mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen' ..Nach Feierabend". ..Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
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iie „Cl>ett)cni|ß)t Mittung" crichcun uigiio, nm »ur-uuynie oet evnn» | und Feiertage. — Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 JK. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <#t frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch
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Marburg
Sonnabend, 13. Juli
.ter Anzeigenpreis oeiragt jur Die 7gc]paUcne Zette oder deren Raum 15 , bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 A, für Reklamen die Zeile 60 A. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. 3eber Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ver- Kindlichkeit für Platz., Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. — Zahlungen tm Postscheckverkehr — ohne Portokosten — unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
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47. Jahrg.
1912.
Erttes Blatt.
Wochenschau.
Am Mittwoch hat der Kaiser die alljährlich auf dem Reiseprogramm stehende Nordlandfahrt angetreten, nach dem er am Sonntag in den, späten Abendstunden von Valtischport, wo das zweitägige Zusammen- Jsin mit der russischen Kaiserfamilie das traditionelle Freundschaftsverhältnis beider Herrscherhäuser erneut hervortreten liefe, wieder im Neuen Palais bei Potsdam eingetroffen war. Dafe der Monarchenbegegnung an der estländischen Ostseeküste auch eine grofee politische Tragweite beizumessen ist, gibt selbst die sranzösische und englische Presse zu, wenn sie auch mit Genugtuung betont, dafe an der Entente Rufelands mit den Westmächten nichts geändert worden sei. Die Gruppierung der Erofemächte wird allerdings äußerlich dieselbe bleiben, die offene und vertrauensvolle Aussprache zwischen den beiden Kaisern und ihren leitenden Staatsmännern hat aber das Ergebnis gehabt, dafe Rufeland und Deutschland künftig in allen großen politischen Tagesfragen dauernde Fühlung Mr Wahrung des europäischen Friedens unterhalten werden. Wenn die Franzosen bisher immer angenommen haben, dafe die Entente ousschließlicb gegen Deutschland gerichtet sein soll, so werden sie sich jetzt damit absinden müssen, dafe diese Spitze an den finnländischen Schären etwas abgeschlisien worden ist. Die Jacht „Hohenzollern" hatte von Rufeland aus den Hafen von Swinemünde angelaufen und erwartete dort die Rückkehr des Kaisers vom Potsdam, wo dieser sich von der Kaiserin, die sich inzwischen zu längerem Aufenthalt nach Wilhelms- höhe bei Caffel begeben hat, verabschiedete. Während das Kaiserschiff den Kurs nach der Westküste von Norwegen nimmt, hat der Reichskanzler einen Abstecher in das innere Rufeland gemacht. Herr v. Veth- mann Hollweg fuhr nach längeren Konferenzen mit den rusiischen Staatsmännern und glänzenden Festdiners am Mittwoch nach Moskau weiter. Der Staatssekretär des Reichskolonialamts befindet sich auf Reisen. Dr. Solf weilt seit mehreren Wochen in Südwestafrika, um sich persön- tüfe über die wichtigsten Interessen des Schutzgebietes zu informieren. Er wird sich demnächst auch nach Deutsch-Ostafrika begeben. Sonst steht unsere innere Politik im Zeichen der Ferienruhe, in den Reichsämtern und in den Ministerien der Einzelstaaten übernehmen die Unterstaats- sekretare die Vertretung der in der Sommerfrische Erholung suchenden E^efs. Der Staatssekretär des Reichsschatzamts hat unmittelbar vor der „Saison motte" noch die Ergebnisse des Reichshaushalts für das Rechnungsjahr 1911 veröffentlichen lassen. Es hat sich ein Ueberschufe von 249174,91 M ergeben, gewiß eine ungewöhnliche Erscheinung bei der sonst in den modernen Staatskassen herrschenden Ebbe, deren Beseitigung das Amt des Finanzministers zu einem so schwierigen zu machen pflegt. Der Senior des Preußischen Abgeordnetenhauses, der am Sonn- tag zu Lichterfelde im Alter von 88 Jahren verstorbene Wirkliche Geheime Rat Artur Hobrecht hat die Bürde und Würde als preußischer Finanzminister nur VA Jahr getragen. '
