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1912

Er«es Blatt

auf die

Marburg

Mittwoch, 26. Juni

^Oberhessische Zeitung"

die mit ihrer nachweislich ständig wachsenden Auflage zugleich das zug- kräftigste Insertionsorgan ist.

Die Oberhessische Zeitung mit dem Kreisblatt für die Kreise Mar- bürg und Kirchhain und der landwirtschaftlichen, sowie den beiden Unter. Haltungsbeilagen kostet vierteljährlich bet den Agenturen 2 <*., durch ' die Post bezogen (ohne Bestellgeld) 2.25 M.

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des gesamten Parteigefüges, und zwar müßten diese Folgen um so sicherer eintreten, al» der Altnationalliberale Reichsverband naturge­mäß, um seine Existenzberechtigung zu erweisen, den Kampf gegen alle seine Auffasiung nicht teilenden Parteirichtungen auf sein« Fahne schreiben müsse. Gegenteilige Ansichten seien auch innerhalb der gegen­wärtigen Parteiorganisation zum Ausdruck zu bringen. Diese Er­klärung vertritt den sehr richtigen Standpunkt, daß bei dem Auseinan­derziehen der Partei nach links und rechts die Partei selbst Schaden leiden muß. Und das ist freilich für jeden zu bedauern, der die Not- Wendigkeit einer starken nationalen Mittelpartei anerkennt. Aber jeder unbefangen Urteilende muß doch zugeben, daß es die jungliberale Son­derorganisation war, die zuerst den Keim der Zwietracht säte mit ihrem Bestreben, den mittelparteilichen Charakter der Partei zu verwischen und sie nach der radikalen Seite zu drängen. Ob eine Abwehr dieser Bestrebungen nicht gerade im Interesie der Partei selbst liegt? Die Geschichte der nattonalliberalrn Partei der 80er Jahre während der Schutzzollkämpse ist hier besonders lehrreich. Die Kämpfe der ver­schiedenen Richtungen sollen innerhalb der Partei ausgefochten werden. Freundlich« Hilfe von links oder rechts darf sie sich mit Recht verbitten.

DerRheinisch-Westfälischen Zeitung- zufolge, kommt die in- nere Krisis der nationalliberalen Eesamtpartei auch darin »um Aus- druck, daß die nationalliberale Wahlkreisorganisation Bochum-Gelsen- kirchen-Hattingen-Herne-Witten, wegen künftigen Wegfalls der bishert- gen Unterstützung aus Jndustriekreifen, ihre Parteibureau- in Herne, Hattingen, Witten, Wattenscheid und Wanne mit dem 1. Juli eingehen läßt. Den 6 Parteisekretären, von welchen 5 au« dem Arbeiterstande hervorgegangen sind, war am 1. April die vertragliche vierteljährliche Kündigung zugestellt worden. Dem Generalsekretär des Wahlkreises, Schack, in Bochum ist auf 1. April 1918 gekündigt.

Di« Bedingungen für ein« europäische Friedenskonferenz.

