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1912.

MA QL und d-r Exp-ditim (Markt 21) 2.00 '* frei ins Hau», l Für unver.

" langt.zugeiandte Manuskripte übernimmt d«w oD(s

Erstes Blatt

Die TcdungSfrage

worden.

Die Haltung Rußlands.

funden werden.

Di« Untersuchung.

265 Millionen.

Marburg

Dienstag, 23 April

Petersburg, 2d. April. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, bte russische Regierung werde in Konstantinopel gegen di« Schließung der Dardanellen protestieren, da diese den internationalen Verträgen wider­spreche. (W. T. 93.)

Petersburg, 20. April.Birschawyja" sagt: Die Operationen im Aegäischen Meer bilden eine neue Kriegsphase, welche dadurch der Entscheidung genähert wird. Ein« Verschärfung der orientalischen Frage ist möglich.Rjetsch" meint: Das Zusammenfallen der Vermittlungs- aktion in Konstantinopel mit dem Bombardement der Dardanellen laßt in Europa di« geheim« Unterstützung Italiens durch Rußland vermuten. Sasonow ist zu einer offenen Erklärung verpflichtet. Rußland hat das Recht, vo nder Diplomatie zu fordern, daß der Name Rußlands nicht mit leichtsinnigem und gefährlichem Abenteuer in Verbindung gebracht wird.

Die Antwort der Pforte.»

Konstantinopel, 20. April. Der Entwurf der Antwort der Pforte auf die Vermittlung der Mächte ist vorbereitet und wird wahr­scheinlich moroen im Ministerrat erörtert werden. Die Antwort ist ein langes Schriftstück mit einer rückschauenden Darlegung der tripolitani- scken Frage und bet versöhnlichen Haltung bei Pforte. Weiter wirb auf bte Rechtswidrigkeit des italienischen Vorgehens hingewiesen. Die Pforte könne auf ihr« Würde nicht verzichten und könne nicht die tatsäch­liche und vollständig« Souveränität von Tripolis aufgeben. Die Ant­wort stellt, ohne di- türkischen Friedensbedingungen zu formulieren, eine entschiedene Zurückweisung der italienischen Bedingungen dar.

Rewyork, 20. April. Vor dem Senatskomitee zur Untersuchung des Untergangs derTitanic" wurde der zweite Offizier. Lightholder, vernommen, der erklärte: als das erste Doot herabgelassen wurde, habe sich das Deck 70 Fuß über dem Wasserspiegel befunden. Als aber das letzte Boot ins Wasier ging, habe das Deck nur wenige Fuß über das Wasser hervorgeragt. Der Dampfer sei in raschem Sinken gewesen. Er hielt die Mitteilung durchaus aufrecht, die Boote seien gut besetzt ge­wesen stets hätten die Frauen den Vortritt gehabt. Mit Bezug darauf, baß so vielevon der Mannschaft gerettet seien, erklärte er, daß von sechs aus dem Wasier ausgegriffenen Personen immer fünf Hetzer oder Ste­wards gewesen seien. Nachdem dieTitanic" gesunken sei, seien einige Rettungsboote zurückgefahren, um noch Schiffbrüchig« zu bergen. An Bord derTitanic" kam es zu keiner Panik, nicht einmal zu Klagen un­ter den Zurückbleibenden. Das Senatskomitee beschloß, Ismay nicht nach England zu entlasten, obwohl er unverzüglich dorthin zurückzukehren wünscht. Ebenso sollen zwölf Mann der Besatzung und vier der geretteten Offiziere derTitanic" zurückbehalten werden.

