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JVo 112 und der Expedition (Markt 21)
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1912
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Marburg
Dienstag, 14. Mai
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend«, „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage “
<te ,X6tti)riii|r.i< ycttunfl- ^cyemr ragUch mn uu^vae.iit c,ctm- und Feiertag«. — Ter Bezugspreis betragt vierteliahrlrch durch dir Poft bezogen 8.25 ,K (ohne Bestellgeld), oei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei ins HauS. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Berantwortuna). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch
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Erstes Blatt. '
Die Franzojen in Dkarokko.
. Der Annahme des französischen „Schutzoertrages" durch den Sultan Muley Hafid, ist prompt eine Revolte in der Hauptstadt Kez gefolgt. Sogar die Truppen nahmen daran teil, welche von französischen Instrukteuren gedrillt worden waren: diese spielten sogar die führende Rolle bei dem Aufstande. Das war vorauszusehen. Denn für den Marokkaner, der schön an und für sich zu Auflehnungen gegen den Sultan neigt, weil dessen Steuer- eiutreiber gar zu eigenmächtig zu handeln pflegen und weil sie überhaupt nicht begreifen wollen, warum sie Steuern zahlen sollen, gibt es keinen schärferen Widerspruch als der, der zwischen dem Scherifata und einer Fremdherrschaft besteht.
Man muh verstehen, dah der Islam Staatsreligion ist, dah die weltliche Herrschaft mit dem Hohenpriestertum zusammenfällt, dah weiterhin dem Islam, wie er in diesen Teilen Afrikas herrscht, ein hohes Mah von Unduldsamkeit anderen Bekenntnissen gegenüber anhaftet, die zu dem Satze führt, dah Nichtgläubige minderwertig sind. Und diese „Minderwertigen" sollen über die Bekenner der Islams herrschen? Dieser Widerspruch besteht eben. Seine Gröhe zeigt sich schon im Reiche des Khalifen, wo die Unduldsamkeit anderen Religionsbekenntnissen gegenüber nur in weit geringerem Mähe besteht, als hier. Die Kundgebungen gegen Italien im osmanischen Reiche, über die in der Presie wieder eingehend berichtet worden ist, lassen die Gefühle der Marokkaner gegenüber den französischen Herrschaftsgelüsten erst recht verständlich erscheinen.
In Fez ist der Ausstand mit Waffengewalt niedergeschlagen worden. Aber Fez ist nicht das riesige Land, sondern nur eine einzige Stadt desselben. Die Franzosen wollen und muffen Ordnung schaffen. Sie stehen vor einer Aufgabe, die ungeheure Ansprüche an Frankreichs Militärkraft und an die Franzosen stellt. „Franca Militaria" hat ganz recht, wenn sie die Landung einer weiteren Division fordert. Ob diese Truppenmacht den Anforderungen wird genügen können, ist eine zweite Frage. Der Weg nach Fez und und Malinas wird, obschon er im Vergleich zu den Gegenden südlich keineSchwierigkeiten bietet, enorme Anforderungen an die Sicherstellung der Verbindungen stellen. Vierzehntausend Mann sind nötig, ihn zu bewachen. Schon die Strahe, die von Muluya gen Fez führt, konnte nur durch fliegende Kolonnen durchschnitten werden, die auf dem zweiten Teile von der Zufuhr von Fez her abhingen. Rundenke man an die wilden, unerforschten Täler und Schluchten dieses Gebirges, das von ungleich energischeren, freiheit- liebenderen Eingeborenen bewohnt und verteidigt wird. Da hilft die Ueberlegenheit moderner Waffen wenig, sie wird nur selten zur Geltung kommen können.
