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Erstes Blatt

Schwarzen Adlerorden, Kriegsminister von Heeringen den Schwar­zen Adlerorden und Reichsschatzsekretär Kühn den Kronenorden erster Klasse. Dem Staatssekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf wurde der Stern zum Kronenorden zweiter Klaffe verliehen.

Teilnahme des Kaisers an der Bodensee-Regatta. An der diesjährigen Bodenseeregatta, die im September stattfindet, wird voraussichtlich auch der Kaiser teilnehmen. Die Dispositionen hierfür werden durch die Schweizerreise des Kaisers erleichtert. Bekanntlich wird der Kaiser am 3. und 4. September den schwei­zerischen Manövern beiwohnen.

Der Tod des Prinzen von Cumberland. Braunschweig, 22. Mai. Die amtlichenBraunschweigischen Anzeigen" bringen an der Spitze des Blattes folgenden Nachruf: Prinz Georg Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, ist nach Gottes unerforsch- lichem Ratschluß jähen Todes gestorben. Das ganze Land, an dessen Spitze der Herzogregent, nehmen innigen Anteil an dem schweren Geschick, das das Herzogliche Haus betroffen hat. Der Herzogregent sandte sogleich nach Eintreffen der Trauernachricht seinen Flügeladjutanten, Oberleutnant v. Grone, nach Rackel, um im Auftrage des Herzogs Johann Albrecht und der Frau Herzogin an der Babre des Verewigten einen Kranz niederzulegen.

Lord Haldanes Reise nach Deutschland. An die bereits ge­meldete Reise Lord Haldanes nach Deutschland knüpfen die Blätter wiederum die verschiedensten Vermutungen. Sie legen dem Bs> suche eine große politische Bedeutung bei. Demgegenüber wird von zuverlässiger Seite festqestellt, daß der englische Minister sich ledig­lich zu Erbolungszwecken über Pfingsten in den Schwarzwald be­gibt. Es ist auch nichts darüber bekannt, ob Lord Haldane auf der Rückreise Berlin überhaupt berühren wird. Von einer Fortfüh­rung englisch-deutscher Verhandlungen durch Lord Haldane kann gar nicht die Rede sein.

Zum Tode des russischen Botschafters. Berlin, 22. Mal. Der Reichskanzler und Unterstaatssekretär Zimmermann In Ver­tretung des Staatssekretärs v. Kiderlen-Wächter besuchten den Ge­schäftsträger v. Schebeke, um diesem namens der deutschen Regie­rung ihr tiefes Beileid anläßlich des Ablebens des russischen Bot­schafters abzustatten.

Im Reichstage kam es gestern in seiner letzten Sitzung noch einmal zu einem unerhört unverfrorenen Ausfall des Abg. Lebe- bour gegen den Kaiser. Diesmal machte der Präsident entgegen seiner Gepflogenheit von neulich von dem Ordnungsrufe aus­giebiger und entschiedener Gebrauch. Die Genoffen aber offnen mit dieser Art, jedes wahre Volksempfinden zu verletzen, hoffent­lich allen die Augen darüber, wohin die Reife mit ihnen geht.

Vertagt. Berlin, 22. Mai. Der Deutsche Reichstag hat sich heute abend U8 Uhr nach 1 Mündiger Sitzung entsprechend dem vormittag gefakten Beschluß bis zum 26. November vertagt.

Die nSchsten Dispositionen des Herrenhauses. lieber die Dispositionen des Herrenhauses für das kommende Sommerhalb- iahr wird mitgeteilt: Dos Herrenbaus wird feine Sitzungen nach Pfingsten wieder am 7. und 8. ^ttnf auf nehmen. An diesen Tagen wird der noch verbliebene Rest der Vorlagen, nämlich das Besttz- befestiaungsgefetz, das landwirtschaftliche Unfallverstcherungsgeseh und der Antrag zur Erweiterung des Jagdgesetzes beraten. Nach Erledigung dieser Aufgaben erfolat die Vertagung des Herren­hauses auf den Herbst. Die erste Sitzung im Herbst ist o"s dm 22. Oktober festgesetzt worden.

