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£;eCfct rueiftiflre Rettung' l ychcinl tagilch mit t.Ur:i.Hj.nc oct im- unö Feiertage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich !:,rch die Post bezogen S.25 <M. lohne Bestellgelds, oet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei in« HauS. (Für unver« langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Jnb.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55

Marburg

Donnerstag, 23. Mai

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47. Jahrg.

1912.

Rundschau.

Das Butomobilunglück des Prinzen von Cumberland.

Zu der Nutomobilkatastrophe, bei der Prinz Wilhelm von Cumber­land getötet wurde, wird von anderer Seite gemeldet: Der Prinz pas­sierte in Begleitung seines Chauffeurs und seines Kammerdieners auf der Reise von Prag nach Schwerin im Automobil die Verlin-Hamburger- Lhaussee am 20. Mai. Diese ist zwischen Friesack und Luchrand im Nor­den, wo sie in den Kreis Ruppin eintritt, eine vorzügliche gerade und viel befahrene Automobilstraße. Im Walde des Ritterguts Nackel, etwa 10 Kilometer hinter Friesack, gegen 6 Uhr abends geschah das Unglück. Der Prinz steuerte das Automobil und stürzte in die Wegböschung einer Kiefernschonung. Unweit waren Arbeiter beschäftigt, die Hilfe herüei- holten. Von dem zwei Kilometer entfernten Nackel war in kurzer Zeit ein Eutsfuhrwerk und eine Gemeindediakonissin an der Unfallstelle ein­getroffen. Der Friesacker Arzt konnte nur den Tod des Prinzen und seines Kammerdieners feststellen. Der Tod ist zweifellos durch Schädel­bruch sofort einaetretcn. Der Chauffeur, der jtur leichte Quetschungen erlitten hat, ist mit dem Leben davongekommen. Ein menschliches Ver­schulden scheint ausgeschlossen. Tief erschüttert geleitet« die Gemeinde Nackel unter Glockengeläut« die Toten nach der Dorfkirche. Mitglieder der Kiieger- und Militärvereine übernahmen die Totenwache. Bald nach Mitternacht traf von Schwerin der Flügeladjutant des Erotzherzogs zu Mecklenburg Major von Heintz« ein, um das Weiter« zu veranlassen.

Der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Prinz Georg Wil­helm. wurde als ältester Sohn und zweites Kind des Herzogs Ernst August von Cumberland tin seiner Gemahlin, der dänisck>en Prinzessin Thyra, der jüngsten Schwester des verstorbenen Königs Friedrich VIII. von Dänemark am 28. Oktober 1880 in Gmunden geboren. Er war Hauptmann in einem österreichischen Regiment und hat in den letzten Jahren, da er öfters an der Lung« litt, längere Reisen nach Aegypten unternommen, von denen er, wie es heißt, geheilt zurückgekehrt ist. Auf dem Prinzen Georg Wilhelm und seinem jüngeren, 1887 geborenen Bru­der Ernst August, ruhten die Hoffnungen des Welfenhauses auf eine der- einstig« Rückkehr nach Braunschweig. Um äußerlich ein gewisses Ein­lenken der Cumberländer zu dokumentieren, war der Prinz Ernst August in das erste schwere Reiterregiment Prinz Karl von Bayern eingetreten, das in München in Garnison liegt. Aber ein« Verwirklichung aller Zu- kunftsträum« des Welfenhauses auf die Thronfolge in Braunschweig muß daran scheitern, daß ihre Voraussetzung, ein vollständiger, rückhalt­loser und bedingungsloser Verzicht des Herzogs-von Cumberland für sich und sein ganzes Haus auf alle Ansprüche auf Hannover nie erfolgt ist. Zu solchem Verzicht hat er sich nie bereit finden lassen, wie man sagt, weil er feinem Vater, dem letzten König von Hannover, am Totenbett hat versprechen müssen, niemals auf feine Ansprüche auf Hannover zu verzichten, Jetzt stehen nach dem Tode des Prinzen Georg Wilhelm die Hoffnungen der Cumberländer nur noch auf zwei Augen. Di« unversöhn­liche Haltung der Welfen ist allmählich durch die Zeit gemildert worden, wozu wohl auch verschiedene verwandtschaftliche Beziehungen zu den anderen deutschen Fürstenhäusern beigetragen haben. Allerdings beharrt der jetzige Herzog noch auf seiner alten Stellung, den König von Preußen nichtanzuerkennen." Das geht auch daraus hervor, daß er von dem Tode seines Sohnes sofort alle Sduveräne mit Ausnahme des deutschen Kaisers hat telegraphisch unterrichten lassen.

