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Erstes Blatt.

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Rundschau.

Zur Rede des Genossen Scheidemann. _

Berlin, 18. Mai.DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In der gestrigen Sitzung des Reichstages hat sich ein " Vorgang abgespielt, der aus dem gewöhnlichen parlamentarischen Rahmen herausfällt und der, wie mehrere Zeitungsberichte en geben, nicht überall richtig dargestellt wird. Wir stellen daher den tatsächlichen Verlauf fest: Der Abgeordnete Scheidemann als erster Redner zum Etat des Reichskanzlers kam in seinen Ausführungen, die von Anfang an von ungehörigen Wendungen strotzten und mehrfach vom Präsidenten gerügt wurden, auch auf die Straßbur­ger Aeutzerungen des Kaisers zu sprechen und gebrauchte im Zu­sammenhang damit Schmähungen gegen Preußen, die selbst aus dem Munde eines Sozialdemokraten im Reichstage bisher uner­hört waren. Da anstatt des von einem großen Teile des Hauses erwarteten Ordnungsrufes nur eine Mahnung zur Mäßigung sei­tens des Präsidenten erfolgte, sah sich der Reichskanzler mit den Vertretern des Bundesrats veranlaßt, den Saal zu verlaßen. Nachdem Herr Scheidemann seine Rede beendet hatte, erteilte ihm der Präsident für die Beschimpfungen nicht einen Ordnungsruf, sondern beschränkte sich auf die hypothetische Form der Zurechtwei­sung. Nach einer genauen Durchsicht des Stenogramms überzeugte sich der Präsident, daß diese Stelle der Scheidemannschen Rede Ausdrücke enthielt, die Preußen auf das Schwerste beleidigten, und er sprach nachträglich einen Ordnungsruf aus. Danach kehrten die Mitglieder des Bundesrats und der Reichskanzler zurück. Das Verlaßen des Saales war allgemein als die schärfste Form des Protestes gegen die ungualifizierbare Ausschreitung aufgefaßt worden. Die bürgerlichen Parteien gaben ihre Uebereinstimmung ntitMErem Reichskanzler durch starken Beifall kund, mit welchem sie die Mde des Kanzlers unterstrichen haben. f

DerVorwärts" veröffentlicht jetzt folgende parteioffiziöse Mkl^ktlung:Die Genoßen Scheidemann und Dr. Lcnsch haben, in Uebereinstimmung mit der Fraktion, von der Einbringung einer Beschwerde gegen die ihnen in der Reichstagssitzung vom 17. Mai erteilten Ordnungsrufe Abstand genommen. Die Ord­nungsrufe waren nur möglich, weil der Präsident sich der Situa­tion nicht gewachsen zeigte und ein Maß von Direktionslosigkeit bewies, das seinen Ordnungsrufen jede sachliche Bedeutung nahm." Herr Kampf scheint sich mit seinem Verhalten gegen»'- über den Ausführungen des Genoßen Scheidemann zwischen zwei Stühle gesetzt zu haben. Weder bei den rechten Gegnern noch bei ben linken Freunden hat er Beifall gefunden. Im Gegenteil sind beide Teile sich in der abfälligen Kritik so ziemlich einig.

Eine Verbesserung der deutschen Militär-Luftschiffe.