georneter aus, da^ elsaß-lothringische Volk wünsche, daß ein Teil der Staatsgewalt, nämlich das Recht, diejenigen Männer zu be­rufen, die an der Spitze der Landesverwaltung stehen sollen, vom Lande selbst ausgeübt werden möchte und nicht durch Preußen, einem Staat, deruns in politischen Dingen so sehr wesensfremd ist". Die Regierung wies darauf hin, daß die Aenderung Sache der Reichsgesetzgebung sei. Trotzdem wurde der Antrag einstimmig angenommen. Die deutschfeindliche Provokation des Landtags anders kann man den Antrag kaum nennen wurde aber in der Sitzung noch fortgesetzt. Im Verlauf der Nachmittagssitzung in der Zweiten Kamer wurde ein Antrag auf Schaffung eigener Landesfarben angenommen und einem zwölfgliedrigen A"sichuß überwiesen. Dann wurde ein Antrag der Liberalen, Demokraten, des Zentrums und der Lothringer angenommen, die Regierung wolle sich für die Begnadigung der Leute verwenden, die bis 1890 wegen Fahnenflucht oder Verletzung der Wehrpflicht bestraft wor­den sind. Staatssekretär Zorn von Bulach gab die Erklärung ab, daß sich vom Standpunkt der militärischen Disziplin gegen die all­gemeine Amnestie der Fahnenflüchtigen, gegen welche gerichtliche Untersuchung einqeleitet sei, Bedenken geltend machten. Wenn- auch für die vor 1870 Geborenen mildere Gründe angeführt wer­den könnten. Bei den Refraktären aus dieser Zeit kämen nur noch wenige Fälle in Frage, deren Strafe noch nicht verbüßt oder erlaffen sei und bei den anderen würde jeder Fall mit weitestem Wohlwollen behandelt. Angenommen wurde dann der Antrag des Lothringer Blocks auf Aufhebung der Strafbestimmungen für. auf­rührerische Zeichen und Rufe, welches Gesetz der Abg. Weber als ständig die Ruhe der Vevölkeruna störend" kennzeichnet/. Unter­staatssekretär Mandel erklärte, daß die Regierung zum Schutz des öffentlichen Lebens nicht darauf verzichten kann. lieber die Ten­denz der Anträge kann auch keinen Augenblick ein Zweifel be­stehen, sie sollen allesamt dem Französlingstum im Reichslande Vorschub leisten. Mit welchem Rechte die Elsaß-Lothringer eine besonders milde Behandlung gerade in nationalen Dingen wün­schen,, ist vollständig unklar. Im Gegenteil wird man von der Reichsregierung erwarten dürfen, daß sie auch durch die Natur dieser Anträge von feder Art sogenannter Perföhnunqsvolitik be­freit wird. Herr v. Betbmann wird sich jetzt öfters die Taten des nach feiner Politik gewünschten Landtags ansehen.

Deutsches Reich.

Verleihung. Berlin, 22. Mai. Der Kaiser verlieh dem Reichskanzler Kreuz und Eroßkomture des königlichen Hausordens von Hohenzollern, Staatssekretär v. Tirpitz die Brillanten zum

Ausland.

Cin wichtiges Schreiben. Paris, 22. Mai. Wie derMa- tin" erzählt, fand eine.Frau Pascal, die kürzlich wegen Ermordung ihres Gatten und deffen Tante vor den Pariser Geschworenen ge­standen hatte, jedoch freigesprochen worden war, auf der Straße ein von einem hochgestellten Diplomaten an einen französischen Minister gerichtetes Schreiben. Auf den Rat ihres Advokaten über­gab die Frau den Brief, der sich auf die jüngsten internationalen Ereignisse bezieht, dem Absender, da der Adreffat nicht genau be­zeichnet war. Das Blatt bemertt hierzu: Wenn das Schreiben, welches ein Dokument von hoher Wichttgkeit war, in die Hande eines Gegners Frankreichs gefallen wäre, so hätte dies die Ursache ernster Schwierigkeiten werden können.

