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Jfä 117
47. Jahrg.
1912.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den BeUagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Bellage"
.Lie „LUtiiXilUtiK Teilung" t^ogemt tagno; am s. »I.
und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteijährlich turch die Post bezogen 9.25 M (ohne Bestellgelds, bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 «X frei ins Haus. (Für unverlangt zugeiandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch
(Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55
Marburg
Dienstag, 21. Mai
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Erstes Blatt.
Das Echo.
Die vorgestrige Reichstagsdebatte findet in der gesamten Presse des Zn- und Auslandes eingehende Beachtung. Heber das Verhalten-des Abg. Scheidemann ist kaum ein Wort zu verlieren. Allein der „Vorwärts" bringt es fertig, über sein Auftreten folgendes zu sagen: „Wenn die Junker diesen Anklagen gegenüber entrüstet auffahren, so ist das begreiflich, denn ihre Herrschaft ist er, um die es sich handelt, wenn von Preußens Schande gesprochen wird. Wenn aber Herr v. Vethmann-Hollweg diese politische Heuchelei der Konservativen mitmacht, was beweist das anders, als daß er sich nur als konservativer Handlanger fühlt." Aber sogar das „Verl. Tgbl." rückt doch schon etwas von ihm ab. Es bildet sich ein, im Kampfe gegen das System, wonach Preußen zur Zeit regiert wird, seinen Mann zu stellen. „Aber wir werden es für geschmacklos halten, unserer tiefbegründeten Abneigung gegen das System durch Herabsetzung der preußischen Staatsangebörigleii Luft zu machen." Weiterhin findet es freilich schon wieder den Anschluß an Herrn Scheidemann, indem es erklärt, vielleicht habe dieser es gar nicht so gemeint. Aehnlich halbe Töne schlagen andere fortschrittliche Blätter an.
Die Presie der Rechten und der Mittelparteien beschäftigt sich besonders mit der kläglichen Haltung des Präsidenten. Die „Hamburger Nachrichten" schreiben: „Man kann sich angesichts der Begleitumstände des Verdachtes nicht erwehren, daß Herr Kämpf den Sozialdemokraten Scheidemann trotz seiner unerhörten Ausfälle gegen den Kaiser und gegen Preußen so lange als möglich schonen und schützen wollte." — Die „Germania" meint: „Es ist nur merkwürdig, wie schwerhörig der Präsident des Deutschen Reichstages ist. Für jeden anderen waren Scheidemanns Worte laut genug, «m ein sofortiges Urteil über ihre absolute Ungehörigkeit aufzuzwingen. Die nachträglichen Ordnungsrufe sind nur eine halbe Sache; der freisinnige Reichstagspräsident hat die Würde des Reichstages heute in einem heiklen Augenblicke nicht gut gewahrt." — Noch schärfer äußern sich die Blätter der Rechten. Aber auch die nationalliberale „Magdeburger Zeitung" weist auf die rührende Ahnungslosigkeit des Präsidenten hin: „Der sitzt in seinem Prä- sidentenstuhl und versteht nicht, daß unter ibm ein Abgeordneter die Ehre seines eigenen Vaterlandes mit Füßen tritt." — Auch der „Hannoversche Kurier" stimmt dem Verhalten des Präsidenten nicht zu. Eine Ehrenrettung unternimmt dagegen die freisinnige „Volfische Zeitung", sie meint, der Präsident habe die Worte Scheidemanns bei dem Lärm nicht richtig verstanden, er denke aber darüber genau so wie der Kanzler. Ein schwerhöriger Präsident! Der „Vorwärts" andererseits macht dem ..liberalen" Präsidenten noch besondere Vorwürfe wegen der nachträglichen Ordnungsrufe. Den Herrschaften dürfte es also Herr Kämpf trotzdem nicht recht gemacht haben.
