mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
unb den Beilagen: ..Nack Feierabend". ..Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
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iie „Lliciijciiiißic Leitung'' ericycinr tuyncy mit ülusnuqme Ser «unru und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteliährlich durch die Post bezogen 2.25 JC (ohne Bestellgeld), bei unseren Aeitungsstellcn und der Expedition (Markt 21) 2.00 «M, frei ins HauS. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. G. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Dienstag, 2. Juli
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47. Jahrg.
1912.
s Erttes Blatt.
p Eine Rede Lord Haldanes.
In London hat am Freitag abend gelegentlich der siebenten Jahresfeier des deutschen Hospitals ein Bankett stattgefunden, dem Lord Haldane prktswterte und zu dem stch u. a. Frhr. Marschall von Lieberstein, Vertreter der italienischen und österreichischen Botschaft, der deutsche Generalkonsul sowie die führenden Persönlichkeiten der deutschen Kolonie eingefunden hatten. Lord Haldane brachte einen Toast auf Kaiser Wilhelm und auf Kaiser Franz Josef aus. In den letzten Jahren, sagte Haldane u. «., sind Deutschland und England einander viel ähnlicher geworden. Auch Deutschland ist eine große handeltreibende Nation geworden. Es hat die praktischen Eigenschaften entwickelt, die die englische Nasie auszeichnen und indem die beiden Völker einander näher kamen, entstand ein gewißes Maß von Friktionen und von Rivalitäten. Diese Rivalitäten sollten keinen Stachel haben, sie sollten dazu dienen, die Welt besser zu machen.
Nachdem Bankdirektor Schröder einen Trinkspruch auf Haldane ausgebracht hatte, der mit großer Begeisterung ausgenommen wurde, ergriff dieser nochmals das Wort. Er habe, sagte er, einen beträchtlichen Teil seines Lebens zum Studium der deutschen Literatur, der deutschen Philosophie und der deutschen Institutionen verwandt und bisher habe er häufig Deutschland besuchen können» ziemlich ungebunden, wenn auch nicht ganz unbeobachtet, aber doch in aller Bequemlichkeit . Nachenglischer Tradition würde er, solange er Eroßsiegelbewahrer sei, nicht außer Landes gehen können und er würde warten müßen, bis die große und gute Regierung, deren Mitglied er sei, wie andere menschliche Einrichtungen zu Falle käme. (Heiterkeit.) Er habe aber den Trost, daß er dann wieder Deutschland besuchen dürfe, für das er eine große Anhänglichkeit besitz«. Beim Verlassen des Saales wurden Lord Haldane stürmische Ovationen dargebracht.
Bei dem Toast auf Kaiser Wilhelm sand Haldane schmeichelhafte Worte, die auffallen müßen und die die Befürchtung wecken können, daß sie nicht lediglich gesprochen wurden, um den Kaiser zn ehren, sondern daß sich hinter ihnen eine auf sehr reale, praktische Ziele gerichtete Absicht verbirgt. Lord Haldane führte u. a. aus: „Den Deutschen Kaiser bewundern wir hier in London, und wir sehen ihn als einen der unsrigen an. Er kennt unsere Sprache, unsere Einrichtungen genau so wie wir selbst, er spricht wie wir, und nur mit großer Freude denke ich an diesen Namen, der hier an erster Stelle auf der Liste der Trinksprüche steht. Der deutsche Kaiser ist mehr als ein Kaiser, er ist ein Mann, ein großer und bedeutender Mann. Die Götter haben ihm die höchste Gabe gegeben, die sie einem Menschen verleihen können, nämlich Geist. Ich benutze absichtlich das deutsche Wort „Geist". Der Kaiser hat Geist im höchsten Maße. Er ist ein wahrer Führer und Leiter seines V»lkes geworden, im Geiste wie in der Tat. Er hat die deutsche Nation durch ein Vierteljahrhundert geleitet, und er hat den Frieden während dieser langen Periode erhalten. Ich kenne keinen Rekord, auf welchen ein Monarch stolzer sein könnte als der deutsche Kaiser auf diesen Erfolg. In allen Einrichtungen hat sich seine Tätigkeit bemerkbar gemacht. Er hat seinem Volke die deutsche Flotte gegeben, die wir, die wir etwas vom Flottenwesen verstehen, so sehr bewundern. Er hat die Traditionen der größten Armee gewahrt, welche die Welt je gesehen hat. In den Künsten des Friedens ist er ebenso groß wie hervorragend gewesen, und er war der Führer seines Volkes auf dem Gebiete der Erziehung sowie der Lösung großer sozialer Probleme. Die Geschichte wird auf die Regierung Kaiser Wilhelms zurückblicken als auf eine Periode einer gewaltigen Entwicklung der deutschen Nation nach allen Richtungen hin. Ich kenne keinen größeren und gewaltigeren Rekord. Uns aber muß eine besondere Freude und Genugtuung sein, sagen zu können, daß dieser Mann ein halber Engländer ist!"
