mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .Mndwirtschaftliche Beilage".
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Tie „Oberhesiische Zeitung" erscheint täglich mit Luknahme der Senn» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 dC lohne Bestellgeld), der unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Marit 21) 2.00 «H frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Sonnabend. 30. März
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47. Jahrg.
1912.
Das alte Lied.
Kaum ist bekannt geworden, welche Mittel die Reichsregierung zur Stärkung unserer Heeres- und Flottenmacht beansprucht, und schon melden sich aus radikaler Seite di« Molochschreier mit ihren Schimpfereien und Verdächtigungen über den notwendigen Heeresauf- wand. Wenn aber auch schon ungezählte Male auf die von dieser Seite Tag für Tag verbreiteten Unwahrheiten hingewiesen worden ist, wenn immer wieder und wieder die Bedeutung unserer Rüstungsausgaben als Friedensbürgschaft und Versicherungssumme klargelegt worden ist, ohne daß die Herren ihr agitatorisch zwar wirksames, wenn auch antinationales Verhalten geändert hätten, so dürfen die nationalen Elemente unserer Bevölkerung sich ebenfalls nicht verdrießen lasten, der Lüge ohne Unterlaß die Wahrheit immer von neuem gegenüberzustellen. Sind denn die Ausgaben des deutschen Volkes für Heer und Marine wirklich unerschwinglich? Von der 1% Milliarde entfallen auf den Kopf der Bevölkerung 19,50 Ji, demgegenüber der republikanische Franzose 24 und der Engländer sogar 29 M durch Steuern aufzubringen hat. Wenn die Gegner des Militarismus behaupten, daß zwischen 40—50 v. H. der Gesamtausgaben des Reiches für Heer und Marine ausgegeben würden und daß für olle übrigen Aufgaben des Reiches, besonders für Bildungszwecke, so gut wie nichts geschähe, so liegt in dieser Behauptung zunächst ein« grobeTäuschung insofern, als die Förderung der Vildungsausgaben nicht Sache des Reiches, sondern lediglich Aufgabe der Einzelstaaten resp. der Kommunen ist. Stellt man aber die Gesamteinnahmen und Ausgaben im Reich und in den Einzelstaaten in Rechnung, dann ergeben sich nach Braumann (Nutzen des Heerwesens) Ausgaben für äußere Angelegenheiten 2,5 v. H., Justiz 5,0 v. H., Finanzverwaltung 18 v. H., innere Verwaltung und Kultus 55 v. H., Heer und Marin« 19,5 v H. Die „Heercslasten" betragen also nicht ein Fünftel der Gesamteinnahmen Deutschlands. Seit 1871 hat sich der Bedarf für Heer und Marine vermehrt um das 49Lfache, für Auswärtiges Amt um das 4l4fache, für Reichsjustizverwaltung um das llfache, für Reichsamt des Innern um das 197fache Die hier angegebenen Ausgabeposten sprechen ein« viel zu beredte Sprache, als daß ernste Männer den Vorwurf einer Vernachlässigung der Bildungsaufgaben in Deutschland aufrechterhalten könnten. Ader auch hier sollen Zahlen noch den Beweis bekräftigen. Für Schulen wurden verausgabt: In Europa rund 1700 Millionen. Davon in Deutschland mit rund^530 Millionen % des europäischen Gesamtaufwandes; in Großbritannien %, in Frankreich V, und in Rußland 7». Einen weiteren Beleg bildet auch die Zahl der Analphabeten in den einzelnen Ländern. Solcher Bildnugslosen gab es unter der ausgehobenen Mannschaft 1910 in Deutschland 0,02 v. H., in Schweden 0,1 v. H., in Dänemark 0,2 v. H., in Großbritannien 1 v. H„ in den Niederlanden 2,1 v. H., in Frankreich 4 v. H., in Belgien 10,2 v. H., in Rußland 61 v. H. Also selbst die kleinen Staaten mit geringen Heeresaufwendungen weisen ein niedrigeres Bildungsniveau ihrer Bevölkerung auf als Deutschland. General- feldmarschall v. Moltke hat daher das treffend« Wort sprechen können: „Keine Nation hat bis jetzt in ihrer Gesamtheit eine Erziehung genossen wie di« unserige durch die allgemeine Wehrpflicht. Wir können daher die Armee schon im Innern nicht entbehren für die Erziehung der Nation."
