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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und »Mndwirtjchastliche Beilage".

M 64

DieLbrrhessifche Bettung erscheint täglich mit Luraatzne Ser Lonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 Jl (ohne Bestellgelds, bei unseren ZeitimgSstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jl frei inS Hau». (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Ilniv.-Buchdruckerei I. A. Koch

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Marburg

Sonnabend, 16 März

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47. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Ter Bergarbeiterstreik.

Nun hat der Vergarbeiterstreik im Reichstage auch seine Interpellation gehabt. Ganz unzweifelhaft ist dabei festgestellt worden, daß eine Notwendigkeit zum Streiken nicht vorlag. Mit guten Gründen wies dies sowohl der Zentrumsabgeordnete Schiffer als auch der Staatssekretär Delbrück nach. Selbst sozial­demokratische Resolutionen geben zu, dah der Streik zum Zwecke einer Lohnerhöhung nicht notwendig war, und gerade angesichts dieser Lage hat die Regierung sich zu einem energischen Schutze der Arbeitswilligen herbeigelassen. Das ist erfreulich. Sehr geschickt wies auch der Abg. Schiffer an der Hand der Daten nach, daß gerade in der Zeit, als der Abg. Sachse an der internationalen Konferenz der Bergleute in London teilnahm, in den Forderungen der deutschen Bergarbeiterverbände, die zuerst maßvoll gehalten waren und auf Entgegenkommen rechnen durften, ein völliger Um­schwung eintrat und zwar im Sinne einer solchen Verschärfung, die zum Streik führen mutzte. Ein Sympathiestreik mit den Eng­ländern! So mutz man in der Tat die jetzige Bewegung im Ruhr­gebiet nennen. Bereits im Januar hat nach Herrn Schiffer die Leipz. Volksztg." für das Frühjahr einen großen Weltstreik pro­phezeit. Daß die Genossen die Wucht der Tatsachen durch Pfuirufe und Schreien und durch ostentativen Beifall zu den Versuchen Sachses, die Schuld der Regierung, den Zechen und den christlichen Arbeitern zuzuschieben, abzuschwächen versuchten, versteht sich von selbst. Im Ruhrgebiet scheint die Lage wenig verändert. Ver­einzelt ist es zu Zusammenstößen gekommen, auf verschiedenen Zechen flaut auch der Streik etwas ab. Es liegen über die Lage folgende Meldungen vor:

Essen, 14. März. In der gestrigen Versammlung der Be­legschaftKarl Funke" in Hiesingen beschloß dieselbe, soweit sie dem Alten Verband angehört, gegen die Stimmen einiger Aus­wärtiger, die Arbeit wieder aufzunehmen. Daraufhin waren bei der heutigen neuen Schicht nur drei Streikende.

K ö l n, 14. März. Aus dem Wurmrevier wird gemeldet: In einer gestern von ungefähr 1000 Personen besuchten Persammlung der Eewerkvereine christlicher Bergarbeiter in Alsdorf kam eine Resolution zur Annahme, der auch die anwesenden sozialdemokra­tischen Bergarbeiter zustimmten, worin entschieden verurteilt wird, daß die Bergleute im Ruhrrevier sich durch sozialdemo­kratische Verhetzung in den Streik treiben lasten. Durch das Vor­gehen der Führer der Streikbewegung im Ruhrgebiet werde nicht allein die Sache der Bergarbeiter, sondern die gesamte Arbeiter­bewegung geschädigt. Die öffentlich« Meinung ist durch den Kon­traktbruch der Ausständigen gegen di- berechtigten Forderungen der Bergleute eingenommen. ' Die Versammlung sprach schließlich der Leitung des Christlichen Gewerkvereins der Bergarbeiter ihr Bertrauen aus. ,, . .