Sehr treffend glossiert die „Deutsche Tagesztg." diese Worte» indem sie schreibt: „Wenn Kaiser Wilhelm nicht nur Geist, sondern
auch ein Herz hat, so muß er zum Dank für diese Rede den Weiterbau der deutschen Flotte sofort einstellen!-
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Die diesjährige Sammlung für das deutsche Hospital übersteigt alle früheren Sammlungen und bezi sfert sich auf mehr als 100 000 cAL Unter den Beiträgen befindet sich auch ein Geschenk Paiser Wilhelms von 4000 <M und ein solches des Kaisers Franz Fssef von 2000 M. < - 7 ? r : s,, ’ x
Italien und die Türkei.
Rom, 29. Juni. Die „Agenzia Stefani" meldet aus Tobruck vom 28. Juni: In der vergangenen Nacht näherte fich ein Trupp Araber, indem er ununterbrochen feuerte, dem neuen Blockhause bei Fort 3, das von einer Abteilung Infanterie besetzt gehalten wurde. Die Besatzung lieh den Feind herankommen, bis er anfing, die Drahtverhaue zu durchschneiden. Dann wurde das Feuer eröffnet. Die Araber ergriffen die Flucht unter Zurücklaffung eines Toten.
Rom, 29. Juni. Die „Agenzia Stefani" meldet au« Ferua vom 28. Juni: Um sogleich den durch den gestrigen Kampf erreichten Erfolg auszunutzen, griffen heute früh alle Ctreitkräste der Division die Höhe von Sidis Said und die benachbarten Stellungen an, in deren verstärkten Verschanzungen fich größere Abteilungen von Arabern und Türken zurückgezogen hatten, die bei der gestrigen Niederlage entkommen waren. Sie hatten sich abends durch andere Mahallas bedeutend verstärkt.
Berlin, 29. Juni. Die hiesige türkische Botschaft teilt gegenüber den Nachrichten von einem italienischen Siege bet Sidi Said mit: Rach einem Telegramm des Kommandanten von Tripolis griffen die Italiener in drei Kolonnen das türkische Lager und die Verschanzungen Sidi Saids an. Nach siebenstündigem erbittertem Kampf wurden die Italiener bis an das Meer zurückgeworfen, wobei sie zahlreiche Tote und Verwundete hatten.
Rom, 30. Juni. Die „Agenzia Stefani" meldet ans Buchamez unterm 29. Juni: Heute früh unternahm der Flieger Sacerdoti einen Flug, um festzustellen, in welcher Richtung der Feind nach der gestrigen Niederlage abgezogen sei. Als Sacerdoti sich in einer Höhe von 900 Metern ungefähr 20 Kilometer südwestlich von Buchamez befand, wurde er durch Beschädigung des Motors gezwungen, im Eleitftuge niederzugehen. Er landete ohne Unfall auf der zweiten Karawanenstraße. Der Flieger ließ den Apparat zurück. Eine Truppenabteilung rückte sofort aus, um die Flugmaschine zu holen, die in das Lager zurückgebracht wurde, ohne daß die Truppe Spuren vom Feinde entdeckte. Die Truppen setzten die Befestigung der eroberten Stellungen fort.
