Die Friedensaktion der Mächte in Konstantinopel.
Der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge findet augenblick. lich in Konstantinopel eine sogenannte Parallelaktton der Mächte statt, von der man hofft, daß sie dem Zustandekommen eine« Friede,» dienen werde. Dies« Aktion bezweckt aber nicht einen Druck auf die Türkei aus. »uüben, sondern nur von dieser zu erfahren, unter welchen Bedingungen sie zu einem Frieden bereit sein würde. Vor einigen Wochen hat man bekanntlich die gleichen Fragen in Rom gestellt und auch eine Antwort erhallen, die der Türket, soviel wir wiffen, amtlich nicht mitgeteilt wurde. Aber in der türkischen Presse wurden die Bedingungen Italiens für durchaus unannehmbar erklärt. Man könnt« fragen, was es unter diesen Umständen für einen Zweck haben sollte, daß sich die Mächte, und zwar ohne einen Druck ausüben zu wollen, nun wieder nach Konstantinopel ge- wandt haben. Beantworten läßt die Frage sich unserer Ansicht nach da. hin, daß einerseits wieder Wochen verstrichen sind und in der Türkei sich die'Ansichten inzwischen haben ändern können. Dann aber ist es von Wichtigkeit, gerade von der türkischen Regierung eine amtliche Stellung, nähme zu erhalten. Das jungtürkische Komitee übt bekanntlich bald nach dieser, bald nach jener Richtung hin seine Einflüsse aus. neuerdings scheint es an Volkstümlichkeit verloren zu haben. Für die Regierung muß sich bei jeder Stellungnahme die Frage erheben, ob sie mehr mit dem Komitee oder mit demjenigen Teile der öffentlichen Meinung zu rech» nen haben wird, der dem Komitee gegnerisch gegenübersteht. Die Regierung muß eine Stellung nehmen, die ihr ein weiteres Verbleiben möglich macht, denn eine amtliche Erklärung über annehmbare Friedensbedingungen müßte natürlich in dem Augenblick wertlos werden, wo die Regierung, die diele Erklärung abgegeben hat, demissionieren muß, weil die öffentliche Meinung und das Parlament mit der Erklärung nicht zu- frieden war. In diesem Falle kommt dazu die Rücksicht auf die Araber, die, wenn man sie in Tripolis aufgibt, möglicherweise den Krieg auf eigene Hand weiterführen und, wie man sogar fürchtet, ein arabisches Kalifat errichten würden, womit sie einem alten englischen Wunsche be- gegneten.
Auf der anderen Seite ist es ja nicht ausgeschlossen, daß, wenn die türkische Erklärung vorliegt, sich dann zwischen ihr und der italieni- schen ein Mittelweg finden ließe, den die beiden Kriegführenden beschrei- ten zu können glaubten und der auch den neutralen Mächten annehmbar erschiene. Wie die Dinge auch laufen mögen, so dürfte die türkische Antwort auf jeden Fall von erheblichem Interesse sein, und zwar um so mehr, je kräftiger inzwischen der Krieg geführt wird. Daß solche Absichten auf italienischer Seite bestehen sollen, wird ja schon seit langer Zeit angedeutet, lieber die militärischen Aussichten derartiger Aktionen kann man freilich sehr verschiedener Ansicht sein, trotzdem ist ee möglich, daß sie um einer erhofften politischen Wirkung willen ins Werk gesetzt werden. Hindern wird man Italien jedenfalls nicht daran.
Tripolis, 2. April. In der gestrigen Nacht rückten etwa 100 Mann Araber gegen Ain Zara vor und beschossen ein Fort, wurden aber bei dem Licht der Scheinwerfer durch Kanonenschüsse verjagt.
Tobruk, 2. April. Auch gestern versuchten Türken und Araber wiederholt, die Italiener bei den Arbeiten an dem neuen Fort durch Ee- wehrfeuer zu hindern, wurden aber jedesmal durch Artillerie- und Ee- wehrfeuer der italienischen Deckungstruppen zurückgewiesen. Sie hatten Verluste zu verzeichnen, trotzdem sie sich in gedeckten Stellungen zu halten bemühten. Auf italienischer Seite wurde nur ein Soldat leicht verletzt. Die Vauarbeiten konnten ohne Unterbrechung weitergeführt werden.