* * Die Unruhen in Mexiko. Newyork, 22. Mai. Nach einem Telegramm derEvenind Sun" aus Mexiko findet ein heftiges Gefecht zwischen 3000 Rebellen unter General Zapata und 1290 Mann Regierungstruppen statt. Die Rebellen find nut 15 Metten von Mexiko entfernt. Die Besatzung der Stadt ist kürzlich beträcht­lich geschwächt worden, da über 3000 Mann zur Entsetzung von Torreon abkommanbiert worden sind.

* * China. Peking, 22. Mgi. Anläßlich der beunruhigenden Lage in Kaschgar erklärte der russische Gesandte der chinesischen Re­gierung, daß, wenn die örtlichen Behörden außerstande sein sollten, Leben und Eigentum der in Kaschgar lebenden russischen Unter­tanen zu schützen, die russische Regierung genötigt sei, Maßnahmen in dieser Hinsicht zu treffen.

* * Marokko. Fez, 22. Mai. Anläßlich der Wiederkehr des Tages, an welchem die französischen Truppen im Jahre 1911 in Fez einzogen, hat der Sultan gestern in seinen (Bärten ein Fest veranstaltet; unter den Gästen befanden sich sämtliche Franzosen, vor allem der Eeneralstab der Militärmisfion. Der Sultan sprach seine Genugtuung über die Dienste aus, die Frankreich ihm erwie­sen habe. Er war in ausgezeichneter Stimmung. Hier herrscht di« Meinung, daß. falls nicht binnen 8 Tagen eine Erhebung bet Stämme ans" richt, diese zur Ernte in ihre Dörfer zurückkehren«

Italien und die Türkei.

Di« Türken haben jetzt endlich zu der lang angedrohten Maßregel gegriffen und haben, um den Feind auf wirtschaftlichem Gebiet zu treffen, die in der Türkei wohnenden Italiener ausgewiesen. Zwar ist die Noti­fizierung des türkischen Ministerratsbeschlusses noch nicht bei den Mäch­ten eingegangen, sie wird jedoch täglich erwartet. Mit der Durchführung des Dekrets ist bereits begonnen worden. Infolge davon haben sich in Konstantinopel etwa 30 Italiener, darunter mehrere Israeliten, an das Nationalitätenbüro mit der Bitte gewandt, man möge ihnen die otto- manische Staatsangehörigkeit verleihen. Wie verlautet, wird die Pforte von ihnen Garantien verlangen, daß sie nach dem Kriege nicht wieder die italienisch« Staatsangehörigkeit erwerben wollen.

In Italien hat der Beschluß des türkischen Ministerrats großen Un­willen hervorgerufen. Die Blätter tadeln heftig den Entschluß der Türkei.Popolo Romano" hebt hervor, daß die während des Krieges in der Türkei wohnenden Italiener der Türkei nicht den geringsten Grund geben, sich über sie zu beklagen. Die Zeitung erinnert an die Worte des Ministers des Aeußern Said vom 19. Oktober, als er auf di« heftigen Reden der Iungtürken, welche die Ausweisung forderten, antwortete. . Said habe damals bemerkt, die Ausweisung mürbe die Türken um die Sympathien der öffentlichen Meinung Europas bringen und wäre in dem Augenblick schädlich, wo die Türkei die Hilfe der Mächte brauche. Außerdem erinnerte er an das Vorgehen der Franzosen, die 1870 die Deutschen ausgewiesen hätten, später aber Milliarden bezahlen mußten. Die Repatrierung von 40 000 oder 50 000 Italienern kann einem arbeits- samen Volk von 35 Millionen wie ^tollen Beschwerde verursachen. Der Krieg ist noch nicht zu Ende und es wird uns nicht an Gelegenheit, uns schadlos zu halten, fehlen.Mcsiagero" schreibt: Die von der Türkei ergriffene Maßregel ist ein« barbarisch« Rache, die dem Völker­recht und den guten internationalen Regeln zuwiderläuft.

