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nach, der «sehr eilig hatte.
(Fortsetzung jolgt.j
jährlich ge-
47. Jahrg. '
1912.
fluch im Sommer ift die Zeitung unentbehrlich
Die Oberhessische Zeitung unterrichtet schnell und genau über alle Ereignisse im Reich und Ausland, Stadt, Umgebung und Provinz und nimmt zu ihnen sofort und selbständig Stellung. Mehrere
Unterhaltungs-Beilagen
»nb ein interessantes Feuilleton ergänzen den Nachrichtenteil bestens. Heber die Reichstags- und Landtagsverhandlungrn wird fortlaufend und ausführlich berichtet, ohne den Stoff der Zeitung dadurch zu beschränken.
Die Oberhesstsche Zeitung steht auf monarchischem Boden und vertritt stets eine nationale Politik. Sie verzichtet darauf, stch in den Dienst irgend einer Partei zu stellen und legt besonderen Wert darauf die Interessen unserer Stadt und engeren hessischen Heimat mit besonderem Nachdrucke wie von jeher zu fördern.
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— Zwei Kaiserparaden. In diesem Jahre finden zum ersten Male zwei Kaiserparaden statt, an denen gleichzeitig zwei Armeekorps beteiligt find, das 12. und 19. Armeekorps am 29. August auf dem Truppenübungsplatz Zeithain, das Eardekorps und 3. Armeekorps am 2. September auf dem Tempelhofer Felde. Die Armeekorps werden hierbei nebeneinander in zwei Treffen, Futz- truppen im ersten Treffen, berittene im zweiten Treffen aufge» teilt; die Frontausdehnung wird ungefähr 3 Kilometer betragen. Zuerst wird das erste, dann das zweite Treffen, dieses von links, abgeritten. Der einmalige Borbeimarsch findet in Regimentskolonnen, Eskadrons- und Abteilungsfronten, von den berittenen Waffen zum Teil im Trabe, statt. Die Parade des 4. Armeekorps, das gleichfalls am diesjährigen Kaisermanöver beteiligt ist, findet am 27. August auf dem Schlachtfelds vön Roßbach statt.
— Die Ernennung des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg zum Gouverneur von Togo wird jetzt veröffentlicht, und zwar tritt die Ernennung am 27. Juli in Kraft. Die Ausreise des Herzogs in das Schutzgebiet wird im Lause des Monats August erfolgen. Der seitherige Gouverneur von Togo, Brückner, tritt wieder in die Kolonial-Zentralverwaltung ein und ist zum Geh. Oberregierungsrat und vortragenden Rat im Reichskolonialamt ernannt worden. Brückner ist übrigens jener Herr, der kurz vor der Reichstagsauflösung 1906 von dem Abg. Roeren mit dem Ausdrucke „so ein grüner Assessor" apostrophiert wurde, weswegen Herr Roeren damals sich zu einem Widerruf und einer Entschuldigung bequemen mußte.
— Ernennung. Berlin, 25. Juni. Geh. Oberregierungsrat Sieveking (Berlin) wurde zum kaiserlichen Ministerialrat im Ministerium für Elsaß-Lothringen ernannt und ihm der Amtsrang der Räte zweiter Klasie rückwirkend vom 3. Oktober 1906 verliehen.
— Der neue russische Botschafter in Berlin. Petersburg, 24. Juni. Der russische Gesandte in Athen Swerbejew ist zum russischen Botschafter in Berlin ernannt worden.
