Einzelbild herunterladen
 

/<

Der Anzeigenprei» beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 4. bei amtlichen und auswärtigen «zeigen 30 4, für Reklamen

uiaum 10 0, oet unuuajen uno auswartigen «»zeigen 20 4, für Reklamen 417

die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt xl« xlQDltL

>2 OH 0lc voji oezvi

*/lÄ und der Exv'

langt zugeso

1912

Marburg

Sonntag, 7. April

TieOberheflifche Zeitung- erscheint täglich mit Luknahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezug SpreiS beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 <Ä (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen lebition (Markt 21) 2.00 Jl frei ins Hau». (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

gilt alS Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung auSgsschloffen. Zahlungen im Post- scheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 de» Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Crttes Blatt.

Oste betrachtun'

Ostern ist da! Das Fest der Freude und frohen Zuversicht. Dem Christen wird in den Ostertatsachen immer aufs neue eine Bestätigung seines ganzen Elaubensinhaltes gegeben; denn mit Ostern steht und fällt, wie schon der Apostel Paulus sagte, chrift- tiche Glaubenshoffnung und christliche Elaubensstcherheit. Ostern fällt in die Frühlingszeit, und wie dem dunklen Charfreitag der Helle Glanz des Osterfestes folgt, so erleben wir gerade in der Osterzeit das Erwachen der Natur zu neuem Leben. Und in uns selbst regt sich lebendiger der Drang nach vorwärts, die Hoffnung auf sonnige Tage. Haben wir auch durch die modernen Fort- schritte der Zivilisation viele Unbilden des Winters zu überwinden gelernt, sodaß wir heute nicht mehr mit derselben Inbrunst wie Walter von der Vogelweide den Frühling als Erlöser aus Untätig­keit und Winter nacht begrüßen. In der Hauptsache ist das Ge­fühl dem Frühling gegenüber dasselbe geblieben. Neue Hoffnung, neues Leben! Das ist uns Ostern.

Wenn wir in diesem Gedanken Ostern feiern wollen, so müssen Wir freilich den Blick von den Ereignisien der politischen Schau­bühne gerade jetzt etwas abwenden oder uns mehr auf die Hoff­nung einer besseren Zukunft verlosten.

Zur Zett hallt ja die Welt noch von Kriegslärm wieder. In Mexiko geben sich die Amerikaner alle Mühe, Gründe für eine Intervention zu suchen, und wenn es ihnen gelingt, so dürften die schlauen Jankees dort bald die wahren Präsidenten sein.

In T r i p 0 l i s ist auch die Lage durchaus nicht österlich. Es scheint, als ob die Organisation der Araberstämme den Italienern noch sehr unerwünschte Hinderniste bereiten wird. Von eigentlichen Erfolgen können sie ja sowieso kaum reden, und wann schließlich und was das Ende dieser mit so großer Begeisterung begonnenen Aktion sein wird, läßt sich heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Große Nachrichten über kleine Siege und angeblich bedeutende Ver­luste der Türken ändern daran gar nichts. Der Widerstand der Türken ist gut und wird durch die ihnen günstigen lokalen Ver- hältniste wesentlich gestärkt.

In Frankreich versinkt die Frage der nationalen Ver­teidigung, Streiks und anderes mehr vor den nervenaufregenden Taten der Pariser Apachenwelt, die so geschickt der Polizei lange Zeit entwischen konnte. Engkand hat in seinem Kohlenstreik chswere Erschütterungen durchmachen müssen und hofft auf bestere Zeiten. Gleichwohl ist es in der Lage, seine Flotte, deren deutsch­feindliche Tendenz heute sogar die Minister nicht mehr in Abrede stellen, bedeutend zu vermehren und zu ihrem weiteren Ausbau sogar den Ueberschuß aus dem Etat zur Verfügung zu stellen.

