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. .. die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld) M 138 und der Expedition (Markt 21) 2.00 <Ä fi **- langt zugesandte Manuskripte übernimn

1912.

Erstes Blatt

Marburg

Sonnabend, 15. Juni

Lie^Oberhesiische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betragt vierteliährlich durch ..ö. . bei unseren Leitungsstellen

Ullv v-_____ ______;rei ins Haus. (Für unver­

langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.________

Ausland.

* * Italien und die Türkei. Rom, 13. Juni. DieAgenzla Stefan!" meldet aus Homs vom 12. Juni: In der Nacht vom 1L zum 12. Juni machte der Feind, nachdem er die italienischen Linie« hier und dort beunruhigt hatte, um 4 Uhr einen unvorhergesehe­nen heftigen Angriff gegen die italienischen Streitkräfte, die den Hügel bei Lebda besetzt hielten. Als die Lage geklärt war, lieh General Reisoli mit allen in Homs verfügbaren Truppen einen Gegenangriff in Flanke und Rücken des Feindes, unternehmen. Der Kampf war sehr erbittert. Um 8 Uhr 15 Min. waren die Araber und Türken bereits überwunden und dezimiert. Ein Teil der Feinde entfloh eiligst, von den Italienern verfolgt und den italienischen Batterien bombardiert. Ein anderer Teil wurde in der Oase umzingelt und aufgerieben. Die Hauptstreitmacht der Feindes bestand aus Stämmen der Cyrto, die von vier Geschützen und regulären türkischen Truppen unterstützt wurden. Die Streit­kräfte waren merklich stärker, als ste bisher gegen die italienischen Stellungen bei Homs verwandt wurden. Die Verluste der Türken und Araber waren sehr bedeutend. Die Oase und Umgebung wa­ren mit Leichnamen der Feinde geradezu übersät. Richt nur dir nächste Umgegend, auch die sich anschließenden kleinen Berge bei Lebda sind von den Feinden verlassen. Dort wurden 421 Leichen gefunden, von denen 219 bestattet wurden. Viele waren vom Feind während der Schlacht fortgeschafft worden. Andere liegen noch in großer Anzahl auf dem vom italienischen weit entfernten Gelände und auf der Rückzugslinie des Feindes zerstreut. Die Italiener erbeuteten zahlreiche Gewehre und eine große Menge Munition. Die Verluste belaufen sich auf 81 Tote, darunter zwei Offiziere und 59 Verwundete, darunter zwei Offiziere. Das Kriegsministerium veröffentlicht folgende Depesche aus Homs: In der Nacht vom 4. zum 5. Juni griff ein türkisches Detachement die italienische Front bei Merkab an und erbeutete die Feldküche und Lebensmittel. Am 6. Juni fand ein Kampf statt, wobei die Tür­ken und Araber ein italienisches Fort einnahmen. Die Italiener hatten 20 Tote. Am 7. Juni besetzten die Italiener das Fort wie­der, mußten es aber nach einem bis zum Abend andauernden Kampf wieder verlassen. Die Italiener zogen sich teils auf frow"-. teils auf Merkab zurück. Das deutsche Generalkonsulat stellte f* gestern abend 1897 Pässe für 5000 Italiener aus: davon sind 3000 abgereist, die übrigen erwarteten Damvfer. 1000 Italiener ner- ließen Konstantinopel vor dem Ausweisungsbeschluffe des M'u'-. sterrats, 2000 bleiben krankheitshalber oder wegen anderer Aus- nahmegrsiude in Konsiantin"p^l. 400 in Smyrna.