— Der neue Gouverneur von Samoa. Berlin, 25. Juni. Zum Gouverneur von Samoa wurde der seitherige Oberlichter und erste Referent bei dem Gouvernement Geh. Regierungsrat Dr. Schultz ernannt. Der seitherige Gouverneur von Togo, Brückner, tritt wieder in die Kolonial-Zentralverwaltung ein. Er ist zum Geh. Oberregierungsrat und Vortragenden Rat im Reichskolonialamt ernannt worden. — Dr. Schultz, geboren am 8. März 1870, bestand im Mai 1897 die große juristische Staatsprüfung. Ende April 1898 wurde er in den Dienst der Kolnialverwaltung übernommen und nach erfolgter Vorbildung in de: vormaligen Kolonialabteilung, des Auswärtigen Amts anfangs Januar 1899 dem Gouvernement Deutsch-Ostafrika als Bezirksrichter überwiesen. Infolge Erkrankung war er gezwungen, bereits nach kurzer Zeit in die Heimat zurückzukehren, um sich einer Operation zu unterziehen. Rach feiner Wiederherstellung war er bis Ende 1899 bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts I Berlin beschäftigt und dann wieder in die Kolonialabreilung des Auswärtigen Amts einberufen worden. Anfang August 1901 erfolgte seine Entsendung als kom- misiarischer Referent und Bezirksrichter nach Samoa. Am 1. April 1903 wurde er etatsmäßig angestellt und am 17. Juli 1904 zum Oberrichter mit Wirkung vom 1. April 1910 zugleich zum ersten Referenten des Gouvernements Samoa ernannt. Unter dem 16. Dezember 1911 wurde ihm der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen.
— Eine Schwenkung im Deutschen Luftflotten-Berein. Berlin, 25. Juni. Am Sonnabend, den 22. Juni, fand in Berlin unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Basiermann eine Aus-
fertig war, er wollte rasch davonspringen, doch der Großvater erwischte einen Zipfel seines blauen Matrosenkleidchens, hob ihn auf die Knie, und preßte ihn in wortloser Erregung an sich. Dem Kleinen schien das nicht besonders zu behagen, denn er strebte mit Händen und Füßen darnach, sich frei zu machen. Als ihm das nicht gelang, verzog er den Mund zum Weinen. Der alte Herr stellte ihn auf den Boden, da lachte der kleine Schelm und rief: „Großpapa, fang mich doch!"
Dann lief er jauchzend tiefer in den Park hinein.
Als die Wogen der Erregung sich etwas gelegt hatten, nahm Frau von Bredersdorff Grete bei der Hand und zog sie neben sich auf die Bank.
„Siehst du, Hans," begann sie, „meiner lieben Freundin hier habe ich viel zu danken. Sie hat es verstanden, mich aufzubeitern, mich zu trösten und zu unterhalten, mit einem Wort, sie war der gute Geist unseres Hauses. Geduldig hörte sie meine Klagen an, geduldig kam sie immer wieder zu mir, obwohl sie nichts als Jammer zu hören bekam. Ich konnte sie zuletzt garnicht mehr missen, und hätte sie am liebsten ganz hier behalten."
Hans streckte dem errötenden Mädchen die Hand entgegen.
„Ich danke Ihnen für das, was sie meiner Mutter getan haben, aber," wandte er sich an die lächelnde alte Dame, „weshalb nahmst du das Fräulein nicht ganz in dein Haus?"
„Ach, das wollte ich ja so gerne, aber Margarete hat eine Mutter, die ihrer bedarf, und diesem Grunde mußte ich mich fügen."
„Dann hättest du die Mutter auch hierher kommen lassen sollen," lächelte Hans.
„Das geht leider nicht, mein Sohn."
Trete senkte den Kopf, sie dachte an den Vater, da kam der Kleine wieder herbeigelaufen und brachte der Großmutter beide Händchen voll Blumen. Sie hob ihn auf ihren Schoß, st..ichelte die goldenen Löckchen aus der heißen Stirn und fragte heiter: Magst du immer bei Großmutter bteiien?“ *
Das Kind nickte eifrig, strebt« aber doch wieder, auf den Boden zu kommen. .
„Da lauf nur, lauf," lachte sie vergnügt, und schaute dem Klemen
„Oberhesstsche Zeitung"
die mit ihrer nachweislich ständig wachsenden Auflage zugleich das zugkräftigste Insertionsorgan ist.
Die Oberhesfische Zeitung mit dem Krrisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und der landwirtschaftlichen, sowie den beiden Unterhaltungsbeilagen kostet vierteljährlich bei den Agenturen 2 <M., durch die Post bezogen (ohne Bestellgeld) 2.25 M.
