mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage “
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-lie „Uu<kucttlfn;e o'1“1“« «..|iyyuu luyuu, mu «.u»...., ... ... _ .... j und Feiertage. — Ter Bezugspreis betragt vierteljährlich durch die Post bezogen 9.25 Jl lohne Bestellgelds, oei unseren Zeitnngsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <M, frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandt« Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch
(Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55
Marburg
Dienstag, 7. Mai
^er Anzeigenpreis betragt für Die v gespaltene Heue euer oeren SRattm 15 4. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklanien di« Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschloffen. — Zahlungen im Postscheckverkehr — ohne Portokosten — unter Nr. 6015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
Rentengütern ausgedehnt. Im übrigen bestimmt das Gesetz, daß zur Bereitstellung der erforderlichen Summe Staatsschuldenverschreibungen auszugeben sind. Di« Begründung weist eingehend die Verluste des deutschen Besitzes in Ostpreußen, Pommern und Schlesien nach, soweit ein Verlust nicht ziffernmäßig nachweisbar ist. besteht doch die Gefahr, daß deutscher Grundbesitz an Polen gelangen kann. Auch in Nordschleswig sind deutsche Verlust« zu v«rzeichn«n.
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47. Jahrg.
1912.
Erstes Blatt.
RundjLau.
Muley Hafid.
Muley Hafid ist seit dem Novemberabkommen ein völlig willenloses Werkzeug in den Händen der Franzosen. Wie schon berichtet, beabsichtigt er nun seine Scheinherrschaft niederzulegen und abzudanken. Er hat den Wunsch ausgesprochen, nach Rabat Lberzusiedeln, jedoch haben ihm dies bisher die Franzosen noch verwehrt, da sie befürchten, daß dadurch neue Schwierigkeiten entstehen würden. Der Berichterstatter der „Agence Havas" schreibt dazu aus Fez: Wie das Gerücht von der Abreise des Sultans den Aufstand am 17. April mitverschuldet hat, so könnte auch seine Abreise nach Rabat wiederum von blutigen Ereignissen begleitet sein, obschon die militärische Lage eine andere ist. Es wäre ein Wunder, daß eine so große Anzahl Europäer der Niedermehelung entgangen ist. Wären die Aufrührer besser organisiert gewesen und nicht durch die ihnen im Judenviertel winkende Beute abgehalten worden, so wäre vielleicht kein einziger Europäer entkommen, da die Stämme, welche nur auf ein Signal warteten, um an der Plünderung teilzunehmen, in Fez eingebrochen wären. — Weiteren Meldungen aus Fez zufolge befindet sich in der Räbe der Stadt eine starke Horka aufrührerischer Stämme: dies sei der Gründ, daß für die Abreise des Sultans, der von Regnault begleitet werden soll, noch kein bestimmter Zeitpunkt festgesetzt werden konnte. Ferner soll Muley Hafid dem Gesandten Regnault gegenüber bereits seinen Thronerben, der gegenwärtig 12 Jabre alt ist, namhaft gemacht haben. Es heißt, die französische Regierung habe die erforderlichen Maßnahmen getroffen für den Fall, daß Muley Hafid seine Abdankungsabsichten ausführen sollte.
Die Lage in Marotta.
Im Innern Marokkos dauern die Kämpfe immer noch an. Eine Rekegncszierunqsadteilung ans El Maasis wurde durch aufftändische Zaers angegriffen, n*>er energisch zurückaeworsen: sie haben beträchtlich« Verluste erlitten. Die Franzosen, die 500 Mann stark waren, sollen sieben Tot« und dreißig Verwundete, darunter sieben Schwerverwnn^t«, gehabt baden. Sieben Mann werden vermißt, darunter ein Offizier. Diese sollen von den Zaimurs oefangen genommen worden sein. Nach einem Funkentelenranim aus Mogador macht sich unter den dortioen scherifischen Truppen und unter den Stämmen der Umgebung eine starke Erregung-bemerkbar. Ebenso herrscht unter den Soldaten des scherifischen Tabors in Marakesch. sowie der Bevölkerung lebhafte Kährung. Der daselbst eingetr>ofs«ne französische Deputierte Ferry, sowie die europäischen Ansiedler denken bereits daran, an die Küste zurückzukebren.