Gmunden, 21. Mai. Der Herzog und die Herzogin von Cumber­land geben die Reise zum Begräbnis des Königs von Dänemark auf und treffen morgen aus Dresden in Gmunden ein, wo die Beisetzung des Prinzen in der hiesigen Familiengruft erfolgt. Die ganze Stadt Gmun­den ist schwarz beflaggt.

Zur Wahlrechtsfrage.

Die offiziösenBerl. Pol. Nachr." schreiben: Die aus der Red« des So­zialdemokraten Scheidemann herausklingende Kriegserklärung gegen die preußische,Monarchie gibt auch einen wertvollen Fingerzeig für die Be- handlMg der auf der heutigen Tagesordnung des Abgeordnetenhauses stehendem Frage der Neuordnung des preußischen Wahlrechts. Auch in bezug auf diese Frag« wird es vor allen Dingen darauf ankommen, di« preußische Eigenart, auf ber die Stärk« und Festigkeit der Monarchie zu einem guten Teil« beruht, im vollen Maße festzuhalten und keinerlei Ab­schwächung oder Verwischung derselben zu dulden. Für das Wesen des preußischen Staates ist besonders charakteristisch die Bildung der Volks­vertretung durch ein nach dem wirklichen Gewicht der Stimmen abge­stuftes Wahlrecht, wie es das seit Einführung der Verfassung geltende Dreiklassenwahlrecht verbürgt. Eine Demokratisierung dieses Wahlrechts nach dem Vorbilde des Reichstagswahlrechts würde daher mit der Eigenart des preußischen Staates nicht vereinbar sein und nur zu ge­eignet erscheinen, das feste lbcfüg« unserer monarchischen Einrichtungen zu lockern, während doch vaterländische Pflicht und politische Klugheit im Hinblick auf die sozialdemokratischen Angriffe umgekehrt gmeinfam darauf Hinweisen, die preußische Monarchie nach allen Seiten hin völlig sturmfrei zu machen.

Deutsches Reich-

Vom Kaiser. Homburg v. d. Höhe, 21. Mai. Der Kaiser besuchte heute vormittag die Saalburg und empfing an der Zu- pitersäule deren Stifter, Rechtsanwalt Oppenheimer-London, und deren Erbauer, Bildhauer Schmahl-Kostheim und nahm von Pro­fessor Neeh-Mainz Erklärungen über die Säule und ihre Einzel­heiten entgegen. Heute abend besuchten beide Majestäten, Prinz Oskar und Prinzessin Viktoria Luise ein geistliches Konzert in der Erlöserkirche, das die Kurverwaltung veranstaltet hatte, bei dem die Konzertsängerin Lilly Hoffmann-Wiesbaden, Organist Schild- Hauer, der Homburger Cecilienverein und das Kurorchester mit­wirkten.

Aus dex Steuerkommisston. Berlin, 21. Mai. Die Steuer­kommission des Abgeordnetenhauses beendete die erste Lesung des Gesetzentwurfs über die Steuerreform. Der Zentrumsantrag, die Erben von der Nachzahlungspflicht bei der Ergänzungssteuer zu befreien, wurde abgelehnt. Im übrigen wurde das Gesetz, mit

einigen wesentlichen Aenderungen angenommen. Die zweite Le­sung soll im Herbst stattfinden.

Eine gute Verfügung. Tarnowitz, 20. Mai. Der Landrat des Kreises Tarnowitz, Graf zu Limburg-Stirum, hat folgende Verfügung erlassen:Es ist zu meiner Kenntnis gelangt, daß vor einiger Zeit ein Beamter, der bei einem Amtsvorstand angestellt ist, einem Amtseingesessenen, der von weit gekommen war, gesagt hat:Die Bureaustunden dauern bis 5 Uhr, jetzt ist es fünf Mi­nuten nach fünf, kommen Sie morgen wieder." Ich mißbillige dieses Verfahren und ersuche die Herren Amts- und Gemeindevor­steher, ihren Beamten energisch einzuschärfen, daß sie des Publi­kums wegen angestellt sind, und daß es ihre Pflicht ist, über die Bureaustunden hinaus die Wünsche des anwesenden Publikums entgegen zu nehmen. Sollten mir erneut derartige Fälle zu Ohren kommen, so werde ich überall die Bureaustunden verlegen."

