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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend«Fürs Haus« und Landwirtschaftliche LeikM«

M 133

DieOberhcssische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei ins HauS. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck und Verlag der llniv.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntfl, 9. Jnni

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47. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Das Revolver-Attentat im

ungarischen Abgeordnetenhause.

Wie wir bereits gestern kurz meldeten, ist den widerlichen Borgängen im ungarischen Abgeordnetenhause gestern die Krone aufgesetzt worden, indem ein Abgeordneter den wegen seiner Tä­tigkeit und Standhaftigkeit verhaßten Präsidenten niederzuschießen versuchte. Ueber den Vorgang wird berichtet:

Die Sturmszenen der letzten Tage erneuerten sich im ungari­schen Abgeordnetenhause abermals und verliefen ganz in der näm­lichen Weise wie früher. Zuerst drangen die ausgewiesenen Ab­geordneten in den Sitzungssaal, wurden jedoch vor Beginn der Sitzung von Polizisten entfernt. Hierauf eröffnete Präsident Graf Tisza die Sitzung, von den Oppositionellen, die bisher noch nicht ausgewiesen sind, mit Wutgeheul, unsäglichen Beschimpfungen und gewaltigem Lärm empfangen. Der ehemalige Staatssekretär im Koalitionsministerium Bela Mezceffv (Kosiuthpartei) und Samuel Dakonyi (Justhpartei) standen in erster Reihe der Demonstranten. Präsident Graf Tisza notierte die Ruhestörer und hob die Sitzung auf. Nachdem sämtliche oppositionellen Abgeordneten aus dem Sitzungssaal entfernt worden waren, erschien Graf Tisza auf der Estrade. Er wollte eben seine Rede beginnen, als mehrere Schüsse ertönten. Der ausgewiesene Abgeordnete Julius Kovacz hatte mit dem Rufe: Es gibt hier noch einen Oppositionellen! drei Schüsse gegen Graf Tisza abgefeuert. Die Kugeln dranaen in das Pult des Präsidenten; Tisza blieb unverletzt. Die Mitglieder der Regie­rungspartei stürzten sich in höchster Erregung auf den Tater. Dieser feuerte einen Schuß gegen sich ab. welcher ihn tödlich ver­letzte. Journalisten trugen den Schwerverletzten aus dem Saal; Tisza blieb unbeweglich auf dem Prassdentensstz und zuckte mit keiner Miene. Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, ergriff er das Wort und sagte:Wir stehen der Tat eines unglücklichen Wahnsinnigen gegenüber, der mit eigener Hand sich der strafenden Gerechtigkeit entzogen hat. Wir geben nunmehr mit dem Aus­druck der Teilnahme, die wir den Handlungen und Schicksalen solcher traurigen Wahnsinnigen widmen, zur Tagesordnung über." Hierauf schritt Tisza zur Verlesung des Prostdialeinlanfs. Nach einer Weile mußte infolge der herrschenden Aufregung die Sitzung unterbrochen werden. Nach einer Pause von 5 Minuten eröffnete Graf Tisza neuerdings die Sitzung und ordnete die dritte Lesung der Militärstrafprozeßordnung an. Hierauf schritt das Abgeord­netenhaus zur Verhandlung des Einsübcunosaesetzes zur Zivil­prozeßordnung. Rach Schluß der Derbondlung erarikf Graf Kbuen- Hedervary das Wort und sagte:Das Protokoll der heutigen Sitzung wäre unvollständig, wenn es nicht den Ausdruck der Ent­rüstung und des Entsetzens enthalte, welchen das meuchlerische Attentat aus unfern verehrten Brästdenten erweckt habe. Mir müssen der Vorsehung danken für die glückliche Errettung eines hervorragenden Mannes, der im Dienste des Vaterl-rndes der Ge­fahr ausgesetzt gewesen ist. einem m-uchlerischen Au^og zum Opfer zu fallen, der nur dadurch erklärlich ist. daß er im Wabnstnn begangen wurde. Auch können wir nicht umbin. nnA besonders die heroische Kaltblütigkeit zu bewundern, die Graf Tisza in diesem verhängnisvollen Mgment bewiesen bot Die Rebe war wieder­holt von stürmischen Ovationen für Tisza unterbre-ben. Alle Mit­glieder des Hauses erhoben sich und brachen in begeisterte Elien- ruse au. Unmittelbar nach dem Attentat machten einige Auaeord- nete der Regierungspartei den Mitgliedern der Journalisten- aalerie heftige Vorwürfe, weil Re dem Täter den Zutritt gestattet hätten. Die Journalisten erklärten entschieden, daß Kovacz aan, unbemerkt auf der Journalistenqalerie erschienen sei und sofort die Tat verübte. Die Abgeordneten entschuldigten sich hierauf woeaen der ungerechtfertigten Vorwürfe.