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Herr von Bredersdorff war tief erschüttert. In seinen Augen leuchtete es, Tränen rannen ihm in den langen Bart. Immer wieder drückte er die*Hand seiner G. ttin. So saßen sie da und warteten der Dinge, die da kommen sollten. Der warme Sommerwind trug ganze Wolken süßen, berauschenden Duftes von den blühenden Fliederbüschen herüber, Schmetterlinge gaukelten lautlos von Blume zur Blume, in der Nähe sang eine Amsel, alles schien so heiter, so festlich gestimmt. Und die drei Menschen, die da vor Erregung stumm beisammen saßen und auf jeden Ton. auf jeden Laut horchten, empfanden kaum die Schönheit dieses wundersamen Sommertages.
In die tiefe Stille hinein erklang plötzlich das Rollen eines heran- nahenden Wagens. Frau v. Bredersdorff wollte sich erheben, dem Ankommenden entgegenzugehen, doch da verließ sie die Kraft. Sie zitterte so heftig, daß sie sich nicht auf den Füßen halten konnte. Grete eilte den Weg hinauf, da kam Hans schon eilig daher, das Kind trippelte etwas ängstlich neben ihm. Der Junge machte große Augen, als Grete ihn an der Hand nahm, doch ließ er es willig geschehen.
„Wie steht es?" fragte Hans von Bredersdorff heiser vor Erregung. Grete deutete ihm die Richtung an, die er einschlagen mußte.
„Gehen Sie, man erwartet Sie mit Ungeduld!"
Er stürzte davon, das junge Mädchen folgte langsamer mit dem Kind, das sich wie ein scheues Bögelchen anschmiegte.
Dann durchdrang ein jubelnder Schrei die Stille: „Hans, mein Hans, - du bist da!"
Zwischen Lachen und Weinen hielten sie sich umschlungen, die sich so lange hatten entbehren müffen.
Dann saß der Heimgekehrte zwischen Vater und Mutter. Seine Augen leuchteten in frohem reinem Glück. Er winkte Grete näher zu kommen und rief seinem Jungen zu: „Siehst du, das ist nun Großpapa und Großmama von denen ich dir so oft erzählt« und was sollst du beim sagen?"
Der Kleine schaute wie stch besinnenb von einem zum andern, dann schlug er die dicken Patschhändchen zusammen und stammelte: „Lieber Großpapa und Großmama, Ihr sollt dem Papa verzeihen, bitte, bitt«, seid nicht mehr böse, er hat Euch ja so lieb und ich auch"!
Der klein« K«rl war augenscheinlich sehr froh, als et mit feiner Äebt
von ihm von
Rundschau.
Zur Verhaftung des ruffischen Eardeoffiziers Kostewitfch als Spion werden noch folgende weitere Einzelheiten gemeldet: „Der Verhaftete hatte heute sein erstes längeres Verhör vor dem Untersuchungsrichter zu bestehen. Er leugnet jede Schuld und will durchaus keine Spionage getrieben haben. Das sei auch ganz unmöglich, da er ganz offiziell nach Berlin abkommandiert sei und sich überall, nicht nur in der ruffischen Botschaft und im ruffischen Generalkonsulat sowie bei dem ruffifchen Militärattachee gemeldet, sondern auch im Auswärtigen Amte, im Kriegsministerium und allen zuständigen deutschen Stellen seine Antrittsvisite gemacht habe. Er sei, wie et in seinem Verhör betonte, unter seinem richtigen Namen nach Berlin abgereift und hier abgestiegen. Irgendwelche Beziehungen, die den Zweck hätten, Spionage zu treiben, habe et weder gesucht noch gefunden. Nach dem Verhör wurde dem Militärattachee bei der hiesigen ruffischen Botschaft Obersten von Basarow, sowie der Frau des Inhaftierten gestattet, diesen im Untersuchungsgefängnis zu besuchen. Frau Kostewitfch hat ferner die generelle Erlaubnis erhaben, ihren Gatten feden Tag mindestens einmal aufzusuchen. Von der ruffischen Botschaft, dem Generalkonsul sowie dem Militärattachee sind sofort alle Maßregeln getroffen, um die Freilassung des Hauptmanns Kostewitsch zu erlangen. Die Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amt dauern noch an. Die beteiligten ruffischen Kreise glauben, daß der Verhaftete sich keiner Spionage schuldig gemacht hat und daß möglicherweise ein Mißverständnis vorliegt." Ein Berliner Abendblatt will sogar wiffen, daß das Beweismaterial, das gegen den Verhafteten zusammengetragen worden ist, in seiner anfänglich iiber- ttiebenen Form erheblich zusammengeschmolzen sei und nur noch unwesentliche Punkte übrig bleiben, die der Aufklärung bedürfen. Die Haftentlaffung liege im Bereiche der Wahrscheinlichkeit.»