Ueber die Bedingungen für eine europäisch« Friedenskonferenz, durch die der italienisch-türkische Streit Leigelegt werden könnte, wer- den der KorrespondenzHeer und Politik" von unterrichteter diplo- matischer Seite folgende Mitteilungen gemacht, die den augenbltck- lichen Stand der Dinge umschreiben: In erster Reihe muß eine Grund­lage geschaffen sein, auf der eine Verständigung zwischen Italien und der Türkei möglich ist. Erst dann ist di« Grundbedingung für den Zu­sammentritt einer Konferenz gegeben, di« einen endgültigen Beschluß über die Verständigung fassen könnte. (E» muß aber festgestellt werden, daß dies« Verständigung zwischen Italien und d« Türkei bisher noch nicht erfolgt ist. Da also die Grundlage für «ine europäische Kon- ftrenz fehlt, so find auch die französischen Nachttchten von dem be­stimmten Zusammentteten der Konferenz unrichttg. Eine zweite Haupt­bedingung für die Friedenskonferenz ist die Möglichkeit einer Regelung der Angelegenheit der von den Italienern besetzten Inseln im Aegäi- schen Meere. Diese Regelung wird bei der Verständigung zwischen Italien und der Türkei ein« wichtige Rolle spielen. Nun kommt da­zu, daß die Kriegskosten Italiens täglich wachsen. Die Anforderun­gen Italiens durch den Abschluß des Fttedens werden demgemäß natür­lich immer höher, so daß die Aussichten auf ein« Verständigung augen­blicklich nicht besonders günstig zu nennen sind, denn auch die Türkei beansprucht naturgemäß günsttge Bedingungen. Während früher die italienische Regierung sich bereit erklärt hatte, für die Annexion von Tripolis an die Türkei eine größere Eeldentschädiaung zu zahlen, fällt heute diese Bereitwilligkeit fort. Italien spricht jetzt nicht mehr von einer Eeldentschädigung, sondern beabfichttgt im Höchstfälle die In­seln im Aegäischen Meere herauszugeben, die jetzt von italienischen Truppen besetzt find, bis auf eine, nämlich Rhodos. Di« Verstän­digung soll nur auf dieser Grundlage gefunden werden, und man wird begreifen, daß die Türkei wenig Neigung zeigt. Aber noch andere Schwierigkeiten ergeben sich durch di« Aegäischen Inseln von den griechischen Bewohnern. Die Bewohner der Inseln verlangen mämlich bei Abschluß des Friedens einen gewisien Grad von Unabhängigkeit. Es sind also genügend Schwierigkeiten vorhanden, die erst vor dem Zusammentritt einer Friedenskonferenz beseitigt werden müssen, da ihr« Beseitigung die unerläßlichen Grundbedingungen für den Zusammen- tritt der Konferenz bilden. Es läßt sich also noch nicht der Zeitpuntt übersehen, wenn die Konferenz zustande kommen kann. E- ist dabei nicht als ausgeschlosien zu bettachten, daß die Schwierigkeiten schnel­ler behoben werden, als man nach Lage der Dinge erwarten könnt«.

fluch im Sommer ift die Zeitung unentbehrlich

Die Oberhessische Zeitung unterrichtet schnell und genau über alle Ereignisse im Reich und Ausland, Stadt, Umgebung und Provinz und nimmt z« ihnen sofort und selbständig Stellung. Mehrere

Unterhaltungs-Beilagen

und ein interesiantes Feuilleton ergänzen den Nachrichtenteil bestens. , Ueber die Reichstags- und Landtagsverhandlungen wird fortlaufend und ausführlich berichtet, ohne den Stoff der Zeitung dadurch zu beschränken.

Die Oberhesfische Zeitung steht auf monarchischem Boden und ver- tritt stets eine nationale Politik. Sie verzichtet darauf, sich in den Dienst irgend einer Partei zu stellen und legt besonderen Wert ; darauf die Interessen unserer Stadt und engeren hessischen Heimat mit besonderem Nachdrucke wie von jeher zu fördern.

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Rundschau.

, Di«Partei des Elchhirsches".

