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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain H

uni) den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage". U

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TieLdtrl,enisa>e ycumig" c-c,chcrm lagt ich mu ü.u# tialj.ne Der einn« und Feiertage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 <* lohne Bestellgeld), der unseren Leitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 «* frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55

Marburg

Donnerstag, 11. April

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47. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Der Konflikt in Kroatien.

In Oesterreich-Ungarn gährt es zur Zeit wieder einmal recht erheblich. Kaum ist die Kabinettskrifi», die den greisen Kaiser beinahe veranlaßt hätte, die Krone, die er 63 Jahre hindurch ge­tragen hat, niederzulegen, da kommen Meldungen von neuen Ver­wicklungen. Diesmal handelt es sich um Kroatien, das seit 1868 mit Ungarn staatsrechtlich eng verbunden ist. Die Kroaten haben sich in dieser Verbindung nie wohlgefühlt, während die Ungarn mit eiserner Faust die Kroaten niederhielten. Im Jahre 1883 ist bk Verfassung schon einmal aufgehoben worden. Damals war durch Anbringung doppelsprachiger Wappenschilder ganz Kroatien in heftige Erregung versetzt worden, die sich im Herabreißen der Wappenschilder, im Kampf mit dem Militär zeigte. Damals wurde der Landeskommandierende Baron Ramberg zum könig­lichen Kommissär ernannt. Aber die ungarische Regierung mußte nachgeben und die Warnschilder wurden durch sprachlose ersetzt. Der jetzige ungarische Ministerpräsident wurde damals Samis von Kroatien. Er hat es verstanden, in dem kroatischen Landtag eine ungarnfreundliche Mehrheit zu schaffen in der kroatischen Natio­nalpartei, Diese ist nun freilich nicht ohne Schuld der Magyaren zertrümmert und als die Magyaren dazu übergingen, die Kroaten weiter zu unterdrücken durch die Anweisung, nach der in Kroatien nur solche Personen im Eisenbahndienst angestellt werden konnten, die der ungarischen Sprache mächtig waren, antworteten die Kroaten mit der Obstruktion im ungarischen Abgeordnetenhause und machten den kroatischen Landtag arbeitsunfähig. Eine Land­tagswahlreform sollte helfen, aber eine Aenderung trat trotzdem nicht ein.

Schon seit langer Zeit machen stch, wie man aus alledem steht, in dem Lande Strömungen geltend, die eine Trennung von der-ungarischen Monarchie und eine Autonomie Kroatiens erstreben. ^iach ungarischer Darstellung soll diese Bewegung jetzt Meder an Boden gewonnen haben, und weite Kreise sollen beabsichtigen den Trialismus zu proklamieren. Unter Trialismus versteht man die Absicht neben Oesterreich und Ungarn einen dritten Staat, der Kroatien, Slavonien, Dalmatien, Bos­nien und die Herzegowina umfassen soll, in der Donaumonarchie zu schaffen. Von ungarischer Seite wird diese Bewegung folgender­maßen gekennzeichnet:Die trialistische Tendenz, die in Kroatien seit Jahr und Tag die Grundlage und Existenzbasis einer beson­deren politischen Partei, der Rechtspartei, bildet, richtet sich nicht allein gegen die Integrität des ungarischen Staates, sie will nicht allein den ungarisch-kroatischen Ausgleich zertrümmern, sondern sie wendet sich zugleich auch gegen Oesterreich und gegen den Duali- mus, also gegen das Fundament der Eroßmachtstellung der Habs­burgischen Monarchie. Diese Tendenz wird seit Jahr und Tag nicht nur in Kroatien, sondern auch in den österreichischen Kron» ländern Krain, Kärnten, Istrien und Dalmatien und auch in den beiden annektierten Provinzen mit allen Mitteln einer skru­pellosen Verhetzung genährt; sie hat in Kroatien alles verfasiungs- mäßige und staatliche Leben seit mehreren Jahren im totalen Stillstand gebracht, so daß z. B. der im Dezember v. Js. gewählte kroatische Landtag kaum zwei Monate später, ohne daß er über­haupt eröffnet werden konnte, wieder aufgelöst werden mußte, weil die nur aus trialistisch gesinnten Elementen zusammengesetzte Mehrheit dieses Landtages die Absicht hatte, die Losreißung Kroa­tiens von Ungarn zu proklamieren." Diese trialistische Strömung hat nun nach Ansicht der ungarischen Regierung in den beteiligten ^Landern die Oberhand gewonnen. Sie sah stch daher veranlaßt, Eit aller Strenge dagegen vorzugehen, und das erste, was das -»iederernannte Ministerium Khuen-Hederwary vornahm, war, daß es die verfassungsmäßigen Garantien in Kroatien aufhob und den bisherigen Banus (Chef der Landesverwaltung) Eduard v. Cuvaj zum königlichen Kommiffär mit unbeschränkten Voll­machten für die Königreiche Kroatien und Slavonien ernannte. Dieser hat nun der veränderten Situation schleunigst Rechnung getragen und eine Proklamation an die Bevölkerung erlasten, wo­durch die Preßfreiheit, das Vereins- und Versammlungsrecht auf­gehoben wird und die Wahlen zum kroatischen Landtag, die kurz bevorstanden, ststiert werden. Diese Suspendierung der kroatischen Verfassung hat begreiflicherweise in der Bevölkerung böses Blut erregt und das Vorgehen der Ungarn wird nur dazu beitragen, den Riß der zwischen ihnen und den Kroaten und ihren Anhängern besteht noch zu erweitern. Ernste Zeiten schwerer Kämvfe sind damit für diese Teile der österreichisch-ungarischen Monarchie her­angebrochen und man kann nur wünschen, daß diese Erschütterung dem Gefüge des gesamten Staatenverbandes möglichst wenig schadet.