* * Die Katastrophe desVandämiaire". Paris, 13. Juni. Das Marineministerium veröfentlikbt den Bericht der Untersuch­ungskommission über die Katastrophe desVend^miaire". Die Kommission ist der Ansicht, daß die Kollisfion nach der aus den Routen der beiden Fahrzeuge sich ergebenden Lage unvermeidlich war und daß infolgedesicn der Komandant desSaint Louis" in keiner Weife für den Zusammenstoß verantwortlich gemacht wer­den könne. Des weiteren ist die Kommission der Ansicht, daß das Unterseeboot durch den Sporn desSaint Louis" entzwei geschnit­ten und der Bug desVend^miaire" sofort versunken ist. Der Stern habe sich gehoben und sei dann auch gesunken. Nachdem er den ganzen Backbord desSaint Louis" streifte, sei er in 53 Meter auf Grund geraten. Die Schotten hätten sicherlich dem Wasierdruck nicht widerstanden. Ein starkes Aufbrodeln wahrend fünf Minuten bewies, daß derVend^miaire" vollständig voll Master gelaufen war. Es sei deshalb zweifellos, daß die Besatzung desVendS- miaire" sehr schnell umgekommen sei. Die Kommission ist über­zeugt, daß nichts zur Rettung des Unterseebootes getan werden konnte, melibes wobl durch die Strömung abgetrieben wurde.

* * In gefährlicher Situation. Paris, 13. Juni. Aus Toulon wird gemeldet, daß das UnterseebootEbarles Brun" bei einer TauibLbung in einer Tiefe von dreißig Metern plötzlich in senk­rechter Richtung kank. Der Kapitän gab Befehl, den Blrnballast loszulösen, worauf das Unterseedoot wieder an die Oberfläche ge-

Deutsches Reich.

»om Kaiser. Wildpark bei Potsdam, 13. Juni. Der Kaiser begab sich um 5.10 Uhr im Eonderzug nach Hannover.

Schenkung. Berlin, 13. Juni. Der König von Bulgarien schenkte aus Anlaß seines Besuches in Berlin 2000 «M. zur Vertei­lung an arme bulgarische Studenten in Berlin.

Die Beisetzung des Präsidenten des Abgeordnetenhauses v. Erffa hat am Douerstag nachmittag unter großer Beteiligung stattgefunden. Der Kaiser wurde durch den Oberpräfidenten der Provinz Sachsen vertreten. Als Vertreter des Ministerpräsiden­ten wohnte der Unterstaatssekretär des Staatministeriums von Eisenhart-Rothe der Trauerfeier bei und legte einen Kranz am Sarge nieder. Das Abgeordnetenhaus war offiziell durch die Vizepräsidenten Dr. Porsch und Krause und Direktor Plate ver­treten.

Aus dem Bundesrat. Berlin, 13. Juni. Wie dieBerl. Korrespondenz" mitteilt, hat sich der Bundesrat damit einverstan­den erklärt, daß von Zuwendungen für ausschließlich kirchlich«, mildtätige oder gemeinnützige Zwecke aus öffentlichen Mitteln und aus den Mitteln solcher juristischer Personen oder diesen gleich zu achtenden Personengemeinschaften, welche Zwecke der bezeich­neten Art verfolgen, eine Zwangsabgabe nicht erhoben werde. Der Bundesrat stimmte dem vom Reichstag angenommenen Ent­wurf des Gesetzes betreffend die Aenderung des Strafgesetzbuches, der Vorlage betreffend die Kürzung des Durchschnittsbrandes der zur Eetrrideverarbeitung übergehenden Brennereien und der Vor­lage betreffs Aenderung der Bestimmungen über die Statistik der Seeschiffahrt zu. Der freisinnige Antrag über die Vorleonng eines Erbschaftssteuergesetzes ist, wie dieSchles. Volksztg." er­fährt, im Bundesrat einstimmig abgelehnt worden; dagegen wurde der Antrag Bastermann-Erzberger gleichfalls einstimmig angenommen, wonach die für den 1. April 1914 festgesetzte Herab­minderung der Zuckersteuer von 14 auf 10 dl bis zum Oktober 1916 verschoben wird und daß bis zum 30. April 1913 eine allgemeine, den verschiedenen Vesitzformen gerecht werdende Besitzsteuer dem Reichstage vorgelegt werden soll.