Was für das stehend« H««r in seiner allgemeinen Bedeutung gilt, gilt selbstverständlich auch für unsere Flotte. Wir sind um die Jahrhundertwende von der Küftenflottenpolitik zur Hochseeflottenpolitik über- gegangen. Deutschland hat sich in den letzten 15 Jahren einen Platz unter den handelsmächtigen Völkern der Erde erworben. Die deutschen Industrieprodukte gehen bis in die fernsten Teile der Erde, und von dort her erhalten wir wiederum Rohstoffe und Nahrungsmittel. So ist eine innige Verknüpfung zwischen Deutschland und den verschiedenen Ländern und Gegenden ter Welt eingetreten. Unsere Lebensinteresten liegen nicht mehr innerhalb ter Grenzpfähle unseres Reiches, sondern sie liegen zu einem Teil auch außerhalb derselben. Unser Handel ist für das Gedeihen unserer Ration von ausschlaggebender Bedeutung geworden. Unsere Schiffe, die, beladen mit den Produkten deutschen Ecwerbefleißes, draußen jjuf tem Ozean schwimmen, die ein unentbehrlicher Apparat unseres ganzen Wirtschaftslebens geworden sind, sie wollen auch geschützt sein, und deswegen war es notwendig, daß wir in der Flottenpolttik mehr Ausgaben machen mußten.
Die Notwendigkeit und die hohe Bedeutung unseres Rüstungswesens wird denn auch von der denkenden Sozialdemokratie anerkannt. So schrieb Calwer in den „Sozialistischen Monatsheften" November 1905 (also zu einer Zeit, wo er noch ein« Rolle in ter Partei spielte): „Heute, wo Deutschland wirtschaftlich England und den Vereinigten Staaten ebenbürtig Mt Seite steht und nicht umhin kann, zu allen Fragen ter Weltpolitik im Intereste seiner Industrie Stellung zu nehmen,. da kann man . . . dem eigenen Land« nicht zumuten, eine Ausnahmestellung einzunehmen. di« recht verhängnisvoll werden könnte. So wie die realen Verhälnisse heute liegen, hängt das Ansehen tes Staates im Ausland« von seiner Schlagfertigkeit zu Wüster und zu Land« ab."
Auch die Rüstungsausgaben dienen also dem Schutz und damit der indirekten Förderung der Kultur.
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Der Berqarbesterstreik.
Prag, 28. März. Aus dem nordwestböhmischen Vraun- kohlenbecken, sowie dem Falkenau- und Elbogenrevier eingetroffenen Meldungen zufolge ist im allgemeinen eine geringe Vesse- rung der Lage zu verzeichnen. Unbedeutend nahm die Zahl der Streikenden in den Bezirken Aussig und Komotau zu. Eine Abnahme hat sich ergeben in Brüx und Dux, unverändert ist sie in Karlsbad, normal in Kladno und im Schlaner Kohlenrevier. Die Bemühungen der Unionisten, den Streik allgemein zu gestalten, find gescheitert. Der Verein für die bergbaulichen Interessen Nordwestböhmens richtet an alle Vezirkshauptmannschaften des Vraunkohlenbeckens eine Eingabe, in der um ausgiebigen Schutz der Arbeitswilligen ersucht wird. Im Teplitzer Bezirk ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Von der Frühschicht find von 1405 Mann nur 381 erschienen.
Paris, 28. März. Die Kammer beriet den Gesetzentwurf, sturch den di? Arbeitszeit in den Bergwerken auf 8 Stunden be
grenzt wird. Die Abgeordneten Perrier, Easly, Bouveri und La- mendin erklärten, das Gesetz sei für die Bergleute notwendig und könne der Produktion nicht schaden; es bedeute nicht den Ruin der Gesellschaften.