Politische Umschau.

Herr Scheidemann über seine Prafidialtätigkeit.

Der Expräsident Scheidemann hat das Bedürfnis empfunden, In Solingen über seinen Hinauswurf au» dem Präsidium zu sprechen. Er berührte dabei auch die Frage, warum er es ab­gelehnt habe, den Gang zum Kaiser zu machen. Er stehe durchaus, nicht auf dem Standpunkte, daß die Erfüllung höfischer Pflichten unbedingt für einen Sozialdemokraten verboten sei. Man würde den Gang zum Kaiser genau so auffasien, wie den Treueid der - Landtagsabgeoroneten auf König und Verfasiung. Man leiste diesen Eid, weil man dazu gezwungen werde und weil man ohne i ihn^ nicht die Interest en des Bolles vertreten könne. .Wenn wir *

Wert darauf legen, als Sprachrohr für Millionen Wähler zu wirken, so werden wir nicht deshalb darauf verzichten, weil ge- wisie Formen zu erfüllen find, lieber derartige Zwirnfäden wür­den wir nicht stolpern!" Trotzdem aber wollte er nicht zum Kaiser gehen, wo er nicht als Gleichberechtigter feine unbedingte Redefreiheit habe, sondern dabei stehen unddas Maul halten" müsie. Weiterhin gibt der Genosse seinem begreiflichen Aerger über denUmfall" der Nationalliberalen in der Präsidialfrage Ausdruck. Dem Freisinn dagegen erteilte er die Notegut" wegen seines Verhaltens in dieser Angelegenheit. Die Haltung des Freisinns sei in den letzten Monaten ganz erfreulich (!) gewesen. Befreit von Männern wie Eickhoff und Mugdan habe diese Partei eine kaum geahnte Wandlung vorgenommen" und stch besonder» bei der Präsidialfrage al»durchaus vertragstreu und tapfer" be­wiesen. Die Sozialdemokratie habe das größte Interesse an einer solchen Partei; wo diese vor­gearbeitet habe, brauche die Sozialdemokratie nicht so viel Zeit zu vergeuden.

Deutsches Reich-

Born Kaiser. Achilleion, 9. April. Der Kaiser hörte heute vormittag die Vorträge der Chef» des Zivil-, Militär- und Marinekabinetts.

