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1912

Erstes Blatt

t.

18 des Urheberrecht- nur mit Hot i

Marvurq

Sonnabend, 22. Juni

Ausland.

* * Segen die Bevölkerungsabnahme. Paris, 20. Juni. Meh­rere radikale Deputierte beschlossen zum Budaetgesetz einen Zusatz­antrag einzubringen, wonach behufs Bekämpfung der Bevölke­rungsabnahme jedes Familienoberhaupt, das mehr als 3 Kinder unter 13 Jahren zu versorgen hat, für jedes weitere Kind eine monatliche Unterstützung von 6 Franks erhalten soll.

* * Die französisch-spanischen Verhandlungen. Madrid, 20. Juni. Ministerpräsident Tanalejas gab heute im Ministerrat einen Ueberblick über die französisch-spanischen Verhandlungen. Beim Verlassen des Ministerrats erklärte et einem Bericht­erstatter, die Regierung werde die Besprechungen nicht verzögern. Ein Abbruch wäre ungerechtfertigt.

* * Taft und Roosevelt. Chicago, 20. Juni. Die Wahlprll- fungskommisston des republikanischen Nationalkonvents erwählte gestern spät den Taftanhänger gegen den Rooseveltanhänger mit 30 gegen 18 Stimmen zum Präsidenten. Im Laufe des Abends verließen die Anhänger Roosevelts protestierend die Kommission, da die Wortfreiheit unterdrückt wurde. Sie kehrten später zurück, um jedoch in Kürze endgiltig die Beratungen zu verlassen, da sie auf ihr Ersuchen, die Wahl aller angefochtenen Delegaten nach- zuprüfen, keine befriedigende Zusicherung erhielten.

* * China. Zizikar, 20. Juni. Unter den hiesigen Mandschus wird park für den Abfall von China agitiert. Rußland soll er­

* Verleihung. Dem Eisenbahnlokomotivführer a. D. Adolf Jürgens hier wurde das Verdienstkreuz in Silber verliehen.

s. Erabenfest. Die Erlengrabengcsellschaft beabsichtigt, am 6. und 7. Juli d. I. wieder ihr Erabenfest abzuhalten. Mit dem Aufschlagen der Hallen hat man bereits begonnen. Verschiedene Besprechungen über die Abhaltung des Festes haben unter der Leitung des Vorsitzenden der Gesellschaft, Herrn Stadtrat Hecker, und der Teilnahme verschiedener Mitglieder stattgefunden. In diesem Jahre ist die Feier für die Gesellschaft von besonderer Be­deutung; sind doch jetzt 100 Jahre verflossen, daß den Weiden­häuserErabenherren" ihr Grundstück durch königliche Verord­nung endgiltig als Besitztum zugesprochen worden ist. Die Feier des diesjährigen Erabenfestes ist die erste, welche in der auf dem Festplatz errichteten Festhalle stattfindet, und man vermutet, daß zugleich die Einweihung derselben erfolgen wird. Es dürfte dem­nach eine doppelte Festfeier zu begehen sein. Da die Festhalle da­durch ihrer Bestimmung übergeben wird, so ist diese Feier nicht allein für die Erabengesellschaft, sondern auch für alle Einwohner Marburgs und besonders für die Vereine von großer Bedeutung, und so darf man annehmen, daß die diesjährige Feier eine all­gemeine für die Bewohner der Stadt werden wird. Es ist da­durch auch jedermann die Gelegenheit geboten, die schön aus­gestattete Festhalle und deren zweckmäßige Einrichtung genau be­sichtigen zu können.

* Extrazug nach Corbach am nächsten Sonntag. Es ist drin­gend nötig, daß alle Teilnehmer sich vorher bei Elwert anmelden, da nur bei genügender Beteiligung die Fahrt stattfindet. Es fehlen nur noch etwa 50 Personen, damit die Kosten des Extra­zuges gedeckt werden. Wer Zeit hat, sollte sich die günstige-Ge­legenheit, schnell und billig nach Corbach zu kommen, nicht ent« gehen lasten. Am Nachmittag ist bequem der Besuch der Talsperre oder des Schlostes Waldeck möglich. Die Anmeldungen müsten aber heute (Freitag) erfolgen.