Der Ingenieur Eberhard vom Preußischen Luftschifferbataillon in Berlin-Reinickendorf hat eine Verbeßcrung für Luftschiffe er­funden, die den Neubauten der deutschen Luftflotte zugute kommen dürfte. Die Erfindung geht von der ständigen Gefährdung aus, der die Hüllen unstarrer Luftschiffe ausgesetzt sind, weil ihre Forrn- erhaltung lediglich vom Inneren lleberdruck abhängt. Sehr häufig sind bei Prallschiffcn durch kleine Riße in der Hülle Unfälle her­vorgerufen worden, da die Riße sich im Augenblick infolge der Gc- wichtsverfchiebungen vergrößerten, die durch die an seitlichen Gur­ten hängende Gondel verursacht wurden. Man bat diesem Grund- übel der prallen Luftschiffe dadurch abhelfen wollen, daß man, um das Gewicht der Gondel auf den ganzen Ballonkörper zu verteilen, die Gondel an einem Netz aufhängte, das, ähnlich wie beim Frei­ballon. über den ganzen Tragkörper gelegt wurde. Diese Art der Gondelaufhängung hat jedoch den Nachteil, daß die Netzmaschcn in gänzlich unkontrollierter Weise belastet und verzogen werden, dazu kommt, daß die Gondel bei der Schräglage des Schiffes sich verschieben und die Gleichgewichtsverhältniße verändern muß, worin ein großes Eefahrmoment liegt. Allen diesen Nachteilen Hilst die neue Erfindung des Ingenieurs Eberhardt ab. Sein Tragnetz für Luftschiffe besteht in 3 Teilen, einem mittleren, dem Tragnetz, das über den mittleren größeren Teil des Ballonkörpers gelegt wird und die Last der Gondel trägt, und 2 Spitzennetzen oder Kappen, die die beiden Ballonenden umschließen. Sie sind von dem Hauptnetz getrennt, mit ihm aber und untereinander oben, an den Seiten und unten durch Zuggurte verbunden, die parallel zur Längsachse des Tragkörpers laufen. Die Gondel wird dann so aufgehängt, daß ihre Tragseile sowohl an dem Tragnetz wie an den seitlichen Gurten angreifen. Dadurch wird die schädliche Wir­kung schiefer Seilzüge ausgehoben und in unschädliche Wirkung in senkrecht abwärts gehender und in wagerechter, dem Zugorgan fol­gender Richtung umgewandelt. So ist ein Verziehen der Netz­maschen und eine Veränderung der Lage bei Hülle und der Gondel verhindert.

Französische Stimmen zur deutschen HeeresverstLrknng.

P a r i s, 20. Mai. DerMatin" hat bei mehreren Generalen des Ruhestandes eine Umfrage über die deutsche Heeresverstärkung veranstaltet. General Delacroix wiederholte seine bereits im, Ternps" ausgedrückte Ansicht, daß die enorme Verstärkung nicht viel zu bedeuten habe, daß jedoch die Vermehrung der Offensiv- fähigkeit des deutschen Heeres von großer Wichtigkeit sei. Die Erenzbataillone sowie 123 andere Bataillone würden weniger Re­servisten haben und dadurch beßer imstande sein, die ersten An­strengungen eines Feldzuges auszuhalten.' General Donnal sagte, Frankreich könne seine Armee nicht vermehren, doch müße es seine

Mannschaften beßer verwerten. Ganz abgesehen von den unge­heueren Hilfsquellen, die es nach seiner Ueberzeugung unter den schwarzen Truppen finden könne, könne man im Mobilmachungs­falle anstatt eine zwei bis drei Reservebrigaden jeder Armee zu­teilen. S)ie' beste Antwort aber, die man Deutschland erteilen könne, wäre die Stärkung der Vaterlandsliebe des Volkes. Gene­ral Percien sagt: Die Zahl sei nicht alles: die französischen Sol­daten, Unteroffiziere und Offiziere seien den Deutschen überlegen. Bezüglich des Oberkommandos wolle er keine Mahnung ausspre­chen. General Bazaine Hayter sagt: Die Gefahr liegt nicht in der deutschen Heeresvermehrung, sondern in der mangelhaften Aus­bildung der französischen Soldaten. Man könne die Hauptleute und Majore, die ihre Mannschaften in kriegsmäßiger Stärke ge­führt haben, an den Fingern abzählen. Die heutigen Schießplätze seien dieselben, wie vor 50 Jahren, wo die Gewehre nur 200 Meter weit trugen. Ein französischer Infanterist feuere während seiner zweijährigen Dienstzeit weniger Schüße ab, als ein schweizerischer Milizsoldat. Da müße man abhelfen. Aber in Frankreich glaube man, daß für die militärische Ausbildung eine Militärmustk ge­nüge.

