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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kttchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage*.

JUs. 90

Tie , £bttbeüif»< Zeitung- erscheint täglich mit tt.usnah.ne der Sonn- und Feiertage. Der ttv e, u g S p r e i S beträgt vierteljährlich durch die Poft bezogen 8.25 <M- lohne BesteSgeld), oet unseren ZeitungSstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in» Hau». (Für unver- langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55 |

Marburg

Doimeistag, 18. April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7 gespaltene Zeile oder beten Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt alS Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Post- scheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 deS Postscheckamtes Franyutt a. M.

47. Jahr».

1912.

Erkes Blatt.

Der Untergang der Titanic.

.. .Es wird nun zur grausen Gewißheit, daß bet Untergang des englischen DampfersTitanic" eineinhalb tausend Menschenleben gefordert hat. Die Bevölkerung eines kleinen Fleckens ist mit ^em Ozeanriesen in die Tiefe gerissen worden, bei ruhigem Wetter und stiller See. Ein Brocken von den mächtigen Eisfeldern Grön­lands legte sich vor den Ozeanriesen und er, dasWunder des menschlichen Geistes", derTriumph der modernen Schiffstechnik", zerschellte und konnte sich trotz der neuesten Sicherheitsvorrich­tungen nicht länger als vier Stunden über Wasser halten. Furchtbar mutz die Erkenntnis der Passagiere gewesen sein, datz der DampferTitanic", die schwimmende Stadt", eben doch nur ein Werk von Menschenhänden und den Naturgewalten gegenüber ein schwaches zerbrechliches Spielzeug war. Zu einer fürchterlichen Panik mutz es gekommen fein. Das Riefenfchiff^fuhr offenbar mit dem Aufwand, aller feiner Kräfte in die Nacht hinein, ob­wohl, wie man sagt, es dem Kapitän Smith bekannt gewesen sein konnte, datz er ein schwimmendes Eisfeld von 75 Meilen-Länge und fast ebenso großer Breite zu durchqueren hatte,, in dem bereits verschiedene andere Dampfer zu Schaden gekommen waren. Die amerikanischen Millionäre, die sich dazu gedrängt hatten, die erste Fahrt des neuen Ozeanriesen mitzumachen, schlummerten friedlich in ihren Luxusappartements, als der furchtbare Zusammenstoß erfolgte. Nur ein kleiner Teil der ungeheuren Eismasien ragte aus dem Wasier, während die größere Fläche, die noch nicht ab­geschmolzen war, sich über Hunderte von Metern unter den Wellen des Ozeans lang hinstreckte. Der Anprall war ein gewaltiger, und die scharfen Eiskanten schlitzten den Vorderteil derTitanic" der Länge nach auf. Sofort wurde das drahtlose Hilfesignal ge­geben, und unablässig flatterte das8. O. 8. über den Ozean, und bald kamen von einer Reihe von Schiffen, die sich auf der Route übet den transatlantischen Ozean befanden, die Antwort­signale, datz man den Notruf vernommen und zur Hilfe eile. Aber zu fpät Als die Schiffe ankamen, hatten die grauen Fluten bereits das prächtige Schiff und mit ihm Millionen an Mert und eine erschreckende Anzahl Menschen verschlungen.

' Ob den Kapitän des Schiffes oder seine Gesellschaft die schwere Schuld an dem Unglück trifft, kann noch nicht entschieden werden. Zwar wird von verschiedenen Seiten behauptet, datz alle Der hts- matzregeln außer acht gelaßen worden seien, indem das Schiff durch diese Eisbergtegion mit der größten Geschwindigkeit fuhr und indem es trotz der frühen Jahreszeit die nördliche Sommer- route eingeschlagen habe, nur um den Schnelligkeitsrekord zu brechen, außerdem sollen zu wenig Rettungsboote an Bord ge­wesen sein usw., alle diese Vorwürfe bedürfen aber noch der nähern Aufklärung, wenn diese überhaupt möglich ist. Die Offiziere des Schiffes scheinen nämlich sämtlich den Tod gefunden zu haben, und nur sie allein könnten übet gewiße Umstände Auskunft geben.

