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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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47. Jahrg.

1912.

Marburg

Sonnt-g, 16. Juni

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 L, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen di« Zeile 60 L. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. ?,eder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Ver- indlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieserung ausge­schlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

1 DieOberhestische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn-

und Feiertage. Der Bezugspreis betragt bicrteliahrlich durch i die Post bezogen 2.25 (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen

: >o 1-IQ und der Expedition (Markt 21) 2.00 M frei ins Haus. (Für unver-

1=1 langt zugesandte Manustripte übernimmt die Redaktion keinerlei

Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

> Rundschau.

i1 Poincare über Frankreichs auswärtige Politik.

' In der französischen Deputiertcnkammer ergriff bei der Diskussion ches Budgets des Ministeriums des Auswärtigen Ministerpräsident tzoincare das Wort. Er antwortete verschiedenen Rednern und sagte !u. a. folgendes:Im italienisch-türkischen Kriege beobachten wir ge- wisicnhafte Neutralität. Unsere Beziehungen zu Italien, die einen Augenblick wegen der Zwischenfälle mit derCarthage" und derMo- nouba" schwierig wurden, sind wieder ausgezeichnet. Unsere Bezieh­ungen zur Türkei sind gleichfalls ausgezeichnet. Poincare sprach dann von den Verhandlungen mit Spanien und sagte, der auf beiden Seiten vorhandene gute Wille gestatte die Hoffnung, daß eine Verständigung sehr bald zu erwarten ist. Unsere Beziehungen zu Deutschland sind loyal und korrekt. Wir bemühen uns, die gleiche bona fides in sie hinein- tzulegen. Sollte sich in Marokko die geringste Schwierigkeit ergeben, so haben wir die Möglichkeit, ein Schiedsgericht anzurufen. Die Bezieh­ungen Frankreichs zu Rusiland und England sind niemals bester gewesen als gegenwärtig. Die Allianz mit Rusiland und die Freundschaft mit England fänden überall die gebührende Würdigung und würden überall als eine Stütze des Friedens betrachtet. Er erwähnte dann die englisch- fran.zösischen Unterredungen über eine Allianz zwischen Frankreich und England und erklärte, dasi, wenn diese Entente cordiale auch einer Ur­kunde ermangele, sie doch die Masoritär der beiden Völker für sich habe. Die Triple-Entente trage gleichfalls dazu bei, den europäischen Frieden zu sichern, ohne jemand zu beunruhigen. Der Ministerpräsident schloß: In uns selbst ruht der Kern unserer Kraft, und Bündniste mit uns wer­den im Verhältnis zu unserer Stärke gesucht werden." Die Rede wurde häufig durch den lebhaften Beifall unterbrochen. Es wurde dann die allgemeine Beratung geschlosten und das Budget des Ministeriums des Aeusiern angenommen.

Lord Haldane reisen nfähig.

Für Lord Haldane hat feine Ernennung zum Lordkanzler und Großsiegelbewahrer außer der Verdoppelung seines Gehaltes und dem Anrecht auf eine Pension von 100 000 M noch eine andere Folge. Aehnlich wie der Präsident der Vereinigten Staaten, der während seiner Amtsperiode eigentlich den Boden seines Landes nicht verlasten darf, so must auch Herr Haldane jetzt im britischen Staatsgebiete bleiben. --Seine Reisen nach dem Kon­tinent, speziell nach Deutschland, sind ihm damit unterbunden. Auf diese Tatsache glaubt man nun vielerorts die plötzliche Er­nennung Haldanes zum Lordkanzler und Eroßsiegelbewahrer mit zuriickfiihren zu dürfen! denn Haldane galt und gilt in gewissem Sinne als deutsch-freundlich und seine privaten Reisen, die ihn feine Vorliebe für das Land, in dem er jahrelang sich als Student aufhielt und mit dem ihn liebe Erinnerungen verbinden, machen ließen, wurden von maßgebender Stelle der englischen Regierung nicht allzu gern gesehen. Um ihnen einen Riegel vorzuschieben, soll man auf die Idee verfallen sein, ihn zum höchsten richterlichen Beamten, zum Lordkanzler, zu machen.

Der Leidensweg eines Sultans.