An den Vorkommnissen in Marokko haben auch wir Deutschen großes Interesie. Die Meldung von der Plünderung der deutschen Form bei Ulal Basiam bezeugt uns dies. Aber gerade diese Angelegenheit hat noch eine besondere Seite. Aus der Meldung der „Köln. Ztg.", die zu der deutschen Gesandtschaft in Tanger bekanntlich gute Beziehungen unterhält, geht hervor, dah die verworrenen Zustände von den Franzosen benutzt werden, um gegen Deutsche und deutsche Schutzgenosien vorzugehen, dah französische Offiziere wehrlose deutsche Schutzgenosien in Marokko höchst eigenhändig mißhandelt haben. Das amtliche Frankreich sucht diese Tatsachen zunächst totzuschweigen. Um so energischer muh gefordert werden, dah die Dinge klargestellt werden und dah die französische Regierung Abhilfe schafft. Ausserdem muh ihr klargemacht werden, dah wir uns eine derartige Verletzung des Novemberabkommens nicht bieten lasten können. Das sind wir unferm Ansehen im Auslände schuldig, das sind wir auch unfern deutschen Landsleuten schuldig, die sich darauf verlasien, dah der Schutz des Reiches, der ihnen versprochen ist, kein leeres Wort ist.
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Nationalllberaler Parteitag.
Unter überaus zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus dem ganzen MMe fand am gestrigen Sonntag in den Kammersälen zu BerllrrLK 14. nationalliberale Bertretertag statt, der zu den vom A^SÄlvorstand vorgeschlagenen Satzungsänderungen Stellung zrEWen hatte. Den Vorsitz führte Vizepräsident Reichstagsabgeordneter Dr. Paasche. Die Vorschläge des Zentralvorstandes bezwecken in der Hauptsache, die Einzelvereine der nationalliberalen Jugend an die landschaftlichen Organisationen anzu- schliehen. Der Reichsverband der nationalliberalen Jugend als solcher soll keine eigene Vertretung im Zentralvorstand haben, vielmehr werden die einzelnen landschaftlichen Organisationen Delegierte je nach der Zahl ihrer Mitglieder entsenden, wobei natürlich auch die Zahl der Jungliberalen zu berücksichtigen ist. Als Zeitpunkt der Neuordnung wird der 1. Oktober d. I. bestimmt. Der Vizepräsident des Preußischen Abgeordnetenhauses Geheimrat Dr. Prause (Berlin) begründete den vom Zentralvorstand vorgelegten Organisationsentwurf, der einstimmig sowohl vom Zentralvorstand der Partei, als von dem Vorstand des Reichsverbandes der vereinigten nationalliberalen Jugend in den gestrigen geschlossenen Sitzungen ohne jede Aenderung angenommen worden war. Er führte aus, dah der Reichsverband als solcher bestehen bleiben (könne, aber keinen Teil der Gesamtorganisation bilden soll. Es bestehe nach bett Satzungen kein Hindernis, dah eine^olche Organisation auherhalb der Partei besteht und sich bildet. Ob das aller
dings wünschenswert, sei, sei dahingestellt. Die Satzungsänderungen | werden sodann unter stürmischem Beifall ohne Widerspruch en bloc angenommen. Reichstagsabgeordneter Bassermann, mit Bravorufen und Händeklatschen empfangen, führte aus: Wir haben einen Vergleich abgefchlosien, und ich denke einen guten Vergleich. Die hohe Bedeutung der nationalliberalen Partei ist in diesen Streitigkeiten wieder so recht klar geworden. Die vielgeschmähte und vielgelobte ttationalliberale Jugend hat doch das Verdienst, dah sie in Zeiten der Erstarrung des nationalliberalen Lebens neues Leben brachte. Der Redner kam sodann auf die gegenwärtige politische Lage zu sprechen. Man befinde sich in einer unbehaglichen Periode der Völkergegensätze und der inneren Eärungsprozesie. Die Regierungspolitik fei nicht befriedigend. Man schiebt die Lösung der Probleme beiseite, wie die Wahlrechtsreform, die Frage der allgemeinen Besitzsteuer'. Er kam dabei zu dem Schluß, dah Sozialdemokratie und Zentrum die grimmigsten Gegner der national- liberalen Partei bleiben müsien, dah die Nationalliberalen jederzeit taktisch mit der Volkspartei zusammengehe. Ein Block von Bebel bis Basiermann sei aber eine Utopie. Der Redner erörterte dann eingehend die Aufgaben der nationalliberalen Partei, die eine volkstümliche nationale Politik treiben müsie.