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Deutsches Reich-

Versammlung des Vorstandes der konservativen Partei. Berlin, 20. Mai. Der erweiterte Vorstand der deutsch-konservativen Partei hielt gestern unter zahlreicher Beteiligung aus allen preu­ßischen Provinzen und allen deutschen Bundesstaaten eine Ver­sammlung im Abgeordnetenhause ab. Auf Antrag des Oberbür­germeisters von Dresden, Geheimrat Beutler, wurde der Partei­leitung und insbesondere Herrn v. Heydebrand vollstes Vertrauen ausgesprochen.

Abgelehnte Waylrechtsanträge. Berlin, 20. Mai. In der Abstimmung über die Wahlrechtsanträge lehnte das preußische Ab- geordnetnehaus in einfacher Abstimmung die Anträge Aronsohn und Friedberg ab. Der Eventualantrag Aronsohn auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs, noch in dieser Session für die Wahlen das allgemeine direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe einzu­führen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 188 Stimmen ge­gen 158 Stimmen abgelehnt bei einer Stimmenthaltung.

Hauptversammlung des Verbandes kaufmännischer Vereine. Berlin, 20. Mai. Der Verband kaufmännischer Vereine hielt gestern seine diesjährige Hauptversammlung ab. Es waren 2200 Vertreter aus allen Teilen des Reiches erschienen. Seitens der Regierung wurde das Interesse an den Verhandlungen und die Erwartung ausgesprochen, daß auch auf dieser Hauptversammlung das Bestreben zur Anerkennung gelange, einen Ausgleich der sozialen Gegensätze zu fördern. Die Versammlung beschloß, es als dringend notwendig zu erklären, daß dem Handelsminister Mittel für den Zweck der Jugendpflege im Kaufmannsstand zur Ver­fügung gestellt werden. Als Äbhaltungsort für die nächstjährige Versammlung wurde Barmen gewählt.

DerAltnationalliberale Reichsverband* ist nunmehr defi­nitiv begründet worden. DieNat.-Lib. Korr." schreibt:Herr Generalsekretär Fuhrmann ist unter Niederlegung seines Partei­amtes als geschäftsii'^reni,^« Vorstandsmitglied in die Leitung des soeben begründete:!Altnalisnalliberalen Reichsverbandes" eingetreten. Der geschäftsfübreude Ausschuß ebenso wie die Kollegen bedauern lebhaft sein Ausscheiden aus dem Zentral­bureau, dem er die wertvollsten Dienste geleistet hat. Auch die Gesamtpartei wird bei diesem Anlaß dankbar die großen Ver­dienste anerkennen, die er sich durch seine stete Bereitwilligkeit, mit Wort und Tat für ihr Gedeihen einzutreten, erworben hat." Be­kanntlich soll der neueVerband das Gegengewicht gegen den Jung­liberalismus bilden.

Blutiger Kampf zwischen Zivilisten «nb Soldaten. Aschaf­fenburg, 20. Mai. Bei dem gestrigen Gauturnfest im benachbarten Haibach kam es in später Nachtstunde zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen Soldaten und Zivilisten. Etwa 40 Mann und 2 llnteroffiizere des hiesigen ILgerbataillons wurden plötzlich von Dorfburschen mit Maßkrügen bombardiert, worauf die Jäger blank zogen. Die Dorfburschen antworteten mit Revolverschllßen und inzwischen herbeigeholten Jagdflinten. Auf beiden Seiten gab es bedeutende und zahlreiche Schußverletzungen. Das Earni- sonskommando Aschaffenburg sandte später den Bedrängten Ver­stärkungen, worauf der Festplatz völlig geräumt wurde. Die Un­ruhen dauerten bis ties in die Nacht hinein.

Die neue feldgraue Uniform, die bisher nur ganz aus­nahmsweise getragen wurde, soll von 1913 häufiger in die Er­scheinung treten, soweit Infanterie, Feldartillerie und Pioniere in Frage kommen. Nähere Bestimmungen hierüber werden noch folgen.

