und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".
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1912
Marvnrg
Freitag, 19. April
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Erstes Blatt.
Zur Friedensvelmittlung der Mächte.
v Die lang erwartete Aktion der Mächte in Konstantinopel zur Feststellung der Bedingungen, unter welchen die Türkei sich zum Friedensschluß mit Italien bereit finden würde, ist Dienstag erfolgt. und wie man in Geduld hat auf dieselbe warten muffen, wird man nun auf die Antwort der Pforte vielleicht mit noch mehr Geduld warten müssen. Es kann keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die bereits so häufig angekündigte entscheidende ; Kriegsoperation Italiens gegen die Türkei hinausgeschoben ( wurde, nicht, um die Antwort der Konstantinopeler Regierung, ! wohl aber, um den Eindruck des gemeinsamen Schrittes auf die Mächte bei derselben abzuwarten. Vor demselben führte man am Goldenen Horn eine andere Sprache, als jetzt, wo es den Mächten ernst zu werden scheint mit der Friedensvermittlung. Wohl hätte das Konstantinopeler Kabinett Zug um Zug auf die Anfrage der Botschafter antworten können, denn dank unzähliger Indiskretionen war den Türken seit lange der Inhalt der an sie zu stellenden Frage bekannt. Aber der alte türkische Grundsatz: „Zeit gewonnen, alles gewonnen", konnte sich wohl zu Zeiten eines diplomatisch so schlau arbeitenden Herrsche wie Abdul Hamid war, bewähren, der durch Ausspielen einer Großmacht gegen die andere so häufig die Türkei aus scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten herauszulavieren wußte: aber unter dem jetzigen Regime muß schließlich doch Farbe bekannt werden. — Trotzdem aber wird das letzte Wort in den Friedensverhandlungen voraussichtlich noch lange nicht gesprochen werden. Mächtige Einflüsse im Innern des Landes^ wo die Herrschaft des jungtürkischen Komitees in dieser Kriegssrage auf dem Spiele steht, legen sich die Entschließungen der Regierung hemmend in den Weg. Der Sieg des Komitees bei den eben stattfindenden Parlamentswahlen könnte im Lande zu einem Pyrrhussiege werden, wenn das Osmanenreich mit empfindlichen Opfern in feinem Bestände den Frieden erkaufen müßte. Das Parlament, welches naturgemäß ganz unter dem Einfluß des Komitees stehen wird, muß in letzter Linie entscheiden, damit die Regierung vor dem Volke die Verantwortung tragen kann. Ein zweiter, nicht zu unterschätzender Faktor bei der wichtigen Entscheidung, vor welche die Türkei gestellt ist, bildet das Bestreben einzelner Mächte, bei den Friedensverhandlungen politische Neukonstellationen zu schaffen in Bezug auf die Anlehnung der Türkei an diese oder jene Mächtegruppe. Wenn auch durch das gemeinsame Vorgehen der Mächte in Rom wie in Konstantinopel formell solchen Bedenken die Spitze abgebrochen zu sein scheint, so darf man doch die englisch-türkischen Annäherungsversuche nicht vergessen, die Dank einer geschickten Mache scheinbar von Konstantinopel in erster Linie ausgingen. Die Arbeit gegen die guten deutsch-türkischen Beziehungen, an denen sich auch französische Einflüsse in ausgiebMer Weise be- ' teiligt haben, konnte nur da erfolglos bleiben, wo man ein Ver- i fiändnis für den großen Vorteil hatte, den die Türkei stets aus ■ den Beziehungen gezogen hat, und zugleich ein Verständnis für "die anerkennenswerte Geschicklichkeit, mit der Deutschlands Staatsmänner und Diplomaten die Schwierigkeiten zu überwinden wußten, welche sich aus dem Bundesverhältnis zu Italien und der gleichzeitigen Freundschaft mit der Türkei für Deutschland in .diesem Kriege ergaben.