Bochum, 14. März. Heute morgen fand im Schloßhofe eine von 1012000 Personen besuchte Streikversammlung statt, in welcher von einem Redner mitgeteilt wurde, daß nach den An­gaben des Streikbiiros der Streik auch heute im Wachsen begriffen sei; die Zahl der mitstreikenden östlichen Bergleute, die in den Kampf hineingezogen seien, schätze er auf 50 Prozent. Von den gewerkschaftlichen Organisationen werde der Streik weitergeführt, bis die Führer das Signal zur Wiederaufnabme der Arbeit geben. Es wurde protestiert gegen das scharfe Vorgehen der fremden Ord­nungsmannschaften und auf den Fall von Sodingen hingewiesen, auf Grund desten man sich bei dem Minister beschwerte. _ Ferner wurde Einspruch erhoben gegen Herbeiholung von Militär, wozu gar keine Veranlassung vorgelegen habe. Der Redner teilte mit, die Verhandlungen mit den Arbeiterausschnsten zeitigten ab­lehnende Antworten mit Ausnahme einer Zeche, die mehrere Zu- geständniste machte. Die Streikenden wurden im Sinne des gestrigen Flugblattes zur Ruhe und Ordnung aufgefordert.

Essen, 14. März. Wie von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, wurde in der gestrigen außerordentlichen Hauptversammlung des Zechenverbandes allseitig über den ungenügenden Schutz der Arbeitswilligen Klage geführt und mit Rücksicht darauf und auf die von zuständiger Stelle gegebenen Zusicherungen, daß nunmehr Militär zum Schutz herangezogen werden soll, wurde beschlosten, vom Rechte der Arbeitsordnung, die Kontraktbrüchigen bereits nach dreitägigem Feiern aus der Belegschaftsliste zu streichen und ihnen den Lohn von sechs Schichten etnzubehalten, erst dann Ge­brauch zu machen, wenn sie nicht bis spätestens Sonnabend, den 16. März, die Arbeit wieder aufnehmen. Es sei zu erwarten, daß durch den erweiterten Schutz auch die Arbeiter, ^e jetzt noch wegen Bedrohungen und Belästigungen durch die Ausständigen von der Arbeit ferngeblieben sind, ebenso wie die bisherigen Arbeits­willigen wieder zur Arbeit erscheinen würden. Den Leuten, die spätestens am Sonnabend die Arbeit wieder aufnehmen, werden daher keine sechs Schichten einbehalten. Von dem Beschluß wird heute von sämtlichen Zechen jedem Ausständigen einzeln durch PostkcrSkl Mitteilung gemacht. Wie weiter verlautet, besprach man die Löhne für Arbeitswillige. Ein Beschluß wurde nicht ge­faßt. Verschiedene Seiten erklärten unter Hinweis auf die Er­fahrungen mit den Lohnzuschlägen im Jahre 1905 eine Erhöhung für zweckmäßig.

H a m m, 14. März. In Niederraden wurde von Streikenden Petroleum in einen Brunnen von Abeitswilligen geschüttet.

Dortmund, 14. Därz. In dem Landkreise Hamm kam es verschiedentlich zu Aufläufen und Angriffen auf Arbeitswillige. Die Behörden sahen sich deshalb veranlaßt, 4 Kompagnien Infan­

terie mit entsprechenden Kavallerie-Abteilungen dorthin zu be­ordern.

Essen, 14. März. Von Wesel gehen zwei Bataillone Infan­terie ins Kohlenrevier.

M ü n st e t, 14. März. Heute vormittag gehen zwei Batail­lone Infanterie und zwei Schwadronen Kürassiere in den Kreis Recklinghausen ab, ferner ein Regiment Infanterie und zwei Schwadronen Husaren in den Kreis Dortmund.

Dortmund, 14. März. Heute mittag 12% Uhr trafen ein Bataillon des Infanterieregiments Nr. 15 mit einer Maschinen­gewehrabteilung und zwei Schwadronen Husaren auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein. Die Truppen sind für die Umgegend Dort­munds bestimmt. In der Stadt selbst hofft man, mit den Polizei­mannschaften auszukommen.

