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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

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TieEbtrbtfjiftfft Bettung tr|d)eint laßltd) mit l<ue:iat,>Jte ßci eetut» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 X lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 «X frei in- Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Unio.-Buchdruckerri I. A. Koch (Jnh.r Dr. C. Hitzeroch), Markt 21. Telephon 55

Marburg

Sonntag, 14. April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen dr« ü«rle 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Bei Kontur« kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Post­scheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 6015 de» Postscheckamtes Frankfurt a. M.

17. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Der Kohlenstreik und die Wehrhastigleit Großbritanniens.

Man schreibt uns:

- Nachdem der große Ausstand eine Woche länger als einen Monat gedauert hat, ist er zu Ende gegangen. Seine Geschichte in ihren Einzelheiten wird noch geschrieben werden, vorläufig aber wird nicht in Abrede gestellt werden können, daß seine Wirkungen auf das allgemeine wirtschaftliche und öffentliche Leben zwar recht empfindlich, aber doch nicht so groß gewesen sind, wie vorhergesagt wurde. Von manchen Seiten wird ja bet aller Anerkennung dieser Tatsache mit einem gewissen Aerger gesagt: ja, das sei voraus­zusehen gewesen, denn der Streik wäre ja viel zu lange vorher angeordnet worden, so daß man sich bis zu seinem Ausbruche mit ungeheuren Vorräten habe versehen können und auch versehen habe. Das sei eben der große Fehler der Streikenden gewesen, daß sie ihr Vorhaben viel zu lange vorher angekündigt haben. Wollte man selbst diesen Grund gelten lasten, so würde daraus ohne weiteres die Frage folgen, ob denn ein Streik von derartigem Umfange ohne lange Vorbereitungen und ohne entsprechende An­kündigungen überhaupt ins Werk gesetzt werden kann. Wir möchten das für ganz ausgeschlosten halten. Hält man das aber fest, so werden immer ähnliche Vorbereitungen von der anderen Seite getroffen werden können und in der Praxis auch sicherlich niemals unterlassen werden. Hierüber kann wohl kein Zweifel herrschen. Ze größer der Streik also sein soll, desto mehr trägt er von vornherein sein Korrektiv in sich und die Mittel, die ihn der­jenigen Seite erträglich machen, die durch ihn mürbe gemacht und geschädigt werden sollte. Es liegt allerdings auf der Hand, daß die Natur des Streikgebietes eine hervorragende Rolle nach beiden Seiten spielt. Wenn z. V. Eisenbahner oder andere Betriebe plötz­lich im größten Umfange streikten, so würden Vorbereitungen von dem Umfange wie im Berg- und Minenwesen nicht nötig sein, das Korrektiv und die automatische Verstärkung des Widerstandes der anderen Seite würde hier, wie sich das ja auch in Frankreich schon gezeigt hat, mit der Größe und Systematik des Unternehmers wachsen.

Daran, daß Großbritannien durch diesen Kohlenstreik zeit­weise wehrlos geworden sei, oder in Zukunft werden könnte, ist unseres Erachtens gar nicht zu denken. Preissteigerungen, wie sic schon jetzt stattgefunden haben, mögen immer zu mancherlei Weh­geschrei Anlaß geben, aber von wirklicher oder gar vitaler öffent­licher Bedeutung sind sie unter keinen Umständen. Nimmt man an, in die Zeit eines solchen Ltreiks, wenn es selbst die seines Höhepunktes wäre, fiele eine schwere Verwicklung Großbritanniens mit einer anderen Macht, so würde voraussichtlich im selben Augenblicke ein einziger öffentlicher Appell des Königs oder der Regierung genügen, um sofortige Aufnahme der Arbeit zu ver­anlassen. Wir unterschätzen die Fortschritte der sozialistischen Be­wegung in Großbritannien keineswegs und glauben, daß sie sogar schwerere Zukunftsgefahren für das staatliche Leben, als das in Deutschland der Fall ist, birgt. Zn der Stunde nationaler Gefahr aber wird auf absehbare Zeit jedenfalls auch der sozialistisch ge­sinnte englische Arbeiter sofort einsehen, was für ihn auf dem Spiele steht, und demgemäß handeln, ohne sich spekulativen Ueber- legungen und Theorien auch nur den Bruchteil eines Augenblicks lang hinzugeben.