Bei uns tragen die politischen Verhältnisse noch immer das Gepräge der Verwirrung, das ihnen bereits der Wahlkampf mit­gegeben hat. Wir wollen hoffen, daß die politischen Aufgaben des Ausbaues unserer nationalen Verteidigung imstande sein werden, die bürgerlichen Parteien wieder mehr zusammen zu führen. Wenn wir freilich uns auch an diese Hoffnung nicht allzu fest anklammern wollen. Ein Zeichen der politischen Verfahrenheit ist bei uns zweifellos auch der Mangel an gutem Willen, das Gute wirklich anzuerkennen. Wir leben in einem Uebermaß von Kritik:Ich kenne die Pläne der Regierung nicht, aber ich mißbillige sie." So ungefähr wird die Berechtigung zu ruhiger Kritik, die niemand bestreitet, verzerrt. In diesem Sinne schreibt nicht ganz mit Un­recht dasLeipz. Tagebl." Anknüpfend an die Kanzlerreise nach Korfu stellt das Blatt folgende Betrachtungen über das Schicksal eines deutschen Reichskanzlers an:

Für einige Zeit ist der Kanzler aus derDrecklinie" heraus. Er war gerade mitten drin. Er hat die Erbschaftssteuer vor dem Widerspruch der Konservativen und des Zentrums fallen lasten; darauf ist er von dem Volksteile, der, nicht ohne Grund, die Erb­schaftssteuer will, gewaltig gescholten worden. Das gehört sich

Nachdr. verboten.

Stärker als Du!

Roman von Käte Lubowskt (Fortsetzung.)

.....Sie gingen zu Dreien die Friedrichstraße hinunter. Der Ver­kehr schob sie schnell auseinander. Aber Marie faßte nach der Hand des Bruders und hielt sie fest, so oft er sich auch unwillig von ihr lösen wollte. Der moderne Schnitt ihres Kleides fiel auf. Desgleichen der steife, schmucklose Hut . . .

Aber auch das ander« darunter.

Der knabenhaft schlanke Wuchs, die wundervollen Augen und die geschlostene Herbheit des stillen Gesichtes. Zuweilen drehte sich ein Kopf interessiert nach ihr herum. Sie merkte nichts davon. Ihre Blicke ver­folgten krampfhaft die Gestalt heften, dem sie anvertraut waren, damit er ihnen nicht verloren ginge.

. . Durch die Passage drängten sie sich. Marte Witt mit leisem Schauer und beginnendem Heimweh nach der verlassenen Stille. Der Bru- her mit halbgeschlossenen Augen und geblähten Nasenflügeln, als be­rausche ihn die fremde Luft.

Die Linden hinunter führt« ft« der Buchener Verwalter. Vor einem eleganten Restaurant in her Nähe des Kleinen Theaters schritt er auf eine Dame zu, die ihm erwartungsvoll entgegensah.

Ei« sprachen lange mit einander. Ein helles Lachen ertönte, das enge fliederfarbene Kleid unter dem Vrokatmantel verriet knisternd, daß pch die schmalen Füße in den hohen Lackschuhen in Bewegung gesetzt hat­ten. Sie vertrat den Geschwistern den Weg.

Ich bin eine alte Bekannte dieses Herrn", sagte sie mit gutgespielter Würde auf Klemenz von Gadecker hindeutend,und möchte den Abend sehr gern mit Ihnen «rieben."

| nun einmal so nach den deutschen Parteisttten. Man sagt nicht nur, daß der Mann einen Fehler begangen habe, sondern man macht ihm deutlich, daß er von Kindesbeinen nichts getaugt, daß jede seiner Handlungen und Allüren widerwärtig sei. Der Mann muß beschimpft werden, er muß weg von seinem Posten. Jede Handlung, die mit ihm in Zusammenhang gebracht werden kann, wird heruntergeristen, und, wenn er nicht selbst das Wort nimmt, wird jede Erklärung, die dieNordd. Allg. Ztg." erläßt, bekrittelt. Schreibt sie gar nichts, so unterstellt man, daß zweifellos die Ee- rüchte, des Kanzlers Stellung fei erschüttert, das Richtige träfen; hlc-bt das Kauzlerorgan weiter stumm, so ist es ein Zeichen der Ratlosigkeit; bringt es doch etwas, dann ist der verantwortliche Staatsmannnervös" geworden, und man greift den Inhalt der Erklärung an; kann man das nicht, so wendet man sich gegen den Stil der Erklärung; ist er bürokratisch, so verspottet man ihn, ist er originell, so ulkt man. Und das Ganze nennt maninnere Po­litik". Der deutsche Kanzler muß gehaßt werden, das ist seit Bis­marck so gewesen. Die Parteien präsentieren den Fraktionsbeschluß der letzten Sitzung, und wenn der Kanzler ihn nicht ausführt, ist er derFeind". Würde Basserman oder Rießer oder v. Payer oder Scheidemann zum Kanzler gemacht, jeder würde in wenig Wochen von denen, die ihm nahestehen, wie die Sünde gehaßt werden. Je enger früher die Verbindung, desto grimmiger die Verfolgung." Hoffen wir, daß es auch in diesem Punkte bei uns besser wird, vorläufig hat das nationalliberale Leipziger Organ leider nur zu recht.