Di« Sozialdemokratie als Vertreter der Arbeiter!
In einem trefflichen Artikel schreiben die „Berl. Pol. Nacht.": „Die deutschen Arbeiter geht es an! Die deutschen Arbeiter werden sich die Namen des deutschen Sozialdemokraten Thomas und des englischen Sozialdemokraten Irving merken müffen, denn diese beiden Vertreter der
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen' ..Nach Feierabend". ..Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
t Nachdr. verboten.
Das Haus am Nixensee.
r j ® 7fi Original-Roman von Irene v. Hellmuth. 1 _
8g (Fortsetzung.)
Die alte Dame hielt Gretes Handgelenk mit festem Druck umspannt. Ihre Augen hingen brennend an den Lippen des jungen Mädchens, ihre feinen Nasenflügel bebten.
, 3)u weiftt etwas von — meinem Sochn, meinem jungen. stieß "sie zitternd hervor. ,
„Ja, von ihm - er, - er ist da, ich habe ihn gesehen und gesprochen, und er läßt fragen durch mich, ob er kommen darf?"
Frau von Bredersdorff hatte beide Hände vor das Gesicht geschlagen, »wischen den feinen Fingern rannen dicke Tränen hervor.
Die Nachricht überwältigte sie fast. Doch es dauerte nicht lange. Mit jugendlicher Lebhaftigkeit sprang st« auf und rief mit leuchtenden Augen: „Er ist da, mein Eytt, ich danke dir, er ist da, ist es auch gewiß ro°^,3o. ganz gewiß, und er bringt feinen Sohn mit, Ihren Enkel!"
Die alte Dame war wieder auf die Bank gesunken.
„Er hat ein Kind? Einen Sohn? Und bringt ihn? sagst du?
; "ja, er wird bald da sein!"
„Und — feine Frau?"
Ein tiefer Atemzug hob die Brust der alten Dame. Dann rief sie Martin, der eben vorüberging.
Bitte, holen Sie doch sogleich meinen Mann hierher! Denken tote nur,'Martin, mein Sohn, mein Hans ist zurückgekehrt, er kommt schon bald und einen Sohn hat er und bringt ihn mit!“
Martin stand erst sprachlos vor Ueberraschung, dann schlug er die Hände zusammen, und eilte davon. Bald darauf kam er mit Herrn von Bredersdorff, dem er bereits unterwegs die freudige Nachricht mitgeteilt hatte In wortlosem Jubel hielten die Gatten sich umschlungen. Keines sprach ein Wort. Dann saßen sie Hand in Hand und warteten. Grete erzählte wortgetreu alles, was sie wußte, ,
revolutionären Bewegung haben, was begreiflicherweise nach Möglichkeit vermieden wird, offen ausgesprochen, daß es eine glatte Unwahrheit ist, wenn die Sozialdemokraten behaupten, sie wären Arbeitervertteter und wollten die Intereffen der Arbeiter wahrnehmen. Der sozialdemokratische Arbeitersekretär Thomas (Heidelberg) hat, so berichtet das Organ der christlich organisierten Bergarbeiter, „Der Bergknappe", am 4. Mai d. I. in einer christlichen Gewerkschaftsversammlung in Mosbach (Baden), in der über den letzten Bergarbeiterstreik gesprochen wurde, wöttllch gesagt: „Der Redner der christlichen Eewerkveretne hat uns zum Vorwurf gemacht, daß die fozialdemokrattschen Gewerkschaften auf das Wirtschaftsleben keine Rücksicht genommen hätten und die Industrie schädigten. Da kann ich nur sagen: „Jawohl, wir wollen die Industrie schädigen, weil wir nur fo unser Ziel zu erreichen vermöge n." Noch deutlicher, sofern es möglich ist, hat der englische Sozialdemokrat Irving zugestanden, daß die Sozialdemokratie nicht daran denkt, der