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Deutsches Reich.

Eiisenbahnobersekretäre. Berlin, 12. April. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat eine Verordnung erlassen wel­cher die Amtsbezeichnung Eifenbahnobersekretär allen i.ichttechni- fchen Eisenbahnsekretären ohne weiteres beizulegen ist. Die tech­nischen Eisenbahnsekretäre können diesen Titel erhalten, wenn sie das gleiche Eisenbahndienstalter erreicht haben.

Der Lotterievertrag. Berlin, 12. April. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Einige Blätter lassen sich aus München melden, die Ablehnung des preußisch-süddeutschen Lotterievertrages durch den Finanzausschuß der bayrischen Abgeordnetenkammer veran­laßte die preußische Regierung, an Bayern mit einer beträchtlichen Erhöhung der angebotencn Pauschalrente heranzutreten. Wir sind in der Lage, mitzuteilen, daß die Meldung jeglicher Begrün­dung entbehrt.

Wegen Richtbestätigung des Bürgermeisters Dr. Roth aus Burgstedt zum Oberbürgermeister in Zittau fand heute nachmittag eine kombinante Sitzung des Rates und der Stadtverordneten statt, in welcher ein längeres Schreiben des Kreishauptmanns mit den Gründen, die zur Nichtbestätigung geführt haben, verlesen wurde: darauf wurde einstimmig beschlossen, die Entscheidung des Ministeriums herbeizuführen.

Der Kohlenstreik. Zwickau, 12. April. Heute fand eine von etwa 67000 Personen besuchte Bergarbeiterversammlung statt, in der der Reichstaosabgeordnete Sachse sprach. Er teilte mit, daß die gestrige Revierkonferenz beschlossen habe, eine An­frage an das Ministerium zu richten, ob es bereit sei, eine Ar­beiterdeputation zu empfangen, die um Vermittlung zwischen den Bergarbeitern und Grubenbesitzern ersuchen soll.

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Ausland.

* * Tripolis. Rom, 12. April. Gestern um 11 Uhr 20 Min. wurde auf dem Fort Buchamez nahe der Grenze von Tripolis und

Tunis die italienische Flagge gehißt. Die Besatzung ist gegen et­waige Vorkommnisse vollkommen gesichert. Hierdurch wurde auf alle Fälle das erste wesentliche Ziel erreicht, die Beförderung von Kriegskontrebande auf dem Seewege völlig zu unterbinden. Der Befehlshaber der Expedition wünschte noch in derselben Nacht den Golf von Macabez zu durchgueren und über da» Festland bis zu dem türkischen Fort Buchamez vorzudringen, aber da» bewegte Meer hinderte ihn. Am 11. April um 11 Uhr früh gelang e» einer Kompagnie erythreischer Askari» und den Matrosenabteilungen die kleine Meerzunge, die zwischen der kleinen Halbinsel und der Küste liegt, zu überschreiten. Sie besetzten Buchamez ohne auf Widerstand zu stoßen und pflanzten dort die italienische Flagge auf.

* * Die Vermittlung der Mächte. London, 12. April. Auf in verschiedenen gut unterrichteten Kreisen eingezogenen Erkundi­gungen erfuhr da» Reutersche Bureau, daß bisher in Konstanti­nopel von den Mächten noch keine Schritte unternommen worden sind, um eine Vermittlung im türkisch-italienischen Kriege herbei- zuführen. Die Mächte stellen Erwägungen an über die im Falle der gemeinsamen Mitteilung anzuwendende Formel. Jedenfalls ist nur in Aussicht genommen, im Anschluß an die vor einigen Wochen in Rom unternommenen Schritte sich zu vergewissern, un­ter welchen Bedingungen die Türkei bereit ist, über die Einstellung der Feindseligkeiten zum Zweck des Friedensschlusses zu verhandeln.

