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1912.

Französische Flottenpläne.

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Marburg

Dienstag, 2. April

Der französische Senat sieht sich gerade in diesem Augenblicke in der Lage, die Delcassösche Flottenvorlage zu bewilligen, wo die «deutsche Flottennovelle der öffentlichen Diskussion unterliegt. Delcaffö hat sein Flottenprogramm von seinem Vorgänger über­nommen. Die Bewilligung, ja auch die Verhandlungen dieses Gesetzes sind infolge unzeitiger Kabinettswechsel bisher noch «Djnmer vertagt worden. Nach diesem Programm sollen bis 1920 mindestens zwei große Panzerschiffe in jedem Jahre auf Stapel gelegt werden. Zn diesem Jahre allerdings verlangt Herr Del- cass6 drei Schiffe, weil nach dem Untergange derLibertä" ein sofortiger Ersatz' notwendig sei. Also im selben Jahre, wo in Deutschland das Bautempo von vier auf zwei große Schiffe fällt, steigt es in Frankreich von zweien auf drei. Wir glauben nicht, daß man in Frankreich für die nächsten Jahre wieder zum Zwei- schisfstempo zurückkehren wird. Durch die jahrelange Mißwirt­schaft in der französischen Marine war die Kriegsschlffbauindustrie mit allem, was dazu gehört und dazu zu rechnen ist, immer weniger leistungsfäbig geworden und insbesondere hatten sich die Bauzeiten großer Schiffe in ungebührlichster Weise verlängert. Es war Delcaffss und seines Vorgängers erste Sorge, hier Wandel zu schaffen. Es liegt nun aller Grund zur Annahme vor, daß die beiden großen Schlachtschiffe, welche im Jahre 1910 bewilligt und auf Stapel gelegt wurden, pünktlich innerhalb des festgesetzten Zeitraumes von drei Jahren fertiggestellt werden. Daß aber der Erfolg da ist, das ergibt sich eben aus der Tatsache, daß Delcaffö in diesem Jahre drei Schiffe auf Stapel legen will, also eine bau­liche Mehrleistung von 50 v. H., eine enorme Steigerung der An­forderungen an die Schiffsbauindustrie, hauptsächlich die Eeschütz- industrie und die Panzerplattenfabrikation. Wenn man bedenkt, daß die heutigen Schlachtschiffe der Franzosen 1012 schwerste Geschütze tragen und daß die Herstellung jedes einzelnen Geschützes mit seinem Lafettenunterbau Jahre dauert, so ist. klar, welche Er­höhung der Anforderungen an die Eeschützfabrikation in der Stei­gerung des Bauguantums von zwei auf drei große Schiffe liegt. Wir haben überhaupt den Eindruck, daß Delcaffö, unterstützt von ganz Frankreich, zielbewußt und praktisch darauf los geht, die Seemacht Frankreichs wieder zu einem großen Machtfaktor zu ge­stalten BefonLers jetzt, wo Großbritannien anscheinend seine Schlachtschiffe aus dem Mittelländischen Meer -urückziehen will, wird die französische Regierung eine neue und sehr schlagfertige Devise für die Verstärkung der Flotte haben, nämlich: das west­liche Mittelmeer ein französischer See.

Ueber die Eenebmigung der Flottenvorlage im Senat gibt

nicht die unbedingte Suprematie im Mittelmeer und sei en» genügend hinsichtlich der Schlachtkreuzer und Aufklärungsschiffe, des Ersatzes der Unterseeboote und hinsichtlich der Luftfahrzeug«. Delcassü erwiderte: Wir haben Offiziere vorbereitet und wart«» auf die Apparate. Der BerichterstatterEhauteinpr" erklärt«, das Programm werde Frankreich die nötige und ausreichend« Flotte geben. Augenblicklich muffe man das Hauptaugenmerk auf die Schlachtschiffe richten. DelcaffS bemerkte dazu: Gegenwärtig gibt es im Ausland kein Schlachtschiff, das die unseren übertrifft sowohl vom Standpunkt der Verteidigung als auch des Angriffes. Frankreich brauche nicht wie England seinen Schiffstyp zu ändern, da es ja nicht wie dieses wechselnden Notwendigkeiten zu begegnen habe. Frankreichs Lebensintereffe liege im Mittelländischen Meere, das ein verhältnismäßig beschränktes Feld bilde. Di« Ueberlegenheit in der Schnelligkeit sei daher nicht unerläßlich, denn die drahtlose Telegraphie biete einen Ersatz dafür. Das Flug­wesen werde die Aufklärung besorgen. Alle Anstrengungen Frankreichs müßten auf ein stärker armiertes Schiff von ge­nügender Geschwindigkeit, das heißt auf ein Panzerschiff mit 21 Knoten Geschwindigkeit gerichtet sein. Das vorliegende Flotten- Programm sei vernünftig und genügend. Es verschaffe Frankreich die Sicherheit, auf die es ein Anrecht habe. Er, DelcassS, sei nicht gegen einen Schlachtkreuzer, sondern behalte sich vor, dessen Bau später vorzuschlagen. Schließlich nahm W. Senat das Flotten-