Rewyork, 21. April. Zahlreiche Passagiere derTtiantc, da­

runter Frau Astor, wurden zu den Verhandlungen des Komitees nad^- Washington vorgeladen. Mitglieder der Mannschaft erklärten, in den Kohlenräumen derTitanic" Feuer wütete. Bis jjUJJV samstag wa­ren die Kohlen entfernt. Als nach dem Zusammenstsh-Wasier und Eis­stücke in bte Kohlenräume eindrangen, gaben die Echottenwänbe nach, da das Gegengewicht der Kohle fehlte. Die Maschinisten biteben an den Schiffspumpen und ertranken, die Heizer sprangen Ins Meer. Unmittel»

Deutsches Reich.

Der Kaiser unb der frühere Staatssekretär des Reichs« kolonialamts v. Lindequist. DasB. T." weiß zu melden, daß der Kaiser vor dem Osterfeste von Korfu aus ein herzliches Tele­gramm an den ehemaligen Staatssekretär v. Lindequist nach Meran gesandt habe. An die Mitteilung hängt es folgende«

Italien und die Türkei.

Konstantinopel, 20. April. Zahlreiche Dampfer, bk vom Archipel nach bent Mittelmeer abgehen sollten, l'nd im Hafen verblteben. Die Telegraphenverbindungen mit dem Archipel und> den Kust^i Äktn ottens sind unterbrochen. Der Postdienst wird durch dt« antoltschen Bah nen versehen Die Italiener zerschnitten das Kabel zwischen den Darda- itellen und Tenedos, Lemnos und Saloniki. Die Verbindung Samos und der Küste wird durch optische Telegraphen aufrecht Blättermeldungen zufolge ist der Kommandant bet Dardanellen Eene Hifzi, in Konstantinopel eingetroffen. Er bestätigte, daß zwei italiemsche Kriegsschiffe beschädigt wurden. Die türkische Preste druckt ihre Freude cus daß sich die italienische Flotte zurückzog und stellt die W'rkungslosig» kett des Bombardements fest. Di« Siadtprafektur veröffentlicht ein Mitteilung, die Regierung dachte rechtzeitig an die Verproviantierung der Hauptstadt und sorgte für bas Vorhandensein genügender Vorräte tn Mehl, Getreide und anderen Lebensmitteln. Personen, die die Brot- vreise in die Höhe zu treiben suchten oder durch Verbreitung beunruhigen­der Nachrichten die Gemüter erregen würden, sollten vor ein Krregs- aericht gestellt werden. , _ ,

V Konstantinopel, 20. April. (Wien. Korr.-Bur.) Die Z«i- tunasmeldunaen. daß bieSegierung beschlossen habe, bte Dardanellen wie-

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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der für die Schiffahrt zu öffnen, sind verfrüht. Noch ist keine derartige Entscheidung getroffen worden. Vielleicht wird sich bte Regierung spater dazu entschließen, doch würden wenigstens 10 Tag« für bas Auffangen bet im Wasier los« treibenden Minen nötig sein. Amtliche Kreise der Pforte erklären, daß die Ansprüche der Schiffsgesellschaften auf Entschä­digung unzulässig seien, da es sich um Force majeure handele. Den Blättern zufolge kreuzte die italienisch« Flott« fortgesetzt rm Archipel, besonders in der Umgebung von Chios unb Tschesme. Zwei italienische Kriegsschiffe bombarbierten gestern Alatsater bei Tschesme. bi« richteten unbedeutenden Schaden an; verwundet wurde niemand. Auch die rabto« telegraphische Station von Markt ist von den Italienern bombardiert

Vorsichtsmaßregeln.