Budapest, 7. Juni. Bon dem Attentäter Kovacz ist be­kannt, daß er heute auf dem Weae zum Abaeordnetenbause ge­äußert bat: Wenn es mir gelingt, beute in das Haus zu gelangen, fo komme ich nicht mebr lebend beraus. Kovacz lebte übrigens in mißlichen Verhältnissen. Seine Vermöaensverbältnisse sind voll­kommen zerrüttet und es sollte bei Gericht ein Konkursaesuch aeaen ibn einaereicht werden. Wie weiter gemeldet wird, ist der Atten­täter nicht tot. Er wurde vom Abgeordnetenbaus in ein Sana­torium gebracht, wo er mit dem Tode kämpfend darniederlieat. Vrofestor Herzel, der Leiter des Sanatoriums, entfernte die Kugel. Cs besteht geringe Hoffnung. Kovacz am Leben zu erhalten.

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Rundschau.

Baubeginn des erstenZeppelin« für die deutsche Marine.

Auf der Zeppelin-Luftschiff-Werft zu Friedrichshafen ist vor einigen Tagen mit dem Bau des ersten deutschen Marineluftschiffs vom Zeppelintyp begonnen worden. Die Fertigstellung dürfte voraussichtlich im Oktober dieses Jahres erfolgen. Dieser Neubau, der jetzt in Angriff genommen wurde, stellt gleichermaßen für un­sere Luftschiffahrt wie für unsere Marine einen sehr bedeutsamen Abschnitt der Entwicklung dar. Die Zeppeline haben bei Flügen über Land bereits ihre Tauglichkeit genügend zu friedlichen und militärischen Zwecken bewährt. Jetzt sollen diese starren Luft­schiffe einem neuen Zweck zugeführt werden, der natürlich auch neue Mittel und neue Maßnahmen erfordert. Der Zeppelin für die Marine wird sich darum in einigen Einzelheiten von den bisherigen Luftschiffen unterscheiden. In erster Reihe kommen

stärkere Motore in Betracht, um den kräftigen Seewinden, die durchschnittlich eine größere Stärke als Landwinde haben, begeg­nen zu können. Sehr wichtig sind auch die Anforderungen, die an die Luftschiffhülle gegen die Einwirkung der Sonnenstrahlen zu notwendig machen werden. Bisher war es ein Haupterfordernis, die Luftfchiffhülle gegen die Eiewirkung der Sonnenstrahlen zu schützen. Die deutsche Industrie hat darin so Hervorragendes ge­leistet, daß von allen Luftschiff bauenden Völkern der Erde deutsche Luftschiffhüllen fast ausschließlich verwendet werden. Jetzt kommt hinzu, die Luftschiffhüllen auch gegen die Einflüsse der Seewinde zu schützen. Es sind bereits in dieser Richtung Maßnahmen ge­troffen worden, durch die die Marineluftschiffe allen Anforderungen nach dieser Seite hin in vollstem Maße genügen werden. Ueber die Größe des neuen Marineluftschiffes werden Einzelheiten nicht veröffentlicht, zumal der Staatssekretär des Reichsmarineamts be­reits im Reichstage einige Hinweis« darauf gegeben hat. Man kann aber annehmen, daß das erste Zeppelin-Luftschiff für die Marine einen ungefähren Inhalt von 20 000 Kubikmetern haben wird. Zur Unterbringung des Luftschiffes nach seiner Fertigstell­ung hat die Marineverwaltung die Absicht, Luftschiffhallen er­bauen zu lassen, für die augenblicklich die Erfahrungen gesammelt werden. Es ist damit zu rechnen, daß das neue Luftschiff eine Ge­schwindigkeit von 23 bis 24 Metern in der Sekunde haben und die bisherigen Geschwindigkeiten von 21 Metern demnach noch hinter stch lassen wird. Diese Geschwindigkeit genügt nicht nur, um starken Seewinden Trotz zu bieten, sondern sie wird auch bei der Aufklärung die erfolgreichsten Dienste leisten. Die Luftschiffwerft in Friedrichshafen wird außerdem in wenigen Wochen ein neues Pasfagierluftschiff fertigstellen.