Zu dem Unglück liegen bisher noch folgende Meldungen vor: Newyork, 16. April. DerVirginian" meldet, sie fei zu fpät gekommen und habe keine Geretteten an Bord. AuchPari- siana" habe keine Geretteten ausgenommen. Die Redstarline er­klärt offiziell, sie habe sichere Nachricht von derOlympic" er­halten, datz die Zahl der von derTitanic" Geretteten 868 be­trägt, mit denen dieEarpaihia" (nichtEarpathis", wie wir gestern meldeten) am Donnerstag nachmittag in Newyork ein- treffen «ird. Es wird gemeldet, dah von den 325 Paßagieren der ersten Klaße 202, von den 285 Paßagieren be- weiten Kloße 114 zu den Geretteten zahlen.

London, 16. April. Während der Nacht waren die Be­amten der drahtlosen Stationen an der amerikanischen Küste un­ablässig bemüht, Nachrichten von den Schiffen zu erhalten, die der Titanic" zu Hilfe eilten, nachdem diese deren Gesahrensignal erhalten hatten. Die Nachrichten, die sie bekamen, zeigten, daß das erste Hilfsschifs, das den Ort der Katastrophe erreichte, nur noch feststellen konnte, daß dieTitanic" 2 Ahr 20 Min. morgens gesunken war, vier Stunden nach dem Zusammenstoh mit dem Eisberg. Nur Trümmer und einige Boote mit Paßagieren waren zu sehen. Die Paßagiere wurden aus die westwärts fahrende Carpathia" übergeführt, die jetzt nach Newyork unterwegs ist. Die Liste der Geretteten zeigt, daß an Bort derTitanic" größte Manneszucht geherrscht haben mutz. Die Mehrzahl der geretteten Frauen und die Mehrzahl der geretteten Männer sind verheiratet. Während der ganzen Nacht waren die Büros der Whitestarline von verzweifelten Verwandten und Freunden der Verunglückten belagert, denen die Beamten nur mitteilen konnten, datz die Californian" i nder Hoffnung, noch Ueberlebenbe-gu finden, am Orte des Unheils zurückgeblieben fli. Die vermißten Paßagiere sind wohl kaum noch qm Leben.

Newyork, 16. April. Als gestern der Beamte der funken- telegraphischen Station aus Sabie Island gefragt wurde, ob es möglich fei, Nachrichten den Reisenden derTitanic" zu über­mitteln, erwiderte er, dies würde schwierig sein, da anscheinend die Passagiere auf verschiedene Schiffe verteilt seien. Selbst diese schwache Andeutung, datz noch andere Schiffe außer derCar- pathia" Ueberlebenbe aufnahmen, wird von Tausenden von Ver­wandten und Freunden der Paßagiere begierig ausgenommen.

Newyork, 16. April. Alle Meldungen stimmen darin überein, daß keiner der Dampfer, welche die drahtlosen Hilferufe ,betTitanic" vernahmen, rechtzeitig eintraf. DieCarpathia" Itraf zuerst ein. Sie fand die Rettungsboote mit Uebetlebenben

I vor, welche auf einem 21 Meilen weilen Eisfelde zerstreut waren. | Angesichts der starken Eismaßen konnte dieCarpathia" die Ueberlebenben erst nach Stunden aufnehmen. Die Mehrzahl der Uebetlebenben war notdürftig bekleidet. Die Boote trieben in bet großen Kälte unb im Sturm stundenlang umher, bis dieCar­pathia" gesichtet wurde. Vor dem hiesigen Büro der Whitestarline spielten sich herzerschütternde Szenen von armen und reichen Leuten ab. Es wird vielfach die Vermutung ausgesprochen, die Eismaßen hätten viele Rettungsboote zertrümmert. Unter den 868 Uebetlebenben sollen sich nur 79 Mäner befinden.