Rewyork. 20. April. Alle Linien der Internationalen «er» einlgung der Handelsmarine werden nach Mitteilung txs Präsidenten Ismay in Zukunft all« Dampfet mit genügend vielen Rettungsbooten und Flößen austüsten, um alle an Bord befindlichen Personen aufnehmen zu können.^. n fl t o n, April. Der Senat nahm eine Entschließung an zugunsten von Verträgen mit den großen Seemächten über dk Be­stimmungen der Kurse der Ozeandampfer, ihre Schnelligkeit, ihre Mittel zur Lebensrettung, ihre Apparate für drahtlose Telegraphie und Übei ihre sonsttgen Ausrüstungen, um eine Katastrophe rote die derTitanic

ftamTutg, 20. April. Obwohl die deutschen gesetzlichen Vor­schriften über bte Ausrüstung bet Schiffe mit Rettungsbooten über bie entsprechenden englischen erheblich hinausgehen und damit nach bent Ur­teil der Behörden und Sachverständigen bie erforderliche Sicherheit ge­währleistet war, beschloß die Hamburg-Amerika-Linie über bte gesetz­lichen Vorschriften hinaus ihre Dampfer mit einem Bootsraum zu ^ver­sehen unb be Rettungsmittel so auszugestalten, daß unter allen Umstan­den für alle Personen an Bord vor gesorgt ist.

Die Frks. Ztg." hatte einen Artikel gebracht, in dem sie tabellarisch nachzuweisen versuchte, daß auch in unserer Schiffahrt bie 3at)l. bet Ret. tungsboote zu klein sei. Dagegen roenben sich jetzt unsere deutschen fcNschaften. Der Nordbeufsche Lloyd bemerkt am Schlüsse einer lanaeren Widerlegung: Auch hieraus ersieht man. daß bte von d«r ..Frankfurter Zeitung" angeaebenen Zahlen, wonach auf DampferKronprinzessin Cecilie" für 1959. aufKaiser Wilhelm IT " für 1475 Personen kein Bootsraum vorhanden fein soll, vollständig °u-ter Lust gegriffen ^b sowie, baß auch bei bet größtmöglichen Belegung der Damnkr der größere Teil der Pasiaakre unb Besatzuna tn die Boote X

Was nun die Andeutung in dem Artikel > <stg. betrifft, daß bk Vorschriften nicht nur in England fonbem auch in anderen Landern ganz veraltet sind, so sei zu den deutschen Vorschriften bemerkt, daß diele gerade , bei den großen transatlantischen Pasiagierbarnpfern ganz Erheblich üd^ die englischen hinausgehen, wofür als Beispiel brenen mag. ba^ ßjt

I Boote von dem DampferGeorg Washington" sämtliche Pasi"^ete ein­schließlich Mannschaft, bk zur Zeit des Unfalls auf dem DampferTi­tanic" sich befunden haben hätten auinebmen können. e^ie Hamburg- Amerika-Linie bemerkt zu demselben Artikel folgendes:^ non der Franks. Ztg." gebrachten Ziffern übet bett auf Men Damvkrn IKaiserin Augusta Victoria" undAmerika ®°_i>anbenen Bootsraum I sind falsch. Bestnielsweike bat bet erftaenannte nicht 24 sondern

35 Boote an Borbmit einem Raumgehalt vom.^ Kubikmetern. Zum I Vergleich sei angeführt daß derselbe ®3fnpfer nach den englischen Be- I stimmunaen nur 234 Kubikmeter ®*y,ot5raum zu haben brauchte. Die I weitere Angabe daß bei vollbesetztem Schiff 2000 Pasiaakre keine Unter» I funft in den Booten finden wüzf^n, ist gleichfalls unrichtig. Auf seiner I gegenwärtigen Reil- hat der Damvfer 2700 Pasiagiere an Bord unb I einen Bootsranm für etwa 2^^ Pasiagiere. Wie bereits mitgeteilt, I werben wir in Zukunft üb$pf gesetzlichen Vorschriften für sämtliche I an Borb befindliche PeiHtzhen Vorsoge treffen. ,

I *

Rewyork. 20 'U^il. Die White Star Linie gibt offi» I jiell bte Zader Umgekommenen auf 1442 an, ver» I teilt wie folgt: erste Kajüte 124, zweite 196, Zwischen» I deck 518/Bemannung 596, Musik 8. Gerettet: erste Kajüte»202, zweite 115, Zwischenbeck 17 8. Bernan« I nung^io.

