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1912

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Marburg

Dienstag, 26. März

DieLberheffifchr Zeitung" erscheint täglich mit LuSnatzme der Svnn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch

langt zugetandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

-x und den Beilagen-Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

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Erstes Blatt.

Tie Wehrvorlagen.

Die langerwartete Veröffentlichung des wesentlichen Inhalts der Wehrvorlagen ist nunmehr erfolgt, unmittelbar nachdem die Entwürfe dem Bundesrat zugegangen waren. Daß diese Ver­öffentlichung fast bis auf die Stunde hin mit der Abreise des Kai­sers zusammenfällt, hat insofern eine gewisse Bedeutung, als selbstverständlich der Monarch persönlich das lebhafteste Interest« an der endgültigen Gestaltung der Vorlagen hatte, sodah diese un­bedingt feststehen mutzten, ehe er daran dachte, die Erholungsreise anzutreten. Was den sachlichen Anteil des Kaisers an der For­mulierung der Heeres- und Flottenpläne anbelangt, so wird neuerdings mehrfach angedeutet, datz der Rücktritt des Reichs­schatzsekretärs, für den man vielfach den Reichskanzler persönlich und ausschlietzlich hatte verantwortlich machen wollen, am letzten Ende auf gewisse Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Kaiser selbst und dem Verwalter der Reichsfinanzen zurückzuführen sei. Es hat indes nicht viel Sinn, auf diese Vermutungen und Andeu­tungen des näheren einzugehen. Derlei haben die letzten Tage wirklich genug und übergenug gebracht, um schließlich in der Tatarennachricht eines nationalliberalen Blattes, datz Donners­tag vormittag 10 Uhr das Abschiedsgesuch des Reichskanzlers an den Kaiser abgegangen sei, einen wirklich nicht mehr zu über­steigenden Gipfel der Erfindungskunst zu erreichen. Jetzt ist es Zeit, und zwar höchste Zeit, in die Wege ernster Arbeit einzu­lenken, und dazu sind die Wehrvorlagen geeignet, wie kaum etwas anderes.

Die Veröffentlichung selbst kann nach allem, was bisher über den Inhalt der Vorlagen schon bekannt geworden ist, keine lieber raschungen mehr Hervorrufen. Art und Umfang der Marine- forderungen ist durch Indiskretionen, die sich anscheinend nun ein­mal nicht hintanhalten lasten, schon bis ins einzelne bekannt ge­worden und auch über die Heeresvermehrung ist autzerordentlich vielvermutet" worden, was sich jetzt in der Hauptsache als richtig erweist. Immerhin bieten die beigefügten Berechnungen einen weit klareren Einblick in die Bedeutung der Vorlage als er bisher möglich war. Das begreifliche Interests der in Frage kommenden Städte für die Bestimmung der neuen Garnisonen wird vorerst noch nicht befriedigt, man darf aber annehmen, datz auch dies bin­nen kurzem geschehen wird. Das Wichtigste ist vorerst, datz die Vorlagen verstanden und empfunden werden als eine von eherner Notwendigkeit diktierte Lebensäutzerung des Reiches auf die po­litischen Erfahrungen des letzten Jahres. Obenan unter diesen Erfahrungen steht die Tatsache, datz man in Frankreich unter dem Einfluß desherzlichen Einverständnistes" mit England und in dem Rausch der Fliegerüberlegenheit dem Gedanken eines Krieges mit Deutschland innerlich und äußerlich wieder so nahe gekommen ist, wie es seit Jahren nicht mehr der Fall war. Ja, die Lage ist offenbar in mancher Beziehung noch ernster geworden, als sie zur Zeit des Boulanger-Rummels und der Verbrüderungen von Kron­stadt und Toulon gewesen war. Damals waren schließlich noch alle besonnenen Staatsmänner in Paris Freunde des Friedens, heute darüber kann man sich nicht täuschen! sind sie es nicht mehr und ob die sozialistischen Bremser von der Art des Herrn Jaurös in dem entscheidenden Augenblick irgend etwas ausrichten können, ist mehr als zweifelhaft. Was aber die Flotte anbelangt, so ist die Umwandlung und Ergänzung der Materialreserve zu einem dritten Geschwader nicht nur die Remedur einer organi­satorischen Unvollkommenheit, sondern auch ein positiver Schritt vosvävts, wie ihn die internationale Lage unbedingt von uns fordert. Die Reden Churchills haben daran wahrlich nichts ä? der» können. Für beide Gebiete aber gilt, daß es einen förmlich«« BruH mit unserer ganzen Vergangenheit, eine Verblendung ge­genüber den Aufgaben der Gegenwart und einen Verzicht auf un­sere beste und stärkste Waffe bedeuten würde, wenn wir nicht mit aller Entschiedenheit und Entschlostenheit darauf halten wollten, in Wahrheit ein Volk in Waffen zu sein.