Der Papst und di« christlichen Gewerkschaften.

K ö l n, 7. Juni. DieKölnische Volkszeitung" veröffentlicht In ihrer Morgenausgabe folgende Erklärung des Uditere Heiner, betreffend die Arbeiterorganisationen aus Rom vom 6. Juni: Ueber die letzten Auslassungen des Apostolischen Stuhls in Sachen der katholischen Arbeitervereine bin ich in der Lage, folgende authentische Erklärung veröffentlichen zu können: Vor allem ist zu unterscheiden zwischen den Telegrammen des Kardinalstaats­sekretärs an die Kongresse in Berlin und Franffurt a. M. und der Anrede des heiligen Vaters. Letztere mag in ihrem wesentlichen Inhalt nach den Ideen der Heiligkeit bezüglich der Verurteilung der Irrtümer, die jeder gute Katholik verurteilt, entsprechen, hat jedoch keinen authentischen Charakter und kann deshalb durckaus nicht in Frage kommen oder Gegenstand der Diskussion bilden. Was die Telegramme des Kardinalstaatssekretärs betrifft, so kennt der heilige Stuhl vollkommen den Unterschied zwischen den katho­lischen Arbeitervereinen einschließlich jener südlichen, östlichen, westlichen in Franffurt a. M. versammelt gewesenen Arbeiter­verbände und interkonfessionellen Gewrrschaften. Im übrigen lobt und ermutigt Seine Heiligkeit mit gleichem Wohlwollen die verschiedenen katholischen Vereine Deutschlands, die nach den be­sonderen Bedürfnissen in den verschiedenen Diözesen und Pro­vinzen gegründet worden sind. Es ist jedoch zu bemerken, daß, während die Berliner Arbeitervereine keine Berührung mit den interkonfessionellen Gewerkschaften haben, dies hingegen bet den katholischen Arbeitervereinen des genannten Kartells der Fall ist. Die interkonfessionellen Gewerkschaften, wenn sie auch zu- gelaüen sind und deshalb bis jetzt vom Heiligen Stuhl nicht ver­urteilt wurden, können jedoch, da sie als solche von den katholischen Grundsätzen und der kirchlichen Autorität abgesehen, eine Gelabt für ihre katholischen Mitglieder bilden. Daher ist es aekommen, daß, während das nach Berlin gerichtete Telearamm nur auf Bil­ligung und Lob lautete, jenes nach Frankfurt g-iondte n'-'Md) eine väterliche zeitgemäße Mahnung enthielt, um auf die genannte Gefahr für die guten Katholiken, deren hefte Gesinnung der Heil. Vater kennt und für die er rote für die übrigen Gläubigen Deutsch­lands das größte Wohlwollen hegt, aufmerksam zu macken. Daß vorstehende Erklärung Wort für Wort den Intentionen d»s Apo­stolischen Stuhls entspricht, dafür ühernebme ick die öffentliche Verantwortung. Heiner, Uditere der römischen Rota.

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Deutsches Reich.