. 3n 5 r ankreich beschäftigt sich die Presie sehr angelegentlich mit bet bevorstehenden Reise des Ministerpräsidenten Poincare nach Petersburg, dem man mit einem Seitenblick auf die^ Vorgänge in Baltisch- EOtt’meinre. besonders warmherzige Aufnahme von feiten der maßgebenden Persönlichkeiten in Aussicht stellt. Die Franzosen malen sich be- kanntlich, wenn ihre eigenen Interesien in Frage kommen die Welt gern in rosenrotem Lichte. Das war auch bei Marokko der Fall, desien Unterwerfung für ein Kinderspiel angesehen wurde. Seit aber General Liautey die schwierige Aufgabe offen dargelegt hat, ist der Optimis- mus rm Lande verflogen und an feine Stelle übermäßige Besorgnis getreten, die auf Absendung größerer Truppenmasien drängt. Unangenehm wird ferner die lange Dauer des Streiks der Seeleute empfunden der von schweren Ruhestörungen begleitet ist und auch in anderen Ve- mifszwergen zu Ausständen Anlaß gibt. - In England, wo die Lohnkampfe gleichfalls kein Ende nehmen, bildet die Sorge um die Erhaltung der weltumspannenden Seemacht und der Herrschaft in den Kolonien die Hauptfrage der politischen Kreise. Lange geheime Konferenzen haben in London unter Teilnahme der Kabinettsmitglieder über die Reichsverteidigung stattgefunden, und die öffentliche Meinung wird durch die Preßerörterungen über die Zurückziehung dM Flotte aus dem Mittelmeer und den angeblich bestehenden Matrosen- mangel schwer beunruhigt. - In Italien herrscht froher Siegesjubel Am 8. Juli haben die italienischen Truppen nach hartem Kampfe die Oase von Mesunata erobert. Das Vordringen in Tripolis macht also bemerkenswerte Fortschritte. Man muß es den Italienern lasten ”“pj’e £Uf afrikanischem Boden trotz der größten Schwierigkeiten geschickt und energisch operieren. - Die Machthaber in der Türkei wer- ftnff,„\eri^unLtoC"*®rf0^e fQUm länger so geringfügig vor der Oeffentlichkeit bezeichnen können, wie sie es bisher zu tun gewohnt waren Die Lage der Türkei wird durch die Uneinigkeit im Offizier- l0:-c’s.6e °ntiet5 durch die Demission Mahmud Schewfket Paschas stark gefährdet. Unter diesen Umständen wäre dem unglücklichen Lande eine baldige Beendigung des Krieges aufrichtig zu wünschen. — In Por - trotz der republikanischen Staatsform noch ein beträcht- ”2ct Teil der Bevölkerung königstreu geblieben ist, hat in den nörd- «••t ? , strikten eine royalistische Erhebung "zu heftigen Kämpfen ge- sthrt, in denen die republikanischen Truppen Sieger geblieben sind. Die monarchistische Erhebung dürfte damit aber noch lange nicht beendet sein. ■
Politische Umschau.
Zur Besitzsteuerfrage. ~
Die Berliner Politischen Nachrichten schreiben: Gegen die Absicht, den Besitzbesteuerungsbeschluß des Reichstags dadurch zur Ausführung zu bringen, daß Vermögens- und Erbschaftssteuern in Vorschlag gebracht werden, wird geltend gemacht, daß große Parteien des Reichstags für eine Vesitzsteuer, die nicht das mobile Kapital in angemesiener Weise erfassen würde, nicht zu haben sein Würden. Der Einwand kann als stichhaltig nicht angesehen wer- hen: denn es ist nicht abzusehen, weshalb nicht bei Vermögens- und Erbschaftssteuern das mobile Kapital angemessen herangezogen Werden könnte. Auch wird doch, ehe eine derartige Befürchtung Mittelbar ausgesprochen wird, die Form, in der diele Steuern ein
gebracht werden sollen, abgewartet werden müssen. Wenn weiter darauf bestanden wird, daß eine Dividenden- oder Kotierungssteuer oder beide in Vorschlag gebracht werden, so setzt sich ein derartiges Verlangen mit dem ganz klaren Wortlaute des Besitzbe« steuerungsbeschlusses des Reichstags in Widerspruch. Dieser Beschluß, der doch von einer großen Relchstagsmehrheit gefaßt ist, spricht ausdrücklich von allgemeinen Besitzsteuern. Niemand wird im Ernst behaupten wollen, daß eine Dividenden- oder Kotierungssteuer eine allgemeine Besitzsteuer sei; int geraden Gegenteile sind diese Steuern Sonderbesitzsteuern. Wer den Plan ihrer Einführung verfolgt, setzt sich also mit dem Beschlüsse der großen Reichs- tagsmehrheit in Widerspruch. Gerade er hätte mit seinen Steuern bei dieser Mehrheit nach ihrer ganz klar ausgesprochenen Ansicht auf einen Erfolg nicht zu rechnen. Schließlich wird bestritten, daß auch jetzt