Das blutig« Scharmützel bei El Maasis. die durch die aufrührerisch« Bewegung der Stämme verursachten Abdankungsgelüste Mitten Hafids, sowie die von den Spaniern getroffenen Maßnahmen werden von den französischen Blättern als bedenkliche Anzeichen dafür angesehen, daß di« Lage in Marokko sich in beunruhigender Meile verschlimmere. Im Eclair schreibt der General des Ruhestandes. Hartschmidt: Es wäre gut, wenn die öffentliche Meinung einige Vorstellungen von den zahlreichen Schwierigkeiten und Enttäuschungen hätte, welche Frankreich aus dem Krieg« in Marokko erwachten werden, damit man mit Ruhe und Geduld den Ereignissen entgegensehen kann, welche sich dort vorbereiten. In der „Aktion" macht der Senator-und ehemalige Deputierte Baudin für die gegenwärtigen marokkanischen Schwierigkeiten hauptsächlich die französische Diplomatie verantwortlich, welche seit langen Jahren von einer geradezu krankhaften Willensschwäche befallen sei.
Der heilige Krieg in fernen.
Der Imam Behia. der bekannt« Verbündet« der türkischen Reaierung gegen die Aufständischen Saped Idrissi und dessen Anhänger in Assyrien und im Pemen hat an die Bewohner des Bemen ein Schreiben gerichtet, kn dem er zunächst vom italienisch-türkischen Krieg« spricht und die Be- —hLUOiuuK apfstellt, die Italiener seien ausgezogen, „um alle Muselmanen zu töten. Dann sagt er, die italienischen! Kriegsschiffe im Roten Meer trieben Seeräubereien, sie bombardierten die ottomanischen Küsten und deren Städte, um die Muselmanen zu zwingen, von ihrem Glauben abzusallen. Der Imam Pehia ersucht alle Tributpflichtigen des Herschat und von Assyrien, sich so gut als möglich zu bewaffnen und sich auf ben Kriegsschauplatz zu begeben. Mit dem Kriegsschauplatz sind die Ortschaften und Küstengebiete am Roten Meer gemeint, wo der Rebell Saped Idrissi sich mit den Italienern, di« ihn auch mit Waften und Munition versehen, vereinigt hat. Mit den Leuten, die der ttmam Behia noch um feine Fahnen zu scharen hofft, wird er über 20 000 Krieger'verfügen, mit denen er einen entscheidenden Schlag gegen den Rebellen- führer ausführen will. Zu diesen Kriegermassen sind noch die türkischen Regierungstruppen hinzuzurechnen. die unter dem türkischen General Eoliman Pascha im Hedschas stehen, um ebenfalls gegen Saped Idrissi vorzugehen. Sie bestehen aus 16 Infanteriebataillonen und 8 Batterien Gebirgsartillerie (mit 48 Gebirgskanonen), sowie 3000 Mann Kavallerie. Zu diesen Truppen werden in nächster Zeit noch fünf Bataillone Infanterie sc wie drei Batterien Artillerie hinzustoßen. Zum Schluss« fordert Yehia di« Gläubigen auf, in den heiligen Krieg zu ziehen. Es ist dies wohl das erste Mal, daß Muselmanen aufgefordert werden, gegen ihre eigenen Glaubensgenossen in den heiligen Krieg zu ziehen.
Ein Befihbefestigungsgesrtz
in den nationalgefährdeten Teilen Preußens ist dem Abgeordnetenhause zugegangen. Der Staatsregierung sollen 100 Millionen zur Verfügung gestellt werden zur Festigung des deutschen Besitzstandes und zum Erwerb von Rentengütern für deutsche Landwirte und Arbeiter. § 3 bestimmt, daß die Erhaltung der Rentengüter in deutschen Eigentum und "ksstz, ihr Fortbestand als selbständige Anwesen und die Wahrung ihrer Vetrtebsfähigkeit durch ein Wiederkaufsrecht nach Art. 28 des Äusküh- rmtgsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch« vom 20. September 1899 zu stchern 'st. Der Eigentümer kann von den ihm auferlegten Beschränkungen mich Verpflichtungen nicht durch richterliche Entscheidung befreit wer- »en. Die Geltung des Gesetzes, betreffend das Anerbenrecht bei Renten »nd Anfiedlungsgütern wird aus di« nach diesem Gesetze gegründeten
Italien und die Türkei.
