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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .^Landwirtschaftliche Beilage".

Jfä 83

TieCbttfteffifdie Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 5.25 <X (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 '* frei in» Hau». (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der llniv.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55

Marburg

Mittwoch, 10. April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlosien. Zahlungen im Post- scheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 de» Postscheckamtes Frankfurt a. M.

47. Jahrg.

1912.

schlichten dunkeln sie in jener Nacht

strömte davon aus. ,, .

. ... Sie war die Einzige am Tisch, deren Sinne klar und ruhig genug zum Denken und Erwägen geblieben.

Di« andern sprachen nur noch flüsternd in abgerissenen Sätzen mit­einander.

Wir wollen jetzt . . nach Trokodero . . und dann nach Moulin rouge . ." Die Lilafarbene rief dazwischen dem tadellos rassierten Kellner einen lallenden Befehl zu . .

Erst noch eine Witwe, kleener Dicker . ."

Ob Minuten ob Sekunden verrauschten, das freilich wußte auch Marte Witt in dieser Nacht nicht. Einmal hob sie selbst die Hand zur Flasche und füllte das Glas des Bruders mit steigendem Schaum. Er nahm es gierig und trank ihr zu . . Da trällerte sein erhitztes Gegen- stber mit bedeutsamen Augenwinken ein leichtes Lied:

Brauner Knab' gefällst mir gut . .

Jungchen . . trinke! trink' dir Mut.

Bor Martes Ohren summte und schluchzte die Melodie und schlug »uletzi mit harten Fäusten auf st« «in . .

Trink' di, Mut ....

Deutsches Reich.

Der Reichskanzler auf der Reise anch Korfu. Brindisi, 6. April. Der Reichskanzler v. Vethmann Hollweg war auf dem Wege vom Bahnhof zum KreuzerKolberg" Gegenstand lebhafter Huldigungen seitens der Bevölkerung. Achilleion, 6. April. Der Kaiser begab sich heute nachmittag 5.30 Uhr im Auaomobil nach der Stadt und ging dann an Bord derHohenzollern", um das Einlaufen derKolberg" abzuwarten. In seiner Begleitung be­fanden sich Fürst zu Fürstenberg, Gesandter v. Jenisch, General d. Chelius und Kapitän v. Bülow. DieKolberg" mit dem Reichskanzler an Bord lief um 6 Uhr in den Hafen von Korfu ein. Der Kaiser empfing den Reichskanzler auf derHohenzollern" und begab sich dann mit ihm im Automobil nach dem Achilleion, in der .Stadt überall herzlichst begrüßt. Bei der Abendtafel saß der Kaiser zwischen der Prinzessin August Wilhelm und dem Reichskanzler, neben diesem Fürst zu Fürstenberg.

Exz. v. Staudy f. Berlin, 6. April. Der Eeneralland- schaftsdirektor, Geheimrat Exzellenz v. Staudy, der von 1877 bis au Beginn 1912 den Reichstagswahlkreis Angerburg-Lötzen ver­trat, ist gestern in Wilmersdorf gestorben.

Reichstagsersatzwahl. Varel, 6. April. Die Reichstags­ersatzwahl in Varel-Jever ist auf den 23. April festgesetzt worden.

Besetzung der Ostgrenz« mit Fliegerstationen. Wie mit» tzeteilt wird, ist jetzt bestimmt worden, daß auch die Ostgrenze un­seres Reiches mit Fliegerstationen nach und nach besetzt werden soll. Augenblicklich sind folgende Städte dafür ausersehen: Bres­lau, Graudenz, Posen und Thorn. Bekanntlich befindet sich in Thorn ein großer Kriegsluftschiffhafen. Von anderen Städten, die weder an der Ost- noch an der Westgrenze liegen, ist noch Köln gu erwähnen, da auch hier eine Fliegerabteilung untergebracht werden soll. Es bestehen im allgemeinen über die neuaufzustellende Fliegertruppe die Absichten, sie so zu verteilen, daß jedes Armee­korps und jede größere Erenzfestung eine Fliegerabteilung er­halten wird. Infolge der fortlaufend für die Heeresverwaltung veranstalteten Städtesammlungen zur Beschaffung von Flugzeugen sowie infolge der sehr energischen und intensiv wenn auch ohne Reklame betriebenen Ausbildung einer großen Reihe von Offi- gieren zu Militärfliegern wird diese Fliegerzuteilung großen Stils nicht mehr lange auf sich warten laffen.