Newyork, 16. April. Datz 868 Gerettete wohlbehalten an Bord derCarpathia" sind, ist die willkommenste Nachricht über bas Unglück, bie gestern abend auf drahtlosem Wege von dem Virginian" eintraf. DieCarpathia" stand während der Nacht in drahtloser Verbindung und sandte eine teilweise Liste der Ge­retteten. Man hofft, datz sie in Kürze innerhalb der drahtlosen Zone kommen wird, wodurch es möglich sein wird, weitere Einzel­heiten übet das Unglück zu erhalten. Es steht leidet so gut wie fest, daß es sich um bas größte Unglück handelt^das di« Geschichte der Schiffahrt kennt. Man glaubt,- daß wenigstens 1200 Menschen umkamen) meistens wurden Frauen und Kinder gerettet. Ein drahtloses Telegramm vom Kap Race enthält eine teilweise Liste der Gerettete», die sich an Bord derCarpathia" befinden. In dieser Liste steht auch der Name Bruns Ianay's, einer der Eigen­tümer der Whitestarline. Ein Telegramm aus St. Johns (Neu­fundland) berichtet: DerVirginian" kehrt hierher zurück. Da das Schiff nach Europa bestimmt ist, hofft man, datz sie auch an Bord desVirginian" noch Ueberlebenbe beftnben.

L ondon, 16. April. DieTitanic" liegt in einer Tiefe von 3000 Metern. Es wird kaum möglich fein, von ben Schiffs­trümmern etwas zu bergen. In London haben alle Schiff­agenturen Halbmast gehißt.

Newyork, 16. April. Der französische DampferNiagara"., der hier eingetroffen ist, berichtet: Er befand sich am Mittwoch abend ganz in der Nähe der Stelle, wo dieTitanic" gesunken ist und stieß so stark gegen einen Eisberg, daß der Kommandant drahtlose Notsignale absandte. Es herrschte dichter Nebel. Das Schiff, welches mit verminderter Schnelligkeit lief, stieß zuerst mehrmals gegen kleine Eisschollen, als plötzlich ein heftiger Stoß erfolgte. Die Paßagiere, die gerade dinierten, stürzten zu Boden. ' Schüßeln und Gläser wurden durch die Wucht des Anpralles im Speisesaal durcheinandergeschleudert und zerbrachen. Angsterfüllt eilten die Paßagiere an Deck. Der Kommandant stellte sofort eine Untersuchung an unb sandte drahtlos die Meldung, daß das Schiff mit eigener Kraft Newyork erreichen könne.

Hamburg, 16. April. Infolge mehrfacher an ihn genck'- teten Anfragen um Mitteilung seiner Ansicht über die Ursache des Untergangs derTitanic" äußerte Generaldirektor, Ballin dem Vertreter des Wolff-Büros gegenüber folgendes: Im gegen­wärtigen Augenblick ist es natürlich noch unmöglich, eine be­stimmte Ansicht über die Ursache des Untergangs zu äußern. Man kann nur sagen, datz die Schiffahrtsgesellschaften auch aus diesem Unglück lernen werden und daß sie an Hand dieser traurigen Er­fahrungen trachten müßen, d'.e weitgehendsten modernen Sicher­heitseinrichtungen noch zu verbeßern, die nach unserer Ansicht die Klassifikationsgesellschaften als das bisher mögliche und erreich­bare Matz der Sicherhett schon geschaffen hatten. Datz die Kata­strophe mit der Größe, Geschwindigkeit und Art des Schiffes an sich nichts zu tun hatte, liegt für jeden einsichtigen Menschen auf der Hand. Ebenso ist es meine feste Ueberzeugung, daß auf der Titanic" alle modernen Sicherheitsvorrichtungen vorhanden waren. Warum sie nicht ausreichten, bas Schiff vor bem Unter­gang zu bewahren, ist eine Frage, bie man augenblicklich noch nicht beantworten kann, sondern erst, wenn genauere Berichte über die Katastrophe vorliegen unb von berufener Seite geprüft sinb. Dann wird man bas Ergebnis auf das Genaueste studieren, um. soweit dies in Menschenkraft steht, Schlußfolgerungen für die weitere Verbesserung der Sicherheitseinrichtungen daraus zu ziehen.

Beileidskundgebungen.