Muley Hafid bat die Stadt, welche er früher seine Hauptstadt nen­nen konnte, verlasten, und zwar unter französischem SifiuMeleit. Der Mann, welcher in jahrelanger Arbeit zum Verluste der Autorität des Sultans bcigetragcn hat, der frühere französische Bevollmächtigte, Regnauld, verließ gemeinsam mit dem Sultan Fez. Muley Hafid wird sich, wie es beißt, zunächst nach Rabat begeben und dann vielleicht nach Paris. Es ist gerade vier Jahre her, dasi Muley Hafid seinen Siegeszug gegen seinen Bruder, den damaligen Sultan, unternahm, den er als schmachherzigen Freund und Sklaven Frankreichs verlachte und bekämp­fen zu wüsten glaubte. Durch die werbende Kraft seiner Persönlichkeit und militärische Fehler der Franzosen gelang es Muley Hafid, schnell eine solche Macht zu gewinnen, daß trotz der Algecirasakte und trotz des großen Mißfallens der Franzosen Muley Hafid als Sultan anerkannt werden mußte, weil die tatsächliche Macht in seinen Händen lag. Kaum war dieses Ergebnis erreicht, da begann jene Arbeit Frankreichs, die man als das systematische Bestreben bezeichnen kann, den Sultan mit goldenen Ketten zu festeln. Nebenher gingen die Kämpfe der Franzosen gegen vermeintliche Aufstände und Freveltaten der Marokkaner, die die Franzosen selbst hervorgerufen hatten. Dann unternahmen sie Kriegs­züge, deren Kosten sie Muley Hafid zur Last schrieben, genug, es war, wie nach einer französischen Quelle ein deutscher Staatssekretär sich aus- gcdiiickt haben sollte,der französische Oelfleck, der sich immer weiter über Marokko ausbreitete". Muley Hafids Kraft erlahmte aber in der Geld­not. Die Franzosen nahmen ihm allmählich alle Möglichkeiten, um sich aus dem Lande genügende Geldmittel zu beschaffen, während sie auf der anderen Seite sein Schuldkonto immer höher anhäuften und ihm An­leihen immer dringender anboten. In gleichem Maße mußte er im eigenen Lande die Autorität verlieren, und als er nach verzweifeltem Widerstreben im vorigen Jahre die letzte Anleihe unterzeichnet hatte, da war seine moralische Kraft völlig gebrochen und von jener Zeit an lebte er nur noch als willenloses Werkzeug Frankreichs. Der Mann von Eisen und unbeugsamer Tatkraft, für den er vor vier Jahren galt und der er vielleicht auch war, ist heute ein verzagter Melancholiker gewor­den, der Weinkrämpfen ausgesetzt ist und nichts weiter wünscht, als ab­zudanken und aus der Oeffentlichkeit zu verschwinden. Eins freilich zeigt noch den alten Muley Hafid: der Entschluß, eine genaue Schilderung sei­ner Sultanschaft zu geben, damit sein Andenken in gerechtem Lichte vor der Welt dastehe. Es wäre interestant, wenn ihm dies wenigstens ge­lingen würde.

Humanität und Rilpferdveitsche.

Die Humanität des deutschen Rechtsverfahrens, die individualistische Behandlung der einzelnen Fälle, die weitgehend« Berücksichtigung der begleitenden Umstände und die sorgsame Schonung der Empfindsamkeit und Gesundheit der Ueberführten wird überall anerkannt. So schmeichel­haft auch unserm Stolze diese Tatsache ist, so läßt sich doch nicht leugnen, daß trotz der hohen Kulturstufe, von der jene Rücksichtnahme Zeugnis gibt, die niedern Instinkt« innerhalb unser» Volkskörper» keineswegs