Daß die Vorlagen den Bundesrat noch vor den Osterferien, bk im Reichstag am 20. März beginnen und am 16. April enden sollen, verlosten werden, ist nicht anzunehmen. In der zweiten Hälfte des April aber wird man sie jedenfalls im Reichstag er­warten dürfen.

Der Eindruck in Frankreich.

Die deutsche Wehrvorlage wird in Frankreich nur von we­nigen Blättern erörtert. DerFigaro" schreibt: Seit der Unter­zeichnung des französichs-russischen Bündnistes ist dies die beträcht­lichste Heeresvermehrung, welche die deutsche Regierung jemals beschlosten hat. Deutschland, das bereits das furchtbarste Heer der Welt besitzt, hat das Bedürfnis empfunden, dieses Heer noch an­sehnlich zu vergrößern. Wir haben darüber nicht zu staunen und noch weniger darüber Beschwerde zu erheben. Wir haben nur die Folge dieser Vermehrung klar zu erwägen und möglichst rasch die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Der einzige Schutz des Friedens ist gegenwärtig die Furcht vor dem Kriege, welche auf dem annähernden Gleichgewicht der militärischen Kräfte beruht. Jede Störung dieses Gleichgewichts vermehrt die Gefahren eines Konflikts. Die Unzulänglichkeit unserer Bevölkerungsziffe unter­sagt uns jede ernstere Vermehrung unserer Mannschaftsbestände, Über abgesehen von etwaigen Fortschritten in der Ausgestaltung Unserer Mobilisierung und unserer Ueberlegenheit im Militär­flugwesen haben wir das Menschenmaterial in unserem afrikani­schen Reiche, in Algerien, .in Marokko und Senegambien. Eine kebensnotwendtgkeit ist es für uns, daß die europäischen Truppen i .

Algeriens gleich zu Beginn einer Mobilisierung nach Frankreich befördert werden können und zu diesem Zweck müsten wir die voll­ständig unbestrittene Herrschaft über das Mittelmeer haben. Wir besitzen sie jetzt nur unzulänglich und werden sie 1914, wenn alle österreichischen und italienischen Dreadnoughts vollendet sein wer­den, noch weniger besitzen. Unsere Regierung wird, wenn sie sich ihrer Pflicht bewußt ist, unverzüglich zwei Aufgaben zu erfüllen haben: erstens beträchtliche Entwicklung unserer Eingeborenen­truppen in Algerien, Marokko und Westafrika und zweitens Her­stellung einer Flotte, welches es uns ermöglicht, zu jedem Zeit­punkt diese Truppen und die europäischen Korps nach Frankreich zu bringen. Davon hängt geradezu die Existenz Frankreichs ab.