Die neuen Garnisonen. Nach der neuen Wehrvorlage sol- len bekanntlich zum 1. Oktober ds. Js. an der Westgrenze eine Armee-Inspektion und das 21., an der Ostgrenze das 20. Armee- iorps, unter Zuhilfenahme der bereits vorhandenen 37. und 39. Division, gebildet werden. Als Sitz der Armee-Inspektion rv'rd Straßburg i. E. angegeben; das Generalkommando des 20. Korps kommt nach Allenstein, die 41. erhält als Sitz Deutsch-Eylau. Da» 21. Korps, das durch seine Bildung Verschiebungen innerhalb der westlichen Erenzkorps Hervorrufen wird, kommt mit seinem Stab« und einem Divistonsstabe nach Saarbrücken; der andere Divisions- stab kommt voraussichtlich nach Sarburg. Das durch die Wehr- Vorlage neugeforderte Kavallerieregiment wird als Jägerregiment zu Vserde Nr. 7 errichtet werden, Trier als Standort c-halten und dort der 16. Division des 8. Armeekorps unterstellt werden. Da­mit erhält Trier, das zuletzt das nach Straßburg i. E. verlegte 9. Huf 'onregi ment in Garnison hatte, wieder Kavallerie.

Der Saatenstand in Preußen zu anfang April war, wenn eins sehr gut, zwei gut, drei Mittel, vier gering und fünf sehr ge­ring bedeutet, für Weizen 2,5, Spelz 1,9, Roggen 2,3, Raps und Rübsen 2,8, Klee 3,6, Luzerne 2,9, Rieselwiesen 2,4, andere 2,8. In den Bemerkungen der Statistischen Korrespondenz" heißt es: Ob­gleich im März einige scharfe Nachtfröste kamen, war die Witte­rung doch überwiegend mild, an einigen Tagen sogar schon recht warm und der Entwickelung der Feldfrüchte günstig. Die Durch­winterung der Saaten ist im großen und ganzen als eine gute an­zusprechen. Wenn kein Nachwinter kommt, sieht man der Entwicke­lung der Halmfrüchte mit den besten Hoffnungen entgegen. Weni­ger günstig find die Oelfrüchte, Winterraps und Rübsen, beurteilt worden. Von den Futterpflanzen haben sich die Aussichten des Klee während des Winter wenig gebeffert. Die bei der Trockenheit des Vorjahres verdorbenen Stellen hat man mit Stickstoffdüngemitteln vergeblich wieder zu beleben versucht. Auf manchen Feldern ist die Pflanze gänzlich verschwunden. Die Luzerne konnte stch wegen ihrer tiefergehenden Wurzeln bester halten. Die Wiesen waren schon überwiegend eingegrünt. In den westlichen Landesteilen zeigten sie bereits richtiges Wachstum, das stellenweise schon zum Weiden benutzt wurde. Dagegen waren sie im Nordosten noch grau, da aber hier bei günstiger Witterung auch das Wachstum eintreten wird, kann dieses Jahr auf einegute Futterernte gerechnet werden. Mit der Bestellung der Decker zur Sommerung ist man mit Aus­nahme des Nordostens überall tüchtig beschäftigt gewesen. In den westlichen Landesteilen war stellenweise schon mit dem Legen der Kartoffeln begonnen. Kaum erwähnenswert find die Nachrichten über Schädlinge, ganz vereinzelt werden Nematoden, ebenso Ael- chen angegeben und die Mäuleplage ist durch den Winter überwun­den; nur hier und da wurden noch Reste dieser Nager beobachtet. Die Zahl der von den Vertrauensmännern rechtzeitig eingegange­nen Berichte, die den vorstehenden Bemerkungen insbesondere der Tabelle zugrunde gelegt find, ist diesesmal außerordentlich gering, sie beträgt nur 4287. Die Verlegung des Zeitpunktes der Bericht­erstattung von der Mitte auf den anfang des Monats scheint daran schuld zu sein.

Zum Schneiderftreik. Berlin, 9. Avril. In zwei Ver­sammlungen der streikenden Schneider wurde heute mittag be- schlosten, am Donnerstag früh in allen Betrieben Groß-Berlins die Arbeit wieder aufzunehmen. Aus München wird gemeldet: Die Schneider gedenken morgen die Arbeit überall ("^--".nehmen.

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Ausland.

** Die Beendigung des Bergarbeiterstreik». London, 8. April. In allen Kohlengruben des Aberdare Valley-Distrikts in Süd­wales werden Vorbereitungen getroffen, die Arbeit morgen wieder aufzunehmen, doch find die Aussichten hierfür nicht günstig, da der Streit mit dem Verbände der Maschinisten von Monmouthshire und Südwales noch nicht beigelegt ist. In den Kohlengruben von Derbyshire wird die Arbeit morgen wieder ausgenommen; des­gleichen ist Aussicht auf eine baldige Wiederaufnahme der Arbeit in den Kohlenbergwerken von Nord-Cumberland vorhanden. Die Wiederaufnahme wird in den meisten Gruben für Mittwoch er­wartet. Bon bm Borkshirer Bergarbeiterverband, der heute zu-

| sammentrat, wird empfohlen, die Arbeit so bald al» möglich wieder zu beginnen.