Bezüglich der Deckungsfrage für di« Wehrvorlagen teilt die Neue polit. Korresp." folgendes mit: Bei der Aufhebung des Branntweinkontingents wird auf die süddeutschen Reservate und die Verhältnisse der kleinen Brenner die gebührende Rücksicht ge­nommen werden. Es werden aus dieser Aufhebung 35 Millionen Mark erwartet. Unter der Voraussetzung, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse sich nicht wesentlich ungünstiger gestalten als bisher, wird ferner durch die Heranziehung der zu sonstigen Zwecken nicht gebrauchten Mehreinnahmen und teilweiser Verwendung der Ueberschüffe aus 1911 die Deckung der Wehrvorlagen beschafft wer-- ben können. Selbstverständlich wird die gesetzliche Schuldentilgung erfolgen müßen: auch darüber hinaus noch eine Entlastung des Extraordinariums sich ermöglichen lasten.

Der Drusch« Flotten-Verein. Rach dem soeben erschienenen Jahresbericht des Flotten-Vereins für 1911 waren am 31. Dezem­ber 1910 vorhanden: 53 Hauptausschüste, 3 493 Ortsgruppen, 2 917 Vertrauensmänner, 290 964 Einzelmitglieder, 743 561 Körper­schaft!. Mitglieder, zusammen 1 034 525. Am 31. Dezember 1911 waren vorhanden: 53 Hauptausschüste, 3 493 Ortsgruppen, 3111 Vertrauensmänner, 398 014 Einzelmitglieder, 756 390 Körper­schaft!. Mitglieder, zusammen 1 054 404. Das ist ein Zuwachs wie ihn selbst die kraftvoll aufstrebenden jüngeren Flotten-Vereine anderer Länder nicht zu verzeichnen gehabt haben. Das Vermögen des Vereins belief sich am 1. Januar 1912 auf 381 437,57 <M., gegen

Rachdr. verboten.

Stärker als Du!

Roman von Käte Lubowski.

(Fortsetzung.)

. Ihr« Hände ruhten eng gefaltet auf dem Rock'. . Sie mußte denken, daß es derselbe sei, den der Schrecken getragen . . . und daß sie damals aberglaubtsch und sebnlüchtia in die vermeintliche Gefahr ein Bild mit sich genommen Ente Karl Augusta-Bild. Es war noch bei ihr . . Die Fingerspitzen fühlten es tastend . . Neben der kleinen Börse, die ihre langjährigen Ersparnisse barg, ruhte es friedlich .

Das Geld hatte sie dem Bruder zum Abschied schenken wollen. Jetzt aber verkrampften sich die Hände darüber. Ein eigener stiller Trost

370 661,03 im Vorjahre. Es ist also ein Ueberschuß von 10 776,54 -K erzielt worden, obgleich die erhöhte Werbetätigkeit des Jahres eine Mehrausgabe von 30 000 J*. verursacht hat. Die literarische Tätigkeit des Vereins ist im Jahre 1911 im allgemeinen die gleiche geblieben. Die VereinsschriftDie Flotte" erscheint in einer Auf­lage von 350 000 Exemplaren.

FlugzeugLeipzig". Ein Bevollmächtigter de'Leipziger R. Nachr." überreichte dem sächsischen Kriegsminister Exzellenz Freiherrn von Hausen die ersten 25 000 M, die von dem genannten Blatte gesammelt waren. Der Kriegsminister nahm die Spende mit herzlichem Dank an alle Geber an und gab die Zusage, daß von dem Betrage ein Militär-Flugzeug mit dem NamenLeipzig" ge­kauft werden solle, sowie die Beträge der weiteren Sammlung des Blattes später zur Beschaffung eines FlugzeugesLeipzig II" ver­wendet würden.