Mandatsverzicht Kampfs? Der Wahlprüfungsausschuß des Reichstages hat, wie wir seinerzeit berichteten, beschlossen, dem Plenum zu empfehlen, die Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl Kämpfs auszusetzen und durch den Reichskanzler Beweis­erhebung über einige der gegen die Wahl Kämpfs erhobenen Pro­teste ausführen zu lassen. Der schriftliche Bericht des Ausschusses ist nun gestern dem Plenum zugegangen. Der Ausschuß hat ge­funden, daß Kämpf, der in der Stichwahl 5588 Stimmen gegen den sozialdemokratischen Kandidaten Dllwell, der 5579 Stimmen auf sich vereinigte, 19 Stimmen abzuziehen und Düwell zuzuzählen sind. Bestätigt die Beweiserhebung diese Feststellung des Aus­schusses, so wäre von Rechtswegen nicht Kämpf, sondern Düwell ge­wählt; jedenfalls wäre Kämpfs Mandat ungültig, und es müßte eine Neuwahl stattfindeu. In parlamentarischen Kreisen verlautet nun einem Berliner Blatt zufolge, daß, da der Reichstag voraus­sichtlich dem Anträge der Kommission stattgeben wird, Kämpf das Resultat der Beweiserhebung nicht abwarten, sondern während der Vertagung sein Reichstagsmandat niederlegen wird. Zu die­ser Absicht Kämpfs soll insbesondere auch der Umstand mitwirken, daß er am vergangenen Freitag in einen Konflikt mit der sozial­demokratischen Fraktion des Reichstages geriet, mit deren Stim­men er zum Präsidenten gewählt worden ist. Der letztere Umstand ist allerdings ausschlaggebend.

lieber die Gewährung der Ostmarkenzulagen, die bei der zweiten Beratung des Postetats vom Reichstage abgelchnt waren, ist (wie bereits früher als möglich mitgeteilt wurde) für die dritte Etatslesung eine Verständigung zustande gekommen. Es wird der Antrag gestellt werden, Zulagen in der Höhe der bisherigen Ost­markenzulagen in allen gemischtsprachigen Distrikten zu gewähren, in denen mehr als 60 v. H. der Bevölkerung sich einer nichtdeut­schen Sprache bedienen. Wie verlautet, kann dieser Antrag auf Annahme rechnen, obwohl er im Grunde die bisherige Praxis bei der Gewährung der Ostmarkenzulagen kaum ändert. Die Zulagen würden außer in den Ostmarken in einigen wenigen Bezirken von Elsaß-Lothringen zu gewähren sein.

Parteipolitisch?--. In Sangerhausen wurde am Sonntag, den 19. Mai, ein Verein der rechtsstehenden Wähler für den Wahl­kreis Sangerhausen begründet, der die Organisation im Wahl­kreise in umfassender Weise ins Werk setzen soll. In der begrün­denden Versammlung sprach der Reichstagsabgeordnete Dr. Arendt und betonte dabei vor allem die gerade nach den letzten Ereignissen ja wohl immer weiteren Kreisen einleuchtende Notwendigkeit der Sammlung aller staatserhaltenden Elemente gegenüber dem im­mer stärkeren Andrängen des Radikalismus und der revolutio­nären Sozialdemokratie.

