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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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EieCbtruefftW Zerrung" erscheint täglich mit il.uenay.ne der e.nn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 * lohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei ins Haas. (Für unver­langt zugeiandtr Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch

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Marburg

Sonntag, 28 April

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I

47. Jahrg.

1912.

Vrftes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Die Heeresvorlage im Reichstage.

**' Von Generalmajor z. D. v. Loeb eil.

Vorangestellt soll werden, daß sämtliche Redner der bürget« Uchen Parteien sich auf den Boden der Wehrvorlagen stellten und erklärten, daß die Parteien alles bewilligen wollten, was im Interesse der Machtstellung Deutschlands und der Steigerung (einer Wehrkraft notwendig ist. Und nur das Notwendige, ja nur ms Notwendigste ist von der Heeresverwaltung angefordert wor­den. Bleiben doch nach Bewilligung und Durchführung der Vor­lage noch sogenannte Minimumregimenter zu zwei Bataillonen, noch Kompagnien und Batterien in großer Anzahl mit geringerem Etat an Mannschaften und bleiben wir Frankreich gegenüber im Rückstände in der Friedensbespannung und im Munitionsetat der Feldartilleriebatterien. Der Kopfzahl nach ist demnach die Heeresverstärkung gering, und deshalb wies mit Recht der Abge­ordnete Bassermann darauf hin, daß Deutschland von der Durch­führung der allgemeinen Wehrpflicht noch weit entfernt sei. Auch nach den Neubildungen blieben 70 000 waffenfähige Leute zur Verfügung. Dieses sei auch aus Gründen der Gerechtigkeit be­dauerlich, da junge Leute im Falle eines Krieges zu Hause blieben, während weit ältere Reservisten und Landwehrleute ins Feld ziehen müßten. Danken wird man dem Abgeordneten in der Armee für die Worte:Wir sind stolz auf die Qualität unseres Offizierkorps und hoffen, daß uns ihr Ruhmestitel auch in Zu­kunft erhalten bleibt." Der konservative Abgeordnete v. Putlitz hob sehr richtig hervor, daß die letzten und wichtigsten Entschei­dungen auf dem Schlachtfelde vom Landheer und nicht von der Flotte erkämpft würden. Es ist dieses zu betrachten, weil in den letzten Jahren das Landheer der Flotte gegenüber in Rückstand gekommen war, und von den dadurch entstandenen Lücken nach Ausspruch des Kriegsministers durch das Gesetz vom März 1911 nur die allerschlimmsten geschlossen wurden. Die Abgeordneten Dr. Spahn vom Zentrum, Dr. Müller-Meiningen der Fortschritt­lichen Volkspartei, Freiherr v. Eamp von der Freikonservativen Partei, sowie die Abgeordneten Herzog und Paasche sprachen sich für die Vorlage aus. Dr. Spahn erklärte das Nichtbewilligen des Notwendigen für eine Pflichtverletzung. Er und andere forderten die Löhnungserhöhung schon zum 1. Oktober. Ihnen gegenüber ist mit dem Freiherrn v. Eamp hervorzuheben, daß die Erhöhung ibes Satzes von 39 Pfennigen für die Verpflegung, wenn auch nur >Urn wenige Pfennige, wichtiger ist, denn dadurch würde, trotz der teuren Lebensmittelpreise, die Verabreichung von drei kräftigen -Mahlzeiten für die Zukunft gewährleistet. Auch genügte die Er­höhung des Bekleidungsfonds um einige Millionen, damit der Soldat feine Strümpfe oder Fußlappen nicht länger aus eigenen Mitteln zu bezahlen hat. Der Abgeordnete Erzbecger machte da­rauf aufmerksam, daß durch das Verlangen von kleinen Garnisonen hie Etats der Kommunen allzu stark belastet würden. In abge­legenen kleinen Garnisonen wird auch die neuzeitige Ausbildung ungemein erschwert. Diese Erkenntnis führte seinerzeit dazu, viele kleine Earnisonorte aufzugeben, nur an den Grenzen oder unweit großer Garnisonen werden auch kleine Städte belegt. Der Ab-, geordnete Erzberger will prüfen, warum trotz der Schaffung zweier Armeekorps eine Vermehrung der Infanterie verlangt wird. Er übersieht dabei, daß die Neuschaffung der Armeekorps in der

Eine Hiljckjagd im Mittelaller.