* * *
ffontinopel, 17. April. Di« italienische wissenschaftliche MkMvn, die noch im Ausbruch des türkisch-italienischen Krieges zu Stüdienzwecken sich nach Fezmn begab, ist. wie brieflich gemeldet wurde, gefangen genommen, nach Dschebel-i-Charbi überführt und interniert worden.
Rom, 17. April. Die „Agenzia StefanV* meldet aus ©em«: Die Türken, di« in den letzten Tagen den italienischen Linien gegenüber Stellung nahmen, eröffneten gestern Mittag das Feuer mit drei oder vier Kanonen auf das Fort Lombardia, durch kleinkalibriges Eewehr- feuer unterstützt. Da die Besatzung des Forts Verstärkungen erhielt, vermochte sie dem Angriff standzuhvlten. Die türkisch« Artillerie, welche gut versteckt, wurde von zehn ito’ien-ttoen Geschützen wirksam besckmsfen und feuerte schwächer. Um M-7 Uhr stellte st« das Feuer ein und zog sich zurück: auch die türkische Infanterie trat unter dem Feuer der italienischen Geschütze den Rückzug an. Auf italienischer Seite wurde ein Mann getötet und einer leicht verwundet: di« Verluste der Türken sollen bedeutend fein.
Konstantinopel, 17. April. Die Zeitungen besprechen den Schritt der Mächte, deren sreundsckmfttichen Charakter ft« anerkennen. Sie erklären übereinstimmend, daß der Friede^ nur auf der Grundlage der Zurückziehung des Annsxignsdekretes möglich sei. „Tanin" schreibt: Die jungtürkische Partei ist aus den Wahlen als Siegerin hervorgegongen, weil sie für einen Widerstand bis zum äußersten eintritt und nie em Kabinett unterstützen würde, das nachgeben wollte. Die Mächte sollte», anstatt Schritt« zur Beendigung des Krieges zu tun, lieber einer Ausdehnung des Krieges vorbeugen. Wenn die Italiener merken, daß sie uns in keiner Weise znm Abschluß des Friedens zwingen können, werden sie, um zu vermeiden, das Land in ein unheilbares Unglück zu stürzen, den Frieden aus der Grundlage der Räumung von Tripolis verlangen. Damit es dahin komme, müssen die Italiener jede Hoffnung aus Unterstützung seitens Europa verlieren.
Der llnternana der Titanic
Das furchtbare Unglück des englischen Riesendampfers versetzt fast alle Völker der alten und neuen Welt in tiefste Trauer, sind doch Angehörige fast sämtlicher Rationen unter den Opfern, die in das Meer hinabgeriffen wurden. Es ist natürlich, daß die
Souveräne und parlamentarischen Körperschaften dieser Länder ihrem tiefgefühltesten Beileid Ausdruck geben.
Der deutsche Kaiser telegraphierte an die Whitestarline: „Tief betrübt über die traurige Nachricht von dem furchtbaren Unglück, das die Linie betroffen, sende ich den Ausdruck der innigsten Teilnahme für alle, die den Verlust von Verwandten und Freunden betrauern. Wilhelm I. R.“ — Die Whitestarline antwortete: „Die gütige Mitteilung von der Teilnahme Sr. Majestät haben wir mit der tiefsten Dankbarkeit empfangen. Das Unglück ist in der Tat überwältigend. Wir werden die Mitteilung Ew. Majestät zur Kenntnis aller gelangen lassen, die von dem Unglück betroffen wurden." — Der Kaiser sandte aus Anlaß des Unglücks der „Titanic" telegraphisch den Ausdruck seines Beileids an König Georg und beauftragte den deutschen Botschafter in London, der englischen Regierung ebenfalls sein Beileid auszudrücken.
London, 17. April. König Georg hat der Whitestarline sein Beileid zu dem Unglück telegraphisch ausgesprochen. — Der Lordmayor eröffnete eine Sammlung zugunsten der Opfer des Untergangs der „Titanic".