Weibliche Regimentschefs. Mit der soeben zum Chef des 14. Dragonerregiments ernannten Prinzessin August Wilhelm von Preußen gibt es im preußischen Heere 19 weibliche Regimentschefs, während die Herzogin Maria von Sachien-Koburg und Gotha ä la suite des Alexander-Regiments geführt wird. Die Deutsche Kaiserin und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin find in den Chefstellen zweimal vertreten. Von den weiblichen Regi­mentschefs gehören 11 dem Inlands, 8 dem Auslands an, je 3 sind Gemahlinnen regierender Fürstlichkeiten, die regierende Königin der Niederlande ist Chef des 15. Husarenregiments. In Frage kommen 12 Infanterieregimenter, 1 ILgerbataillon, 1 Kürassier­regiment, 5 Dragoner- und 3 Husarenrcgimenter. Die vier Kaiserlichen Schwestern sind Chefs von Infanterieregimentern, die drei Schwiegertöchter von Dragonerrcgimentern, während die Tochter 2. Chef des 2. Leib-Hufarenregiments ist.

lieber penfionsrechtliche Grundsätze ist zwischen dem Rech­nungshöfe des Deutschen Reiches und dem preußischen Kriegsmini­sterium eine bemerkenswerte Kontroverse entstanden. Anläßlich einer auch im Reichstage bereits erörterten Pensionierung eines Militär-Stabsapothekers, unmittelbar nach Eintritt in das pen­sionsfähige Dienstalter, hatte der Rechnungshof die Rechtmäßig­keit der Pensionierung bestritten, weil er der Ansicht war, daß es zu weit geht und der Absicht des § 34 des Reichsbeamtengesetzes nicht entspricht, von einem Militärapotheker unter allen Umstän­den uneingeschränkte Felddienstfähigkeit fordern. Die Heeres­verwaltung hat unter eingehender Darstellung der Rechtslage, der bisherigen Praxis und der Anforderungen der Felddienst­fähigkeit sich auf den Standpunkt gestellt, daß sie unbedingt für sich in Anspruch nehmen müsse, da sie die Verantwortung für die glatte Abwicklung des Dienstes in Krieg und Frieden zu tragen habe, für die einzelnen Gruppen von Beamten das erforderliche Maß von Dienstfähigkeit zu bestimmen. Nach den geltenden Eundsätzen sei die Pensionierung durchaus nach den gesetzlichen und sonstigen Bestimmungen zu Recht erfolgt. Die Rechnungskom- | misston des Reichstages hat den Standpunkt der Heeresvorlage

gebilligt und der Reichstag wird dieser Auffassung beitreten. Es ist wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles erfreulich, daß das Vorgehen des Rechnungshofes auf die Beurteilung der Feld­dienstfähigkeit eines Militärpensionärs Einfluß zu nehmen, zu­rückgewiesen worden ist. Es ginge weit über die Aufgaben des Rechnungshofes hinaus, wenn er so neben dem pflichtgemäßen, nach den Vorschriften begründeten Ermessen der Heeresverwaltung mit der Beurteilung der die Felddiensttauglichkeit betreffenden Eigen­schaften des Pensionärs eingreifen wollte.

Sächsische Westen für preußische Genossen. Den sechs Ge­nossen im preußischen Abgeordnetenhause haben jetzt sächsische Weber Stoff für sechs Westen in knallroter Farbe zugeschickt, mit der Begründung, daß die Weber gehört hätten, die Polizisten hätten bei dem jüngsten Skandal und der gewaltsamen Entfernung der Abgeordneten Borchardt und Leinert den Sozialdemokraten die Westen zerrissen. Der übersandte Stoff solle den Herren die, Möglichkeit geben, den ihnen zugefügten Schaden wieder gutzu« ' machen. Hoffentlich hat man demnächst Gelegenheit, die sechs Helden des Landtages in ihren sächsischen Westen paradieren zu sehen.

Das Kaiserliche Patentamt hat Erhebungen darüber eingeleitet, ob sich nach den Erfahrungen der beteiligten Kreise eine Aenderung in der bisherigen Praxis, wonach Weine und Spirituosen nicht als gleich­artige Waren im Sinne des Warenzeichengesetzes anzusehen sind, al« zweckmäßig empfiehlt.

Ausbildungskurs für Telegraphenbeamte. Am 2. September be­ginnt beim Telegraphenverfuchsamt ein Ausbildungskursus für Beamte, welche die höhere Verwaltungsprüfung bestanden haben und noch nicht in Jnfpeklorstellen eingerückt sind. Zn diesem Kursus werden 40 Beamt« einberufen.