Hie Taft hie Roosevelt! Bay City (Michigan), 11. April. Die Erbitterung zwischen den Anhängern Tafts und Roosevelts kam auf dem republikanischen Staatskonvent zu einem heftigen Ausbruch. Die Anhänger Tafts hatten sich frühzeitig in den Besitz des Zeughauses, in dem der Konvent abgehalten wurde, gesetzt und verweigerten den Gegnern den Eintritt. Die Anhänger Roosevelts stürmten die Eingänge und kletterten zu den Fenstern hinein. Als der Vorsitzende versuchte, die Ordnung herzustellen, sprang der Führer der Rooseveltianer aus die Tribüne und begann zu reden, er wurde aber durch einen Parteigänger Taft» heruntergestoßen. Eine allgemeine Rauferei folgte. Endlich mußte Polizei und Miliz geholt werden. Die Anhänger Roosevelts zogen sich zurück, nach­dem sie Delegierte ihrer Richtung zum Nationalkonvent gewählt hatten. Die Anhänger Tafts nahmen darauf ihrerseits die Wahl noch einmal vor und der Nationalkonvent wird über die Recht­mäßigkeit dieser beiden Delegiertenwahlen zu entscheiden haben.

* * Kämpfe in Marokko. Paris, 12. April. Aus Udfchda wird gemeldet, daß eine Abteilung von Spahis, die die Feldpost von Debdu nach Taurirt begleitete, von Marokkanern angegriffen wurde. Ein Spahis wurde vermißt.

Französisches Pulver. Paris, 12. April. DerStatin" berichtet: Zufolge der vom Marineminister Delcass«) angeordneten wiederholten Besichtigungen der Pulvervorräte sei festgestellt wor­den, daß auch gewisse neue Pulversorten keineswegs alle erforder­liche Sicherheit bieten. So habe das erste Geschwader in Toulon Pulvervorräte ausschisfen müssen, die im Jahre 1910 in der Pul­verfabrik von Pont-des-Buits erzeugt worden waren und in Brest hätten die PanzerschiffeJaursguiberry" undBouyet" des drit­ten Geschwaders einen beträchtlichen Teil ihrer für die 305 mm* Geschütze bestimmten Munition ausladen müssen.

* * Zur albanischen Frage. Trotz des von der italienischen und russischen Regierung bereits erfolgten Dementis erhalten sich in einem Teile, besonders der italienischen Presse, die Gerüchte von einem italienisch-russischen Abkommen betreffend Albanien. Ein solches existiert tatsächlich nicht. Wohl aber hat Italien schon zu Anfang des Krieges ein bindendes Abkommen mit Oesterreich über Albanien abgeschlossen.

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Marburg und Umgegend.

'' bdruck oller Orginalartikel ist gemäß 8 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe ,Q>berhell Zig." gestaltet I

Marburg, 13. April.

* Leichenbegängnis. Mit den üblichen akademischen Ehren fand gestern die Beerdigung des Geh. Konststorialrats Prof. D. Achelis, des Seniors der theologischen Fakultät unserer Universi­tät statt. Die Herren Pfarrer Eisenberg und Prof. Dr. theol. Simons widmeten dem Verblichenen warme Nachrufe.

* Semester-Anfang. Am nächsten Montag nimmt das Som- meisemester an der hiesigen Universität seinen Anfang. Die Mel­dungen zur Immatrikulation haben bis zum 5. Mai, von 9^-11 Uhr vormittags im Universitäts-Sekretariat (Plan Nr. 3II) zu erfolgen.