In den Vereinigten Staaten ist es üblich, die einzelnen gro­ßen Parteien mit Tiernamen zu belegen. So führt die berühmte Tammarypartei, gegen die Roosevelt einst aufs schärfste vorging, den NamenTiger". Die Republikaner werden unter der Benen­nungElefant" und dieDemokraten" unter dem NamenDer Maulesel" zusammengefaßt. Roosevelt hat nach seiner Trennung von den Republikanern für sich und seine Anhänger das Symbol desBull Moose", des Elchhirsches gewählt. Der offizielle Titel der Partei soll nach Roosevelts Wunschrepublikanisch fortschritt­liche Partei" lauten und das MottoDu sollst nicht stehlen" tra­gen. Die Tendenz dieses Mottos richtet sich naturgemäß vor allem gegen Taft und die Republikaner, durch die Roosevelt jetzt seine Niederlage erlitten hat. Sowohl die Partei als der jetzige Präsi­dent haben Roosevelt bitter enttäuscht. Als er vor nunmehr vier Jahren die Präsidentschaft niederlegte, glaubte er sich den Posten für die Zukunft am besten sichern zu können, wenn er diesen seinem im wahrsten Sinne des Wortes dicken Freunde Taft über­ließ. Voll guter Hoffnungen verließ er die Vereinigten Staaten, um im dunklen Afrika Jagdzüge zu unternehmen. Bei seiner Rückkehr, die einem Reklamezug verzweifelt ähnlich sah, besuchte er die Hauptstädte Europas und ihre Souveräne, hielt lange pathe­tische Reden, die dem Volke bei dem er sich gerade befand schmei­cheln sollten, die aber anderwärts oft als recht taktlos empfunden wurden. In Amerika nun mußte er die Erfahrung machen, daß der Freund, dem er den Präsidentenposten vertrauensvoll über­lassen hatte nicht gewillt war, jetzt auf ihn zu verzichten. Er war sein Gegner geworden und nun galt es für Roosevelt den einstigen Freund aufs schwerste zu bekämpfen um wieder in den Besitz der höchsten amerikanischen Würde zu gelangen. Ein amerikanischer Diplomat hat, nach denL. N. N.", die Situation einleuchtend, wenn auch wenig schmeichelhaft, folgendermaßen gekennzeichnet: Roosevelt, der Rauhreiter und Cowboy, ist trotz aller seiner Miß­erfolge der Liebling der gesamten republikanischen Partei, er ist unbestrittender größte Amerikaner". Das Geheimnis der wilden Agitation gegen ihn liegt in dem bitteren, scharfen Worte: Kor­ruption. Nicht nur, daß der Dollar der Gott der Neger und der übrigen Professionalpolitiker ist, vor allem würde nach den Leiden­schaften des Wahlkampfes zwischen Taft und Roosevelt ein Sieg Teddys das Ende der Macht bedeuten für alle in Amt und Wür­den befindlichen Staatsbeamte bis zum Konsulatsdiener herunter, die sich auf einen mindestens achtjährigenTurn" Tafts einge­richtet haben. Man wird Präsident von Amerika mehr noch als durch Bestechung durch Versprechung. Man macht Taft zum Vor­wurf, daß er sich von den Trusts hat einwickeln lasten. Milliarden an Spekulationen kleben jetzt an seinen Spuren. Da hat man die eigentliche Wurzel der Zähigkeit, mit der die Professionals an ihm und seiner Kontinuität hängen. Für uns ist das der sehr lehr­reiche Beweis, daß auch dasfreiheitlichste Land" nicht davor ge- schützt ist, zugleich das korrupteste zu sein.

Aus der nationalliberalen Partei.

Daß durch die große Vertreterversammlung in Berlin der Friede in der nationalliberalen Pattei nicht hergestellt worden ist, wußte man seit Gründung des altnationalliberalcn Reichsverbandes. Allmählich aber scheinen sich die Gegensätze zu vettiefen. Die Iungliberalen sind von dieser Gründung natürlich sehr wenig erbaut. Infolgedessen hat «ine Reih« jungliberaler Führer einen Aufruf erlasten, der die natio­nalliberalen Organisationen dringend vor Unterstützung des altnatto- yalliberalen Verbandes warnt. Sie sehen in diesem eine Zersplitterung tzer Kräst«, eine Schwächung der Stoßkraft, eine unheilvolle Lockerung

Italien und die Türkei.

Konstantinopel, 24. Juni. WieIkthiham" er­fährt, leiteten die Mächte einen Meinungsaus­tausch ein, um schlüssig zu werden, ob dem italie­nisch-türkischen Kriege durch eine Konferenz oder einen Kollektivschritt ein Ende gemacht werden solle.