DieAgenzia Stefanidas offiziöse Telegraphenbureau, fährt um terdessen fort in langen Berichten kleine Siege in die Welt zu posaunen. Diese Nachrichten stimmen im großen und ganzen sehr überein. Meist zerstreuen angeblich kleine und tapfere italienische Abteilungen, durch überraschende Angriffe und durchwohlgezieltes" undwirkungsvolles" Gervehrfeuer den Feind, der seinerseits immer in großen Masten auftritt und sich dabei noch stark verschanzt hat. Die Verluste sollen dann bei den Türken regelmäßig überaus groß sein, während es schon viel ist, wenn auf italienischer Seite 12 Mann gefallen und 1020 verwundet sind. Diese Berichte sind zu augenfällig tendenziös entstellt, als daß sie noch jemand ernst nehmen wird, man muß hie und da von ihnen Notiz neh­men, wird ihnen aber an sich keine allzugroße Bedeutung beimeffen.

Konstantinopel, 22. Mai. Sämtliche hier befindlichen Damp­fer haben die Dardanellen passiert. Heut« beginnt die Durchfahrt der jenseits der Dardanellen befindlichen Dampfer.

Perim, 22. Mai. Italienische Kriegsschiffe bombardierten am Montag Dubab, ohne Schaden anzurichten. Die Granaten explodierten nicht. Eine Dhau wurde östlich von Perim angehalten. Nachdem di« Papiere geprüft waren, wurde ihr erlaubt, weiterzufahren; sie landete Vorräte in Dubab. Die Italiener wollten diese an sich bringen, wurden eber vom Feuer der Türken zurückgeworfen. Die Dhau wurde durch das Feuer der Kriegsschiffe unabsichtlich vernichtet. Eine andere Dhau strandete am Sonntag in der Nähe von Dubab . Die Araber brachten zweitausend Gewehre und zweihundert Kasten Munition an sich.

Die Wehrvorlage und ihre Deckung.

Der Reichstag hat gestern am 22. Mai die Wehrvorlagen in dritter Lesung, also endgültig, en bloc und mit lebhaften Bravo­rufen der bürgerlichen Parteien angenommen. Die Sozialdemo­kraten, die natürlich dagegen stimmten, schickten denGenossen" Dr. Haase als letzten Redner vor, der sich durch die Bemerkung lächerlich machte, die äußerste Linke sei leider noch nicht stark genug, ent solchevolksfeindlichen" Gesetze zu verhüten. Man kann den Reichstag zu dieser glatten imponierenden Erledigung dieser Frage, die wie keine andere die Ehre und Kraft unserer Nation berührt, nur beglückwünschen, besonders wegen der Wirkung auf das Ausland. Eine um so größere Freude aber bereitet die Äbstim- mung, als die vorgeschlagene Form der Deckung imstande zu sein scheint, alte Wunden im Körper unseres Volkes zu heilen und da­mit wird jeder einverstanden sein, der es gut meint mit seinem Volke. Es gibt freilich auch Leute, denen ein politischer Agita­tionsstoff wichtiger ist, als der Zusammenhalt der bürgerlichen Parteien im Reiche. ' Nicht ohne Interesse liest man, wie unan­genehm der Antrag Baffermann-Erzberger einzelnen Männern der Linken ist, obwohl er doch eigentlich ihre Wünsche erfüllt.

Wie die Deckungsfrage im einzelnen gelöst werden wird, ist eineLrage der Zukunft? Es soll, wie man derNeuen politischen Correspondenz" aus Reichstagskreisen mitteilt, unter den bürger­lichen Fraktionen des Reichstages eine unverbindliche Aussprache stattfinden, um möglicherweise Grundlinien für eine Verständi­gung zu gewinnen. Es sollen hierbei verschiedene Besitzsteuer- projckte erörtert und auf ihre technische Durchführbarkeit geprüft werden. In einzelnen liberalen Kreisen legt man Gewicht darauf, eine Besitzsteuer zu wählen, die auch Konservativen und Zentrum die Zustimmung ermöglicht, da.man sich der Einsicht nicht ver­schließt, daß eine lediglich mit Hilfe der Sozialdemokratie zustande gebrachte 'Defitzbesteuerung in weiten Kreisen der Bevölkerung als sehr bedenklich empfunden werden würde.