noch gegen die Lösung der Steuerfrage auf dem Wege der Erhöhung der Matrikularbeiträge große Schwierigkeiten beständen. Daß erhöhte Matrikularbeiträge von den verschiedensten Staaten nur gezahlt werden könnten, wenn diese neue Einnahme- quellen erschlossen hätten, kann angesichts der Finanzlage dieser Einzelstaaten nicht bestritten werden. Wird auch nicht bestritten, es wird nur behauptet, daß die betreffenden Mittel ohne Schwierigkeiten auf dem Besitzbesteuerungswege erhältlich sind. Diese Behauptung trifft nicht zu. Man braucht bloß an Einzelstaaten zu denken, in denen die Mehrheit der Volksvertretung sozialdemokratisch ist. Jede derartige Vorlage würde doch in diesen Parlamenten mit Bestimmungen belastet werden, die ihre Annahme der Regierung zur Unmöglichkeit machen würde. Es sind also sehr große Schwierigkeiten auf diesem Wege vorhanden; sie sind mit dem angesichts der Finanzhoheit der Einzelstaaten etwas sonderbaren Hinweise, daß schlimmstenfalls durch Reichsgesetz Bestimmungen getroffen werden könnten, die auch widerstrebenden Landtagen nahelegen würden, sich mit den Absichten eines solchen Reichsge- sehes im guten abzufinden, nicht aus der Welt geschafft.
Der marokkanische Protektoratsvertrag.
Der französische Senat erörterte gestern den Vertrag über das marokkanische Protektorat. Die Debatts..vörli«f unter auffallender Teilnahmlosigkeit des Hauses. Clemenceau und Pichon, welche seiner Zeit das deutsch-französische Abkommen so leidenschaftlich bekämpft hatten, erschienen gestern gar nicht im Sitzungssaal. Der Konservative Lamarzelle erklärte, daß er für den Vertrag stimmen werde, welcher eine unabweisliche Folge des deutsch-französischen Abkommens vom 4. November 1911 sei, wenn er auch nach wie vor die bisher erfolgte Politik als tadelnswert ansehen müsse. Redner sprach in warmen Worten dem General Liautey seine Anerkennung und sein Vertrauen aus. Er erinnerte an das Wort des Staatssekretärs von Kiderlen: „Deutschland werde immer das Schwert zu führen wissen, wenn es notwendig sein werde!" und erklärte, die Armee sei Frankreichs Stärke und man müsse alles tun, damit sie die erforderliche materielle und moralische Kraft besitze. Berichterstatter Baudin befürwortete die Annahme des Vertrages. Der Konservative Jenouvrier trat dafür ein, daß die französische Regierung mit dem Vatikan in Verhandlungen eintrete, denn dieser allein könne die religiöse Hypothek aufheben, welche Spanien in ganz Marokko besitze. d'Estournelles de Constant verlangte, daß die Verwaltung in Marokko den Eingeborenen anvertraut werde unter der Aufsicht und Verantwortlichkeit Frankreichs. Ministerpräsident Poincarä stellte mit Befriedigung fest, daß bezüglich der Notwendigkeit des marokkanischen Protektorats im Senat Einmütigkeit herrsche. Er erwähnte u. a. die Lösung der Frage der Schutzbefohlenen, die nur durch eine Verständigung mit den Mächten erzielt werden könne, was vielleicht nicht so schwer sein werde, denn die Schutzbefohlenen bildeten für die Mächte eine Last. Die Verhandlungen mit Spanien seien sehr vorgeschritten, aber noch nicht beendet. Hierauf spendete Poincar6 dem General Lyautey warmes Lob. Dieser sei nicht bloß ein kräftiger Soldat, sondern auch ein Diplomat und Verwalter, Lyautey werde sich des Schwertes nur bedienen, um der Zivilisation die Wege zu ebnen. Die Regierung werde Lyautey, der stets nur die Sorge um die nationale Verteidigung des Mutterlandes vor Augen habe, nichts verweigern, was er gegebenenfalls an Truppenverstärkungen verlangen werde. Frankreich sei friedliebend, werde aber immer stark genug sein, um sich im Falle eines Angriffs oder einer Herausforderung zu verteidigen. (Beifall.) Das marokkanische Unternehmen sei ein sehr langwieriges, aber das französische Volk, das heute die Dinge ruhiger beurteile, werde auch hier den erforderlichen Patriotismus betätigen. (Beifall.) Der Konservative Delahaye erklärte, er werde sich der Abstimmung enthalten, denn seiner Ansicht nach sei der mit Muley Hafid abgeschlossene Protektoratsvertraa ein wertlos Blatt Papier. Hierauf wurde der Protektoratsvertrag ohne Ab- stimung durch bloßes Handaufheben angenommen.