P e r i m , 2. April. Das italienische Kriegsschift „Piemont«" kündigte offiziell vom 1. April die Blockade für die Häfen Loheia und Kamara, zwei bedeutende international« Pilgerstationen, und von Ealif, wo sich türkische Salzbergwerke befinden, an. — Die Italiener hielten den Dampfer „Woodoock" in der Näbe von Loheia an und brachten ihn nach Massaua. — Die Italiener zerschnitten das Kabel zwischen der Insel Kamara und dem arabischen Festland«.
Rom, 2. April. Heut« hielten zwei italienische Torpedoboote auf der Höhe der Küste von Sizilien den Dampfer „Elpis" an, der verdächtig M Kri-askontreband« an Bord zu führen.
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Der Beraarbeilerstreik.
Prag, 2. April. Die Lage im ganzen Streikgebiet ist günstiger. Es herrscht überall Ruhe. Die Werksbesitzer sind zu gewissen Aufbesserungen geneigt. In Kladno und Schlan sind die Verhältnisse normal.
(Nachdruck verboten)
Professor Blümchens Osterkummer.
Don E Ktlckebetg.
fr**' (Schluß.)
i „Er rasselt durch ohne Gnade!" erklärte Blümchen kategorisch. „Abe, das ist seine eigene Schuld, er könnte der Beste sein."
„Aber wenn er doch nun einmal feint Anlagen für Mathematik hat, Herr Professor/'
„Woher weißt du denn das, du Neunmalklug?'
„Ich kenne ihn ja nun schon seit Jahren und Sie sprechen ja auch vft genug von ihm, Herr Professor . . . und wenn er sonst gut ist, dann wäre es doch eine Ungerechtigkeit, ihn wegen eines einzigen Faches durch- fallen zu lassen."
„Davon verstehst du rein nichts! — Aber er gefällt dir wohl mit feinem glatten Gesicht, was? — und d u würdest ihm natürlich durch- helf«n, wenn's auch gegen das Gewissen wäre."
„Ja, Herr Professor, ich würde ihm durchhelfen," bekannte fie frei-, wütig, „aus purer Menschenliebe, fügte fie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu, „und es würde nicht einmal gegen mein Gewissen sein."
„Natürlich, Weibermoral! — Das wird eine schöne Geschichte geben, wenn erst einmal die studierten Frauen bei den Examina ein gewichtige» Wort mitzureden haben werden!"
Märtel lachte spitzbübisch, warf noch einen scharf forschenden Blick euf das Blatt mit der Examenausgabe und schlüpfte hinaus.
Zehn Minuten darauf wurde der Professor von Fra» Mahler t*
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Rach Feierabend", „Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".
M SO.
Tie „Ober hessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Soun- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 5.25 <M (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in» Hau». (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch
| (Inh.: Dr. L. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55
Marburg
Donnerstag, 4. April
Der Lnzeiaenprei» beträgt für die ?gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 80 4, für Reklamen die Zelle 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bet Konkur» kein Rabatt. Verbindllchkeit für Platz-, Datenvorschrtst und Beleglieferung auSgefchliHen. — Zahlungen in» Post- scheckverkehr — ohne Porto kosten — unter Rr. 5015 be» Postscheckamtes Frankfurt a. M.
47. Jahrg.
1912.
Mltes Blatt.
Teplitz, 1 April. Die Zugeständnisse der Braunkohlen» I grubenbefitzer an die streikende Arbeiterschaft, die den Ausstand nunmehr beendet hat, bestehen in einer durchschnittlichen Erhöhung der Löhne um 8 Prozent, in einer Alterszulage für ledige und einer doppelt so großen für verheiratete Arbeiter und außerdem in der Beibehaltung des erhöhten Kohlendeputat«.
T e p l i tz, 2. April. Die sozialdemokratische Bergarbeiterunion beschloß in ihrer heutigen Sitzung, in der die neuerliche« Zugeständnisse der Zechenbesttzer mttgeteilt wurden, den Streik abzubrechen.
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Politische Umschau.
Au» der Zentrumspartei.