Stettin, 14. März. Die Eisenbahndirektton gibt bekannt: Infolge des englischen Bergarbeiterstreiks und des Streiks im Ruhrgebiet ist der Einlauf von Kohlen aus dem oberschlesischen Revier nach Stettin und Eotzlow (o übermäßig geworden, daß die ordnungsmäßige Abwicklung des Verkehrs auf dem Stettiner Bahnhof stark gefährdet ist. Die Eifenbahndirektion mutzte daher die Kohlenannahme aus Oberschlesien vorläufig bis einschlietzlich 17. März sperren.

Prag, 14. März. Die Bergwerksbesitzer im nördlichen Braunkohlenrevier verhalten sich den bekannten Forderungen der Bergarbeiter gegenüber ablehnend, doch dauern die Verhand­lungen fort. Die Vertrauensmänner der Bergarbeiterschaft sollen am 17. März über das weitere Verhalten der Arbeiter entscheiden.

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Das Attentat ans den Köniq von Italien.

Wie wir gestern im Depeschenteil meldeten, hat in Rom ein angeblicher Anarchist einige Schüsse auf das italienische Königs­paar abgegeben, ohne allerdings seine Absicht, den König zu tref­fen, zu erreichen. Ueber die heimtückische Tat herrscht allgemeine Entrüstung und von allen Seiten geben dem Königspaare die herzlichsten Glückwünsche zu. DieRordd. Allg. Ztg." schreibt offi­ziös: Der frevelhafte Anschlag auf das Leben des um sein Land hochverdienten Monarchen mutz bei der ganzen gesitteten Welt einen tiefen Abscheu Hervorrufen. Dem italienischen Königshause und dem verbündeten italienischen Volke bringen wir die herz­lichsten Glückwünsche zur Errettung des geliebten Königs aus schwerer Gefahr dar. Die Empfindungen, mit welchen die Kunde von der Untat und ihrem Mißlingen ausgenommen werden, wer­den die Sympathie für die Person des mutigen und pflichttreuen Herrschers noch erhöben und die Stellung noch befestigen, die Viktor Emanuel in den Herzen seiner Italiener und die Hoch- schätznng seiner Zeitgenosten erworben hat. Der Reichskanzler begabfitch, derNordd. Allg. Ztg." zufolge, heute nachmittag zum italienischen Botschafter, um wegen des Anschlags auf das ita­lienische Königspaar seine Entrüstung und die wärmste Teilnahme auszusprechen. Der König von Sacküen und der Prinzregent von Bayern sprachen ans Anlaß des Attentats in herzlichen Tele­grammen ihre Freude über die glückliche Errettung der Ualieni- schen Majestäten aus. Der deutsche Reichstag wurde vom Prä­sidenten Kämpf mit einer Ansprache eröffnet, in der er der glück­lichen Errettung des italienischen Königs mit warmen Worten gedachte.

Ueber das Attentat liegen weiter folgende Meldungen vor:

Rom, 14. März Der erste Schuß, den der Täter namens Dalba auf den König abgab, verletzte den Kommandanten der Eskorte, Major Lang, der zur Linken des Wagens dicht neben dem König ritt. Das Pferd machte einen Sprung, doch blieb der Major im Sattel und näherte sich dem Wagen noch mehr, während die Kürassiereskorte sich dicht um den Wagen drängte. Inmitten der allgemeinen Erregung bewahrte das Königspaar vollkommene Ruhe, ebenso die Eskorte. Darauf gab Alba noch zwei Schüste ab und traf Lang am Kopfe, sodatz er vom Pferde stürzte. Ein Chauffeur und ein Kutscher des Herzogs Borghese stürzten sich auf Dalba, der weitere Schüste abzugeben versuchte. Dalba bedrohte beide mit seinem Revolver und fügte dem Kutscher im Gesicht eine Verletzung zu. Schließlich wurde Dalba von Polizisten festgenom­men. Die Menge versuchte ihn zu lynchen und verletzte ihn un­bedeutend. Dalba schrie:Schlagt mich, ich bin ein Anarchist!" Er wurde nach dem Polizeikommistariat gebracht. Gegen 10 Uhr veranstaltete die Menge eine Kundgebung vor dem Kommistariat, indem sie Verwünschungen gegen den Täter ausstietz und Hochrufe auf das Königspaar ausbrachte. Die Verwundung Lanas scheint nicht sehr schwer zu sein. Als das Königspaar im Pantheon ein­traf, war die Königin-Mutter bereits angekommen. Rach herz­licher Begrüßung erzählte der König der Königin-Mutter den Ver­lauf des Attentats. Darauf wurde die Meste zelebriert, die all­jährlich ,am 14. März, dem Geburtstage des Königs Humbert, im Pantheon gefeiert wird.