Der Fried« im Schneidergewerb«. Jena, 6. April. Das Schiedsgericht im Schneidergewerbe hat heute nach fünftägiger Verhandlung die in Rest gebliebenen Orte erledigt und noch eine Reihe von Bestimmungen getroffen. Die neuen Tarife treten mit Wiederaufnahme der Abeit in Kraft. Hinsichtlich der Schaffung des zukünftigen Reichstarifvertrags wurde zwischen den in Frage kommenden Organisationen vereinbart, innerhalb der nächsten drei Monate unter dem Vorsitze der Unparteiischen zur Beratung dieser Frage sich wieder zusammen zu finden und in der Zwischen­zeit die Angelegenheit durch Formulierung der Anträge vorzube­reiten. Durch die Wiederaufnahme zu Beginn nächster Woche ist die Bewegung endgültig beigelegt.

Französisch-Polnisches. An der Universität Montpellier werden für die polnischen Studenten besondere französische Sprach­kurse abgehalten. Die Unterrichtssprache ist dabei das Polnische. Diese kürzlich eingeführte Neuerung wird von der polnischen Preste freudig begrüßt.

Sozialdemokratischer Terrorismus. Berlin, 6. April. Vor kurzem haben die am Neubau der Schokoladenfabrik Sarotti in Tempelhof beschäftigten Maurer die Arbeit niedergelegt. Unter den Arbeitern befanden sich vier, die nicht dem sozialdemokratischen Verbände angehörten. Eine Abordnung der Verbandsmitglieder verlangte von der Baufirma die sofortige Entlassung jener vier Arbeiter. Da die Firma das ablehnte, weil die Arbeiter bereits sechs Jahre bei dem Unternehmer beschäftigt und sämtlich Fa­milienväter seien, legten die übrigen Arbeiter die Arbeit nieder.

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Ausland.

* * Tripolis. Kairo, 6. April. Ein Telegramm Enver Beys besagt, daß ottomanische Truppen am 2. April bei Derna italie­nische Vorposten, die aus drei Bataillonen bestanden, angegriffen und aus den Verschanzungen geworfen hätten: dreißig Mann seien getötet worden. Weiterhin meldete Enver Bey, daß bei Benghast türkische Artillerie am 1. April einen italienischen Aeroplan zer­stört und den Piloten Leutnant Roberti getötet habe.

* * Mexiko. Mexiko, 6. April. Die Ausitändischen nahmen die Stadt Hidalgo del Parrah wieder ein.

* * Das Ende des englischen Bergarbeiterstreiks? London, 6. April. Die Konferenz des Grubenarbeiter-Verbandes nahm die Empfeh'-ng des Exekutivkomitees, die Arbeit Montag oder Diens­tag wieder aufzunehmen, an. Der Beschluß wurde mit 440 gegen 125 Stimmen angenommen.

* * Amerika und Japan. Rewyork, 6. April. Premierminister Saionji erklärt in einem Telegramm an dieTimes", daß zwischen Japan und Mexiko keinerlei Verhandlungen wegen einer Flotten­station in der Magdalenenbai gepflogen seien, jedoch hat eine japa­nische Gesellschaft Fischereirechte zwischen Tepic und Oaxaca erwor-

Ob die Herrschaften jetzt Kaffee wünschten," fragte der Befrackt« diskret. Sie lachte ihn aus . . . Noch lange nicht! Sekt . . . Sekt . .

Vom Nebentifch erscholl ein scharfes Streiten. "Der Herr und di« Dame waren miteinander uneinig geworden. Warum Um ein Nichts! um eine Sektperle vielleicht, die das kostbare unbezahlt« Kleid der Trägerin genetzt haben mochte . . .

Genug . . sie trennten sich!

Auf klappernden Stöckelschuhen lief das Mädchen hinaus, den langen fchalartig geteilten Mantel mit dem kostbaren Besatz echter Straußen­federn achtlos hinter sich herschleppend.