Aus der Diplomatie. Berlin, 13. Juni. NieNordd. Allg. Ztg." teilt mit: Wie verlautet, ist als Nachfolger des Freiherrn v. Wangenheim in Athen der bisherige Gesandte in Teheran, Graf Quadt zu Wykrat und Jany in Aussicht genommen, an besten Stelle in Teheran der derzeitige Generalkonsul in Kalkutta, Prinz

Mitglieder des deutschen Gesangvereins trugen während des Kom­merses zwei Chorlieder, weiter einige allgemeine Lieder, die ge­meinsam gesungen wurden, vor. An der Ehrentafel saßen drei be­sondere Ehrengäste, der bekannte Sänger Theodor Habelmann, der als Matrose in der ersten deutschen Flotte gedient hat, Eber­hard Schneider, einer der Ueberlebenden des KanonenbootesAd­ler" beim Sturm vor Samoa und A. Mildenberger, der Präsident des deutschen Veteranenbundes 1870/71. An den Kaiser wurde folgendes Kabeltelegramm abgeschickt: Bei dem Festkommers zu Ehren des deutschen Admirals des deutschen Kreuzergeschwaders und seiner Offiziere in Anweesnheit der Offiziere des amerikani­schen Begleitgeschwaders und der städtischen Behörden entbieten die versammelten deutschen Vereinigungen der Stadt Newyork Eurer Majestät ehrfurchtsvollen Gruß. Die deutschen Offiziere betonen besonders die Liebenswürdigkeit des Bürgermeisters Eay- nor, der auch dem Feste bei James Speyer beiwohnte. Auch von diesem Fest wurde an den deutschen Kaiser ein Kabeltelegramm geschickt. Von dem Festkommers sandte Bürgermeister Eaynor an den Oberbürgermeister von Berlin folgendes Telegramm: Ich sende Berlin die Grüße der Newyorker Bürgerschaft, welche die freundliche Gesinnung Amerika gegenüber würdigt, die für die An­nahme der Einladung des Flottenbesuches bestimmend war. Die Anwesenheit der Flotte trug dazu bet, die Bande der Freundschaft, die stets zwischen Amerika und Deutschland bestanden, zu festigen.

Tie deutsche Gefahr.

Die Agitation in Frankreich zur Stärkung und Vermehrung der Armee läßt nicht nach. Hatten Politiker und auch Generale zu Anfang vielfach so getan, als ob die deutsche Heeresvorlage eigentlich nur eine ; geringe Bedeutung besitze, so ist im Laufe der letzten Wochen bemerkens­werter Weise die Stimmung immer mehr nach der andern Seite hinüber- j gegangen und dokumentiert sich immer einheitlicher. Für sehr bezeich- ' »end in diesem Sinne ist eine längere militärische Betrachtung anzu- sehen, die imEcho de Paris" der als Militärschriftsteller bekannte Ge­neral Bourelly anstellt unter der Ueberschrift:Die Folgen der deutschen Rüstungen." Bourelly bezeichnet das neue deutsche Wehrgesetz als eine gewaltige Anstrengung offensiver Natur Deutschlands gegen Frankreich, indem er schreibt:Weit entfernt, eine platonische Drohung zu sein, bildet das Wehrgesetz eine wirkliche Gefahr, deren Wirkungen als zeit­lich entfernt anzusehen, höchst unklug sein würde." Man müste vielmehr, so meint der General, die Hand an den Degen legen und ebenso kalt­blütig wie entschlosten die Folgen ins Auge fasten. Bourelly stellt eine weiläusige Berechnung auf, und welcher Art diese ist, mag Daraus hervor­gehen, daß er behauptet, die deutsche Armee werde nach Durchführung des Gesetzes 120 OFeldgeschütze mehr haben, als die französische Armee. Für die Friedenspräsenzstärke rechnet er gar eine Ueberzahl der deutschen Armee von 153 000 Mann heraus.Und dieser Minderbetrag für Frank­reich wächst mit der Abnahme der französischen Geburtenzahl, wenn es nicht glücken sollte, in großem Maßstabe die sudanesischen und senegalesi­schen Kontingente auszunutzen." Das halt Bourelly aber für problema­tisch und gehört mit diesem Bedenken wohl zu der schwachen Minderheit französischer Generale, welche dieschwarze Frage" mit Nüchternheit «nd entsprechender Skeptik betrachten. Alles in allem ist der General der Ansicht, daß die neu entstandene deutsche Gefahr schwer und drohend sei.Sie legt uns die Pflicht auf, uns ohne Verzug ans Werk zu machen, wenn wir Ueberraschungen vorbeugen wollen," so ruft er mahnend au». Ueber die einzelnen rein militärischen Punkte ist im Laufe der letz- len Monate genügend gesprochen worden; wir brauchen nicht auf sie zurückzukommen. Ein neues Moment liegt aber darin, daß das franzö­sische Revanchegeschret, unterstützt von der frohen Gewißheit, bald müste der Augenblick kommen, auf den jeder Franzose hoffe, verstummt ist und besorgten Rufen Platz gemacht hat, man werde vom Deutschen Reiche offensiv bedroht und die Opfer, die Frankreich deshalb bringen müste, gelten den primitivsten Anforderungen de» Schutzes gegen deutsche An­griffsgelüste. Der General erinnert auch an die stolze und feste Haltung, welche das französische Volk während der deutsch-französischen Krisis im vergangenen Jahre beobachtet hätte. Heute könne sich diese Furchtlosig­keit nur darin zeigen, daß man kaltblütig alle Opfer, welche die Sicher­heit des Vaterlandes erfordere, auf sich nehme. Mit der Zeit werden wir dahin kommen, die französischen Aufregungen, in welches Gewand sie auch immer gekleidet fein mögen, als rein taktisch anzusehen. Bald dient die angebliche Nähe desTages der Racbe", also der offensive Gedanke in höchster Potenz als politisches und militärisches Propaganda­mittel, bald ist es die deutsche Drohung; immer aber die charakteristische französische Unruhe, von der Bismarck glaubte, daß sie nur dann auf» hören könne, eine Gefahr für den Frieden Europas zu bilden, wenn den Franzosen die Aussichtslosigkeit eines kriegerischen Beginnens als sicher und unabänderlich erscheinen werde.