London, 17. April. König Georg hat an Präsident Taft nachstehendes Telegramm gerichtet: „Der Königin und mir liegt es am Herzen, Sie und das amerikanische Volk unseres großen Schmerzes zu versichern, den wir über den Verlust än Menschenleben unter amerikanischen Bürgern und meinen Untertanen bei dem Untergang der „Titanic" empfinden. Unsere beiden Länder sind durch Bande der Freundschaft und Rührigkeit so eng miteinander verbunden, daß ein Schicksalsschlag, der das eine betrifft, notwendig auch das andere berühren mutz."
Paris, 17. April. Präsident Falliöres sprach dem König Georg von England und Präsident Taft telegraphisch seine tiefste Trauer über die Katastrophe der „Titanic" und fein lebhaftes, tiefgefühltes Beileid aus.
Washington, 16. April. Das Repräsentantenhaus hat in einer einstimmig angenommenen Resolution den Verwandten der Verunglückten der „Titanic" seine Teilnahme ausgesprochen.
Die Presse über das Unglück.
In einer Besprechung über den Untergang der „Titanic" warnen die „Hamburger Nachrichten" vor falschen Schlußfolgerungen: „In unsinniger Weise wird der Unglücksfall mit den riesenhaften Dimensionen des Schiffes in Zusammenhang gebracht und betont, daß der Schifsbautechnik Grenzen gesetzt sein dürften. Ein derartiger Zusammenstoß mit einem Eisberge ist, wie uns alle Fachleute bestätigen, ein Force-Majeure-Fall, der in der katastrophalen Form doch wohl glücklicherweise äußerst selten vorkommt. Erfolgt aber ein solcher Zusammenstoß unter unglücklichen Umständen, so würde auch ein stark gepanzertes Kriegsschiff ebenso ein Opfer der Elemente werden, wie ein leichter gebauter kleiner oder großer Handelsdampfer. Die großen Schiffe bieten jedoch im Verhältnis zu den kleineren Schiffen für die Passagiere andererseits durch ruhigere Fahrt und durch den ganzen Komfort, den sie gewähren können, soviel Annehmlichkeiten, daß der eine Fall der „Titanic", so schrecklich er auch an sich sein mag, nicht als Schulbeispiel gewäblt werden kann. Irn allgemeinen läßt sich trotz des Unglücksfolla di" V^nuptung aufstellen, daß die größeren Schiffe den taglästichen Gefahren des Meeres wirkungsvoller Widerstand leisten werden als die kleineren."
Die „Köln. Ztg." findet es im Gegensatz zu dieser Ansicht seltsam, daß ein feindliches Verhängnis gerade die englischen Riesen- dampfer mit Mißgeschick verfolgt: „Vor wenigen Jahren erst ging die „Republik" der Whitestarline durch einen Zusammenstoß mit einem Auswandererdampfer bei Nacht und Nebel verloren: es gelang damals wenigstens den durch drahtlose Telegraphie herbeigerufenen Schiffen, alle Menschen an Bord zu retten. Der Riesendampfer der Cunardlinie „Mauretania" hat dann auch einige Male durch allerlei Widrigkeiten von sich reden gemacht, die ihm widerfuhren. Dann lab der vorige Herbst den Stapellauf des ersten der beiden Schiffswunder, die die Whitestarline auf Kiel gelegt hatte, der „Olympic": aber bald darauf stieß das Schiff mit einem englischen Kreuzer zusammen und mußte, schwer beschädigt, das Dock wieder aufsuchen. Nun sollte die ..Titanic", das in noch größeren Abmessungen gebaute Schwesterschiff der „Olympic", die erste Reise nach der neuen Welt antreten, und sie wird gänzlich vernichtet, noch ehe sie die Küste Amerikas erreicht hat."