Köln, 1. April. Der Beirat be» Provinzialausschusses der rheinischen Zentrumspartei beschäftigte sich mit dem Austritte des Abgeord- neten Roeren aus den beiden Zentrumsfraktionen und beschloß die Veröffentlichung folgender Erklärung: „Mit Rücksicht auf die vielfachen Verdienste, welche Hr. Geheimrat Roeren sich seit langen langen Jahren ---im öffentlichen Leben erworben hat, bedauern wir, daß sich für ihn die Notwendigkeitergab, aus der Zentrumsfraktion des Deutschen Reichstages und des Preußischen Abgeordnetenhauses auszuscheiden. Inzwischen hat Hr. Geheimrat Roeren auch seinen Austritt aus der rheinischen Zentrumspartei und damit aus dessen Beirat erklärt. Hr. Geheimrat Roeren hat durch diese Schritte lediglich die Konsequenz au» einer für ihn unhaltbar gewordenen Situation gezogen. Wir haben vor der Reichstagewahl nicht bereits auf völlige Klärung gedrungen, weil wir der Ansicht waren, daß Hr. Geheimrat Roeren gemäß seiner am 24. Ok- tober 1910 im verstärkten Landesausschuß der preußischen Zentrumspartei abgegebenen Erklärung: „nunmehr unzweideutig und vorbehalt, los" der Kundgebung des Landesausschusses vom 28. November 1909 bet. zutreten, darauf verzichte, sich ferner im Ginne der von der sogen. Oster« dienstagskonferenz aufgestellten Definition des Zentrums zu betätigen. Wie jedoch aus der soeben versandten Erklärung be« Herrn Geheimrat Roeren hervorgeht, hält et nach wie vor an dieser Definition fest und will dieselbe weiter verteidigen. Dies« Definition läuft aber trotz aller gegenteiligen Verwahrungen tatsächlich auf eine Konfessionalifierung des nach dem Willen seiner Gründer und Führer, sowie nach seiner Gesamt« betätigung nicht konfessionellen Zentrums hinaus. Von der Einsicht und der Parteitreue der bisherigen Wähler des Herrn Geheimrat Roeren darf man erwarten, daß beide zur Erledigung gelangenden Mandate eine dem Eesamtinteresse der Zentrumspartei dienliche Besetzung finden werden."
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Deutsches Reich.
— Aus dem Bundesrat. Berlin, 2. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Bundesrat gelangte vor Eintritt in die Oster« pause zu einem Einverständnis auch über die Deckungsvorlage. Der für die neuen Wehrforderungen hiernach aufzustellende Gesetzentwurf zur Abänderung der Kontingentsbestimmungen des Branntweinsteuergesetzes wird binnen kurzem seine formale Ausgestaltung erhalten. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß er dem Reichstag bei seinem Wiederzusammentritt nach Ostern gleichzeitig mit den Wehrvorlagen zugehen wird.
— Abgeordneter v. Kröchet. Berlin, 2. April. Einige Blätter meldeten kürzlich, daß der Abg. v. Kröcher demnächst ins Herrenhaus berufen werden solle und infolgedessen sein Mandat zum Abgeordnetenhaus« niederlegen werde. Bon anderer Seite wurde berichtet, daß der genannte Abgeordnete, falls sein« Wahl im Reichstage für ungültig erklärt werden sollte, nicht mehr kandidieren wolle. Beides ist unrichtig.
— Die Reichspost Verwaltung wird, wie die „Reue politische Korrespondenz" mitteilt, für Unterbeamte und geringer besoldete Beamte an solchen Orten, an denen erheblicher Wohnungsmangel besteht, in nächster Zeit 27 Familienwohnungen sowie 6 Stuben für Unverheiratete herstellen lassen. Bon diesen Wohnungen sind 25 für Landorte und allein gelegene Bahnhöfe vorgesehen. Die Kosten find auf 155 000 «M. veranschlagt.
einer dringenden Angelegenheit hmausgerufen. Der Tapezierer hatte di« Tap«t«nmuster für di« Renovation be» Salon» geschickt, und er sollte seine Wahl treffen.