Im Auslande, besonders in Frankreich und England, bildet die Reichstagsdebatte eine besondere Sensation. Mit den auffallendsten Ueberschriften versieht die Presie ihre Berichte aus - Berlin, und man sieht aus alledem, welch großes Interesie das Ausland, besonders aber Frankreich, der elsaß-lothringischen Frage entgegenbringt. Besonders muß man wieder einmal englische Anmaßung zurückweisen. Mit hämischer Freude stellen einzelne Blätter fest, daß trotz der 41jährigen Zugehörigkeit zum Deutschen Reich die Elsässer, obwohl von Nation Deuttoe, dennoch Franzosen seien. „Daily Chronicle" schreibt gar: „Deutschland ist und bleibt von einer militärischen Autokratie regiert. Welches die Drohungen des Kaisers auch sein mögen, ausgesprochen vielleicht im Augenblick berechtigter Erregung, Preußen hat nicht das Recht, Elsaß-Lothringen, welches 41 Jahre von Frankreich getrennt war und dessen Verlust Frankreich nicht vergessen kann, ohne Einwilligung der anderen Mächte zu annektieren." — Jedes Wort eine internationale Unverfrorenheit, der man zur Vervollständigung des Bildes nur eine elsässische Stimme, und zwar des „Elsässischen -Kuriers", hinzuzufügen braucht, der schreibt: „Beim Versuch einer solchen Knechtung Elsaß-Lothringens unter das preußische Joch, würde eine Schicksalsstunde schlagen! Das kann sich niemand verhehlen, der beobachtet, wie unvorsichtig sie jenseits der Vogesen mit den Lebelgewehren spielen, und wie ungeduldig die englischen Riesenpanzer an den Ankerketten rasseln."
Man kann sich des Eindrucks nicht «wehren, daß infolge der langjährigen Versöhnungstaktik, die mit der Verleihung einer fast selbständigen Verfassung endigte, den Partikularismus im Reichslande auf die Spitze getrieben hat. Daß das Endziel eine Los- reißung von Deutschland ist, darüber dürfte sich kaum jemand im Unklaren sein.
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Die Deckung der Webrvorlaaen hak in der Kommission eine Lösung gefunden und zwar zu gunsten I einer allgemeinen Befitzsteuer. Die Abgeordneten Basiermann und Erzberger haben mit Unterstützung ihrer Fraktion folgenden Antrag eingebracht: „Die im Artikel 5 be» Gesetzes, betreffend die Aenderung im Finanzwesen vorn 15. 7. 09 (Finanzreform), vorgesehene Ermäßigung der Zuckersteuer tritt sechs Monate nach der Einführung eines Gesetzes, welches eine allgemeine, den verschiedenen Besttzformen gerecht werdende Befitzsteuer vorschreibt, späte- 6ens am 1. Oktober 1916 in Kraft. Der Gesetzentwurf ist dem
Reichstage bis zum 30. April 1913 vorzulegen."
Die Volkspartei hat ihren Antrag auf Wiedereinbringung der Erbschaftssteuer aufrechterhalten. Sie wird von den Sozialdemo« |
traten unterstützt. Der nattonalliberale Antragsteller betont ausdrücklich, daß die Auswahl unter den Vesitzsteuern, also in bet Hauptsache Vermögenssteuer oder Erbschaftssteuer, Vorbehalten bleiben soll. Der Schatzsekretär sprach seine Genugtuung über den Antrag der Nationalliberalen und des Zenttums aus und möchte nur eine Hinausschiebung des für die Vorlage des Besttzsteuerge- setzes gestellten Termins. Er könne das Einverständnis der Regie« rung zusagen. In der Gesamtabstimmung wurde vor allem der Antrag Basiermann-Erzberger angenommen. Ein Antrag des Grafen Westarp, d"as Wort „Vesttzsteuer" durch das Wort „Besitzbesteue- rung" zu ersetzen, wurde abgelehnt. Ein konservatives Mitglied erklärte, seine Partei werde mit Rücksicht auf das Schicksal der Wehrvorloge dem Antrag Basiermann-Erzberger zustimmen. Die Zuckersteuer bedeute wieder eine Steuer für die Landwirtschaft, ebenso wie die Branntweinsteuer. In dieser Besteuerung erblicke seine Partei den Fehler, daß das mobile Kapital nicht genügend herangezogen ist. Gegenüber der Erbschaftssteuer änberten bie Konservativen ihre Ansicht nicht, über eine Besitzsteuer aber lasie sich reden. Der Antrag der Volkspartei über die Erbschaftssteuer wurde mit fünfzehn Stimmen der Nationalliberalen, Volkspartei, Sozialdemokraten und Wirtschaftlichen Vereinigung angenommen. Die Sozialdemokraten hatten einen Antrag auf Quotisierung der Erschaftssteuer eingebracht. Die Frage der Deckung der Wehrvorlagen dürfte damit im Prinzip erledigt sein.