Konstantinopel, 24. Juni. Vlättermeldungen zufolge hatteder hier eingetroffene Kommandant der Dardanellenflotte gestern mit dem Staatsselretär im Marineministerium Rustem- Pascha und dem Marineresormer Admiral Lympus Besprechungen über die Verteidigung der Dardanellen.

Rom, 24. Juin. Die Agenzia Stefan! meldet aus Busceifa vom 23. Juni: Heute morgen unternahm eine Eskadron Kaval­lerie eine Rekognoszierung östlich von Marabut-Sidi-Busceifa mit dem Auftrag, die Telegraphenlinie von Syrte nach Mescrata zu unterbrechen. Sie löste die Aufgabe vollständig, durchschnitt die Linie an zwei Punkten und zerstörte sie eine große Strecke.

R o m, 24. Juni.Popolo Romano" kommt in seinem heuti­gen Leitartikel auf das Annexionsdekret zurück. Man hat den Glauben erwecken wollen, daß bezüglich der Souveränität über Libyen nur Eiolittt unversöhnlich sei. Vor der Proklamierung der Souveränität konnte über die Opportunität Meinungsverschieden­heit herrschen. Heute gibt es keinen Italiener, der eine Konzession in diesem Punkt nicht für eine Feigheit hielt« nach den Opfern an Blut, ganz abgesehen von den Eeldopfern. Keine Regierung ist in Italien mehr möglich, dt« tu der Frage der vollen Souveränität zurückweicht. . . . ..., h-j .

Ausland.

** Marokko. Paris, 24. Juni. Aus Fez wird gemeldet: Gene­ral Eourand hat vorgestern den Wadi-Jnaun überschritten, um die dort befindlichen Ansammlungen der Hazanaz zu zerstreuen. Nach heftigem Widerstand wurden diese auseinandergetrieben. Die Franzosen hatten 2 Tote und 13 Verwundete, darunter 2 Offiziere. Wie aus Fez unterm 23. Juni gemeldet wird, ist General Dalbiez in der Nacht vom 21. zum 22. Juni im Lager von Jfran Eidi Abd es Salam von den aufständischen Beni Mtir, Ait, Jusfi und Tse Trüschen angegriffen worden. Dalbiez machte einen glänzenden Ausfall und warf die Feinde zurück. Die Franzosen hatten 4 Tote und 6 Verwundete. !

** Feldmarschall White f. London, 24. Juni. Feld Marschall, Georg White, der Verteidiger von Ladysmith, ist gestorb-n. 4

Deutsches Reich.

verliehen. Berlin, 24. Juni. Der Kaiser verlieh General­major Hildemann, Chef des Stabes der Eeneralinspektion des Ingenieur- und Pionierkorps und der Festungen den Kronen­orden zweiter Klaste.

Bestätigung Wermuths. Berlin, 24. Juni. Der König be­stätigte durch Erlaß vom 19. Juni Wermuth zum ersten Bürger­meister von Berlin unter gleichzeitiger Verleihung des Titel» Oberbürgermeister.

Di« Nordlandreise des Kaisers verschoben. Kiel, 24. Juni. Die Nordlandreise des Kaisers ist vorläufig bis mindestens 10. Juli verschoben worden.

Der Reichskanzler. Berlin, 24. Juni. Der Reichskanzler benutzte seinen Aufenthalt in Kiel zu verschiedenen Besichtigungen. Er nahm u. a. an einer llnterseebootfahrt teil und besuchte auf der Durchfahrt durch den Nordostseekanal die Erweiterungshauten, namentlich in Rendsburg sowie zuletzt in Brunsbüttelkog, wo er . insbesondere für die neu angelegten Beamten- und Arbeiterwohn- Häuser lebhaftes Interesie zeigte.