geschwunden sind und daß die Roheitsdelikte und verbrecherischen Hand­lungen im ganzen genommen nicht weniger werden. Man kann sogar sagen, daß infolge der humanen Behandlung der Schuldigen der eigent­liche Zweck des Rechtsverfahrens, eine der Schwere des Vergehens ent­sprechende Vergeltung herbeizuführen, vielfach nicht erreicht wird. Da sind unsere angelsächsischen Vettern, deren Verfastung dem einzelnen die denkbar größte persönliche Freiheit einräumt, doch in dieser Frage prak­tischer. Auch bei ihnen gilt der Grundsatz der Humanität als Regel und Richtschnur des Rechts- und Strafverfahrens. Das hält sie aber nicht ab, gegenüber Verbrechen, die von einem besondern sittlichen Tiefstand ihrer Urheber zeugen, auch entsvrechend inhuman Vergeltungsstrafen zu ver­hängen. So hat am 11. Juni ein Londoner Gerichtshof zwei Personen, die des in letzter Zeit immer mehr überhandnehmenden Verkaufs unzüch­tiger Bilder und Postkarten überführt wurden, neben neunmonatiger Kerkerstrafe zu 25 Peitschenhieben verurteilt. Die britische Rechtsprech­ung ging bei dieser Strafbemesiung von dem unzweifelhaft richtigen Ge­sichtspunkt aus, daß derartigen Elementen, die in gewissenloser Habgier sich nicht scheuen, Volks- und Iugendvergiftung gemeinster Art zu trei­ben, nur mit den empfindlichsten körperlichen Strafen beizukommen ist, und daß solche Kreise, für die eine Gefängnis- oder Zuchthausstrafe nichts abschreckendes hat, nur dadurch von ihrem schamlosen Gewerbe ab­geschreckt werden, wenn sie gewärtigen müßen, daß sie andernfalls intime Bekanntschaft mit der Nilpferdpeitsche machen.

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Deutsches Reich.

Som Kaiser. Hannover, 14. Juli. Der Kaiser kehrte gegen 12 Uhr zum Residenzschloß zurück und reiste mit dem Sonderzug um 1 Uhr 35 Min. nach Station Wildpark ab. Zur Verabschie­dung hatten sich der kommandierende General v. Emmich und der Polizeipräsident von Hannover eingefunden. Wildpark, 14. Juni. Der Kaiser traf 6 Uhr 10 Min. von Hannover kommend hier ein und begab sich nach dem Neuen Palais.

Kaiser und Zar. Berlin, 14. Juni. Kaiser Wilhelm wird auf seiner Nordlandreise in den finnischen Schären mit dem Zaren Nikolaus zusammcntreffen, um dadurch den Gegenbesuch für die Zusammenkunft in Potsdam abzustatten. Der Zar roitb vermut­lich bei dieser Begegnung vom russischen Ministerpräsidenten und dem Minister des Aenßern begleitet sein.

Königin Wilhelmina in Mecklenburg. Schwerin, 14. Juni. Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich der Niederlande trafen heute Mittag von Dobbin hier ein und fuhren im Automobil nach Gram in Mecklenburg-Schwerin. Am Spätnachmittag begaben sich die Königin und der Prinzgemahl im Automobil nach Wili- grad, um dem Herzogpaar Johann Albrecht einen Besuch abzu­statten. Die Rückkehr nach Dobbin erfolgt abends von Wiligrad im Hofsonderzug.

Zur Grotzjährigkeitserkliirung der Großherzogin von Luxemburg. Berlin, 14. Juni. Die Großherzogin Marie Adel­heid von Luxemburg vollendet heute ihr 18. Lebensjahr und tritt somit in die Großjährigkeit ein. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt aus diesem Anlaß: Wir bringen der jungen Fürstin zu diesem Er­eignis herzliche Glückwünsche dar und verknüpfen damit den Aus­druck der Hoffnung, daß unter der Regierung der Großherzogin Luxemburg, mit dem Deutschland durch alte geschichtliche und leb­hafte wirtschaftliche Beziehungen verbunden ist, weiterhin blühen und gedeihen möge.

Zur Schenkungsabgabe. Der Bundesrat hat sich damit ein­verstanden erklärt, daß von Zuwendungen für ausschließlich kirch­liche, mildtätige oder gemeinnützige Zwecke aus öffentlichen Mit­teln oder aus den Mitteln solcher juristischen Personen oder ihnen gleichzuachtenden Personengemeinschaften, welche Zwecke der be­zeichneten Art verfolgen, eine Schenkungsabgabe nicht erhoben werde.