Die Jagd auf den Edelhirsch ist der Stolz und die Freude eines jeden Weidmannes. Das war auch schon im Mittelalter der Fall, nur gestaltete sich die Jagd damals anders als heute. Von der Vorbereitung zu einer solchen Hirschjagd gibt Ulrich Wendt in seinem WerkeKultur und Jagd" (erschienen bei Georg Reimer, Berlin) folgende interessante Schilderung:

Wir haben Valets vor uns, Jägerknechte, die auf die Vorsuche gehen. Roy Modus und Foix lassen die Vorsuche bewirken auf sechsfach verschiedene Art, durch den Anblick der zu Holze ziehenden Hirsche, durch Abspüren der Felder, Weinberge und Necket, durch Abspüren der Vorhölzer, durch Umkreisen der Dickungen, und je nach Umständen noch durch Absuchen des Hochwaldes und Verhören der schreienden Hirsche bei der Brunst.

Unser Jägerknecht schreitet noch eine Strecke auf dem Feldweg weiter, bleibt stehen, schaut nach Osten hin, ob schon ein Dämmer den kommenden Morgen zeigen will, macht den Finger naß, hält ihn in die Luft und prüft den Wind, geht dann querfeldein und verschwindet in der Nacht des Waldes. Nach einigen hundert Schritten legt er an einer alten Buche den Hund ab, verwarnt ihn und schreitet vorsichtig weiter einen Fußweg entlang, der ihn bis an die Brame führt. Dort erklettert er eine Eiche, legt sich den Regenmantel unter, macht es sich nach Möglichkeit bequem und harrt der Dinge, richtiger der Hirsche, die da kommen sollen. Es ist Juni, die Hirsche haben gefegt und schreiten mit dem neuen Geweih wieder stolzer einher. Noch nimmt das Edelwild die Felder an; vor dem Walde breitet sich ein Schlag mit Hafer, weiterhin wächst Buchweizen, und dahinter zieht sich, einspringend In den Wald, die Wiese lang, die von einem munteren Bach durch- lflossen wird. Hier steht das Rotwild jede Nacht, und unser Jäger .hat sich seinen Hochsitz so gewählt, daß er links die Felder und Hechts die Wiese überschauen kann. Allmählich dämmert im Osten

Hauptsache nur eine Neugliederung bereits vorhandener über­zähliger Truppenteile bedeutet. Es sollten doch alle Abgeordnete schon jetzt davon überzeugt sein, daß die Heeresverwaltung nur das Mindestmaß des Notwendigen anfordert. Sehr dankenswert ist das Eintreten des Herrn Erzberger für bessere Versorgung der Unteroffiziere.