fe.VSo

** Sturmszenen im ungarischen Reichstage. Der ungarische Reichstag war gestern morgen der Schauplatz wilder Lärmszenen. Als Vizepräsident Veoethy das Abdankungsschreiben des Präsi­denten Navays zur Verlesung brachte, wollten die Mitglieder der Iusthpartei", die vom Vizepräsidenten am Sprechen gehindert wurden, die Estrade des Präsidenten stürmen. Sie wurden aber- von der Regierungspartei gewaltsam daran gehindert. Da die Opposition die Präsidentschaftskandidatur des Grafen Tisza mit allen Gewaltmitteln verhindern will, war der Lärm und der Skandal andauernd so groß, daß es nicht möglich war, ein Wort zu verstehen. Diese unerhörten Tumultszenen füllten die ganze Sitzung aus. Die Abgeordneten Justh und Lovassy wurden wegen Gewalttätigkeit zur Bestrafung an den Immunitätsausschuß ver­wiesen. Der Abgeordnete Smrecsanyi erklärte im Kouloir, er werde den Präsidenten erschießen, falls er weiter die Opposition am Sprechen hindern sollte. Justh und Konsorten lärmten und brüllten fortwährend und bedachten die Regierung mit den ge­meinsten Schimpfworten. Was unter diesen Verhältnissen morgen im Parlament zu erwarten ist, weiß niemand vorauszusagen. Man befürchtet das Schlimmste. Das Ministerium ist am Nach­mittage zur Beratung zusammengetreten.

** Italien und die Türkei. Konstantinopel, 21. Mai. Der Sabah" zufolge wird der Beschluß betreffs Ausweisung aller Italiener tatsächlich damit begründet, daß die Italiener die Zivil­beamten von Rhodos entgegen dem Völkerrecht als Kriegsge­fangene erklärt und nach Italien gebracht haben, und außerdem damit, daß die Besetzung von Rhodos, welche auf den Ausgang des Krieges keinen Einfluß haben werde, den Haß gegen die Italiener noch mehr aufgestachelt habe. DieJeni Eazetta" äußert sich beifällig zu dem Ausweisungsbeschluß. Rom, 21. Mai. Admiral Male meldet durch Funkensp''uch von Bord des Schlachtschiffes Vitorio Emanuelo": Gestern früh erschien das SchlachtschiffNa­poli" vor der Insel Kos. Der Kaimakam, die Gendarmerie und die türkischen Zivilbehörden ergaben sich. DieAgenzia Ste­fan!" meldet aus Tobruk: Der Hauptteil des neuen am Meer ge­legenen Forts ist fertiggeftellt, die Artillerie ist aufgestellt. Das Fori erhielt eine dauernde Besatzung. Paris, 21. Mai. Heber die Stellung der Tripple-Entente-Mächte zum italienisch-türkischen Krieg schreibt derTemps": Die Besetzung der türkischen Inseln im Äegäischen Meere durch die Italiener veränderte vollständig das Kräftegleichgewicht in einem wichtigen Teil des Welt-See­weges und man muß feststellen, daß die neue Richtung des italie­nisch-türkischen Krieges dem Dreibund durchaus günstig, dagegen der Tripple-Entente und namentlich Rußland viel weniger günstig ist. Es ist Sache der beteiligten Regierungen, die ehrliche Freunde Italiens, aber auch auf ihre eigenen Interessen bedacht find, diese durch die italienische Kriegführung geschaffene Lage zu prüfen.

** Zur Lage in Marokko. Paris, 21. Mai. Nach einem von mehreren Blättern veröffentlichten Interview des früheren Mi­nisterpräsidenten Caillaux, welcher heute von einer längeren Orientreise in Marseille eingetroffen ist, bezüglich der Lage in Marokko, er könne nur bedauern, daß man Regnault zur Unter­zeichnung des Protektoratsvertrages nach Fez entsendet habe, ohne daß irgendwelche militärischen Maßnahmen getroffen worden wären. i

* Der Prinz von Wales bei de« französischen Flotten­manövern. Paris, 21. Mai. Der Prinz von Wales ist heute vor­mittag in Toulon eingetroffen und hat sich, vom Oberbefehlshaber | der Kriegsflotte Admiral Bu4 de la Peyröre begrüßt, alsbald an Bord des PanzerschiffesDanton" begeben, um den bis Sonnabend dauernden Flottenmanövern beizuwohnen.

"Klatsch? Brüssel, 21. Mai. Seit etwa 14 Tagen zirkuliert in Brüssel das Gerücht von einem Drama, das sich im Königlich«,