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J£73

1912

Der An^z e i g en p c ei 5 betrügt für die 7 gespaltene Zeile oder deren " ' - - - Anzeigen 20 4, für Reklamen

Marburg

Mittwoch, 27. März

für die Gegenwart hervorhob, wurden in der Diskussion die schärfsten Vorwürfe gegen die Fraktion und ihr Verhalten bei der Präsidentenwahl laut, und viele Stimmen sahen auch in dem Ver» halten bei der zweiten Präsidentenwahl kein Wiedergutmachen des früher begangenen Fehlers." Weiter berichtet das Blatt, daß der oben angeführte Antrag auf Statutenänderung mit 63 gegen 43 Stimmen angenommen worden sei, obwohl ihn Bassermann aufs heftigste bekämpfte.

Heber die Annahme des Antrages schreibt dieKöln. Ztg.": Wenn über die Tendenz der am Sonntag vorgenommenen Wah­len noch irgendein Zweifel bestehen könnte, so müßte er durch die Annahme des Antrages beseitigt werden, der dem nächsten Ver­tretertage einen Entwurf zu einer Statutenänderung vorlegen will, wonach nur solche Vereine der Parteiorganisation angeschlos­sen werden können, die ihrerseits den Landesverbänden ange­schloffen sind und nicht einen besonders organisierten Gesamt» verband mit eigener Spitze bilden. Dieser Antrag, der die Zu­stimmung der gestrigen Mehrheit gefunden hat, richtet sich ganz offenbar gegen die Jungliberalen, deren besondere Organisation innerhalb der Partei man nicht mehr dulden will. Entweder dies scheint die Ansicht der Mehrheit zu sein, sollen die Jung­liberalen auf ihre Organisation verzichten, oder sie sollen aus der Partei hinausgewiesen werden."

Es ist erfreulich, daß sich in der nationalliberalen Partei die Kreise wieder mehr Geltung verschaffen, die die nationalen Prin­zipien von jeher aufs schärfste betonten. Wenn jetzt Elemente, die die Partei immer weiter nach links zu führen suchten, in ihrem Einflüsse beschränkt werden sollen, so wird dies nur zu einer Festigung der Organisation führen und eine ruhigere, stetigere und damit erfolgreichere Politik nach sich ziehen. Eine starke und gefestigte nationalliberale Partei ist aber, wie wir stets betonten, eine nationale Notwendigkeit. Der Anschluß nach rechts darf für die Nationalliberalen nicht verloren gehen, wenn sie nicht in Sack­gaffen geraten wollen, wie sie die Präsidentenwahl im Reichstage zeigt«. Kürzlich haben rechtsstehende Blätter eine Reihe von Na­men von Abgeordneten veröffentlicht, die angeblich für Bebel und Scheidemann als Präsident gestimmt hätten. In der national­liberalen Preffe ist man darüber sehr wenig erfreut gewesen. An sich ist das ja auch gleichgültig. Namen hin, Namen her. Wir werden aber in der Annahme nicht fehlgehen, daß gerade die Stimmabgabe nationalliberaler Volksvertreter für Herrn Bebel oder Herrn Scheidemann manchem Angehörigen des Zentralvor­standes die Augen darüber geöffnet hat, wohin die Reise geht und die Beschlüffe herbeigeführt hat, die mindestens ein Halt auf dem Hinabgleiten nach links, wenn nicht gar eine Rechtsschwenkung bedeuten.

Die Mona^cnbeaeanuna in "enebtn.