V/lUly ÄU Uvll niviivnvum i». " i ' « t v

leicht auch: Rückversetzung des Kaiser-Wilbelm-Kanals in den außerordentlichen Etat, das bedeutet eine Anleihe ^e Umweg Aufgezählt find nur wenige Abarten; die Ftnanztechnik macht ihrer leicht noch andere ausfindig, aber das Schlußwort bleibt. Anleihe. . . . Nach allem hielt und halte ich es für uerlaßstch daß eine starke neue Einnahmen jetzt erschlossen wird, wahrlich nicht umSteuern auf Vorrat" zu erhalten, sondern weil jetzt die Entscheidung fällt, ob die Reichsfinanzen sich weiter nach oben be­wegen oder langsam zurückfinken sollen "

Anderer Ansicht ist dieRordd. Allg. Ztg. , d. i. die Regie­rung. Sie beschäftigt sich gleichfalls mit dem Problem und zwar in Form einer Rechtfertigung der Denschrist der Regierung Sie erklärt es für gerechtfertigt, den Voranschlag für 1912 auf der Ein- vahmefeite um 80 Millionen Mark zu erhöhen. Sie fuhrt ferner aus, daß die in der Denkschrift zur Deckungsvorlage gegebene Ueberficht über die Reichsfinanzgebarunq in den Jahren 191.4 vis 1917 nicht auf der Annahme beruhe, daß die Reichseinnahmen sich weiter so aufwärts entwickeln würden, wie tn den letzten Jahren, vielmehr beschränke sich die jährliche Hinzurechnung auf einen Teil der infolge der Bevölkerungsvermehrung mechanisch zu erwarten­den Ertragssteigerung. Zur Frage der Schuldentilgung sagt dann das Organ:Kein Pfennig der neuen Wehrvorlagen wird auf Anleihe übernommen; diese bleibt vielmehr genau so, wie im Etatsentwurf vorgefchlagen ist, auf rund 44 Millionen. Es bleibt ferner unverändert bei der durch den Etat vorgesehenen Ent- fafittng des Ertraordinariums durch Uebernahme der Kosten für dem Kaiser-Wilhelm-Kanal und von Beträgen aus der Milttar- und Marineverwoltung ins Ordinarium im Gesamtbeträge von 60 Millionen Mark. Und es bleiben endlich die großen Uerschusie des Jahres 1911, die sich auf 280 Millionen Mark belaufen zum großen Teile für die Schuldentilgung zur Verfügung: diele Be­stimmung über sie wird bis zum nächsten Etatsgesetz verschoben, um die weitere Entwicklung abzuwarten."

Wie die Berl. Polit. Nacht." melden, betragt der voraus­sichtliche Ueberschuß bet Reichseinnahmen im Reckmunasiabre 1911 nicht nur, wie in der Denkschrift zur Deckung der Ro ten bet Webr- vo?laqen angegeben würbe, 230 Millionen, fonbern schätzungsweise

bar nach dem Untergang stießen bie Ruder ihres Floßes fortwährenb e* Leichen mit Rettungsgürteln.

B-rwüfe gegen einen deutschen Dampfet.