Ein Weilchen sah der Mann ihr ärgerlich nach, kaute an dem un­modern gehaltenen Schnurrbart, zahlte und kam dann steifbeinig und unsicher an Kiemenz von Gadeckers Tisch.

Er stellte sich dort so auf, daß sein schlechtsitzender Smoking Martens Aermel streifte.

Sie sprang empor . . wollte fliehen und wurde ausgelacht.

Hab' dich doch nicht so," lallte der Bruder. Er lachte am lautesten.

Sie blickte wie Eine um sich, die plötzlich den Verstand verloren hat. Dann nahm sie wieder ihren alten Platz ein.

Sie schickte nur einen Blick zu dem Aufdringlichen hinüber. Er stammelte etwas und ging ohne Gruß davon.

Die Lilafarbene lacht« spöttisch und schadenfroh hinter ihm her . .

Der Kellner knipste die Flammen über den verlasienen Tisch aus . . und der neue Sekt wurde ausgeschenkt......

.....Draußen wurde der Pulsschlag des Hastens ruhiger. Di« elektrischen Dahnen hatten aufgehört zu sausen. DerLumpensammler" war vorüber und nur vereinzelte Autodroschken zischten mit unheimlicher Schnelle unter dem blinkenden Bogenlicht dahin.

Klemenz von Eadecker hatte die Zeche beglichen und sagt« mtt schwerer Zunge etwas, auf das ihm niemand eine Antwort gab:

Lokalwechsel vornehmen . . . höchste Zeit."

Marte berührt« seinen Arm.

Ich fühle mich sehr schlecht ... ich muß in» Hotel . . . Henri mit mit kommen. Ich lmm es .. nicht länger .. ««»halten."

ben. Das Unternehmen ist rein geschäftlich und hat keine politische Bedeutung.

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Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orginalartikel ist gemäß § 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen QuellenangabeOberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 9. April.

* Die Osterfeiertage, welche nunmehr bis auf den historischen dritten vorüber find, brachten einigermaßen gutes Wetter. Trotz­dem der Wind durch die Hallen fegte, waren die Ausflugsorte über­füllt. Daran, daß man diesmal auf der Landstraße Staub schlucken mußte, waren nicht allein die Automobilfahrer schuld. Letzte Nacht nahm der Wind einen orkanartigen Charakter an.

* Verteilung von Ostereiern. Auch diesmal wurden von edlen Menschenfreunden am ersten Osterfeiertag früh in den Anlagen des Stadtparks wieder zahlreiche arme Kinder mit Ostereiern be­schenkt. Es wurde eine Ansprache gehalten und hieran schloß fich der Gesang von Osterliedern. Der schönen Feier wie auch dem sich anschließenden Promenadenkonzert der Jägerkapelle wohnte eine große Menschenmenge bei.

* Die deutschen Wandervögel in Marburg. Seltsame Osier- gäste haben sich diesmal in Marburgs Mauern eingefunden. Auf allen Wegen und Stegen zogen sie heran, in staubbedeckten Kleidern, mit Rucksack, Kochtopf und einem dicken Knotenstock versehen. Auch die Guitarre oder Mandoline fehlte bei den meisten der jungen Männlein und Weiblein nicht. Frohe Wanderlieder singend mar­schierte das lustige Völklein der Wandervögel, die zu Ostern hier ihre Tagungen usw. abhalten wollten, in die Stadt ein. Man hat hier ja schon so oft Gelegenheit gehabt, außer den einheimischen auch fremde Wandervögel in ihrem Tun und Treiben kennen gu lernen. Aber so viele, die diesem lustigen und gesunden Sport huldigen, hat man hier noch nicht gesehen. Den Tagungen der ver­schiedenen Wandervogelverbände, die heute hier stattsinden, ging gestern schon eine Vorbesprechung voraus. Gegen Abend fanden sich fast sämtliche hier weilenden Horden der Wandervögel auf dem Marktplatze ein. Ein eigenartig fesielndes Bild. Sanitätsrat König aus Darmstadt sprach im Namen der Wandervögel und Bei­geordneter Schimpfs entbot den letzteren den Willkommensgruß der Stadt Marburg. Die Wandervögel sangen dann unter Be­gleitung vieler Mandolinen einige Wanderlieder. Die einzelnen Gruppen zerstreuten sich dann, um ihre Quartiere in der Stadt uni der nächsten Umgebung aufzusuchen. Der heutige Tag wird den Verhandlungen und der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt gewidmet. Morgen finden den ganzen Tag bei den !Dte¥> Linden (Weg nach der Dammmühle) Kriegsspiele statt. Die Zahl der hier eingetroffenen Wandervögel beträgt über 1000.