Venedig, 25. März. Der König von Italien ist 8y2 Uhr vormittags hier eingetroffen. Er kam um 10y2 Uhr an Bord der Hohenzollern". Der Kaiser in Marineuniform empfing ihn am Fallreep. Die Monarchen küßten sich wiederholt und begrüßten sich mit herzlichem Händeschütteln. Der König begrüßte dann die beiden Prinzessinnen und den Prinzen August Wilhelm usw. und schritt dann mit dem Kaiser die Ehrenwache ab. Der Kaiser und der König verweilten hierauf im Gespräch an Deck derHohen­zollern" gegen iy2 Stunden. Zeitweilig wurde Botschafter von Jagow hinjugezogen. Gegen 12 Uhr verließ der König die "Hohenzollern" unter Salut. Gleich darauf begaben sich der Kai­ser, der Prinz und die Prinzessinnen zum königlichen Palast, wo FrLMickstafel stattfand, zu der auch die Spitzen der Behörden ge­laden waren. _ , m

Venedig, 25. März. Während des Galofrübstücks inr-Pa­lazzo Reale war der Marknsvlatz der Schauplatz ergreifender Szenen. Die Schulkinder marschierten auf, mit Trikolorefchärpen geschmückt und Fähnchen mit der Inschrift tragend:Tripoli Jta-

Ich mein«, jener Diebstahl an ihr wäre genug für den Anfang gewesen . .

SBas weißt du davon?! Hast du schon etwas von all dem Süßen und Berauschenden, was es in der Welt gibt, geschmeckt . . sie soll nicht um meinetwillen sterben--vielleicht ist es noch Zeit. Wenn ihr Vater

sie findet, gibt es ein Unglück . ."

Ein größeres kann nicht mehr geschehen. Laß das olles jetzt nur. Für dich kommt die Zeit der Sühne. Was Onkel Adalbert über dich ver­hängt, daß wirst du tun . ."

Darauf freust du dich vergebens. Ich kaffe mich nicht mebr knechten."

Ein heftiger Hullen erschüttert« seine schmo'en Schultern. Das langgehaltene, rötlichbraune Haar fiel tief über feine Stirn. Jetzt, wo in den Gesichtern der Geschwister der nämliche Ausdruck einer trotzigen Entschlossenheit lag, wuchs die Aehnlichteit zur völligen Gleichheit des Aussehens.

Noch einmal versuchte er es, sie zu überred««.

,Zch bin schlecht und leichtsinnig gewesen . . ja, ja. es stimmt schon alles, wie du es sagst. Und ich will ja auch büßen! Ich will für sie ar­beiten und sorgen . ."

Und über den ersten Stein stolpern und sie noch elender machen, als sie es jetzt schon sein mag," vollendete Mart« ganz ruhig.

Mädchen, mache mich nicht zum Tier."

Bist du das nicht schon längst? Ich denke doch! Bisher habe ich immer noch gemeint, du seist ein armes, verführtes Opfer und habe dem, der dich auf dem Gewissen hat, oeflucht. Dies hier aber hast du aus dir selbst getan . . Dazu konnte und durfte dich niemand bringen und darum wirst du tragen, was folgt. ."

In seinen Augen blitzte der Haß. Auf den mageren Händen spannten sich die Adern an.

Ein letzte» Mal-- willst btt öffnen?"

Krisis in der Nalionattiberalen Partei.