Berlin, 16. April. Präsident Kämpf eröffnete die heutige Reichstagssitzung, indem er des Untermanns der«nie' oj. dachte und, während sich die Abgeordneten aller Parteien von ben Plätzen erhoben, ausführte:Bevor wir in unsere Sitzung ein- treten, gestatten Eie mir, bem Schmerze darüber Ausdruck geben zu dürfen, daß ein großes Schiffsunglück hunderte von Menschen­leben, ja vielleicht über tausend, in den Tod gerißen hat. Der DampferTitanic" der englischen Whitestarline ist untergegan­gen. Ich spreche unser schmerzliches Bedauern aus übet das Un­glück, das in erster Linie das englische Volk -betroffen hat, in zweiter Linie alle die Nationen, die Angehörige bei dem Schiff­bruch verloren haben. Sind wir doch nicht sicher, daß nicht auch unser Volk durch dieses Unglück betroffen wird. Ich danke Ihnen für den Ausdruck Ihres Bedauerns und Ihres Schmerzes, den Sie dadurch bewiesen haben, datz Sie sich von ihren Plätzen erhoben haben."

London, 16. April. Der deutsche Kaiser und Prinz Hein­rich haben der Whitestarline Beileidstelegramme gesandt.

London, 16. April. Im Unterhaus verlas Asquith unter tiefem Stillschweigen die Meldung der Whitestarline über den Untergang derTitanic" unb sagte bann: Ich bin betrübt, baß wir gezwungen sinb, einem jener fürchterlichen Ereignisse gegen überzutreten, bie manchmal im Rate ber Vorsehung beschloßen sind unb bie unsere Vorsicht zunichte machen unb bie die kühnste Phantasie nicht ausdenken kann, die uns empfinden läßt, wie arm

unsere Worte sind, wenn wir in solchem Augenblick sagen wollen, was wir fühlen. (Zustimmung.) Wir können nur unserer Be­wunderung dafür unvollkommenen Ausdruck geben, datz die besten Tradittonen der See beobachtet zu sein scheinen und datz willig Opfer bargebracht würben, um denen, die am wenigsten imstandr rooren, sich selbst zu helfen, die größte Ansicht auf Rettung zu verschaffen (Zustimmung), und daß wir tiefes Mitgefühl mit denen haben, bie so plötzlich ihrer liebsten und nächsten Angehöri­gen beraubt worden sind.

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v Politische Umschau.

Die Presse zur Wehrvorlage.

Die von der Regierung geforderte Verstärkung unserer Wehr« Vorlage wird von der bürgerlichen Preße nur referierend behan­delt, anders die Deckungsvorschläge, mit denen sich, soweit ersicht­lich, nur dieDeutsche Tagesztg." einverstanden erklärt. 6i< schreibt:Die Denkschrift über die Deckung der Kosten zeigt, dass es tatsächlich möglich gewesen ist, durch eine andere Aufstellung des Etats für.1912 die Summe von 80 Millionen Mark für diese« Zweck flüssig zu machen, ohne die Grundsätze einer soliden Finanz­wirtschaft preiszugeben. Auch hier mutz eine eingehende Würdi­gung der Regierungsvorschläge vorbehalten bleiben; an bem oben ausgesprochenen Gesamturteil bürste sie aber nichts ändern. Auch die finanziellen Ausblicke auf die Jahre 1913 bis 1917 zeigen ebensoviel Vorsicht wie berechtigte Zuversichtlichkeit. In diesen ganzen Aufstellungen zeigt sich zugleich der gesunde Bau und *" . große Erfolg der Finanzreform von 1909."