Lächerlich könnte es erscheinen, wenn das Faktum nicht gar so ernst wäre, wie der „Vorwärts", versucht, auch dieses elementare Ereignis in seinem Sinne auszubeuten. Er schreibt: „Von einem „Fiasko der Technik" sprechen einzelne Blätter. Mit Unrecht, denn die Technik, die sich lediglich dem Sicherheitsbedürfnis anpaßte und nicht mehr vom Profitbedürfnis der Schiftahrtsgeiev- schaften f- Bussen ließe, würde sicherlich Fahrzeuge schaffen können. die i iner solchen Katastrophe gewachsen wären. Auch ist
ja aller Wacricheinlichkeit nach die „Titanic" lediglich ein Ovfer der kapitalistisch-rivalisierenden Rekordsucht geworden, die schon so manche Hekatombe von Menschenleben verschlungen hat."
Man braucht wohl diesen Nonsens nur niedriger zu hängen.
Reue Meldungen.
Wie aus den neuesten Nachrichten über das Unglück zu ersehen ist, herrscht über die Anzahl der Geretteten noch ziemliche Unklarheit. Die Meldungen widersprechen sich teilweise. Auch scheint die Sensationslust gewisser Blätter hierbei wieder im Spiele zu sein. So meldet ein Telegramm aus Newyork:
Newyork, 17. April. Während authentische Nachrichten fehlen, haben die „New-York Herald" und andere Newyorker Zeitungen sensationelle Beschreibungen von Szenen gebracht, die sich
bei dem Schiffbruch der „Titanic" abgespielt haben sollen. Dies« Berichte haben sich als reine Erfindungen herausgestellt. Es war angegeben worden, daß die Nachrichten durch drahtlose Telegraphie von dem Dampfer „Brüse" übermittelt worden seien. Dieses Schiff ist jetzt in St. Johns angekommen und sowohl der Kapitän wie der Funkentelegraphist erklären gemeinsam, daß sie keine drahtlosen Nachrichten, die auf di« „Titanic" Bezug hätten, erhalten haben.
Im übrigen liegen folgende Nachrichten vor:
Newyork, 17. April. „Evening World" und „Evening Sun" veröffentlichen folgende von der Marconistation in Camper« down (Neuschottland) beim hiesigen Marconibeamten eingegangene Depesche: „Wir stehen jetzt in Verbindung mit der „Car« pathia" via Dampfer „Franconia" und können amtlich erklären, daß die „Titanic" mit einem ungeheuren Eisberg zufammenstietz, und daß über 2000 Personen umgekommen sind (?). 700 Ueber« lebende, meistens Frauen, befinden sich an Bord der „Carpathia".
London, 17. April. Die „Daily News" meldet aus Newyork vom 16. d. M.: Nach hiesiger Schätzung betrug die Beman« nung der Rettungsboote der „Titanic" 270 Mann. Danach werden von den Passagieren nur 598 gerettet sein. Der Postmeister in Newyork erklärte, daß mit der „Titanic" sieben Millionen Briefe gesunken seien. — Unter den Vermißten befindet sich der bekannte Schriftsteller Stead.
Newyork, 17. April. Der Kapitän der „llltonia" von der Phönix-Linie meldet, er habe an dem Unglückstage mehrere Fischerboote unweit der Unglücksstelle bemerkt und daraus die Möglichkeit abgeleitet, daß etwaige Schiffbrüchige von solchen aufgenommen worden sind.
Newyork, 16. April. Der Korrespondent des „Herald" in Washington meldet, daß der Vertreter der Marconi-Eesellschaft mit dem Präsidenten Taft und verschiedenen Mitgliedern der Regierung über die Bestimmungen für drahtlose Telegraphie verhandelt hat. Taft wird den Kongreß zu einer gesetzgeberischen Maßnahme auffordern, die in Zukunft Störungen des drahtlosen Verkehrs durch Dilettanten und Privatpersonen verhindern soll.