----*----

Der Ausstand der Beraarbeiter.

Zwickau, 4. April. Nachdem die Vertreter fast sämtlicher Belegschaften der beiden großen sächsischen Steinkohlenreviere aber­mals das Bergamt als Einigungsamt angerufen hatten, wurde von dem Vorsitzenden des Einigungsamtes zunächst mit den Ver­tretern fast sämtlicher Zwickauer Werke über den Antrag verhan­delt. Die Werke lehnten es auch diesmal ab, sich dem Antrag an­zuschließen. Sodann wurde von den Vertretern des Bergamtes angeregt, eine Besprechung zwischen Arbeitgebern und Arbeit­nehmern unter dem Vorsitz der Bergbehörde über die Beilegung des Streiks außerhalb des Rahmens des Einigungsamtes abzu­halten. Die Vertreter der Zwickauer Werke lehnten auch dies ab, weil sie den jetzigen Ausstand nicht als durch die wirtschaftliche Lage der Arbeitnehmer veranlaßt ansähen, sondern lediglich als eine Machtprobe der Sozialdemokraten und des Bergarbeiter­verbandes.

London, 4. April. Nach den Feststellungen des Exekutiv­ausschuftes des Bergarbeiterverbandes wurden 201013 für die Wiederaufnahme der Arbeit, 244 Oll Stimmen dagegen abgegeben. Da sich die Zweidrittelmehrheit nicht ergab, empfiehlt der Aus­schuß die Wiederaufnahme der Arbeit, die auch die zum Sonnabend einberufene Konferenz noch bestätigen soll.

E s s e n , 4. April. Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter ersuchte am 25. März den Zechenverband, allen, auch den freiwillig Streikenden, die Kontraktbruchsstrafen zurülhuerstatten, da die unschuldigen Familien, die Geschäftswelt und die beteiligten Ge­meinden unter dem Lohnausfall am schwersten litten.

----*----

Politische Umschau.

Prinz Heinrich.von Preußen über hie Notwendigkeit einer deutschen Luftflotte.

Der Kaiserliche Automobilklub, der Kaiserliche Aeroklub und der Verein Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller veranstalteten am Mittwoch anläßlich der Eröffnung der Allgemeinen Luftfahr­zeug-Ausstellung in Berlin ein Festmahl, an dem 300 Personen teilnahmen. Prinz Heinrich, der Protektor der Ausstellung, hielt dabei eine Ansprache, bei der er nach demBerk. Lok.-Anz." fol­gendes ausführte:Wandern wir durch die Ausstellung, so können wir nur gestehen, ohne Chauvinismus, daß viel geschehen ist im

... Da saßen si« nun in einem bei zahlreichen, gleich prächtigen Chambres. in welchem außer ihnen nur noch ein Herr unb eine Dame speisten. Die gelbbraune Lebertapete sah großäugig auf den stahlblauen Perser herab. Die purpurnen Vorhänge schielten nach ben Bildern an den Wänden hin, als hätten sie nicht übel Lust, sie zu verdecken.

. . Zum Hors d'ouvre gab es schweren alten Portwein . . .