** Tripoli«. Tobruk, 9. April. In der Nacht zum 7. Aprils griffen etwa 100 Feinde das neue Fort an; sie wurden durch Ge­wehrfeuer und Maschinengewehre zurückgeschlagen. Gegen 2^ Uhr nachmittags wurden von dem Fort 6 Kilometer entfernt Be­wegungen feindlicher Truppen von ELdosten nach dem Norden be­obachtet. Abends um 7 Uhr wurden Gewehrschüsse aus dieser Richtung abgegeben. Um 10% Uhr abend» eröffnete der Feind ein lebhafte» Gewehrfeuer. Die Italiener erwiderten da» Ge­wehrfeuer mit der Feldartillerie. Bald zog sich der Feind infolge seiner Verluste zurück. Die Italiener hatten keine Verwundete.

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Der Ausbau der Straßenbahn.

Der heutigen Stadtverordnetensitzung liegt, wie schon kurz gemeldet, folgender Magistratsantrag betreffs des Ausbaues der elektrischen Straßenbahn vor:

Die Stadtoerordneten-Versammlung wolle dem Magistrat einen Kredit von 220000 M jhi Verfügung stellen für die Weitersührung der elektrischen Bahn vom Haspel nach dem Südbahnhofe und vom Wil- helmsvlatze nach dem Heumarkte, sowie zur Errichtung einer Wagenhalle an dem Endpunkte der Bahn in der Nähe des Eüdbahnhofs, ferner auch unabhängig von diesen Arbeiten für die Anfertigung eines Projekte» der Durchführung der elektrischen Bahn durch die Oberstadt über den Steinweg." In der Begründung heißt es: Der Betrieb der elektrischen Bahn hat sich seit der Eröffnung am 27. November 1911 günstig ent­wickelt. Die Einnahmen haben in den 4 Monaten bis zum 1. Avril 1912 27 000 Jl ergeben oder für den Monat 6750 M als Durchschnittseinnahme. Würde dies« Zahl für di« Jahreseinnahme zugrunde gelegt, so würde dieselbe etwa 81000 M betragen. Seitens der Königlichen Regierung ist uns gestattet worden, bi» zum 1. April 1913 die Wagenhalle an ihren jetzigen Platz« zu belassen. Gleichwohl ist der Eigentümer des benach- barten Grundstücks Schretnermeister Schreyer beschwerdeführend wogen der Anlage an die Regierung gegangen. Sein« erste Beschwerde wegen Errichtung der Halle ist abgewiesen. Neuerdings aber hat er ein« Be­schwert»« wegen Erregung ruhestörenden Lärmes eingereicht, über welche noch nicht entschieden ist. Tatsache ist, daß di« Nachtruhe durch die not­wendigen Arbeiten, welch« zur Aufrechterhaltung des Betriebes etwa bis Aber 1 Uhr nachts in der Hall« vorgenommen werden muffen, beein­trächtigt wird. Es läßt sich das nicht vermeiden. Mit Rücksicht darauf müsien wir um so mehr an die alsbaldige Beilegung der Wagenhalle denken, als der Schreinermeister Schreyer auch bereits mit der Erhebung einer Zivilklage gedroht hat. Es kommt aber hinzu, daß noch der Ansicht des Direktors und des Lieferanten der Wagen (Kommerzienrat CredS in Casiel) die Wagen innerhalb einer kurzen Zeit ruiniert sein werden, wenn sie wiederum einen Winter in der provisorischen Wagenhalle unter­gebracht werden. Sie leiden durch di« Feuchtigkeit in dem Wellblech, schuppen und an der Unmöglichkeit einer eingehenden gründlichen Reini­gung wegen der engen Verhältnisse. Die Heizung durch Aufstellen von Koksöfen ist ausgeschlossen, da das Personal den Dunst davon nicht ertra­gen konnte. Dieses Provisorium hat uns jedenfalls verschiedene Mängel gezeigt, welche wir bei einer endgültigen Halle zu vermeiden wisien werden. Würde die neue Halle in die Nähe des Elektrizitätswerks, etwa in den dort vorhandenen Garten, gelegt so würde ein weiterer Ausbau der Bahn