Newyork, 17. April. Ein elektrischer Sturm hat gestern abend und heute früh die Uebermittelung drahtloser Telegramme unterbrochen, deshalb ist keine Nachricht von der „Carpathia" angekommen. Man nimmt an, daß der Kreuzer „Chester" morgen schon nahe genug ist, um amtliche Nachrichten nach Washington zu schicken. Von den Ueberlebenden, deren Namen bekannt sind, sind 79 Männer, 233 Frauen und 16 Kinder. Vermutlich befinden sich unter den 540 Ueberlebenden, bereit Namen noch nicht veröffentlicht sind, nicht mehr als 100 Seeleute, die zur Besatzung der Boote erforderlich waren. Die verbleibenden 440 sind wahrscheinlich zum größten Teil Frauen und Kinder aus dem Zwischendeck, wo sich 710 Passagiere befanden, sodaß die Zahl von 440 dem gewöhnlichen Verhältnis entspräche.
Bremen, 17. April. Die Kontinentalen Schiffahrtsgesellschaften beschlossen auf Vorschlag des Norddeutschen Lloyds, in- anbetracht der südlich von Neufunliland befindlichen Eismaffen die Kapitäne der nach Newyork und Baltimore fahrenden Schiffe anzuweifen, dem sogenannten „Eistrack" zu folgen. Der Eistrack verlängert die Distanz um nur 40 Seemeilen, führt jedoch weitere 60 Seemeilen südlich von dem bisher eingehaltenen Track, so daß mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen ist, daß der Kurs zur Zeit frei von Eis ist. Der eigentliche Eistrack führt vom Kanal nach einem Punkt 41 Grad nördlicher Breite und 47 Grad westlicher Lange für die westwärts bestimmten Schiffe, von da auf direktem Wege via Nantucket—Feuerschiff nach Anbrese Chornel—Feuerschiff. Die ostwärts bestimmten Dampfer laufen von Ambrose Channel—Feuerschiff auf direktem Wege nach 40 Grad 10 Min. nördlicher Breite und 47 Grad westlicher Länge und von da im Eroßkreis nach dem Kanal. Die britischen Dampfschiffahrtsgesell- f(haften unterbreiteten den kontinentalen Gesellschaften den Vorschlag, um jede Kolisionsgefahr zu vermeiden, bis zum 25. April den westwärts bestimmten Schiffen vorzuschlagen, dem alten Track zu folgen bis zu jenem Punkt,, in welchem der 42. Meridian bei alten Track schneibct unb von ba ben Kurs nach bem 41. Gral nörblicher Breite unb 47. Grab westlicher Länge aufzunehmen Diesem Vorschläge stimmten bie kontinentalen Linien sofort zu, ba burch ein internationales Vorgehen bet Dampschiffahrisgesell- f(haften die Sicherheit bet Schiffe gewährleistet wird.
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D-uMtzs Veich-
— Der Seniorenkonoent des Reichstages beriet die Ges äsis- lage ber kommenden Wochen. Es soll versucht werden, bis Pfing» sten den Erat und die Wehr- und Deckungsvorlagen zu erledigen. Der 4. und der 5. Mai sollen sitzungsfrei bleiben.
— Die „Rordd. Bllqem. Ztg." zur W-Hroorlage. Berlin. 17. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die nationalliberale Korrespondenz bespricht in einem Artikel „Das entschleierte Bild" die dem Reichstage vorgelegten neuen Wehrforderungen und ihre Deckung. Sie zeigt sich auffällig schlecht unterrichtet. Sie behauptet, es stehe fest, daß die Armeeverwaltung ursprünglich höher« Forderungen gestellt habe. In Wahrheit steht das Gegenteil fest. Die Vorlage enthält alle Forderungen der Armee-Ver« waltui.g unverkürzt. Eine andere Stelle des Artikels sagt, um 10 Millionen für Deckung zu gewinnen, werde der Bau des Nord- oftseekanals 10 Millionen verlangsamt. Die Summe für bie Bauzeit bes nächsten Etatsjahres ist besroegen nicht erforberlich, weil infolge ber ungünstigen Witterung bie Er barbeiten nicht fort- I geschritten find, wie es bei der Aufstellung bes Etats in Aussicht