Der Kriegsminister konnte sich bei der Begründung der Vor­lage kurz fassen, denn es ist natürlich, daß die Einzelfragen nur in der Kommission beantwortet werden können. Hier werden die Abgeordneten erfahren, aus welchen Gründen von der Zusammen­fassung der Kavallerie in Divisionen im Frieden Abstand genom­men ist und warum auf Ersetzreserveübungen verzichtet wird. Es wäre auch diesen jungen Männern zu wünschen, daß sie durch militärische Uebungen an die Pflichten dem Staate gegenüber er­innert und ihnen militärisches Pflicht- und llnterordnungsgefühl eingeimpft würden. Es haben sich aber sämtliche Generalkom­mandos aus triftigen Gründen gegen Ersatzreserveübungen aus­gesprochen. Vorteilhaft wäre es vielleicht gewesen, die Kavallerie- Jnspektionsstäbe zu Divisionsstäben umzugestalten und jährlich eine größere Anzahl von Kavallerieregimentern im Divisions- verbande üben zu lassen. Anfragen werden in der Kommission erfolgen und beantwortet werden darüber, ob die Heeresverwal­tung die Erhöhung der Friedensbespannung der Feldartillerien und deren Umwandlung von 6 auf 4 Geschützen plant, wie weit die Reorganisation der Intendantur und die Vereinfachung des Aus- hebungsgeschäfts gediehen ist, ob die Umwandlung der Dienstzeit für Reserveoffizieraspiranten in eine zweijährige ins Auge gefaßt und die Vorbereitungszeit der angehenden Linienoffiziere ver­längert wird. Aus diesen Andeutungen ist ersichtlich, daß die Aus­gestaltung einer modernen Armee nie ruhen kann. Fest steht, daß die Annahme der Heeresvorlage, die ja zu erwarten ist, einen wesentlichen Schritt vorwärts in der Schlafertigkeit des deutschen Heeres bedeuten würde.Es kommt nicht in Betracht", so sagte der Kriegsminister,an Zahl allen unseren Gegnern überlegen zu sein. In Deutschland muß nach wie vor die Ueberlegenheit in" der Bewaffnung, in der Organisation und der Ausbildung, ferner in dem opferwilligen Geist seiner Soldaten, ja seines ganzen Volkes liegen."

ParlamentarWe Slurmsc^nen.

Im Abgeordnetenhaus sucht die sozialdemokratische Fraktion ihren Mangel an Vertretern durch Rauhbeinigkeit zu ersetzen. Der Abg. Friedberg hat recht, wenn er cs unerträglich findet, daß das Haus sich von den sechs Sozialdemokraten derartig behandeln ließe, wie es geschieht. Einen gewissen Höhepunkt erreichte diese Form der parlamentarischen Verhandlung am vorigen Donnerstag besonders in der Rede des Abg. Liebknecht. DieseZierde des Berliner Anwaltstandes" wagte es, den Minister v. Dallwitz in einer Weise anzuflegeln, wie es bislang im parlamentarischen Leben nirgends Sitte war. Er verltieg sich dann weiter zu der Behauptung, Rußland sei das erbärmlichste und verächtlichste Staatswesen der Welt, und der nicht minder berüchtigte Abg. Ströbel ergänzte diese Unverfrorenheit gegenüber einem benach­barten Staat mit dem Ausrufe:Außer Preußen". Sie wurden beide zur Ordnung gerufen. Herr Liebknecht erhielt sogar den vierten Ordnungsruf. Herrn Ströbel gegenüber sagte der Präsi­dent mit Recht:Für den traurigen Mut, mit dem Sie Preußen beschimpft haben, rufe ich besonders Sie zur Ordnung."

In der gestrigen Sitzung hat der Abgeordnete v. Zedlitz die Gelegenheit ergriffen, diesem sozialdemokratischen Unwesen ener­gisch zu Leibe zu gehen. Man kann seine Worte nur unterstreichen, ein heller Streif, still und kalt zieht der Morgen herauf. Jetzt erkennt das Auge auf dem Felde dunkle Formen, die in der Däm­merung hin- und herschwanken, wie schwarze Gespenster aus der Unterwelt. Der Jäger weiß, daß es Hirsche sind. Eine der dunklen Gestalten faßt er scharf ins Auge, weil sie ihm stärker und mäch­tiger zu sein scheint als die anderen. Die Gestalt zieht hin und her, steht still und nähert sich dann dem Walde, kehrt um, macht einen Absprung und verschwindet in den Vorhölzern. Auch die anderen Hirsche sind zu Holz gezogen, in ödem Grau dehnen sich die Felder; aber im Walde erwacht die Vogelwelt und stimmt die Kehlen zum Morgengesang. Unser Jäger darf den Baum noch nicht verlassen, denn die Hirsche ziehen oft im Dorholz lange hin« und her und naschen von dem wilden Jasmin, ehe sie an ihren ge­wohnten Standort sich begeben. Roy Modus und Foix warnen beide vor dem vorzeitigen Verlassen des Baumes. Der Jäger hat also Zeit und zieht sein Frühstück aus der Tasche. Zu Hause kam er nicht zum Essen, denn der Türmer hatte um 2 Uhr erst geweckt. Nachdem der Jäger das Vertrauen in seine Kunst durch einen Schluck guten Weines bekräftigt hat, gleitet er vom Baume leise runter. Der Wind ist günstig, et steht vom Walde nach dem Felde zu. Der Jäger schleicht die Srajne entlang nach der Stelle hin, wo der starke Hirsch verschwunden war; er glaubt eine Fährte zu sehen, kann aber noch nichts Genaues wahrnehmen und begnügt sich, auf die Stelle einen Bruch zu legen. Dann wendet er sich dem Felde zu. In ziemlich weitem Bogen umzieht et langsam die nächsten Schläge bis zur Wiese hin, immer spürend und suchend. Der junge Tag hat hier schon die Oberhand gewonnen, klar liegen vor dem Jäger Halm und Blume, und in vollen Tönen jubiliert im Wald der Vögel Thor. Endlich bat der Jäger die Brame wieder erreicht. Er verbricht zwei Fährten, setzt aber keine Hoff­nung darauf, denn die Kennzeichen eines starken Hirsches hat et an ihnen nicht wahrgenommen.