Rewyork, 20. April. Vor bem Senatskomitee sagte bet Hilfs- funkentelegraphist betTitanic" Bride aus, daß 20 Minuten nach Aus­sendung des Hilferufes der Telegraphist des LloyddampfttsFransutt , angeblich des nächsten Dampfers, anfragte, was los sei. Senator William Smith fragte, warum derFrankfurt" die Sachlage nicht erklärt worden sei Bride erroiberte, jeder Telegraphist, sobald et einen ^tlferuf er» halte, benachrichtige sofort den Kaptän. DerFrankfurt" sei kerne Aus­kunft gegegen worben, weil bieCarpathra bereits unterroegs fei. ®er Telegraphist betCarpathia" erklärte, daß et von betFrankfurt nichts gehört habe. Matconi gab bie dahingehend« Aussage, daß ter (Empfang bet Notsignal« e. p. d. genügen müsse, bieFrankfurt »ur Hilfeleistung zu bewegen. Senator Smith erklärte, es wate bas einfachste gewesen, derFrankfurt" Auskunft zu geben. Bride erklärte weiter 10 Minuten . vor Untergang des Schiffes schickte Philipps den letzten Hilferuf bet un­beantwortet geblieben ist. Als sie dann bas Deck betraten liefen bte Pasiagiere in größter Verwirrung umher unb suchten Kettungsgurtei. Ein letztes Floß war noch an Borb. Er sei weggeschwemmt worden und hätte später das Floß erklommen, auf bem sich ^ Manner befanden. Dutzende wollten es noch besteigen, aber es wat unmöglich, sie aufzuneh­men. Kapitän Smith sprang., als dieTitanic" versank, von der Kom­mandobrücke in die Fluten. . . ,

Zu der Aussage des Hilfstelegraphtsten betTitanrc übet ben. beut- scheu DampferFrankfurt" meldet die Direktion desNord. Lloyd . Der zweite Marconitelegraphist bes DampfersTitanicL W

feinet Aussage den Dampfer Frankfurt" des Norddeutschen Lloyd te- schuldigt, auf das an ihn gerichtete dtahlose Hilfsgesuch derTttamc" nicht reagiert zu haben. Aus diese uns allerdings von vornherein völlig haltlos erscheinende Beschuldigung haben wir uns veranlaßt gesehen, uns sofort auf Nahtlosem Wege mit derFrankfurt" in Verbindung zu setzen. Von deren Kapitän ist uns soeben nachfogendes drahtlose Telegramm zu- aeaanaen: DampferFrankfurt" auf Hilfsstgnal sofort nordwärts ge­steuert traf" 10 Uhr 50 Minuten Unfallstelle ein. DieTitonic roar hundertvierzig Meilen entfernt. Traf an der Unfallstelle d'- Dampfet Birma",Vitginian" undEarpathia". gez. Hattorf. Danach beruhen also bie Aussagen bes Telegraphisten »riebe auf bireltet Unwahrheit.

D- Ä We

Kntroortung) M unb klagte,A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55

unserer Wehrvorlage wird z. Zt. von kompetenter Seite lebhaft | erörtert. Der ehemalige Reichsschatzsekretär Wermuth ergreift das Wort in derDeutschen Revue". Er entwickelt zunächst, daß die Wehrvorlagen, falls sie das volle Maß der neuen Ausgaben für die nächsten 57 Jahre enthalten, 1912 etwa 100, 1913 etwa 120130 1914 rund 120 und von da ab 100110 Millionen jährlich betragen werden. Damit aber sei die Mehrausgabe, die von 1913 ab bevorstehe, noch keineswegs erschöpft. Zunächst trete die erhöhte Aufwendung für das vorjährige Fnedenspra enzgesetz und das bisher geltende Flottengesetz hinzu Das find für 1913 85 für 1914 rund 50 und von da ab jährlich etwa 4555 Mil­lionen Mark. Außerdem ist das natürliche Anwachsen der Aus- aaben für 1913 auf 20, 1914 auf 40 Millionen zu schätzen.Dem­nach wird", so schreibt Herr Wermuth,der, welcher die beiden nächsten Etats aufzustellen hat, eine Mehrausgabe von rund 180 Millionen Mark für 1913 und von mehr als 200 Mstlionen für 1914 unterbringen können." Zum Schluß heißt-es:Gewiß wird mir geglaubt, daß ich manchen rechnerischen Versuch unternom­men habe, ob und wie derart große Summen flüssig gemacht wer­den können. Das Ergebnis war und kann nur fein: Entweder durch neue Einnahmen oder durch Rückfall in die Anleihen, um eine solche Anleihe einzukleiden, stehen mannigfache Möglichkeiten zu Gebote. Man kann es nennen: Verwendung der Ueberschusse von 1911, das bedeutet die nachträgliche Aufnahme einer Anlei^ für 1911 und die Miedervermehrung der alten Reichsfchuld durch Rückgängigmachung der Schuldentilgung. Oder: Höherei nschatzung der Einnahme für 1912, das bedeutet zum mindesten den Wegfall jedes Ueberschusies und damit die Preisgabe der Schuldentil­gung, möglicherweise aber einen Fehlbetrag, der mit Anleihen ge-