Soviel scheint festzustehen, wenn man wieder auf das Projekt der Erbschaftssteuer, das den Konservativen notwendigerweise sebr unsympathisch ist. schon weil um sie im wesentlichen der letzte Wahl­kampf geführt wurde, zurückkommt, wird man weiter auf dieser Seite Steuern erwarten, die geeignet sind, das mobile Kapital ebenso heranzuziehen, wie es nach konservativer Ansicht die Erb­schaftssteuer in besonderer Weise beim immobilen Besitz tut. Dazu kommt, daß die Landwirtschaft durch die Neuregelung der Spiri- tusgesetzgebunq und der Zuckersteuerherabsetzung innerster Linie getroffen werde. DieKons. Korr." betont dies in einem beson­deren Artikel. Die Partei habe keine Veranlaffung die Entschei­dung über eine allgemeine Besitzsteuer des Reiechs hinauszpfchfe- ben. sofern sie den verschiedenen Besitzformen gerecht werde. Eine Reichsvermögenssteuer unter Schonung der Einzelstaaten wird von konservativer Seite für diskutabel gehalten, ebenso die Erhöhung der Matrikularbciträge von bisher 80 A auf etwa 1,101,20 pro Kopf der Bevölkerung der Bundesstaaten. Besonders weist die Korrespondenz darauf hin, daß die Partei bereits im Novem­ber 1911 im Reichstag durch den Mund ihres Führers, des Abg. Dr. o. Heydebrand und der Lafa hat erklären kaffen, daß sie zur Bestreitung der Kosten für Zwecke des Reiches auch das Vermögen der Besitzenden mitheranzuziehen bereit sei.

Der Landtagsabgeordnete unseres Wahlkreises, Prof. Dr. D r e d t, wendet sich imTag" in einem bemerkenswerten Artikel geoen die Einführung einer direkten Reichsvermögenssteuer. Er will die als Ergänzungssteuer zur Einkommensteuer ausaebaute Vermögenssteuer den Bundesstaaten Vorbehalten sehen. Weiter sieht er in der Heranziehung der einzelstaatlichen Vermögens­steuer auf dem Wege der Matrikularbeiträge eine einigermaßen erträglich« Lösung für den Fall, daß man eine allgemeine Besih- stcuer für das Reich einführen will. Auch in der Erbanfallsteuer ober in der partiellen Nachlaßsteuer, die die zurückgelegten Bermögensteile erfaßt im Sinne der Ileberflußbesteue- rang sieht er einen gangbaren Weg. Ferner weist Herr Prof. Dredt auf die Möglichkeit einer Kapitalrentenbesteuerung hin, indem er ausführt:Eine an der Quelle nicht bei der Person erhobene Kapitalrentensteuer würde für das Reich etwas direkt Gegebenes fein. Die 1909 abgelehnte Kotiernngsstener war nichts anderes als eine teilweise Anwendung dieses Gedankens, der fooar in der steuerrechtlich wenig haltbaren Talonsteuer einen gewissen Ausdruck fand. Wie das preußische Steuerrecht den Gemeinden den mit ihnen auf Gedeih und Verderb verbundenen Grundbesitz als Steuerguelle überreicht hat, so wurde eine Realhesteuerung des über die Landesgrenzen heimatlos hin und her flutenden Ka­pitals eine gegebene Sache des Reiches sein."

Tie Elsaß-Lothringer

sind naive Leute. In ihrer selbstverständlichen Unverfrorenheit stellen sie Forderungen, über die sie wohl im Stillen selbst lachen werden. Als der Kaiser seine so berechtigte Warnung an den elsaß- lothringischen Landtag ausgesprochen hatte, wurde bald darauf mitgeteilt, daß von nationalistischer Seite im elsaß-lothringischen Landtag der Antrag eingebracht wurde dahingehend, es sei in dem Derfaffungsgesetz vorn vorigen Jahre anstelle des Passusdas Verfaffungsgesetz kann nur durch Reichsgesetz aufgehoben oder ge- :8nbert werden" folgende Fassung zu setzen:kann nur durch Lan- desgesetz geändert werden". Bei bet Begründung führte ein Ab-

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend"/Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

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und Feiertage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich larch die Post bezogen 2.25 M lohne Bestellgeld i, der unseren Zeitungsstegen und der Expedition (Markt 21) 2.00 M frei ins Hans. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Drcick und Verlag der Unio.-Buchdruckerei I. A. Koch

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Marburg

Freitag, 24. Mai

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47. Miß.

1912.