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Die Deutschen Leeleute in Amerika.

Newyork, 13. Juni. Das glänzendste rein deutsche Ereig­nis in der Kette der festlichen Veranstaltungen zu Ehren der Offi­ziere des deutschen Geschwaders bildete der gestern abend im Hotel Aster veranstaltete Festkommers unter den Auspizien der deutschen Vereinigungen der Stadt Newyork. Jeder deutsche Verein der Millionenstadt und der Umgebung war vertreten. Die hervor­ragendsten Vertreter des Deutschtums waren anwesend, im ganzen über 2000 Teilnehmer, darunter neben den Ehrengästen noch etwa 200 speziell geladene Mitglieder des Bürgerkomitees. Der Fest­kommers bot den Vertretern des versammelten Deutschtums Ge­legenheit zur Anbahnung engerer Bekanntschaft mit den Gasten.

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Bürgermeister Eaynor, welcher die Einladung zum Festkommers mit größter Bereitwilligkeit angenommen hatte, befand sich gleich­falls unter den Ehrengästen. Den Saal schmückten ineinanderge­wundene deutsche und amerikanische Flaggen sowie eine Fülle von Blattpflanzen. Die deutschen Offiziere verlebten einige köstliche Stunden im Kreise ihrer Landsleute. ~ Der Kommers selbst trug zwanglosen Charakter. Der Vorsitzende Cillis begrüßte nach der Eröffnung des Kommerses die Gäste. Im Laufe des Abends spra­chen der deutsche Botschafter, der auf Präsident Taft toastete, Bür­germeister Eaynor, der in seiner Rede auf die hohen Eige-schaften des deutschen Kaisers hinwies und ein Hoch auf den Kaiser als Herrscher und Menschen ausbrachte,. Reradmiral Winslow, der erzählte, daß auf der Fahrt Norfolk-Newyork das kombinierte Ge­schwader keine Signale brauchte, ein Beweis dafür, daß die beiden Flotten sich verständen. Redner betonte weiter, daß der Besuch der deutschen Flotte allen unvergeßlich sein werde und daß er glücklich sei, Kontreadmiral v. Rebeur-Paschwitz kennen gelernt zu haben. Kontreadmiral v. Rebeur-Paschwitz betonte in seiner Rede die großartige Gastfreundschaft, die er in allen amerikanischen Kreisen gefunden habe. Das Geschwader sei der Ueberbringer der Grüße des Vaterlandes. Die deutschen Auswanderer hätten deutsches Wesen in Amerika stark verbreitet. Sein Hoch galt den deutschen Vereinigungen als Förderer der deutsch-amerikanischen Bezieh­ungen. Schließlich toastete der Vorsitzende Cillis auf die ameti« britisch« Marine. Größte Begeisterung herrschte, als gleichzeitig die deutsche und die amerikanische Flagge unter den Klängen der kombinierten deutschen und amerikanischen Nationalhymne als Deichen, daß beide Länder zusammengehören, gehißt wurden. Die