* Die Frau vom Meere. Brausend und brandend schlagen die wilden Wogen an die Mauern des Leuchtturms von Skjoldvik. Ihre ungebändigte Natur entfacht in der jungen Tochter des Leuchtturmwärters ein Grauen vor dem unendlichen, dem un« gewisten Meere, und doch fühlt sie sich innig mit ihm verbunden und sehnt sich nach ihm in dem stillen Fjorde, nach dem sie ver­schlagen wurde durch ihre Ehe mit einem Manne, den sie zwar liebt, der sie jedoch nicht zu schützen vermag vor den Lockungen des Meeres und der dämonenhaften Suggestion eines auf diesem Meere Verschollenen. Sie hat in ihrer Ehe keine Wurzel ge­schlagen und sehnt sich bis zum Wahnsinn nach schrankenloser Frei­heit, nach dem Unbestimmbaren, das das Meer sie ahnen ließ. Erst als ihr Gatte und Arzt ihr die Festeln löst und sie aus freiem Willen und unter eigener Verantwortung ihr Schicksal wählen kann, ist sie gefeit vor den Lockungen des Unbekannten. Es hat keine Gewalt mehr über sie und schreckt sie nicht länger. Sie bleibt und findet in treuer Gatten- und Mutterliebe den Weg in die Enge des häuslichen Lebens In der vorgestrigen Aufführung des Dramas gastierte Frl. Marianne Wulf vom Schauspielhaus in Frankfurt in der Titelrolle. Die Künstlerin zeichnete das Bild dieser seltsamen Erscheinung in klaren und reinen Zügen. Die wechselvollen Stimmungen Ellidas auch im Affekte sorgfältig ab­wägend und differenzierend, war sie bestrebt, die Stellen höchster Erregung nicht besonders zu unterstreichen und gab so der Gestalt einen wesentlichen Zug von Wahrscheinlichkeit. Die übrigen Herrschaften, Frl. Henning als stillschaffende Bolette und Frl. Bieloff als frischer Backfisch Hilde, sowie die Herren Bohne (Wangel), Pustar (Arnholm), Dir. Sieger (der Fremde), Schön­born (Lyngstrand) und Teichmann (Ballstedt) unterstützten durch - ihr Spiel trefflich die Hauptrolle, sodaß eine sehr gute Gesamt­vorstellung herauskam. Die Regie hatte ein ansprechendes und wirkungsvolles Bühnenbild geschaffen. Lebhafter Beifall lohnte die Leistungen der Künstler und die Bemühungen der Regie und Direktion.

* Wiener Walzer-Abend. Die Eartenkonzerte erfreuen sich wie im Vorjahre so auch Heuer allgemeiner Beliebtheit, wovon der überaus starke Besuch des gestern abend im Stadtgarten abgchal- tcnen Wiener Walzer-Abend Zeugnis ablegte. Für das Konzert war die Piston-Virtuosin Frl. Erna Finke aus Berlin gewonnen worden. Die junge Künstlerin, die ja von früher her noch rühm­lichst bekannt ist, errang durch ihre Darbietungen großen Beifall und mußte sich zu verschiedenen Zugaben bereit finden.