Die Reift des Kaisers nach dem Süden

Wien, 23. März. Auf der Reise nach dem Süden ist Kaiser Wil­helm heute vormittag zu eintägigem Aufenthalt inWien eingetroffen, um, wie alljährlich, seinem Freunde und Bundesgenossen, Kaiser Franz Josef, in Schönbrunn einen Besuch abzustattcn. Die am Schönbrunner Schloß liegenden Stadtteile haben reichen Festschmuck angelegt und waren schon lange vor der Ankunft des Kaisers von Menschenmasten dicht besetzt, die herbeigeströmt waren, um den hohen Gästen den Willkommensgruß zu entbieten. Pünktlich lief der Hofzug im Bahnhof ein. Die Musik in­tonierte die deutsck)« Nationalhymne. Unter dem Jubel des Publikums entstieg Kaiser Wilhelm, der die Uniform eines österreichisch-ungarischen Feldmarschalls trug, dem Salonwagen. Er begrüßte den Erzherzog Leo­pold Salvator, der als Vertreter des Kaisers erschienen war und die übrigen Erzherzöge auf das herzlichste. Gleich herzlich gestaltete sich die Vorstellung und Begrüßung zwischen dem Prinzenpaar August Wilhelm und der Prinzessin Viktoria Luise einerseits und den Erzherzogen an­dererseits. Während die prinzlichen Damen sich nach dem auf dem Bahn­steig errichteten Zelte begaben und dort die Herren und Damen der deut­schen Botschaft begrüßten, schritt der Kaiser mit den Erzherzögen und dem Prinzen August Wilhelm die Ehrenkompagni« ab. Hierauf begab sich der Kaiser ebenfalls in das Zelt, wo auch er die anwesenden Herren und Damen begrüßte. Nach kurzem Cercle bestieg der Kaiser mit den Fürstlichkeiten die bereitstehenden Hofwagen, welche wegen des Regens geschlosten waren. Kaiser Wilhelm nahm mit Erzherzog Leopold Salva­tor im ersten Wagen Platz und fuhr unter den begeisterten Hochrufen des Publikums zum Schönbrunner Schloß. Nach 1412 Uhr fuhr die kaiser­liche Hofequipage im Schönbrunner Schloßhofe ein. Hier fand der Emp­fang Kaiser Wilhelms durch den Oberzeremonienmeister statt. Auf der sogenannten Blauen Steig« erfolgte dann die Begrüßung beider Mon­archen. Nach der Begrüßung geleitete Kaiser Franz Josef seine Gäste nach den Fremdenappartements. Hierauf stattete der Deutsche Kaiser dem Kaiser Franz Josef einen Dankbesuch ab. Die beiden Monarchen blieben längere Zeit in imtimem Gespräch. Inzwischen hatten sich im Marie Theresienzimmer die höchsten Hofwürdenträger, di« gemeinsamen Minister, die beiden Ministerpräsidenten Graf Stürgkh und Khuen He- dervary zur Aufwartung versammelt, deren Vorstellung der Deutsche Kaiser entgegennahm. Uni 1214 Uhr fand allerhöchstes Familiendejeuner im intimsten Kreise statt und gleichzeitig ein Marschallsdejeuner, an dem die Suite des Deutschen Kaisers. Botschafter v. Tschirschky und die Hof­chargen teilnahmen. Nach dem Dejeuner empfing der Kaiser den Minister des Aeußern in Audienz. Nach einer einstündigen Audienz des Grafen Berchtold fuhr Kaiser Wilhelm in die Stadt und besuchte gegen 145 Uhr die Gemahlin des deutschen Botschafters im Botschaftspalais, wo sämt­liche Herren der Botschaft mit ihren Damen versammelt waren. Im Lause des Nachmittags ließ Kaiser Wilhelm in der Kapuzinergrust an den Särgen der Kaiserin Elisabeth und bes Kronprinzen Rudolf Kränze niederlegen. Die einzige Veranstaltung, die über den intimen Charakter des Besuches des deutschen Kaise-s hinausging, war die Tafel, die abends in der großen Galerie des Schönbrunner Schlostes stattfand. Kaiser Wilhelm ist um 9 Uhr abends nach dem Süden abgereist. Der Abschied des Kaisers und seiner Kinder im Schönbrunner Schloß von Kaiser Franz Josef war ungemein herzlich In Vertretung des Kaisers begleitete Erz­herzog Leopold SaGator den deutschen Kaiser zum Bahnhof.

Venedig, 24 März. Kaiser Wilhelm, das Prinzenpaar August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise sind um 12 Uhr hier eingetroffen. Eine große Menschenmenge begrüßte die hohen Herrschaften mit begeister­ten Kundgebungen. Dos Wetter ist schön. Der Kaiser begrüßte die An­wesenden auf das freundlichste. Die Damen überreichten den Prinzessin­nen Blumensträuße. Darauf begab sich der Kaiser mit einer Rudergig derHohenzcllern" durch den Canal Grande zur Kaiserjacht, auf dem ganzen Wege begleitet von den reich geschmückten Gondeln der Ruder- oereine. Auf Brücken und Ufern hatten viel« Menschen und Vereine mit Fahnen Aufftellung genommen. Bon der Musik wurde die National­hymne gespielt. Aus der ganzen Fahrt erfolgten herzliche Kundgebungen. Viele Paläste waren mit Fahnen und Teppichen geschmückt. Unter dem Salut begab sich der Kaiser an Bord derHohenzollern".