Heinrich XXXI. Reuß jüngere Linie tritt.

Ueberall Universitäten. Wie in anderen Städten, so er­heben sich jetzt auch in Dresden, desien Tierärztliche Hochschule nach Leipzig verlegt werden soll, Stimmen, die für die sächsische Resi­denz die Errichtung einer Universität fordern. Die sächsische Presie erkennt zum großen Teil die Berechtigung einer zweiten Landes- universttät an, da ja schon das weit kleinere Baden zwei und Bayern drei Universitäten besitzt. Dem Projekte steht man in Dresden und einem großen Teile Sachsens überaus sympathisch gegenüber. Der Rat zu Dresden und Oberbürgermeister Beutler an seiner Spitze werden zweifellos alles zu seiner Verwirklichung tun, und zahlreiche Celdheute, an denen bekanntlich Dresden nicht arm ist, haben ihre Unterstützung zugesagt, so daß es nicht aus­geschloffen ist, daß das Projekt sehr bald ernste Gestalt annehmen wird."

Die Borgeschichte der Straßburger Indiskretionen. Im Nouvelliste" veröffentlicht Paul Bourffon, der Straßburger Kor­respondent desMatin", der im vorigen Monat die bekannten Morte des Kaisers seinem Pariser Blatte noch in derselben Nacht übermittelte, eine Erklärung, in der versucht wird, die Schuld an der Indiskretion von dem Präsidenten Dr. Ricklin abzuwälzen. Bourffon stellt die Sachlage so dar, als ob er schon vorher die Worte des Kaisers gekannt habe und sich nur bei Dr. Ricklin die Bestätigung für ihre Richtigkeit verschaffte. Leider übergeht er die Hauptsache dabei, da et nicht mitteilt, von wem er zuerst die Worte gehört hat.

* * Ein spanisch-französischer Zwischenfall. Boris, 13. Juni. Nach einer Meldung aus Mogador überfiel der spanische Konsul de Sostoa, der zugleich das Amt eines portugiesischen m^n-'-o^on- suls versiebt, einen Franzosen namens Lerour. der die im Auf­trage der Machfen ansgeführten Wosierleit«nc»«nrhsfton beo"ssich- tigie, warf ihn zu Boden und ließ ihn van einer mit Knütteln unk Revolvern bewaffneten Bande Ab­

teilung des Polizeitabors o-llang es, den Fran-olen vor weiteren Mißbandlvnoen zu schützen.

* * Rabiate Frauen. Dublin, 13. Juni. Irische Anhängerin­nen des Frauenstimmrechts griffen öffentliche Gebäude an. Das Zollhaus, das Postamt, die Gebäude der Landcskommffsion. das Boli'eivehäude und die Kaferv-n wurden um-'vo"lt und -ahlreiche Fensterscheiben eivgeworfen. Acht Personen sind verhaftet worden.

Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orginalartikel ist gemSK § 18 des Urheberrecht- nur mit der deutlichen QuellenangabeLberheff. Ztg " gestattet)

Marburg, 14. Juni.

* Städtisches. Die am letzten Montag ausgefallene Stadtver- ordnetensitzung findet nunmehr am nächsten Montag statt.

* Beamten-Rachrichten. Etatsmäßig angcstellt: Eeneralkom- misfionszeichner Kaletfch bei der Spezialkommission I hier vom 1. April 1912 ab. Versetzt: Oberlandmesser Werner bei der Spe­zialkommission I an die Spezialkommission II hier an Steve de» verstorbenen Oberlandmeffers Lippert.