Da redete Klemenz von Gadecker von der Kartoffelernte daheim und dem frühen Winter, der ben Müßigen zur gerechten Strafe geworden. Und die frembe Dame nickte huldvoll, öffnete die grellroten Lippen ein wenig unb sagte mitleidig:Uh jeee . . ."

Marte und Hentt Witt blieben schweigsam. Sie nippten zuerst vor­sichtig am Rande ihrer Gläser. Dann aber, als es süß und gut schmeckte, tränten sie es herzhaft herunter . . . unb Klemenz von Gadecker füllte mit einem Scherzwort nach.

. . Die nach dem Hors d'ouvre servierten Forellen brachten Rhein­wein in funkelndem Kristall.

Klemenz von Gadecker tarn langsam und geschickt von dem Winter auf ben Frühling zu sprechen. Auf die Blumen und die ersten warmen Abende, in benen die 2 anbleute ihre kleinen Lauben vor hem Hause rtch- teten, in hie nicht einmal her Mond hineinsehen könne . .

Und die Dame in Lila schlug ihm auf die Hände unb lachte mit einem ganz feinen girrenden Ton dazu.

. .Sie sind ein kleiner Schäker . .

.... Marte Witt konnte plötzlich nicht weiter essen und trinken. Eine wahnsinnig« Angst kroch ihr durch bas Hirn.

Si« sah in ben Augen bes Bruders eine Flamme aufzüngeln, als beginne nach dumpfer, toter Zeit wiederum das Leben durch seine Adern zu fließen. Sie flüsterte ihm etwas zu:Ürtnl nicht mehr, Henri."

Er aber lachte nur unb hob das Glas gegen bas Licht, eh« et e» zu Mund« führte.

Flugzeugwesen, um Deutschland vorwärts zu helfen. Vor einigen Jahren hat unser Allergnädigster Kaiser den Ausspruch getan, ben Sie alle kennen:Bitter not tut uns eine starke deutsche Flotte." Ob uns ein starkes deutsches Fliegerwesen bitter not tut, weiß ich nicht; daß es uns not tut, davon bin ich fest überzeugt. Ich glaube nun, daß die Mittel zur Erlangung eines solchen Fliegerwesens sicher zu beschaffen sind. Der Bürgerschaft patriotisches Empfinden wird auch große Opfer pekuniärer Natur zu bringen imstande sein, wenn ein Appell in richtiger Weise an die Nation gerichtet wird. Dann wird auch der Geringste zu diesem Werke beisteuern. Daß wir imstande find, Flugzeuge zu bauen, wissen wir genau. Daß wir eine Menge schneidiger, tatkräftiger und gewandter junger Leute haben, die tüchtige Flieger werden können, das weiß ich. Daß diese aber oft nicht dazu kommen, ihre Fähigkeiten zu ver­werten, und zwar aus pekuniären Gründen, das weiß ich auch. Diesen mißlichen pekuniären Verhältnissen abzuhelfen, das ist der Zweck einer zu veranstaltenden Sammlung. Seine Majestät bet Kaiser hat vor kurzem einen Preis für den besten deutschen Flug­zeugmotor gestiftet. Er hat dadurch einen Beweis gegeben, daß et ein warmes Herz, eine offene Hand und ein starkes Interesse dem deutschen Flugzeugwesen entgegenbringt. Dieses starken Interesses für die vierte Waffe, wie man das FlugzeugtMsen zu nennen pflegt, bedürfen wir, wenn wir vorwärts kommen wollen, und wir danken unserem Kaiser dieses Interesse aus ganzem Herzen."

B e r I i n, 4. April. Unter dem Vorsitz des Prinzen Heinrich von Preußen tonftituierte sich gestern im Herrenhause dieWissen­schaftliche Gesellschaft für Flugtechnik", die berufen ist, der auf- blühenden deutschen Luftschiffahrt neue und schnellere Wege zu weisen.

----*-----

Ausland.