Am Sonntag hat eine konstituierende Sitzung des Zentral­vorstandes der nationalliberalen Partei in Berlin stattgefunden. An der Spitze der Tagesordnung stand die Vorstandswahl. Es wurden dabei die bisherigen Vorsitzenden Bassermann, Friedberg und Vogel, der Präsident der sächsischen Zweiten Kammer, wieder- gewählt. Die Neuwahl des geschäftsführenden Ausschusses hatte folgendes Ergebnis: Abg. Bartling, Beck-Heidelberg, Dr. Blan­kenhorn, Hausmann, Dr. Krause, Dr. Paasche, Dr. Röchling, Schiffer-Magdeburg, Schwabach, Dr. Semler, Prinz Schönaich- Tarolath, Generalsekretär Breithaupt und Dr. Weber-Löbau. Nicht wiedergewählt wurden Stresemann und der Führer der Fungliberalen Dr. Fischer. Der Wahl folgte ein Resümee Basser- manns über die politischen Ereignisse der letzten Zeit. An die Ausführungen Baffermanns knüpfte sich, wie die parteioffiziöse National!. Korr." berichtet, eine ausführliche Debatte, welche sich sowohl mit der letzten Vergangenheit der Partei, wie auch mit der Politik der Partei gegenüber den neuen Aufgaben beschäftigte. In erster Beziehung wurde bei aller Verschiedenheit der Auffas­sung in Einzelfragen festgestellt, daß die Partei ebensoweit von grundsätzlicher Abneigung gegen ein positives Zusammenarbeiten mit allen bürgerlichen Parteien entfernt sei, wie sie die Unter­stellung der Absicht, eine Eroßblockvolitik im Reiche treiben zu wollen, entschieden zurückweisen müsse. Bezüglich der neuen Auf­gaben war man einmütig der lleberzeugung, daß die national­liberale Partei ihren Traditionen gemäß alles aufbieten werde, um die Wehrvorlagen zur Verabschiedung zu bringen. Bei Punkt 3 der Tagesordnung wurde folgender Antrag angenommen: Dem nächsten Vertretertage den Entwurf einer Statutenände­rung vorzulegen, noch welchem nur solche speziellen Vereine der Parteiorganisation angeschlossen werden können, welche ihrerseits den Landesverbänden angeschloffen sind und nicht einen beson­deren organisierten Eesamtverband mit eigener Spitze bilden." Ferner wurde ein Antrag angenommen, innerhalb von 6 Wochen einen Vertretertag einzuberufen, der sich vornehmlich mit Satzungsfragen befassen soll. Die Festsetzung von Ort und Zeit dieses Vertretertages wurde dem geschäftsführenden Ausschuß überlassen."

Der Hergang der Tagung zeigte augenfällig, daß der Zwie­spalt der Meinungen, der sich in den letzten Wochen in der Partei zeigte, auch bis in den Zentralvorstand gedrungen ist. Besonders augenfällig kam er bei der Wahl Baffermanns zum Ausdruck. Die Köln. Ztg." schreibt dazu:Bei allen früheren Versammlungen hatte sich unbeschadet persönlicher Abweichungen als Schlußergeb­nis immer das eine herausgestellt, daß die Partei insofern einig war, als sie ihrem langjährigen Führer, dem Abg. Bassermann, durch einstimmige Wahl ihr Vertrauen aussprach. Das ist gestern nicht geschehen, und wenn auch Bassermann mit 78 Stimmen wie­der zum Vorsitzenden gewählt wurde, so zeigen doch die 30 weißen Zettel, daß es in der Partei eine Richtung gibt, die mit Herrn Bassermann nickt einverstanden ist. Ebenso zeigt die Tatsache, daß die Herren Stresemann und Fischer aus dem Zen­tralvorstand herausgewählt wurden, daß die Mehrheit der gestrigen Versammlung sich gegen den linken Flügel wendet, d. h. gegen eine Richtung, der der Führer der Partei, Bassermann, bis­her jedenfalls näher gestanden hat als denjenigen Elementen, die sich auf der äußersten rechten Seite der Partei befinden."

Noch schärfer charakterisiert das ,.B. T." die ganze Situation. Es schreibt über die Sitzung, die es eine empfindliche Niederlage für den linken Flügel der Partei nennt:Von rechtsnational­liberaler Seite find starke Bedenken gegen die Unabhängigkeit des Herrn Dr. Stresemann laut geworden, für den Fall, daß er den Eeschästsführerposten des Hansabundes übernehme. Obwohl Dr. Stresemann die Erklärung abgab, den Posten nicht annehmen zu wollen, fielen nur 39 von 112 abgegebenen Stimmen auf ibn. Obwohl Herr Bassermann zum Schluffe die nationalen Tradi­tionen der Partei und die daraus resultierenden Verpflichtringen

Nachdr. verboten.

Stärker als Du!

Roman von KäteLubowski.

(Fortsetzung.)

Da stürzte Henri Witt vor, packte ihre Handgelenk« und schüt- tetelte sie. ,

Bist du wahnsinnig geworden zuerst laß mich raus!