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Der Beraarbei^rstreik.

Berlin, 23. März. In ihrer Wochenschau bespricht die Nordd. Allg. Ztg." nochmals den Bergarbeiterstreik im Ruhr­gebiet und kommt dabei zu folgendem Urteil:Dieser Ausgang ist das Ergebnis des entgegenkommenden Verhaltens der Zechen­verwaltungen, die zu Verhandlungen in den Arbeiterausschüsten schritten, zu einer der Konjunktur entsprechenden Regelung der Löhne von vornherein bereit waren und damit die Haltung der christlichen Gewerkschaften wie der evangelischen Arbeiterverbände rechtfertigten, die den Streik nicht für geboten hielten und ihm fernblieben. Datz die Christlichen dies getan und sich trotz aller Beschimpfungen und Einschüchterungsversuche in ihrer ruhigen und besonnenen Haltung nicht haben beirren lasten, ist gleich ehrenvoll für die Organisation wie für ihre Führer."

3 w i ck a u, 23. März. DerZwickauer Ztg." wird von unter­richteter Seite mttgeteilt: Nachdem im Verfolg des Beschlustes der Vergarbeiterversammlung vom 23. März heute die Vertreter der streikenden Belegschaften der meisten Zwickauer Steinkohlen­werke das Bergschiedsgericht Zwickau zur Beilegung des Streiks als Eintgungsamt angerufen hatte, setzte der stellvertretende Vor-

| sitzende des Einigungsamts die Vertreter der beteiligten Werke in einer heute abgehaltenen Besprechung von der Anrufung in Kenntnis. Der Versuch, auch die Werksverwaltungen zur An­rufung des Einigungsamtes zu bestimmen, war erfolglos. Die Vertreter der Werke erklärten sich außer Stande, einen etwaigen Vermittlungsvorschlag anzunehmen oder sich dem Schiedssprüche des Einigungsamtes zu unterwerfen. Sie lehnten die Verhand­lungen als aussichtslos ab.

V e u t h e n, 23. März. Auf dem Hildebrandschacht und der Eottessegengrube waren gestern nachmittag bei einer Belegschaft von 397 Mann noch 42 ausständig. Bei der heutigen Frühschicht sind von 626 Mann 103 nicht eingefahren, dagegen 87 mehr als gestern. Auf der Friedensgrube der Oberschlesischen Eisenbahn­bedarfsaktiengesellschaft ist der Streik beendet. Die Belegschaft ist heute vollzählig eingefahren. Irgendwelche Zugeständniste wurden nicht gemacht.

Zabrze, 23. März. Auf dem Velsenschacht der Berginspek­tion Knurow ging bei der Frühschicht die Zahl der Ausständigen um die Hälfte zurück. Nach den Entlassungen wegen Kontrakt­bruchs und durch die Heranziehung der Gendarmen zur Sicherung der Arbeitswilligen steht die Beendigung der Ausstandsbewegung unmittelbar bevor.

Obernkirchen, 23. März. Die Frist, die das Bergami den Bergleuten zur Wiederaufnahme der Arbeit gab, war heutt mittag 12 Uhr abgelaufen. Vis zu diesem Zeitpunkt meldeten sick 1435 Fergleute zur Wideraufnahme der Arbeit. 800 Mann sint nicht erschienen und erhalten nach der Ankündigung des Bergamti die Abkehr.