Nachdem die Italiener schon durch das Blockieren der Dardanellen dem italienisch-türkischen Kriege eine neue Wendung gegeben Hatten, versuchen sie auch weiterhin, den Schauplatz desselben von Tripolis selbst, wo die ganze Aktion ins Stagnieren geraten ist, zu verlegen und zwar — vorläufig noch — nach dem Aegäischen Meere. Wie nämlich ein Telegramm aus Rom besagt, machte Ministerpräsident Eiolitte in der italienischen Kammer vorgestern unter allgemeinem stürmischem Beifall die Mitteilung, daß die italienische Flotte auf der Ins el Rhodos Truppen unter General Ameglio landete. Die Ausschif- fnng der Truppen dauere fort, die Truppen hätten keinen Widerstand gefunden. Das Wetter sei günstig.
Rom, 5. Mai. („Agenzia Stefani".) General Ameglio ■ meldet drahtlos von Rhodos durch Vermittlung des Linienschiffes „Regina Margherita": Mit der Landung von Truppen und Material wurde 4 Uhr früh begonnen. Sie war um 2 Uhr nachmittags beendet. Um diese Zeit wurden die Feindseligkeiten gegen den Feind eröffnet, der nach und nach auf die Stadt Rhodos zurückzugehen gezwungen war. Abends 7 Uhr war er durch das Feuer und durch Bajonettangriffe der italienischen Soldaten und Matrosen geschlagen. Wegen der vorgerückten Stunde ließ ich die Truppen eine halbe Stunde vor der Stadt anhalten. Wie hatten fünf Verwundete, zwei davon sind schwerverletzt. Die Verluste des Feindes sollen ziemlich schwer gewesen sein, etwa 50 wurden gefangen, darunter eine Abteilung regulärer Truppen.
Konstantinopel, 4. Mak. Ein ktott-"-'^»«! Krkeos- schiff hat gestern abend das Kabel östlich von Rhodos durchschnitten. Die Verbindung mit der Insel ist durch drahtlose Telegraphie gesichert.
R o m, 4. Mai. Die „Tribuna" schreibt: Durch die Besetzung von Rhodos wird klar, daß das Programm unserer Flottenaktion im Aegäischen Meere den gebieterischen Notwendigkeiten des Krieges gehorcht und zu gleicher Zeit innerhalb der möglichen Grenzen die Interessen der Neutralen, welche diese Tendenz Italiens wohl kennen, zu wahren sucht. Wir werden gezwungen, nach dem Aegäischen Meere zu geben. Im Anfang des Krieges hofften wir, er könne auf Lnbien, das unser einziges Angriffsziel war, beschränkt werden. Leider zwang uns die andauernde Einsichtslosigkeit der Türkei und ihre gewundene Politik, welche die Interessen der Neutralen in den Konflikt hineinzuziehen suchte, nach sieben Monaten den Krieg auf das Meer zu tragen, wo sich die Sckcmuggelstätten befinden, welche nach der Absicht der Türkei den . Krieg ins Unermeßliche verlängern sollen. Die Folge unserer Entschließung ist die, daß die Türkei auf auf ihren Verbindungswegen getroffen wird. Unsere Aufgabe ist jetzt, rakch unser Programm durchzuführen, nämlich Konstantinopel von dem übrigen Reich zu isolieren und zu sehen, bis zu welchem Grade die Hasardspieler von Stambul glauben, die Augen verschließen zu können vor dem neuen Stand der Dinge, dem sie sich bald gegenübersehen werden.
In Tripolis dauern unterdessen die erfolglosen Kämpfe und gegenseitigen Beunruhigungen an.