London, 28. Mär?,. Premierminister Asquith wohnte einer Versammlung liberaler Parlamentarier aus den Kohlendistrikten bei und erklärte: Die Annahme der Bill über das Lohnminimum schuf eine andere Situation. Seit die Regierung ein« griff, wurde dem Prinzip des Lohnminimums von einem erheblichen Teil der Kohlengrubenbesitzer zugestimmt. Menn es das Parlament ablehnte, in die Bill bestimmte Zahlen aufzunehmen, so müsse dies nicht so ausgelegt werden, als ob ein Teil des Parlaments der Meinung sei, daß die geforderten Zahlen unbillig sind. Den Distriktsämtern sollte vertrauensvoll die Festsetzung der Raten für die Distrikte überlassen werden.
Politische Umschau.
Zu den BorgLngen in der nationalliberalen Partei.
Gegenüber den Bestrebungen der parteioffiziösen „Rational- liberalen Korrespondenz", die Streitigkeiten in der nationalliberalen Partei als politisch bedeutungslos hinzustellen, ist folgende Aeußerung des Herrn Bassermann bekanntlich sehr nahestehenden „Mannheimer Generalanzeigers" besonders interessant: „Es ist dem rechten Flügel nun doch gelungen, die nationalliberale Partei in eine schwere innere Krisis hineinzutreiben; er hat einen schlimmen Sieg davongetragen und übernimmt eine Verantwortung, deren Wucht er selbst noch schwer und drückend genug empfinden wird .... Genau in dem Augenblick, wo die ganze Lage nach einer starken nationalliberalen Partei förmlich ruft, schwächt der rechte Flügel sie aufs empfindlichste, mit einer Frivolität und Grundlosigkeit, die ihresgleichen sucht. Die Vorwürfe, die gegen Bassermann erhoben werden, sind genau so grundlos wie gegen die nationalliberale Jugend. Die Vorwürfe, die der rechte Flügel gegen die Leitung und die Jungliberalen erhebt, sind genau dieselben vergifteten Waffen, mit denen die ertrem-agrarische und die Zentrumspresse die nationalliberale Partei zu sprengen versucht. Mit diesen Waffen kämpfen Nationalliberale gegen ihre Parteileitung!"
Zu der Stellung des Zungliberalismus
wird der nationalliberalen „Braunschweigischen Landeszeitung" von einem Parlamentarier geschrieben: „Die nationalliberale Jugendorganisation ist die einseitige Sonderorganisation des linken „Parteiflügels", während die „Mitte" und der „rechte Flügel" sich disziplinierter einer solchen besonderen Vertretung mit besonderen Rechten bisher enthielten. Die also „tolerierte" nationalliberale „Jugend" hat zuletzt das innerhalb desselben Parteiorganismus noch erträgliche Maß überschritten, indem sie vor der zweiten Präsidentenwahl der Parteileitung in höchst bestimmter Form vorschrieb, dies und das habe die Reichstagsfraktion zu tun! Wir wollen auf jene tiefbedauerliche Entgleisung der Reichstagsfraktion nicht zurückkommen; zumal diese Fraktion sich bei der zweiten Abstimmung selbst korrigiert und desavouiert hat. Wäre die Reichstagsfraktion der unberufenen „Mahnung" des Jungliberalismus gefolgt, so hätte sie zum zweiten Male für einen roten Präsidenten oder Vizepräsidenten sich einsetzen müssen, was sie selbst als bedauerliche Entgleisung vor dem ganzen Lande preisgegeben hat. Damit war, sozusagen, das Maß der „jungliberalen", richtiger: linksnationalliberalen Präponderanz voll! Der Zentralvorstand ist zu dem Entschlüsse gekommen, den die Partei ihren jugendlichen, aber über die Jugend hinaus anmaßlichen Elementen längst hätte zurusen müssen: ordnet euch ein in den Gesamtkörpe^ der Partei — oder geht dorthin, wohin eure Gesinnung euch ziebt! Wenn mir uns selbst nichts vormachen wollen, so dürfen wir auch die hochpolitische Bedeutung des Vorganges nicht leugnen! Wenn der innerhalb 6 Worben zu berufende „Allgemeine Vertretertag" der Aufforderung des nationalliberalen Zentralvorstandes nickt nackkommen sollte, dann wäre der mittelparteiliche. ja durchaus auch der nationale Charakter des Ratio- nalliberalismns in Frage gestellt."