Konstantinopel, 29. Juni. „Tanin" dementiert die Cerüchte, nach denen die Pforte fich an hiesige Botschafter der Mächte gewendet und sie ersucht habe, Friedenverhandlungen einznleiten. Diese Gerüchte seien von Seiten des Feindes und der Türkei bös Gesinnten lanziert, die den Zweck verfolgten, die Türkei zur Fortsetzung des Krieges ohnmächtig hinzustellen. Die Haltung der Pforte sei unverändert und dies jüngst von dem Minister des Aeußern den Botschaftern erwidert worden, die im Laufe des Gespräches mit dem Minister auf einen Artikel des oppositionellen Blattes ,Zfham" hinwiesen, in welchem die Notwendigkeit eines Friedensschlußes betont worden war. Auch die Gerüchte von einem Vermittelungsvorschlag, der sich insbesondere an längere Besprechungen knüpfte, welche vorgestern zwischen den Botschaftern von Frankreich und Rußland und dem Minister des Aeußern stattgefunden haben, werden von dem „Tanin" als unbegründet bezeichnet. Der Minister des Aeußern stehe jedem derartigen Schritte fern.
Rom, 29. Juni. Die „Tribuna" veröffentlicht einen Brief den die Ordenssckrweftern aus Ivrea, die in Smyrna zurückgeblieben sind, an den Minister des Aeußern gerichtet haben. Sie berichten darin, daß der deutsche Konsul sich ihrer und aller Ausgewiesenen mit einem Jnteresi« und einer Rührigkeit angenommen habe, die über jedes Lob erhaben seien.
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Deutsches Reich.
— Die Wahl in Hagenow-Grevesmühle«. Hagenow, 30 Juni. Nach den bis jetzt vorliegenden vorläufigen Zahlen aus allen Bezirken bei der Reichstag-stichwahl vom 28. Juni find für Seminaroberlehrer Sivkovich (fortschrittlich) 9456, Tischlermeister Pauli (konservativ) 7153 Stimmen abgegeben worden.
— Deutsche Lieferungen für Griechenland. Athen, 29. Juni. Die Morgenblätter veröffentlichen die amtliche Mitteilung, daß der Minifterrat auf den Bericht des Marineministers beschloßen habe, .auf der Vulkanwerft zwei Torpedobootszerstörer von 700 Tonnen und einer Geschwindigkeit von 32% Seemeilen und sechs Torpedoboote mit einer Geschwindigkeit von 25 Seemeilen zu be
Aus dem Reiche der Mode.
i Praktische« für die Reis«. Hochsommerkleider.
Berlin, End« Juni.
Obgleich man es bei der bisherigen Kühle eigentlich noch am schönsten und bequemsten daheim hat, beginnt bereits das allgemeine Reisefieber und damit die alljährlich wiederkehrende schwere Sorge über die Reiseaasrüstung. Für eine Frau von Geschmack ist es nötig, auf der Reise stets der Situation entsprechend gekleidet zu sein, ohne deshalb die Eleganz zu verleugnen. Daher hat Frau Mode gesorgt, für alle Arten von Reisen das Zweckentsprechende zu bringen. Ziel der R«ise und persönliche mehr oder weniger bescheidene Bedürfniffe find maßgebend für die Wahl der Reiseausrüsti'.nz. Wcv ohne Ballast in die Ferne schweifen will, begnügt fich mit dem unentbehrlichen Aus- hilfsmittel von Kostüm und diversen Blusen. Auf loser, bequemer Unterkleidung getragen, wählt man ein fußfreies, schick sitzendes Kostüm aus sehr gutem Stoff. Mehrere Blusen in verschiedener Schwere, etwa Flanell, Rohseide, Batist, gestatten es, fich jeder Witterung anzupaffen. Reben diesen Blusen und der nötigen Wäsche, welche am besten in Kombinattons- und Reformbeinkleidern besteht, enthält der Handkoffer Noch eins der leichten, mittelfarbigen Seidenkleider, wie man sie heutzutage in solcher Weiche und Schmiegsamkeit hat, daß sie fast gar keinen Raum beanspruchen. Die erwähnte Ausrüstung findet daher nebst allen tonst noch notwendigen kleinen Toilettenrequisiten sehr bequem in einem >r«r modernen, flachen Blusenkofter aus Vulkanfiber Platz, die so wider