Rom, 4. Mai. Die „Agenzia Stefani" meldet aus Vucha- mez: General Earieni befahl, nur die Beherrschung der Karawanenstraße von Tunis her zu sichern. Gestern früh gingen nach dem Süden, wo Araber und Türken zu Fuß und zu Pferde sich befinden sollten, ein Bataillon Infanterie, ein Bataillon Askaris mit Maschinengewehren und eine Abteilung Pioniere und Genietruppen vor. Nach kurzem Marsche trafen die Truppen auf etwa 2000 Araber und Türken, die sich verschanzt hatten. Sofort eröffneten die Italiener ein Feuer gegen die Stellungen des Feindes und machten einen Bajonettangriff auf die Verschanzung und bemächtigten sich derselben. Der Feind ergriff nach schweren Verlusten die Flncbt. Der Kampfplatz lag voll von Toten. Nach einem längeren Erkundungszuge kehrten die Italiener ins Lager zurück. Auf Seiten der Italiener fielen 5 Askaris, 40 wurden verwundet, darunter einer schwer.
Homs, 4. Mai. („Agenzia Stefani.") Mehrere Gruppen von Arabern, die sich in der Oase Güten unweit vom Berg Ha- mangi versteckt haben, eröffneten heute ein längeres Feuer auf die mit der Befestigung an dem Berg beschäftigten Arbeiter. Oberst Maggiatto ließ eine Kompagnie aus der Deckung hervorrücken, die die Araber in die Fluckst trieb. Auf Seiten der Italiener wurde ein Offizier und ein Soldat getötet und ein Offizier und ein Soldat verletzt.
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Hamourg, 4. Mai. Die Deutsche Levantelinie erhielt Telegramme aus Konstantinopel, in denen mitgeteilt wird, daß wegen schlechten Wetters mit der Wegnahme der Minen bisher noch nicht begonnen worden sei. Die Oeffnung der Dardanellen sei kaum vor Mitte der kommenden Woche zu erwarten.
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Deutsches Reich.
— Aus der Diplomatie. Konstantinopel, 4. Mai. Der deutsche Botschafter Freiherr Marschall v. Bieberstein ist heute abend nach Berlin abgereift.
— Gouverneur a. D. v. Bennigsen t- Infolge einer infektiösen Halsentzündung ist der Gouverneur a. D. Rudolf v. Bennigsen im Alter von 53 Jahren plötzlich gestorben. Er war der 2. Cohn des bekannten netto«' nalliberalen Führers und einer der eifrigsten Förderer der deutschen Kolonialbestrebungen gewesen. Nachdem er lange Zeit im Kolonialdienst beschäftigt war, wurde er 1909 Direktor der Kolonialgesellschast für Südwestafrika. Viel genannt wurde sein Name anläßlich des Konflikts mit Karl Peters vor einigen Jahren, wobei es -bekanntlich auch zu gerichtlichen Verhandlungen gekommen ist.
— Offiziere und Carnegie-Stiftung. Nach einer neuerdings erlassenen kriegsministeriellen Verfügung haben, wie die „Reue polit. Korr." mitteilt, diejenigen Offiziere, die sich um eine Belohnung aus der Carnegieschen Lebensretterstiftung bewerben, ihre Gesuche, bevor sie an das Kuratorium der geiiannten Stiftung gehen, erst dem Kriegsministerium einzureichen.
— Zur Posener Univerfitätsfrage. Berlin, 4. Mai. Wie di« „Post" schreibt, ist der Plan, die Posener Akademie in naher Zeit zu einer Universität auszubauen, nunmehr aufgegeben worden.
— Die Nationalflugspende. Leipzig, 4. Mai. Die Sammlungen der „Leipz. Neuesten Nachr." und des „Leipziger Tageblattes" für Militärflugzeuge ergaben über 95 000 M. sodaß vier Flugzeuge beschafft werden können. — Hamburg, 4. Mai. Beim Hamburgischen Komitee für die Nationalflugspende sind bisher insgesamt 117 985 M eingegangen.
— Die Neichstagsersatzwahl für den gurii((getretenen Abg. Roeren im Wahlkreise Saarburg-Merzig-Saarlouis ist auf den 30. Mai verlegt worden.
— Der Ausstand der Rheinschiffer. Bonn, 4. Mai. Sechs ausständige Rheinschiffer zwangen in der vergangenen Nacht die Mannschaften der hier vor Anker liegenden Schiffe unter Bedrohung mit Revolvern und Knüppeln in das Motorboot der Ausständigen zu steigen, was auch geschah. Später fuhren alle nach Köln. Untersuchung ist eingeleitet. Alle hier liegenden Schiffe sind mit Polizeibeamten besetzt.