Anders allerdings sehen die mittelparteilichen Blätter bU Vorschläge der Regierung an. DieTägl. Rundschau" führt aus', Die Denkschrift der Regierung bestätigt vollauf die Besorqn''; , di« man seit dem Sturz Wermuths in dieser Richtung hegen mutzte. Von dem GrundsatzKeine neuen Ausgaben ohne teuf Deckung" ist die Regierung hier völlig abgegangen. In mühs-'.ig konstruierter Weise werden ganz nach Zentrumsvorschrift die be­rühmten Neberschüße zur Deckung des Mehrbedarfs berangeygen. Als dürftiges Feigenblatt für ihre finanzpolitische Blöße zeigt die Regierung ihr Blatt Papier mit dem Gesetzentwurf über die Auf­hebung der Liebesgabe vor. Ein äußerst schwacher Trost nach wie vor. zumal es noch nicht einmal ganz sicher ist. daß der viJibstag den Entwurf annimmt, trotzdem er von Zugeständnisse z a:i die Südeutschen strotzt." DieNational-Zeitung" findet, daß sich bie Regierung mit ihren Vorschlägen zum Zwecke ber Kostendeckung die erzielten Ueberschiisse für 1911 und 1912 heranzuziehen, auf ein bedenkliches Gebiet begibt.Dadurch schreibt b-s hat sie sich selbst unnötigerweise die größten Schwierigkeiten ge­schaffen. die in den.Reichstagsverhandlungen der nächsten Zeit voraussichtlich zu heftigen Kämpfen führen werden."

Diese Kämpfe scheinen schon jetzt einsetzen zu wollen. Wenig­stens macht sich in der Preße der Linken schon eine kräftige Oppo­sition bemerkbar. DieVoß. Ztg." befürchtet, daß dieMilch­mädchenrechnung" der Regierung zu einer neuen Belastung der ärmeren Klaßen führen werde und dasB. T." sieht in der Kostenrechnung eine Unsicherheit, die die schärfste Opposition der Linken fordere.

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D-utsches Reich.

Der Schutz deutscher Jnteresien in China. Köln, 15. April. Gegenüber den Klagen über den ungenügenden militärischen Schutz der deutschen Jntereßen in China schreibt ein Berliner Telegramm derKöln. Ztg.": Ueberafi, wo deutsche Kolonien in China bestehen, ist auch für ausreichenden militärischen Schutz gesorgt. Außer den auf die verschiedenen Plätze verteilten Trup- pen und kleinen Kreuzer sind Kanonenboote bereit, dort einzu­greifen, wo Deutsche gefährdet sind: für den Notfall stehen noch die Truppen der Besatzung in Tsingtau zur Verfügung. Daß Deutschland nicht mit einer so großen Truppenmacht auftreten kann rote etwa Rußland und Japan, ist mit bet geographische« Lage begründet, aber Tatsache ist, daß. abgesehen von einem trau­rigen Fall in Tientsin, bei dem bisherigen Verlauf der ganzen Wirren kein deutsches Leben verloren gegangen ist. Dies kann als Beweis dafür gelten, baß die getroffenen Schutzmaßregeln der Lage vollkommen entsprechen. Aber schon mit Rücksicht auf die finanzielle Seite bei Sache hat man sich nicht entschließen können, noch größere Truppensenbungen vorzunehmen.

Ein Dementi. Berlin, 16. April. DieNorbb. Allg. Ztg." schreibt:In eigener Sache! Der Abgeordnete Haußmann hat in zwei verschiedenen Artikeln, einmal in der ZeitschriftMärz" vorn 6. Mai. das andere Mal in derFrankfurter Zeitung" vom 15. April, die Behauptung aufgestellt, daß das Reichsmarineamt in bem hochoffiziösen historischen Aussatz derRordd. Allg. Ztg." vom 1. Oktober 1911 bie eigenen Verdienste und insbesondere die des Großadmirals v. Tirpitz um die Propagierung des Flotten- gebanlens in bas wahre Licht gestellt unbgerühmt" habe. Dem­gegenüber halten wir uns für verpflichtet, feftzustellen, baß bet in Frage stehende Artikel weder im Reichsmarineamt verfaßt, noch von dort angeregt, noch vor der Drucklegung irgend einet Stelle der Marinebehörde vorgelegen hat."

Kongreß der Internationalen juristischen Kommission fsir d« Flugwesen. Wie ver'autet. findet am 28. Mai in Genf ein Kongreß ber Internationalen juristischen Kommission für bas Flugrrnsen statt. Der Kongreß wird voraussichtlich wichtiges Material zu ber Frage des internationalen Lustrechtes bringen, da die Kommissionen ber einzelnen Länder in der seit dem vorjährigen Kongreß verlaufenen Zeit bedeutend« Vorarbeit geleistet Haden. Generalsekretär de» Kongreßes ist bet