Vorsichtig und leise schleichend dringt er nunmehr in das Vsr-

mit denen et dieses Verhalten charakterisiert:Die deutsche Sprache kennt kein Wort, das stark genug wäre, die Entrüstung, die jeder gute Preuße angesichts dieser Vorgänge empfinden muß, voll zum Ausdruck zu bringen. Heiße Scham muß die Wähler des Herrn Liebknecht überkommen!" In großer Erregung trifft et die sozial­demokratische Art der Agitation mit folgenden Worten:Reichen die Mittel der Regierung aus, um die Straßen und Plätze frei von wirtschaftlichen Kämpfen zu halten? Ist es zu erwägen, ob die Befugnisse der Regierung zu verstärken sind? . . . Ein Beamter, der trotz seines Treueides sozialdemokratisch wählt, ist ein Gesin­nungslump! . . ." Klatschend sausen die Hiebe nieder, ebenso G als Herr v. Zedlitz das Zusammengehen der Volkspatteiler mit einer solchen Partei mit einem Worte kennzeichnet, das die Ge­troffenen nut allzu gern mißverstehen, um es nicht in seiner tat­sächlichen Bedeutung wirken zu lassen. Der Präsident ist den sozialdemokratischen Stürmern gewachsen und jubelnder Beifall wird ihm zuteil, als er auf die Anfrage des Abg. Hirsch, ob der Präsident berechtigt sei, von demtraurigen Mut" eines Abgeord­neten zu sprechen, schlagend erwidert.'Wenn ein Abgeordneter fein eigenes Vaterland derartig schmäht, werde ich stets sein Ver­halten mit dem richtigen Worte kennzeichnen!" Im übrigen ver­weisen wir auf den ausgedehnten Parlamentsbericht im 3. Blatt der heutigen Nummer. Es ist aber nötig, die ganze Art der sozial­demokratischen Hetzer noch besonders niedriger zu hängen, weil der Abgeordnete Liebknecht iw seiner Rede ausdrücklich erklärt hat, daß er nicht für das Parlament, sondern für die Öffentlichkeit spreche. # In Tausenden von Exemplaren verbreiten sie außerdem diese Reden. Wie derPost" von einer parlamentarischen Korrespon­denz gemeldet wird, wird der Geschäftsordnungsausschuß des Abge­ordnetenhauses sich in Kürze mit Anträgen beschäftigen, die dahin gehen, die skandalösen Vorfälle der letzten Woche unmöglich zu machen. Die Vorschläge sollen noch vor Pfingsten zur Annahme gebracht werden, da, wie es heißt, mit Ausnahme des Fortschritts (natürlich!) die bürgerlichen Parteien sich einig sind.