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Deutsches Reich.
— Die Rordlandreise des Kaisers. Berlin, 11. Juli. Nach einem Funkentelegramm aus Norddeich vom 11. Juli früh, hatte die „Hohenzollern" bis 7.30 Uhr morgens eine ganz vortreffliche Fahrt bei warmem und ruhigem Wetter. An Bord ist alles wohl.
— Zur Reise des Kaisers in die Schweiz. Berlin, 11. Juli. Die „Kreuzztg." macht zu dem Rücktritt des Schweizer Bundesrats Marc Ruchet, Ehef des Departements des Innern, folgende auffällige Mitteilungen: „Schon vor längerer Zeit wurde uns von gut unterrichteter Seite, die mit Regierungskreisen der Schweiz nahe Fühlung hält, versichert, daß man dort an zuständigen Stellen schwere Bedenken hege, ob man auch die Verantwortung für di« persönliche Sicherheit des deutschen Kaisers hei feinem Manöver
besuche im Herbste tragen könne, besonders, da die Schweizer Gesetze die Anwendung geeigneter Mittel zur vollkommenen lleber- wachung und rechtzeitigen Unschädlichmachung politisch verdächtiger Personen nicht erlauben. Wäre es nun nicht denkbar, daß Bundesrat Marc Ruchet, der als Chef des Departement des Innern auch oberster Polizeichef ist, nicht glaubt, die schwere Verantwortung für die völlige Sicherheit des deutschen Kaisers auf sich nehmen zu können und deshalb noch vor dem Besuche von seinem Posten zurücktritt?"
— Englandreise der Kaiserin. Berlin, 11. Juli. Die Kaiserin beabsichtigt nach einem Mittagsblatt im Frühherbst dieses Jahres England zu besuchen. Die Reise, die durchaus privaten Charakter tragen wird, soll der Erholung gewidmet sein. Die Kaiserin wird voraussichtlich in einem Orte der Südküste Aufenthalt nehmen.
— Der Reichskanzler in Rußland. Moskau, 10. Juli. Der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg traf um 10.30 Uhr auf dem Bahnhof ein und wurde vom deutschen Konsul und den Vertretern der deutschen Kolonie empfangen.
— Aus dem Reichsanzeiger. Berlin, 11. Juli. Der „Reichsanzeiger" gibt bekannt: Generalleutnant Schoepflin, Kommandeur der 33. Division, wurde der Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub, Generalmajor Freiherr v. Lüttwih, Kommandeur der zweiten Earde-Jnfanterie-Vrigade und Generalmajor v. Heinesyius, Kommandeur der ersten Earde-Feldartillerie- Brigade der Rote Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub, Generalmajor v. Logan, Kommandeur der 33. Feldartillerie-Brigade der Rote Adlerorden zweiter Klasse, Oberst v. Jlsemann, Kommandeur der 34. Kavallerie-Brigade, und Oberst v. Schöler, Kommandeur des zweiten Garde-Regiments zu Fuß, ferner Oberst v. Ko- schembahr, Kommandeur des Jnfanterin-Regiments Nr. 98, der Kronenorden zweiter Klasse verliehen.