** Frankreich. Paris, 4. April. Der Kriegsminister sowie Herr Delcass6, die mit dem Ministerpräsidenten Poincarö den an­läßlich der Enthüllung der Denkmäler des Königs Eduard und der Königin Viktoria in Nizza und Cannes für Mitte April geplanten französisch-englischen Festlichkeiten beiwohnen werden, begeben sich am 10. d. M. nach Toulon, um daselbst die Pulversrage zu stu­dieren. Dem Flottenprogramm entsprechend, wird am 1. Mai die Kiellegung von zwei und am 3. August d. I. die einös dritten Dreadnoughts erfolgen. Nach einer Verfügung des Marine­ministers werden diese Schlachtschiffe die NamenLarraine", Bretagne" undProvence" führen und wahrscheinlich 23 500 Tonnen fassen. Präsident Fälliges hat die Baronin Couvigny, die ihren 18jährigen Sohn zur Ermordung ihres Gatten angestiftet hatte, und die vom Schwurgericht van Caen zum Tode verurteilt worden war, zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.

* * Die Intervention. Washington, 4. April. Die Rebellen nahmen in Chihuagu 50 Amerikaner als Geiseln fest, um eine Intervention her Vereinigten Staaten zu verhüten. Die Kom­mission des Repräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten nahm eine Resolution an, in der 100 000 Dollar als Entschädigung von Madero für die Tötung von Amerikanern verlangt wird.

* * Montenegrinisches. Konstantinopel, 4. April. Der ehe­malige montenegrinische Minister Jevanowitsch, der aus dem Ge­fängnis von Cetinje entwichen war, ist mit 9 Genossen hier ein« getroffen.

* * Die Unterzeichnung des Protektoratsvertrages hat bei bet Bevölkerung in Fez eine kühle Aufnahme gefunben. Im Innern bes Landes ist die Nachricht noch unbekannt. Da die Gärung unter den Stämmen schon jetzt eine allgemeine ist, hält man es für mög­lich, daß die Ankündigung des Protektorats die Lage noch ver­schlimmert. Die Militärbehörden treffen bereits die erforderlichen Maßnahmen. General Dibä ist mit einer Kolonne von Suk ei Arba nach dem Zemmurgebiet aufgebrochen. In dem Palaste des Sultans machte die Unterzeichnung des Protektoratsvertrags einen ziemlich schleckten Eindruck.

Lacht« . . ttotzbern er fort mußt« . . ein Geächteter . . . ein Mür­ber . . ein Dieb ans Leichtsinn.

Unb plötzlich wußte sie auch hi« Antwort auf hie schwer«, bangt Frage, die lange auf ihrem Herzen gelegen Hatte.

Was wirb noch mit ihm werben?"

. .(Ein gänzlich Verlorener ein Elenher aus kalter Berechnung." Keine Rettung mehr?

Doch....

Wenn sie an seiner Seite blieb. Sie . . .!

In schlanken Liliengläsern würbe «isgekülter Kognak herurngereicht Sie stieß Henris Hand von hem silbernen Tablett zurück. Da nahm f eines mit her Lanken herunter unb leerte es mit einem Zuge.

. . . Durch bas kleine Zimmer flutete eine schwere Welle heißen Lichtes. Sie sah unb hörte nichts mehr. Nur hie ringgeschmückte Hanb her Fremben gewahrte sie wie burch einen Schleier. Ueberall glitt hie umher . . auch zu ihrem yruber hin . . Erft als er diese Hanb, mit einem schiefen Blick nach Klemenz von Gabecker, bet nichts zu merken schien, festhielt unb an bie Lippen riß, würbe sie ganz wach.

Sie keuchte einen Namen in sein Ohr:fiotte . . . hente an bie . . Es war wie ein Schlag. Er stutzte, gitterte unb würbe sehr blaß. Den Punsch romaine ließ er vorübergehen . . aber als bet Sekt kam, griff er mit gierigen Hanben danach unb zerbrach den ersten feinen Kelch. Die Scherben wurden entfernt. Ein schneller Ersatz war halb geschaffen. Unb er trank unb tränt . . .

Marte versuchte ihn nicht mehr zurückzuhalten.

Sie saß mit vorgeneigtem Oberkörper ba unb hielt bie Augen ge­schlossen als habe ihr bet ungewohnte Genuß bes schweren Portweins bee Schlaf gebracht.

(Fortsetzung folgt) -----