Arbeiterinteressen sich anzunehmen, daß ihr Kampf um die politische Macht über alles geht und daß sie entschloffen ist, diesem ihrem einzigen Ziele auch das Wohlergehen der Arbeiter unbedenklich zu opfern. Der englische Sozialdemokrat Irving hat auf der Tagung der bllttschen sozialistischen Partei in Manchester, Ende Mai d. I., dem Bericht des „Vorwäts" zufolge, wörtlich erklärt: „Ich bin nicht um das Wohlergehen der Arbeiterpartei besorgt, sondern um den Vorteil unserer eigenen Partei". Es wird sich empfehlen, diese beiden Aussprüche in der Erinnerung zu behalten, damit auf sie Bezug genommen werden kann, wenn die parlamentarischen Mitglieder der sozialdemokratischen Partei wieder einmal behaupten sollten, sie wären Vertreter der Arbeiter oder gar, wie man es so oft gehört hat, sie wären die „einzig wahren" Arbeitervertreter. Die Sozialdemokraten Thomas und Irving haben durch ihre Aeußerungen bestätigt, was für jeden, der das Wesen der internationalen Sozialdemokratie und ihre Endziele kennt, längst feststeht: daß nämlich die Arbeitermassen dazu benutzt werden sollen, den politischen Machtkampf zugunsten der revolutionären Partei auszufechten, die Vernichtung des auf den Grundlagen des Rechts und der sittlichen Ordnung ruhenden nationalen Staatsgebäudes herbeiführen zu helfen und so den Boden zu unterhöhlen, auf dem sie selbst stehen, ihre eigene Existenz und Existenzmöglichkeit zu untergraben.
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Deutsches Reich.
— Vom Kaiser. Kiel, 25. Juni. Der Kaiser machte heute vormittag einen Besuch auf dem von der Hamburg-Amerika-Linie angekauften dänischen Motorschiff „Fionia", das zum Zwecke der Besichtigung durch den Kaiser auf 1 Stunde in See ging. Der Kaiser besichtigte eingehend die Maschinenanlagen und ließ sich verschiedene Maschinenmanövcr vorfiihren. Unterwegs wurden auch die geschmackvollen Räume der ersten Kajüte einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Er nahm im Speiscsaal eine Erfrischung zu sich und begab sich sodann aus die Kommandobrücke, von wo aus er das Einlaufen und die Ankermanöver des Schiffes beobachtete. Der Kaiser Ifejj sich von den Herren der Hamburg-Amerika-Linie und den dänischen Herren die nötigen Erklärungen geben und verlieh bei dieser Gelegenheit dem Etatsrat Andersen und dem Admiral Richelieu seine Photographie, dem Direktor Knudsen den Roten Adlerorden zweiter Klaffe sowie dem Kapitän Hansen den Roten Adlerorden vierter Klaffe. Später machte der Kaiser einen Besuch auf dem Dampfer des Norddeutschen Lloyds „Bremen". Vor der Tafel empfing der Kaiser die Flieger Ingenieur Hirth und Leutnant Schöller und unterhielt sich längere Zeit mit Hirth. Er überreichte Hirth und Schöller perfönlich den Kronenorden vierter Klaffe. — Während des Festessens des Kaiserlichen Jachtklubs in Kiel übergab der Kommodore Theodor Pim vom Royal Thames Jachtklub dem Kaiser mit einer herzlichen Ansprache die Nachbildung des Pokals, der seinerzeit vom Herzog v. Cumberland gestiftet wurde und der ausgesegelt werden sollte, an den Wettfahr-
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Marvurg
Donnerstag, 27. Juni
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