D-rMÄes Reick.
— Der Kaiser auf Korfu. Korfu, 28. März. Zur gestrigen Abendtafel an Bord der „Hohenzollern" waren u. a. geladen: Der deutsche Gesandte in Athen Frhr. v. Wangenheim, Konsul Spen- gelin und Professor Doerpfeld. Der Kaiser, Prinz und Prinzessin August Wilhelm und die Prinzessin Viktoria Luise mit Gefolge gingen am Vormittag von Bord und begaben sich in das Museum, wo unter der Führung Doerpfelds Altertumsfunde, welche auf der Insel ausnegraben wurden, besichtigt wurden. Von dem Museum begaben sich der Kaiser und die anderen Herrschaften in Automobilen gack dem Ackilleion, wo Wobnung genommen wurde.
— Stellung der Heeresvermaltuna zur Ausbildung der Erfatz- refero«. Heber die Stellung der Heeresverwaltung zur Wiedereinführung der Ausbildung der Ersabreferve, die von vielen Seiten gefordert und von anderen Seiten als bevorstehend an- gckLndigt wird, wird mitgeteilt: Die preußische Heeresverwaltung beabsichtigt nicht die Ausbildung der Ersatzreserve in dem S'.nne der Forderungen wiedereinzuführen. Sie schätzt eine Erhöhung des Friedensstandes, wie sie demnächst durch die Aufstellung der neuen Armeekorps durchgefübrt wird, mehr als die größere Zahl mangelhaft ausgebildeter Milizsoldaten, die ihre Ausbildung nur in gelegentlichen Wochenübungen statt in voller, hinterrinandkr zu absolvierender zweijähriger Dienstzeit erhalten.
Vollwertige Ausbildung und Stärkung der akttven Armee ist bet Heeresverwaltung wichtiger als eine der großen Zahlen wegen zunächst bestechende Vermehrung der Ersatzformationen.
— Ein verständiger Sozialdemokrat. Zn der neuesten Nu» mer der „Sozialistischen Monatshefte" schreibt Genosse Leuthn« über die Französische Volksstimmung: „Wir sehen Frankreich jetzt in so kriegslustiger Stimmung, wie seit den Tagen Boulanger» nicht mehr. In dieser Beobachtung stimmen alle überein, die da» Land in den letzten Monaten besucht haben. Die Franzosen find militarisiert bis zum Tollpunkt. Jeder Gymnasiast sammelt für Flugapparate, die Kammer bewilligt, was man ihr gar nicht ad« verlangt, das llebungsfeld von Vincennes wird zum Schauplatz unerhörter Kundgebungen. Das „Vive l'Armee!" tritt den Franzosen aus allen Poren, und Millerand gewinnt die Herzen der. Patrioten um den wohlfeilen Preis des Zapfenstreichs. Ueberall tritt uns ein lautes Ueberlegenheitsgefühl entgegen. Man weiß sich militärisch stärker, ob mit Recht oder nicht; doch so gilt es nun einmal in der allgemeinen Ueberzeugung." — Sehr schön! Hoffentlich erinnern sich die Sozialdemokraten im Reichstage bei bet Besprechung der Wehrvorlagen dieser Ausführungen ihres — österreichischen Genossen.
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Ausland.
** Der Krieg um Tripolis. Rom, 28. Marz. („Agenzia Sie« fani.") Die über einen neuen türkischen Sieg bei Benghafi au» türkischer Quelle verbreiteten Nachrichten, die in den letzten logen in Europa, besonders England, und sogar in Amerika von den „Central News" in Umlauf gesetzt worden find, entbehren rote gewöhnlich jeder Begründung. Dies dürfte zur Genüge die Tatsache beweisen, daß diese Nachricht den „Central News" aus Selb bat zuging, an der tripolitanischen Grenze, 2000 Kilometer von Benghasi entfernt. Die letzte Meldung aus Benghafi, die die Regierung erhielt, trägt das gestrige Datum und erwähnte nicht» neues. Die früheren Nachrichten bestätigen außerdem, daß die arabisch-türkischen Streikräfte, die bisher in der Umgebung von Benghasi lagen, demoralisiert sind und sich in das Innere de» Landes zurückgezogen haben.