Die Rückkehr des deutschen Geschwaders. Newyork, 14. Juni. Bürgermeister Gaynor sandte auf das Abschiedstelegramm des Kontreadmirals v. Rebeur-Paschwitz folgendes Antworttele­gramm:Ihre liebenswürdige Abschiedsbotschaft hat uns erfreut. Wir werden Sie und alle Ihre Offiziere vermißen; denn unsere Gefühle Ihnen gegenüber wurden mit jeder Stunde Ihres Auf­enthaltes wärmer."

Das dritte Geschwader unserer Schlachtflotte soll, wie die Tägl. Rundsch." mitteilt, bereits im Herbst in Wilhelmshaven gebildet werden. Das dritte Geschwader wird u. a., wie das Blatt weiter mitteilt, die LinienschiffeKaiser" undFriedrich der Große" enthalten.

Das Ende des Falles Kraatz. Pastor Kraatz, von der Luisenkirche in Charlottenburg, der wegen des Verhaltens des Militärs während seines Gottesdienstes verschiedentlich versucht hat, Klage gegen den Hauptmann Frhrn. v. Bredow und den Oberleutnant Frhrn. v. Buddenbrock wegen vorsätzlicher Störung des Gottesdienstes einzureichen, ist am Donnerstag endgültig vom Reichsmilitärgericht mit seiner Klage abgewiesen worden. Vor­her hatte bereits das Gericht des Eardekorps die Anzeige nicht an­genommen. Der militärische Instanzenweg ist damit erschöpft. Die Entscheidung datiert vom 20. Mai.

Das Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose. Berlin, 14. Juni. Unter Teilnahme von Regierungsvertretern und Mitgliedern aus allen Teilen des Reiches fand heute vormit­tag int Reichstagsgebäude die 16. Generalversammlung des Deut­schen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose statt.

Der Abnahme der Geburtenziffer wird jetzt in Preußen von der Regierung große Aufmerksamkeit gewidmet. Schon die wiffen- schaftliche Deputation für das Medizinalwesen hat vor kurzem über die Frage berichtet. Jetzt fordert ein Erlaß des Ministeriums des Innern an die Regierungspräsidenten zu einer eingehenden Prüfung dieses Rückgangs auf. Neben der Nachprüfung der Frage,

ob sich Anzeichen einer Abnahme der Zeugungs- und Eebärfähig« fett finden, soll hauptsächlich festgestellt werden, ob die absichtliche Beschränkung der Kinderzahl zugenommen hat, welche sozialen i und wirtschaftlichen Ursachen hierauf von Einfluß sind, ob das An­preisen von Antikonzeptionsmitteln wirkt usw. Besonderes Augen­merk soll darauf gerichtet werden, ob der Geburtenrückgang nur beim Mittelstand oder auch bei den arbeitenden Klaffen sich findet.

Weitere Nachspiele zum Falle Dr. Roth. Leipzig, 14. Juni.

DenL. N. N." wird aus Burgstädt gemeldet:Die hiesigen Stadtverordneten genehmigten in ihrer letzten Sitzung das Ur­laubsgesuch des Bürgermeisters Dr. Roth. Die Vorgänge der letz­ten Zeit haben Dr. Roth nervenkrank gemacht, so daß er bereits vorgestern auf dringendes Anraten eines Leipziger Nervenarztes nach Partenkirchen in ein Sanatorium übersiedelte. Die Sitzung nahm überhaupt einen erregten Verlauf. !

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Ausland.

« Italien und die Türkei. Konstantinopel, 14. Juni. In der Nacht zum 13. Juni ist das erste Artillerieregiment von Kon­stantinopel nach Gallipoli abgegangen, weil angeblich seitens der Italiener ein Angriff gegen die nördlich von Gallipoli befind­lichen Befestigungen von Plagiari geplant ist. In Gallipoli sollen sich 30 000 türkische Truppen befinden. Zwei Haubitzenbatterien sind von Konstantinopel nach Smyrna abgegangen. Der Sultan siedelte gestern in den Jildizpalast über, der seit der Absetzung Abdul Hamids unbewohnt ist.