Aus dem Bundesrat. Berlin, 7. Juni. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde dem vom Reichstag angenom­menen Entwurf eines Gesetzes betr. Beseitigung des Branntwein- kontingents die Zustimmung erteilt, ferner der Vorlage betreffend Uebergangsbestimmungen über die Amtsdauer der bisherigen Ver­treter der Unternehmer und Versicherten bei den Verufsgenossen- schaften, dem Entwurf von Abänderungen der Aussübrunasbestim- mungen a und d zu dem Gesetze betr. die Schlachtvieh- und Fleisch­beschau vom 3. Juni 1000, der Aenderung der Bekanntmachung vom 10. Juli 1902 betr. das Gesetz über die Schlacktvieb- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900, der Aenderung des Verzeichnisses der Einlaß- und llntersuchungsftelle für das im Zollinland ein­gehende Fleisch, sowie der Vorlage betr. die Erhebung der Ge­bühren für eichamtliche Beolaubigungen und Prüfungen außer- halb des eickamtlicken Verkehrs.

Freiherr v. Erffa. Berlin, 7. Juni. In dem Befinden des erkrankten Präsidenten des Abgeordnetenhauses Freiherrn v. Erffa ist eine leickte Besserung eingetreten. Der Kranke erlangte gestern das Bewußtsein wieder.

Militärisch-maritime Hebung. Borkum, 7. Juni. Gestern nachmittag begann unter Zuziehung von Truppen aus Oldenburg und Aurich eine mehrtägige militärisch-maritime Hebung. An der

llebung nahmen verschiedene höhere Offiziere aus dem Eeneralstab und dem Kriegsministerium teil. Auch der Eroßherzog von Olden­burg ist anwesend.

Das deutsche Geschwader in Amerika. Washington, 7. Juni. Die deutschen Offiziere sind von dem Besuch in Annapolis, wo st« mit den größten Ehren und großer Aufmerffamkeit ausgenommen wurden, hochbefriedigt. Sie besichtigten die prächtigen Gebäude und die Anlagen der Marineakademie und befteundeten sich sehr schnell mit den amerikanischen Offizieren. Ein amerikanischer Offizier feierte beim Gabelfrühstück die deutsche Marine. Die Amerikaner hätten bereits in Kiel gebeten, daß dem Kaiser die Anregung unterbreitet werde, Schiffe nach Amerika zu entsenden. Newyork, 7. Juni. Der hiesige Bürgermeister forderte die Bür­gerschaft auf, zu Ehren des deutschen Geschwaders die Häuser zu schmücken.

Das LuftschiffZ 3«. Hamburg, 7. Juni. In einem Schrei­ben des Grafen Zeppelin an die Hamburger Bevölkerung, in wel­chem er füre den außerordentlich herzlichen Empfang seinen Dank ausspricht, sagt er, daß es jetzt absolut nötig sei,Z 3" abzuliefern, um Raum für dringende Neubauten zu schaffen. Zu größeren Dauerfahrten über dem Meere fehle daher jetzt die nötige Zeit. Er hoffe, daß das Luftschiff in Gewitter und Sturmfabrten, an bereit letzter nach Wilhelmshaven int Auftrag der Marinebehörden Kapitänleutnant Moehlenburg teilnahm, gezeigt habe, daß ei allen Aufgaben gewachsen ist, die bei Flügen über dem Meer ent­stehen könnten. Die Seeleute in Wilhelmshaven, die beobachtet hätten, gegen welchen Sturm das Luftschiff stch dort gehalten habe, würden dies bestätigen, obgleich ihnen kaum bewußt fein könne, daß in der Höhe des Luftschiffes die Windstärke eine bedeutend größere gewesen sei, als auf der Erde. Bei der Fahrt nach Wil­helmshaven habe das Luftschiff zum ersten Male drahtlose Tele­graphie an Bord gehabt, vermittels dieser es seine Rückkehr nach Hamburg hätte anmelden können.

Unfall de« Königs von Sachsen. Der säcksiscke Landesdienst meldet aus Dresden: Der König erlitt heute vormittag durch einen Sturz mit dem Pferde auf dem Truppenübungsplatz Zeit­hain gelegentlich der Besichtigung der 24. Kavalleriebrigade eine Zerrung der Muskulatur des rechten Oberschenkels. Der König ist genötigt, stch einige Tage Schonung aufzuerlegen.