* ÄS ÄÄSX I Zum Unteraana der Tifanfc.

-...... In ben I 9tcmt)Ort 19 April. Rach einem bet Ueberkbenben lief bie

Titanic" mit 21 Knoten Geschwindigkeit, als sie auf ben (Eisberg stieß. Die Offiziere hatten Ordre, auf der ersten Reise einen Schnelligkeits- teborb aufzuftellen. Der Aufopferung und bem Heroismus des Kapitäns Smttb wird von allen Seiten das glänzendste Zeugnis ausgestellt. Bevor di« Wellen ihn von seinem Posten herunterschleuderten rief er noch durch das Sprachrohr der Menge im Schiffraum zu: Zeigt euch als Briten! Einige haben gesehen, wie er noch im Wasier ben Schwimmenden zu helfen suchte. Andererseits sind bei ben letzten verzweifelten Anstreng­ungen, sich zu retten, grausige Szenen von Gewalttätigkeiten vorgekom­men unb es mußte von ben Revolvern Gebrauch gemacht werden. Die Widersprüche in den verschiedenen Darstellungen erklären sich dadurch, daß bas Schiff sieben Decks hatte und daß man nicht beobachten konnte, was auf den anderen vor sich ging. Alsdas Schiff entzweibrach, hob sich das Heck steil empor und Dutzend« von Men'chen sprangen im Schrecken ins Wasier. Ato die Neigung stärker wurde, verloren Hundette ben Halt, glitten ins Wasier und ertranken. Hunderte luchten schwimmend Flöße und Schiffstrümmer zu erreichen. Der amerikanisch« Oberst Eracy be­richtet, wie er mit einer Menge anderer stundenlang auf einem Floß war. Sie ständen Rücken gegen Rücken ängstlich bemüht, das Gleichgewicht zu bewahren, und wagten nicht einmal, sich umzulehen, weil jede Bewegung Gefahr bringen konnte. Noch einigen Berichten fanden noch zuletzt ver­zweifelte Kämpf« statt. Einige sollen in den Booten erschossen unb an­dere erschlagen worden sein, als sie Boote zu erklettern versuchten.

N e w y o r k, 19. April. Einige Ueberlebenbe betTitanic" glauben, William Sfeab unb Oberst Astor nach bem Untergang derTitanic zu­sammen auf einem Floß gesehen zu hoben. Andere sagen, sie batten ben Oberst Astor zusammen mit Major Butt, dem Adjutanten des Präsiden­ten Taft auf der Kommandobrücke gesehen. Unter ben Ueberlebenben befinden 'sich auch sechs Ehinesen. die sich unter den Sitzen der Rettungs­boote versteckt hatten. Sie wurden erst entdeckt, als die Boote an Bord der JEarr-atbta gebracht worden waren Zwei andere Chinesen wur­den durch das Gewich». der über ihnen Sikenden zu Tode gedrückt.

Der Newyorrk« jungen Millionärin Margaret Hays wurden im Rettungsboot von unbekannter Seite zwei Knaben von zwei und drei wahren in den Schoß gelegt. Di« Kinder, welch« französisch sprachen, wissen nicht ihr« Namen, scheinen aber aus gebildeter Familie zu kom­men Fräulein Hays wird sie adoptieren, falls Angehörige nicht ge»

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