Zum Untergang desSenWiaire". Paris, 14. Juni. Im Moniteur de la Flotte" äußerte ein Marineoffizier die Vermu­tung, daß an dem Untergang desVend6miaire" vielleicht die Unzulänglichkeit des Periskops Schuld trage. Fast alle Befehls­haber der Unterseeboote führten Klage darüber, daß das Periskop, mit dem die neuen Angriffsunterseeboote ausgestattet würden, schlechter sei, als die vor 10 Jahren gelieferten. Das heutige Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß des Marineministers, durch - den den mit dem UnterseebootVendömiaire" untergsgangenen Mannschaften ein um einen Grad höherer Rang zuerkannt wird. ..Die Maßnahme hat den Zweck, die Bezüge der Hinter- bltebenen zu erhöhen. ' <

f * Der Streik der französischen Seeleute. Paris, 14. Juni.* DerBataille Syndicalis" zufolge hat der Generalsekretär des Verbandet der eingeschriebenen Seeleute Hivelli an die Gruppen in sämtlichen Häfen folgendes Telegramm geschickt: Falls das Mi- » nisterium einwilligt, den PostdampferProvence" mit Matrosen der Kriegsmarine zu bemannen, dann haltet euch bereit, auf meine Aufforderung dem Schiff die Abfabrt unmöglich -n machen.

Marokko. Paris, 14. Juni. Aus Fez wird gemeldet, General Lyautey habe es bei dem Sultan Muley Hafid vor besten Abreise durchgesetzt, daß dieser sich unzweideutig und schriftlich verpflichtete, erst dann abzudanken, wenn die Verhältniffe es Frankreich gestatten, die Abdankung anzunehmen. Tanger, 14. Juni. Regnault schiffte sich heute auf dem KreuzerDuchayla nach Marseille ein.

** Das englische Armeeluftschiff. London, 14. Juni. Das ArmeeluftschiffGamma", das schon so viele Nnglücksfälle zu ver­zeichnen hatte, verließ heute seinen Schuppen in Aldersbot, um eine Fahrt anzutreten. Während der Fahrt sah sich der führende Offizier plötzlich genötigt, die Reißleine zu ziehen, um einem Zu­sammenstoß mit einem Fabrikgebäude auszuweichen. Das Luft­schiff fiel hierauf in sich zusammen. Die Gashülle wurde durch das die Fabrik umaebende Gitter beschädigt.

* Neue Unruben in China. Berlin, 14. Juni. Nach bei der hiesigen Deutsch-Ebinesischen Eisenbabngesevschaft eingelaufenen Nachrichten brachen in Tsinanfu Unruhen lokaler Natur aus. Für die europäischen Beamten bestehe augenblicklich keinerlei Gefahr.

Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orginalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen QuellenangabeOberhell Ztg. gestattet.)

Marburg, 15. Juni.

* Für Militärpflichtige. Die Losungsscheine können im Rat- Haus, Zimmer Nr. 12, in Empfang genommen werden.

* Verlängerte Verkaufszeit. Am morgigen Sonntag können die Verkaufsläden wegen des Schützenfestes bis 6 Uhr nachmittags geöffnet sein. ,,

* Akademische Krankenkasse. Im Geschäftsjahr 1911/12 stell­ten sich die Einnahmen auf 9698,12 M und die Ausgaben auf 10 941,84 cM.. Kapitalbestand 11000 Jt.

* Für Landwirte. Vom Hanauer Proviantamt wurde mtt- geteilt, daß gutes Pferdeheu diesjähriger Ernte, wenn es trocken ist, schon jetzt angekauft wird. Auch der Strohankauf wrrd fort- aefettf

» Glückliche Rettung. Man teilt uns mit: Vorgestern abend fiel bei der Weidenhäuser Brücke ein 5jähriges Kind in die Lahn. Die Mutter sprang sofort nach, wäre aber wohl selbst ertrunken, wenn nicht Frau Margarete Klein ihr gefolgt wäre und so Mutter und Kind gerettet hätte. . Für das Kind mußte ärztltche Hilfe in Anspruch genommen werden.

* Vom Schützenfest. Der Juxplatz des Schützenfestplatzes ist wieder reichhaltig beschickt. U. a. sei besonders das hier besten« bekannte Theater Fernando erwähnt.

* Ausflug nach Homberg. Unsere Eisenbahner unternehmen morgen und am nächsten Sonntag Ausflüge nach Homberg be; Gaffel. Die Hin- und Rückfahrt erfolgt mittels Sonderzug«.