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Italien imb die Türkei.
Rhodos, 18. Mai. (Agenzia Stefani.) Die italienischen Truppen, die gestern hier eingetroffen sind, ließen in Psytkes eine Abteilung zurück, die den Verwundeten helfen und die von den Türken in den benachbarten Dörfern versteckten Waffen und Munition sammeln sowie die Soldaten in ihre Gewalt bringen soll, die sich bisher nicht zur Uebergabe eingefunden haben. — Gestern abend sind auf dem Dampfer „Sannio" die ersten 700 Gefangenen mit 29 Offizieren eingeschafft worden, außerdem der Kommandant der auf der Insel befindlichen Truppen, der Kommandant der Gendarmerie, eine Abteilung Artillerie, eine Abteilung Maschinengewehre und 200 Kisten Munition. Die italienischen Truppen wurden von der meist mohammedanischen Bevölkerung gut ausgenommen.
Konstantinopel, 19. Mai. Nach einet im Kriegsministerium eingegangenen Depesche haben die Türken auf Rhodos nach einem heftigen, angeblich 48stündigen Kampf über 200 Tote verloren, der Rest der Türken, 1200 Mann, wurde gefangen genommen.
R o m , 18. Mai. Die „Tribuna" bebt die Möglichkeit hervor, daß die Italiener wegen der letzten Ausweisungen oder Verhaftungen von Italienern in der Türkei die auf den okkupierten Inseln wohnhaften Türken ausweisen oder andere Represialien ergreifen könnte. Das Blatt sagt: Wir kennen die Entscheidungen der Regierung nicht, ober et ist sicher, daß die genannten Maßnahmen vollständig gerechtfertigt wären und daß die öffentliche Meinung Italiens zweifellos diese oder eine andere Genugtuung für den Fall fordert, daß die Türkei weitere Ausweisungen von Jta- lienern vornehmen oder die Herausgabe der italienischen mineralogische,! Expedition üa Tripolis, die sie widerrechtlich gefangen hält, verzögern sollte.
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Deutsches 'Reich.
— Born Kaiser. Eronberg i. T., 19. Mai. Der Kaiser und bie Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise waren heute nachmittag um 5 Ahr im Automobil von Homburg kommend hier eingetroffen, um das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hesien zu besuchen. In der Begleitung befanden sich Gräfin Keller, Oberstallmeister Frhr. v. Reischach, Generaloberst von Scholl, Oberleutnant von Muting und Baron von Holzing. Nach dem Tee fuhren bie Herrschaften nach Homburg zurück. — Der Kaiser wird zum Stapellauf des Dampfers „Imperator" am 23. Mai vormittags zwischen 81/?—8% Ahr mit großem Gefolge in Hamburg Eintreffen. Die Bürgermeister werden den Kaiser nach den 6t. Pauli-Landungsbrücken geleiten, von wo aus die Fahrt nach der Vulcanwerft um 9 Ahr angetreten wird. Bürgermeister Vurchard wird bie Taufrede halten, der Kaiser die Taufe des Schiffes vollziehen.