Rom, 14. Marz. Der Urheber des Attentats ist ein junger, bartloser, verhältnismäßig gut gekleideter Mann mit dem charak­teristischen Aussehen eines Apachen. Wie sich im Verhör heraus- stellte, ist der Täter mehrfach vorbestraft, dreimal wegen Dieb­stahls. In den letzten Iabren wurde er Anarchist und zwar indi­vidualistischer Anarchist. Zuerst behauptete er, den Revolver ge­funden zu haben, doch räumte er später ein, daß er ihn seit einiger Zeit besitze. Während des Verhörs wechselte er mehrmals seine Taktik.

Rom, 14. Marz. Im Verhör protestierte Dalba dagegen, daß er von der Menge, die ihn lynchen wollte, mitzhandelt worden

sei. Er legte ein halbes Geständnis über die Absichten ab, die er bei dem Attentat gehabt hatte, sagte aber nur wenig. Er sprach von seiner Vergangenheit und seinem gegenwärtigen Leben, stellte in Abrede, daß ein Komplott bestände; er habe das Verbrechen allein ersonnen und allein ausgeführt. Er habe Vater, Mutter und einen Bruder. Dalba wurden einige Papiere abgenommen. Erhatte einige Schrammen im Gesicht, die ihm von der Menge im Augenblick seiner Verhaftung zugefügt worden waren. Dalba hatte sich hinter eine Säule des Palais Salviasti verborgen. Sobald bet königliche Wagen, in dem das Königspaar und der Eeneraladju- tant Brufati sich befanden, an dem Palais vorüberfuhr, feuerte et den ersten Schuß ab.

Rom, 14. März. Die Kugel hatte den Major Lang im Nacken gettofen. Der Knochen ist unbeschädigt. Bei dem Sturz vom Pferde zog er sich einige Verletzungen im Gesicht, an Ohr und Schulter und eine leichte Gehirnerschütterung zu. Sein Zustand ist nicht gefährlich. Der König, der Kriegsminister und viele andere bekannte Persönlichkeiten statteten dem Verletzten ihren Besuch ab. Auf dem Ziazzadi Colonna bildete sich um 10% Uhr ein imposanter Zug mit zahlreichen Fahnen. Auf dem Korso war die Menschenmenge so groß, daß der Bekehr stockte. Der Zug be­gab sich mit Hochrufen auf den König vor das Quirinal. Vor dem Qutrinal, wo der König und die Königin dreimal auf dem Balkon erschienen, um zu danken, das letzte Mal mit ihren Kindern, wur­den sie von immer zunehmenden Ovationen begrüßt. Darauf be­gaben sich die Volksmengen zum Kriegsminister und zu der Kürassierkaserne, wo sie auf die Leibwache Hochrufe ausbrachten. Dann begab sich der Zug zum Palast der Königin Margherita und jubelte der Königin-Witwe zu, die, mit großen Kundgebungen empfangen, auf dem Balkon erschien, um zu danken. Der König erteilte heute morgen die gewöhnlichen Audienzen und empfing den Deputierten Danieli, dem er eine genaue Schilderung des Attentats gab. Der König war sehr ruhig, drückte nur sein Be­dauern über die Verwundung des Majors Lang aus und erzählte, daß nur die Königin den Angreifer schießen sah. Er selbst blickte nach der anderen Seite. Trotz ihrer Besorgnis blieb die Königin sehr ruhig. Der König fügte hinzu, daß das Pferd eines Küras­siers tödlich getroffen worden sei und daß das Pferd des Majors Lang im Zuge der anderen Pferde noch ohne Reiter bis zum Pan­theon folgte.