Prag, 23. März. Gestern nachmittag ist ein Rückgang in der Streikbewegung infolge von Zugeständnisten der Gruben­besitzer eingetreten. Der Ausstand im Teplitzer Revier dürfte be­reits beendet sein. Die Delegierten der SchächteFriedrich Adolf Ernst" undDolbhof 3" gaben die Wiederaufnahme der Arbeit bekannt, alle anderen Gewerkschaften erklärten sich zu weitgehen­den Zugeständnisten bereit. Die GewerkschaftVrucherwerke", wo sich der Herd des Ausstandsgebiets befindet, erklärte sich in einer Kundgebung zu Zugeständnisten bereit, falls auf allen Schächten die Arbeit bis Dienstag wieder ausgenommen wird.

Prag, 24. März. In Versammlungen der Grubenarbeiter in den Kohlenrevieren Außig, Brüx, Dux und Teplitz wurde be­schlosten, morgen in den Generalstreik zu treten.

Paris, 23. März. Der Vollzugausschutz des nationalen Bergarbeiterverbandes richtete an die Bergarbeiter von Anzi- die Aufforderung, den gegenwärtigen Streik aufzugeben, da au< demselben keinerlei Vorteile erwachsen könnten. Wie aus Car maux gemeldet wird, beschäftigt sich das Bergarbeitersyndikat mit dem Plan, den Eesamtausstand für den 1. Mai zu proklamieren, um die Deputiertenkammer zu zwingen, die Forderungen d« Bergleute noch vor den Osterferien in Beratung zu ziehen. Ei heitzt, die eingeschriebenen Seeleute und die Hafenarbeiter hätten beschlosten, die Streikbewegung dadurch zu unterstützen, daß sie das Löschen auswärtiger Kohlen verweigern würden.

Madrid, 23. März. In Bilbao macht sich der Kohlen­mangel an den Hochöfen fühlbar. Man beschloß, den Betrieb ein­zuschränken, was eine Verringerung des Arbeitspersonals zur Folge haben wird. Die Bergwerksbesitzer Asturiens teilten der Regierung mit, datz sie die von den Arbeitern geforderte Lohn­erhöhung nicht bewilligen könnten. Der Eesamtausstand scheint demnach unmittelbar bevorzustehen.

London, 23. März. In der schriftlichen Erwiderung auf die parlamentarische Anfrage, ob der Bau und die Ausrüstung der im Bau befindlichen Schiffe infolge des Kohlenstreiks verzögert würde, erklärte Churchill, unzweifelhaft werde der Fortschritt der Arbeit durch den Kohlenstreik verzögert, doch sei es möglich, dar Matz der Verzögerung schon jetzt abzuschätzen.

N e w y o r k, 23. März. Die Kohlenpreise sind weiter ge­stiegen, da vom 1. April eine Arbeitseinstellung bei den Anthrazit- und ditunnöse Kohle fürdernden Gruben erwartet wird.

Deutsches Reich.

Reform der Fahrkartensteuer. Die von einzelnen Blättern gebrachte Nachricht, daß im Eisenbahnministerium seit längerer Zeit ein Gesetzentwurf über eine Reform der Fahrkartensteuer ausgearbeitet sei, entspricht den vom Minister der öffentlichen Ar­beiten in der Budgetkommission des Abgeordneten^pufts abgege­benen Erklärungen. Darüber aber, daß im Laufe des Sommer« über die Reform der Fahrkartensteuer Verhandlungen mit den einzelnen Bundesstaaten stattfinden sollen, hat der Minister keine Erklärung abgegeben.

Sammlung für eine Luftflotte. Nachdem schon dieLetpz. Neuesten Nachr." eine Sammlung für ein Flugzeug, das den Na­menLeipzig" tragen soll, in die Wege geleitet haben, veröffent­licht auch dieNiederschlesische Zeitung" in der Sonntagsausgabe einen Aufruf zur Sammlung für ein Flugzeug, das den Namen Görlitz" führen soll. Die eingehenden Spenden sollen dem Kriegsministerium zur Verfügung gestellt werden.

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Ausland.

** Frankreich und Spanien. Paris, 23. März. Der offiziöse Petit Parisien" meldet: In diplomatischen Kreisen Frankreich« hat man den Eindruck, datz Spanien nicht bloß in Süd, sonder« auch in Nordmarokko Zugeständniste machen wird. Au» Madrid wird demEcho de Paris" berichtet, daß der Abschluß der fto* zöfisch-spanischen Verhandlungen noch vor Ende diese« Monat» et»