Nach einer Pause nahm als erster Diskussionsredner Abg. Dr. Lohmann, das Wort, der ausführte: Wenn bei uns von einem rechten und einem linken Flügel die Rede ist, so unterdrückt man, dah wir doch auch ein Mittelstück haben, das viel stärker ist, als der rechte und linke Flügel zusammen. Rechtsanwalt Kauffmann (Stuttgart), der Führer der Iungliberalen, betonte, dah auch die Liberalen nur eins im Auge hätten: das Wohl der nationalliberalen Partei. Eine loyale und wachsame Opposition gegen die Regierung stehe schon in dem Eründungsprogramm der Partei. In der sozialpolitischen Gesetzgebung dürfe man nicht Halt machen. Landtagsabgeordnetcr Dr. Friedberg gab zu, dah Gegensätze vorhanden seien. Es trennt den Norden vom Süden die Stellung zur Sozialdemokratie. Man muh sich aber auch gegenseitig vertragen. Von vielen Parteifreunden ist es nicht verstanden worden, daß man die Anwesenheit von 110 Sozialdemokraten im Reichstage als quäntite negliaable betrachtet. Deshalb hat man gewünscht, dah man die Scheidelinie nach links mit aller Schärfe ziehe. Die Sozialdemokratie ist gefährlich nicht nur wegen ihrer utopistifchen Ziele, sondern wegen ihrer Kampfesmethode, die schließlich eine revolutionäre Strömung in unserem Volke erzeugt. Und diese wieder führt zu nichts, als dah der Reaktion die Wege geebnet werden. Wenn sechs Leute sich dazu hingeben, ein ganzes Parlament zu terrorisieren, wenn man sich als anständiger Mensch von diesen Leuten ins Gesicht sagen lasten muh: Sie sind die Schmach und Schande von ganz Europa, Sie stellen einen moralischen Sumpf dar, so weiß man doch wirklich nicht, was man mit einer solchen Partei anfangen soll. Ein Stichwahlabkommen, wie es die freisinnige Volkspartei mit der Sozialdemokratie abgefchlosien hat, ist für uns unannehmbar. Wenn wir als Partei etwas bedeuten wollen, dürfen wir nicht in der Disziplinlosigkeit verharren. Nach Ablehnung eines Stblußantrages sprach Landtagsabaeordneter Rebmann (Baden). Er betonte die Möglichkeit, daß die Sozialdemokratie sich einmal entwickeln könne. Die Unterschiede in der Partei seien nur gering und lägen an der Peripherie der Parteiarbeit. Geh. Rea.-Rat Prof. Dr. Leidig (Charlottenburg) befürchtete van einer Zusammenarbeit mit der Snzialdemokratie eine zu grohe Intimität mit dieser Partei. — Nachdem noch Redakteur Jung (Köln) und der frühere Reichstagsabgeordnete Strefemann (Sachsen), gesprochen hatten, wurde der Parteitag mit den üblichen Dankesreden geschlosien.
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Der Skandal im Alweordnelensianse.
B e 11 i tt, 11. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Beratungen über die Heeresoerstiirkung gelangten im Reichstage zu einem hocherfreulichen Ergebnis. Mit hoher Befriedigung nimmt man überall auf deutschem Boden von den Beschlüsien des Reichstages Kenntnis. Sie bedeuten eine nationale Tat, an der erfreulicher Weise alle reichstreuen Parteien mitwirkten. Im Gegensatz zu den erhebenden Eindrücken des Reichstags stehen die Vorgänge im Preußischen Abgeordnetenhause, wo durch die dreisten Herausforderung der Sozialdemokraten sich eine für sie tief beschämende Szene ereignete. Vergeblich versuchte der „Vorwärts" durch Artikel, die um das Wesentliche herumgehen, den für die sozialdemokratische Partei peinlichen Eindruck zu verwischen. Auch die Protestversammlungen können das allgemein feststehende Urteil nicht ändern, dah die Schuld an dem in unserer parlamentarischen Geschichte neuen Vorfall lediglich den sozialdemokratischen Abgeordneten zuzuweisen ist, die den Präsidenten durch ihre mit Ausdauer und Ueberlegung durchgeführte Provokationstaktik zur Anwendung der letzten Geschäftsordnungsmittel zwangen. Die Auf- . rechterhaltung der Ordnung und die Anerkennung der präsidialen Befugnisse ist die selbstverständliche Grundlage jeder parlamentarischen Verhandlung. Kein Parlament duldet dauernd Exzesie, wie sie sich hier sozialdemokratische Abgeordnete gestatten.