Programm an. %

Der Anzei Raum 15 4,

an den Forschungsinstituten die religiöse oder konfessionelle Stel- I die Befürchtung aus, das vorliegende Programm geb« Frankreich lung in keinem Falle «inen Ausschlußgrund bilden. Vor der c *- **nk r,< "*

Besetzung der Professuren wird der Fakultät Gelegenheit gegeben, gutachtliche Personalvorschläge in der üblichen Dreizahl zu machen. Diese Vorschläge werden zur Vorlage an den Minister dem Kura­torium eingereicht, welches etwaige Bedenken, die von seinem Standpunkte aus zu erheben sind, in dem Begleitberichte zur Gel­tung zu bringen hat.

TieObirheffische Zeitung- erscheint täglich mit Ausnahme ver Sona- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 <Ä (ohne Bestellgelds, bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskrivte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck ttnb Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

anderer. z t ,

Die Ilniversitätsvorlage ist den Stadtverordneten zugegangen und sie werden sich am morgigen Dienstag damit beschäftigen. Interessant sind die folgenden Paragraphen: Die Förderung »iffenschaftlicher Forschung wird eine wesentliche Aufgabe der, Frankfurter Universität bilden. Ihr sollen dienen: das Eeorg- Cpeyer-Haus und das neurologische Institut, sowie die nach Maß­gabe der verfügbaren Mittel zu errichtenden weiteren Forschungs­institute. Andrerseits soll erstrebt werden, die Unterrichtsinstitute -derart auszugestalten, daß einzelnen, an ihnen wirkenden For­schern durch tunlichste Entlastung in der Lehrtätigkeit sowie in Prüfungs- und Verwaltungsgeschäften die Möglichkeit geboten wird sich der wissenschaftlichen Forschung besonders zu. widmen. Eine Bindung in Bezug auf das religiöse Bekenntnis des zu berufenden Professors wird bei keinem Lehrstuhl stattfinden, und demgemäß wird bei der Besetzung der Lehrstühle und der Stellen

(Nachdruck verboten )

Professor Blümchens Osterkummer.

r ' _ Von E. Krickeberg.

Es waren gottlose Rüpel, die Primaner des Friedrich Wil^lms- Eymnastums zu Tstadt, das war die felsenfeste Ueberzeugung des Mathe- matikprofeffors Blume. Ganz abgesehen von anderen Nichtsnutzigkeiten, scheuten sie sich nicht einmal, die Lauge ihres Spottes über seinen ehrlichen Ehristennamen zu gießenBlümchen" nannten sie ihn, und wenn sie ganz besonders zärtlich gegen ihn empfanden, sogarBlümchen Wunder- bald" __und das, trotzdem er sich doch wahrlich Muhe genug gab. ihnen

Respekt beizubringen. Aber wenn der kleine kugelrunde Professor auch noch so sehr mit dem verkniffensten Gesicht und dem erschrecklichsten Augen- rollen in der Klasse umherwetterte, sie zitterten nur °u-Sofltchk^t äußer­lich ein bißchenBlümchen Wunderhold meint s ja nicht so schlimm! dachten sie und ließen sich nicht stören denn sie wußten ganz genau, daß ttei im Innern des rabiaten kleinen Herrn eine wahrhaft kindliche Gut Mittigkeit versteckt war. Professor Blümchen liebte seinen Beruf und er liebte auch die Rüpel in der Schule, aber bei Zwrespa.t fernes Wesens macht ihm trotzdem das Dasein oft recht schwer. Er war nicht imsta de Mathematik und Menschheit voneinander zu trennen. Mathematik war ihm nicht nurdie" Wissenschaft, sondern eine moralische Qual at die Mathematik, mit deren Hilfe allein man zu Resultaten von absoluter Gewißheit gelangt, die also das Tor zur Erkenntnis der Wahrheit bildet. And da ein guter Mensch immer ein Wahrheitssucher ist, wird n ganz selbstverständlich auch mathematische Fähigkeiten besitzen. Seine Schuler konnten noch so glänzend begabt für andere Fächer sein, sobald sie in Mathematik nichts leisteten, war ihr Charakter ihm verdächtig.