Da» verstände sie besser, als er, und die Muster seien doch nicht erst geschickt worden, fie läaen ja schon ein paar Tage herum, warum das nun plötzlich so eilig sei. schalt et. Sie sollte ihn in Ruhe lassen, et habe zu tun — doch hals alles nicht». Frau Mahler wurde energisch und dann wagte et nicht zu widerstreben. Aber dann paßte ihr wieder nicht box, was er aussuchte, man stritt hin und her und konnte zu keinem Resultat kommen.
„Mattel soll den Ausschlag geben," erklärte endlich bet Professor. „Wo ober war Märtel?"
„Vielleicht räumt fi« in Ihrem Zimmer auf." meinte die Tante leichthin.
„Um Gotteswillen, daß fie mir nicht an meinen Schreibtisch geht!" Er stürmte hinein und richtig, da kam ihm Mart«! mit dem Staubtuch entgegen. Sie sah sehr vergnügt aus.
„Hast Du mir auch nicht» auf meinem Schreibtisch durcheinander gekramt?"
„Bewahre, Herr Professor, ich weiß doch mit solchen Dingen nun auch schon umzugehen, — nicht mal nach ihm zu sehen habe ich gewagt."
Mißtrauisch musterte et ihn, aber da wat wirklich noch alle» am alten Platz, auch der Bogen mit bet Examensaufgabe. Zwar hatte der Professor den Eindruck, al» ob et mit bet Sorbet fette nach oben gelegen hätte, al, er da, Zimmer verließ und jetzt lag er umgekehrt, ober darin konnte et sich irren und M« Hauptsache war, baß et sich unbeschädigt vorfand.
lieber die Universität Frankfurt wurde gestern ht der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung verhandelt. Der scheidende Oberbürgermeister, dem viele Worte de» Lobes gesagt wurden, begründete die Vorlage. Nach der „Franks. Ztg." führte er dabei folgendes aus: „In der heutige» Vorlage ist dargelegt, daß die Forderungen, die am 29. Juni 1911 aufgestellt wurden, in den wesentlichsten Punkten erreicht sind. Die Selbständigkeit der Stiftungen und die besondere Stellung der Handelshochschule bleiben gewahrt. Schon dadurch erhält die Frankfurter Universität einen ganz besonderen Charakter. Der Vertrag zeigt ferner, daß die Befürchtungen einer Abhängigkeit vom Staat unbegründet waren. Sowohl di« Stadt wie die Stiftungen haben das Etatrecht und handhaben die Hausordnung. Schon in der Denkschrift des Magistrats vom vorigen Jahr wurd« mit aller Deutlichkeit erklärt, daß nur auf Grund de« Landrechts al» staatlich« Beranstaltung, di« Univerfitätsgründung möglich sei. Aber auch hier zeigt die Universität eine Besonderheit. 6t« erhält neben den Organen aller anderen Universitäten zwei eigen« Körperschastrn, den Großen Rat und da» Kuratorium. Di« Bedeutung dieser Organisationen ist nicht zu unterschätzen. Ihr Einfluß wird abhängen von dem Maß an Einsicht, mit dem fie von ihren Befugnissen Gebrauch machen. Auch in der Frage der Hinterbliebenenversorgung und Pensionierung wurde dem Wunsch der Stadtverordneten entsprochen. Di« Frage der Berufung hat in der Oeff«ntlichkeit eine besonders große Beachtung gefunden. Der Be« richt enthält «ingehend« Mitteilungen Üb«r die Verhandlungen und ihre Ergebnisse. Soweit städtische Institute t* Frag« fern» men, ist unser Selbstverwaltungsrecht tw vollem Maß gesichert. Soweit die übrigen Beteiligten, Stifter und Institut«, in Betracht kommen, wurde deren Einverständnis mit dem Vertrag bereit» erteilt oder in Aussicht gestellt."