Welche Früchte übrigens die sozialdemokratische Hetze gegen den Präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses v. Erffa trägt, zeigt folgende Drohung, die diesem zuging: „Wenn Sie nicht sofort von Ihrem Amt zurücktreten, knallen wir Sie bei erster Gelegenheit nieder!!! Solche Gemeinheit kann man sich von Ihnen, Sie elender Lausbube, nicht gefallen lasien? Raus mit Ihnen oder Untergang! Wenn Sie sich von hundert Wächtern bewachen lasien, wir werden Sie schon fassen!" — Das Schreiben zeigt deutlich, was die sozialdemokratische Presie mit ihren aufreizenden Artikeln in
unreifen oder verbrecherisch veranlagten Gemütern für Dedanke» auslöst.
Die Landtagsfraktion der Fortschrittlichen Volkspartei hat am Sonnabend vormittag über den Einspruch des Abgeordneten Borchardt gegen seine Ausschließung aus der Donnerstagssttzung verhandelt. In der Beratung wurden lebhafte Bedenken gegen die Zweckmäßigkeit des Vorgehens des Präsidenten geltend gemacht. Der Präsident hätte sämtliche Abgeordnete ohne Unterschied der Partei auffordern sollen, den Raum vor der Rednertribüne freizuhalten: auch hätte er vor der Ausschliehung den Sitzungssaal und die Tribünen räumen lasien müsien. Die Fraktion erachtete es ferner für festgestellt, dah der Abg. Borchardt in gröblicher Weise gegen die Ordnung des Hauses verstoßen hat. Sie hat daher be- schlossen, durch die Abstimmung zum Ausdruck zu bringen, dah der Präsident nach den jetzt geltenden Bestimmungen der Geschäftsordnung berechtigt war, von den ihm zu Gebote stehenden disziplinarischen Mitteln Gebrauch zu machen. Zugleich aber hat die Fraktion beschlosten, um der Wiederkehr derart widerwärtiger, das Parlament entwürdigender Auftritte vorzubeugen, die Streichung der Bestimmung über die Ausschliehung und Entfernung von Abgeordneten zu beantragen. — Natürlich! \
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Italien und die -Türkei.
Die Italiener fahren mit der Bildung einer Operationsbasis fort. Sie brachten nach Rhodos 185 Kisten mit Patronen, 600 Geschosse für die Gebirgsartillerie, 400 Sack Mehl, 100 Sack Schiffszwieback, Kisten mit Medikamenten und andere Beute, welche die Italiener in dem Kampf am 4. Mai erobert hatten. Weitere 49 reguläre türkische Soldaten wurden gefangen genommen.
T a r e n t, 11. Mai. Der Kreuzer „Luca degli Abruzzi" mit dem Mali und dem Mudir von Rhodos sowie mit den übrigen Kriegsgefangenen an Bord, ist hier eingetroffen. Am Abend sind die Gefangenen mit der Bahn nach Neapel weiterbefördert worden.
K o n st a n t i n 0 p e l, 11. Mai. Der HsKlIimmte^dem Gesetzentwurf, wonach italienische Waren mit Ausnahme' von Schwefel einem hundertprozentigen Zoll unterworfen werden sollen, zu.