Auch in der Kammer fand eine imposante Kundgebung statt. Verschiedene Parlamentarier gaben ihrer Entrüstung über das Attentat unter der aufrichtigsten Zustimmung aller Anwesenden Ausdruck. Die Sitzung gestaltete sich zu einer begeisterten Huldi­gung für den König. Im Senat wurde des Königs und der Kö­nigin in ähnlicher Weise gedacht wie in der Kammer. Die Sena­toren brachen in endlose Hochrufe auf die Majestäten und das Haus Savoyen aus.

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Deutsches Reich.

Die Besprechung der Wehrvorlage. Berlin, 14. März. Heute vormittag begann derNordd. Allg. Ztg." zufolge unter dem Vorsitz des Reichskanzlers im Bundesratssaale des Reichsamts des Innern die vertrauliche Besprechung über die Wehrvorlagen und ihre finanzielle Deckung, wozu der Reichskanzler und die leitenden Minister der Einzelstaaten eingeladen waren. An den Be­sprechungen nahmen teil die Chefs der beteiligten Resiorts, die Finanzministet der größeren Bundesstaaten. Die Konferenz wurde um 1 Uhr abgebrochen und nachmittags fortgesetzt.

Die »kurze Anfrage". Berlin, 14. März. Die Eeschästs- ordnungskommifsion des Reichstages nahm den die kurzen An­fragen betreffenden Paragraphen 33 a der Geschäftsordnung in einer Fasiung an, in bet es u. a. heißt: An zwei Tagen jeber Woche können Mitglieder des Reichstages vor Eintritt in die Tagesordnung Anfragen an den Reichskanzler stellen. Die Tage werden vom Präsidenten im voraus für die Session bestimmt. Die Stellung und Beantwortung der Fragen soll nicht länger als eine Stunde dauern. Eine Debatte über die Antwort des Reichskanz­lers ist unzulässig. Der Anfrager kann zur Ergänzung oder Be­richtigung der Anfrage das Wort verlangen. Eine schriftliche Er­ledigung der Anfrage ist mit Zustimmung des Antragstellers zu- lässtg.

Die Einnahmen bet Eisenbahn. Berlin, 14. März. In bet VubaetkomMission bes Reichstags teilte Minister v. Breitenbach mit, die Einnahmen der Eisenbahn im Jahre 1911 würden vor- ausfichtlich zehn Millionen mehr, insgesamt 37 Millonen Ueber- schuß bringen, als der Etat vorsehe.

Die Reichspartei be» Reichstags in Fraktionsstärke. Um bet Reichspartei des Reichstags Die Bildung einer Frakton in geschästsord- nungsmäßigem Sinne zu ermöglichen, hat Graf Posadowsky sich bereit erklärt, sich für di« Kommissionsberatüngen der Reichspartei zuzählen zu lasten Auch der Abg. Warmuth will sich der Reichspartei zuzählen lasten. Da di« Reichspartei nunmehr über 15 Sitz« verfügt, so steht ihr für die Kommissionsberatungen in den großen Kommissionen ein Sitz zu.

Eine Einschränkung des freien Wastenverbrauchs. Berlin, 14. März. Wie verlautet wird dem Reichstage in nächster Zeit ein« Novell« zur Gewerbeordnung zugeben, die den Verkauf von Waffen neu regeln soll. Nach Besprechungen mit Interestenten des Waffenhandels hat man jetzt Mittel und Wege gefunden, diese Frage zur allgemeinen Zufriede» Helt zu regeln. Diese Regelung wird allerdings ein allgemeines Verbot des Waffentragens notwendig machen und Ausnahmen nur für ganz be­stimmte Fälle vorsehen. Bisher ist ein Verbot des Waffentragens tut? in einzelnen Teilen Preußens durch Polizeivorschriften ausgesprochen.

Eine deutsche Rheiumündung. Berlin, 14. März. Nach einet Berliner Korrespondenz hat sich jetzt ein Komitee gebildet, da» den Platt einer Berbindung de» Rheins mit bet Nordsee auf deutschem Gebiet»