Er war ihr ganz fremd. Nur des vornehmen Mannes, der ihm fein Erbe anrertrauen wollte, und des stillschweigenden Bundes den sie beide miteinander geschlossen hatten, gedacht« sie. Sie sah aus ihn herab, wie «r sich jetzt auf die Knie warf, das Brecheisen unter die Tur schob, um sie mit Gewalt auszusprengen. Aber sie war aus gutem gesunden Eichenholz, das trotz des hohen Alters festhielt.

Da versuchte er ihr mit Gewalt den Schlssel zu entreißen.

Hab' ein Einsehen, Mart« . . da ist das verfluchte Geld ... tu es tn de« Kasten zurück . . schließ' ab . . verwahr' den Schlüssel wieder . . aber laß mich fort."

Sie stieß ihn zurück, daß er taumelte.

Es ist alles umsonst, du bleibst hier . ."

Ich werde dich würgen . . . totschlagqn, wenn du nicht Vernunft annimmst."

Sie blieb weiter ganz ruhig.

Meinetwegen! Denkst du vielleicht, ich ängstigte mich nach all diesem noch vor irgend etwas?"

Da keuchte er an ihrem Ohr:

Du--ich bin es nicht mehr allein! In der «einen Waldhütte

wartet di« Lotte auf mich . . wir möchten noch diese Nacht fort ... ver- stehst btt jetzt, warum ich das Geld haben wollte .

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und »Landwirtschaftliche Beilage".

TieObirl,elfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Lonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 6< (ohne Bestellgelds, bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei in- Haus. (Für unver­langt zugefandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

liana". Auf di« enthusiastischen Ovationen der Menge erschienen Kaiser Wilhelm und der König auf dem Schloßbalkon entblößten Hauptes, während Mufikkorps fortwährend abwechselnd die deutsche und die italienische Nationalhymne intonierten. Die Szene dauerte 40 Minuten.

Venedig, 25. März. Fürst von Fürstenberg ist heute mit­tag hier eingetroffen und hat auf derHohenzollern" Wohnung genommen. Heute nachmittag fuhren der Kaiser und der König und die Fürstlichkeiten auf Einladung des Königs nach der Insel Torcello, wo alte Baulichkeiten und die mit Mosaiken geschmückte alte Kirche besichtigt wurden. Die Rückfahrt erfolgte gegen Abend durch den Canale Grande. Abend sfand beim Kaiser an Bord der Hohenzollern" ein Diner statt.

Venedig, 25. März. Nach dem Diner wurde den Fürst­lichkeiten eine große Serenade gebracht. Ein gemischter Chor und ein Orchester waren aus einem großen schwimmenden, reich illu­minierten Prahm plaziert, der neben derHohenzollern" beilegte. Ein Männerchor sang die deutsche Hymne. Zahllose Boote um­ringten die Kaiserjacht, die Ufer mit den alten weltberühmten Bauwerken erstrahlten in prachtvollem Buntfeuer. Das Publikum brachte stürmische Ovationen dar. Um 10y2 Uhr verließ der König dieHohenzollern" nach herzlicher Verabschiedung von dem Kaiser und den Fürstlichkeiten. Um 11 Uhr reiste der König ab. Die Hohenzollern" geht morgen früh nach Brioni in See. Mittags erfolgt die Ankunft in Brioni, wo der Kaiser bekanntlich den Erz­herzog-Thronfolger Franz Ferdinand besucht. Noch am Nachmit­tag wird sodann die Fahrt nach Korfu angetreten, wo das Kaiser­schiff am Donnerstag den 28. eintrifft.

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Der Beraarbefterstreik.