* Lehrer und Stadtverordnete. Aus dem Eroßherzogtum Hesien wird derFrkf. Ztg." geschrieben: Die neue Städteordnung unseres Landes erlaubt, daß künftig auch Volksschullehrer zu Stadt­verordneten gewählt werden. Dieses passive Wahlrecht besitzen seit 1. April nur die Lehrer in Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms, Gießen, Alzey, Bad-Nauheim, Bensheim, Bingen und Friedberg. Sie können auch zum unbesoldeten Beigeordneten gewählt werden. Ferner haben die Stadtgemeinden die Möglichkeit, neben der amt­lichen Vertretung der Schule auch einen Vertrauensmann der Leh­rerschaft in ihren Schulvorstand zu berufen. Es ist nicht ausge- fchloffen, daß die eine oder andere Stadt langjährige Wünsche der Lehrerschaft in dieser Richtung erfüllt.

«Reue Lesebücher für die evangelischen Volksschulen des Re­gierungsbezirks Cassel. Die König!. Regierung in Cafie! weist in einem Erlasse darauf hin, daß von Ostern d. I. an in allen evan­gelischen Volksschulen unseres Bezirks die Neubearbeitung der vom Hessischen Volksschullehrerverein herausgegebenen deutschen Lese-

Ihr Aussehen bestätigte die Worte. Di« Augen glühten aus dem geisterhaft bleichen Gesicht. Auf den Wangen brannten rote Fieber-

Henri Witt sträubte sich anfangs. Sie aber packte feinen Arm und zog den halb Bewußtlosen mit sich ... .

Einen Augenblick überlegte Klemenz von Eadecker, was zu tun fei. Dann sagte er zögernd: .

Schön . . du sollst deinen Willen haben . . Sre, Mann, schnell zwei Autos . . ich werd« Eurem Chauffeur die Adresse des Hotels lieber auf­schreiben . . . bald komme ich auch nach . ."

Auf dem toten Teppich der Vorhalle standen sie beieinander und warteten. Martes Zähne schlugen hörbar zusammen. Sie rang nach Atem.

Ich muß Lust haben . . . komm . . . nach draußen.

Der Wind trieb vereinzelte Schneeflocken umher und jagte sie in bi« erhitzten Gesichter. Gegen die Litphassäule taumelte mit lautem Fluch ein Wankender . . _

Irgendwo lachte girrend unter spitzem Tophut ein unnatürlich roher Frauenmund auf . . fahlrotes Haar wehte im Sturm . ..

Marte faltete in dem kleinen, silbergrauen Muff die bebenden Sünde krä^lpjhü^^-k,

Ihre Seele stand in hellen Flammen.

Grelles Brennen loht« aus jeder Empfindung.

Di« Angst bes Kindes stritt mit dem Bewußtsein, im nSWen Augenblick vielleicht schon handeln zu müßen--keine Zeit verlieren

zu dürfen.--Ein Wollen drängte das andere. Da schlug plötzlich

ein Sümmchen an ihr Ohr, bebend vor Frost, wimmernd vor schlecht unterdrücktem Leid. Ein kleines Mädchen tauchte an der Hand «tue« «lenden, verkommenen Greises auf, der Wachshölzer seilbot.

Ein Lied zittert« an Martes Ohr:

O du fröhlich, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit . . Niemand außer ihr achtete auf den zitternden Gesang.

(gettjetmie WJ