noch nicht erforderlich fetn. Die Anlage der Halle in jenem Garten ist gewünscht worden, einmal weil der Direktor und das sonstig« Aufsichtspersonal des Elektrizitätswerkes dadurch in die Lage versetzt würden leicht die Aufsicht auch über die Wagen und den Betrieb einer mit der Halle zu verbindenden Werkstelle auszuüben, gegebenen Falles auch von dem Elektrizitätswerke aus die Werkstelle zu bedienen. Di« Erregung von Lärm wurde gegenüber diesem Vorteile als nicht er­heblich erachtet, eventuell, wurde angenommen, könne sie dort als ein Provisorium für etwa 15 bis 20 Jahre errichtet werden. Dem gegen­über haben sich in ihrer überwiegenden Mehrzahl die Kommission für die Elektrisierung der früheren Pferdebahn, die Kommission für da» Elektrizitätswerk und der Magistrat dafür ausgesprochen, daß die Wa­genhalle nicht an dem Elektrizitätswerke errichtet werden soll, viel­mehr an den Endpunkt der Straßenbahn zu verlegen sei. Der Grund hierfür ist: daß nicht allein die Werkstelle der Straßenbahn beim Elektri­zitätswerke Geräusch verursachen würde, sondern immer auch unter dem Gesichtsvunkte der Vergrößerung beider Betriebe auch das Elektrizitäts­werk selbst mit seiner Werkstelle; ferner der Betrieb das Fahren der Wagen in den Kurven, welche nach der Wagenhalle hinein leiten müß­ten, denn di« Halle würde ziemlich rechtwinklig zu den Gleisen liegen müssen; ferner der Umstand, daß schon an sich ein Betrieb gegenüber der Universität nicht erwünscht sei; da, Elektrizitätswerk, weil einmal vor- Händen, könne nicht beseitigt werden, aber eine zwingend« Notwendigkeit lieg« vor nicht ein« Häufung von Betrieben, von welchen immer ein« ge­wisse Störung der Ruh« zu erwarten sei, gegenüber der Universität ein­treten zu lasten. Vom polizeilichen Gesichtspunkte aus sei bei dem Neu- bau des Elektrizitätswerks verlangt worden, daß eine Fahrbahn von 10 m Breite zur Abwickelung eines glatten Verkehrs unbedingt erforder- lich fei, und dieser Standpunkt gegenüber dem Herrn Konservator und der Regierung vertreten. Durch di« Einbaunng von, die Straße quer durchschneidenden. Kurven nach einer Wagenhalle werd« aber ein« neu« Verkehrsstörung eingelegt. Das fei vom polizeilichen Standpunkte an» zu beanstanden. Endlich könne einer Wagenhalle und ihrem Betrieb« auch äußerlich nicht eine solche Gestaltung gegeben werden, daß sich die­selbe angemessen in da» hier gerade schön« Bild Marburgs einfügen. Wenn aber wir bei Privaten so großen Nachdruck auf ktztere, legten, müßten wir selbst als Stadtverwaltung um so mehr Bedacht darauf neh- men. jede Verunstaltung und Beeinträchtigung des Bilde» unstrer Stadl zu vermeiden. Richt außer acht zu lasten sei auch, daß der Garten an sich ein wertvolle», für ander« Zweck« vorzubehaltendes, Grundstück sei und noch verteuert werden würde durch di« zu Zwecken einer Wagenhalle et» forderliche teilweise Auffüllung und die Ueberbrückung de» Mühlgraben». Früher sei in Aussicht genommen gewesen, in diesem Garttn eine Bade- Halle zu bauen, welch« ihrerseits auch ein beträchtliche, Areal verlangen werde und hier ihre gegebene Lag« finden werde. Dieserhalb soll« de» Garten jenem Zwecke Vorbehalten bleiben. Au» diesen Gründen ist Ab» stand genommen von der Errichtung einer Wagenhalle bei dem Elektri­zitätswerke. Wird sieaber dort nicht errichtet so ist sie, wi« auch in «e*' deren Städten j. V. Gießen und Darmstadt, an den Endpunkt der ganM