* Strafkammer. Zwei Zwangszöglinge, die auf ihrer Wan­derfahrt in Obereisenhausen eingebrochen und Kleidungsstücke ge» stöhlen hatten, wurden zu je 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Bet dem folgenden Fall erschienen 14 Zeugen. Es handelte pH

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen' ..Nack Feierabend". ..Mrs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

kognoszierung in der Oase Suautben Osman aus. Die Italiener blieben, nachdem sie die Beduinen, welche in guten Stellungen heftigen Widerstand leisteten, zurückgetrieben hatten, 3 Stunden in der Oase und kehrten nach einem vorherigen Plan nach Ben- ghasi zurück. Die Verluste des Feindes sind beträchtlich. Auf Seiten der Italiener wurden ein Kamelreiter und ein eingebo­rener Askari getötet, elf verwundet, darunter ein Unteroffizier aus Erythräa, ein Kamelrqjter und zwei Askaris aus Benghast. Aus Derna wird gemeldet: Am Morgen des 19. Juni gab das Korps Piemonte sehr wirksame Schüste ab und zerstreute feindliche Haufen, welche die Arbeiten auf dem Wege nach Feteia störten. Der Feind wurde zwischen zwei Feuer genommen und zog sich nach beträchtlichen Verlusten zurück. Die Arbeiten gehen ungestört weiter.

R o m, 20. Juni. Wie dieAgenzia Stefani" erfährt, wurde festgestellt, daß die türkische Regierung eine große Anzahl ita­lienischer Soldatenuniformen nach Libyen sende, um sie unter die Araber verteilen zu lasten und bei diesen den Eindruck hervorzu­rufen, als ob sie von den italienischen Niederlagen herstammten.

Konstantinopel, 20. Juni. Von der bevorstehenden Entrevue zwischen dem deutschen Kaiser und dem Kaiser von Ruß­land glaubt das BlattHakk" hoffen zu dürfen, daß die Entrevue keinerlei Beunruhigung veranlasten, sondern dazu beitragen werde, den Statusquo aufrechtzuerhalten und neuen Komplika­tionen in Europa vorzubeugen. Das Blatt betont, daß auch die Entrevue in Potsdam der Aufrechterhaltung des Statusquo auf dem Balkan gedient habe und daß man andererseits weder in Berlin noch in Wien Unternehmungen begünstigen werde, welche die gegenwärtige Lage auf dem Balkan stören könnten.^

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Deutsches Reich-

Born Kaiser. Kiel, 20. Juni. Der Kaiser hörte heute vor­mittag den Vortrag des Staatssekretärs v. Tirpitz. Er besichtigte dann in Begleitung des Reichskanzlers und der Herren des Ge­folges die kaiserliche Werft und sah dabei auch S. M. S.Kaiser". Später machte der Kaiser wiederum in Begleitung des Reichs­kanzlers und der Herren des Gefolges auf einer Anzahl auslän­discher Jachten eine Spazierfahrt. Um 12 Uhr 45 Min. kehrte der Kaiser an Bord derHohenzollern" zurück, wo er militärische Mel­dungen entgegennahm.

Aus dem Bundesrat. Berlin, 20. Juni. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurden angenommen: die Vorlage betr. die Aenderung und Ergänzungen der Anleitung für die Zoll­abfertigung, die Vorlage betr. nachträgliche Aenderungen und Ergänzungen des Warenverzeichnistes zum Zolltarif anläßlich des Handels- und Schiffahrtsvertrages mit Japan, die Vorlage betr. die Herabsetzung des Kontingents der Zündwarenfabriken für das Betriebsjahr 1912/13, der Entwurf der Bekanntmachung betr. die llebergangsbestimmungen zur Relchsversicherungsordnung, der Entwurf des Postscheckgesetzes.

Inspektionsreise des Landwirtschaftsministers. Der Land­wirtschaftsminister hat vor einigen Tagen eine Inspektionsreise nach dem Oberharz gemacht, wo die Vieh- und Weidenwirtschaft besichtigt wurde. Der Minister wurde auf seiner Reise vom Ge­heimen Regierungsrat Frhr. v. Hammerstein, vom Präsidenten der Hannoverschen Landwirtschaftskammer Freiherr v. Marenholtz und von dem Regierungspräsidenten Fromme aus Hildesheim begleitet.