— Ein Moorschutzgesetz. Berlin, 4. Mai. Dem Herrenhause ist der Entwurf eines Moorschuhgesetzes zugegangen. Danach dürfen Grundstücke, die allein oder mit anderen eine zusammenhängende Moorflache von mehr als 25 Hektar bilden, zur Gewinnung von Torf nur in der Weise benutzt werden, daß die Möglichkeit einer späteren land- oder forstwirtschaftlichen Benutzung gewährleistet wird. Das Gesetz bezieht sich in erster Linie auf die Provinz Hannover und kann auch auf andere Provinzen nach Anhörung des Provinziallandtags durch königliche Verordnung ausgedehnt werden.
— Der Saatenstand in Preußen. Berlin, 4. Mai. Der Saatenstand in Preußen war anfangs Mai, wenn 2 gut, 3 mittel, 4 gering bedeutet, für Weizen 2.0, Svelz 2.0, Roggen 2.7, Raps vnb Rüben 2.9, Klee 3.6, Luzerne 3.1, Rieselwiesen 2.7 und andere Wiesen 3.2.
— Streik. Hamburg, 4. Mai. Die Schiffbauarbeiter bet Werft Blohm & Voß legten bie Arbeit nieber, well ein Arbeiter wegen Nichtausführung einer übertragenen Arbeit entlassen worben war.
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Ausland.
* * Die Besichtigungsreise Millerands. Paris, 5. Mai. Der Kriegsminister Millerand sprach einem Berichterstatter gegenüber seine lebhafte Befriedigung über die Eindrücke aus, welche er während seiner Besichtigungsreise gewonnen habe. Alle Truppen an der Ostgrenze seien des ihnen anvertrauten Ehrenpostens würdig. Die Grenze sei gut bewacht. Er werde auch dafür sorgen, daß diesen Soldaten, welche einen so harten Dienst zu versehen haben, besondere Belohnungen zuteil werden.
* * Die französische Pulverkalamität. Paris, 5. Mai. Der „Figaro,, berichtet, daß die 18 000 Tonnen Dreadnoughts von dem Typ des „Danton" in ihren Munitionskammern kein Pulver mehr für ihre 24 Ztm.-Eeschütze besitzen, da alle für dieselben bestimmten Vorräte als verdächtig ans Land geschafft werden mußten. Man müsse es unverblümt heraussagen, daß die wichtigsten Schlachtschiffe der französischen Flotte gegenwärtig entwaffnet seien.
* * Frankreich und Spanien. Paris, 4. Mai. Aus Garant wird gemeldet, daß Spanien 4000 Mann als Verstärkung seiner Truppen gelandet habe. Dieselben sollen die von Frankreich bestrittene spanische Zone und bas Uerga- tal besetzen. Die „Liberty" bemerkte hierzu: Eine solche Maßnahme der spanischen Negierung würde, falls sie sich bestätigt, eine unzulässige Herausforderung gegen Frankreich bilden und eine sofortige Unterbrechung der französisch-spanischen Marokkoverhandlungen zur Folge haben können.
* * Mexiko. El Paso, 5. Mai. General Vaquez Gomez ist heute nachmittag in Juarez von den Ausständischen zum provisorischen Präsidenten Mexikos proklamiert worden.
* * Zeitungsstreik. Chicago, 4. Mai. In den Maschinenhäusern der hauptsächlichen Tageszeitungen ist ein Ausstand ausgebrochen, der zur Einstellung des Erscheinens der meisten Blätter der Stadt zu fuhren droht. Der unter Verletzung der Verträge und Mißachtung der Ermahnungen der Gewerkschaftsbeamten begonnene Sympathiestreik der Setzer zwang den Herausgeber, die Morgenausgaben auf ein Blatt ohne Annoncen zu beschrän*--!. Auf den Straßen wurden mehrere Schüsse abgegeben. Die Zeitungsverleger suchen Nichtorganisierte aus anderen Städten heranzu-iehen.
* • Ein Antrag auf Einführung der Republik! Stockholm, 8. Mai. In der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer des Reichstags ist vom Abgeordneten Lindhagen (Soz.) ein Antrag auf Einführung der Rep» | blik in Schweden gestellt worden. .