Man steht, die Frankfurter find durchaus nicht der Ansicht, wie der Kulturminister eine Universität ,« gründen, in der sie nicht viel zu sagen haben. Besonders Mente der Oberbürger- meister: „Bei den Verhandlungen mit dem Ministerium wurde von uns prinzipiell febe llebernabme einer städtischen G a r a n» tiefürdieUniversität abgelehnt." Gan, ungeniert bat- man aber auch weiter« Wünsch«. Man fühlt sie deutlich aus folgender Bemerkung de» Stadtverordneten Tohn heraus: „Wenn man auf di« fteiere Zukunft Preußens verweise, so wäre es doch richtig erst auf diese Zukunft zu warten. Die Sozialdemokratie sei von Anfang an di« getreu« Warnerkn gewesen." Siegesfanfaren blies der Stadtverordnete Heilbrvnn (Fortlchr. Volksp.). Er saote- „Wir stehen vor der Echlußsteinleanng eines Merkes, an dem Jahrzehnte lang gearbeitet wird. Die Freudigkeit dieses Augenblicks wird getrübt durch das Abschiedsgesuch des Oberbürgermeister«, der bett Plan so weit gefördert hat. Alle möglichen Imponderabilien, der Widerstand benachbarter Universitäten. die FeindUigkeit gegen das „Frankfurter Milieu" haben nicht verhindert, daß die Sache voranqegangen ist. Auch die Gegner im Landtag haben sich auf die Dauer nicht der Tatsache ver- schließen können, daß sie sich vor der ganzen Welt blamieren, wenn sie sich der Lösung einer Kulturaufgabe allerersten Ranges wider- setzen." Weiter erklärt« er: ,,Wa« die speziellen Bedinaungen betrifft, die von der Stadtverordnetenversammlung gestellt wurden, so sind sie fall sämtlich in dem Vertrag aufaenommen worden. Unser Einfluß auf die Krankenhäuser bleibt völlig ungeschmälert. Ebenso bleibt die Handelsakademie für ihr« speziellen Zweck« erhalten Der Stadtverordneten-Bersammluna wurde eine Bertte- tung im Großen Rat und im Kuratorium einnerSumt. Rur in dem Punkt der Berufungen sind wir leider nichi durckmedrunaen Immerhin wird durch die Tatsache, daß die Direk'oren^-n bei den Kliniken «sw. nur mit Zustimmung der städtischen Barden beseht werden können, ein Zustand erreicht, der sich dem Einer- Vorschlag nähert, da sich die Verbandlunaen von ein auf eine Person konzentrieren müssen. In Bezug ar* bl* 6_cb JV >, n Krankenhäuser und Institute bleiben wir voMtänbia smive^'v Es kann uns kein Professor aufg«m"<ngen werb™ bet sich welche Senwifhtn n<;b«hinniiTe anmofit.
Zwei Tage banach fanb bas „Schriftliche" statt und allen schlimmen Ahnungen be» Professor, zum Trotz bestand Walter Werneck es so glänzend, baß er vom „Mündlichen" dispensiert würbe
Blümchen schüttelte den Kopf. Das konnte kaum mit «chten Dm<^n zugehen: aber es war doch nicht He geringste Unregelmäßigkeit passiert unb bi« Klausur so streng gehanbbabt worben, wie stet». Nein, ba» scheinbare Wunder wat nur eben lediglich «in. Bestätigung feinet lieber, aeutruna von Wernecks ursprünglichen Anlagen für Mathematik, die im Augenblick höchster kritischer Spannung feine Tätigkeit Überwunden unb an» Licht gedrängt hatten. — Seine Theorie war wieder einmal glanzend bewiesen.
„Ich habe e» ja immer gewußt, er ist «in ganz charmanter Ker», dieser Werneck." triumphierte et.
Mattel schüttelte den Kopf, e» zuckte verrräterisch nm ihreLtvven, aber ihr Eestcht war toternst. „Er kann doch keinen guten ThataNer haben, wenn er Ihnen so viele Iahte eine solche Komödie vor spielen tonnte, Herr Professor."
„Das verstehst Du nicht!" — und sie verstand e» olletding« nicht, aber fie hatten allesamt: Blümchen, di« lernte, da» Marie! ui* d« Windhund noch kein so ftöhliches Ostersest verlebt, wie bo» folgenbe.
Erst nach langen Iahten, bei bet Hochzeitsfeiet Mattel» urii Wemecks, kam dem Ptaiessar plötzlich ein« Idee. „Ich glaube, fi» M damals doch oben gelegen," sagte er zu Mattel. Wa» et damit mew*«r sprach er nicht aus, aber fie mußte ihn wohl verstehen, denn fie lächeM still vor sich hin.