** Die Kretafrage. Konstantinopel, 28. März. „Jeni Ga- zetta" erfährt, daß infolge der seit der letzten Phase der Kretafrage mit England gepflogenen Unterhandlungen England die kategorische Versicherung abgab, daß, wenn in Kreta der geringste Angriff auf die Mohammedaner erfolge, die Insel sofort mtlb tärisch besetzt werde. Der Statusquo und die Souveränitätsrechte der Türkei würden gewahrt werden. Die Entsendung der kretischen Deputierten nach Athen wird nicht zugelassen. Rußland und Frankreich seien eines Sinnes mit England. Auf diese Weise gelange die Kretafrage dank der diplomatischen Erfolge der Türkei ja in das endgültige Stadium, das mit den Interessen der Türkei vereinbar sei.
*♦ Spanien «nd Frankreich. Madrid, 28. März. Das offiziöse „Diario Universal" schreibt: Nach Meldungen der Pariser und der Madrider Presse wären die Verhandlungen zwischen Frankreich und Spanien an einem Punkte angekommen, wo die fachmännischen Gründe erschöpft seien und nur wenig Hoffnung auf eine Verständigung bestehe, doch könne man daraus nicht den Schluß ziehen, daß man einem Abbruch der Verhandlungen ent« aegengebe; es gebe eben noch andere Erwägungen, die mit Rücksicht auf den guten Willen der beiden Regierungen schließlich doch zu einer Verständigung kühren könnten.
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalarttkel ist gemäß 8 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe „OberheÜ Ztg." gestattet )
Marburg, 29. März.
* Kgl. Gymnasium Philipptnum. Der Bericht des Kgl. Gymnasiums Philippinum über das abgelaufene Schuljahr liegt jetzt vor. Aus dem Inhalt find zu erwähnen: Nachträge und Berichtigungen der Abiturienten im Jahresbericht 1911. Von Professor Friedrich Engelhardt. Der Kanon der altsprachlichen Lektüre am preußischen Gymnasium. Schulnachrichten. Beides von Dr. Friedrich Aly, Kgl. Eymnasialdirektor. Die Gesamtzahl bet Schüler betrug am Anfang des Sommerhalbjahres 249 und am 1. Februar 1912 243. Von den letzteren waren 210 evangelischer, 15 katholischer und 18 jüdischer Religion; der Heimat nach stammten 236 aus Preußen, 6 waren nichtpreußische Staatsangehörige und Ausländer. Das neue Schuljahr beginnt am 16. April.
* Gewerbliche Fortbildungsschule. Gestern abend fand in der Südschule die Entlassung derjenigen Schüler statt, die am Schluß der vorgeschriebenen dreijährigen Schulzeit standen. Als Vertreter der städtischen Behörden war Herr Bäckermeister P. Runkel erschienen. In ernster Ansprache ermahnte der Schulleiter, Herr Hauptlebrer Ackler, die jungen Leute zu eifrigem Weiterftreben und zu treuer Pflichterfüllung gegen Kaiser und Reich. Daran schloß sich der Gesang des Liedes „Deutschland, Deutschland über Alles". Für andauernden Fleiß und gute Führung erhielten von den 107 abgehenden Schülern die folgenden 21 durchweg wertvolle Buchprämien: die Schlosserlehrlinge I. Vodenbender, H. Dörr, M. Rüdiger, der Elektrotechniker K. Nahenbrock, der Schmiedelehrling Ch, Dörfler, die Schreinerlehrlinge E. Skirl, W. Deutsch, CH. Fackiner, K. Graf, PH. Höhl, I. Willershausen, K. Haferkorn, Fr. Richter, der Wagnerlehrling O. Damm, die Metzgerlehrlinge O. Weinberg und M. Lehmann, der Bäckerlehrling W. Weitzenbach, die Schneiderlehrlinge I. Seip und K. Weiß, der Eärtnerlehrling H. Schäffer unb bet Friseurlehrling K. Hardt. Zum Auswei»