* Die Frankfurter Univerfitätsfrage. Wir lesen in Berliner Zeitungen: Mit der Universitätsfrage hat sich gestern der Finanz- und Rechtsausschuß der Stadtverordnetenversammlung beschäftigt, die ihrerseits am 23. April zu der Frage Stellung nehmen wird. Man erwartet für die Annahme der Vorlage eine Mehrheit von 2025 Stimmen. Wie verlautet, wird der Kaiser Ende Mai zur Einweihung des Osthafens in Frankfurt eintreffen und bei dieser Gelegenheit die Stiftungsurkunde der neuen Universität Frankfurt unterzeichnen. Der Oberbürgermeister Adickes, der vor kurzem feinen Rücktritt vom Amte erklärt hat, soll bei dieser Festlichkeit den Titel eines Wirklichen Geheimen Rates mit dem Prädikat Exzellenz erhalten, als Anerkennung seiner energischen Arbeit für die Errichtung der Universität.

* Erledigte Pfarrstellen. Die evangelisch-lutherische Pfarr­stelle zu Treisbach, Klasse Wetter, kommt infolge Versetzung ihre» bisherigen Inhabers am 1. Mai zur Erledigung. Bewerbungs­gesuche sind durch Vermittelung der Klassen- und der Diözesan- Vorstände bis zum Äst. April d. I. an König!. Konsistorium in Cassel einzureichen.

* Sitze und Bezirke der staatlichen Eichämter. Mit dem 1, April find im Bezirk der Eichungsinspektion der Provinz Hessen« Nassau folgende 8 staatlichen Eichämter errichtet worden: 1. iw Cassel, 2. Fulda, 3. Hanau, 4. Marburg, 5. Diez, 6. Frankfurt a.SL 7. Herborn, 8. Wiesbaden. Zum Eichamt Cassel gehören: Lass« Stadt, Cassel Land, Eschwege, Fritzlar, Hofgeismar, Melsungen« Rotenburg, Grafschaft Schaumburg, Witzenhausssn, Wolfhagen; zw Fulda: Fulda, Gersfeld, Hersfeld, Hünfeld, Schlüchtern, Herrschaft Schmalkalden; zu Hanau: Gelnhausen, Hanau Stadt, Hanau Land; zu Marburg: Biedenkopf, Frankenberg, Homberg, Kirchhain, Mar­burg, Ziegenhain. Die Eichämter der Gemeinden sind am 1. April aufgehoben worden.

* Katholische Gemeinde. In der katholischen Kirche gehen morgen 31 Mädchen und 29 Knaben zur ersten Kommunion.

* Hinterlegte Geldbeträge bei der Königl. Regierung. Im Oefsentlichen Anzeiger" der Königl. Regierung zu Cassel ist ein 50 Seiten umfassendes Verzeichnis veröffentlicht über hinterlegt« Geldbeträge, die zu irgend einem Zwecke der Königl. Regierung übergeben wurden. Interessenten, die Anspruch auf diese Geldbe­träge zu haben glauben, werden gut tun, sich dieses Verzeichnis zu verschaffen. Die Ansprüche müssen bis zum 1. Juli 1912 ange­meldet fein, widrigenfalls die Betrage der Staatskasse zufallen.

* Gewerbliche Fortbildungsschule. Am 15. April beginnt der Unterricht für Mittel- und Oberstufe; die Unterstufe nimmt die neueinttetenben Lehrlinge auf, der Unterricht liegt für diese Stufe Dienstag und Freitag. Die Anmeldungen sind nur an diesen bei­den Tagen um 5 Uhr in der Südschule. Mit Eintritt in die Lehre muß die Anmeldung zur Schule erfolgen, die üblichen 4 Wochen Probezeit gelten nicht für die Schule. Am 16. April haben sich also die Neulinge zu melden.

* Fortbildungsschule für Mädchen. Wir werden gebeten, daran zu erinnern, daß die Aufnahme aller neu eintretenden Schülerinnen der Kaufmännischen Fortbildungsschule für Mäd­chen Montag, den 15. April, nachmittags 2 Uhr im Schullokal am Lutherischen Kirchhof 3 stattfindet.