Man kann sich vorstellen, daß er mit dieser Ueberzeugung ost in die schlimmsten Konflikte dem wirklichen Leben gegenüber geriet. Da waren Menschen, die er durchaus hochachten mußte und die doch bar aller An­lagen für Mathematik waren und andere, die er keineswegs als edel und <jut anerkennen mochte, fwaren hervorragende Mathematiker. Dann half Blümchen sich, indem er von letzteren glaubte, daß sie im Grunde aut und nur durch schlimme äußere Einflüsse degeneriert seien und den ersteren warf er geistige Trägheit vor. Die mathematischen Fähigkeiten waren vorhanden, aber nein war zu faul, st« auszubilden.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen'Nach Feierabend"Fürs Haus" und ,Landwirtschaftliche Beilage".

die Zelle 60 4. , .......

gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenoorschrist und Beleglieserung ausgeschloffen. Zahlungen im Post« s checkoerkehr ohne Portokosten unter Nr. 6015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Der Veraarbei^erstreik.

' P r a g, 30. März. Di« Streiklage in den Braunkohlenrevieren von Böhmen weist keine wesentliche Veränderung auf.

London, 80. März. Weitere Kohlengruben in Warwickshire er­öffneten den Betrieb heute stllh wieder Die allgemein« Wiederauf- nähme der Arbeit wird am Montag erwartet. Eine Bergarberterkon- ferenz in Glasgow beschloß mit großer Majorität den Bergleuten zu empfehlen, für die Wiederaufnahme der Arbeit zu stimmen.

Bonbon, 30. März. Die Gewerkschaft der Über Tage.beschäftigten Arbeiter im Kohlenbergbau hat ein Manifest veröffentlicht, das alle Klassen der Bergleute auffordert, die Arbeit nicht eher wiederaufzuneh- men bis ihre eigenen Forderungen erfüllt werden. Die Organisation dieser Eewerkschast beschränkt sich auf Yorkshire und Derbyshire. 3n , diesen beiden Grafschaften wird daher die Arbeit vermutlich etwas spä- ter ausgenommen werden.

L o n d o n, 80. März. Nach den bis nachmittags Ahr vorliegen- , den Berichten haben 15 000 von 20 000 Bergarbeitern ihre Stimme für ; die Wiederaufnahme der Arbeit abgegeben. Die Zechenbesttzer und Berg­leute von Süd-Derbyshire beschlossen in der heutigen Konferenz unver- züglich ein gemeinsames Difttiktsamt auf Grund des Mindestlohngesetz«» zu bilden. Ein Vertreter der Zechenbesitzer erklärte, die Arbeitgeber j würden die Bestimmungen des neuen Gesetzes loyal erfüllen.

London, 80. März. Die Sckulkommission des Londoner Eraf- fchaftsrates hat beschlossen, daß in den Volksschulen die Osterferien wie gewöhnlich stattstnden sollen, da es sich ergeben hat, daß keine abnorme Notlage in London herrscht. In verschiedenen Bezirken ist die Zahl der Kinder, die auf öffentliche Kosten gespeist werden, geringer als in bet entsprechenden Zett des letzten Jahres.

Paris, 80 .März. Die Kammer fetzte in der Dormittagssitzung die Beratung bet GesetzentwurfsArbeitszeit in Bergwerken" fort unb nahm den Artikel 1 an, nach bem bie Arbeitsbauer bet Bergleute «ht Stunden nicht überschreiten darf, gerechnet von dem Zeitpunkt der Nn- fahrt der letzten Arbeiter bis zur Ankunft der ersten Ausfahrenden. Für Aufseher, Geometer, Maschinisten, Pserdeknechte und Heizer wird die Arbeitszeit aus neun Stunden festgesetzt. Auch Artikel 4 wurde ange­nommen.