Spionageprozeß. Leipzig, 20. Juni. Bor dem Reichs­gericht begann heute vormittag der Spionageprozeß gegen den Bildhauer Anton Nicolas aus Metz, der angeklagt ist, im Juli 1911 versucht zu haben, Schriften und Zeichnungen, die sich auf einen Teil der Befestigungswerke Metz beziehen, sich zu verschaffen, um sie einer fremden Regierung auszuliefern. Auf Antrag des Neichsanwalts ist die Oeffentlichkeit für die ganze Dauer der Ver­handlung ausgefchlosten. Gegen 5 Uhr nachmittags wurde das Urteil verkündet. Der Angeklagte wurde wegen versuchten Ver­brechens nach § 3 des Spionagegesetzes zu 5 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt.

Rachdrnck aller Orginalartikel ist gemäß 8 18 des Urheberrecht- nu der deutlichen QuellenangabeOberheff Ztg. gestaltet )

Marburg, 21. Juni.

Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bet Konkurs kein Rabatt. Sei- bindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausge­schloffen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Rundschau.

-'-1- * Die Kaiserrede,

HMe («iv Dienstag in Hamburg gehalten worden ist, wird in der .WUiesseiMetfach kommentiert. Allgemein wird sie auf die Marokko- nngelegenhett des letzten Sommers bezogen, von den einzelnen Blättern aber verschieden ausgelegt. So glauben dieHamburger Nachrichten" darin eine Art Dementi des baldigen Rücktritts des Herrn v. Kiderlen zu sehen. Im Gegensatz dazu lesen der ,L>ann. Kourier" und dieBraunschweig. Landesztg." eine Unzufrieden­heit mit den leitenden Staatsmännern heraus. Letztere schreibt u. a.:Die Flagge muß in Ehren wehen, es darf nicht leichtsinnig ihr Tuch in den Winden entfaltet werden." Es zieht ein leises Bedauern des Kaisers durch diese Sätze, zumal, wenn er hinzufügt, . seine Hörer würden es verstehen, wenn er Zurückhaltung geübt hätte..... Zugleich aber ist diese Kaiserrede eine stille An-

k erkennung der öffentlichen Meinung und der Enttäuschung, die sich ihrer bemächtigte, als das Abkommen fertig war.Die Flagge muß in Ehren wehen", damit tröstet der Kaiser gleichsam die Ent­täuschten." DieDeutsche Tagesztg." glaubt wieder die Rede gegen die Alldeutschen gerichtet deuten zu mästen, indem sie schreibt, mit der Bemerkung, daß er Zurückhaltung in der Aus­breitung der deutschen Flagge geübt habe, habe der Kaiser auf das Verlangen weiter Kreise angespielt, daß wir im vorigen Jahre in Agadir die deutsche Flagge hätten aufpslanzen sollen. Diese His- sung der deutschen Flagge aber hätte nicht hinreichend verteidigt werden können. Ebenfalls gegen die Alldeutschen gerichtet sieht dieTägl. Rundschau" die Rede an, wenn sie schreibt:Es werden gewisse Leute triumphierend feststellen, daß der Kaiser mit den Worten von dem Fähnlein, das leicht an die Stange gebunden, aber schwer mit Ehren wieder herunterzuholen sei, die Alldeutschen und ihre Politik»; insbesondere ihre Marokkopolitik habe treffen wollen. Von der anderen Seite wird es nicht unbezweifelt bleiben, daß eben während der Marokkopolitik mit der Entfaltung der deutschen Flagge immer und durchaus jene weise Zurückhaltung geübt worden sei, die der Kaiser in seiner Rede mit Recht als ein fundamentales Element aller gesunden und sicheren Politik preist, und der kein Vernünftiger widersprechen kann."

Das Eisenbahnunglück bei Leipzig.