standsfähig und leicht sind, ebenso wie solche aus japanischem Strohmattegeflecht, und die sich auch viel bester zum Packen eignen, als die Handkoffer alten Stils. Ein zweites Stück Handgepäck enthält Schirme, Reiseplaid, Regenhülle und ein kleines Reisekiffen. Niemals nehme man unnützerweise viel Wertsachen, kostbare Schmuckstücke oder dergl. auf Reisen mit. Alleinreisenden Damen, die ja heute ein großes Kontingent des Reisepublikums bilden, sei noch besonders angeraten, das mitzunehmende Geld an mehrere Aufbewahrungsorte zu verteilen, damit ein Verlust stets nur einen Teilbetrag betrifft. Ein rehledernes Brust- beutelchen, eine Tasche in der Unterkleidung, Eürteltäschchen und Kleidertasche können ja etwas aufnehmen. — Wer im übrigen stets elegant gekleidet erscheinen will, ohne durch Extravaganz und großen Aufwand fich in Unkosten zu stürzen, wird die für den Hochsommer besonders betonte, kleidsam« Mode der weißen Kleidung zunutze machen. Weiße Kostüme aus Cheviot oder Serge, Leinen, Pikee oder dem Modestoff Trottee, einer Art rubbligem Bademantelstoff, sind überall am Platz und wirken stets hübsch und vornehm. Rur im Hochgebirge, wo der Temperaturwechsel schroff ist, seh« man von der leichten weißen Kleidung ab. Hier find für größere Eleganz hellfarbige, englische Honespuns bester geeignet Für See- und Luxusbäder herrscht im Hochsommer auf der ganzenLinie das Spitzen- und sogenannte „Lingeriekleid", das übrigens durchaus nicht nut den Begriff des weißen Cstckerei- kleides in sich faßt Zu Lingeriekleidern werden heutzutage alle waschbaren Baumwoll- und Leinenstoffe in duftiger Webart mit Spitzen aller Art verarbeitet, und besonders hübsch find Zusammenstellungen in zwei Farbentönen, E» hat wohl «och nie luxuriösere Ausstattungen von
stellen. Das erste Torpedoboot soll in 7 Monaten geliefert werden. In einem Expose setzt der Marineminister die Gründe für die Bevorzugung der Vulkanwerft gegenüber den anderen Konkurrenzfirmen auseinander. Diese beständen in einer größeren Schnelligkeit, einem größeren Aktienradius und einer schnelleren Lieferung bei fast gleichen Preisen.
— Kongreß für Volks- und Jugendspiele. Heidelberg, 29. Juni. In Gegenwart des Eroßherzogs wurde heute vormittag der 13. Kongreß für Volks- und Jugendspiele in der festlich geschmückten Etadthalle durch seinen ehrwürdigen Vorsttzenden Dr. von Schenckendorf-Eörlitz eröffnet. Nach verschiedenen Begrüßungsansprachen folgten Referate über körperliche Uebungen und Stählungen.
— Fliegereinjährige. Die zum 1. Oktober d. I. sich zum einjährig-freiwilligen Dienst meldenden Privatflieger werden, falls sie den Wunsch aussprechen, im Militärflugwesen verwendet zu werden, bei einem Luftschiffer-Bataillon, nach ihrer Wahl, eingestellt. Nach halbjähriger Dienstzeit dürfen sie, einer miliärischen Nachrichtenstelle zufolge, durch die Eeneralinspektion des Militärverkehrswesens zu der im Herbst neu zu bildenden Fliegertruppe versetzt werden, wo sie später auch zum Reserveoffizier befördert werden können. Von der Einstellung und ersten militärischen Ausbildung von Einjährig-Freiwilligen bei der neuen Fliegertruppe selbst wird also vorläufig noch abgesehen.
— Die Hamburger Univerfitiitssrage. Hamburg, 29. Juni. Behanntlich hatte der Senat im vorigen Herbst eine Universitäts- vorlage ausarbeiten laßen ,die jedoch infolge finanzieller Schwierigkeiten vorläufig zurückgestellt wurde. Wie verlautet, haben fich jetzt Private gefunden, die einen Fonds von angeblich 10 Millionen gestiftet haben, um den Ausbau der bestehenden wißen- fchaftlichen Anstalten zu einer Universität zu ermöglichen. Daraufhin soll der Bürgerschaft demnächst eine neue Vorlage zugehen, in welcher die finanziellen Forderungen wesentlich herabgesetzt sind; mit Rücksicht auf die Kosten soll vorläufig auf eine medizinische Fakultät verzichtet werden.