Köln, 25. März. DieKöln. Ztg." schreibt: Bei den gestern im Nuhrrevier stattgehabten Bergarbeiterversammlungen der christlichen und freien Gewerkschaften find bei zahlreicher Be­teiligung der Bergleute Ausschreitungen nicht vorgekommen. In den freien Gewerkschaftsversammlungen wurde beschlossen, den energischen Kampf gegen die Zersplitterung in der Organisation aufzunehmen. Es wurde scharf protestiert gegen die schweren Be­strafungen, die gegen einzelne Streikende wegen der Ausschrei­tungen verhängt wurden. Am Landgericht Bochum find allein 400 Streiksachen anhängig gemacht. In den Versammlungen der christlichen Gewerkschaften wurde die Unterstellung der freien Ge­werkschaften, als feien Mitglieder der christlichen Organisation ihren Kameraden in den Rücken gefallen, energisch zurückgewiesen. Es sei eine Frivolität gewesen, mit 80 000 organisierten Arbeitern gegen 200 000 unorganisierte den Streik zu beginnen, nachdem die christlichen Gewerkschaften fick ablehnend verhalten haben. Dazu seien die Mittel zur erfolgreichen Durchführung des Streiks so un- zureichende gewesen, daß ste zur Unterstützung der Streikenden nur auf eine Woche gereicht hätten. Allein aus Mangel an Mitteln mußte der Streik in kurzer Zeit zusammenbrechen.

Brüssel, 25. März. Auf dem gestrigen Nationalkongretz der belgischen Bergarbeiter ist unzweifelhaft zum Ausdruck gekom­men, daß an einen Streik in Belgien nicht zu denken ist. Den Arbeitern werden auf den meisten Zechen bereits Lohnerhöhungen zugebilliqt und weitere von Anfang April an in Ausficht gestellt; doch werden sie ihre Bemühungen, eine 15prozentige Lohn­erhöhung zu erlangen, fortsetzen.

D e n a i n. 25. März. Die Delegierten der Bergarbeiter des Kohlenbeckens Anzin beschlossen gestern mit großer Mehrheit di« Wiederaufnahme der Arbeit am heutigen Vormittag.

London, 25. März. Die Entscheidung der heutigen Kon- ferenz zur Beilegung des Koblenstreiks wird mit großer Span­nung erwartet. DieTimes" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Führer der Zechen^esiüer von Südwales. Mr. Thomas, der bisber die Seele des Widerstandes gegen das Prinzip der Mini- mallöbne gewesen ist. Mr. Thomas erklärte es für die be^e-

Sie schüttelt« den Kovf und wich vor ihm zurück.

Da verlor «r den Rest der Beherrschung über sich. Er preßte ihre Schultern zusammen und versuchte den Schlüssel mit Gewalt an sich zu brinoen. Aber er hatte ihre jungen, ausgeruhten Kräfte zu gering einoelchätzt. Sie wahrte sich verzweifelt... Er batte kein« Empfin- düng mehr, daß sie seine Schwester sei. Er stürzt sich auf sie und schlen­derte ihren leichten Körper fort, daß ihr Kopf an di« Ecke eines Schrankes schlug. - .

Damit hatte aller Kampf und alles Wehren «in Ende!

Ganr still lag sie da.

Er batte ihr jetzt ohne Mühe den Schlüssel entreißen und die Frei­heit aewinnen können.

Vielleicht---daß er noch zur rechten Zeit gekommen war«.

Aber jetzt vermochte er es nicht! In furchtbarer Angst schlugen sein« Zähn« zusammen: er kroch zu ihr hin und richtet« ihr Haupt auf . .

Ein schmales Rinnlein Lebenssaft floß vor seinen Augen durch btt bräunlichen Haarflechten. ... e m n.

Und er vergaß das junge heiße Leben im tiefen Wald bte

scharfe Flint« des Rackers, di« seit Wochen über ihnen beiden lauert« .. vergaß, daß er morgen an den Pranger gestellt werd« und dazu die Er­kenntnis der letzten Tage, von der Schlechtigkeit dessen, den et solange als den Licht- und Freudespender seines Lebens angesehen hatte.

Vergaß dies alles um der Schwester willen, nannte sie mit den Kose­namen der Kinderzeit und streichelt« ihre blaffen, schmalen Hände. Und endlich schlug sie die Augen auf. Sttll und verträumt f°5 J* ihn an . . . die Blicke voller Liebe, bi« Gedanken noch fernab non bett Geschehnissen bei letzten dunkeln Stunde auf Kinderwegen springend.

Henri ... tut dir blos nicht weh . .

..........Da warf er sich mit beiden Armen über sie und brach | in ein Weinen aus. (Fortsetzung folgt.)

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