Aus de« Reichsanzeiger. Berlin, 24. Juni. DerReichs­anzeiger" veröffentlicht das Gesetz bbetreffend die Aenderung des Strafgesetzbuches.

Der bayerische Jesuitenerlaß. Eine Meldung desBayer. Kur.", wonach die Annahme, der bayerische Jesuitenerlaß sei bi» zur Entscheidung des Bundesrats suspendiert, durchaus unrichtig sei, wird jetzt offiziös dementiert. DieKorrespondenz Hoffmann* in München ist zu folgender Erklärung ermächtigt:Nachdem die bayerische Regierung den Bundesrat angerufen hat, ist es selbst­verständlich, daß es bis zu besten Entscheidung bei dem früheren Verfahren in Bayern verbleiben wird, wie dies im Reichstag durch den Herrn Reichskanzler zugesichert worden ist."

Ein russischer Offizier als Spion in Berlin verhaftet? Nach einer Meldung desLok.-Anz." soll nach langwierigen, äußerst ge- heim angestellten Nachforschungen Sonnabend nachmittag die poli­tische Polizei in der Reichshauptstadt eine Austehen erregende Ver­haftung vorgenommen haben. Das Blatt berichtet: Der aktiv« Hauptmann Kostewitsch von der russischen Armee, der vor einigen Wochen, um seine Bemühungen unauffälliger anstellen zu können, in Begleitung seiner Frau nach Berlin gekommen und hier in einem vornehmen Familienpensionat abgestiegen war, wurde Sonnabend nachmittag in seiner Pension unter dem dringenden Verdacht der Spionage festgenommen. Auch seine Frau mußte den Beamten nach dem Präsidium folgen. Dort stellte man jedoch fest, daß Frau Kostewitsch nichts von dem Treiben ihres Mannes wußte, und setzt« sie wieder auf freien Fuß, während Kostewitsch, der der vollendeten Spionage überführt erscheint, in Haft behalten wurde. In dieser Angelegenheit sind noch zahlreiche andere Spione verwickelt, von denen einige bereits hinter Schloß und Riegel sitzen; andere konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Um im Mobilmachungsfalle den unterstützungsberechtigten Angehörigen der ins Feld rückenden Mannschaften des Beurlaub­tenstandes die erforderliche Unterstützung in möglichst kurzer Zeit gewähren zu können, werden im Bereiche der Landwehr-Inspektion Berlin vom 1. April 1913 ab die Kriegsbeorderungen mit einem abtrennbaren Abschnitt versehen, auf dem die Unterstützungsbe­rechtigung zum Ausdruck gebracht ist. Der Truppenteil versteht nach dem Eintreffen des Mannes diesen Abschnitt mit dem Datum und Stempel und händigt ihn dem Manne wieder ein, der den Abschnitt dann an die Unterstützungsberechtigte zurückzusenden hat. Im Bereiche der Landwehr-Inspektion werden an 100 000 Mann zu den Fahnen einberufen, von denen 60 bis 70 v. H. ver­heiratet sein dürften. 9

Fortlaufende Tagesstunden. Vom 1. Juli 1912 ab werden die französischen Postanstalten die Stunden des Tages fortlaufend von 0 bis 24 zählen. Bekanntlich schweben in den Handelskreisen Deutschlands ebenfalls Erwägungen betreffend die Einführung der fortlaufenden Tagesstunden. Eine Anzahl Handelskammern haben sich bereits zugunsten dieser Neuordnung ausoesnrochen.

Spionage. Leipzig, 24. Juni. Das Reichsgericht verur­teilte den Ingenieur Kaufmann Wilhelm Lichtenberger aus Mannheim wegen versuchten Verrats militärischer Eeheimnist» zu vier Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Es ist erwiesen, daß der Angeklagte ver­suchte, sich von Soldaten ein Schrapnell neuester Konstruktion zu verschaffen, um sie einer fremden Macht zu verraten.

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