— Der Kaiser üb« bie Sicherheitsmaßregeln auf Personen« dampferu. Der Kaiser nahm im Schloß zu Homburg v. b. H. über den Untergang bet „Titanic" und die zu ergreifenden Maßnahmen die Vorträge des Staatssekretärs Dr. Delbrück und verschiedener Autoritäten int Schiffahrtswesen entgegen. Der Kaiser bekundete das eingehendste Interesie für alle zur Erörterung gestellten Fragen und nahm dazu Stellung. Insbesondere betonte er wiederholt, daß bei den zu ergreifenden Maßnahmen das Hauptgewicht auf bie Steigerung der Schwimmfähigkeit bet Schiffe gelegt werden müsse und baß in zweiter Linie für Verbesierung bet Navigation unb Sicherung des Fahrdienstes insbesondere durch Vervollkommnung des funkentelegraphischen Dienstes bei Tag unb bei Nacht Sorge getragen werben müsse. Daneben bfirfe selbstverständlich nicht außer acht gelaßen werden, daß die Beschaffung van Baotsraum in einem solchen Umfang angestrebt werbe, baß die Rettung von Pasiagieren unb Mannschaft bis auf den letzten Kopf möglich sei. — Ebenso erörterte der Kaiser eingehend die Ausdehnung der Bootsrolle auf die Passagiere unb eine gleichmäßige Berücksichtigung bet Zwischendeckspasiagiere unb derjenigen der übrigen Klassen. Auch müsse Vorsorge getroffen werden, daß bei bet Verteilung bet Passagiere auf bie Boote Härten vermieben würden unb auf ein Zusammenhalten zusammengehöriger Personen Bebacht genommen werbe. Auch bie Frage, ob bie Scheinwerfer bei richtiger
Verwendung geeignet seien, die Eisgefahr bet Rächt zu verringern, wurde eingehend erörtert und soll auf Grund der Anregungen des Kaisers bei den bevorstehenden kommissarischen Beratungen einet Prüfung unterworfen werden. — Ausführlich besprochen wurde auch die Frage einer Vervollkommnung des Eisnachrichtendienstes durch internationale Vereinbarung unb Veranstaltungen. Die Konferenz schloß mit ein« Darlegung bet für bett neuesten großen Dampfet „Imperator" vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen, welche die Billigung bes Kaisers fanden.
— Der Dank des Kaisers. In militärischen Kreisen verlautet, einet Berlin« Nachrichtenstelle zufolge, baß bet Kaiser aus Anlaß bet Annahme bet Heeres- unb Flottenvorlage eine ganze Reihe von Gnadenbeweisen denjenigen hohen Beamten und Ossis zieren zugedacht hat, bie sich um das Zustandekommen bet Wehr» kraftsteigerung besonders verdient gemacht haben. Der Reichskanz» lern. Beihmann-Hollweg, angeblich auch Großadmiral v. Tirpitz, der bereits alle Auszeichnungen besitzt, die bet Oberste Kriegsherr zu vergeben hat, sollen in den Etafenstand erhoben werden; General bet Infanterie v. Heeringen wirb ben Hohen Drben vom Schwarzen Adlet erhalten.
— Die llngültigkeit bes Motnproprio in Bayern. München, 18. Mai. In bet Kamm« bet Abgeordneten erklärte auf eine Anfrage des Abgeordneten Süßheim (Soz.) bei Beratung des Justiz« Haushalts der Justizminister v. Thelemann: Nachdem das Motu« proprio veröffentlicht worden wat, stellte bet bayerische Gesandte beim Vatikan die Frage an den Vatikan, ob das Motnproprio auf Bayern anwendbar sei. Der Kardinalstaatssekretär erwiderte darauf, daß das Motuproprio Bayern nicht berühre, und so habe sich an dem bisherigen Stand in Bayern nichts geändert. Auch der preußischen Regierung sei vom Kardinalstaatssekretät mitge« teilt worden, daß das Motnproprio in Deutschland nicht gültig sei. Aus alledem gehe klar hervor, daß der geltende Rechtszustand in Bayern, wie er durch die Verfassung festgestellt sei, durch das Motu- ptoprio keine weitere Aenderung erfahre.