was sie brauchen, der Herr im Schlaf gibt und um das andere iorgen ffe nicht. Statt über oben Rechenexempeln zu brüten, ging er Schlittschuh» laufen nnb wenn er aus berStraflektion" Blümchens kam, stärkte er sich in dem verschwiegenen Hinterstübchen ber Konditorei mit einem heimlichen Schoppen, und das Bewußtsein, bem armen Blümchen soeben eine Stunde bet Qual bereitet zu haben, störte ihm keineswegs den Genuß. _

Was dieser Rüpel, dieserWindhund", bem Professor für Sorgen bereitete! Zwar Blümchen hatte, seitdem et Lehrer in der Prima unb Eraminator war, überhaupt kein ruhiges und vergnügtes Osterfest mehr verlebt, er litt getreulich mit seinen Schülern bie Qualen des Abi- turiums. aber so gründlich wie in diesem Jahre durch die Schuld diese, Windhundes wat es ihm doch noch nicht verleidet gewesen. Es war für einen gewiffenhasten Lehrer unmöglich, ihm auch nur ein^Genügend im Reifeeramen zuzuerkennen unb gegen einUngenügend protestiert« das törichte Herz energisch und meinte blutige Tränen. Und je naher ber gefürchtete Termin herankam, desto verzweiselter wurden seine Be­mühungen,' noch in letzter Stunde an demCharatter" des jungen Man- nes zu beffern. was zwölfjährige Erziehung in ber Schule bis dahin nicht vermocht hatte.

Ich habe Sie gestern abend noch um neun Uhr auf der Straße ge- sehen was haben Sie so spät noch draußen zu tun? über ihren I Büchern sollen Sie sitzen!" Sie sehen ja wieder aus. wie e,ne schlecht getünchte Kalkwand. Werneck! wieder Zigaretten geraucht Fenster, Promenaden gemacht gebummelt, was? Ich werde Ste dem Di­rektor denunzieren, der wird Ihnen die Lust zu Allotria austreiben! Wunderschöne Kurven können Sie auf dem Eise fahren und hier langfl nicht einmal zur Definition einer geraden Linie sollen wir Ihne« vielleicht auch die jungen Damen zur Assistenz Hebeiholen? Was das, Werneck? ein Quadrat? ih wo? Ihr Schädel ist's!" N schimpfte er auf ihn ein und steigerte sich dabei bis zu einem Paroxisnuu der Wut. in dem der kleine dicke Herr mit aufgeblasenen Backen fuchs­teufelswild, wie eine wahnsinnig gewordene Padde, in der Klaff» uimhe» hüpfte, daß schließlich selbst den dreibastigsten unter d-n S-lätte» et« I heilsamer Schreck in di« Glieder fuhr. *

(Schluß folgt.)

Herr Adickes geht.

Schon vor einiger Zeit tauchte in der Presse das Gerücht auf, Herr Adickes wolle von feinem Posten als Oberbürgermeister der ßtadt Franffurt scheiden. Die Nachricht begegnete starkem Zwei­fel, namentlich, so lange die Frage der Frankfurter Universität noch ungeklärt schien. Jetzt bewahrheitet ste sich indessen doch. Der Oberbürgermeister hat bei bem Frankfurter Magistrat um seine Entlassung gebeten, und zwar in folgendem Schreiben:

Aus meinem wiederholten Unwohlsein der letzten Jahre ist mir immer stärker und dringender die Ueberzeugung erwachsen, haß mein Gesundheitszustand mir nicht mehr gestattet, mein Amt mit derjenigen Frische, Energie und Initiative zu führen und nach außen zu vertreten, die ich für erforderlich halte. Meine Absicht, int Vorjahre nach Vollendung meines 65. Lebensjahres aus dem Amte zu scheiden, glaubte ich mit Rücksicht auf die schwe­benden Universitätsverhandlungen nicht ausführen zu dürfen. Diese Verhandlungen sind jetzt soweit gediehen, daß sie in Bälde zum Abschluß gebracht werden können, die Zeit meines Scheidens ist daher gekommen. Die nach Genehmigung der Universität für ihre Begründung erforderlichen Arbeiten liegen der Akademie ob, und ich bin bereit, sie im alten Umfang weiter zu führen, so lange ich dazu in der Lage bin/ Indem ich daher meine Pensionierung mit dem mir zustehenden Ruhegehalt zu einem noch zu verein­barenden Zeitpunkt und die Erwirkung der Allerhöchsten Ent­lassung aus meinem Amt hiermit beantrage, bedarf es keiner Ver­sicherung, wie schwer mir die Trennung von meinem über 21 Jahre verwalteten Amt und von meinen Mitarbeitern wird, und wie alle meine Gedanken auch ferner an dieser mir so Heb unb heimisch gewordenen Stadt hängen."