— Zum Kapitel der Steuerscheu. Mannheim, 9. Juli. Wie der „Mannheimer Volksstimme" aus Pforzheim mitgeteilt wird, hat der Eeneralpardon für Steuerhinterziehungen dort den Erfolg gehabt, daß bisher über 80 Millionen neue Steuerwerte an Betriebsvermögen und Rentenkapitalien angemeldet worden sind.
Ausrcmd-
* * Die Lage in der Türkei. Konstantinopel, 11. Juli. Es wird versichert, daß Nazim Pascha das angebotene Portefeuille des Kriegsministeriums entschieden abgelehnt habe. — Der Ministerrat 6<riet gestern die durch den Rücktritt des Kriegsministers geschaffene Lage und die Wahl eines Nachfolgers. Es wurde kein endgültiger Beschluß gefaßt. — Der Walt von Kossowo berichtet von einem Kampf, der am 6. Juli zwischen den Truppen und den Albanern unter den Unterführern Bairam Zour und Riza-Bey stattgefunden habe. Die Albaner seien unter großen Verlusten zersprengt worden. Die Truppen hätten sieben Tote und Verwundete. — In Oppositionellen Kreisen geht das Gerücht, daß die Bewegung unter den Offizieren nunmehr auch auf das Armeekorps in Damaskus übergreift.
“ Marokko. Paris, 11. Juli. Der „Temps" meldet aus Mo- gador vom 10. Juli: Der Prätendent El Hiba entsandte einen Stellvertreter nach Tarundant, der den dort befindlichen Deutschen den Befehl erteilte, innerhalb zwölf Stunden die Stadt zu verlassen. Er bot ihnen gleichzeitig zu ihrer Sicherheit eine Begleitung von fünfzehn Reitern an. Die Deutschen dürften sich bereits auf dem Weg nach Agadir befinden.
* * Zu den Vorgängen in Portugal. Lissabon, 11. Juli. Die Kolonne Conceiros flüchtete in die Berge von Larouce. Wie es scheint, wollen die Aufständischen von Cabeceiros de Basto zu ihnen stoßen. Der Pfarrer nahm 800 Männer mit. In der Ortschaft verblieben nur Frauen, Kinder und Greise. — Paris, 11. Juli. Aus Chaves wird gemeldet: Den Republikanern fielen Maschinengewehre, Munition und die Korrespondenz der Royalisten in die Hände. Die Stadt ist ruhig. — Nach einer Blättermeldung aus Madrid beschloß der Ministerrat die Absetzung des Gouverneurs von Orense wegen seines nachlässigen Verhaltens gegenüber den portugiesischen Verschwörern.
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalarttkel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nut mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhess. Itg “ gestattet.)
Marburg, 12. Juli.
* Iungdeutschland und Deutsche Turnerschaft. Gelegentlich der Sitzung des Ausschusses der Deutschen Turnerschaft in Kiel waren Berichte verbreitet worden, gegen die jetzt der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft und stellvertretende Vorsitzende des Jungdeutschland-Bundes, Geh. Sanitätsrat Dr. Ford. Götz, vorgeht. Er erklärt: „Zu den Berichten habe ich ergänzend und berichtigend zu bemerken, daß ich nicht behauptet habe, der Jungdeutschland- Bund gehe nicht die anfangs erhofften Wege, — ich habe nur die zu häufige Berufung früherer Offiziere und Leiter der Bezirke und Kreise als unpraktisch bezeichnet und allerdings ausgesprochen, daß in die mit Gehalt bedachten Stellungen des geschäftsführenden Ausschusses auch drei Offiziere a. D. berufen seien, die aber, wie ich mich überzeugt habe, mit Treue und regem Eifer für die Sache arbeiten. Der Grundsatz des Jungdeutschland-Bundes, keine Ortsgruppen neu zu gründen, wo Turnvereine oder Vereine mit ähnlichen Zielen bereits bestehen, ist vom Bund stets aufrechterhalten worden. Die Deutsche Turnerschaft wird, nachdem sie ihre Ueier- zeugung offen ausgesprochen, Hand in Hand mit dem Jungdeutschland-Bund arbeiten."