— Verlust deutschen Bodens an Polen. Stettin, 28. Juni. Die Herrschaft Naßenheide ist den Polen für 4 400 000 Jt einschließlich des Mindestgebots zugefallen, und zwar durch Weitergabe des Objektes durch den Ersteher an die Firma von Drweski Langner (Biedermann), Posen, welche den Besitz auch bereit« übernommen hat.
— Dementi. Berlin, 29. Juni. Die „Augsburger Post" hatte mitgeteilt, daß der Breslauer Fürstbischof Dr. Kopp bei den letzten Wahlen „der konservattven Partei sogar finanziell sehr wirksam unter die Arme gegriffen" habe. Hierzu schreibt die parteiamtliche „Konservative Korrespondenz": An dieser Nachricht ist, wir jeder wirkliche Kenner der Verhältniße es ohne weiteres überschauen kann, natürlich kein Sterbenswort wahr.
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Ausland.
** Born Balkan. Saloniki, 29. Juni. Die Unterhandlungen von Monastir über die Rückkehr der Meuterer sind ergebnislos geblieben. Die Meuterer bestehen darauf, daß die mißliebigen Minister entfernt werden. Der Kriegsminister soll geneigt sein, für den Erlaß eines Jrade betreffend die Amnestie der Meuterer zu wirken, falls die Offiziere versprechen, ihrer politische» Betätigung zu entsagen und an ihre Rückkehr keinerlei Bedingungen knüpfen. — Konstantinopel, 30. Juni. In dem der Kammer unterbreiteten Gesetzentwurf sind wie.gegen Offiziere so auch gegen Unteroffiziere und Soldaten, welche an Versammlungen und Kundgebungen teilnehmen oder politischen Patteien angehören, Strafen vorgesehen.
** Au« dem demokratische« Parteikonvent i« Amerika. Die Abstimmungen im demokratischen Parteikonvent in Baltimore find bisher ergebnislos verlaufen, da keiner der aufgestellten Kandidaten eine Zweidrittelmehrheit auf sich zu vereinigen vermochte« Jedoch machte sich bei der letzten Abstimmung eine Neigung zur gunsten des Kandidaten Bryans bemerkbar, so daß seine Freund« noch an seinen endgültigen Sieg glauben. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden aber noch viele Abstimmungen stattfinden müßen,
kostbaren Spitzen und Stickereien an fiingerietleibern gegeben, roie te diesem Sommer. Alle Schränke wurden ausgekramt, in allen Schubfächern gestöbert und gesucht, ob sich nicht noch irgendwie von Urgroßmutters Zeiten her eine echte Euipiire, ein Spitzenvolant, ein alter handgestictter Einsatz finden laßen wollte. Denn je älter, desto bester lautet die Losung bei diesen kleinen Wunderwerken weiblicher Hand- ferttgkeit. — Praktischer als diese der häufigen Reinigung benötigende« Kleider sind die leichten Seidenkleider aus Ehangeant-Taffet, wie über Haupt auch seidene Iackenkostüme eine große Rolle spielen. Man trägt dazu gern Blusen aus Waschtüll mit langen, engen Aermeln, deren breite Tüllpliffees, sowie der beliebte Robespierrekragen als Garnierung der Jacke zur Geltung kommen. Weiße Batistgarnierungen gehören überhaupt zu allen Toilettengegenständen der eleganten Modedame. Sie schmücken die vielerlei Arten von Jacken, Mänteln und Hüllen, di« langen Reisemäntel, Staubmäntel aus double face ober Taffet und di« diversen Leinenmäntel und Kostümjacken. Der Nachmtttagstoilette gesellt sich der elegante Voile- und Chiffonmantel hinzu, der oft ganz phantastische Formen annimmt. — Sehr luxuriös stattet man jetzt tm Zeitalter der „Bavefteiheit" die Badekostüme cus. Es gibt wahrhaft raffiniert kokette Gebilde aus farbiger Seide oder Seidentrikot mit Robespierrekragen, fescher Eüttelschärpe und hundetterlei Sartafionen von kleidsamen, originellen Kopfbedeckungen. Seidene Strümpfe und Kreuz- bänderschuhe gesellen fich meist dazu. Ein Cape aus farbigem Atlas- gummt, das bcn Vorzug hat, zu wärmen, dient den schönen Nixe» aU Hülle außerhalb des Masters, em allen Anforderungen der Dezenz M«, recht zu werd««, 1