Konstantinopel, 12. Mai. Die „Terdfuman i Hakikat"
dementiert die Nachricht, dah die Insel Karpathos von den Jta- W lienern besetzt sei. Die Verbindung mit Rhodos sei wiederhergestellt, vor Rhodos befänden sich nur noch drei italienische Kriegsschiffe. — Im Smyrna wurden etwa 50 Italiener verhaftet und als Kriegsgefangene nach Konstantinopel gebracht.
Paris, 11. Mai. Der Konstantinopeler Korrespondent des „Matin" berichtet, dah der Erohwesir Said Pascha ihm folgendes erklärt habe: Die Besetzung von Rhodos und anderer Inseln im Aegäischen Meer kann in keiner Weise die Haltung der türkischen Regierung ändern. Wir bleiben fest dabei, dah der Friede nur auf der Grundlage der tatsächlichen und nicht einer theoretischen Souveränität des Sultans über Tripolitanien geschlosien werden kann. Von religiöser Souveränität zu sprechen, ist nur ein Köder, denn diese Souveränität besteht für jeden Muselmanen. Die Friedensschluh ist eine gebieterische Notwendigkeit, denn wenn sich die gegenwärtige Lage noch lange hinzieht, so wurde hierdurch der Weltfriede gefährdet werden. Die Mächte müssen deshalb ein Mittel suchen, um eine Vermittlung einzuleiten, die wir für unser Teil annehmen. Besonders Frankreich und England find an der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Mittelmeer interessiert. Italien wird der Einberufung einer Konferenz gewiß nicht zustimmen.
Rom, 11. Mai. Aus Tobruk meldet nnierm 10. Mai die „Agenzia Stefan!": Gestern nacht gegen 11 Uhr versuchte eine feindliche Abteilung, die Eisterne in der Nähe des Forts zu beschädigen. Sie wurde entdeckt und beschossen, wodurch der Feind zum Rückzug gezwungen wurde. Die Italiener hatten kein« Verluste.
Hamburg, 11. Mai. Die Levantettnie erhielt ein Telegramm aus Pera, dah das ungünstige Wetter die Wegnahme der Minen in den Dardanellen weiter verzögert. Die Durchfahrt wird, wenn das Wetter cs erlaubt, für den 13. oder 14. Mai erwartet.
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Deutsches Reich.
— Der Kaiser in Karlsruhe. Karlsruhe, 11. Mai. Anlählich der gestrigen Ankunft des Kaisers in Genua hat zwischen diesem und dem König von Italien ein sehr freundlicher Telegrammwechsel stattgesunden. — Heute vormittag nahm der Kaiser bald nach seiner Ankunft den Vortrag des Frhrn. Marschall von Bieberstein entgegen. Gegen Abend hörte er den Vortrag des Reichskanzlers v. Bethmann-Hollweg und anschließend hieran denjenigen des Staatssekretärs v. Kiderlen-Wächter. Am Abend besuchte der Kaiser, Prinz August Wilhelm, Prinzessin Viktoria Luise, der Eroßherzog und Prinz und Prinzessin Max von Baden das Hof- iheater. Gegeben wurde das Volksstück „Schuldig" von Hermine Villinger, das im südlichen Schwarzwald spielt und in Dialekt gegeben wurde. Der Reichskanzler und die Herren und Damen der Umgebung wohnten der Vorstellung in der grohherzoglichen Hofloge bei. Nach dem Theater war Diner bei der Großherzogin fiuife von Baden. — Karlsruhe, 12. Mai. Der Kaiser machte gestern, nachdem er den Vorttag des Reichskanzlers gehört hatte, mit diesem einen längeren Spaziergang im Schloßpark. Heute vormittag nahm der Kaiser mit den anderen anwesenden Fürstlichkeiten unb dem Reichskanzler an dem Gottesdienst in der Schlosskirche teil.
— Die Kaiserin. Homburg v. b. H., 11 .Mai. Die Kaiserin Ist heute nachmittag um 5y2 Uhr, per Automobil von Nauheim kommend, zum längeren Kuraufenthalt bier eingetroffen. ,