Zu dem schon gestern gemeldeten Eisenbahnunglück bei Leipzig wird denLeipz. Neuesten Nachr." die nachstehende Schilderung gegeben:

Der Anprall der beiden Lokomotiven war sehr stark, doch setzte die Lokomotive des Bornaer Zuges dem Leipziger Zuge großen Widerstand entgegen . Die Maschine des Leipziger Zuges wurde von der anderen Maschine in die Höhe gehoben, schob sich auf den sog. Schutzwagen, einen Wagen, der teilweise als Gepäck- und teil­weise als Personenwagen 4. Klasse fuhr. Dieser Wagen wurde vollständig zertrümmert. Von dem zweiten Wagen 4. Klaffe wurde der Vorderperron eingedrückt. Die Unglücksstätte war voll­ständig mit Trümmern besät. Die Lokomotive des Bornaer Zuges war aus den Schienen gehoben und blieb quer über den Gleisen stehen. Feuerwehr und Sanitätswache wurden sofort alarmiert, um die Bahnstrecke abzusprren und die erste Hilfe zu leisten. Man rief sofort telegraphisch vom Leipziger Krankenhause Aerzte und Personal herbei, die in Automobilen und einem besonderen Zuge zur Unfallstelle eilten. Vom Bahnpersonal wurde der Zugführer des Bornaer Zuges tödlich verletzt. Die Eesichtszüge des auf der Station wohlbekannten Toten waren nur schwer zu erkennen. Lokomotivführer und Heizer des Bornaer Zuges hatten sich durch Abspringen retten können. Die in dem Abteil 4. Klaffe des ersten Personenwagens im Bornaer Zuge befindlichen zahlreichen Pasta- giere wurden fast alle verletzt. Eine Frau fand man zwischen den Eisenteilen des zertrümmerten Wagens als Leiche vor. Neben ihr lag ihr Sohn unter den Trümmern, der mit schweren Verletzungen davongekommen ist. Außerdem fand man in dem Trümmerhaufen noch drei männliche Leichen. Gegen 20 Personen waren zum gro­ßen Teil schwer verletzt worden.

Ein Pastaqier des Unglückszuges führt u. a. aus: .

Ich fuhr in der dritten Klaffe. Plötzlich erfolgte ein furcht­barer Stoß, danach sofort zwei weitere; wir wurden von den Sitzen geschleudert. Der Zug kam sofort zum Stehen. Alle Paffagiere verließen hilferufend die Wagen. Draußen auf der Strecke bot sich ein schrecklicher Anblick dar. Wir erkannten sofort, daß ein schweres Unglück sich ereignet haben müßte. Hilferufe ertönten. Da und dort erschallten jämmerliche Schreie. Zwischen zwei Puf­fern sah ich einen Mann eingeklemmt, eine Frau war gleichfalls Wit den Beinen zwischen zwei Wagen eingeklemmt. Aus den auf» rinandergeschobenen Wagen kletterten die Paffagiere, säst alle blutig und verletzt. Es war ein furchtbares Gewirr.

i Di e Ursache des Unglücks r »

tonnte noch nicht definitiv festgestellt werden. Man nimmt an, daß der beschleunigte Personenzug von Leipzig das Haltesignal überfahren hat und so auf den mit Verspätung fahrenden Per- tfonenzug auffuhr. Für diese Annahme spricht auch die sofortige (Verhaftung des Lokomotivführers vom Leipziger Zuge.

> Italien und die Türkei.

? Rom; 20. Juni. DieAgenzia Stefani" meldet aus Ben- ßhafi: Km 19. Juni früh führte die Brigade Buonini eine Re­

sucht werden, das Protektorat über das Gouvernement Zizikar zu übernehmen. Von Peking aus sind Maßnahmen getroffen, um die Bewegung zu unterdrücken. Peking, 20. Juni. Die gemischte Brigade in Mukden meuterte gestern abend. Das regellose Ge­wehrfeuer dauerte die Rächt an. Mehrere Bäcker- und Juwelier­geschäfte wurden geplündert und verbrannt. Hunderte von Hau­sern sind zerstört. Leben und Gesundheit der Fremden wurde ge» wistenhaft respektiert. Frauen und Kinder flüchteten in das eng­lische Konsulat. Heute ist die Stadt ruhig, aber die Läden find geschloffen. Starke chinesische Wachen wurden vor den Stadttoren aufgestellt.

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Marburg und Umgegend.

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