Nach einer Meldung derFranks. Ztg." soll er die Leitung einer Berliner Großbank übernehmen. Uns scheint es viel wahr­scheinlicher, daß Herr Adickes gerade jetzt von seiner Stellung zurücktriti, weil für den Posten des Kurators der neuen Univer­sität in ihm sehr bald ein geeigneter Mann gefunden werden könnte. Die Frankfurter Blätter beschäftigen sich eingehend mit der Persönlichkeit des Herrn Adickes und seiner Wirksamkeit für Frankfurt und betonen dabei, daß vom Beginn seiner Wirksamkeit das Ziel der Begründung einer Universität ihm stets vörgeschwebt habe. Das habe er mit Beharrlichkeit verfolgt und nun ja auch erreicht. Herr Adickes ist bekanntlich auch Ehrendoktor unserer Universität, die er dagegen so schwer geschädigt hat, wie kaum ein

folgende Notiz Aufklärung:

Paris, 29. März. Der Senat fetzte heute bie Beratung bes Flottenproaramms fort. Monis erklärte, bas Flottenprogramm müsse den Bedürfnissen ber nationalen Verteidigung entsprechen: das vorliegende Programm aber entspräche keiner genauen Be­stimmung. Bündnisse dürften das Land nickt hindern, alle zu seinem Sckutz notwendigen Maßnabmen zu treffen. Monis wrack-

Zu diesen letzteren gehörte für ihn auch Wolter Werneck. einer van ben Primanerrüpeln, bie zu Ostern ins Abiturium ^mgen sollten Er war glänzend begabt für alles andere, nur nickt für Mathematik die hörte für ihn schon mit dem großqn Einmaleins aut Esn solcher Mensch bejah für Professor Blume nicht einmal die moralische Reise für Quinta und dabei saß er mit einer ganz unverschämten Sicherheit in der Prima und die Kollegen des Professors priesen ihn als einen ihrer besten Schüler und ganz famosen Menschen.

Er hat keinen Charakter, backte ber Professor, ober nur mit bem Verstände, denn da war schon wieder das nichtsnutzige Ding in Einern Innern und rebellierte dagegen, weil es sich, ihm zum Trotz, just den Windhund Werneck zum Liebling erkoren hatte.

Zwischen diesen Widersprüchen mußte natürlich vermittelt werden und bas geschah, inbem Blümchen sich selber überzeugte, dieser junge Mann müßte, entsprechend seinen moralischen Qualitäten, auch ganz her­vorragende mathematische besitzen, er fei nur sündhaft faul und zeige sie nicht, um der Mühe ihrer Ausbildung enthoben zu sein.

Und dieser Ueberzeugung gemäß behandelte er den unglücklichen Werneck. Es war einfach feine Pflicht, das Gute, was in dem jungen Menschen steckte, und sei es mit Gewalt, herauszuholen.

Sie sind zu dumm, das einnfachste rechtwintelige Dreieck auszu- rechnen, oder gar eine Kubikwurzel auszuziehen und haben die Pinten- sion, die Reifeprüfung ablegen zu wollen? Ich prophezeie Ihnen, daß Sie mit Pauken und Trommelschlag durchfallen werden!" Das mußte der junge Mann in allen Variationen in jeder MathSmaiikstunde Horen und gewöhnlich folgte dann darauf ein:Sic werden sich bann und wann zur Straflektion bei mir einfinden, und da werden wir einmal versucken. ob sich das unbekannte T nicht doch noch vielleicht ans Licht des Tages bei Ihnen ziehen läßt." £ ,

Er macht mich tot! stöhnte der Unselige,je mehr er auf mich ein» paukt, desto dümmer werde ick! manchmal weiß ich zuletzt nicht mehr, wie viel 2 X 2 ist. Das Schlimmste ist. daß et mir meine Dummheit nicht glaubt und sie nur für Verstocktheit hält. Paßt auf, Blümchen Wunder hold läßt mich wirklich im Examen raffeln.

Aber diese geheime Befürchtung hinderte ihn nicht, sein sorglos hei­teres Gesicht auch weiter zur Schau zu Hagen unb sein behagliches Leben 1 weiter ju leben. Et gehört« zu ben begnadeten Menschen, benen da».