Stiftung für das Flugwesen. München, 20. Mai. Der Kaufmann Wilhelm Boße, Teilhaber der Firma Energos & Co. in München, hat, wie man hört, dem bayrischen Kriegsministerium den Betrag von 25 000 <M. zur Besserung des Flugwesens im Heere und zwar besonders zu der Schaffung eines Flughafens zur Ver­fügung gestellt. Seine König!. Hoheit Prinzregent Luitpold hat die Genehmigung zur Annahme der Spende erteilt und Herrn Boße den Auftrag allerhöchst wohlgefälliger Anerkennung über­mitteln laßen.

Der Fall Dreßler. Stallupönen, 20. Mai. Von dem Erenz- kommißar Dreßler ging, wie dieOstdeutschen Grenzboten" mit­teilen, heute morgen in Eydtkuhnen ein Brief an seine Gemahlin ein, in welchem er bestätigt, daß er sich in Suwalki in Untersuch­ungshaft befinNt. Wann die gerichtliche Verhandlung dort statt» findet, ist noch nicht bekannt.

Zeitungsberichte über Gerichtsverhandlungen. Magdeburg, 17. Mai. Der Verein Deutscher Zeitungsverleger, der heute hieß tagte, hat folgende Entschließung einstimmig angenommen:Ded Verein Deutscher Zeitungsverleger erkennt an, daß in der publi» zistischen Behandlung von Gerichtsverhandlungen über sexuell« , Verfehlungen Mängel bestehen. Der Verein beauftragt den Vor- \ stand, dahin zu wirken, daß Eerichtsberichterstatter und Zeitungen i sich der Berichterstattung über denjenigen Teil derartiger Prozeße enthalten, für den die Oeffentlichkeit zwar ausgeschloßen, die Preße aber zugelaßen bleibt. Auch ist anzustreben, daß bei derartigen Prozeßen die Erörterung über diese Verhandlungen in Stim­mungsbildern wie die äußere Aufmachung der Berichte selbst sich von jeder sensationellen Ausschmückung fernhalten. Geboten scheint schließlich, zu bewirken, daß Konflikte zwischen Richtern, Staats­anwälten und Verteidigern im Jntereße des Ansehens der Rechts­pflege nicht zum Gegenstände sensationeller Darstellung gemacht werden. Die Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Preße, mit denen der Vorstand über diese Fragen verhandelte, erklärten i ihre Uebereinstimmung mit diesen Entschließungen." Sehr richtig! Aber obs viel nutzt? >

EineDemokratische Bürgerpartei" soll jetzt, wie wir den L. N. N." entnehmen, aus de: Demokratischen Vereinigung der Herren v. Gerlach und Konsorten werden. DieDemokratische Vereinigung" hält ihren diesjährigen Parteitag vom 26. bis 28. Mai in Nürnberg ab. Unter den eingebrachten Anträgen befindet sich ein Antrag der Ortsgruppe Steglitz, den 9?amen der Partei inDemokratische Bürgerpartei" umzuändern. Weshalb man ge­rade auf den NamenVürgerpartei" gekommen ist, ist nicht ganz klar. Denn mit dem Bürgertum hat die Partei, die nur aus weni­gen radikalen Personen besteht, herzlich wenig gemein.

Ausland-

** Die Aufbahrung der Leiche des dänischen Königs. Kopen­hagen, 20. Mai. Schon morgens sammelte sich eine große Menschen­menge vor der Schloßkirche, wo die Königsleiche aufgebahrt war. Die Kirche ist mit weißem und schwarzem Tuch geschmückt. Auf einem Katafalk steht der in die Königsflagge gehüllte Sarg, über den der purpurne Königsmantel mit der Krone gebreitet ist. Vor dem Sarg sind die drei silbernen Löwen aus dem Rosenberg­schloß aufgestellt. Offiziere halten die Leichenwache. Bevor die Kirche für das Publikum geöffnet wurde, statteten Prinz Walde­mar, das Prinzenpaar Harald und Prinz Georg von Griechenland einen kurzen Besuch ab.

