der Vornahme von Neuwahlen.
** Born Balkan. Cetinje, 18. Juli. Nach einer amtlichen Meldung kam es an der türkisch-montenegrienischen Grenze in der Nähe des Skatarisses gestern zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen den Montenegrinern und den türkischen Truppen. Zwei auf montenegrinischem Gebiet mit Feldarbeiten beschäftigte Montenegriner wurden plötzlich au- dem nächsten türkischen Block- Hause von türftschen Soldaten beschossen und verwundet. Al» mehrere Montenegriner zu Hilfe eilten, wurden neun von ihnen durch Salven der Türken getötet, fünf schwer verletzt. Nachdem die Montenegriner, die unbewaffnet waren, sich zurückzogen, überschritten die türkischen Soldaten die Grenze und verstümmelten di« Leichen mit den Bajonetten. Unter der Erenzbevölkerung herrscht ungeheure Aufregung.
*♦ Der englische Streik. London, 18. Juli. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und der Streikenden im Londoner Hafen sind gestern abend wieder abgebrochen worden. Die Vertreter der Leute lehnten die Forderung der Arbeitgeber ab, daß alle Arbeiterkategorien sofort die Arbeit wieder aufnehmen müßten und daß alles weitere späteren Verhandlungen überlassen bleiben müßte. — Die Polizei konfiszierte gestern früh in einem Extrazug, der organisierte Arbeiter nach Tilbury befördette, 15. Revolver. — Liverpool, 18. Juli. Dis Dockarbeiter weigern sich noch immer, die Arbeit in Birkenhead wieder aufzunehmen.
** Die Panamakanalbill. Melbourne, 18. Juli. Das Abgeordnetenhaus nahm einstimmig den Antrag an, in welchem erklärt wird, daß jedes System, wonach den amerikanischen Schiffen, die den Panamakanal benutzen, eine Vergütung oder Ermäßigung zugestanden wird, den australischen Interessen schädlich sein würde. Premierminister Fisher erklärte im Laufe der Erörterung, er hoffe, daß die Angelegenheit bald freundlich beiaelegt werde. — Washington, 18. Juli. Im Auftrag der britischen Regierung überreichte Botschaftsrat Mitchell-Innes dem Staatssekretär Knox den formellen Protest gegen die Panamakanalbill. Knox wird den Protest sofort Präsident Taft zugehen lassen, der ihn wahrscheinlich dem Kongreß mit einer besonderen Botschaft überweisen wird.
- Ein Attentat? Newyork ,18. Juli. Die „Tribuna" meldet aus Washington: Taft's Hilfssekretär Allen öffnete ein an Taft gerichtetes Paket, das eine Höllenmaschine mit 6 Pfund Dynamik enthielt. Er erstickte die brennende Zündschnur noch rechtzeittg. Die „Associatedpreß" etfiart demgegenüber, daß die Meldung dementiert sei.
** Elsaß-Lothringer als französische Offiziere. Nach amtlichen französischen Quellen dienen bei der französischen Infanterie 398 Offiziere, die, in Elsaß-Lothringen geboren, zum überwiegenden Teil nach dem Kriege in die Armee eingetreten sind. Es sind 12 Divisions-, 18 Brigadekommandeure, 20 Obersten, 22 Oberstleutnants, 78 Majore, 187 Hauptleute und 8 Unterleutnants. Wenn sich nun auch zweifellos bei den anderen Waffen ebenfalls eine ganze Anzahl elsässisch-lothringischer Offiziere befinden werden, so scheint doch immerhin aus den für die Infanterie gegebenen Zahlen hervorzugehen, daß der Zuzug von Reichsländern zur fran- zösischen Armee in den letzten Jahren erheblich nachgelassen hak. da die Liste keine Leutnants, nur 3 Unterleutnants aufführt.
** Marokko. Fez, 18. Juli. Ali Bussi und Beni Moild beschlossen, sich gegenseitig zu unterstützen, aber eine Defensivhaltung zu beobachten. Die Aufständischen Hayaina entsandten an Rogi, der noch immer an der nördlichen Grenze ihres Gebietes steht, Hilfstruppen.
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalarttkel ist gemäß S 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe ^öberhesi Ztg." gestattet)
Marburg, 19. Juli.
* Bom Jägerbataillon. Der Jnspetteur der Jäger und Schützen, Generalmajor Freiherr v. Larisch aus Berlin, ist gestern abend hier eingetroffen und hat im Hotel Pfeiffer Wohnung gr- nommen.
* Di« Tag« nehmen ab. Die längsten Tage mit rund 16 Stunden 29 Minuten sind vorüber. In den nächsten 2 Wochen vermindert sich die Tageslange um 20 Minuten. Später erfolgt die Abnahme schneller, bis endlich am 21. Dezember der Unterschied Mischen längstem und kürzestem Tage bei uns 8 Stunden und 40 Minuten ausmacht. Dann geht es wieder bergauf.
w Endlich Regen! Die bangen Sorgen, die sich viele Leute darüber machten, daß wieder eine so lange regenlose Zeit wie im vorigen Jahre, mit ihren bösen Folgen kommen würde, sind seit heute früh etwas zerstreut Die Wetterdienststellen unseres Bezirks, die da meldeten, daß sich ein Witterungsumschlag rorbereite und daß die Hitze durch Regen und kältere Winde abgelöst werden würde, haben recht behalten. Ihre Prognose hat sich bewahrheitet, denn heute ftüh gegen 6 Uhr entwickelte sich ein Landregen, wi« ihn ttotz der Erntearbeiten der Landwirt gebrauchen kann und wie ihn sich jeder Gartenbesitzer wünscht. Auch der Spaziergänger hat nicht» gegen diese Abkühlung, besonders aber auch gegen btefe Anfeuchtung der Straßen, einzuwenden. Gingen un» doch in dett ätzten Tagen wieder einige zum Teil recht scharf gehaltene Einsendungen über die Stanbplage in Marburg zu, die von Jahr zu Jahr ärger würde. Jetzt ist der Staub, dem die Ei» sender die vielen Halsentzündungen und Katarrhe pzschWtbr^j