* Die Marburger Wandervögel fühlen sich gedrungen am Schlüsse des Bundestages allen denen herzlichst zu danken, die zu feinem Gelingen mitgeholfen haben. In erster Linie gebührt un­ser Dank der hiesigen Militärverwaltung, die den Wandervögeln die Tore der Kaserne öffnete, die uns den Exerzierplatz zur Ver­fügung stellte und uns auch sonst in jeder Weise bereitwilligst zur Hand ging. Sie zeigte damit im Einverständnis mit dem Kriegs­ministerium, wie^sie den Wert unserer Bewegung für die Erzieh­ung der Jugend zur Wehrhasttgkeit zu schätzen weiß. Zu danken haben wir all den Bürgern, bei denen Wandervögel zu East sein durften, den Städtern, die unseren Mädchen Gastfreundschaft ge­währten, den Bauern ringsum, bei denen unsere Buben ins Stroh kriegen durften. Zu danken haben wir auch der Universitätsbau­verwaltung, die uns das alte Rubinosche Haus am Renthof für die Dauer der Tagung überließ. Wir hoffen, daß es der Wandervogel­organisation gelungen fein wird, einen freundlichen, vielleicht ein wenig achtunggebietenden Eindruck von sich zu hinterlassen, daß die Zahl derer, die die gute und gesunde Kraft unserer Bewegung und ihr ständiges Stteben nach Vollendung aus all dem Aeußerlichen, vielleicht ein wenig Absonderlichen, das uns nun einmal anhangen muß, herausgefühlt haben, die Zahl der Mäkler und Philister überwiegt. Gestützt auf dieses Wohlwollen wird auch derMar­burger Windervogel" seinen weiteren Weg sicher und zuversichtlich gehen können. Darum noch einmal herzlichen Dank allen denen, die uns geholfen haben. Die Marburger Tage werden allen Teil­nehmern unvergeßlich bleiben. Heil! Die Marburger Wandervögel.

* Silberne Hochzeit begehen morgen, wie man uns mit teilt, die Eheleute Schuhmacher Adam Otto hier.

* Polizeiliche» für Pferdebefitzer. Es liegt Veranlassung vor auf § 41 Abs. 3 der Polizeiverordnung vom 24. Juni 1909 nach­drücklich zu verweisen, welcher lautet: Auch dürfen Pferde in Stra­ßen mit Baumpflanzungen nicht so stehen gelassen werden, daß ein Anfressen der Saume durch die Pferde möglich ist. Zuwiderhand­lungen werden zukünftig höher als bisher bestraft werden.

Ballschlag und Fußballsport ist für unsere Jugend ein recht gesunder Sport. Wenn diese Spiele jedoch in den Straßen und auf den Plätzen der Stadt geübt werden, entsteht dadurch eine große Gefahr und Belästigung für die Passanten und Anlieger. Bei der Polizei laufen in dieser Hinsicht täglich Beschwerden ein und es wird deshalb daraus hingewiesen, daß jetzt mit Strafe vorgegan­gen wird.

* Gewarnt wird vor einem jungen Menschen, der in letzter Zett in der Nähe des Sellhoss und des Elisabethhofs Frauen und Kinder belästigte. Es wird ersucht, in Wiederholungsfällen sich die Person zu merken und der Polizei Meldung zu machen.

* Jagdverordnung. Der Bezirksausschuß zu Cassel hat für den Umfang des Regierungsbezirks Cassel auf Grund der §§ 39 und 40 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 die Eröffnung der Jagd auf Rehböcke auf Dienstag den 7. Mai 1912 festgesetzt.

* Warnung vor falschen Einmarkstücken. Es find wieder falsch^ Einmarkstücke mit ter Jahreszahl 187*3 urb dem Münzzeichen G in verschiedenen Städten in Umlauf. Da die Stücke aber nur SVi Gramm schwer find unn sich fettig anfühlen, kann man sich bet eini­ger Vorsicht vor Schaden bewahren.

* Strafkammer. Ein Ehepaar aus B. hatte sich wegen Be­leidigung eines anderen Ehepaares zu verantworten. Wegen die­ser Sache mußte Freisprechung erfolgen, der Mann wurde jedoch wegen Ungebühr vor Gericht in eine Haststrafe von 1 Tag genom­men.