— Stärkung bes Deutschtums in ben Rotbmarken. Berlin, 18. Mai. Zur Beratung des Etats des Ministeriums des Innern haben im Herrenhause bie Herren Graf zu Rantzau, Dr. Tobsen, von Köller beantragt, bie Staatsregierung zu ersuchen, zur Erhaltung unb Stärkung bes Deutschtums in Nord-Schleswig: 1. mit ruhiger, fester und gerechter Energie in der Abwehr ittedentisti- scher Danisierungsbestrebungen fortzufahren, insbesondere in der Behandlung der Frage der sogenannten „Heimatlosen" keine Nachgiebigkeit zum Schaden des Deutschtums zu zeigen; 2. solche Maßregeln zu ergreifen, welche geeignet sind, die Deutschen Rotdschles- wigs wirtschaftlich zu stärken.
— Eine Beleidigungsklage des Statthalters von Elsaß- Lothringen. Wie die „Straßburger Post" meldet, hat bet kaiserliche Statthalter Graf Wedel gegen bie „Rheinisch-Westfälische Zeitg." Klage erhoben wegen eines Artikels, in welchem im Zusammenhang mit dem Fall Erafenstaden von dem pflichtvergessenen Regime bes Grafen Wedel die Rede war.
— Die Nationalslugspenbe. Hamburg, 18. Mai. Bei bem Hamburgischen Komitee gingen bis heute für die Nationalflugspende 195 000 oK ein. In der letzten Woche wurden rund 34 000 «M. gesammelt.
— Tätliche Hitzschliige im Manöver. Metz, 17. Mai. Beiden letzttägigen großen Manovern bei Mörchingen find, wie bis jetzt festgestellt worden ist, bei der hoen Temperatur insgesamt 18 Soldaten an hitzschlagartigen Erscheinungen ertrantt. Drei von ihnen sind gestorben, ein Unteroffizier unb zwei Mann eines hier garnt« sanierenden bayerischen JnfanterieregÜmsnts.
— Eeschützunfall. Sagan, 18. Mai. Wahrend bes gestrigen Schießens bes 53. Feldartillerie-Regiments aus Bromberg wurden auf dem Truppen Übungsplatz Neuhammer durch einen offen* bar zu früh losgegangenen Geschützfchuß der zweiten Batterie vier Pferde getroffen. Drei waren sofort tot, bas vierte^mußte getötet werben. Drei Kanoniere wurden ebenfalls leicht verletzt.
— Das Nachspiel des Borchardtskandals. Berlin, 18. Mai. Die Eeschäftsordnungskommffsion des Abgeordnetenhauses befaßte sich mit dem Schreiben bes Justizministers wegen der Ermächtigung zur strafgerichtlichen Verfolgung eines Vorwärtsredakteurs wegen Beleidigung des Abgeordnetenhauses, begangen durch ben Artikel „Eine reaktionäre Affenkomöbie". Die Kommission empfahl bie Erteilung der Genehmigung. Hinsichtlich bet Einleitung bes Ermittlungsverfahrens gegen die sozialdemokratischen Abgeordneten Borchardt und ßeinert beschloß die Kommission, dem Hause auch in diesem Falle zu empfehlen, dem Antrag der Staatsanwaltschaft zn entsprechen.
— Der Ausstand in der Rheinschiffahrt. Straßburg, 18. Mai. Der Ausstand in der Rheinschiffahrt, der sich auf einzelne Kohlenreedereien beschränkt hat, ist bereits am Erlöschen. Der Schleppverkehr übet Straßburg unb auch bie allgemeine Eüterverladung von unb nach Straßburg, haben bie ganze Zeit hier keine Störung «litten.
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Ausland.
** Zur Beisetzung des dänischen König». Pari», 19. Mai. Die französische Regierung wirb sich bei bem Leichenbegängnis bes Königs von Dänemark durch eine außerordentliche Mission vertreten lassen, an deren Spitze bet Senator unb frühere Minister be» Aeußern Pichon stehen wirb. Der „Steck" meint: Dieser Wahl sei insofern eine Bedeutung beizumessen, als Pichon Unterredungen mit ben aus bem gleichen Anlaß nach Kopenhagen entsandten af>, fischen unb englischen Persönlichkeiten haben bürste.