* * Flugzeugstiftung. Paris, 20. Mai. Ein in Milano leben­der fanzösischer Finanzmann, Condrand, stiftete je 20 000 Francs für zwei Flugzeuge, die er der französischen und der italienischen Regierung anbot. Beide Regierungen nahmen das Anerbieten an.

* * Marokko. Paris, 20. Mai. Aus Udschda wird gerüchtweise unter Vorbehalt gemeldet, daß die Zahl der Marokkaner, die in der Nacht vom 14. Mai das Lager von Merada angegriffen habe, an 14 000 betrug. Der Kampf habe nach zweistündiger Dauer mit der Flucht der Marokkaner geendet, die zahlreiche Tote zurückge­laßen hätten. Die Franzosen hätten mehrere Tote und Verwun­dete gehabt.

* * Ungehaltener Dampfer. New-Orleans, 19. Mai. Ameri­kanische Beamte hielten den unter englischer Flagge fahrenden DampferSantona" an, der der Verletzung der Proklamation des Präsidenten Taft über die Verschiffung von Waffen und Munition nach Mexiko beschuldigt wird.Santona" war unter Segel, als sie angebalten wurde. Man fand auf ihr 110 000 Patronen.

* * Türkische Rüstungen. Konstantinopel, 20. Mai. Es ver­lautet. das Kriegsministerium treffe Maßnahmen zur Konzentra­tion der Truppen auf beiden Seiten des Eingangs des Bosporus. Zwei Bataillone besetzten vorgestern die Anhöhen in der Nähe von Bujukdere. Das Marineministerium trifft Vorbereitunoen zur Einrichtung eines Marinearsenals bei Ismid, wo sich das Dock für den in England bestellten DreadnoughtRefchadie" befinden wird.

Marburg und Umgegend.

Nachdruck oller Orginalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mtt der deutlichen QuellenangabeOberhesi Ztg." gestattet.)

Marburg, 21. Mai.

* Juristisches. Herr Rechtsanwalt Auth hier wurde zum Notar ernannt und heute vom Präsidenten des Königl. Land­gerichts vereidigt.

* Eisenbahnverkehr. Die Artikel Pflanzenmehl, Reishülsen und Reisklein gehören vom 1. April d. I. ab nicht mehr zu den Gütern des Spezialtarifs III, sondern zu denen der Allgemeinen Wagenladungs- klaße. Damit sind sie zwar gleichzeitig aus dem Warenverzeichnis des Ausnahmetarifs für Futter- und Streumittel ausgeschieden, die Eisen- bahnverwaltung hat aber in entgegenkommender Weis« Anordnung ge­troffen, daß der vorgenannte Ausnahmetarif für Pflanzenmehl, Reis- Hülsen und Reiskleie, wie bisher im Spezialtarif III genannt, bis zum 30. Juni d. I. weiter zu gewähren ist. Es gelangen daher für ganze und halbe Wagenladungen die um 50 Prozent ermäßigten Sätze des Spezial­tarifs III mit der Nebenklasse Spezialtarif II zur Erhebung. Für die seit dem 1. April bis jetzt aufgegebenen Sendungen greift die gleiche Frachtberechnung auf Antrag Platz. Vom 1. Juli d. I. ab ist dagegen di« Fracht für die genannten Artikel wieder nach der Allgemeinen Wagenladungsklaße zu berechnen.

* Der Ruhegrhaltsanspruch von Kommunalbeamte». Das Reichs­gericht hat vor einiger Zeit ein« bedeutsam« Entscheidung über den Ruhegehaltsanspruch der Kommunalbeamten gefällt. Es hat entschieden, daß das Kommunalbeamtengesetz rückwirkende Kraft habe. Nach de« Urteil« des erkennenden Senates finden die Vorschriften des Gesetzes we

| Der Anzeigenpreis betrügt für die 7 gespaltene Zeile oder deren

1912

Marburg

Mittwoch, 22, Mai

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Krrchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage

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