-----*----- Ausland.

* * Italien und di« Türkei. DieNordd. Allg. Ztg." schrrlbk: Auf Grund angeblicher Erzählungen von aus Smyrna ausgewie­senen Italienern behaupten italienische Blätter, bet bertige deutsche Konsul habe bie türkische Polizei herbeigerufen und auf die vor dem Konsulat versammelten Italiener einhauen lassen. Obwohl die Erzählungen deutlich genug den Stempel der Erfin­dung tragen, sind sie von italienischen Abgeordneten bei der Inter­pellation in der Kammer verwertet worden, ohne daß ihnen ein Dementi entgegengesetzt worden wäre. Amtlicke Feststellungen ergaben, wie zu erwarten war,, daß diese Geschickte in der leicht­fertigsten Weise in die Welt gesetzt wurde und daß ihr keinerlei Tatsachen zugrunde liegen. Der deutsche Koni"! in Smvrna hak in seinen Bemühungen für die zahlreichen ausaeroiesenen Ita­liener, obgleich sie an die Arbeitskraft des Konsulats außeroowöbn« liche Anforderungen stellten, kein einziges Mal Anlaß gehabt, die Hilfe der türkischen Polizei zu beanspruchen. ImTemps" war die Meldung aufgetaucht, daß Rußland beabsichtige, den Mächten einen Konferenzvorschlag zu unterbreiten. Wie dazu aus diplo­matischen Kreisen verlautet, scheint es stch nur um einen Fühler zu handeln. Richtig ist allerdings, daß die russische Diplomatie den Möglichkeiten einer Vermittlung zwischen Italien und der Pforte besonderes Interesse zuwendet, und es kann wohl angenom­men werden, daß Rußland, sobald es einen geeigneten Weg zur Vermittlung entdeckt hat, mit den Mächten über die weitere Be­handlung der Frage Fühlung zu nehmen bereit ist. Es bleibt aber vorläufig durchaus ungewiß, ob das gesuchte Mittel zur Er­reichung des Friedens die Gestalt eines Konferenzvorschlages an­nehmen wird.

* * Ein Streik bet Rechtsanwälte. Mailand, 7. Juni. Aus eine Eingabe von 200 Rechtsanwälten Mailands beschloß der Vor­stand des Mailänder Advokatenkolleoioms, in den Generalstreik der Rechtsanwälte und Eerichtsprokuratoren von Mailand, der am 11. Juni beginnt, einzutreten, um dadurch gegen die ungenügend« Zahl der Richter und Eerichtslokale zu protestieren.

* * Der Transportarbeiterstreik in England. London, 7. Juni. Eine Versammlung der Transportarbeiter hat den nationalen Streik vorbereitet, doch werden die Arbeiter vor Montag ab-"d oder Dienstag früh keine Aufforderung zur Einstellung der Arbeit erhalten. Die Regierung berief heute früh die Arbeitgeber zu einer Konferenz in das Unterhaus für 3 Uhr nachmittags, um von neuem die Vorschläge zur Einsetzung eines Einigungsamts zu prü­fen. Einige Arbeitgeber begaben sich auch am Nachmittag in das Unterhaus, gaben jedoch nur die Erklärung ab, daß die Angelegen­heit, soweit sie die Arbeitgeber betreffe, bis Montag verschob"'! werden müsse. Vertreter des Transportarbeiterverbandes begab:" sich heute nachmittag ebenfalls in das Unterhaus.

Die Lage auf Kuba. Newyork, 7. Juni. Nach einer T--- pesche aus Havanna wird der Ernst der Lage gekennzeichnet burd eine Proklamation bes Präsidenten Gomez an das Volk, in bet et es ttufforbert, sich gegen bie nationale Gefahr zu bewaffnen und stch zu organisieren. Vorausfichtlich bewilligt der kubanische Äoit* greß Nachtragskrebite für Heereszwecke. Die militärischen Ultet*