DieKonserv. Korr." schreibt zu den Vorfällen im Abgeord­netenhause: Die Abgeordneten Liebknecht und Ströbel haben es vermocht, in einem Parlamente, das bis zum Eintritt lozialdemo- kratischer Abgeordneter eine Stätte ruhigen und ernsten Wirken» für das Staatswohl war, ihr eigenes Vaterland aitfs tiefste zu be­schimpfen. Sie haben dadurch gezeigt, daß zwilchen jedem Manne, dem sein Vaterland noch heilig ist und eiKm Sozialdemokraten eine tiefe, durch nichts überbrückbare Kluft besteht. . . . Der kon- servattve Abgeordnete Graf von der ©roebett forderte energisch einen wirksamen Schutz gegen solche Beschimpfungen unseres Vater­landes und zugleich Maßnahmen, um das preußische Parlament gegen die Dauerreden und die Unflätigkeiten der Liebknecht, Hirsch, Ströbel und Genossen zu schützen. Welche Machtmittel aber auch gesunden werden mögen, das eine steht jedenfalls fest, daß für alle, denen die Ehre und die Wohlfahrt Preußens heiß am Herzen liegen, es fürderhin nur den schärfsten und unerbittlichsten Kampf geben kann gegen die vaterlandslose, knltur- und gesell­schaftsfeindliche Sozialdemokratie. Wer diesen Feind des Staates so bekämpft, wie es seine patriotische Pflicht ist, der wird aber auch zugleich die bekämpfen müssen, die den traurigen Mut haben, Bundesgenossen und Helfershelfer dieser Schädlinge zu sein.

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Zum Unterflanfl der Titanic.

Di« Unhöflichkeit ist ein altesVorrecht" der britischen Flagg«. Wenn zwei Ozeandampfer einander begegnen und der ein« unterläßt es, den höflichen Eruß des anderen zu erwidern, so erkennt man seine Nationalität mit absoluter Sicherheit, ohne daß er die Flagge zeigt. Es

holz ein, in dem der eine starke Hirsch verschwunden war. Singe steht et unbeweglich still und lauscht, Auge und Ohr sind aufs äußerste gespannt. Leise tropft der Wald. Sonst ist nichts zu hören als die Amsel und der Fink, der Pirol und der Kuckuck und vom Dorfe her das Krähen der Hähne. Quer durch das Vorholz geht ein Waldweg hin, lehmig und ausgefahren; bei Regenwctter bildet er breite gelbe Lachen, und lange nachher ist er noch schmiettg und weich, wenn die Felder und die anderen Wege längst getrocknet sind; er ist zum Spüren ausgezeichnet, und auf ihn richtet der Jäger sein Augenmerk. Er hat den Weg erreicht und schreitet ihn vorsichtig weiter, das Auge fest am Boden, das Ohr gespannt auf das leiseste Geräusch; wiederholt bleibt er stehen und sichert, wie erstarrt zu einer Bildsäule, dann schleicht er leise weiter. Richtig, da ist der Hirsch hinüber, deutlich hebt sich seine Fährte in dem weichen Boden ab. Befriedigt nickt der Jäger, verbricht, geht den Weg zu Ende aus dem Vorholze hinaus und schreitet nun am Wald entlang der Buche zu, an welcher er den Hund gelassen bat.

Was wir hier den Jäger haben verrichten sehen, war die Bor­suche auf Sicht, das Abspüren der Felder und des Vorholzes. Roy Modus sagt, daß der Jäger bei diesen drei Etappen der Vorsuche den Hund nicht brauchen kann, denn es ist Gefahr vorhanden, daß der Hund laut wird auf den warmen Fährten oder wenn er gar das Wild erblicken sollte. Auch bei der Vorsuche im hohen Holze ist der Hund vom Hebet, et tritt überhaupt erst in Aktion, wen» alles Wild feinen- gewohnten Standort eingenommen und sich niedergetan hat.

Unser Jäger tritt nun mit dem Hunde auf den Weg zurück am Waldesrand. Vor ihm lacht die Natur in der ersten Frisshe des Morgens. Wald und Feld find lebendig geworden, vom Hochwald herüber klingt die Axt, und auf dem Felde steht bet alte Bossuet und hackt an feinem Rübenstück. Links vorn Jäger schimmert zwischen den Büschen hindurch ein farbiges Gewand, »nd nähert